Reisebericht Uganda - Schnee am Äquator

31 Antworten · 15,5k Aufrufe · gestartet 23. Sept. 2012 von uganda80
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Themenstarter200 Beiträge · seit 201123. Sept. 2012 · #1

Reisebericht - Schnee am Äquator



Liebe Uganda-Freunde,

vier wunderschöne Wochen in diesem aufregenden Land sind leider schon wieder vorbei. Auch wenn ich diesen Bericht relativ knapp halten werde, hoffe ich, dem ein oder anderen Unentschlossenen Lust auf dieses tolle Land zu machen oder die Vorfreude auf eine bevorstehende Uganda-Reise noch etwas zu steigern.

Gereist bin ich alleine mit meinem Guide Evarist, den ich von meiner letzten Reise aus dem Bwindi-NP her kenne und den Fahrern Timos und Augastine, Brüder und beste Kumpels von Evarist. Zum Glück muss ich diejenigen enttäuschen, die auf Horrorstories à la Fahrer Willi spekulieren, es war eine Reise wie unter Freunden.

Hier meine Reiseroute:


11.08. Flug mit KLM. Transfer Kampala. Übernachtung Faso Hotel
12.08. Fahrt nach Gulu. Zwischenstop an den Karuma Falls. Nachmittags Stadtrundgang in Gulu.
Übernachtung Hotel Pearl Afrique
13.08. Gulu: Besuch Krankenstation Light Ray Health Center, Besorgungen für Kidepo NP.
Hotel Pearl Afrique
14.08. Fahrt über Kitgum in den Kidepo Valley NP. Fahrtzeit 9 h. Übernachtung UWA-Apoka-Bandas
15.08.-18.08. Kidepo NP, Game Drives, Nacht-Safaris, mit beiden Füßen im Südsudan,
Besuch Karamojong-Dorf. Übernachtungen UWA-Bandas.
19.08. Fahrt über Kitgum nach Gulu. Auf dem Sportplatz von Gulu Tanzproben der Acholi.
Hotel Pearl Afrique
20.08. Fahrt über Masindi nach Hoima, Übernachtung Kontiki Hotel
21.08. Fahrt über Fort-Portal nach Kasese. Anmeldung Ruwenzori-Trekking,
letzte Packereien u. Besorgungen in Kasese. Übernachtung Virina Garden Hotel
22.08. Fahrt nach Nyakalengija, 1620 m, Aufstieg Nyabitaba Hut, 2660 m
23.08. Wanderung Nyabitaba-Hut - John Matte Hut, 3420 m
24.08. Wanderung John-Matte Hut - Bujuku Hut, 3930 m
25.08. Wanderung Bujuku-Hut - Elena Hut, 4563 m
26.08. Wegen schwerer Höhenkrankheit meines Kumpels Notabstieg auf dem gleichen Weg,
Übernachtung John-Matte Hut
27.08. Abstieg ins Tal, Übernachtung Ruboni-Community Camp, Nyakalengija
28.08. Nyakalengija, Community Walk, Entspannen und Wäsche trocknen
29.08. Fahrt in den Queen-Elizabeth-NP, Game Drive, Übernachtung Simba Safari Camp
(kein Camping)
30.08. Safari, Übernachtung Mweya-Hostel
31.08. Game-Drive, Fahrt Ishasha-Sektor. Baumlöwenpirsch. Übernachtung UWA-Banda Ishasha
01.09. Game-Drives, Übernachtung UWA-Banda
02.09. Game-Drive, Fahrt über Kihihi nach Buhoma, Übernachtung Bwindi View Banda
03.09.-04.09. Besuch der Familie von Evarist in Nkuringo,
Besuch der Waisenkinder von Nkuringo,
Übernachtung Albertine Gorilla Campsite (kein Camping)
05.09. Fahrt über Kisoro zum Lake Bunyonyi Overland-Resort (kein Camping)
06.09. Fahrt nach Kampala, Mittagessen,
zu viele Drinks am Sese-Gateway-Beach Entebbe, Heimflug

Unterkünfte:


Da ich diese Mal ohne Anhang unterwegs war, konnte ich den Luxus-Faktor relativ weit nach unten schrauben. Allerdings habe ich nach dem Ruwenzori Trekking auf die eigentlichen Übernachtungen im Zelt liebend gerne verzichtet und mich lieber in einer Banda einquartiert. Ein Bett war doch irgendwie Pflichtprogramm.

