SAF 25: Wandern, chillen und schwitzen am Westkap

Reisebericht 136 Antworten · 14,0k Aufrufe · gestartet 26. Juni 2025 von Beatnick
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201615. Juli 2025 ·
Hallo Beate,

schön, von dir zu hören!
Old Women schrieb:was für ein schöner entspannter Tag. Einfach einmal nichts tun. ich habe immer Angst, etwas zu verpassen.
Das kenne ich auch. Es hat sich aber in den vergangenen Jahren deutlich gelegt, wahrscheinlich, weil man mehr Ruhe braucht?!? Oder doch schon so einiges gesehen hat?!? Oder beides? Ich weiß auch nicht genau...
Old Women schrieb:Wenn dein Göttergatte am helllichten Tag tief und fest schläft, brütet er vielleicht schon etwas aus. Wenn das bei Reinhard der Fall gewesen wäre, dann hätte ich schon einmal mein Medizintäschchen gecheckt.
😄 Ja, da bist du (leider) schon auf dem richtigen Dampfer...
Old Women schrieb:Herzliche Grüße aus dem Nationalpark Wattenmeer, wo wir ein paar entspannte Tage bei bestem Wetter ( bisher ist der Regen vorbei gezogen) verbringen.
Oh, schön! Ist wie in Südafrika (wenn auch ganz anders): Geht immer! Viel Spaß noch!

Viele liebe Grüße und an dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an die anderen Dankedrücker und Mitfahrer!

Betti
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201620. Juli 2025 ·
10.1.: Vom Leopard Valley nach Paternoster

Wir hatten gut geschlafen und wurden noch recht früh am Morgen in der Küchenzeile von Sam begrüßt, der bei uns allerdings einen schweren Stand gehabt hatte: Wir hatten immer direkt alles gut weggeräumt und nie auch nur einen Krümel für unseren Hausgenossen liegenlassen.

Wir kratzten die letzten Reste unserer verderblichen Vorräte zusammen und frühstückten, die Taschen hatten wir schon am Vorabend gepackt. Gegen Neun verließen wir erst das schöne Leopard Valley und schließlich die Heimat des Rooibos Tee.

Es war nicht sehr weit nach Paternoster und so hatten wir uns kurzfristig entschlossen, auf dem Weg dorthin noch den Schlenker über Lambert's Bay zu machen. Dort hatten wir zwei Jahre zuvor zwei Nächte verbracht, um mit ausreichend Zeit Bird Island mit seiner großen Basstölpel-Kolonie zu besuchen. Das hatten wir in sehr schöner Erinnerung, und so sollte es eine - wenn auch deutlich kürzere - Wiederholung geben.

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Wir fuhren also erst ein Stück auf der N7 nordwärts und bogen dann kurz vor Clanwilliam auf die R364 nach Westen ab. Auf den gut 100 Kilometern bis zu unserem Zwischenstopp hatten wir einige nette kleinere Begegnungen.

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Zwei Jahre zuvor war das Licht bei unserer Premiere auf der Vogelinsel sehr brauchbar, der Himmel aber auch nicht blau gewesen. Die leicht vernebelte Atmosphäre hatte zwar ebenfalls ihren Reiz gehabt, bei unserem zweiten Besuch hofften wir aber schon allein der Abwechslung halber auf neue Eindrücke.

Link zum Bird-Island-Kapitel im Reisebericht 2023

Danach sah es allerdings zunächst nicht aus, nach der vielen Sonne in den vergangenen Tagen war an diesem Morgen der Himmel bedeckt.

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Als wir Lambert's Bay erreichten, erkannten wir mühelos den Weg zum kleinen Hafen wieder, wo wir direkt am Wasser parkten. Als wir ausstiegen, hatte ich ein Déjà-vu. Das Kreischen der Möwen, das lautstarke Schnarren der Tölpel quer übers Hafenbecken, der strenge Geruch nach Guano - all das kam mir sehr vertraut vor.

Bei YouTube ansehen ↗



Ich setzte mich ins Restaurant Isabellas's gegenüber von Bird Island, während Thomas seinen kleinen Obolus am Kassenhäuschen entrichtete und über den breiten Steindamm zur Insel hinüberlief, die durch den Bau des Wellenbrechers in Wahrheit keine mehr war. Wir wechselten uns ab, weil wir das vollbepackte Auto nicht allein lassen wollten.

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Unser Timing war ziemlich gut. Gerade rechtzeitig lösten sich die Wolken auf und die Farbe des Himmels wechselte im Zeitraffer zu einem kräftigen Stahlblau.

Rechts im Bild der Beobachtungsturm
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Vor zwei Jahren hatten wir viele Stunden bei den Tölpeln verbracht. Diesmal kalkulierten wir mit etwa eineinhalb Stunden insgesamt.

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Als Thomas nach einer knappen Stunde zurückkehrte, war ich an der Reihe und stiefelte den kurzen Weg hinüber.

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Zigtausende Vögel, die Geräuschkulisse, das scheinbar chaotische Gewusel, das bei genauer Betrachtung aber sehr wohl eine Ordnung hat. Junggesellen, Kinderstube, Start- und Landebahn - alles hat seinen Platz.

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Obwohl ich wusste, was mich erwartete, war ich wieder vollkommen begeistert und vom Anblick überwältigt.

Auch nachfolgend überwiegend Fotos von Thomas.
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Eine gute halbe Stunde frischte ich meine Erinnerungen auf und sammelte neue Eindrücke. Bei dem Kaiserwetter konnte ich diesmal auch gut die vielen Robben erkennen, die sich in den Felsen hinter den Tölpeln tummelten.

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Zufrieden ging ich zurück und trank noch mit Thomas eine Limo im Restaurant, bevor wir schließlich gegen Mittag wieder ins Auto stiegen. Wir fanden, dass sich auch ein vergleichsweise kurzer Stopp bei den Vögeln absolut lohnt.

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Unterwegs nach Paternoster erhielten wir eine gute Nachricht. Am Vortag hatten wir auf der Homepage des "Noisy Oyster" Plätze für diesen Abend reservieren wollen, waren aber natürlich viel zu spät dran gewesen. Nun meldete sich das Restaurant per WhatsApp, dass wir nach einer Absage doch kommen könnten. Wir freuten uns darüber und über diesen Tag, an dem bis dato so viel gelang.

Wir vermieden die großen Straßen und tasteten uns auf Nebenstrecken und möglichst küstennah nach Süden vor. Landschaftlich war das äußerst lohnenswert, in der Ferne die Berge, das Meer und Lagunen voller Flamingos. Die Kameras verstauten wir allerdings schnell wieder in den Rucksäcken. Es war nun einmal mehr heiß geworden und das Fotografieren wegen des Hitzeflirrens zwecklos. Manche Dinge muss man sich eben einfach merken.

