Hallo Cora 🙂!
Du kennst ja unsere achtstündige "Matscherei" nahe North Gate in 2008... .
Neben dem Highjack haben sich dabei 2 sog. bottle lifts als sehr hilfreich erwiesen - ein kleiner für normale 4x4 + ein größerer für LKW bis ca. 7,5t. Letzterer ist kleiner als man glaubt.
Bottle lifts verwendet man eigentlich bspw. für Autos mit Blattfedern, d.h. die werden da drunter gestellt, und dann mittels einer Kurbel wird ein Bolzen/Zylinder nach oben gedreht und das Auto somit angehoben. So ein Teil nimmt eigentlich keinen Platz weg, und ich würde es mir zulegen.
Im Schlamm kann man die Dinger dann auch notfalls in die Kante einer Felge verkeilen (dafür braucht man den größeren lift, weil der Zylinder länger ist) oder unter die Radnarbe klemmen... . Dabei muss man aber höllischst aufpassen, dass man nirgendwo die Patschhändchen zwischen hat, falls die Fuhre mal eben abrutscht.
Ferner sind massive, rel. große Holzkeile oder "Bretter" hilfreich, die man als Unterlage - selbst im Schlamm für die bottle lifts brauchen kann.
Den high jack kann man auch im Schlamm hinten unterm Auto ansetzen, indem man die Felge des Reserverads als Standfläche dafür verwendet.
Damit geht der Wagen zwar nicht weit nach oben, aber er wird entlastet, wenn man z. B. seitlich glz. mit bottle lift arbeitet.
Am besten hebt ihr den Wagen hinten an, d.h. um möglich rückwärts so raus zu fahren, wie Ihr auch reingefahren seid. Vorausgesetzt, Ihr seid auch vorwärts reingefahren 😉. (Wie war das noch bei 4th bridge 😉 ?)
Das liest sich sicher dämlich, aber die hier z. B. wollten das Auto allen Ernstes nach vorne rausziehen. Hat irgendwie nicht geklappt, was ausser den "Experten" niemanden gewundert hat (auch die Giraffe im Hintergrund nicht), der an der 2nd bridge im Stau stand.
Oft weiß man nicht, was einen vorne raus noch erwartet, wenn man mittendrin in einem miesen Gelände festhängt.
Wenn der Wagen erst einmal auf einer Seite aus dem Schlamm gehoben ist, schiebt Ihr am besten einen handelsüblichen Baumstamm unter das freigelegte Rad. Im Moremi liegen die ja zuhauf rum. Auf der anderen Wagenseite muss man den ganzen, schweißtreibenden Vorgang dann wiederholen, bis die Karre dann so richtig schön schräg nach oben raus steht.
Dann Rückwärtsgang rein und ab die Post.
Besser ist aber, wenn einen glz. noch einer am Haken hat und mitzieht.
Das ganze Prozedere braucht's aber nur, wenn wirklich nichts mehr geht - auch kein Ziehen mit 2 weiteren Autos oder gar mit einem 4x4-LKW... .
Eine Winde habt Ihr doch an Eurem Landcruiser dran?
2 richtig solide Sandbleche würde ich mir zulegen. Betonung nicht auf "Blech", sondern auf "solide". Nicht diese "Mickymausteile", die schon mal an den Mietautos seitlich dranpappen. Es gibt auch richtig stabile Ausführungen.
Die tun's dann auch im Matsch.
Ein 2ter Spaten (z.B. als Klappspaten) ist auch nicht verkehrt.
Als Abschleppseil sollte Ihr ein sog. snatch rope verwenden. Die sehen zwar aus wie ein platter Feuerwehrschlauch, und nehmen auch ein bisschen Platz weg, sind aber extrem belastbar.
Selbst, wenn Ihr einen Schnorchel am Auto habt, würde ich mir noch so ein grüne, feste 3x3m-Plane mit Ösen aus dem Baumarkt von zu Hause mitnehmen. Bei tieferen, unumgänglichen und kurzen (!) Wasserdurchfahrten kann man die Plane mit Verstand und Vorsicht über den Motor legen und hat ggf. mehr Schutz vor eindringendem Wasser in Bereiche, wo definitv keines hingehört. Allerdings muss die Folie dann auch sofort wieder raus, wenn man durch ist. Ein Schnorchel macht ja aus dem Auto noch kein U-Boot. Die Dinger werden gerne überschätzt.
Jeder sollte noch ein paar solide Arbeitshandschuhe dabei haben. Alleine, wenn man bei hohen Temperaturen ein Rad wechseln muss, schützen sie vor unschönen Brandblasen an den Fingern (kein Witz).
Wichtig finde ich, dass man alle mechanischen, also beweglichen Teile des oben beschriebenen Zubehörs immer peinlichst sauber und gangbar hält. Ggf. abschmieren (Vorsicht wg. Sand, der dann erst recht pappt) oder mit Silikonspray u.ä. einsprayen. Das gilt z.B. auch für die kleinen Vorhängeschlösser, mit denen man z. B. den Spaten u.a. für immer abschliessen kann, weil das Schloss festgebacken ist.
Für solche Extraschlösser immer Zweitschlüssel dabei haben, falls mal einer abbricht... .
Immer alles sauber aufrollen etc. und wegräumen, damit man sich im Notfall sofort auf das Material verlassen kann. Das klingt jetzt sicher irgendwie oberlehrerhaft, aber wir haben da Sachen im Busch erlebt und gesehen, die mir im Nachhinein noch die Haare zu Berge stehen lassen. Z. B. klemmende high jack lifts, die sich als lebensgefährliche Teile entpuppt haben, weil sie nicht regelmäßig gecheckt und gewartet wurden.
Beim Discounter gibt's immer mal für kleines Geld Sichherheitstiefel. Wir hätten die bei unserer Aktion gut brauchen können. Denn wenn der Wagen wirklich mal abrutscht, dann kann's sonst Plattfüsse geben. Ihr habt ja in NAM genug Platz zum lagern.
Wasserdurchfahrten würde ich nur dann durchwaten, wenn man sich rel. sicher ist, dass nicht eine hungrige Panzerechse auf lecker Beute lauern könnte.
Dafür gibt's so Neoprenschuhe mit rutschfester und solider Sohle. Trocknen schnell, schmecken Krokodilen nicht und kosten unter 10 €.
Zuhause habe ich noch 2 Magazine "drive out", dem 4x4-Journal in SA. Das ist viel interessantes Equippment drin. Kann ich Euch Ende Oktober asl Anregung mitgeben.
So, mehr weiß ich auch nicht.
Evtl. noch: Vorher Gehirn einschalten, keine Risiken eingehen, warten bis weitere Fahrzeuge kommen und sich dann gegenseitig durchhelfen und sichern, und nicht wie ich in 2008 eine Dose Bier bei 38 Grad trinken und dann im Gelände denken "träller, ach, ich hab ja Allrad"... .
Ansonsten frag doch mal Kathrin und Olli - 2 erfahrene "Maulwürfe" 😉.
LG
Dirk