Hier mein Eindruck der jeweiligen Unterkunft. Ein paar Bilder sind auch dabei:

Faso Hotel, Kampala:

Hier habe ich kein Bild im Internet gefunden und ein Foto des Zimmers als Erinnerung war auch nicht nötig. Das Zimmer war klein, stickig, von der Sauberkeit reden wir jetzt mal nicht. Essen war aber top. Empfehlung: NEIN

Hotel Pearl-Afrique, Gulu: So mit die beste Adresse in Gulu. Die Zimmer sind rel. dunkel und mäßig sauber. Manchmal gibt es auch Strom und manchmal kann man auch eine heiße Dusche nehmen. Das Moskitonetz war sogar intakt. Sehr ordentliches Essen. Nette Angestellte. Empfehlung für Gulu: JA



UWA Apoka-Bandas, Kidepo Valley NP: Wunderbares Camp für wenig Geld. Die UWA Bandas liegen ca. 300 m entfernt von der überteuerten Apoka-Lodge, deren arrogante Besitzer ich auch für ein paar Augenblicke "geniessen" konnte. Die Apoka-Lodge war wegen Gästemangel zu. Habe die Lodge besucht, traumhafte Lage, tolle Anlage. Sitzkissen dreckig. Für die Kohle, na ja wer's braucht... . Die UWA Bandas, schätzte so an die 20 Stk., haben einen tollen Blick auf den Kidepo. Lagerfeuerplatz, Gemeinschaftsküche, Terrasse. Zebras grasen manchmal direkt vor der Banda. Die Bandas selbst: saubere Betten, relativ sauberes Klo. Dusche kalt. Akkus können im Gemeinschaftsraum geladen werden. Koch bereitet Euch Mahlzeiten zu, teilweise müssen aber Lebensmittel mitgenommen werden, vorher abklären. Empfehlung für Kidepo: JA




Kontiki-Hotel, Hoima: Schönes Hotel, sauberer Swimmingpool, gepflegter Garten. Einziger Minuspunkt: Man hört die Straße. Strom und heiße Dusche vorhanden. Essen OK. Empfehlung für Hoima: JA



Virina-Garden Hotel, Kasese: Hotel wird gerade erweitert. Bandas sauber aber klein, Türen wie in Schlumpfhausen, mehrmals Schädel gerannt. Früh morgens wird man von den Muezzin geweckt, auch mal nett. Strom: vielleicht, Essen ok, Bedienung lahm aber nett. Empfehlung für Kasese: NEIN


Ruboni Community Camp, Njakalengija: Nettes Camp am Fuße der Ruwenzori, tolle Aussicht. Nette Angestellte, sehr saubere Gemeinschaftsdusche und Toilette, Essen OK, viele Treppen. Vermitteln kleine Touren in und um Njakalengija - ob Ausschau nach Chamäleons, Hillwalk, Community walks ... Empfehlung Njakalengija: JA


Simba Safari-Camp, QENP: viele schlechte Bewertungen gelesen die ich allesamt nicht nachvollziehen kann. Das Camp ist sehr sauber, richtig netter Garten und Restaurant, die Zimmer waren fast schon "nobel". Einziger Minuspunkt: kein Safarifeeling weil man die Straße hört. Strom: ja, stundenweise, heiße Dusche vorhanden. Empfehlung für QENP: es gibt besseres, aber dann zahlt man auch deutlich mehr ...


Mweya-Hostel, QENP: liegt unweit der teuren Mweya-Lodge. Sauberes Bett, ansonsten tausende Moskitos, die ich allesamt mit Doom erstmal vernichtet habe. Danach gings. Gemeinschaftsdusche und Klo. Sauber ist was anderes. Essen war gut und günstig. Strom ja, stundenweise. Empfehlung für QENP: NEIN


UWA Bandas, Ishasha: zwei gemauerte u. neu renovierte Bandas liegen mitten in der Natur. Nilpferdgegrunze die ganze Nacht. Bewacht werden die Bandas von Soldaten (schlafen ca. 15 m. hinter der Banda in einer Art Behausung), da im direkt angrenzenden Kongo geschossen wurde. Rebellen machen sich an den Minen zu schaffen. Essen ähnlich wie im Kidepo organisiert, teilweise mitgebracht. Strom: nein, kalte Außendusche, Außentoilette. Empfehlung für Ishasha: JA

Bwindi View Banda, Buhoma: toller Ausblick vom Restaurant auf den Bwindi. Sehr schöne, gepflegte Anlage. Zimmer einfach, sauber und haben eine heiße Dusche. Strom: ja, gutes Essen. Empfehlung für Buhoma: JA



Albertine Gorilla Campsite, Nkuringo: letztes Jahr habe ich im schönen aber teuren Nkuringo Safari Camp geschlafen. Die Albertine Gorilla Campsite ist um ein vielfaches günstiger und die Angestellten geben sich eine riesen Mühe. Hier liegt mal echt was auf dem Teller, die Lage top. Schöne Zimmer, gutes Bett. Sehr saubere Gemeinschaftssanitäranlagen. Im Endeffekt kein Unterschied zur Nkuringo Safari Lodge da auch hier Gemeinschaftssanitäranlagen. Empfehlung für Nkuringo: JA



Overland-Resort, Lake Bunyonyi: sauberes schönes Zimmer, gemütliches Bett, schöne Terrasse mit Blick auf den See, Lagerfeuerplatz. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Strom und heiße Dusche. Viel bessere Wahl als die teure Birdnest-Lodge.

Mit wem ich auf Tour war und welche Fahrzeuge wir hatten:

Im ersten Teil der Tour (Gulu, Kidepo bis nach Kasese) waren wir mit Fahrer Timos und einem Toyota Landcruiser unterwegs.



Nach dem Ruwenzori-Trekking dieses Fahrzeug mit Fahrer Augastine.