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Paternoster hatten wir schon lange im Auge gehabt, aber nie recht in unsere Pläne einbauen können. Wir hatten tolle Bilder davon gesehen, rein optisch erinnerte es uns Nordlichter mit seinen weißgetünchten Häuschen und breiten Sandstränden an die Idylle der Nordseeinseln, wenn auch mit anderem Klima.

Das erwartete Postkarten-Paradies bekam indes gleich zu Beginn Risse, als uns entlang der kleinen Hauptstraße reihenweise etwas verwahrlost wirkende Typen mit Plastiktüten vors Auto liefen, aus denen Crayfish herausragte. Die fliegenden Händler waren nicht sehr renitent und ließen von uns ab, sobald wir unser Desinteresse signalisierten, denn es gab genug dicke Bakkies und SUV, deren Insassen sich als deutlich kaufwilliger erwiesen. Prall gefüllte Tüten und Geldscheine wechselten durch Seitenfenster ihre Besitzer.

Wir wunderten uns, denn wir wussten spätestens seit unserem ersten Besuch in Lambert's Bay, dass diese Langustenart und vormalige Spezialität der Westküste mittlerweile geschützt und eigentlich weitgehend von den Speiseplänen verschwunden ist.

Etwas irritiert fuhren wir weiter durch die ehemalige Fischersiedlung, die heute ein Ferienort und fest in touristischer Hand ist. Fast an jedem Eingang finden sich Schilder mit dem Hinweis auf Zimmervermietung.

Wir parkten bei unserer Unterkunft "Abalone Hotel & Villas" und bezogen dort ein sehr schönes Zimmer mit viel Platz, tollem Badezimmer und einigem Komfort. Kein Muss natürlich, aber später sollten wir uns noch darüber freuen.

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Routiniert richteten wir uns ein und cruisten dann ein wenig durch den Ort. Ausschließlich weiße Häuser, oft sehr schön, wenn auch nicht nur. Wer am obersten Ortsrand lebt, lebt offensichtlich auch am Rand der Gesellschaft.

Als wir zur großen Bucht westlich der Waterfront hinunterfuhren, fanden wir zusehends den Charme und den Urlaubstraum, den auch wir mit Paternoster verbunden hatten. Wir machten einen langen Spaziergang und freuten uns über die Bewegung, die frische Meeresbrise und schönen Aussichten.

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Gegen 18 Uhr fuhren wir zum Noisy Oyster an der Hauptstraße, wir hatten aufs Mittagessen verzichtet und ordentlich Appetit. Was für ein toller Ort! Lässiges Ambiente, nette Gäste, herzlicher Service und fantastisches Essen - wir saßen im überdachten Innenhof und waren glücklich.

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Als wir vorne an der Kasse zahlten, fragte ich den freundlichen Besitzer, mit dem wir zuvor per WhatsApp Kontakt gehabt hatten, nach dem ebenso verwunderlichen wie schwungvollen Handel mit Crayfish.

Die Story geht demnach so: Die Langusten stehen tatsächlich unter Schutz, Fangquote und Verkauf sind streng reguliert. Was es aber auch gibt, ist eine Art Gentlemen's agreement: Keine Einbrüche und Diebstähle mehr, im Gegenzug wird der Verkauf geduldet respektive nicht geahndet.

Hintergrund dürfte sein, dass auch das vormals friedliche und verschlafene Paternoster nicht zuletzt seit dem unheilvollen Siegeszug von Tik (=Christal Meth), der am Westkap vor rund 15 begann, zusehends mit (Drogen-)Kriminalität zu kämpfen hat(te). Der Ort veränderte sich im Zuge dessen - und auch sein bis dahin tadelloser Ruf. Dem hat man auf diese Weise wohl einigermaßen einen Riegel vorgeschoben und den Tourismus aufrecht erhalten.

Uns wurde schnell klar, dass hinter dem Geschäft mit dem Crayfish größere Strukturen stecken müssen. Die alles andere als nach einem glanzvollen Leben aussehenden Verkäufer werden die Langusten in diesem Umfang kaum selbst fangen und die gesamte Abwicklung organisieren können. Die Frage, warum die Südafrikaner wider besseres Wissen das eigentlich verbotene Angebot offensichtlich reichlich nutzen, quittierte unser Restaurant-Besitzer mit einem bedauernden Achselzucken: "Die Südafrikaner geben nicht viel auf Nachhaltigkeit." Ich kann natürlich nicht einschätzen, ob oder wie weit das zutrifft.

Im Noisy Oyster stand übrigens kein Crayfish auf der Speisekarte. Anders als in unserem Hotel. Wie es der - äußerst dumme - Zufall so will, landete die teure Delikatesse, die wir aus gutem Grund niemals bestellt hätten, sogar versehentlich auf unserer Abschlussrechnung. Was wir erst viel zu spät bemerkten. Ich sage es immer wieder: Murphy ist ein...

Nach dem tollen Abendessen im Noisy Oyster fuhren wir zum Sonnenuntergang noch einmal hinunter an den Strand.

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Die Stimmung war herrlich, der Strand fast menschenleer.

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Doch plötzlich wurde Thomas ungewohnt nörgelig. Er fror und wollte zum Auto zurück. Beim Gaaitjie Restaurant am westlichen Ende dieses Strandabschnitts kehrten wir um, einen Tisch für den nächsten Abend konnten wir auf Nachfrage nicht mehr ergattern.

Wir hätten ihn ohnehin nicht nutzen können. Denn zurück in unserem Zimmer klagte Thomas über Kopfweh und wollte dringend ins Bett. Ich kramte das Fieberthermometer raus und sah meinen Verdacht leider bestätigt. Über 39 - der Mann hatte wie aus dem Nichts hohes Fieber. Wir waren beide traurig. So ein toller Tag - und so ein blödes Ende. Und natürlich die bange Frage: Wie würde es jetzt wohl weitergehen können?
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zuletzt bearbeitet 21. Juli 2025
1’546 Beiträge · seit 201321. Juli 2025 ·
Hallo Betti,
danke fürs Berichten, mit Paternoster und auch mit Lamberts Bay verbinden wir nur Gutes. Die Tölpelkolonie ist riesig, das Geschrei kann man sich gar nicht vorstellen, man muss es gesehen und gerochen 😎 haben.
Einen ausgedehnten Strandspaziergang in Paternoster nach einem üppigen Frühstück, besser geht es nicht. Wir haben damals den Crayfish-Fischern bei ihrem Fang über die Schulter schauen können, eine arbeitsreiche Angelegenheit, und das kalte Wasser des Atlantik macht die Sache nicht gerade einfacher. Dass die Langusten unter Schutz stehen wusste ich nicht, nun denn, wieder etwas dazugelernt.
Mitten im Winter im Januar plötzlich wie aus dem Nichts hohes Fieber: da hätte ich erst einmal Influenza oder Covid vermutet. Egal wie das Ding heißt, schlimm war es für euch allemal. Mit hohem Fieber kann man nun einmal nicht gut reisen, da will man nur im Bett liegen und schlafen 🙁

Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201621. Juli 2025 ·
Hallo Beate,
Old Women schrieb:Die Tölpelkolonie ist riesig, das Geschrei kann man sich gar nicht vorstellen, man muss es gesehen und gerochen haben.
Du hast mich auf einen Gedanken gebracht und ich habe noch ein Video dazugestellt. Mit dem Geruch klappt es allerdings leider (oder zum Glück?) via Bildschirm (noch) nicht... 😎
Old Women schrieb:Mitten im Winter im Januar plötzlich wie aus dem Nichts hohes Fieber: da hätte ich erst einmal Influenza oder Covid vermutet.
Das waren auch direkt meine Gedanken. War auf jeden Fall blöd, denn es braucht dann halt seine Zeit. Und die ist im Urlaub noch kostbarer als sonst schon. 🙁

Viele liebe Grüße und allen einen guten Start in die Woche,
Betti
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zuletzt bearbeitet 21. Juli 2025
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201622. Juli 2025 ·
11./12.1.: Fieber, Fragen und Fahrt nach Kagga Kamma

Thomas' Temperatur war am Morgen nicht mehr so hoch wie am Abend, aber er hatte weiterhin Fieber. Der mitgebrachte Coronatest fiel negativ aus, aber er hatte offenkundig einen Infekt und war bis auf Weiteres lahmgelegt.

Ich ging allein frühstücken und ließ Thomas etwas aufs Zimmer bringen, dessen Komfort sich jetzt in gewisser Weise auszahlte. Zumindest fühlte sich der Patient sehr wohl darin, und da er jetzt zwangsläufig etwas Zeit dort verbringen würde, war das immerhin etwas.

Das Hotel erwies sich als sehr kooperativ, die Managerin hatte selbst seit Wochen mit einem Virus zu kämpfen, irgendetwas Hartnäckiges ging nicht nur in Deutschland, sondern auch in Südafrika um. Ob sich Thomas mit Verspätung das aufgesackt hatte, was ich im Dezember mit mir herumgeschleppt hatte, man weiß es nicht. Es spielte auch keine Rolle. Ich fragte mich wiederholt, was wir am nächsten Tag tun würden, war aber zumindest erst einmal erleichtert, dass wir das Zimmer problemlos verlängern könnten, wenn es denn nötig wäre. Ansonsten, so lautete unser etwas überschaubarer Plan, würde ich Thomas eben in den nächsten Tagen von Bett zu Bett fahren.

Nach dem Frühstück machte ich einen kleinen Spaziergang hinunter an den Strand westlich der Paternoster Waterfront. Die etwas kleinere, ruhige Bucht mit den weißen Ferienhäuschen und dem hellen Sandstrand gefiel mir gut, ich lief bis zu dessen Ende und dann zwischen Felsen hindurch bis zum nächsten Strandabschnitt. Kurz dahinter beginnt dann schon das Cape Columbine Nature Reserve.

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Ich setzte mich auf die warmen Steine und beobachtete die Wellenreiter, die in ihren Neoprenanzügen dem kalten Wasser trotzten. Dann ging ich zurück, schnappte mir mein Buch und legte mich an einen der beiden kleinen Pools im Hotel. Thomas hatte es im Zimmer ganz gemütlich, doch er war schlapp und froh, seine Ruhe zu haben.

Später wiederholte ich den Spaziergang vom Vormittag, ich hatte Bewegungsdrang und es war einfach ein schöner Ort. Wieder setzte ich mich auf die Felsen und genoss die Nachmittagssonne, die nun nicht mehr ganz so heiß brannte.

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Thomas' Temperatur stieg am Abend wieder, wenn auch glücklicherweise nicht so hoch wie am Vortag. Ich hatte sämtliche (und nicht wenige) Erkältungsmittelchen aus der Tasche gekramt, nun taten sie uns gute Dienste, denn es hatte sich ein trockener Husten zu den Symptomen gesellt. Wir wollten bis zum Morgen abwarten und dann kurzfristig entscheiden, wie unsere Reise weiterging.

Kagga Kamma sollte einer der, wenn nicht sogar der Höhepunkt dieser Reise werden. Das war zumindest der Plan.

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Ich hatte schon lange damit geliebäugelt, vor allem mit der Übernachtung unter freiem Himmel. Aber wenn es nicht ging, dann ging es eben nicht. Die Entscheidung lag ganz bei Thomas. Der wollte am nächsten Morgen weiter. Er schonte sich, wo es nur ging und frühstückte im Bett, während ich die Taschen packte.

Wir fuhren zurück in Richtung Zedernberge, eine durch die Buchungslage erzwungene, aber keinesfalls schlechte Reihenfolge: Meer, Berge, Meer, Berge. Die Strecke war diesmal jedoch eine völlig andere, über Tulbagh, Ceres und ein Kaff namens Die Dorp op die Berg (lustiger Name :-)) ging es über Pässe und durch schöne Landschaften...

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...bis zu einer roten Piste, die uns auf eine einsame Hochebene voll bizarr geformter Felsen südöstlich der Zedernberge führte.

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Hier sah es noch einmal ganz anders aus als in den Gegenden, die wir schon kannten.

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Erst gegen Ende wurde der Weg etwas holprig, was Thomas still erduldete, doch ich merkte ihm seine Erleichterung an, als wir schließlich mitten im Nirgendwo erst an einem Gate und schließlich an der Lodge ankamen.

Wir meldeten uns in der Rezeption und ich schilderte unsere Lage, zügig wurden wir zu einem Parkplatz noch ein kleines Stückchen weiter geleitet. Es war wahrscheinlich gut gemeint, doch unsere Höhlenwohnung lag in den Felsen ganz oben. Der geschwächte Thomas hatte seine liebe Not mit den vielen Treppen.

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Unsere "Cave Suite" war einfach toll. Relativ klein, aber urig in den Fels gebaut und mit Panoramablick in die weite Landschaft. Die Klimaanlage, die wir ansonsten in aller Regel auf unseren Reisen nicht nutzen, war an diesem heißen Ort unerlässlich und leistete ganze Arbeit. Auch hier würden wir es sehr gut aushalten.

