GIGieraffeThemenstarter8 Beiträge · seit 201130. Aug. 2012 · #1
Hallo! am letzten Urlaubstag (gestern Vormittag) hat mich eine Dasselfliege bei der Rezeption der Waterberg Wilderness Lodge ins Handgelenk gestochen. Ich habe den Stich sofort desinfiziert und ausgesaugt. Die Stichstelle hat sich zunächst unauffällig verhalten, doch seit heute Abend juckt es und ist etwas geschwollen. Mehrere kleine Einstichstellen sind zu erkennen, die wie gewöhnliche Mückenstiche aussehen.. Habe natürlich die Befürchtung, dass sich Maden darin entwickeln. Hat jemand Erfahrungen damit/ähnliches erlebt und kann mir raten was ich tun kann? Über eine rasche Antwort freue ich mich sehr.
Das Vieh hat dich gestochen und mit seinem Stachel Maden gelegt? Das kann gar nicht sein. Die Eier kommen nämlich hinten raus, so wie bei einem Huhn. Vorne frisst es und hinten legt es Eier. Es gibt zwar schon Insekten, deren Maden dann unter der Haut heranwachsen, aber das läuft ganz anders ab und die Maden werden nicht durch einen Stachel unter die Haut gelegt. Ich nehme mal an, dass du von einer Bremse gebissen wurdest. Das juckt zwar unangenehm, aber sonst passiert sicher nichts. Nur nicht immer an der Wunde rumfummeln, sonst entzündet sie sich.
Diese Tierchen legen ihre Eier auf Wäschestücke, und gelangen so zum Menschen, wo sie sich dann unter die Haut bohren und immer grösser und grösser und dicker und dicker werden 🤢 .
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200631. Aug. 2012 · #4
Gieraffe schrieb:Habe natürlich die Befürchtung, dass sich Maden darin entwickeln. Hat jemand Erfahrungen damit/ähnliches erlebt und kann mir raten was ich tun kann?
Hallo, ich glaube nach Deiner Beschreibung nicht, dass Du da Probleme mit Maden bekommst. Selbst erlebt habe ich sowas mal in Surinam. Ich war nicht selbst betroffen, aber dabei, als man einige Maden entfernt hat. Andere waren noch nicht groß genug, um sie mit den einfachen Mitteln mitten im Regenwald rauszuholen. War sehr spannend, da zuzuschauen. Für den Betroffenen war es aber nicht sehr angenehm. Die Maden waren etwa einen Zentimeter groß.
Ich habe hier noch zwei interessante Filmchen von ähnlichem Getier, dass man sich so einfangen kann. Mit Deiner momentanen Angst, Dir was eingefangen haben zu können, solltest Du Dir die Filmchen vielleicht lieber nicht ansehen. Wer ein bißchen "empfindlich" ist, schaut auch lieber nicht hin. Für die anderen ist es als Info vielleicht nicht schlecht.
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200631. Aug. 2012 · #5
Hallo Wolfgang,
Du bist ja wirklich brutal 😄 Wenn Ich jetzt Gieraffe wäre, würde ich ja absolute Panik bekommen.
Aber Erika hat schon Recht: durch einen Stich wird man kaum irgendwelche Maden in die Haut bekommen, denn welches Insekt sticht schon mit dem Eileiter?🤔
Also wird es wahrscheinlich heftig und lang jucken, sich evtl. entzünden, was ja auch schon unangenehm genug ist, aber eben nicht gefährlich.
Gruss Beate
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200631. Aug. 2012 · #6
beate schrieb:Du bist ja wirklich brutal 😄 Wenn Ich jetzt Gieraffe wäre, würde ich ja absolute Panik bekommen.
... war nicht für Panik gedacht, sondern zur Information. Für die Leute in den Videos wars offenbar auch nicht schmerzhaft (Betäubung vorher?). Wenn man in solche Länder fährt, kann man mit etwas Pech auch so 'ne Sch***e importieren. Das Risiko gehe ich aufgrund meiner Reiseart vermutlich in größerem Maße ein und ich will das auch lieber vorher wissen. Die Geschichte in Surinam sah weit weniger eklig aus, aber war für den Betroffenen deutlich schmerzhafter, auch in den Nächten vor Entfernen der Maden.
Gruß Wolfgang
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Die Videos sind ja putzig 🙂 Aber halt nur grosse Pickel. Vor was Gieraffe Angst hat ist Myiasis ....googelt einfach mal nach Bildern 😉
Haben auf Sao Tomé ne Frau aus Holland getroffen die zwei Maden unter der Haut hatte ... die holt man sich aber nicht durch Stiche, sondern die Larven entern (Bett)Wäsche die auf der Erde (Strand, Steine) getrocknet wurde und bohren sich dann in die Haut.
