KTMThemenstarter185 Beiträge · seit 201017. Jan. 2025 ·
13. November:
Um 4 Uhr (!!!) früh kommen die ersten Dunebasher und rattern mit ihren übertourigen Motoren die Dünenkämme hinauf und hinunter und hinter unseren Köpfen vorbei. Wie gut, dass wir einen möglichst sicheren Schlafplatz gefunden und gebaut haben und so halbwegs beruhigt noch bis 5.30 Uhr schlafen können!
Es war dies der vielleicht absurdeste Zeltplatz dieser Reise, zumindest aus europäischer Sicht. Ein letztes Mal Zelt zusammen packen und dann auf nach Riad. Zum Glück findet Dietmar eine Piste hinaus auf die Autobahn, sodass wir nicht noch einmal durch diesen abscheulich vermüllten See und sogenannten Nationalpark fahren müssen.
Heute sehen wir auch, das sich am Rande dieses Nationalparks eine ganze Kompressor-Dienstleistungszeile gebildet hat. Riesige Kompressoren helfen dabei, den Reifendruck für die waghalsigen und wilden Dünentouren anzupassen. Wir sind froh, von hier weg zu kommen.
Dietmar fährt äußerst konzentriert die zwölfspurigen Autobahnen hinein in den Westen von Riad. Dort findet er sofort die Zufahrt zum diplomatischen Quartier. Bei der Einlasskontrolle der Polizei erzählt er total überzeugend, dass wir Gäste des Marriott-Hotels wären – wir dürfen passieren. Hier drinnen ist schlagartig alles anders, eine andere Welt tut sich auf: Es gibt viele gepflegte Gärten, interessante Straßenverläufe, Straßenbegleitgrün, lauter feine, internationale Menschen, homogene, stimmige und zum Land passende Architektur. Also alles so, wie wir es in drei Wochen nirgendwo im Land gesehen haben. Eine total künstliche, angenehme Welt mit westlich gekleideten Frauen und gepflegten Tankstellen.
Dietmar fährt entlang der vielen Botschaften, übrigens in einem recht unindividuellen, gleichen Wüstendesigner-Baustil gehalten, wo wir auch die österreichische und die deutsche finden. Das sind diejenigen, bei denen kein Schlagbaum die Zufahrt versperrt. Die dazugehörigen feinen Wohnviertel der Botschaftsmitarbeiter schauen wir uns ebenfalls an. Kurz gehen wir in einem kleinen Park spazieren und nehmen die noble Atmosphäre dieses künstlichen Sperrgebiets auf. Und es wird wie überall auch hier viel gebaut, dieser Vorzeigebezirk soll erweitert werden. Schon jetzt gibt es hier große regierungsnahe und internationale Vereinigungen, Ämter, Ministerien, … Wir sehen Baustellen von modernen Townhouse-Compounds im amerikanischen Stil und mit europäischer Architektur. Dietmar und ich erinnern uns an das Botschafts-Viertel in Muscat, das wir im Vergleich viel edler, architektonisch abwechslungsreicher und lebendiger empfunden haben.
Ganz in der Nähe (nur 5 km entfernt) zum diplomatischen Quartier liegt das berühmte Diriyah. Obwohl wir wissen, dass dieses „old town“ eher disneymäßig für Touris aufgezogen ist, wollen wir es trotzdem sehen. Es wäre schade, es nicht besucht zu haben und es dann in den nächsten Jahren in sämtlichen Saudi Arabien Rundreise-Programmen zu lesen. Denn nach saudischen Plänen soll der gemeine Tourist hier abgeholt werden.
