ANNICKThemenstarter8’068 Beiträge · seit 200813. Okt. 2026 ·
Hallo Fomis,
Komme gerade aus meiner Mongolei Tour zurück. Ich muss gestehen, es ist das erste Mal dass ich kaputt aus den Ferien zurückkomme.....
Die Mongolei empfinde ich als "a Terrible Beauty". Die Landschaften sind einfach grandios aber nicht für Jeden geeignet. Für Flitterwochen noch weniger.
Die 23 tägige Tour mit Fahrer hatte ich durch: www.snowleopardtours.mn gebucht.
Hier die Route:
Oulaan Bataar
Mandalgobi
Tsagaan Suvarga
Yoliin Am
Khongor Dunes
Bayanzag
Ongi Monastery
Hustai NP
Ulaan Bataar
Palla's Cats Research Centre
Ulaan Bataar
Khovd Altai Mountains (Snow Leopard tracking)
Ulaan Bataar
Beiliegend einige Bilder. Der Bericht kommt später.
ANNICKThemenstarter8’068 Beiträge · seit 200819. Okt. 2026 ·
Die Mongolei war schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Und letztes Jahr gaben mir dann Bekannte die grosse Lust endlich das Land zu besuchen. Sie sprachen begeistert von den Palla's Kätzchen und von den Snow Leopards. Es gäbe nur einen Anbieter der Beides in einer Tour anbieten würde.
Und so schrieb ich www.snowleopardtours.mn an. Da hiess es es gäbe noch einen freien Platz für die Tour vom 26. September bis 9. Oktober 2026. Sie ist nur für 6 Leute programmiert. Ohne zu zögern buchte ich gleich die Tour. Ich wollte aber noch eine Woche Gobi Desert dranhängen. Kein Problem für Snow Leopard Tours diese Woche vor der geplanten Tour einzuschliessen.
Mittwoch, den 16. September 2026
Um 10.30 hebt die Türkish Airlines Maschine in Genf ab. 3 Stunden später lande ich in Istanbul. Für den Weiterflug konnte ich einen günstigen Upgrade in der Business Class ergattern. Und so marschiere ich Richtung Transit und Business Lounge. Der Flughafen hat einen wahnsinnigen Betrieb und man läuft eine Ewigkeit bis man sein Ziel erreicht. In der Lounge gibt es Schliessfächer wo man sein Gepäck verstauen kann.
Ich werde aber sehr schnell auf das nette Restaurant aufmerksam.
Da kann man sich Velibah (türkische Fladenbrote) oder Gözleme (türkische Teigtaschen) zubereiten lassen. Miam Miam es schmeckt!
3 Stunden später geht es dann weiter nach Ulaan Bataar. Die Business Class haut mich nicht besonders vom Hocker.
Das Essen ist OK
aber der Service finde ich nicht optimal. Als Apéritif, bestelle ich mir "Champagne". Normalerweise bekommt man immer ein kleines Fläschchen oder es wird direkt von einer grossen Flasche in ein Glas eingeschenkt. Da schaue ich dem Steward zu wie er mit einem kleinen Fläschchen 4 Gläser einschenkt. Ihr könnt euch vorstellen wie viel Champagner in jedem Glas war......🤕
Donnerstag, den 17. September 2026
Punkt um 07.20 landet die Maschine auf Chinggis Khaan International Airport. Dieser befindet sich 52 Kilometer von Ulaan Bataar Stadtmitte, inmitten von "Nowhere".
Dieser Flughafen wurde im Juli 2021 nach achtjähriger Bauzeit und vielen Verschiebungen eröffnet. Die Immigration verläuft zügig. Man braucht kein Visum und muss kein Formular ausfüllen. Mein Koffer erscheint auch sehr schnell. Und so laufe ich nach 20 Minuten Richtung Ausgang. Da tausche ich 300 Euros in Tugriks Mongols. 1 Euro = 4'032 Tugriks
Die grösste Note ist 20'000 Tugriks. Ich komme mir auf einmal sehr reich vor!🤗
Anschliessend besorge ich mir noch eine MOBICOM Tourist Sim Karte. Wurde mir von Snow Leopard Tours empfohlen. Für einen Monat kostet sie 60'000 Tugriks. Heute kann ich sie bestens empfehlen.
Jetzt eile ich zur Ausgangstür. Auf einmal erblicke ich ein Namenschild mit Annick darauf. Es ist mein Driver. Er heisst Galaa und fährt einen Toyota Prado.
