DUduskyThemenstarter82 Beiträge · seit 201619. Jan. 2016 ·
Hallo, wir sind eine Familie mit 2 Kindern (7 und 11 Jahre) und überlegen uns Ende August/Anfang September für 2,5 Wochen nach Namibia zu gehen. Wir waren bisher recht oft in Island mit einem Pickup-Camper individuell unterwegs (falls da jemand Tipps zu braucht, kann er sich gerne bei uns melden)- wollen jetzt aber mal was anderes als Wasserfälle und Gletscher sehen, nämlich Tiere. Wichtig ist uns, nicht mit Unmengen anderer Touristen (ja, ich weiss - wir sind auch Touristen) von Lodge zu Lodge zu fahren und im Pulk die Highlights zu bestaunen (weshalb wir von den standard Fertigrouten etwas Abstand halten wollen). Wir haben keine Angst vor Schotterstrassen oder Allradpisten und stellen uns vor mit einem Pick-Up-Camper ein wenig "off the beaten Track" unterwegs zu sein, und auf Lodges/Campingplätzen zu übernachten.
Der Schwerpunkt sind für uns Tierbeobachtungen, weshalb der Etosha eigentlich ganz oben steht und auf jeden Fall mit mehreren Tagen vertreten sein muss (ist eine Woche zu viel?)? Wie kann ich mir aber den Etoscha vorstellen? Ist das im August/Anfang September sehr voll (wir wollen nicht mit 100 anderen am Wasserloch stehen)? Oder ist der Etosha dann tatsächlich der falsche Park (besser den KTP), oder wohin sonst? Ist es jetzt überhaupt noch Möglich Unterkünfte im Etoscha (Campingplätze) zu bekommen, oder ist das schon alles ausgebucht?
Ansonsten sind wir noch ziemlich ratlos, wohin wir sonst noch wollen - Städte liegen in der Prioliste eher weiter hinten. Dünen und tolle Landschaften weit vorne. Habt Ihr noch Tipps für uns wohin man mit Kids unbedingt muss - so kleine "Besonderheiten", die Abwechslung bringen.
Ich weiss, das ist jetzt alles ziemlich vage und unspezifisch, aber vielleicht versteht ja jemand unser "Problem" und hat DEN Tipp für uns.
wir sind gerade aus Namibia wieder gekommen. Also " Unmengen" an Touristen haben wir nicht gesehen, und wir sind auf der Standardroute von Lodge zu Lodge gefahren. Eine Woche Etosha ist definitiv zu viel, wir wollten eigentlich 4 Tage bleiben, sind aber nach 2 Tage schon abgereist. Insgesamt fanden wir Tierbeobachtungen außerhalb des Etosha wesentlich spannender.
Guten Abend, Bernd und herzliche willkommen im Forum.
Vorneweg - Ihr braucht keine Angst vor "unmengen" von Touristen. Ich kenne Island ein bisschen und es ist nicht viel anders als dort. An den schönen Stellen trifft man sich, wenn man auf Tour ist, denn natürlich wollen alle die Sehenswürdigkeiten sehen und wenn man zur gleichen Zeit Urlaub hat und etwa genau so lange da ist, wie die anderen Touristen, dann trifft man sich im Flugzeug, später dann am Gulfoss, am Seljalandsfoss oder am Gljufrafoss oder wie sie sonst alle heißen. Man geht im Inland zu den Friedlosen und, und, und.
So ähnlich ist das auch in Namibia, insbesondere zu der von Euch angepeilten Zeit, denn das ist absolute Hauptsaison und da es auch Bustouristen gibt, trifft man dann an der Düne 45 oder am Wasserloch in Okaukuejo mal eine Ladung davon. Na und? Meist verteilen die sich so, dass es gar nicht auffällt (außer beim Abendessen), aber wenn ich mich gestört fühle, gehe ich 10 oder manchmal auch 50 m weiter und gut is.
Wichtig ist uns, nicht mit Unmengen anderer Touristen (ja, ich weiss - wir sind auch Touristen) von Lodge zu Lodge zu fahren und im Pulk die Highlights zu bestaunen (weshalb wir von den standard Fertigrouten etwas Abstand halten wollen).
Werdet Ihr auch nicht, denn wenn ich das richtig sehe, wollt Ihr Euch auf wenige Highlights beschränken und müsst deshalb nicht hinter dem Berge und Meer - Bus herfahren, der ganz Namibia in 14 Tagen macht.
Der Schwerpunkt sind für uns Tierbeobachtungen, weshalb der Etoscha eigentlich ganz oben steht und auf jeden Fall mit mehreren Tagen vertreten sein muss (ist eine Woche zu viel?)?