Und dafür tut man hier auch echt etwas: Ein Teil dieser Altstadt (Unesco-Erbe) wurde schon renoviert und ein ganz hipper Terrassenbezirk mit Geschäften für internationale Brands, Cafés, Restaurants und Visitor Center drumherum gebaut, samt kostenpflichtiger Tiefgarage für horrende 10 Euro pro drei Stunden. Aber das ist noch lange nicht alles: Wir fahren kilometerweit durch Baustellen, die Diriyah weiterentwickeln. Man hat hochfliegende Pläne, es soll ein riesiger, feiner Stadtbezirk entstehen, mit Kultur und Immobilien, Einrichtungen der gehobenen Art, es sollen Universitäten gebaut werden und Theater.
Wir irren relativ lange kreuz und quer herum, bis wir endlich das rettende und wie schon gesagt teure Parkhaus erreichen. Dass wir uns ein wenig verfahren, ist aber gar nicht so schlecht, denn dadurch gewinnen wir einen Eindruck über die enormen Dimensionen dieses Megaprojekts. Unser Weg führt zuerst natürlich zu einer Infostelle, wo wir endlich wieder einmal ein Handy zum Laden abgeben können. Es ist schon absurd: Da reisen wir durch ein Land mit unendlich viel Strom (für den die Menschen hier nicht einmal bezahlen müssen) und haben selbst größte Schwierigkeiten, unsere Telefone am Laufen zu halten. 🙂
Anschließend schlendern wir durch diesen künstlichen Kosmos, der so tun möchte, als wäre er ein alter, gewachsener, lebendiger Stadtteil. Wir besuchen abartig teure Souvenirläden mit feinster Porzellanware, auch gläserne Schwerter und Dolche sowie edelste Decken könnte man kaufen. Die Ware ist präsentiert wie in einem Museum. Ebenso befremdlich erscheinen uns Kaffeehäuser nach Pariser Art mit klingenden Namen wie „Depuis 1983“ 😄 und Konditoreien mit europäischen Köstlichkeiten.
Die old town ist „perfekt“ renoviert und empfängt uns – wie wir jetzt bereits wissen, recht landestypisch – mit jeder Menge kleiner Wasserflaschen und sehr viel Personal, das freundlich darauf achtet, dass kein Besucher in dem engen Gassengewirr verloren geht. Wir interessieren uns für das Museum zur Stadt- und Landesgeschichte und würdigen den üppigen und edel dargestellten Stammbaum der Königsfamilie. Wir interessieren uns auch für das Museum über die Araberpferde, für das Waffenmuseum interessieren wir uns weniger.
Es gibt ein historisches Studentenheim zu sehen, ehemalige Moscheen und Paläste und am Ende haben wir sogar noch kurz Zeit für einen kleinen Spaziergang im wunderschön angelegten Garten in der Oase.
Das alles, wie so oft bei staatlichen Einrichtungen, ohne Eintritt. Jetzt haben wir Hunger und wollen natürlich nicht in den überteuerten Touri-Lokalen im westlichen Stil essen. Nebenbei: Nie auf unserer Reise zuvor haben wir so viele Touristen und westliche Expats gesehen wie hier in Old Diriyah. Unser Plan, einfach ein Lokal zu suchen, in dem die Gastarbeiter der umliegenden Baustellen zum Essen kommen, geht voll auf. Etwas abseits in einer noch nicht so aufpolierten Gasse finden wir, was wir suchen. Ein einfaches Lokal mit sehr regem Betrieb und vorzüglichem Essen. Für uns gibt es heute Lamm mit Salat, Reis mit etwas Hendl und leckeres warmes Brot, dazu eine erfrischende Kräutersauce. Ausgezeichnet schmeckt es. Dass ich die einzige Frau in dieser sehr vollen Kaschemme bin und wieder von allen angestarrt, oft auch nett angesprochen werde, ist für uns schon geradezu normal geworden.
So derart gestärkt haben wir Lust auf ein neues Unterfangen und fahren ins ebenfalls im Westen der Stadt gelegene Künstlerviertel Jax. Schon auf dem riesigen Jax-Parkplatz wird uns klar, dass auch hier unsere westliche Erwartungshaltung nicht zur Realität passt. In typischer Berliner Kunstszene-Manier haben wir ein paar schmuddelige, alte Hallen - von denen es ja genug gäbe im Land - erwartet, die man Künstlern für geringe Mieten zur Verfügung stellt.