Evarist organisiert alles was man in Uganda nur machen kann. Seine Heimat ist Nkuringo im Bwindi. Seit Ende letzten Jahres organisiert er selbständig Touren. Wer einen absolut zuverlässigen Guide braucht und viel über sein Land und Leute erfahren will, hier seine Kontaktdaten:

Telefon: + 256782195490 , +256794195490.
Mail: nkuringogorillasafaris@gmail.com , or everest1gorillasafaris@gmail.com


Teil 1 Gulu und Kidepo:



Nach meiner letzten Reise nach Uganda war klar, dieses Land muss ich nochmal sehen. Zwar wollte ich eigentlich dieses Jahr Ruanda und den Ostkongo besuchen, wegen der brutalen Rebellenübergriffe Anfang Mai war damit dann aber Schicht im Schacht. So fing ich an, diese Reise dann doch ziemlich schnell mit Evarist aus dem Boden zu stampfen und ruck zuck vergingen die Wochen und es konnte losgehen.
Wenn ich heute an die Zeit vor der Abreise denke, wird mir immer noch ganz schlecht. Meine erste Reise ohne meine Frau, alleine nach Uganda, plötzlich sind mir tausend Gedanken im Kopf herumgegeistert. Warum hast du dich da bloß drauf eingelassen ? Plötzlich habe ich mir das keinen Meter mehr zugetraut. Ich und Ruwenzori Trekking ! Überhaupt keine hochalpine Erfahrungen ! Zu dick ! Und dann die Abende. Sitzt dann alleine da rum und drehst Däumchen ? Mir war kotz übel. Ich konnte drei Tage vorher nicht schlafen. Dann noch diese Ebola Kacke. Jeder in meinem Büro sagte - was ?? Du fährst doch dahin ! Geh danach gleich mal in Quarantäne ! Meine Eltern schoben Panik. Warum hast du dich nicht einer Gruppenreise angeschlossen ? So stand ich nun am Flughafen und ich muss sagen, na ja die Vorfreude die noch vor Wochen da war und mein Mut, dieses Ding durchzuziehen, waren völlig im Eimer. Heute kann ich sagen, es war ein irrer Trip, eine sau geile Sache. Ich wurde nie alleine gelassen, ich saß abends am Lagerfeuer und wir haben wirklich über Gott und die Welt gequatscht - natürlich bei diversen Uganda-Sherry... es war eine sehr intensive Zeit, Begegnungen mit Menschen, Natur und Tieren, die mir keiner mehr nehmen kann. Jeder, der mal überlegt aus Mangel an Anhang alleine eine Reise zu unternehmen, kann ich nur ermutigen: MACHT ES !
So nun gut mit dem Getexte, fangen wir mal mit dem Norden Ugandas an. In Kampala haben wir Geld umgetauscht und sind dann Richtung Norden aufgebrochen. Nach ein paar Stunden kamen wir an den Karuma Falls an. Hier ist fotografieren verboten, zwei fast schlafende Soldaten hielten "Wache". Gegen ein kleines Bestechungsgeld (mit 2000 Schilling waren sie zufrieden) durfte man auch auf die Brücke und konnte sich Zeit lassen, den tollen Blick zu geniessen und Fotos zu machen. Hier gibts keine Rebellen mehr, die Brücke ist aber ein strategisch wichtiger Punkt, daher das Fotografie"verbot".



Die Fahrt hoch nach Gulu war schön, ich habe dieses Land vermisst... Gulu selbst ist eine quirlige Stadt, nicht so sauber wie Fort Portal, alles ziemlich chaotisch aber irgendwie versprüht die Stadt ein bisschen Charme. Nachdem wir das Hotel Pearl Afrique bezogen hatten, stand ein Spaziergang durch Gulu an. Vorbei am Fußballplatz rein zwischen die typischen runden Behausungen der Acholi. Die Menschen waren unheimlich aufgeschlossen und neugierig wer denn da vorbei kommt. Man konnte zuschauen wie am Haus gekocht wurde, da dröhnte mal laute Musik aus kaputten Lautsprechern, hier verkaufte eine Frau ein paar Früchte vom Acker. Der Norden Ugandas hat ein wachsendes Problem mit der Nodding-Disease, der Kopfnickkrankheit. Viele Kinder, meist bis 15 Jahre alt, sind von der schlimmen und tödlichen Krankheit betroffen, bei der keiner so recht weiß, wodurch sie nun genau ausgelöst wird. Als wir von einem Mann eingeladen wurden, sein Haus anzusehen und wie er gerade Strohmatten geflochten hat, kam eine Horde Kinder auf mich zu. Sie nahmen meine Finger und streichelten darüber. Anscheinend sind Weiße hier wirklich noch eine Rarität. Ein Kind hatte die Kopfnickkrankheit, die gesunden Kinder schubsten es weg, Kinder können grausam sein. Aber das ist wohl überall so.

