PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201206. Feb. 2013 · #41
Und dann wollte Gideon mir etwas von Dik Dik’s und Impalas erzählen. 'Gideon, du weißt schon, dass ich nicht zum ersten Mal hier bin? Und ich kann Dik Dik’s auch von Impalas unterscheiden. Ich weiß, du meinst es nur gut. Aber wenn du das, was ich die letzten beiden Tage erlebt habe, noch toppen willst, dann kannst du das nur, wenn du mir Dinosaurier zeigst.'
Aber wo die waren, wusste Gideon auch nicht.
Nach einem stilvollen Mittagessen unter freiem Himmel fragte mich Gideon nach meinem weiteren Vorgehen.
Schluss! Aus! Over! Out und Ende! Speicher voll! Akku leer! Ich war für nichts mehr aufnahmefähig!
"Gideon, lass uns bitte zum Camp fahren. Dann versuche ich meine Module auf ‚reset’ zu stellen. Und dann fangen wir morgen früh noch mal ganz von vorne an!"
Im Camp angekommen, wurde ich von Stella und Anthony liebevoll begrüßt. Stella fragte sofort, ob ich ein Bier möchte. Hatte ich letztes Jahr hier so viel getrunken, dass die sich noch daran erinnerten? Oder war es nur höflich gemeint?
Egal! Erst mal ein Bier und ein Zigarettchen am Mara. Wie sehr hatte ich dieses Panorama vermisst!
Der Mara führte in diesem Jahr bei weitem nicht die Wassermassen wie im vergangenen Jahr. Dieses Mal waren auch die beiden Flusspferdfamilien da, die hier wohnten. Letztes Jahr hatten sie sich mit Ihren Kleinen in seichtere Gewässer zurückgezogen. Ein toller Ausblick!
PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201206. Feb. 2013 · #42
Dunkle Wolken zogen auf. Ein Gewitter braute sich zusammen. Und nach wenigen Minuten fing begann es zu regnen.
Frisch gestärkt wurde ich zu meinem Zelt (Nr. 2) gebracht. Schnell noch ein paar Fotos machen, Tasche auspacken und dann noch bis zum Abendessen relaxen.
Das Abendessen gab es um 19 Uhr. Es war vorzüglich! Anschließend gönnte ich mir noch einen von Anthony's Spezial Kaffee. Denn flammbierter Kaffee mit dem Saft ausgequetschter Früchte und mit Hochprozentigem schmeckt nicht schlecht.
Dann ging es ab in die Federn!
Topobär5'479 Beiträge · seit 200906. Feb. 2013 · #43
WOW, das Zelt sieht ja mal beeindruckend aus.
Wie weit sind denn da die einzelnen Zelte voneinander entfernt - die Badewanne steht ja schon wie auf dem Präsentierteller.
Lotusblume1'933 Beiträge · seit 200906. Feb. 2013 · #44
Liebe Papa Kenia, ich warte schon immer sehnsüchtig auf deine Reisebricht. Absolut hammermäßige Tierfotos. Wenn ich nicht vor 2 Wochen die Unterkünfte in Namibia für diesen Herbst gebucht hätte, wäre das sofort meins. Warum hast du denn nicht eher angefangen zu schreiben...😕 Der nächste Urlaub sollte eigentlich in Botswana sein, aber das muss noch etwas länger auf uns warten. Die Masai Mara zieht mich absolut an.
PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201207. Feb. 2013 · #45
@ Topobär
Die Zelte haben was! Das ist schon hammerhart! Die Zelte liegen geschätzte 20 m auseinander. Dazwischen ist es so mit Strauch- und Buschwerk bewachsen, dass die Terrasse fast nicht einsehbar ist.
@ Lotusblume
So ist das nun mal. Die eine (DU) will nach Kenia – und ich möchte unbedingt noch mal nach Namibia. Und Botswana. Und, und und……..