Von einem normalen Stich bekommt man sowas nicht 😉
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200631. Aug. 2012 · #8
janet schrieb:Die Videos sind ja putzig 🙂 Aber halt nur grosse Pickel. Vor was Gieraffe Angst hat ist Myiasis ....googelt einfach mal nach Bildern 😉
... mir schon klar. Habe ja in Surinam die Sache mit den Maden sehen dürfen - ohne klinische/ärztliche Bedingungen entfernt ... Ich wollte nur zeigen, was man noch so für 'n Zeuch einfangen kann. Auch sehr spannend ist Medinawurm/Guineawurm. Da verlinke ich jetzt aber keine Videos. 😉
Gruß Wolfgang
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Swakop19522'664 Beiträge · seit 201231. Aug. 2012 · #9
Erika hatte m.E. von Beginn an völlig Recht. Die Maden werden übertragen durch auf die Wäsche gelegte Eier, besonders wenn die Wäsche hinterher nicht richtig heiß gebügelt wurde. Besonders unangenehm ist dieses bei ungebügelter Unterwäsche, denn es dringen die Parasiten in die Haut ein und es bildet sich ein "Pickel", der größer wird, und wenn man den auf zieht, flutscht ein weißer Wurm heraus. Dieses hatten wir häufig in Tsumeb in der Regenzeit, wenn die Wäsche draußen zum Trocknen aufgehängt wurde.
Der andere "Stich" war wohl eine Bremse, die irgendwelche allergischen Reaktionen und Juckreize hervor gerufen hat. Kein Grund zur Panik, das geht vorbei.
GIGieraffeThemenstarter8 Beiträge · seit 201131. Aug. 2012 · #10
Kein Schreibfehler, sondern Absicht. Giraffe war schon vergeben und da kam mir dieser wie ich finde schöne Ersatzname in den Sinn.
GIGieraffeThemenstarter8 Beiträge · seit 201131. Aug. 2012 · #11
Hallo! Danke für die interessanten Beiträge und die tröstenden Worte! Noch gehts mir gut - auch nach den Zystenentfernungsvideos! Bin nicht empfindlich und habe schon ganz andere OPs miterlebt. Meine Ängste sind ja auch nur deshalb entstanden, weil die Frau an der Rezeption der WWL zuvor bei meinem Mann im Haar ein derartiges Tier entdeckt, sofort gekillt und es als sehr gefährlich beschrieben hat. Es würde bei Pferden und Kühen furchtbare Beulen in der Haut verursachen und auch Eier in Nase und Ohren ablegen. Kurz danach - wir waren schon im Auto - habe ich einen Stich am Handgelenk bemerkt.Übrigens habe ich insgesamt 5 Einstiche, aber nur einen habe ich gespürt. Habe das Tierchen (sah genauso aus wie zuvor bei meinem Mann) reflexartig weggeschlagen und versucht zu zerquetschen. War sehr robust kann ich nur sagen. Der Rest der Familie geriet ebenfalls in Hektik, als ich einen "Biologenblick" riskiert habe und mir das Insekt nochmals kurz entwischt ist. Nun warte ich eben ab was passiert. Eine Freundin hat mir schon angeboten das Pendel zu schwingen.
LG Gieraffe
picco6'369 Beiträge · seit 201101. Sept. 2012 · #12
Hoi Gieraffe
Gieraffe schrieb:Kein Schreibfehler, sondern Absicht.
😄 Na ja, bei mir knackt's zwar noch und das gieren hat noch nicht begonnen, aber der Name ist gut!B) Meinst Du nicht dass es eine ganz normale Tsetsefliege war? Im Wiki (klick mich)siehst Du auch eine Foto... Wenn ja...bist Du schon etwas schläfrig?😈 😗
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200601. Sept. 2012 · #13
Gieraffe schrieb:Es würde bei Pferden und Kühen furchtbare Beulen in der Haut verursachen und auch Eier in Nase und Ohren ablegen.
... diese Dasselfliegen, die Pferde und Kühe befallen, gibt es in Deutschland auch. Die müssen dazu aber nicht stechen. Sie werfen die Maden im Flug ab. Die Maden können sich in Menschen aber nicht entwickeln. In Afrika und Südamerika gibt es auch Arten, die speziell Menschen befallen. Da kleben die Maden aber wohl außen an der Bauchseite der Fliege und bei einer Landung auf der Haut siedeln die über. Da ist gar kein Stich nötig, glaube ich. Die Maden bohren sich dann in die Haut.