Nein, eine Woche ist nicht zu viel, denn die Tierwelt ist dort sehr, sehr reichlich, aber jeder Tag ist anders, denn Etoscha ist KEIN Zoo, sondern Natur und da kann man nie vorhersagen, was man wo zu sehen bekommt. Ich würde die Woche auf je 2 Tage Westen, Mitte und Osten aufteilen. Ich komme gleich noch einmal darauf zurück.
Wie kann ich mir aber den Etoscha vorstellen? Ist das im August/Anfang September sehr voll (wir wollen nicht mit 100 anderen am Wasserloch stehen)?
Im Prinzip habe ich das oben schon erläutert. Ihr steht auch nicht mit 100 Leuten am Wasserloch - außer in Okaukuejo, da können es schon mal so 50 - 60 Leute sein, die da abends die Rhinos beobachten. Aber die verteilen sich ganz gut und wenn es zu laut wird, gibt es da eine Art Parkwächter, der die Leute bittet, ruhig zu sein.
Ist es jetzt überhaupt noch Möglich Unterkünfte im Etoscha (Campingplätze) zu bekommen, oder ist das schon alles ausgebucht?
Das kann ich nicht beantworten. Bei den Campingplätzen geht eigentlich meistens etwas, wenn Ihr mit einem einheimischen Agenten zusammenarbeitet (siehe oben unter Partner). Die haben den besseren Draht als Du in Deutschland.
Ich schlage Euch mal eine Tour vor, die zwar viel von den Standartelementen beinhaltet, aber die Dünen von Sossusvlei sind nun mal ein Muss.
Tag 01
Ankunft in WDH, Übernahme des Campers, einkaufen und dann mittags etwa 100 km zum Lake Oanob fahren. Sehr schöner See, gut zum "Ankommen" in Namibia.
Tag 02
Weiterfahrt über die C 24 und D 1261 nach Nauchas und von da zum Spreetshoogte Pass nach Solitaire. ACHTUNG: IN NAUCHAS STEHT EIN WEGWEISER "SOLITAIRE", DEM DÜRFT IHR NICHT FOLGEN, DENN DER GEHT ÜBER DEN REMSHOOGTE PASS, DER ZWAR AUCH GANZ SCHÖN IST, ABER LANGE NICHT SO SPEKTAKULÄR. Nur ein kleines Stück weiter steht der Wegweiser zum Spreetshoogte Pass. Von Solitaire aus dann weiter nach Sesriem. Dort gibt es zwei Campingplätze, den von NWR im Park (für Fürhaufsteher und Spätheimkehrer, weil die Gäste dieses Platzes eine Stunde früher in den NP dürfen und eine Stunde länger bleiben dürfen. Das kann wichtig sein, wenn Ihr Sonnenauf- bzw. -untergang im Park auf einer Düne erleben wollt. Der zweite "Sossus Oasis" gehört zur Sossusvlei Lodge und ist unmittelbar vor dem Tor. Wenn NWR ausgebucht sein sollte, dann würde ich es dort versuchen. Wenn das auch nicht klappt, dann müsst Ihr ein ganzes Stück vorher z. B. in der Namib Desert Lodge oder in Weltevrede campen. Das sind so 50 km vor Sesriem und dem Parkeingang. Am frühen Nachmittag würde ich mal eine Wanderung durch den Sesriem Canyon machen (Dauer 1 - 2 Stunden) und dann noch in den Park fahren. Ob Ihr bis zum Ende fahrt oder gleich am Anfang auf die Elim-Düne geht oder die Düne 45, das müsst Ihr vor Ort entscheiden. Die Zeit habt Ihr, denn die Tage sind dann schon wieder zwischen 11 und 12 Stunden lang.
Tag 03
Morgens noch einmal in den NP und das Dead Vlei sowie die kleine Sossus-Düne besteigen (30 Minuten für den Aufstieg) und gegen Mittag dann Fahrt in Richtung Swakopmund. Nach dem Kuiseb Pass dann rechts die permitpflichtige Straße fahren (sind nur ein paar Euro) zur Blutkuppe. Das Permit bekommt Ihr übrigens in Sesriem, wo Ihr auch die Tickets für den NP bekommt. Die Blutkuppe rechts umrunden und quasi auf der gegenüberliegenden Seite den letzten Platz nehmen. Zu 90 % ist der frei, denn da darfst Du zwar campen, aber es gibt keinerlei sanitäre Anlagen außer Plumpsklos. Ihr könnt aber auch von der Blutkuppe über Tinkas zu den Rock Arches fahren. Sehr schön, aber ebenfalls keine sanitären Anlagen.