Während sich Thomas wieder ins Bett kuschelte, erforschte ich unser neues Teilzeit-Zuhause. Ich lief über einen langgestreckten Weg an strohgedeckten Familienchalets, einem Felsenpool und Steingärten vorbei bis zum Restaurant und zum Rezeptionsbereich, alles sehr gepflegt und herrlich friedlich. Überall in den Felsen und auf den Wegen saßen bunte Agamen und beobachteten sorgfältig jeden meiner Schritte.

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Zum ersten Mal sah ich gleich mehrere Malachite Sunbirds, wenn auch nicht im Prachtkleid.

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Im Garten beim Restaurant entdeckte ich eine Treppe, die hoch in die Felsen führte. Ich fand einen Spa in spektakulärer Lage, lief daran vorbei und weiter hoch bis zu einem Plateau, wo ich mir einen Weg zwischen skurrilen Sandsteinformationen bahnte. Wahrscheinlich war ich Thomas buchstäblich aufs Dach gestiegen. Irgendwo unter mir musste er sein.

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Ich aß im idyllischen Boma zu Abend, vermisste aber meinen Partner in Crime. Thomas hatte sich etwas von der Karte ausgesucht, das ich ihm später aufs Zimmer mitbrachte.

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Immerhin hatte er Appetit. Gemeinsam beobachteten wir von der Terrasse, wie die Sonne spektakulär unterging. Ob wir wohl am nächsten Abend dort draußen sein würden?

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Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 23. Juli 2025
1’075 Beiträge · seit 202323. Juli 2025 ·
Liebe Betty,
ich bin sooo begeistert von deinen wunderschönen Fotos und deiner unterhaltsamen Art, eure Erlebnisse zu schildern. Bei jedem deiner Kapitel empfinde ich Vorfreude.
Vielen herzlichen Dank fürs Teilhaben lassen und liebe Grüße,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201623. Juli 2025 ·
Nacho schrieb:ich bin sooo begeistert von deinen wunderschönen Fotos und deiner unterhaltsamen Art, eure Erlebnisse zu schildern. Bei jedem deiner Kapitel empfinde ich Vorfreude.
Hallo Silvia, das ist ein ganz tolles Kompliment und motiviert ungemein. Vielen lieben Dank dafür!

Überhaupt ein dickes Danke an alle Mitfahrer. Das ist längst mal wieder überfällig!

Liebe Grüße,
Betti
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zuletzt bearbeitet 23. Juli 2025
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201625. Juli 2025 ·
13.1.: Ab vom Schuss

Um kurz nach Sechs klingelte der Wecker. Ich wollte wandern gehen und das funktionierte bei diesen Temperaturen am besten möglichst früh. Am Vorabend hatte mir eine Mitarbeiterin der Lodge erzählt, dass sie einmal in derselben Jahreszeit am späten Nachmittag losmarschiert sei in dem Glauben, der größten Hitze so zu entgehen. Ein fataler Irrtum. Die Felsen, zwischen denen sie sich ihren Weg bahnte, hatten die Hitze gespeichert und gaben sie nun ab wie ein Ofen. Sie hatte sich gefühlt wie gegrillt.

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Thomas ging es erfreulicherweise anders, er war zumindest für den Moment fieberfrei. An körperliche Aktivität war trotzdem nicht zu denken, er blieb im Bett. Ich schnappte mir seine Kamera, die zwar besser ist als meine, allerdings auch schwerer. Ich bemerkte erst viel später, dass ich im gepolsterten Fotofach meines Rucksacks zudem noch mein (ohne meine eigene Kamera ohnehin nutzloses) Tele mit mir herumschleppte. Ein überflüssiges Zusatzgewicht.

Ich meldete mich ordnungsgemäß an der Rezeption ab, eine wahrscheinlich sinnvolle Pflicht, wenn man im Naturreservat wandern geht. Die Frage, ob wir die Freiluft-Übernachtung am Abend wahrnehmen würden, konnte ich nach wie vor nicht beantworten, versprach aber, nach dem Frühstück endgültig Bescheid zu geben.

Es gibt drei ausgewiesene Wanderwege im Kagga Kamma Nature Reserve, den Blue (4 km), Red (7) und White Trail (9). Ich hatte mit den blauen Weg ausgesucht. Nicht, weil er der kürzeste ist, sondern weil er über die meisten und interessanten Felsformationen verfügen soll.

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Die anderen beiden Möglichkeiten sollen weniger spektakulär sein und mehr durchs offene Gelände führen. Dafür finden sich auf dem Red Trail alte Felsmalereien der Khoi und San. Die Lodge bietet unter anderem eine Rock Art Tour an, bei der auch die Felszeichnungen auf dem Gelände im Fokus stehen. Viele der Angestellten von Kagga Kamma sind Nachfahren der San.

Ich merkte schnell, dass die Längenangaben der Wanderungen eine kleine Mogelpackung sind. Denn die Trails beginnen bei den Selbstversorger-Unterkünften - und die sind etwa zwei Kilometer von der Rezeption entfernt. Hätte ich das richtig einschätzen können, wäre ich wohl mit dem Auto zum Startpunkt gefahren. Ich musste nämlich bis 10 Uhr zurück sein - dann endete die Frühstückszeit.

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Als ich schließlich den Einstieg erreicht hatte, lief ich weitere Hunderte Meter, bis mir ein Schild verriet, dass nun also der Blue Trail begann, auf dem ich mich schon längst wähnte.

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Ich ahnte, dass ich schon ordentlich Zeit vertrödelt hatte, von der ich geglaubt hatte, sie im Überfluss zu haben. Die Eindrücke waren aber schon bis hierher zu schön gewesen, um sie einfach zu ignorieren.

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Anfangs führte der schmale Pfad durch eine weite Landschaft, doch schnell wurde die Umgebung felsiger.

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Immer spannender wurde der Weg, den mir blaue Pfeile wiesen. Einmal verlor ich sie aus dem Blick. Ich brauchte fast zehn Minuten, bis ich mich dazu durchringen konnte, mich durch die Botanik zurückzukämpfen, in die ich auf der Suche nach dem Trail etwas stur und planlos hineingelatscht war. Ich setzte dann problemlos wieder da an, wo ich die letzte Markierung verlassen hatte.

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Es war allerdings kein Wunder, dass ich den Pfad auf den ersten Blick nicht mehr erkannt hatte, denn ich stand vor einem Felsen und damit vor einer vermeintlichen Sackgasse. Der Pfeil zeigte auf ein großes Loch im Gestein, durch das ich erst den Rucksack schob und dann mich selbst.