Am nächsten Tag besuchten wir das von Frau Heike Rath mit aufgebaute Light Ray Health Center. Anbei ein Link, falls es den ein oder anderen Mal nach Gulu verschlägt. Ich finde ihre Arbeit klasse.

http://www.lichtstrahl-uganda.de/2012-05_Reisebericht.pdf



Nach einem Besuch eines Äthiopischen Restaurants am Mittag machten wir noch ein paar Besorgungen für den Kidepo, u.a. ein paar Flaschen V&A Ugandan Sherry, Wasser, Softdrinks und Bier. Das Essen hatte Evarist mit Mr. Richard, dem Koch von den UWA-Bandas im Kidepo, abgestimmt. Die Ruhe am Frühstückstisch wurde von den tief fliegenden ugandischen Kampfjets unterbrochen und so hauten wir ab Richtung Kitgum und Kidepo. Die Fahrt ist in der Regenzeit (August ist der Monat mit den höchsten Niederschlägen überhaupt) anstrengend, man sollte auf katastrophale Straßenzustände vorbereitet sein. So dauerte die Fahrt ohne steckenzubleiben gut 9 h, incl. Mittagspause in Kitgum. Drei Kanister Benzin haben wir noch in Kitgum als Reserve mitgeführt, die auch benötigt wurden. Für einen Appel und ein Ei haben wir noch zwei Schaufeln gekauft, die auch später zum Einsatz kamen. Waren aber glaube ich aus China. Die Landschaft hoch zum Kidepo ist schier atemberaubend, und ich denke besonders in der Regenzeit. Das Gras ist sehr hoch, manchmal höher als der Landcruiser selbst, und giftgrün. Überall blühen Sonnenblumen. Dazu die kleinen Rundhütten und Szenen aus dem afrikanischen Alltag. Dann werden die Berge immer höher und die Straße verwandelte sich in eine Schlammpiste.





Ich glaube Timos war ganz schön im Arsch als wir nach 8 h African-Massage am Gate des Parks ankamen. Aber die Aussicht lohnte für die Mühe. Kein Mensch weit und breit, nur weite Landschaft, eingerahmt von Bergen die den Südsudan markieren. Dann die ersten Büffelherden mit locker über 1000 Tieren, natürlich nichts gegen Kenia u. Tanzania aber wunderschön ... mit gerade 900 Besuchern im ganzen letzten Jahr könnt ihr Euch die Abgeschiedenheit vorstellen.





Wie schon Eingangs beschrieben war ich gleich nach Ankunft von den UWA-Bandas begeistert, ich habe mich gleich pudelwohl gefühlt. Oder lag es an dem Sherry ? Keine Ahnung, das Lagerfeuer prasselte schon, Mr. Richard servierte Poscho mit Bohnen in Tomatensoße und wir lachten uns kaputt, dass anscheinend doch nicht genug Essen für uns da war. Armer Timos, kein Huhn für den Fleischverwöhnten... Am Abend stellte sich Mr. Philipp vor, Guide im Kidepo NP, ein lieber Kerl der Ahnung hat und viele tolle Geschichten über die Region und den Park zu erzählen hatte. Mit ihm waren wir für zwei Tage im Park auf Tour, auch bei den Nachtsafaris.


Der Kidepo hat sicherlich was Tierbeobachtungsmöglichkeiten anbelangt die besten Möglichkeiten der Nationalparks in Uganda, wenn auch die Tierdichte natürlich nicht mit den großen Parks in Tanzania oder Kenia konkurrieren kann. Trotzdem gibt es eine Menge Zebras, viele Löwen, Strauße, Hyänen (vor allem bei Nachtsafaris gesehen) und Giraffen. Würde ich heute nochmal den Park besuchen, würde ich im Februar reisen. Das Gras ist in der Regenzeit, die bis Mitte Oktober anhält, teilweise extrem hoch und dadurch sind die Beobachtungsmöglichkeiten eingeschränkt. In der Trockenzeit konzentrieren sich wohl viele Tiere an den letzten Wasserlöchern. Und dann sieht der Kidepo mit Sicherheit wieder ganz anders aus, eher wie eine Halbwüste.























Empfehlen kann ich auch eine Tour bis zur Grenze zum Südsudan, ihr passiert dann den meist ausgetrockneten Kidepo River mit seinen unzähligen Palmen und kommt an heißen Quellen vorbei.




Ach so, eine nette Info: Kidepo kommt von dem Wort kidep, was so viel wie pflücken bedeutet, wenn die Menschen bei Dürren nichts zu essen hatten, haben sie die Früchte von den Palmen gepflückt. Richtung Südsudan seht ihr eine Menge Straußenvögel. Am Ende des Trips steht ihr vor dem Mt. Lotukei im Südsudan.





Empfehlen kann ich auch den Besuch eines der Dörfer der Karamojong. Die Lebensweise in den Dörfern und dass die Männer teilweise 8 Frauen haben und diese dann auch nach dem Tod des Mannes an den Sohn "weitervererben", war schon echt schräg. Hier wurde auch wild getanzt (sie machen so eine Art Hüpftanz) und wir konnten zwei Hühner ergattern, die kurzerhand an den Bandas vom Muslim geschlachtet wurden und Abends auf unseren Tellern lagen - endlich Fleisch !
Uganda ist ja noch teilweise ziemlich ursprünglich, aber die Lebensweise solcher Volksstämme ist doch schon heftig, da glaubt an nicht, dass man eigentlich nur Luftlinie 6.500 km entfernt wohnt ... und selbst Evarist und Timos haben manchmal etwas ungläubig geschaut was hier für Traditionen gelebt werden.