Für mich geht es gleich weiter Richtung Mandalgobi wo ich heute übernachten werde.
Ich hatte mir vor längere Zeit überlegt ob ich mir nicht lieber einen Wagen mieten würde. Heute weiss ich dass es klug war es nicht zu tun. Die Mongolei hat Spritprobleme. 50% der Tankstellen im Land sind geschlossen und bei den Anderen stehen Kilometerschlangen.
Galaa sagt mir er hätte die Nacht gebraucht um den Tank voll zu bekommen. Der Sprit wird von Russland geliefert. Erster Stop wird Baga Gazarin Chuluu, auf Deutsch kleiner Erdmutterstein. Es handelt sich um eine malerische Granitfelslandschaft. Das Gebiet liegt auf 1768 Metern, rund 37 Kilometer nordwestlich von Delgertsogt.
In der Sedetiin Am Schlucht findet man auch die Ruinen von dem Lovonchambyn Kloster, ein Ort voller Spiritualität. Hier lebten seit dem 17. Jahrhundert buddhistische Mönche.
Nach der Gründung der Mongolischen Volksrepublik im Jahr 1924 steuerte die Sowjetunion massiv die Politik des Landes. In einem Land mit damals nur rund 800'000 Einwohnern wurden ab den 1930er-Jahren 10'000 Menschen (darunter tausende buddhistische Lamas, Intellektuelle, Stammesführer und Politiker) verhaftet, deportiert oder hingerichtet. Viele Klöster wurden zerstört und ein Grossteil der traditionellen und religiöse Elite ausgelöscht.
da steige ich aber noch schnell zu, zwar etwas spät, aber wie es aussieht noch nicht zu spät.
Wir haben 2022 eine Mongoleireise ohne Altaigebirge, dh ohne Schneeleoparden, gemacht. Es war die erste Tour nach der Grenzöffnung wegen COVID. Daher waren wir nur zu dritt plus Fahren und Guide. Die Tour war nahezu identisch zu deiner. Wir haben außerhalb Ulanbaatars nur in Gercamps übernachtet. Es war genial. Ich bin gespannt was du alles 4 Jahre später erlebt hast.
ich reise auch noch sehr gerne gedanklich mit in die Mongolei und bin schon gespannt, was Du dort gesehen und erlebt hast. Schneeleoparden & Co. klingen toll. Die Mongolei reizt mich auch. Daher finde es interessant zu lesen, wie die aktuelle Lage derzeit bei Reisen in der Mongolei ist (Treibstoffmangel etc.). Das Du diesmal erledigt aus dem Urlaub gekommen bist, ist schade. Wir werden ja noch erfahren, was der Grund war.
Danke fürs Berichten aus wie immer exotischen Ländern!
ANNICKThemenstarter8’068 Beiträge · seit 200821. Okt. 2026 ·
@Elde und Tina: schön dass Ihr auch dabei seid!
Fortsetzung
Anschliessend unterhalten wir uns mit dem einzigen Mönch der auf diese Ruinen aufpasst. Er kassiert auch 10'000 Tugriks.
15 Minuten später fahren wir noch zum Delgeriin Choiriin Khiid Kloster. Eines der viele Kloster die in den Säuberungen zerstört wurden. Inzwischen wurde es wiederaufgebaut und abgeriegelt.
Einst lebten hier 500 Mönche. Heute sind es nur noch ein Dutzend. Für Leute die Spiritualität suchen, gibt es auch Gers zum übernachten.
Das Mittagessen findet in einer Kneipe in Delgertsogt statt.
Ich muss gestehen, die mongolische Küche ist absolut nicht mein Ding. Heute gibt es Nudeln mit Lammfleisch. Das Fleisch besteht nur aus Fett. Igitigit!
Ich esse nur die Nudeln.... Auf dem Weg nach Mandalgobi finden wir eine Menge Vieh auf der Hauptstrasse. Ein grosses Problem in diesem Land. Oefters wird es angefahren und verreckt an Ort und Stelle.
Ich bekomme ein Zimmer im ersten Stock mit Bad/WC. Ich packe nur das Nötigste aus und gönne mir dann draussen auf dem Parkplatz ein Bier.
Da schaue ich mir das Hin und Her an. Viel Vieh wird im Land transportiert.
Heute scheint Pferdetag zu sein.