Aber jetzt machen wir erst mal hier weiter:
Tag 5
Gestern Abend hatten Gideon und ich bereits die Planung für den heutigen Tag besprochen.
Kurz nach 6 stand ich auf. Halb sieben gab es Frühstück und für sieben Uhr war der Tagesdrive angesetzt. Wie bereits im letzten Jahr so war ich auch dieses Mal wieder allein im Camp. Einen Tag vor meiner Ankunft waren Gäste abgereist. Und an meinem Abreisetag würden auch neue Gäste kommen. Aber diese drei Tage war ich wieder der einzige Gast im Camp. Das hatte wieder den Vorteil, dass ich wählen konnte - zwei kurze Gamedrives und Mittagessen im Camp oder Mittagessen mitnehmen und Ganztagestour. Die Entscheidung war klar. Volles Programm!
Das kleine Camp mit nur sieben Zelten liegt außerhalb des Parks am rechten Ufer des Mara Flusses. Die Hälfte des Weges zum Oloololo Gate ist ein Abenteuer. Für Über-Stock-und-Stein-Fahren-Liebhaber eine wahre Freude. Die Fahrt zum Oloololo-Gate dauert ungefähr 50 Minuten. Wir ließen uns an diesem Morgen aber richtig Zeit, so dass wir erst um kurz vor neun am Gate ankamen. Aufgehalten hatten uns Büffel, Giraffen, Impalas und Zebras, die bereits hier oben außerhalb des Parks vielfach anzutreffen waren. Und das Landschaftsbild – atemberaubend! Gideon stoppte für jedes Fotomotiv. Und meine Aufnahmefähigkeit war auch wieder voll da!
PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201207. Feb. 2013 · #46
Im Park dann die üblichen Verdächtigen. Büffel, Giraffen, Zebras, eine Löwin mit einem Nachwuchstier. Ach, schau mal, einen Gepard haben die hier im Norden auch!
Kein Wunder, dass in der Talek-Region so wenig Tiere waren. Die waren alle hier oben im Norden! Eben jetzt trafen wir auf eine Giraffenherde von 24 Tieren!
PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201207. Feb. 2013 · #47
Wir fuhren zum Hippopool. Kurzer Stopp für einige Fotos.
Aber auch hier: Zebras ohne Ende. Gideon schätzte die Herde auf 600 Tiere. Soviel Zebras habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Und mittendrin: Unmengen von Impala, Thomsengazellen und Topis.
Um die Mittagszeit bauten wir wie gehabt im Schatten einer Schirmakazie unsere Stühle und zwei Tische auf. Plötzlich bleiben wir wie angewurzelt stehen. Da kam eine Löwin direkt auf und zugeschossen! Musste die nicht irgendwo unter irgendeinem Baum liegen und dösen?
Gut, dass nicht wir auf ihrer Speisekarte standen sondern ein Warzenschwein, dass vor der Löwin flüchtete. Gute 40 Meter von uns entfernt machte das Warzenschwein eine Kehrtwende. Die Löwin hinterher. Dann kreuzte ein zweites Warzenschwein den Weg. Eins schoss nach links, das andere nach rechts. Die Löwin hatte keinen Plan mehr und gab auf.
Na, das war doch noch ein kleines Highlight. Nach dem Mittagessen machten wir uns Richtung Mara Triangel auf den Weg.
Gegen 16 Uhr trafen wir wieder im Camp ein. Kurz vor dem Camp hatte uns noch ein Eli den Weg versperrt. Wir warteten respektvoll bis er die Böschung hochgeklettert war.
Ich hielt mich noch bei einem Bier am Mara River auf um den Hippos zuzuschauen. Gegen 17 Uhr musste ich dann doch mein Zelt aufsuchen. Es begann zu regnen. Wann regnet es hier eigentlich mal nicht?