Die Gebühr von glaube ich 25 $ für Nachtsafaris hat sich sehr gelohnt. Sowas habe ich noch nie gemacht, ich war total begeistert von den Hyänen und anderen Tieren bei Nacht, dem Sternenhimmel ... ach es war klasse !

Die gekauften Schaufeln in Kitgum kamen auch einmal zum Einsatz, als wir und mehrere andere Wagen steckengeblieben sind. Also Regenzeit ist dort Abenteuer pur.


Zurück in Gulu konnten wir auf dem Sportplatz noch Tanzproben der Acholi bewundern, hier das Video.

Bei YouTube ansehen ↗

Fazit Norden: um einiges ärmer als der Süden, unheimlich freundliche Menschen, fantastische Landschaften und faszinierende Volksstämme. Kaum Touristen. Eine Reise hierher verspricht Abenteuercharakter. So das war's für den Norden.
Reisebericht Uganda http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/209556-reisbericht-uganda-und-taeglich-gruesst-ein-gewitter.html
3'700 Beiträge · seit 200923. Sept. 2012 · #2
Lieber Axel,

vielen Dank erst einmal, dass Du Dich so mit Deinem Bericht beeilt hast!
So stand ich nun am Flughafen und ich muss sagen, na ja die Vorfreude die noch vor Wochen da war und mein Mut, dieses Ding durchzuziehen, waren völlig im Eimer. Heute kann ich sagen, es war ein irrer Trip, eine sau geile Sache. Ich wurde nie alleine gelassen, ich saß abends am Lagerfeuer und wir haben wirklich über Gott und die Welt gequatscht - natürlich bei diversen Uganda-Sherry... es war eine sehr intensive Zeit, Begegnungen mit Menschen, Natur und Tieren, die mir keiner mehr nehmen kann. Jeder, der mal überlegt aus Mangel an Anhang alleine eine Reise zu unternehmen, kann ich nur ermutigen: MACHT ES !
Mit Sicherheit knüpft man mehr Kontakte, wenn man allein unterwegs ist!

Mensch ist das grün um Kidepo! In Birgitts Bericht (Wüstenschiff-Birgitt) sah das viel gelber aus...

Und Deine Löwenbilder sind ja echt der Hammer! Wer hat die dort für Dich festgeklebt? Pattex-Picco ist doch noch gar nicht in Uganda!

Einfach nur atemberaubend schön diese Reise-Mischung aus Fauna, Flora und Kultur.

Vielen Dank für die grandiosen Einsichten. 😘
Wir freuen und schon wie die Kinder auf nächste Woche!

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
8'054 Beiträge · seit 200823. Sept. 2012 · #3
Hallo Axel,

Dein Reisebericht ist echt Willkommen!B)

Ich freue mich umso mehr dieses Land kennen zu lernen.:)

Der Kidepo NP steht am Anfang unseres Programms. Da wir Mitte Juli 2013 anreisen, kann ich mich schon über die Fahrerei gefasst machen....😗
Die Schaufel werde ich mir auch gleich in Gulu organisieren....😜

Bin schon auf die Fortsetzung gespannt. Die Bilder geben wirklich Lust Uganda zu bereisen.😁

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
8'684 Beiträge · seit 201023. Sept. 2012 · #5
Butterblume schrieb:

Und Deine Löwenbilder sind ja echt der Hammer! Wer hat die dort für Dich festgeklebt?
Marina
Ich hab mich spontan gefragt: wer hat ihnen vorher die Haare gelegt???


Auch von mir ein dickes Dankeschön - dein Bericht liest sich wunderbar! (auch wenn frau sich daneben wie ein Warmduscher vorkommt...😗 )

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 23. Sept. 2012
1'271 Beiträge · seit 200723. Sept. 2012 · #6
Hallo Axel,

vielen Dank für den schnellen Anfang. Das erhöht die Vorfreude auf jeden Fall. Auch wenn wir den Kidepo nicht besuchen werden. Aber das läßt ja Raum für eine zweite Reise 😗 bevor man die erste überhaupt gemacht hat.

Freue mich auf Deine Fortsetzung. Und Deine Bilder sind echt schön 😉

Liebe Grüße,

Nicole
Reisebericht Tansania 2010 Reisebericht Südafrika 2011 Reisebericht Uganda 2012 Reisebericht Kenia 2013
2'779 Beiträge · seit 200723. Sept. 2012 · #8
hallo Axel, danke abermals für deine Reiseeindrücke, ich lese auch diesmal gespannt mit und hoffe auf baldige Fortsetzung.