Was wir aber sehen, ist total etabliert! Wenn der Staat hier etwas will, dann macht bzw. kauft er es: Riesige, neue, bestens ausgestattete Hallen auf einem sehr großen Gelände beherbergen einen ganzen, professionellen Kunstcampus mit Galerien, Cafés, hippen Brandstores mit westlicher Kleidung und schicken Accessoires. In einem großen, musealen Hauptgebäude läuft gerade eine große Ausstellung zu zeitgenössischer chinesischer Kunst. Wir sind aber heute an saudischer Kunst interessiert und konsultieren diesbezüglich zuerst einmal den Museumsshop. Dieser hat zu diesem Thema allerdings nur zwei Bildbände anzubieten, darin enthalten vor allem Fotografien mit gängigen saudischen (Wüsten-) Motiven.
Wir hatten gehofft, hier Künstler in ihren Ateliers anzutreffen, darum wandern wir das gesamte Areal ab, an dessen Ende man übrigens einen tollen Blick auf einen Teil von Riad hat, aber alles wirkt merkwürdig geschlossen. Ab und zu sieht man, dass Ateliers gerade für Ausstellungen vorbereitet werden. Dazwischen für uns enttäuschend meist hippe working space-Büros. Dietmars Neugierde und Hartnäckigkeit ist es letztlich zu verdanken, dass wir am Ende doch noch fündig werden. Dietmar schaut einfach ganz frech und konsequent hinter jede geschlossene Tür. Manche Türen sind abgesperrt, hinter anderen befindet sich entweder nichts oder eine Baustelle. In einem Fall eine Malschule, ab und zu Security und aus einer lugt schließlich ein freundlicher Künstler heraus und bittet uns äußerst einladend in sein Atelier!
Nie zuvor habe ich ein so hippes Atelier gesehen! Es ist riesig und wirkt eher wie eine 400 qm Berliner Loftwohnung. Und wirklich gibt es neben der Kunst und dem Arbeitsbereich eine moderne Küche (wir bekommen echten, italienischen Espresso-Kaffee!), eine Sofalandschaft mit Wohnwand und Flatscreen, ein Fitnessstudio, ein Büro, … Alles offen und westlich fancy gestaltet! Neben dem Atelier ist dies auch die perfekte Partylocation.
Diese veranstaltet er hier auch immer wieder, wie uns der Künstler erzählt. Er spricht super Englisch und erklärt uns einiges zu seinen Kunstwerken und zu seinem Werdegang. Als Autodidakt hat Nasser al Turki es zu einem der angesehensten Künstler des Landes geschafft. Gut, viel Konkurrenz gibt es nicht. Nasser al Turki erzählt von rund zwanzig Leuten, die sich in Jax eingemietet haben. Er selbst hat weltweit ausgestellt bzw. war an Ausstellungen beteiligt. Sogar in Wien war er einmal und hat von dort eine Zugfahrt in die Schweiz und andere Länder unternommen. Er zeigt uns Arbeiten von vor 30 Jahren , die noch recht traditionell und mit klassischen Motiven daherkommen.
Heute macht er verschiedene, teilabstrakte, großformatige Gemälde und Skulpturen, teilweise leicht erotisch, oft ironisch. Der Mann muss in Saudi Arabien unheimlich etabliert und bekannt sein, und es ist uns eine Ehre, bei ihm zu Besuch sein zu dürfen. Er hat keinen festen Vertrag mit einer Galerie, um „frei zu sein“, wie er sagt. Die Fänge des Kunstmarktes reichen also bis nach Riad. Zum Abschluss unseres Besuches schenkt er uns ein Oud, den klassisch arabischen Duft, um Innenräume zu beduften.
