12.12.2012Nach 4 interessanten und abwechslungsreichen Tagen nehmen wir Abschied von Nkuringu.
Emma freut sich, denn endlich darf sie wieder **äbbes schaffa* .Sie meistert sicher die holprige Bergstrecke zurück nach Kisoro , was bei Regen sichtlich ein Problem wäre.
In Kisoro gehen wir noch schnell zum Orthopäden, und lassen Emmas Schuhe richten, bevor es weiter zum Flüchlingscamp geht


Nachdem wir die Eingangsschranke zu Camp passiert hatten, bittet man uns rechts ranzufahren.
Kaum hatte Emma sich in den Ruhemodus begeben, werden wir auch gleich von einigen **Refugies** umzingelt. Einer spricht mich auf Französisch an.
Da mein Französisch so ausgeprägt ist wie mein polnisch verstehe ich nicht einmal Bahnhof.
Das Einzigste was ich höflich entgegne kann ist
**Je ne parle pas français** Ein Bier und ein wenig Käse könnte ich zur Not noch auf Französisch bestellen, aber das ist hier nicht der richtige Ort dafür .
Aus etischen Gründen bleibt die Kamera still. Dann kommt ein Soldat zu uns rüber und fragt was unser Begehren sei. Darauf hin meint dieser. Dass wir den Sachbedarf und die Medikamente im Hospital , das 5 Autominuten entfernt ist abgeben sollen
Zur Zeit befinden sich noch knapp 600 Kongolesen im Camp.
2 Wochen vor unserer Ankunft wurden über 8000 Flüchtlinge nach Fort Portal umgesiedelt. 82 mal musste der Bus dafür fahren .
.Wir wurden über Walkie Talkie angekündigt, man erwarte uns bereits .


Ausser Medikamente, hatten wir noch Pflaster, Spritzen, Skalpell, Kanülen, Verbandszeug und sonstige Kleinigkeiten dabei. Die Ärzte freuen sich riesig über die Spende. Vor allem über die sterilen Kanülen und Skalpelle.
Es stellt sich schnell heraus, dass es an allen Ecken und Enden fehlt. DR Owen , die Einzige Ärztin im Team zeigt uns noch das Krankenhaus. Ich frage sie höflich, ob es erlaubt ist Bilder zu machen . No Problem , entgegnete sie uns





Im Wartebereich treffen wir auf Jason . Sein Englisch ist tadellos. Er erzählt uns seine Geschichte.
Jason musste bei einem nächtlichen Rebellenangriff in seinem Dorf Frau und Kinder zurücklassen.
*Gott wird sie beschützen* war seine Antwort auf unsere Frage, ob er denn wisse wie es seiner Familie geht. Sobald wieder Ruhe eingekehrt ist, will Jason sich auf die Suche nach seiner Familie machen...



Für mich ist das Ganze nur schwer , bis unmöglich vorzustellen, was die Flüchtlinge durchmachen mussten, bevor sie hier im Camp gelandet sind.
Noch schwerer vorzustellen ist , dass Menschen einfach in ein Dorf einfallen und wahllos töten.
MIt gemischten Gefühlen verlassen wir das Hospital, um in 20 KM Entfernung im Mgahingo Community Camp unsere Zelte aufzuschlagen.


Die Straße, oder was noch davon übrig ist, ist in einem erbärmlichen Zustand. Zur Abwechslung regnet es wieder, was die Anfahrt zur Community Campsite zu einer wahren Rutschpartie ausarten lässt.

Aber Emma ist in ihrem Elemente . Mit viel Geduld und Geschick bringt sie uns sicher ans Ziel. Im Camp angekommen bemerke ich, dass Emma gegen die gefixte Staubschutzkappe allergisch reagierte und diese abstieß. Da der Schwabe ja an sich ** A CLEVERLE ISCH ** wurde nach kurzer Überlegung , eine Lösung für das Problemchen gefunden. Frei nach dem Motto. sitz, pass, wackelt und hat Luft wurde der Kunststoffdeckel meines Rasierschaums umprogrammiert. *

Wegen des immer noch anhaltenden Regens ist es uns nicht zum Dachzelten zumute.
Für 20 US $ buchen wir ein Banda. Zum Abendessen gehen wir in das angrenzende Restaurant.
Für 17.000 UGS ungefähr 5 € bereitet uns Gideon ein einfaches, aber sehr gutes Mahl zu.
Es gibt Reis mit Gemüse.
Danach freue ich mich auf die wohlverdiente Dusche.
Wegen Wasserknappheit bekommen wir 5 Liter heißes Wasser zum duschen .
Sigi meinte noch .
**Mia measad fai schbarsam mit em Wassr omgea**
Als sie fertig geduscht hatte, waren grad noch 0,5 Liter Duschwasser übrig . Ich war sichtlich angepissed, und hätte sie am liebsten einen Kopf kürzer gemacht. 😈