Die Strecke ist nicht wirklich schwierig, aber fordernder und abwechslungsreicher, als ich erwartet hätte. Für Thomas wäre sie an diesem Tag keinesfalls machbar gewesen. Das war bedauerlich, denn sie wäre nach seinem Geschmack gewesen. Irgendjemand hatte bei ihrer Konzeption tolle Arbeit geleistet.

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Hinter jeder Ecke wartete neue Ansichten, neue Felsformationen. Ich war ganz in meinem Element. Keine Menschenseele begegnete mir und ich genoss die Einsamkeit. Eines Tages werden Thomas und ich aber noch einmal gemeinsam über diese herrlichen Felsen wandern und klettern. Vielleicht, wenn bunte Wildblumen zwischen den roten Steinen blühen. Das stelle ich mir besonders schön vor.

Als der Weg schließlich eine Kehre machte und im großen Bogen auf anderer Strecke zurückführte, schaute ich auf die Uhr. Puh. Es würde eng werden mit dem Frühstück. Ich verstaute die Kamera, entdeckte dabei das ärgerliche Zusatzgewicht durch das Tele und versuchte, ein wenig aufs Tempo zu drücken. Das war gar nicht so leicht, denn es war nun schon wieder ziemlich heiß.

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Die im Vergleich zum Blue Trail langweilige Strecke von den Selbstversorger-Chalets zurück zum Restaurant zog sich. Völlig verschwitzt, aber glücklich ließ ich mich um 10.10 Uhr und damit zehn Minuten zu spät an einen der Tische auf der Terrasse plumpsen. Die anderen Gäste saßen schon längst vor ihren blankgeputzten Tellern, doch ich hatte Glück und bekam nicht nur noch ein leckeres Frühstück für mich, sondern auch für Thomas, dessen Tablett einer der netten Angestellten hinüber zu unserer Höhle trug.

Regelmäßige Besucher im Garten beim Restaurant: Malachite Sunbirds
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Thomas verputzte gerade den letzten Rest, als ich ins Zimmer kam. Ich versuchte, nicht zu sehr von meiner tollen Wanderung zu schwärmen, die mir extrem gut gefallen hatte.

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Ohnehin richtete sich der Blick nach vorn. Es musste eine Entscheidung her. Machten wir den Sleep out am Abend oder nicht? Erst einmal Fiebermessen, zum Glück ohne negativen Befund.

Ich hatte dennoch Zweifel. Thomas nicht. Er wollte es durchziehen. Also stiefelte ich zurück zur Rezeption und gab Bescheid. Ich suchte außerdem wie gewünscht von der Karte zwei Abendessen aus und bat zudem um sehr viel Wasser und Soft Drinks in unserem selbstgewählten nächtlichen Exil.

Ich schlief ein wenig, die Wanderung und das frühe Aufstehen forderten ihren Tribut. Später ging ich erneut auf Vogelexkursion und quatschte mit einer kleinen englischen Familie, die sich wie wir in Kagga Kamma sehr wohlfühlte.

Yellow Canary
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Flirtender Fairy Flycatcher
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Dann packte ich die Dinge, die wir über Nacht brauchen würden, in meinen Rucksack. Schlafsachen, Zahnbürsten, Medikamente, der Rest würde im Höhlenzimmer bleiben, das man während der Outdoor-Übernachtung behält. Wechselt das Wetter oder will man aus anderen Gründen dorthin zurück, ist das jederzeit möglich.

Um 17 Uhr trafen wir einen der Guides unten am Parkplatz - früher am Tag ist es zumindest im Januar einfach zu heiß. In der Regel fährt man auf Quad bikes zum Übernachtungsplatz und dann eigenständig am Morgen zurück. Wir nahmen aber das Angebot des Transfers im Geländewagen dankend an. Für alles andere war Thomas zu malad.

Auf einem sandigen und steinigen Weg rumpelten wir tiefer in die Wildnis der Ebene hinein. Ich blickte zurück und sah, wie unser Höhlenzimmer mit dem Gestein optisch verschmolz.

Rechts bei den Felsen der Hauptbereich der Lodge, links davon die Cave-Zimmer
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Nach etwa zwei Kilometern waren wir da. Ich sah schon aus der Ferne, wie das Zimmer inmitten der Felsen Konturen annahm. Der erste Eindruck war überwältigend. Der zweite, dritte und vierte auch. Die abgeschiedene, grandiose Lage, der natürliche und beiläufige Luxus dieses Open-Air-Wohntraums verschlugen mir den Atem. Ich sah all meine Vorstellungen und Träume wahr werden. Kurzum: Ich war euphorisch.

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Es gibt zwei dieser sogenannten Open Air Suites in Kagga Kamma, die Sky Suite (mit Whirlpool) und die Star Suite (mit Rock Pool; eher ein Tauchbecken). Wir hatten uns für Letztere entschieden, weil sie noch mehr inmitten von Felsen liegt und in sie integriert ist. Ich kenne die andere Suite nicht. Aber diese war perfekt.

Der Guide machte Feuer und erklärte uns alles, auch das Funkgerät, das bei uns blieb. Wir konnten rund um die Uhr jemanden erreichen, falls wir etwas brauchten oder möglicherweise nicht mehr bleiben wollten.

Wir verabredeten 9 Uhr als Abholzeit am nächsten Morgen, dann waren wir allein. Die einzigen Menschen weit und breit. Es war ungewohnt. Und wunderbar.

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Ich checkte den Inhalt der Kühlboxen, die üppig bepackt waren. Sehr appetitlich aussehendes Essen, das wohl für eine Woche gereicht hätte. Sekt. Aber kaum Wasser und Soft Drinks. Oje.

Es nutzte nichts, ich funkte die Lodge an. Eine halbe Stunde später war der sympathische Guide zurück und brachte eine ganze Kiste voll eisgekühlter Getränke. Wir würden sie brauchen. Noch immer war es sehr warm.

Wir liefen ein wenig herum, erkundeten die Gegend. Zu viel war Thomas nicht imstande.

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Ein Stückchen weiter weg entdeckten wir das Tauchbecken, in das wir unsere heißen Arme steckten. Ich kletterte auf einen Felsen und sah in der Ferne schemenhaft die Selbstversorger-Cottages. Irgendwo dazwischen war ich am Morgen gewandert.

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Ich deckte den Tisch, das Essen war lecker, aber viel zu viel. Thomas hatte eh kaum Appetit und leider wieder Fieber. Er legte sich hin. Betty Geröllheimer räumte die Felsenküche auf, lief noch ein wenig aufgekratzt herum und kam dann nach. Das gemütliche Bett mit Fernblick war eine Sensation.

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Vom dort aus beobachteten wir einträchtig, wie die Sonne hinter den Zedernbergen versank. Die Ruhe war himmlisch, die Kulisse auch.