Das traditionelle Vieh in der Mongolei wird historisch und kulturell als die 5 Schnauzen (oder 5 Juwelen) bezeichnet. Sie bilden seit Jahrhundert das Fundament des nomadischen Lebens in der mongolischen Steppe. Dazu gehören:
1) Pferde (das wichtigste Statussymbol und Fortbewegungsmittel)
2) Schafe (der Hauptlieferant für Fleisch und Wolle)
3) Ziegen (wichtig für Milch und die wertvolle Kaschmirewolle)
4) Rinder und Yaks (Lieferanten für Milchprodukte, Fleisch und schwere Transporte)
5) Kamele (die zweihöckrigen Trampeltiere für den transport in Wüstenregionen)
Gegen 19 Uhr treffe ich wieder Galaa im Restaurant. Er rät mir BUUZ zu bestellen. Es handelt sich um "Steamed Dumplings". Die Portion ist riesig. Ich kann nur die Hälfte essen. Kein Problem für Galaa, er kümmert sich darum.😉 Ach ja, die Mongolen schmatzen und schlürfen bei jeder Mahlzeit. Daran muss man sich gewöhnen....😇
Wir plaudern noch ein wenig über Land und Leute und gegen 21 Uhr geht es dann in die Heia.
Freitag, den 18. September 2026
Die Sonne scheint. Die Temperatur ist angenehm. Um 8 Uhr wir der Koffer gepackt und eine halbe Stunde später begebe ich mich zum Frühstück. Ohne etwas zu bestellen, bringt mir die Bedienung ein Getränk. Es ist gesalzener Milchthé (Tsai). Darin schwimmt ein Stück Butter. Ach du meine Güte. Ich probiere aus Höflichkeit einen Schluck aber mehr nicht....😁
Galaa ist so nett und besorgt mir einen schwarzen Kaffee in der Bude nebendran. Die Bedienung bringt mir anschliessend eine Scheibe Toast mit einem Wienerli mit einer braunen Sauce überdeckt und 1 hartes Ei. Ein kulinarisches Delight......
Gegen 09.30 verlassen wir Mandalgobi Richtung Gobi Caravanserail, unsere nächste Unterkunft. Sie befindet sich in der Nähe von Tsagan Suvarga (White Stupa NP).
Auf dem Weg begegnen wir vielen Kamelen
und sehen auch sämtliche Knochenreste. Die Todesursache hier ausserhalb der Hauptstrasse: Hungernot. Das Weide-Problem in der Mongolei ist eine der grössten ökologischen und ökonomischen Krisen des Landes. Betroffen sind mittlerweile 77% der gesamten mongolischen Weideflächen, die zunehmend degradieren oder veröden. Die Hauptursachen des Problems:
Explosion der Tierzahlen (der Viehbestand liegt bei ca. 70 Millionen Tieren, was die Tragfähigkeit der Steppe weit überschreitet)
Der Kaschmit Boom (die Nomaden haben radikal ihre Herden auf Ziegen umgestellt. Ziegen sind für den Boden verheerend. Sie fressen die Pflanzen mitsamt der Wurzel auf, was die Regeneration des Grasses verhindert)
Verlust der Mobilität (viele Hirtenfamilien bleiben heute ganzjährig in der Nähe von urbanen Zentren, Strassen oder verbliebenen Wasserstellen, statt wie früher viermal im Jahr weite Strecken zu wandern. Dies führt zu extremer Ueberweidung.
Klimawandel darunter:
die Desertifikation ( zunehmend Trockenheit und heftige Staubstürme tragen die fruchtbare Bodenschicht ab)
Häufigeren "Dzuds" (ein Dzud ist ein extrem harter Winter, dem ein sehr trockener Sommer vorausgeht. Wenn die Tiere im Sommer nicht genug Fett ansetzen können und im Winter der Boden gefriert oder unter dicken Schneedecken liegt, verhungern Millionen Tiere qualvoll. Beim verheerenden Dzud-Winter 2023-2024 starben über 8 Millionen Herdentiere.
das mongolische Essen war auch nicht unser Ding. Da wir wussten das die Gastfreundschaft es gebietet das man seinem Gast das Beste Stück vom geschlachteten Tier anbietet, was in der Mongolei bedeutet das der Gasst das fetteste Fleisch bekommt, haben wir unserer Reiseargentur vor der Reise gesagt das wir Vegetarier sind. Das hat in großen Teilen der Reise auch wunderbar geklappt. Ich habe waährend unserer 19-tägigen Reise 4 kg abgenommen da wir fast ausschließlich in den Gercamps gegessen haben. Dort konnte man sich häufig am Buffet selbst bedienen.