Nach einem leckeren Abendessen legte ich mich rechtzeitig wieder zum Schlafen hin.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201208. Feb. 2013 · #48
Also Papa Kenia, ich kann's nur wiederholen: unglaublich schöne Eindrücke gibst du uns da von einem Reiseland, das auf unserer Zieleliste dank deines Berichts deutlich nach oben schießt. Begeisterte Grüße Franzicke
PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201209. Feb. 2013 · #49
Hallo Franzicke,
nochmals vielen Dank für die Blumen!
Jetzt geht es in die Endphase!
Tag 6
Der vorletzte Tag hier draußen. Wieder gab es um halb sieben Frühstück. Um sieben Uhr starteten wir erneut zu einem Ganztagestrip.
Nebelwolken und dicker Dunst lag hier oben auf dem Grün der Mara. Die Sonne arbeitete sich durch die Wolken. Es bot sich ein grandioses Lichterspiel in dieser frühen Morgenstunde.
Die Gegend hier oben fasziniert mich. Es ist ein phänomenaler Blick von hier aus. Der Mara Fluss schlängelt sich hier wie ein silber schimmerndes Band durch saftiges Grün. Hin und wieder kann man ein Camp sehen. Und der Blick in diese Weite der Savanne! Traumhaft!
PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201209. Feb. 2013 · #50
Gegen 8 Uhr waren wir am Oloololo-Gate. Gideon zahlte noch schnell die Eintrittgelder und dann machten wir uns auf den Weg. Das erste Nennenswerte war eine Gruppe von rund 20 Elefanten, die gemächlich an uns vorbeizogen. Wir konnten den Anblick fast eine halbe Stunde genießen.
Während der Weiterfahrt meinte Gideon plötzlich: ‚Da hinten, hinter dem Gebüsch, da steht ein Nashorn’.
Tatsächlich. Gemächlich trottete das Rhinozeros hinter dem Busch hervor. Blieb kurz stehen, beobachtete uns, machte eine Kehrtwende und trottete langsam davon.
PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201209. Feb. 2013 · #51
Eine gute Stunde später hielten wir uns wieder in der Nähe des Hippo-Pools am Mara River auf und fuhren irgendwie planlos am Mara entlang. Plötzlich rief Gideon: 'Crossing' - 'Too Late comer'.
Es gab Gas und fuhr Richtung River. Während wir fuhren, konnten wir beobachten, wie eine Herde von rund 150 Zebras den Mara durchquerten. Es waren ausschließlich Zebras. Als wir unsere Parkposition erreicht hatten, war das Spektakel allerdings schon gelaufen. Lediglich vier Zebras standen noch fragend und wartend am anderen Ufer. Hatten Sie mitbekommen, dass sich die Krokodile eins Ihrer Gattung geschnappt hatten?
War das ein Getümmel im Wasser. Schätzungsweise 20 Krododile zerlegten ein Zebra. Die Krokos übertrumpften sich gegenseitig mit akrobatischen Leistungen um auch noch ein Stück abzubekommen. Na ja, ganz so appetitlich war das Ganze nicht.
Die letzten vier Zebras erreichten dann aber wohlbehalten unsere Uferseite.
Nachmittags parkten wir noch eine knappe halbe Stunde neben einem Elefantenbullen. Wir konnten zuschauen, wie er sich gemütlich und genüsslich mit Wasser und Schlamm bespitzte. Nach dem Duschbad schrubbelte er noch seinen Körper an einem Baum um anschließend davon zu trotten.
PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201209. Feb. 2013 · #52
Als mir abends im Camp Anthony meinen Kaffee brachte, fragte er mich, ob ich Joel schon gesehen hätte. Joel wäre da. Joel ist mein Lieblingsmassai. Ich hatte ihn im vergangenen Jahr während meines Aufenthaltes hier im Camp als ständigen Begleiter. Er ist nett, sympathisch und offen. Insgeheim hatte ich gehofft ihn dieses Jahr wieder als Begleiter zu haben.