Obwohl du diesmal in "unsichere" Gegenden vorgedrungen bist, spürt man aus deinem Bericht, was auch ich empfunden habe, man muss keine Angst haben in Uganda, die Leute sind so was von fröhlich, aufgeschlossen und freundlich. Und vorallem du hattest ja eine regelrechte Entourage um dich herum. Es macht Spass zu lesen wie gut ihr euch alle verstanden habt!
Zu den Löwenfotos gratuliere ich dir, mir gefiel auch die Giraffe mit der Blume im Maul!
Freue mich schon auf die Ruwenzori Wanderung!
viele Grüsse
leona
Gruss Leona
1'920 Beiträge · seit 200823. Sept. 2012 · #9
ANNICK schrieb:Hallo Axel,

Ich freue mich umso mehr dieses Land kennen zu lernen.:)

Der Kidepo NP steht am Anfang unseres Programms. Da wir Mitte Juli 2013 anreisen, kann ich mich schon über die Fahrerei gefasst machen....😗
Die Schaufel werde ich mir auch gleich in Gulu organisieren....😜



Es grüsst
Annick
Hallo Annick

mit der Schaufel kannst du dann auch gleich ne Bushtoilette ausheben,
falls du in der Regenzeit mal stecken bleibst und es länger dauert..😃

LG Bloke
8'054 Beiträge · seit 200824. Sept. 2012 · #10
Hallo Bloke,

Hi hi, zum Glück biste daaa!B)

Auf die Idee wäre ich bestimmt nicht gekommen........:P

Schönen Tag wünscht
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2012
Themenstarter200 Beiträge · seit 201124. Sept. 2012 · #11
Teil 2 - Mondberge

Als ich letztes Jahr einen Bildband von Uganda geschenkt bekam und ich die Bilder der Ruwenzori-Berge gesehen hatte, war klar: das ist auch so eine Sache die ich einmal in meinem Leben gesehen haben muss. So habe ich bei der letzten Reise in Uganda lediglich die Ausläufers dieses mystischen Gebirges gesehen, nur bei ganz klaren Tagen kann man auch einige größere Berge sehen. Und leider wurden ja die Ausläufer des Gebirges komplett entwaldet. Viele Informationen und Berichte über Wanderungen in diesem Gebirge gibt es leider nicht. So war mir ehrlich gesagt auch ziemlich mulmig, ob ich den Anforderungen gewachsen war. Wie schon beschrieben bin ich nun wirklich nicht der fitteste Mensch auf Erden, so ein paar Laster haben ja die meisten ... und ich gehöre da leider dazu. Trotzdem sollte man sich bei dem Vorhaben, eine mehrtägige Trekking Tour in den Ruwenzoris zu machen, wirklich einige Monate vorher darauf vorbereiten, um die Kondition zu stärken und das habe ich auch nach meinem Ermessen ganz gut gemacht. Ansonsten muss ich sagen, dass ich keinerlei hochalpiner Erfahrungen habe und meiner Meinung nach braucht man das auch nicht für den sog. Central-Circuit Trail, der ca. 6 Tage in Anspruch nimmt. Wer allerdings die Margarita Spitze (5109 m) erklimmen möchte, sollte hier entsprechende Klettererfahrung mitbringen und mit Eis, Schnee und Gletscherspalten keine Probleme haben. Dies kam für mich nicht in Frage.
Ruwenzori heisst so viel wie Regenmacher, hier regnet es durchschnittlich an 320 Tagen im Jahr. Daher ist es ratsam, sich auf ungemütliche Bedingungen gefasst zu machen. Es ist wegen der Höhe ziemlich nasskalt, es regnet gerne auch mal richtig heftig. Die "Wege" bestehen meist aus schlüpfrigen Baumwurzeln und kaputten kleineren Holzleitern, später ist nur noch Grasbüschelhüpfen angesagt, um nicht im Sumpf zu versinken. Ansonsten langt eine gute körperliche Verfassung, Schwindelfreiheit und man sollte sich auch mal quälen können ... . Dafür wird man mit einer der faszinierendsten und unberührtesten Landschaften der Erde belohnt.

Ausrüstungstips:
http://www.experto.de/b2c/reisen/aktivreisen/ruwenzori-trekking-8-die-ausruestung.html
Diese Gummistiefel kann ich empfehlen:
http://www.amazon.de/Aigle-PARCOURS-VARIO-85045-Unisex/dp/B001BPEHA2/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1348404182&sr=8-2
Diesen Schlafsack kann ich empfehlen:
http://www.amazon.de/Exped-Waterbloc-800-L-right/dp/B008BQOJSE

In Kasese meldeten wir uns beim RMS-Office für den Central-Circuit Trail an. Hier wird bestimmt, wie lange man auf Tour sein wird, ob man die Margarita-Spitze auch besteigen will (kostet Aufpreis) und wieviele Träger man haben möchte.

Kosten:
750 USD für 7 Tage wandern
70 USD pro Träger (wir hatten 4)
60 USD Gaskocher
120 USD Essen
70 USD Koch

Das Essen kann man auch in Kasese selber besorgen, sollte einem der Preis zu teuer sein. Ansonsten wird einem im Büro ein Zettel überreicht, auf dem diverse Speisen und Zutaten stehen und hier kann man ankreuzen, falls man etwas überhaupt nicht mag.

Am Abend kauften wir in Kasese noch ein paar China-Taschen, in die wir das Gepäck, dass wir selber nicht getragen haben, verstauen konnten. Oder man reist eben mit zwei Rucksäcken an, das geht natürlich auch.