Wir bekommen in diesem Land so viel geschenkt! Beglückt von diesem netten Atelierbesuch schlendern wir weiter durch Jax, und bewundern die Street Art, mit der die Künstler ihre Ateliers teilweise von außen gestaltet haben, bis Dietmar in ein weiteres Atelier hinein schnofelt (zu deutsch: seine Nase hineinsteckt).
Es herrscht Betrieb, man ist in den letzten Vorbereitungen vor der Ateliereröffnung. Wir dürfen gerne trotzdem schon hereinkommen, werden freundlichst mit Wasser empfangen und man ruft nach der Künstlerin.
Nach einer Weile kommt Noura bin Saidan. Wir haben das große Glück uns mit der ersten saudischen Street Art-Künstlerin unterhalten zu dürfen. Auch hier merken wir sofort, wie sehr etabliert sie ist, was unsere spätere Internet-Recherche nur bestätigt. Ihre Verwandtschaft und Familie kommt aus der Immo-Branche und steht voll hinter ihrer Arbeit. Sie hat schon mehrere staatliche Großaufträge wie z.B. eine Tunnelgestaltung in Riad bekommen und sie ist die einzige saudische Frau, die wir auf unserer Reise ohne Abaya zu sehen bekommen. Sie ist die gefragte Interview-Partnerin für Vorzeigefrauen für ausländische Medien, regelmäßig fliegt sie zu ihrem Bruder nach Wiesbaden, ihr Englisch ist super und wir fühlen uns wohl bei ihr. Sie erzählt uns von einer schwedischen Malerin, die in den 1980er Jahren saudische Motive gemalt hat. Von ihr wurde Noura inspiriert und jetzt, 30, 40 Jahre später, fand ein Treffen mit dieser Mentorin statt (die ihr dann ein Gemälde geschenkt hat, welches Noura als 16-jährige kopiert hatte).
Die Künstlerin erklärt uns Details (Thematik, Ornamentik, …) aus ihrer Arbeit, sie erzählt uns von der Nationalhymne, die sie in einem Prestigeprojekt verarbeitet hat und verabschiedet uns schließlich mit Lesezeichen und Notizblock mit Gemälden von ihr. Schon wieder gibt es Geschenke! Und wieder eine so beglückende und bereichernde Begegnung!
Jetzt müssen wir uns aber tummeln (zu deutsch: beeilen), schließlich haben wir für diese Nacht ein Privatzimmer gemietet und die Schlüsselübergabe findet bis 18 Uhr statt. Zum Glück liegt es nicht weit weg, nur ca. 10 km, das ist ein Katzensprung in dieser Stadt. Wenn da nur die Baustellen nicht wären. Und die damit verbundenen Abfahrten und blockierten Kreuzungen und Kreisverkehre.
Dietmar kann im voraus gar nicht wissen, wann und wo er auf die Abbiege-Autobahn fahren muss. Einmal falsch vermutet… und schon sind es viele, viele Kilometer mehr und ohne Aussicht auf einen U-Turn. Dafür aber mit viel Stau und dem ganz normalen Alltagswahnsinn im Straßenverkehr – irre! Ich verstehe äußerst gut, dass es Dietmar diesbezüglich heute einfach auch einmal zu viel wird und er für seine Verhältnisse richtig wütend und entmutigt wirkt. Mit viel Schwitzen und Schimpfen und auch ein bisserl gutem Zureden kommen wir schließlich um 18.03 Uhr an besagtem Haus an, von dem wir nur eine arabisch geschriebene Adresse hatten. Nur ist außer einer müden, schönen Katze auf einem Autodach weit und breit niemand zu sehen, der uns erwartet. Dietmar durchsucht alle Eingänge der umliegenden Mietshäuser – nichts. Ja, da werden schon Zimmer vermietet, aber… ???