Tag 04
Blutkuppe/Arch Rock - Swakopmund. Die Fahrt dauert etwa 2 - 3 Stunden, so dass Ihr am frühen Nachmittag in Swakopmund seid. Hier würde ich nicht campen, da es häufig neblig und feucht ist. Die Municipality bietet halbwegs vernünftige und sehr preiswerte Unterkünfte an - http://www.swakopmund-restcamp.com/. Am Nachmittag habt Ihr Zeit für Swakop - die Mole, das Museum, die Kristall Galerie sind immer lohnenswerte Ziele.
Tag 05
Am Vormittag die Delfintour oder wenn Ihr besonders sportlich seid, die Kajak-Tour in der Lagune von Walvis Bay. Das ist für die Kinder bestimmt mit ein Höhepunkt, wenn bei der Delfintour ein oder zwei Robben an Bord kommen oder die Pelikane und Möwen sich den Fisch aus der Hand des Skippers holen. Nachmittags würde ich dann mit dem eigenen Auto die Lagune umrunden und dabei die Tausende von Flamingos und anderen Wasservögel beobachten.
Tag 06
Vormittags evtl. die Littel Five Tour, ebenfalls ein Highlight für die Kinder oder Ihr geht zur Go Kart Bahn oder Ihr macht einen Tandem-Absprung mit dem Fallschirm aus 3.000 m Höhe - davon 1.500 m freier Fall. Das ist Adrenalin pur. Wenn die ganze Familie springt, bekommt Ihr garantiert einen Sonderpreis. Nachmittags eine Kaffeefahrt zur Oase Goanikontes (40 km außerhalb) oder eine Wanderung in den Dünen und den Sundowner oben auf einer Düne erleben.
Tag 07
Fahrt an der Küste entlang bis Henties Bay. Unterwegs das jüngste Wrack besichtigen - falls es noch da ist. Leider war ich krankheitsbedingt 1,5 Jahr nicht mehr dort. Hinter Henties Bay nach Uis und von da über die D 2612 nach Twyfelfontein. Die Felsgravuren besichtigen. Fragt nach Memory als Guide und geht mit ihr den Dancing Kudu Trail. Dauer ca. 45 Minuten. Auf dem Rückweg könnt Ihr ein Living Museum der Damara besichtigen (auf der Hinfahrt anmelden) und dann da in der Gegend campen. Nachdem Aabadi zur Zeit geschlossen ist, müsstet Ihr wohl zurück zum Mowani Camp. Oder haben die Camper inzwischen eine bessere Empfehlung?
Tag 08
Fahrt über den Grootberg Pass nach Kamanjab (dort eines der Himbadörfer besuche - vorher anmelden) und dann beim Galton Gate in die Etoscha fahren. In der Nähe des Dolomite Camps gibt es inzwischen einen Campingplatz von NWR Olifant Rus?), den ich aber nicht kenne.
Tag 09
Pirschfahrten vom Campingplatz aus. Ihr werdet viele sehr einsame Wasserlöcher mit hoffentlich vielen Tieren finden. Kauft Euch in Swakopmund diese Karte für die Etoscha:
Olifant Rus - Okaukuejo. Wenn dort schon alles ausgebucht ist, müsst Ihr leider einen Platz außerhalb des NPs nehmen. Da müssen andere Fomis mal sage, wo es was gibt.
Tag 11
Pirschfahrten von Okaukuejo aus. Morgens vor dem Frühstück und abends unbedingt in Okondeka gucken, ob das Löwenrudel da ist. Achtung: Für die Rückfahrt ins Camp braucht Ihr rund 30 Minuten und da müsst Ihr rechtzeitig wegfahren, wenn Ihr vor Toresschließung wieder in Okaukuejo sein wollt.
Tag 12
Auch wenn es nicht das schönste Camp ist, aber ich habe dort abends am Wasserloch immer viele Elefanten, Löwen und Hyänen gesehen. Meist kommen auch 1 - 3 Nashörner und oft auch ein Leopard, aber den kann man so schlecht sehen, dass ich es aufgegeben haben, ein Foto davon machen zu wollen.
Tag 13
Pirschfahrten von Halali aus. Rietfontein, Salvadora, Sueda auf der einen Seite und Goas auf der anderen Seite sind das unbedingte Muss.
Tag 14
Halali - Namutoni. Der Campingplatz dort is ok., wenn Ihr in festen Zimmern schlafen wollt, dann empfehle ich außerhalb z. B. Mokuti zu übernachten.
Tag 15
Pirschfahrten von Namutoni aus.