Eine Dame auf dem Parkplatz nimmt gleich mein Gepäck entgegen und führt mich zu meinem Zimmer.
Da gibt es kein Bad/WC.
Ich packe schon einmal meine Sachen aus und ziehe mich um. Hier in der Wüste bei 24 Grad wird es echt angenehm. Danach schaue ich mir die Anlage an.
Es gibt sehr saubere Gemeinschaftsduschen. Damen und separat Herren.
Im vornehmen Shop kann man mongolische Souvenirs kaufen.
Die Terrasse mit dem Super Ausblick finde ich sehr einladend.
Auf dem Weg zum Restaurant kommt man an einige ausgestopfte Vögel vorbei.
Da es Nachsaisdon ist, hat man das Restaurant praktisch für sich allein.
Das Mittagessen erweist sich als sehr gut. Western Küche! Es gibt einen gemischten Salat, Hähnchen mit Gemüse und Kartoffeln und Fruchtsalat. Heute kann ich behaupten es war mein bestes Essen während des ganzen Aufenthaltes.
Um 14 Uhr geht es dann schon weiter Richtung Ulaan Suvarga. Auf dem Weg entdecken wir ein Ovoo "AWA" ausgesprochen. Man findet sie überall in der Mongolei, vor allem in höher gelegenen Gebieten.
Es handelt sich um heilige Stätten, die ihren Ursprung im Schamanismus haben, aber heute auch von Buddhisten genutzt werden. Manche sind einfache Steinhaufen, andere aufwendigere Holzkonstruktionen. Viele sind mit farbenfrohe Khatas, buddhistische Gebetsschals geschmückt. Wenn man auf der Strasse an einem Ovoo vorbeikommt, sollte man immer links daran vorbeigehen.
Galaa erklärt mir dass man idealerweise anhält und umrundet es dreimal. Man kann drei Kieselsteine darauflegen oder eine Opfergabe darbringen (Kekse, Geld....usw)
Bald erreichen wir unser Ziel
und machen uns auf der Suche nach Petroglyphen. Wir werden schnell fündig.
ANNICKThemenstarter8’068 Beiträge · seit 2008gestern 08:16 ·
Fortsetzung
Diese unschätzbare historischen Zeugnisse stammen aus dem Neolithikum und der Bronzezeit und zeigen hauptsächlich Tiere, Jäger und Hirten bei ihren Arbeiten.
Nach einer Stunde laufen wir zum Wagen zurück und bemerken diese Pferde.
Sie schauen zu uns rüber.
Wir nähern uns und bemerken das kein Trinkwasser für sie vorhanden ist.
Galaa leert seine 5 Liter Wasserflasche in die Tränke. Die führende Pferde bedienen sich.
Sie scheinen sehr durstig zu sein. Galaa erzählt der Besitzer würde nur alle 2 Tage vorbeikommen und die Tränke nachfüllen. Im kleinen Steinhäuschen sei ein Brunnen und mit dem Generator würde das Wasser nach oben geschafft.
Mit schwerem Herzen fahren wir weiter nach Tsagaan Suvarga, auch die weisse Stupa genannt.
Diese vom Wind erodierten Felsformationen sehen aus einer bestimmten Entfernung wie eine zerstörte Stadt aus.
Sie sind etwa 60 Meter hoch und erstrecken sich über 400 Meter in die Länge.
Sie bestehen aus verschiedenen Mineralien, die, wenn sie der Luft angesetzt sind, unterschiedliche Farbtöne annehmen. Einige Felsen sind rosa, andere rot oder orange.
Galaa fährt so nah wie möglich ran. Dann laufen wir auf die bunten Felsen hoch.
Tsagaan Suvarga kann man kostenlos und ohne Guide besuchen. Eine französische Gruppe ist schon beim Apéro unter einem Zelt.
Die Natur finde ich einfach grandios!
Ein Geschenk für die Augen.
Natürlich sind wir nicht ganz allein. Im Juli und August, behauptet Galaa, sei es unmöglich gescheite Bilder zu schiessen da überall Leute. Heute kann man echt nicht klagen.
Nach einer Stunde geht es dann zurück zum Wagen. Ich unterhalte mich noch ein wenig mit den Franzosen.