1. Wandertag zur Nyabitaba-Hütte

Die letzte Fahrt mit unserem Timos führte uns am frühen Morgen von Kasese nach Nyakalengiya, einem schönen Dorf am Fuße der Ruwenzoris. Wer schneebedeckte Berggipfel an klaren Tagen sehen möchte, der kann ja mal eine Nacht in Nyakalengija verbringen, bei unserer Fahrt in das Dorf konnten wir sie sehen. Am Camp des Ruwenzori Mountaineering Service wird man nochmal genau auf die bevorstehende Tour eingestimmt, wie lange ungefähr die Wegstrecken sein werden, welche Schwierigkeiten auf uns warten ... ich wurde immer aufgeregter und ich wollte einfach nur noch losgehen. Nach gefühlten Ewigkeiten bis endlich die Träger eingeteilt waren und unser restliches Gepäck irgendwo sicher verschlossen wurde, stellte sich unser Guide Dezi vor. Auch ungefähr in meinem Alter und wieder ein ganz netter Kerl.



Endlich konnten wir loslaufen. Der Weg führt erst ganz gemächlich durch das Dorf bis zum Eingang des Nationalparks. Dann windet sich der Weg, stetig ansteigend durch einen schönen Regenwald. Das Rauschen des Mubuku-River ist stetiger Begleiter. Der Weg bis zur 1. Hütte ist wirklich so gut wie fast jeder normale Wanderweg in den Alpen, kleinere Flußüberquerungen auf Hängebrücken wechseln mit kleineren Metallleitern ab, aber wirklich nichts dramatisches. Für die Wanderung und den 1000 Metern Anstieg sind 4-6 Stunden angesetzt, nach knapp 4 h waren wir an der Hütte und wir haben einige Fotos gemacht und zwei Pausen, also hier habe ich mich wirklich von manch einem Erfahrungsbericht im Vorfeld verrückt machen lassen, ich dachte immer die Zeitangabe würde der reinen Gehzeit entsprechen.











Die Nyabitaba Hütte liegt schön im Wald und bietet einen tollen Blick auf die ersten höheren Berge. Die Hütte hatte mehrere Schlafräume, alle so mit 6 Schlafplätzen (Etagenbetten). Alles sehr sauber, kein Müll. Eine Isomatte braucht man nicht, der Schlafsack tuts. Die Toiletten sind alle OK, Plumsklo. Nach ein paar Tassen Tee, Kaffee und Wärmen in der Nachmittagssonne trudelten irgendwann die Träger ein und brachten das restliche Gepäck.






Unser Koch bereitete uns ein tolles Abendessen zu, riesige Portionen Reis mit Hühnchen und vorher noch Suppe.



Keine weiteren Wanderer waren on Tour, so schlief ich mit Evarist alleine in der Hütte, die Träger und der Guide schlafen in einer Behausung neben der Hütte. Die erste Nacht in der Hütte war ätzend, ich konnte lange Zeit nicht schlafen.
Reisebericht Uganda http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/209556-reisbericht-uganda-und-taeglich-gruesst-ein-gewitter.html
3'700 Beiträge · seit 200924. Sept. 2012 · #12
Lieber Axel,

danke für die herrlich grünen Chamäleons! Sieht man die auch noch woanders, oder muss ich dafür in die Mondberge? Oder hast Du vielleicht gar eins im Handgepäck...

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
1'667 Beiträge · seit 200924. Sept. 2012 · #15
Hallo, Marina

Die siehste auch im Flachland,...und auch in grün....

LG
Birgitt


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Themenstarter200 Beiträge · seit 201124. Sept. 2012 · #16
2. Wanderung Njabitaba Hütte - John Matte Hütte (3420 m)

Die Nacht war beschissen, ich habe wenig geschlafen. Nachts wurde es auch sau kalt. Zum Glück war das Wetter wieder gut, die Sonne schien.
Ausblick von der Njabitaba-Hütte:


Zum Frühstück gabs Toastbrot mit Omlette und gebratenen Würstchen. Richtig ordentlich. Und einen riesen Pott Haferbrei, zumindest hat's so geschmeckt. Die Wanderung heute sollte eigentlich die längste werden, 6-8 h Gehzeit waren angesetzt. Bei der zweiten Wanderung kann man getrost seine Bergschuhe den Trägern übergeben, heute kamen zum ersten Mal die Gummistiefel zum Einsatz.
Der Weg geht zuerst relativ steil nach unten und man überquert die Kurt-Schäffer-Brücke. Anschließend steigt man sehr steil auf, viele Felsblöcke müssen überwunden werden und man muss sich manchmal schon ganz schön hochziehen. Anschließend folgt die Bambuszone, dann wird der Wald ganz licht und der Weg ist mal richtig angenehm. Je weiter man aufsteigt, desto schöner wird die Vegetation. Lange Moosflechten hängen an den Ästen der Bäume, Farne und Palmgewächse. Schließlich folgt ein dichter und meterhoher Heidewald, der zur schönen John-Matte Hütte führt. Zum Ende des Weges muss man ständig auf furchtbar rutschigen Baumwurzeln und Art Holztreppchen balancieren. Hier sind hohe Gummistiefel angebracht, ein Tritt daneben und man versinkt im Morast und dann schmatzt es so richtig schön beim Rausziehen des Stiefels ...
Die Wanderung dauerte mit Mittagspause 6 h. Bei klarem Wetter kann man von der John Matte Hütte zum ersten Mal die Margarita Spitze sehen.