BEI DEN PIRSCHFAHRTEN SOLLTET IHR RUHIG AUCH MAL EINE STUNDE ODER SO AN EINEM FAST LEEREN WASSERLOCH SEIN. DIE TIERE KOMMEN HALT NICHT IMMER AUF BESTELLUNG. ABER FAST IMMER LOHNT DAS WARTEN. VOR ALLEN NACHMITTAGS WIRD MAN OFT MIT ELEFANTENHERDEN BELOHNT.
TAG 16
Abschied von der Etoscha. Über Tsumeb - Museum - könnt Ihr dann in die Nähe von Otjiwarongo/des Waterbers fahren. Vielleicht schlaft Ihr ja mal ein oder zwei Nächte auf einer richtigen Farm. Namen kann ich Euch gerne nennen. Oder Ihr fahrt zur Erindi Ranch oder nach Omaruru zur Omaruru Game Lodge (obwohl Farm, kannst Du hier die Tiere abends streicheln, weil sie vom Eigentümer gefüttert werden). Oder Ihr besucht die Okonjima Lodge. Je nach Rückflugtag könnt Ihr dort 1 - 2 Nächte bleiben und am letzten Tag nach WDH zurückfahren. Wenn Ihr nach dem Frühstück losfahrt, sollte es reichen, dass Ihr nachmittags noch eine kleine Stadtrundfahrt macht, bevor Ihr zum Flughafen gebracht werdet.
So - das war es, was ich in 2,5 Wochen machen würde, wenn ich mich erholen wollte und trotzdem viel von der Natur erleben will. Es fehlen noch 100 oder mehr Ziele in Namibia, die Dir andere noch vorschlagen werden. Aber wenn ich Euch richtig verstanden habe, müsste das genau Euren Geschmack treffen.
Der Schwerpunkt sind für uns Tierbeobachtungen, weshalb der Etoscha eigentlich ganz oben steht und auf jeden Fall mit mehreren Tagen vertreten sein muss (ist eine Woche zu viel?)? .
Wenn der Fokus wirklich Tierbeobachtung ist, die Betonung liegt auf Beobachtung, dann ist eine Woche definitiv nicht zu lang. Jeder Tag mehr bringt euch die nötige Ruhe und Zeit einfach auch mal ein paar Stunden stehen zu bleiben und abzuwarten was passiert. Vielen Touristen geht es meist jedoch nur darum Tiere zu sehen und abzuhaken. Wenn man Zeit hat, hat man auch mal ein Auge für die kleine Tierwelt und die Vogelwelt. Ich persönlich würde noch den Caprivi dazunehmen, aber da weiß cih nicht wie dieser in eure Planung passt. Ich finde es dort aufgrund der Flüsse sehr schön und vor allem auch mal grün.
travelNAMIBIA33,2k Beiträge · seit 200620. Jan. 2016 ·
Hi Bernd,
willkommen im Forum! Auch wenn der Fokus auf Tierbeobachtungen liegt, kann ich mir kaum vorstellen (bei mir wäre es so), dass Eure Kinder von 7+11 Jahre 7 Tage lang in Etosha Tiere gucken wollen. Ich würde die Route ziemlich klassisch halten, dann kommt Etosha mit etwa 4 Tagen auch nicht zu kurz. Swakopmund 3 Nächte sollte meiner Meinung nach, auch speziell was die Bedürfnisse der Kinder angeht, unbedingt dabei sein: Robben-/Delfinbootsfahrt, Sandboarding, Quadbiken, Strand...
Viele Grüße aus dem regnerischen Windhoek Christian
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
dusky schrieb:Wichtig ist uns, nicht mit Unmengen anderer Touristen (ja, ich weiss - wir sind auch Touristen) von Lodge zu Lodge zu fahren und im Pulk die Highlights zu bestaunen (weshalb wir von den standard Fertigrouten etwas Abstand halten wollen).
Namibia ist touristisch zwar gut erschlossen. Das heißt aber nicht, dass es da zugeht wie am Ballermann. Macht' Euch eher Sorgen darüber, dass ihr unterwegs mal 2 Stunden gar keine anderen Touristen seht als das ihr den ganzen Tag von anderen Touristen umzingelt seit. Klar gibt es ein paar Highlights wie Sossousvlei oder Etosha wo man viele andere Touristen sieht. Aber ansonsten werdet ihr viel Einsamkeit erleben.
Mal so in Zahlen: Aus Europa und Amerika kamen 2014 ca. 250.000 Touristen nach Namibia. Auf 50 Wochen verteilt und mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 2,5 Wochen gerechnet wären das im Schnitt 12.500 Touristen aus Europa und Amerika die sich gleichzeitig in Namibia aufhalten. Auf das ganze Land verteilt...