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Thomas war trotz allem froh, hier zu sein. Ich sowieso. Natürlich hätten wir uns gewünscht, beide topfit zu sein. Dieses besondere Erlebnis noch mehr auskosten und genießen zu können. Aber auch so waren wir glücklich über das spezielle Erlebnis an diesem außergewöhnlichen Ort.

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Für die geplante Sternenfotografie war Thomas zu kaputt, es war ohnehin viel zu hell dafür. In der Nacht schaffte ich es leicht auch ohne Laterne oder Taschenlampe ins Bad. Dort standen etliche Klippschliefer auf Felssimsen Spalier und beobachteten ungerührt, wie ich meinen Geschäften nachging. Ich starrte zurück. Was sollte ich auch sonst tun.

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Wir schliefen gut. Und wenn zwischendurch mal nicht, dann weil die Eindrücke so intensiv waren. Der Sternenhimmel über uns. Die Klippschliefer, die sich in den Felsen zankten. Der warme Wind, der uns über die Wangen strich. Ich brauchte nicht unbedingt Schlaf, um an diesem Ort zu träumen. Ich war schon im Paradies.

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Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2025
8’801 Beiträge · seit 201025. Juli 2025 ·
Armer Thomas 🙁 ! Aber schön, dass er wenigstens mit konnte. Oft bleiben dann am Ende doch die schönen Erinnerungen übrig und das Fieber und Mattsein vergisst man irgendwann.

Herrliche Bilder - vielen Dank dafür!

Und ich hoffe, dass Berti Geröllheimer auch ein bisschen in der Küche mitgeholfen hat 😎 !

Schönen Abend und liebe Grüße in den Norden von der Kleenen aus dem Süden!
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
1’527 Beiträge · seit 201125. Juli 2025 ·
liebe Betty,

also die Farben hauen mich glatt um.................sowas von.......... 🙂 🙂 🙂

folge Deinem Bericht begeistert....

LG..............BMW
556 Beiträge · seit 201626. Juli 2025 ·
Liebe Betty,
irgendwann werde ich ein Verbot bekommen deine Reiseberichte zu lesen 😄
Für mich ist Ruhe und Stille der größte Luxus und hier kann man sie förmlich hören, wundervoll.

viele Grüße
Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
785 Beiträge · seit 201726. Juli 2025 ·
Hallo Betty, was für ein genialer Ort zum Übernachten! Soo schön! Zu schade, dass Thomas krank war, aber immerhin konntet ihr die Übernachtung unter freiem Himmel trotzdem machen. Krank im Urlaub ist immer doof, ich hoffe es wurde bald besser. Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende, Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201627. Juli 2025 ·
Hallo ihr Lieben,

ich freue mich sehr über eure Kommentare!
Champagner schrieb:ich hoffe, dass Berti Geröllheimer auch ein bisschen in der Küche mitgeholfen hat
😄 😄 😄 Er war eigentlich ganz brav, aber mit dem Aufräumen hat er's nicht so... Liebe Grüße auch von ihm an die Kleene!
BMW schrieb:folge Deinem Bericht begeistert...
Wie schön, dass du auch wieder dabei bist! Die Farben fand ich auch toll, diese Felsen...
fiedlix schrieb:irgendwann werde ich ein Verbot bekommen deine Reiseberichte zu lesen
Bitte nicht!
fiedlix schrieb:Für mich ist Ruhe und Stille der größte Luxus und hier kann man sie förmlich hören, wundervoll.
Seufz, ja. Das hast du sehr schön gesagt.
Enilorac65 schrieb:Zu schade, dass Thomas krank war, aber immerhin konntet ihr die Übernachtung unter freiem Himmel trotzdem machen.
Ja, immerhin. Beim nächsten Mal müssen wir aber beide fit sein. Eine Wiederholung wäre jedenfalls schön und haben wir fest vor - irgendwann.

Einen schönen Sonntag! Hier geht es heute oder morgen weiter.

Liebe Grüße, Betti
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 27. Juli 2025
555 Beiträge · seit 201728. Juli 2025 ·
Hallo liebe Betti,

da habt ihr uns ja wieder mal einige Schmankerl aufgetischt. Klasse Bericht bisher, schöne Wanderungen und die Nacht unterm Sternenhimmel ist einfach nur mega!!!
Es tut mir aber echt leid für euch beide, dass Thomas so schlecht beisammen war. Im Urlaub ist sowas gleich nochmal doppelt so unangenehm. Hoffentlich war er bald wieder fit.
Ich freue mich auf die Fortsetzung.

Liebe Grüße
Kordula 🙂
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201628. Juli 2025 ·
Hallo liebe Kordula,
Dandelion schrieb:da habt ihr uns ja wieder mal einige Schmankerl aufgetischt.
🙂 😘
Dandelion schrieb:Es tut mir aber echt leid für euch beide, dass Thomas so schlecht beisammen war. Im Urlaub ist sowas gleich nochmal doppelt so unangenehm. Hoffentlich war er bald wieder fit.
Hm, ja, geht so bald... Danke fürs "Mitleiden".
Dandelion schrieb:Ich freue mich auf die Fortsetzung.


Ich bin fleißig dabei. 🙂

Liebe Grüße, Betti
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201628. Juli 2025 ·
14./15.1.: Irgendwo im Nirgendwo

Als ich mit Sonnenaufgang die Augen öffnete, war Thomas schon wach und schaute über das Fußende des Bettes hinweg auf die Ebene, wo das Morgenlicht die Landschaft rötlich färbte. "Guck mal, wie schön das ist", sagte er.

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Entspannt und noch etwas schlaftrunken beobachteten wir, wie unser Felsenzimmer im zunehmenden Licht Konturen bekam und sich die Farben veränderten. Ab und zu huschte ein Klippschliefer durchs Wohnzimmer oder ins Freiluftbad. Ansonsten: Stille.

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Ich schälte mich aus den Federn und sammelte ein kleines Frühstück aus den Kühlboxen zusammen. Dann kroch ich wieder unter die Decke und wir mümmelten gemütlich vor uns hin.

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Um 8 Uhr standen wir auf. Ich duschte unter freiem Himmel, was herrlich war, die Sonne hatte schon wieder Kraft. Thomas begnügte sich mit einer Katzenwäsche, er wollte langsam machen und später im Höhlenzimmer duschen.

Um Punkt 9 Uhr wurden wir wie verabredet abgeholt. Etwas wehmütig verließen wir diesen fantastischen Ort, der meine hohen Erwartungen übertroffen hatte. Ich drehte mich noch einmal danach um. Ich hatte alles daran geliebt.