Dietmar ruft die angegebene Telefonnummer an und wir erfahren von einem durchaus netten Vermieter, dass er seit einem Jahr gar keine Apartments mehr vermietet. Sein Hilfsangebot, nämlich seinen Bruder zu fragen, ob der noch ein freies Apartment habe, lehnen wir ab. Der Typ scheint auch froh darüber zu sein. Wir fragen uns nicht lange, warum die Unterkunft dann auf Booking buchbar war, sondern suchen einfach neu.
Und weil es jetzt schon 18.30 Uhr ist, haben wir Glück und angeln uns ein richtiges Schnäppchen! Genau in der Gegend, die wir morgen ohnehin besuchen wollen, bietet man uns für 400 Saudische Rial ein super Zimmer mit Blick auf die Stadt! Wir sind total begeistert und für Dietmar ist diese Ankunft im Hotel der Himmel auf Erden, sodass wir beschließen, bis zum Ende unserer Reise im Hotel „Al Muhaideb Residence“ in Al Murabba zu bleiben.
Es tut so gut zu sehen, wie bei Dietmar bei Begrüßungskaffee mit Datteln und Sesampaste im Zimmer die Anspannung langsam abfällt. Das moderne Hotel hat erst ein halbes Jahr geöffnet, was für ein Genuss nach Zeltnächten und Verkehrsstress! Wir richten uns gemütlich ein, duschen ganz ausführlich und fallen dann in ein halbwegs weiches, sauberes Bett und in einen tiefen, langen Schlaf.
Ich bin ganz fasziniert von eurem Reisebericht und fahre bis nach Riad mit.
KTMThemenstarter185 Beiträge · seit 201018. Jan. 2025 ·
Hallo Hella,
vielen Dank für Dein Interesse und Dein Durchhaltevermögen! Hier kommt gleich für Dich und alle Mitreisenden der nächste abwechslungsreiche Tag in Riad!
Liebe Grüße, Dietmar
KTMThemenstarter185 Beiträge · seit 201018. Jan. 2025 ·
14. November:
Im Muhaideb Residence Hotel haben wir sogar Frühstück! Weil es sich anfühlt wie Urlaub vom Urlaub, esse auch ungewohnterweise ich davon, was mich natürlich dann sehr müde macht. Unser tolles Hotel liegt so nahe (3 km), dass wir heute zum Nationalmuseum zu Fuß gehen können. Es liegt in einer nach westlichem Vorbild konzipierten Gegend, darum gibt es hier sogar Ampeln und Gehsteige (zu deutsch: Bürgersteige). So kommen wir tatsächlich unfallfrei beim Museum an, wobei man als Fußgänger auch bei grüner Ampel oder am Zebrastreifen immer Nachrang hat.
Der Eintritt ist frei, wir werden allerherzlichst begrüßt und schauen uns die große Ausstellung dann in Ruhe an. Es ist ein guter, abrundender Abschluss unserer Tour, und ob der Dimension des Museums sind wir gar nicht böse, dass ein Teil der Ausstellung „under construction“ ist. Schließlich wartet nebenan noch das königliche Museum mitsamt der königlichen Autoausstellung auf uns.
Ja, und zuletzt besichtigen wir noch den renovierten Murabba-Palast von König Abdul Aziz al Saud. Alles recht interessant! Auch in den Fotos von königlichen Festen, die sich kaum von unseren Kabsa-Gelagen in einfachsten saudischen Restaurants unterscheiden, finden wir Teile unserer Reise wieder 🤪 . Im Innenhof des Palastes leben schöne, grüne Papageien.
Durch all die interessanten Museen verfliegt unsere Zeit, und so ist es schon 14.30 Uhr, als wir uns aufmachen, um noch weiter südlich zum Bathaa-Souk zu gehen. Es ist nicht der für Touristen empfohlene und gestaltete Souk, sondern er richtet sich in erster Linie an Gastarbeiter und weniger wohlhabende Menschen. Ein großes Kontrastprogramm zum pipifeinen Museumsbezirk!