Der Schwerpunkt sind für uns Tierbeobachtungen, weshalb der Etoscha eigentlich ganz oben steht und auf jeden Fall mit mehreren Tagen vertreten sein muss (ist eine Woche zu viel?)?
Prinzipiell kann man sicher eine Woche im Etosha verbringen. Die Frage wird wie schon angesprochen wurde sein, wie viel Geduld Eure Kinder haben. Eine Woche jeden Tag vor morgens bis abends im Auto, stundenlang auf der Suche nach Tieren, evtl. auch mal stundenlang kein Tier sehen. Wie viele Tage macht das ein 7 Jahre altes Kind mit? Die Frage könnt nur Ihr beantworten. Zumal es keine Garantie gibt, was man zu sehen bekommt. GErade wenn die Kids dann Erwartungshaltungen haben stellt sich die Frage ob man nicht auch private Reservate wie Erindi oder Okonijima mit einbauen sollte die zwar zumindest auf den ersten Blick etwas "touristischer" erscheinen in denen man aber relativ sicher auch Raubkatzen zu sehen bekommt.
nachdem die Frage, ob es den Kindern in der Etoscha nicht zu langweilig werden könnte, mehrfach angesprochen wurde, folgende Erläuterungen:
1. In den Camps gibt es Schwimmbäder, in denen die Kinder auch am Mittag mal so richtig rumtoben können, wenn sie wollen. Namutoni kenne ich nicht, aber die beiden in Okaukuejo und Halali sind m. E. für Kinder ganz prima.
2. WICHTIG: Auf den Pirschfahrten könnt Ihr nur ganz, ganz selten aussteigen, wenn jemand mal muss. Es gibt unterrwegs ein paar Plumpsklos, die man aber fast nicht benutzen kann, weil es zu viele Schweine unter den Nutzern gibt und die Toiletten von der Parkverwaltung so gut wie nicht gepflegt werden. Trotzdem würde ich sie für das kleine Geschäft unbedingt anfahren, denn so in die "Landschaft zu pinkeln" geht wirklich nicht. Der nächste Löwe ist dann bestimmt nur 10 m weiter weg im Gras.
Dafür gibt es auf den meist eingezäunten Plätzen aber gute Möglichkeiten für eine Rast mit kleinem mitgebrachtem Imbiss etc.
3. Ihr müsst ja nicht den ganzen Tag auf Pirschfahrt gehen. Morgens bis 11.00 Uhr und nachmittags ab 14/15.00 Uhr. Das sind sowieso die besten Zeiten für Tierbeobachtungen. Mittags ist es meist auch den "interessanten" Tieren zu hieß und sie verharren bewegungslos im Busch. Natürlich nicht die Steppentiere, die Ihr den ganzen Tag in großen und kleinen Pulks erleben könnt.
Okonjima und Erindi habe ich Euch für den Abschluss empfohlen. Ein Aufenthalt von mehr als zwei Tagen reißt solche Löcher in den Geldbeutel, dass der Flickschneider sich weigert, sie wieder zu reparieren und die Bank fragt, ob sie den Dispo (natürlich zu 15 % Zinsen p.a.) erhöhen darf.
Liebe Grüße Gerd
L
DUduskyThemenstarter82 Beiträge · seit 201620. Jan. 2016 ·
Hallo nochmal,
vielen DANK für die vielen Tipps, Denkanstöße (z.B. wegen Geduld der Kinder im Etosha), und natuerlich für den Routenvorschlag. Wir sind quasi Tag und Nacht am versuchen einen Überblick über das Land zu bekommen - wo man hin muss, was wo interessant ist,... Wir melden uns sicher demnächst wieder mit noch mehr und dann hoffentlich spezifischeren Fragen.
Wobei ich eine jetzt schon habe: Wir haben sehr oft die Vermietung von Allradfahrzeugen mit Dachzelten gesehen, ganz wenige Pickups mit Wohnkabine hinten drauf, aber noch keinen einzigen Bus Schlafmöglichkeiten - gibt's für sowas in Namibia einfach keinen Markt? Die Idee dahinter war, dass man in einem Bus etwas mehr Platz hat und die Kids hinten sich etwas beschäftigen koennen und nicht am Sitz festgeschnallt rumhängen müssen. In Island gibt's z.B. auch Allradsprinter mit Womoausbau (natuerlich unglaublich teuer)...