Wir ließen Thomas bei den Höhlen raus. Ich blieb bis zum Restaurant an Bord, wo ich relativ zügig frühstückte und Thomas etwas hinüberbringen ließ, dann checkte ich schon einmal an der Rezeption aus. Eigentlich muss man die Zimmer um 10 Uhr verlassen haben, wir bekamen aber noch ein wenig Schonzeit.

Ich ließ unsere Sachen, wie sie waren, und trug sie über die langen Treppen zum Auto hinunter. Teilweise Zeugs von der Nacht im Rucksack, teilweise Klamotten im Hauptgepäck. Wir würden in den nächsten beiden Tagen genug Zeit haben, uns neu zu sortieren.

Dann fuhren wir zunächst auf demselben Weg hinunter von der hoch gelegenen Ebene und schließlich über die N1 stramm nach Osten.

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Es war die längste Strecke auf dieser Reise und ich hatte ein bisschen Respekt davor gehabt, doch kaum wieder auf Asphalt, kamen wir auf unserer Fahrt durch schöne und karge Karoo-Landschaft zügig voran.

Wir waren trotzdem nach stundenlanger Fahrt durch die Hitze froh, beinahe am Ziel zu sein. Doch das Tor, zu dem uns das GPS geführt hatte, war verschlossen. Und man konnte deutlich sehen: Den Gravelpfad dahinter hatte schon lange niemand mehr benutzt. Tatsächlich gibt es diese Möglichkeit nicht mehr, sondern nur eine Zufahrt bei Prince Albert. Das bedeutete zwar eine weitere deutliche Verlängerung der Strecke, war letztlich aber ziemlich praktisch.

Denn auf diese Weise konnten wir in dem verschlafenen Städtchen noch im Lazy Lizard einkaufen, einem wunderbaren Café/Deli mit hausgemachten Leckereien. Ich sprang aus dem Auto und besorgte Brot, Käse, Milch, Pasteten und gefüllte Teigtaschen für die nächsten beiden Tage, in denen wir wieder Selbstversorger sein würden. Später war ich froh, dass wir das noch erledigt hatten. Am nächsten Tag noch einmal hin- und herzufahren, wäre in Anbetracht der Strecken-Länge und auch -Beschaffenheit ein ziemlicher Aufwand gewesen.

Foto von 2023
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Es war schon später Nachmittag, als wir am Ortsende auf die Pad nach Weltevrede abbogen. Die 25 Kilometer durch die Ausläufer der Swartberge zogen sich etwas, waren aber gut zu fahren und landschaftlich reizvoll. Wir passierten mehreren Farmzufahrten und Feigenplantagen, weit konnte es nicht mehr sein. Schließlich rollten wir auf den Hof der Weltevrede Fig Farm - die letzte Zufahrt, bevor die Straße endet. Wir fühlten uns wie am Ende der Welt und waren es vielleicht auch.

Ein Ehepaar begrüßte uns herzlich und funkte seinen Schwiegersohn an, der schon bald auf einem Quad herandüste. Jaco war uns auf Anhieb sympathisch. Ein zupackender, vierschrötiger Kerl mit einem Riesenhumor. Er checkte sofort, dass Thomas nicht auf dem Damm war ("Man, you have to take care of yourself") und bemühte sich, uns möglichst schnell in unsere Unterkunft zu bringen. Die lag an diesem ohnehin maximal abgeschiedenen Ort noch einmal fünf Kilometer von den Hauptgebäuden entfernt.

Wir fuhren hinter Jaco her, der nun in ein abenteuerlich aussehendes Gefährt umgestiegen war, folgten ihm durch ein Tor und parkten unseren Wagen direkt dahinter unter einem Schattendach.

Dieser Teil des Grundstücks ist deshalb eingezäunt, weil hier zwei Giraffen leben. Vater und Sohn, ein Ende der Dynastie ist also in Sicht. Früher gab es hier noch mehr und auch andere Tiere, doch sie sind wohl mittlerweile verstorben. Ab und zu sah ich später, wie die langen Hälse der Giraffen zwischen den Baumkronen eines kleinen Wäldchens unterhalb unseres Hauses herauslugten.

Am Unterstand für das Auto packten wir unsere Sachen um, dann ging es die letzten 100 Meter über eine steile Zufahrt zum Haus Fonteinskop hinauf, unserer Herberge für die nächsten Tage. Wir waren durch einen Reisebericht von Casimodo sowie bei Ingrid's Welt darauf gekommen.

In the middle of nowhere: das Haus Fonteinskop
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Thomas als Patient durfte vorne sitzen. Ich hockte hinten auf der Ladefläche und hatte alle Mühe, mich selbst sowie unser Gepäck in der Balance zu halten. Ich musste unwillkürlich lachen: Das ließ sich alles schon einmal ziemlich launig und unkonventionell an. Ich mochte das.

Oben auf dem Hügel angekommen, staunten wir nicht schlecht. Inmitten von Bergen und Halbwüste, lag einsam und malerisch unsere Unterkunft. Unten im Tal sahen wir zwei Häuschen, die schon zum Gamkaskloof Nature Reserve gehören. Seit Jahren habe er dort niemanden mehr gesehen, berichtete Jaco. Wir waren irgendwo im Nirgendwo.

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Doch nicht nur seine Lage ist spektakulär, sondern auch das Cottage selbst. Riesig groß (300 Quadratmeter), toll ausgestattet, mit weitläufigen Terrassen, kleinem Pool und allem Pipapo. Am besten gefiel mir die hübsche Landhausküche, auf deren Esstisch jemand stilecht ein Glas Feigenmarmelade für uns bereitgestellt hatte. Auch der große Tank mit Trinkwasser zum Zapfen war in der Hitze Gold wert.

Im Badezimmer gab es ebenfalls auf der Farm hergestellte Pflegeprodukte, die nach Feige und Pfirsich dufteten. Lediglich das Wohnzimmer war mir etwas zu plüschig, doch wir nutzten es ohnehin nicht. Das Haus war schon so gigantisch groß für uns zwei.

Wir richteten uns ein, dann gingen Thomas nach einem langen Tag die Kräfte aus. Ich war mir sicher, dass er sich hier gut erholen würde. Die Ruhe war einmalig, das Schlafzimmer lichtdurchflutet, der Blick aus den großen Fenstern überragend.

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Wir hätten auch auf der Terrasse in schmalen Einzelbetten unter freiem Himmel übernachten können. Doch das riesige, bequeme Bett im Schlafzimmer war allzu verlockend.