Umso herzlicher war die Begrüßung als Joel nach wenigen Minuten auftauchte und sich zu mir an den Tisch setzte. Wir hatten uns viel zu erzählen.
Kenia steht nicht nur wegen Deines Reiseberichtes ganz oben auf unserer Wunschliste.
Und ich muss sagen, dass Du uns mit Deinen schönen Bildern die Lust auf Kenia noch mehr gesteigert hast.
Uns würd dieses Land bestimmt sehr gut gefallen, wenn nur nicht alles so extrem teuer wäre. Wenn ich allein an die Eintrittsgebühren in den NP´s denke, ....
Vielen Dank für Deinen Bericht und die Mühe, die Du Dir machst.
Kenia ist absolut der Hammer, insbesondere die Mara beide Seiten. Es ist auch nicht teurer als in Tanzania.
Klar kommen für Euch auch die Leihwagenkosten dazu geb ich ja zu. 🙂
Aber extrem? Naja ich weiss nicht....
PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201210. Feb. 2013 · #59
@ bayern schorsch
Danke für die netten Worte! Die Preise sind schon heftig! Das stimmt!
Hier dann jetzt der Schluss!
Tag 7
Der letzte Tag war gekommen. Heute ließen wir es ein wenig ruhiger angehen. Ein letzter morgendlicher Drive in der Nähe des Camps.
Das Farbenspiel der Natur war noch krasser als gestern! Ich war im Rausch der Sinne! Im Vollrausch!
PKPapa KeniaThemenstarter541 Beiträge · seit 201210. Feb. 2013 · #60
Dann ging es zum Frühstück zurück ins Camp.
Anschließend Tasche packen. Auschecken. Verabschieden. Und dann folgte noch bis zum Abflug meines Fliegers eine letzte Pirschfahrt.
Wir hielten noch mal am Mara River an. Ich konnte gut zehn Krokodile, die faul in der Sonne lagen, aus nächster Nähe beobachten.
Ein längerer Stopp folgte bei einer Elandantilope, die ihr Neugeborenes liebevoll umsorgte. Laut Gideon war das Kleine höchstens eine Stunde alt.
In der Nähe des "Kichwa Tembo" Airstrips hielten sich jede Menge Tiere auf. Wir verscheuchten noch diverse Zebras, Warzenschweine und Thomsengazellen von der Landebahn um dann anschließend gut eine halbe Stunde im Schatten des Wartehäuschens auf den Abflug zu warten. Es tauchte noch ein Paar aus dem Governor's Camp auf. Wir unterhielten uns kurze Zeit. Dann trudelte der Pilot auch ein.
Es folgte die Verabschiedung von Gideon. 'Vielleicht bis zum nächsten Jahr'.
Dann ging es an Bord der kleinen Maschine und um kurz vor halb zwei starteten wir.
Ein letzter wehmütiger Blick zurück. Ein letztes Winken. Das war's dann für dieses Jahr.
Nach kurzer FLugzeit landeten wir wieder auf dem Olkiombo-Airstrip, wo noch mal eine Handvoll Passagiere zustiegen. Dann ging es weiter, vorbei am Kilimanjaro, der heute prachtvoll anzusehen war. Wir landeten in Mombasa zu einem kurzen Zwischenstopp. Für einige Passagiere war hier Endstation.
Mit fünf Leuten warteten wir auf den Weiterflug. Die Maschine musste noch mal betankt werden. Dann ging es endlich weiter und nach rund zehn Minuten landeten wir dann wieder in Ukunda.
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Fazit: Es war eine tolle Woche mit genialen Tiersichtungen. Ich habe in diesen paar Tagen einige sehr nette Menschen wiedergesehen und neue kennengelernt.
Und die Kombination aus Strand und Safari kann ich nur befürworten. Obwohl es zugegebenermaßen sehr schwer ist, sich nach einer Woche Einöde und Ruhe wieder an Tourismus zu gewöhnen.