Reisebericht Uganda http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/209556-reisbericht-uganda-und-taeglich-gruesst-ein-gewitter.html
zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2012
3'700 Beiträge · seit 200925. Sept. 2012 · #17
@Birgitt,
Die siehste auch im Flachland,...und auch in grün....
Das finde ich sehr schön, denn für die feuchten Bergwälder haben wir leider keine Zeit...

@Axel,

Du hast es wieder hingekriegt! Danke für das schöne Bild vom Bachlauf!

Mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter200 Beiträge · seit 201125. Sept. 2012 · #18
3. Wanderung: John-Matte-Hütte zur Bujuku-Hütte, 3930 m


Eine wunderschöne aber anstrengende Tour stand heute auf dem Programm: Nachdem wiedermal am frühen Morgen eine halbe Stunde Balancieren auf glatten Baumwurzeln angesagt war, musste der
Lower Bigo Bog, ein Sumpfgebiet, überquert werden. Damit die langsam wachsenden Pflanzen nicht kaputtgetreten werden, wurde eine Art Holzsteg gebaut, der einem ordentlich Zeit und Kraft spart. Spätestens hier wachsen die ersten Riesensenezien.













Nachdem man stetig über Baumwurzeln und steilen Felsen ansteigt, überquert man den Upper Bigo Bog, wieder ein Sumpfgebiet. Hier liegen zwar Holzpaletten aus, damit man nicht im Sumpf versinkt aber manchmal tritt man auch daneben. Es ist ziemlich anstrengend sich die ganze Zeit auf jeden Schritt zu konzentrieren. Außerdem ist die Luft erheblich dünner, man kommt schon ordentlich ins Schnaufen. Aber die Mühen werden belohnt mit einer fantastischen Landschaft aus Riesenlobelien, Senezien und Moosen mal hellgrün, knallgelb oder verschiedene Brauntöne. Die Berge waren verhangen, ein weiterer Blick auf die Margarita Spitze war nicht möglich. Aber gerade der Nebel macht diesen Ort so mystisch.



















Einige kleinere Flussläufe werden überquert und schließlich gelangt man nach einem steilen Anstieg nach knapp 5 h zum Bujuku-Lake. Ich war völlig geplättet von diesem See, so ruhig das Wasser, wie ein dunkler Spiegel. Dazu die Gräser und die sich spiegelnden Riesensenezien.







Die letzte halbe Stunde zur Hütte heißt es nochmal Grasbüchelhüpfen und dann kommt man an die schöne Bujuku-Hütte. Innen ziemlich ungemütlich, aber was will man auch auf fast 4000 m Höhe erwarten. Heute gabs Spaghetti Bolognese, da habe ich mir gleich mal 3 Teller gegönnt.







Nach einem reinigenden Gewitter und Regenschutt zeigten sich dann eigentlich erst die umliegenden Berggipfel, hier ein Blick zum Mount Baker, 4844m am nächsten Morgen.



Die Nacht war wieder beschissen. Irgendwie halten mich diese Berge vom Schlafen ab, oder es war die Höhe. Oder die Betten ?



Der Ruhepuls war aber ganz ruhig und mit Kopfschmerzen hatte ich auch nicht zu kämpfen. Würde ich heute nochmal die Tour machen, würde ich spätestens an dieser Hütte einen Akklimatisationstag einlegen.
Reisebericht Uganda http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/209556-reisbericht-uganda-und-taeglich-gruesst-ein-gewitter.html
zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2012
1'667 Beiträge · seit 200925. Sept. 2012 · #19
Axel,.....Deine Bilder sind mal wieder der Hammer.....

Liebe Grüsse

Birgitt
Der Erde eine Stimme geben REISEBERICHT 4 1/2 WOCHEN BOTS UND NAM REISEFOTOS UND KURZER BERICHT: UGANDA IM LAND DER KOCHBANANEN REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2012 REISEBERICHT : ZIMBABWE - NOVEMBER 2013 2014 Griechenland 2015 Austria und Griechenland 2016 Costa Rica und Panama 2017 Bretagne und Griechenland
6'369 Beiträge · seit 201125. Sept. 2012 · #20
Hoi Axel
uganda80 schrieb:Irgendwie halten mich diese Berge vom Schlafen ab, oder es war die Höhe. Oder die Betten ?
Wohl beides!
Am Everest BC im April 2012 hatten wir auch je mehr Probleme mit dem Schlafen, je höher wir kamen.
Um besser schlafen zu können hat uns unsere Ärztin empfohlen mit dem Gepäck die Luftmatratze so zu unterbauen dass man in halb sitzender Lage 'liegt'...
Und es wirkt!!!
Aber das war bei uns erst ab etwa 4800müM notwendig...geschlafen hab ich dort oben trotzdem kaum je eine Stunde am Stück...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2012