Auf dem Weg dahin kommen wir am königlichen Wasserturm vorbei, er ist umgeben von einem Vergnügungspark und soll in den nächsten Monaten für Besucher samt Höhenrestaurant zugänglich gemacht werden.
Dann passieren wir einen lauten, quirligen, aber enorm grindigen (zu deutsch: schmuddeligen) Busbahnhof. Von hier starten die Pilgerfahrten nach Mekka und Medina, und es gibt hier sehr viele Reisebüros, die genau diese Pilgerfahrten verkaufen. Der Gast erfährt dort im Detail, wie sein Hotelzimmer aussieht und mit welchem Stoff der Sitzplatz im Bus bezogen ist. 🙂 Daneben gibt es auch Reiseagenturen, die auf Indien, Pakistan, Bangladesch, Indonesien, … - also Gastarbeiter – spezialisiert sind. Alles recht interessant!
Wir fallen hier deutlich auf, genauso fremd sind wir dann auf dem benachbarten Souk. Kaum je auf unseren Reisen waren wir irgendwo, wo wir so sehr beäugt wurden und wo von beiden Seiten ein echtes Interesse am Gegenüber herrschte. Viele sprechen uns an, niemand drängt uns etwas auf. Wenn wir etwas nicht kennen, versucht man es trotz aller Sprachbarrieren zu erklären. Die Menschen (also die Männer) sind unglaublich freundlich zu uns! Wir sind weit und breit die einzigen westlichen Gestalten.
Im Nussgeschäft dürfen wir erst probieren, bevor wir kaufen, dann bekommen wir noch Schokolade obendrauf geschenkt. Wir dürfen alles fotografieren, gerne auch mit den Menschen. Niemand benimmt sich unangenehm, wenn wir nichts kaufen, aber viele gruppieren sich neugierig rund um uns, sobald wir mit jemandem sprechen.
Im Goldsouk wird mir eine schwere saudische Kette fürs Foto umgehängt, anderswo erstehen wir einen schönen neuen Koffer zum Heimfliegen für 18 Euro und kaufen Streetfood bei einer Indonesierin. Als ein halbwüchsiger junger Saudi erfährt, dass Dietmar und mich nur ein Jahr Altersunterschied trennt, stößt er ein – Dietmar zutiefst bedauerndes – „Oh my God!“ aus! Dietmar ist also zu bedauern, weil er mit so einer alten Schachtel leben muss. 😄 Wir staunen allerdings eher über seinen Ausspruch, denn das Wort „Gott“ und andere Begriffe aus fremden Religionen dürfen im Land, auch in Fremdsprachen, eigentlich gar nicht ausgesprochen werden.
Ganz besonders fasziniert bin ich vom Gewürzsouk. Ich habe aber gar keine Chance, meine Reisgewürze und die Hibiskus Blüten zu kaufen, das heißt zu bezahlen, weil der junge Pakistani sie uns einfach schenken will. An einem anderen Stand bekommen wir auch Süßigkeiten geschenkt, einfach weil wir fremd sind! Unglaublich!!! Es sind nicht die verworrenen Gässchen oder die exotischen Waren, sondern die unglaubliche Freundlichkeit der Menschen, die die besondere Atmosphäre dieses Souks hier ausmachen.
Beglückt, fröhlich und beschwingt wandern wir wieder zurück. In den Grünanlagen vor dem Nationalmuseum machen wir Rast für ein Picknick, müssen unser Abendessen dann aber mit einer Katze teilen, die unser Essen stibitzt 😁 , während Dietmar und ich gerade abgelenkt sind.