VW T3 und T4 gibt es als Camper meine ich von ein paar kleineren Anbietern, da habe ich aber keine Adresse an der Hand. Aber klar: Der Markt für Campingmobile ist deutlich kleiner als der für Offroad-Autos.
im Etosha scheiden sich die Geister. Wir waren nicht sonderlich begeistert, allerdings waren wir auch nur in den Mitte, also dem Halali Resort.Das Resort selber hat uns schon nicht sonderlich gefallen, vielleicht waren wir auch einfach nur durch die vorhergehenden wunderschönen Lodges versaut. Unglücklicherweise hat es in der Etosharegion auch gut geregnet so daß die Tiere nicht gezwungen waren, an die Wasserlöcher zu kommen, wir haben aber trotzdem relativ viele gesehen. Ganz und garnicht haben uns die Beschränkungen im Etosha gefallen: du darfst nicht aus dem Auto steigen, nicht alleine nach Sonnenuntergang im Park fahren uvm. Die Game Drives im Etosha fand ich teuer, wir haben keines gemacht. Ausserdem waren die Fahrzeuge relativ voll, das ist dann schon wieder Kaffeefahrtfeeling und ziemlich unpersönlich. Wenn du im Etosha von West nach Ost fährst plane gut Zeit für die Strecke ein, du darfst nur 60 Km/h fahren und solltest dich auch dran halten. Es wird teilweise gelasert.
Mir hat es, ganz ehrlich gesagt, besser gefallen die Tiere ausserhalb vom Etosha zu beobachten. Fast jede Lodge bietet Game Drives an und die Guides wissen, wo sie Tiere finden. Die angebotenen Game Drives der Lodges sind wesentlich individueller und kleiner wie im Etosha. In Mariental hatten wir schon die ersten Tiere, unter anderem Giraffen und Rhinos, vor der Linse. Natürlich ist es ausserhalb vom Etosha schwerer, Tiere zu finden, aber es ist irgendwie ein anderes Feeling. In Twyfelfontein konnten wir über 2h eine Elefantenherde beobachten. In Aus sind uns Leoparden vors Auto gelaufen ... also Tiere sieht man definitiv auch ausserhalb von Etosha.
Generell muss ich allerdings auch sagen das es unsere erste Namibiatour war und es hier wesentlich erfahrenere User gibt. Wir waren hell auf begeistert, es wird definitiv nicht unsere letzte Tour gewesen sein. Die Planungen für Dezember 2016 laufen schon wieder.
Ich würde auch gerne hier ins Forum einen Reisebericht einstellen, muss allerdings erst einmal schauen wie das hier funktioniert. Ich habe einen kleinen Reiseblog geschrieben, ist zwar mehr privater Natur aber du kannst gerne mal durchschauen: http://hadubrand.de
wie Stephan richtig schreibt, war zu einer Zeit in der Etoscha, in der man die sogenannten interessanten Tiere wie Elefanten, Löwen und sonstige Katzen suchen muss. Der Regen - Gott sei Dank, dass endlich etwas kommt - sorgt halt dafür, dass das Gras wächst und die Tiere im Gras nicht zu sehen sind, selbst wenn man zwei Meter daneben steht. Wenn Du, Stephan, wieder für Dezember planst, wie Du schreibst, dann wird es in der Etoscha (hoffentlich) nicht viel besser sein, denn dann hat es hoffentlich wieder geregnet.
Ende August/Sept. sind die Verhältnisse aber ganz andere. Es hat monatelang nicht einen Tropfen Regen gegeben und die Tiere kommen in relativ großen Scharen ans Wasserloch - sogar tagsüber in der Mittagshitze.
Einen bezahlten Game Drive in der Etoscha zu machen, ist mehr als überflüssig, denn man kommt überall dort, wo die Guides mit ihren Autos hinfahren, selbst hin. Man hat außerdem keine Mitfahrer im Auto und kann selbst entscheiden, wie man sich die Zeit einteilt. Was man aber machen sollte: In den Rezeptionen der Camps liegen Tiersichtungsbücher. Die sollte man sorgfältig studieren und wenn irgendwo ein Rudel fressender Löwen gesichtet wurde (selbst, wenn es ein paar Stunden her ist), ins Auto setzen und nix wie hin. In über der Hälfte der Fälle sind die Löwen dann noch da.
Bei den Farmen hat man meist auch nur den geführte Aktivitäten wie Game Drives oder Wanderungen mit Guide, die bei 4 Personen ganz schöne Summen verschlingen. Alleine darf man bei den meisten Farmen höchstens auf markierten Spazierwegen gehen. Aber das sind dann Farmen ohne Elefanten, Großkatzen und Nashörner. Und Leoparden sieht man eher in der Etoscha als in Aus oder sonstwo. Ebenso Geparden. Es sei denn, man ist wie bei Okonjima oder Erindi auf einer Farm, auf der die Tiere ein Suchhalsband tragen, damit der Guide sie besser findet. Wirkt toll auf dem Urlaubsfoto.
