Reisebericht Uganda - Schnee am Äquator

31 Antworten · 15,5k Aufrufe · gestartet 23. Sept. 2012 von uganda80
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3'700 Beiträge · seit 200926. Sept. 2012 ·
Lieber Axel,

danke für die wunderschönen Fotos. Das hätte ich zu gerne am Mt. Kenya auch gesehen.

Bis demnächst mit herzlichen Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
5'480 Beiträge · seit 200926. Sept. 2012 ·
Klasse Wanderung durch die Berge. Hast Du auch ein paar Fotos von den Hütten?
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
120 Beiträge · seit 200626. Sept. 2012 ·
Lieber Axel

Wie erwartet 😉, einmal mehr ein ganz toller Reisebericht! Wunderschön geschrieben und mit eindrücklichen Bildern untermalt. Dein Mut, das Abenteuer alleine anzugehen, hat sich also gelohnt... ich gratuliere Dir dazu herzlich!
Speziell gefallen haben mir die Aufnahmen der verzauberten und mystischen Wälder mit den bemoosten Bäumen und Flechten! Einfach grandios!
Vielen Dank, dass Du uns auf eine wunderbare Art an Deiner Reise teilhaben lässt!
Ich freue mich auf die Weiter(mit)reise!

Lieber Gruss
Magdalena
1'250 Beiträge · seit 200926. Sept. 2012 ·
Auch von mir ein ganz dickes Dankeschön für die ersten Teile Deines
Reiseberichtes.
Ich freue mich schon auf die Fortsezung.

Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
Themenstarter200 Beiträge · seit 201126. Sept. 2012 ·
Hallo Leute,

schön, dass Euch der Bericht so gut gefällt !

4. Wanderung: Bujuku-Hütte zur Elena-Hütte, 4563 m









Heute begann die letzte nach Plan laufende Wanderung im Ruwenzori-Gebirge. Aufgewacht bei herrlichem Wetter. Gestärkt nach einem guten Frühstück hieß es wieder einmal Grasbüschelhüpfen um anschließend sehr steil durch einen wahren Senetienwald aufzusteigen. Für das steilste Stück wurde eine Metallleiter installiert.









Eine ausgiebige Rast war nach der Kraxelei mit Blick auf den glitzernden Bujuku-Lake und den Mount Speke angesagt. Scheint hier mal die Sonne, ist es richtig warm, zieht im nächsten Moment der typische Nebel durch, ist es eiskalt. Hier hilft nur Methode Zwiebelschale.















Der eigentliche Weg des Central-Circuit-Trails geht nun über den Scott-Elliot-Pass, wir bogen aber rechts zum Auftsieg zur Elena-Hütte ab, um am nächsten Morgen noch ca. 1 1/2 h zu den Gletscherausläufern des Stanley-Plateaus zu laufen. So war der Plan. Und zur Kitandara Hütte sind es von der Elena-Hütte nur noch 3 h.

Auch den Wanderern, die nicht die Margarita Spitze erklimmen möchte, kann ich den Aufstieg zur Elena nur empfehlen, lichtet sich dort oben mal der Nebel - die Landschaft ist toll. Scharfe, glatte Felsen und kein Pflanzenwuchs mehr, in wenigen Metern ändert sich die Landschaft komplett.









Die Elena-Hütte selbst ist sehr klein, ich glaube ca. 10 Matratzen lagen auf dem Boden. Es war ziemlich zugig aber ok. Beim nächtlichen Strullern kann man sich den Weg zum Toilettenhäuschen lieber sparen, oder man liegt irgendwo mit gebrochenem Fuß rum.

Nochmal zu den Hütten:

Alle besuchten Hütten waren echt überraschend ok, die einzige schlechte Hütte ist die Kitandara-Hütte (leider nicht mehr besucht), diese soll demnächst renoviert werden, hier gibts Mäuse od. Ratten - oder beides 😣 ?
Reisebericht Uganda http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/209556-reisbericht-uganda-und-taeglich-gruesst-ein-gewitter.html
8'057 Beiträge · seit 200826. Sept. 2012 ·
Hallo Axel,

Super deine Bilder! Die Landschaften sehen echt sehr einladend aus.B)

Ich wollte zuerst auch einen Trekking auf die Ruwenzori Mountains planen. Haben uns aber für eine 4 Tagestour zum Mount Elgon entschieden.

Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
8'057 Beiträge · seit 200827. Sept. 2012 ·
Hallo Axel,

Wir werden den Sipi Trail machen!B)

Keine Hütten......Die Sherpas tragen unsere ganze Campingsausrüstung.:)

Es wird bestimmt keine Kloschüsselbilder geben......😖

Liebe Grüsse
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter200 Beiträge · seit 201103. Okt. 2012 ·
Notabstieg

Am Abend ging alles sehr schnell. Evarist bekam rasende Kopfschmerzen, auch Tabletten halfen nichts. Sein Zustand verschlechterte sich zunehmend, wir machten die Nacht kein Auge zu. Er hatte schlimmes Herzrasen, Übelkeit mit Erbrechen und letztendlich Wasser in der Lunge. Ausgerechnet ihn traf die gefürchtete Höhenkrankheit, die auch regelmäßig Träger heimsucht. Ich bekam Panik, wie sollten wir hier wieder heil herunterkommen ? Draußen regnete es Eiskristalle, die Felsen waren sau glatt. Ich kachselte zur Trägerhütte und rief um Hilfe. Schnell kam Dezi und der Koch und besuchten Evarist in der Hütte. An einen sofortigen Abstieg war nicht zu denken, es war stockfinster und bei dem Wetter viel zu gefährlich. So saßen wir in der Hütte alle zusammen, der Gashocher wurde angemacht um ihm etwas Wärme zu spenden. Als es dämmerte, packten wir die Sachen zusammen und versuchten loszugehen. Dezi sendete mit seinem Satellitentelfon einen Notruf ab, wohin genau weiß ich nicht. Wir stiegen 5 Meter ab, dann brauchte Evarist eine Pause. Das ständige Röcheln machte mir Angst. Da gehen einem Tausend Gedanken im Kopf umher. Wir mussten runter und zwar schnell. Aber schnell geht hier gar nichts. Dann gings mal wieder ein paar Meter, wieder eine Pause. Zwei Minuten können eine Ewigkeit dauernd. Nach einer Stunde hatten wir 50 Höhenmeter gepackt. Der Koch packte Evarist auf seinen Rücken und lief mit ihm den steilen Berghang runter. Ich ziehe meinen Hut vor ihm. Als wir nach mehreren Stunden den Bujuku-See erreicht hatten, kamen uns 5 Mann entgegen. Der Notruf hatte was gebacht. Keine Trage, nichts dabei. Aber sie packten ihn einer nach dem anderen Huckepack und transportierten ihn zur John-Matte-Hütte. Ich heulte vor Glück, diese Anspannung war Nerventerror. Jetzt zeigte das Ruwenzori so richtig sein hässliches Gesicht, es regnete in Strömen, ich war müde und fertig, schwindlig weil ich keine Minute geschlafen hatte. An der John-Matte Hütte sah ich meinen armen Kumpel nochmal, zusammengefercht an einem Lagerfeuer. Er hatte große Schmerzen, er musste ins Tal. Bestimmt 30 Leute waren aus dem Tal herangeeilt und mussten ihn noch durch die Nacht ins Tal ins Krankenhaus nach Kasese bringen. Das er diese Sache überlebt hat, ich bin so dankbar.
Für mich war an diesem Tag an der John-Matte Hütte Schluss, ich blieb mit Dezi dort. Zum Glück war ein nettes deutsches Pärchen auch auf der Hütte und so konnten wir ein bisschen reden. Am nächsten Morgen setzten wir unseren Abstieg fort, 6 h bis nach Nyakalengija.







Rückblickend kann ich sagen, wer auch immer diese Tour macht, legt einen weiteren Tag zur Akklimatisierung ein, diese Krankheit ist so heimtückisch und kommt so schnell - diese Geschichte hätte mit dem Tod ausgehen können. Und Hilfe ist hier kaum vorhanden oder kommt viele Stunden zu spät. Dezi erzählte mir von einem Mann diesen Jahres auf der Kitandara Hütte. Er hatte so schlimme Durchfälle, als die Hilfe am nächsten Tag kam, war es zu spät. Ich habe einen riesen Respekt vor diesem Gebirge, wunderschön aber gefährlich. Nehmt Euch Zeit und hört genau auf Euren Körper. Da ist meine Hypochondrie, die mir sonst so oft das Leben schwer macht, eine richtig gute Sache. Und beim nächsten Mal könnte es mich treffen.

Am Nachmittag kamen wir im Ruboni Community Camp an, ich konnte mit Evarist telefonieren, er war über den Berg und wollte schon morgen wieder da sein, obwohl ich ihm sagte ruh dich bloß aus, ich kann auch heimfliegen. Aber er sagte es wäre alles wieder gut. So nutzte ich die Zeit und lüftete mal die nassen Klamotten und packte fleißig um. Als Nachbarin war eine junge Israelin da, mit der ich schön schwätzen konnte.