Ich riss aber sämtliche Terrassentüren und Fenster auf, im Haus war es brüllend heiß. Strom gibt es nicht und damit auch keine Klimaanlage. Lediglich einen Ventilator mit Solarpanel. Kühlschrank, Herd und Warmwasserversorgung werden mit Gas betrieben, Petroleumlampen sorgen für Licht. Wir benutzten außerdem unsere Taschenlampen, weil mich der Geruch nach Petroleum im Schlafzimmer störte. Thomas besorgte sich mit Hotspot und Powerbank Internet.

In der Nacht ließen wir ein Fenster im (ebenerdigen) Schlafzimmer weit geöffnet, so wurde es angenehm kühl. Sicherheitsbedenken hatten wir keine. In diese - zumal noch eingezäunte - Abgeschiedenheit verirrte sich sowieso niemand.

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Am nächsten Morgen war ich gut erholt und früh wach. Noch in Schlafklamotte beobachtete ich unsere Nachbarn: ein Schwalbenpaar, das unter dem Dach nistete. Ihr Zwitschern war weit und breit das einzige Geräusch.

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Dann machte ich Frühstück. Thomas schlief noch. Wir hatten nichts vor und Eile schon gar nicht. Ein seltener Luxus, einfach Zeit zu vertrödeln und keine Pläne zu haben.

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Wir faulenzten, lasen, schliefen und liefen manchmal ums Haus. Am frühen Nachmittag braute sich in den Swartbergen links von uns etwas zusammen. Ich wollte gerade nach unten zur Farm, wo es ein kleines Café und einen Hofladen gibt. Ich beschloss, trotzdem loszugehen und sah später, wie es in den Bergen blitzte und regnete. Bei uns kam kein Tropfen an.

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Ich lief von unserem Hausberg herunter, öffnete das Tor und sperrte es sorgfältig wieder ab, nachdem ich mit dem Auto hindurchgefahren war. Ich wollte keinesfalls dafür verantwortlich sein, dass Vater oder Sohn Giraffe das Weite suchten. Als ich gerade aus der Ausfahrt fahren wollte, kam von rechts ein Auto vorbei. Ich wunderte mich. Da war doch eigentlich gar nichts mehr.

Im hübschen Garten vor dem niedlichen Café traf ich die Insassen, die für einen Tagesausflug hergekommen waren. Sie waren bis zum Ende der Farm zum Eingang des Gamkaskloof Nature Reserve gefahren, dort über den Zaun geklettert und gewandert. Unser Vermieter, der diesmal auf einem Roller herangebraust kam und mich freudestrahlend begrüßte, bestätigte, dass das okay und lohnenswert sei. Doch daraus würde zumindest diesmal nichts werden. Thomas war noch zu krank und ich einfach zu faul.

Ich machte stattdessen einen kleinen Rundgang zwischen den Feigenbäumen und bestellte dann eine warme Feigentarte, die beste Tarte meines Lebens.

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Ich ließ mir eine weitere für Thomas einpacken und machte mich dann auf den Rückweg in die noch größere Einsamkeit auf unserem Hügel.

Thomas mochte seine Tarte sehr gern und lief ein wenig durch die Gegend. Diese Ruhe und der Blick, das nutzte sich nicht ab.

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Am Abend hatte er aber wieder weit über 38 Grad Fieber - und ich die Faxen dicke. Am nächsten Tag würden wir vor der Weiterfahrt zu einem von Jaco empfohlenen Arzt in Prince Albert gehen. Thomas murrte. Doch ich war wild entschlossen.

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Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2025
911 Beiträge · seit 201729. Juli 2025 ·
Unter freiem Himmel zu schlafen in so einer traumhaften Umgebung ist sicher ein tolles Erlebnis. Allerdings würde ich aus Angst vor Schlangen kein Auge zu kriegen .... 😕

Genauso wenig kann ich deshalb bei offenen Fenstern schlafen und bin immer heilfroh, wenn es Fliegengitter gibt.
Liebe Grüße Makra
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201630. Juli 2025 ·
Makra schrieb:Unter freiem Himmel zu schlafen in so einer traumhaften Umgebung ist sicher ein tolles Erlebnis. Allerdings würde ich aus Angst vor Schlangen kein Auge zu kriegen
Halli hallo, hmhmhm, daran habe ich offen gestanden keinen einzigen Gedanken verschwendet. Aber jetzt, wo du es sagst... Das könnte ja vor allem in kühleren Jahreszeiten ein Thema sein?!?

Liebe Grüße, Betti
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
1’947 Beiträge · seit 200930. Juli 2025 ·
Makra schrieb:Unter freiem Himmel zu schlafen in so einer traumhaften Umgebung ist sicher ein tolles Erlebnis. Allerdings würde ich aus Angst vor Schlangen kein Auge zu kriegen .... 😕
Genau meine Gedanken! Nie und nimmer würde ich in so einem Felsenspalt schlafen.
Habe es seinerzeit nicht auf Wolwedans im Dune Camp getan, weil ich Schiss hatte die Schlangen kommen das kleine Podest (1-2 Stufen) hoch. Im Namib Dune Star Camp lies ich mich dazu überreden, aber nur weil das Podest ca. 1,5-2 m hoch war.

Liebe Betty, nun möchte ich mich endlich für diesen wunderschönen Reisebericht bedanken. Die Fotos sind ein Genuss und Dein Schreibstil die Kirsche dazu. Danke, dass Ihr dies mir uns teilt. 😘 Sehr gerne erinnere ich mich an unsere Traum-Reise ums Westkap zurück...
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
Themenstarter1’731 Beiträge · seit 201630. Juli 2025 ·
Hallo,
Lotusblume schrieb:Habe es seinerzeit nicht auf Wolwedans im Dune Camp getan, weil ich Schiss hatte die Schlangen kommen das kleine Podest (1-2 Stufen) hoch. Im Namib Dune Star Camp lies ich mich dazu überreden, aber nur weil das Podest ca. 1,5-2 m hoch war.
Das Podest war schon auch ziemlich hoch, aber ich denke, das wäre überwindbar. Ich sollte auch deshalb einigermaßen frühzeitig Bescheid geben, ob wir den Sleep out tatsächlich machen, weil die Mitarbeiter die Umgebung vorab u.a. nach Tieren abscannen. Was das genau beinhaltet, weiß ich nicht. Bei der Vormittagswanderung, die ich ja alleine gemacht habe, habe ich auf jeden Fall sehr darauf geachtet, wohin ich trete.
Lotusblume schrieb:Liebe Betty, nun möchte ich mich endlich für diesen wunderschönen Reisebericht bedanken. Die Fotos sind ein Genuss und Dein Schreibstil die Kirsche dazu.
Vielen lieben Dank für das tolle Kompliment! Das freut mich sehr! 🤪

Liebe Grüße,
Betti
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 30. Juli 2025