Also ich ziehe Etoscha für Tierbeobachtungen jeder Farm vor. Wenn ich aber mal gut essen und verwöhnt werden, dann fahre ich zur Okonjima oder andere teure Farmen.
Es ist aber erstens eine Frage des Wollens, zweitens der richtigen Zeit (man muss halt auch in der Etoscha zur rechten Zeit am rechten Ort sein) und der Ausdauer beim Warten am Wasserloch.
Liebe Grüße Gerd
lilytrotter4’132 Beiträge · seit 200820. Jan. 2016 ·
und das Beste ist die Kritik an den Nationalparkregeln!
kermi schrieb:
„Ganz und garnicht haben uns die Beschränkungen im Etosha gefallen: du darfst nicht aus dem Auto steigen, nicht alleine nach Sonnenuntergang im Park fahren uvm. ...Wenn du im Etosha von West nach Ost fährst plane gut Zeit für die Strecke ein, du darfst nur 60 Km/h fahren und solltest dich auch dran halten. Es wird teilweise gelasert.“
Hmm. Schnell weg da.
Selbst ein welteinmaliger Nationalpark taugt nichts, wenn er die persönlichen Ansprüche nicht erfüllt. 🤢 🤪
kermi schrieb:
„im Etosha scheiden sich die Geister.“
... 😎
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
kermi schrieb:Wir waren nicht sonderlich begeistert, allerdings waren wir auch nur in den Mitte, also dem Halali Resort.Das Resort selber hat uns schon nicht sonderlich gefallen, vielleicht waren wir auch einfach nur durch die vorhergehenden wunderschönen Lodges versaut.
Die Unterkünfte im Etosha sind sicher keine solchen Highlights wie man sie anderswo findet. Sie sind eben älter und es kommen dort deutlich mehr Menschen durch. Etosha steht eben bei so ziemlich jedem Namibia Touristen auf dem Plan. Das alles heißt aber nicht, dass die Unterkünfte schlecht sind.
Ganz und garnicht haben uns die Beschränkungen im Etosha gefallen: du darfst nicht aus dem Auto steigen
Was eben Sicherheitsgründe hat. Löwen und Leoparden fressen auch Menschenfleisch wenn es welches im Angebot gibt.
nicht alleine nach Sonnenuntergang im Park fahren uvm.
Es ist eine generelle Empfehlung, dass man in Namibia nicht nach Sonnenuntergang Auto fahren soll. Was erhoffst Du Dir davon nach Sonnenuntergang im Etosha zu fahren? Sehen tust Du dann ja eh nichts.
lilytrotter schrieb:und das Beste ist die Kritik an den Nationalparkregeln!
kermi schrieb:
„Ganz und garnicht haben uns die Beschränkungen im Etosha gefallen: du darfst nicht aus dem Auto steigen, nicht alleine nach Sonnenuntergang im Park fahren uvm. ...Wenn du im Etosha von West nach Ost fährst plane gut Zeit für die Strecke ein, du darfst nur 60 Km/h fahren und solltest dich auch dran halten. Es wird teilweise gelasert.“
Hmm. Schnell weg da.
Selbst ein welteinmaliger Nationalpark taugt nichts, wenn er die persönlichen Ansprüche nicht erfüllt. 🤢 🤪
kermi schrieb:
„im Etosha scheiden sich die Geister.“
... 😎
Nein, das ist keine Kritik!! Die Regeln sind wichtig und wird es nicht ohne Grund geben, wir haben uns auch strikt daran gehalten. Ich habe nur gesagt dass ich persönlich das nicht ganz so schön finde. Ich habe einige Touristen gesehen die von den Parkwächtern zusammen gestaucht worden sind weil sie sich für ein schönes Foto aus dem Auto gelehnt haben.
Namibia-Neuling schrieb: Es ist eine generelle Empfehlung, dass man in Namibia nicht nach Sonnenuntergang Auto fahren soll. Was erhoffst Du Dir davon nach Sonnenuntergang im Etosha zu fahren? Sehen tust Du dann ja eh nichts.
Wir sind z.B. in Aus Abends an das Desert Horse Wasserloch gefahren, haben den Sonnenuntergang und später den Sternenhimmel bewundert, es war wunderschön. Es war dann schon dunkel und wir sind langsam und entspannt wieder zur Lodge gefahren, allerdings waren das auch nur 20 Km. Ansonsten hast du schon Recht, wir sind im Dunkeln sonst auch kein Auto gefahren.