Am nächsten Morgen machte ich einen interessanten Rundgang durch Nyakalengija. Hier kann man ein bisschen in das Leben der Bakonjo schnuppern, die an den Berghängen der Ruwenzoriberge leben. Die Menschen hier sind meistens in der Landwirtschaft tätig, Kaffeeanbau rentiert sich hier an den fruchtbaren Hängen. Die Bakonjo, die körperlich so fit sind, Touristen in die Berge zu führen, nehmen gerne den Job als Träger an. Hier gilt immer die gleiche Hierarchie. An unterster Stelle ist der Träger, dann kommt der Koch, dann der Guide. Nach dieser Hierarchie sind auch die Trinkgelder zu verteilen. Jeder Guide war auch Koch und Träger, man muss also alle Stufen mal durchlaufen sein.
So können sie sich in den zwei Hauptreisezeiten Dezember-März und Juni-August ein gutes Zubrot verdienen. Der Rest des Jahres wird der Landwirtschaft gewidmet. Probleme mit HIV und AIDS sind hier groß, besonders viele Soldaten sind erkrankt.

Interessant ist auch ein Besuch der Blacksmith in Nyakalengiya. Hier werden mit einfachsten Mitteln Werkzeuge aller Art, Messer usw. geschmiedet. Seitdem im Ruwenzori Nationalpark nicht mehr gejagt werden darf, haben es die Blacksmith schwieriger, ihre Jagdwerkzeuge loszuwerden. So werden auch mal ein paar Messer für die wenigen Touristen geschmiedet, in der Hoffnung sie finden Absatz.

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Auch dieser Witch-Doctor hat weniger zu tun, seitdem das Christentum mehr und mehr Anhänger findet und die traditionellen ostafrikanischen Naturreligionen verdrängt werden. Ehrlich - ich hätte auch nicht gerade Vertrauen in ihm...

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Zumindest konnte ich heute den Nachmittag wunderbar nutzen, um ein paar schöne Mitbringsel zu erstehen. Und um 18.00 Uhr war es so weit, Evarist stand wieder da, sah viel besser aus aber er war noch ganz schön schwach. Aber Schmerz kennen die nicht, mit Dezi und dem Koch wurde gleich mal der Sherry rausgeholt und wir haben auf das Leben und auf Evarists Rückkehr geprostet.
Reisebericht Uganda http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/209556-reisbericht-uganda-und-taeglich-gruesst-ein-gewitter.html
zuletzt bearbeitet 03. Okt. 2012
8'057 Beiträge · seit 200803. Okt. 2012 ·
Hallo Axel,

Ich wollte schon fragen wenn es weitergeht.....B)

Wie Du sagst, die Höhenkrankheit kann Jeden erwischen. Ich habe mir immer genügend Zeit zur Akklimatisierung genommen.:)

Wieso kein Vertrauen zum Doktor? Du musst einfach fest daran glauben....😜

Ich freue mich auf die Fortsetzung.

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter200 Beiträge · seit 201103. Okt. 2012 ·
Hi Annick,

sorry für die lange Wartezeit, aber ich war auf der Wies'n...
Keine Ahnung warum das mit den Videos nicht klappt. Der fügt da irgendwelche Videos noch dazu die ich gar nicht kenne. So ein Mist. Vielleicht hast Du ne Erklärung ?
Reisebericht Uganda http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/209556-reisbericht-uganda-und-taeglich-gruesst-ein-gewitter.html
Themenstarter200 Beiträge · seit 201104. Okt. 2012 ·
Queen Elizabeth Nationalpark

Nach dem ganzen Abenteuer waren jetzt noch ein paar entspannte Tage im QENP angesagt.
Leider war das Wetter im nördlichen Sektor nicht mehr so schön und so blieb das Ruwenzori als Hintergrund komplett verborgen.

























Umso mehr Glück hatten wir diesmal im Ishasha-Sektor, herrlicher Sonnenschein und auch ein Baumlöwe zeigte sich, wenn auch die Wahrscheinlichkeit für dieses Schauspiel in letzter Zeit anscheinend drastisch gesunken ist. Wo die ganzen Löwen abgeblieben sind, weiß keiner genau.





Dafür waren aber riesige Herden Elefanten im Ishasha zu sehen, die alle über die Kongo Grenze kamen. Hier wird geschossen, und das war den Elefanten wohl zu viel.



Den Ishasha hatte ich ja letztes Jahr nur kurz gestreift, wegen eines Umweges und anschließendem Regen konnten wir damals eine Safari vergessen. Aber ich muss sagen - TOP viele Tiere, Vögel und sehr viel Ruhe. Anbei noch ein paar Fotos.



































Reisebericht Uganda http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/209556-reisbericht-uganda-und-taeglich-gruesst-ein-gewitter.html
zuletzt bearbeitet 04. Okt. 2012