Ich war im Regenwald ein paar Tage in einem Camp, in dem jemand diese Viecher im Rücken hatte. Tagsüber war es unproblematisch, aber nachts wurde es schmerzhaft. Er wälzte sich dann stöhnend im Bett umher. Die Maden atmen durch ein Loch in der Haut. Hier dringt wohl schnell Schmutz ein und sorgt zusammen mit den Stoffwechselprodukten der Viecher für Entzündungen. Man hat dort Tabak auf die Atemlöcher gelegt und angefeuchtet. Das sorgte wohl dafür, dass die Viecher zum Atmen nach oben kommen mussten. Dann hat man die Beulen wie große Pickel ausgedrückt (das war vermutlich aufgrund der Entzündungen sehr schmerzhaft), bis die Made zum Vorschein kam. Sie wurde rausgezogen und die Öffnung dann mit Rum desinfiziert. Bei Beulen, die nicht groß genug waren, hat man die Prozedur nicht vorgenommen. Wahrscheinlich bekommt man die Viecher dann durch Drücken noch nicht raus. Der Betroffene wurde nach Rückkehr aus dem Regenwald später noch wegen der Entzündungen in einer Klinik behandelt.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Hallo Gieraffe, ich würde eher davon ausgehen, dass es sich um eine Bremse und nicht um eine Maden-ablegende Fliege gehandelt hat. Also normale Stichbehandlung mit Fenistil oder einem Cortisonhaltigen lokal aufzutragenden Mittel erstmal und beobachten. Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
La Leona2'779 Beiträge · seit 200703. Sept. 2012 · #15
hallo Gieraffe and all Soeben sind wir zurück aus Uganda. In Kisoro haben wir eine Schweizerin kennengelernt die 3 Monate ein Voluntariat in einer Lodge auf über 2000m Höhe an der Grenze zum Regenwald gerade beendet hatte. Zum Zeitpunkt als wir sie kennenlernten hatte sie seit 2 Tagen eine Sonde im Arm wo ihr der Arzt mehrmals täglich Antibiotika einspritzte.
Sie humpelte und erzählte dass sie etwa zwei Wochen vorher von irgend einem Insekt gestochen worden sei. Wahrscheinlich hat es gejuckt und sie hat gekratzt. Die Wunde war daraufhin exponiert (feucht und warm) Ein Moskito scheint mir eher unwahrscheinlich weil diese auf über 2000m Höhe wirklich nur sehr selten vorkommen, ebensowenig Tse Tse Fliegen. Sie hat danach weiterhin alle Arbeiten verrichtet wie normal, ebenfalls im Kompost. Trudi mag keine Socken, somit steht fest dass sie barfüssig, d.h. nur in Sandalen herumlief.
Als ich sie zum letzten Mal gesehen habe hatte sie einen violett schwarzen sehr geschwollenen Knöchel und die Hälfte des Beins unterhalb des Knies hatte dieselbe Farbe. Sie sagte sie fühle wie etwas im Bein kribble. Ich bin nicht medizinisch versiert und konnte nur staunen, das Bein sah aus als müsse es amputiert werden. In keinem Moment wurde sie von Fieber befallen, was ja normalerweise ein gutes Indiz bezüglich Infekt ist. Ich habe sie gebeten mir gelegentlich per email Bescheid zu geben ob der holländische Arzt in Kisoro ihr weiterhelfen konnte. Sie hat keine Reiseversicherung.
Weil Trudi an harte Arbeit gewöhnt scheint und sicherlich nicht wegen jedem Boboli heult hat sich ihre Situation derart ausgeartet. Ich hoffe innigst sie kommt ungeschoren davon, denn ihr Bein sah wirklich schrecklich aus!
Diese Anekdote soll nur kurz veranschaulichen dass man in einem fremden Land anders, sprich eventuell übervorsichtig, gegenüber medizinischen Vorfällen reagieren sollte. LG leona
Gruss Leona
La Leona2'779 Beiträge · seit 200703. Sept. 2012 · #16
so sieht ein brühwarmer Tse Tse Fliegen stich aus, man kann das Eiweiss förmlich sehen !
Gruss Leona
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201203. Sept. 2012 · #17
Die einen Menschen zeigen eine Reaktion wie hier auf den Tsetse-Biß, andere haben überhaupt nichts, nicht einmal eine Rötung. Es hängt immer davon ab, wie der Körper reagiert. In Europa aufgewachsene Menschen reagieren auch anders als in Afrika Aufgewachsene, da das Immunsystem anders "trainiert" ist.
GIGieraffeThemenstarter8 Beiträge · seit 201107. Sept. 2012 · #18
Hallo picco, habe nur ein ganz unscharfes Handy-Foto der Fliege, die bei meinem Mann zuvor am Kopf saß und der die Rezeptionistin der Waterberg Wilderness Lodge (WWL) den Kopf abgerissen hat. Erinnern kann ich mich an eine Fliege mit hellen Punkten. Eine Tsetsefliege war es definitiv nicht. Meine Stiche sind fast nicht mehr zu sehen und die anfängliche Panik hat sich gelegt. Die sofortige Alkoholdesinfektion war sicher gut.
Gieraffe
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201208. Sept. 2012 · #19