Gruß Stephan
Applegreen1’796 Beiträge · seit 201420. Jan. 2016 ·
kermi schrieb:
Nein, das ist keine Kritik!! Die Regeln sind wichtig und wird es nicht ohne Grund geben, wir haben uns auch strikt daran gehalten. Ich habe nur gesagt dass ich persönlich das nicht ganz so schön finde. Ich habe einige Touristen gesehen die von den Parkwächtern zusammen gestaucht worden sind weil sie sich für ein schönes Foto aus dem Auto gelehnt haben.
Gruß Stephan
Hallo Stephan,
... und das ist auch gut so!
Auf solche Schlagzeilen kann man nämlich gerne verzichten:
Wäre der gemeine Mensch nicht so ein riesengroßer, egoistischer, selbstherrlicher und selbstgerechter Idiot, bräuchte es keine Regeln, die der Nachfahre des Neandertalers auch noch mit so großer persönlicher Anstrengung versucht zu umgehen. Wenn Intelligenz zu kurz kommt oder es an ihr völlig mangelt, da taugt die beste Regel auch nix.
auch wenn die Diskussion an Deinem Thema weit vorbeigeht, bitte nicht scheuen und weitere Fragen stellen. An alle anderen Fomis: Bitte diesen Thread nicht wieder von einem Neuen wie Kermi kapern lassen. Wenn er über Etoscha etwas zu meckern hat, soll er dafür einen eigenen Thread aufmachen.
Danke Alm für Dein zwar deftiges, aber hoffentlich bei Kermi angekommenes Schlusswort zu dieser Diskussion.
Liebe Grüße Gerd
BikeAfrica7’317 Beiträge · seit 200620. Jan. 2016 ·
kermi schrieb: Ganz und garnicht haben uns die Beschränkungen im Etosha gefallen: du darfst nicht aus dem Auto steigen, nicht alleine nach Sonnenuntergang im Park fahren uvm.
... es handelt sich um einen Nationalpark zum Schutz der Tiere. Dass Menschen dort überhaupt hinein dürfen, ist eigentlich schon ein Kompromiss, weil es die Tiere stört. Dann sollten die aber wenigstens nachts ihre Ruhe haben. Mal abgesehen davon, dass es massenhaft Unfälle geben würde, wenn Touristen im Dunkeln durch so tierreiches Gebiet fahren würden. Ein platter Reifen in der Nacht wäre übelst gefährlich, weil man z.B. Löwen nicht mal sehen würde, wenn sie nur noch fünf Meter entfernt sind. Ich hatte mal 'ne Reifenpanne in Etosha. Das war auch tagsüber schon nicht so toll.
Das Aussteigeverbot gibt es übrigens auch nicht nur zum Schutz der Menschen. Es schützt auch die Tiere. Ich bin vor 15 Jahren zweimal für ein Foto ausgestiegen und den Fehler muss ja nicht jeder selbst machen. Das erste Mal wollte ich unseren uralten Land Rover in der Landschaft fotografieren und bin so 15-20 Meter vom Auto weg, weil ich dachte, die Gegend hier sei übersichtlich. Was ich nicht gesehen hatte waren die Entwässerungsrohre unter der Piste und in einem lag eine Hyäne im Schatten. Diese kam gerade heraus, erschrak sich und rannte zum Glück weg.
Das zweite Mal dachte ich, es sei wirklich übersichtlich und keine gefährlichen Tiere dort, nur ein paar harmlose Zebras in der Nähe. Ich hatte nur die Tür geöffnet und bin ausgestiegen und sofort gab es Panik unter den Zebras. An die Autos haben die sich gewöhnt, aber dass da plötzlich ein Mensch steht, macht ihnen Angst. Ich bin natürlich sofort wieder ins Auto, aber die Zebras sind erst mal in wilder Panik davongaloppiert. Dadurch verschwenden sie wertvolle Reserven, die dann vielleicht bei einem Löwenangriff fehlen.
Die Verbote machen also durchaus Sinn. Man sollte sie zum Schutz der Tiere genauso einhalten wie zu seinem eigenen. Ich habe es leider erst ein bisschen spät kapiert, aber den Fehler muss ja nicht jeder machen.
du darfst nur 60 Km/h fahren und solltest dich auch dran halten. Es wird teilweise gelasert.
... eigentlich schon schlimm genug, dass man das Tempolimit auch noch überwachen muss, weil sich Viele nicht dran halten. Ich hatte mal bei geringerem Tempo fast eine Kollision mit einer Giraffe und die nur verhindern können, weil ich gleichzeitig zum Bremsen auf die andere Seite der Fahrbahn auswich. Tiere haben nun mal Verhaltensweisen, die sich nicht immer vorhersehen lassen.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...