Abgelenkt werden wir von einer großen Schar Saudis, die gerade ins Museum kommt. Die gut Englisch sprechenden Leute sind von Tourismusministerium und da sind wir doch genau die richtigen Interviewpartner für sie! Die Gespräche sind unheimlich nett, aber für uns ist schnell klar, dass touristischer Erfolg und Qualität hier von oben vorgegeben sind und sich nicht unbedingt mit dem decken, was Dietmar und ich suchen. Da stehen Quadbike-Dunebashing Touren und tolle, westliche Lounge-Restaurants gegen unvermüllte Natur und kulturelle Identität.
Gästen muss man natürlich etwas schenken und weil sonst gerade nichts zur Hand ist, bekomme ich dieses Mal ein tolles Parfum von der saudischen Nobelmarke „OUD“ geschenkt – einfach unglaublich!
Übervoll mit schönen Erlebnissen an diesem autofreien Tag kehren wir in unser super Hotel zurück. Man bringt uns Datteln mit Sesampaste, dann brechen wir noch einmal auf, um beim benachbarten Hyper LuLu Souvenirs zu kaufen. Als wir dann allerdings sehen, was für ein Betrieb hier am Donnerstag Abend herrscht, sind wir so erschlagen von dem Gewusel, dass wir unser Ansinnen auf morgen vertagen und uns stattdessen das Shopping-Gewusel an sich geben und die shoppenden Menschen beobachten. Unglaublich! Shopping scheint einfach ein Lebensinhalt zu sein. Die Kinder werden derweilen in den grellbunten, lauten, quietschenden, schrillen Automaten-Kinderspielplätzen abgegeben. 😵
Wir schauen uns alles an, werden noch eingeladen, von den französischen Äpfel zu probieren, die an einem Stand von den als Landfrauen verkleideten Gastarbeiterinnen gerade promotet werden. Dann verschwinden wir in unserer Hoteloase und bald darauf im Bett.
KTMThemenstarter185 Beiträge · seit 201019. Jan. 2025 ·
15. November:
Wieder haben wir erquicklich geruht! Der heutige Freitag soll für allerlei Erledigungen genutzt werden. Nach dem Frühstück besucht Dietmar zuerst den nahegelegenen indischen Friseur. Unter all den vielen wählt er den, der gestern immer schon so freundlich gegrüßt hat. Eine gute Wahl! Richtig fesch (zu deutsch: gutaussehend) sieht er aus, mein Dietmar, als er nach einer Stunde hübsch und duftend und sogar mit Kopf- und Handmassage bedacht, ins Hotel zurückkehrt. Auch der Bart ist frisch gestutzt, die Augenbrauen in Form gebracht, die Nasenporen gereinigt. Ich habe einen neuen Mann 😄 !
Und der bricht nun auf, um unsere Campingsachen loszuwerden, während ich im Hotel Tagebuch schreibe. Wegen der freitäglichen, halbwegs entspannten Verkehrslage kommt Dietmar relativ gut und problemlos voran. Die jungen Männer, denen wir vor drei Wochen versprochen haben, den Kanister zurück zu bringen, sind heute leider nicht in der Werkstatt. Aber ein anderer netter Gastarbeiter hilft Dietmar mit einer abgeschnittenen Wasserflasche beim Tanken aus dem Kanister und freut sich dann über unseren Gaskocher samt Nachfüll-Kartuschen.
Gut gelaunt und wohlbehalten und immer noch sehr friseurschön kehrt Dietmar zu mir zurück, dann gehen wir auf unsere beliebte Weise essen. Wieder schmeckt es vorzüglich, wieder ist es zu viel und kostet fast nichts, aber bald habe ich jetzt für eine Weile genug Reis und Hendl gegessen. Wir kaufen noch reichlich Datteln, Nüsse, Dattelsirup und Gewürze als Souvenirs beim Hyper LuLu.
Am Abend führt Dietmar mich dann aus in den König Salman Park. Zusammen mit sehr vielen Einheimischen verbringen wir einen romantischen Vollmond-Abend in diesem Park. Für uns sind es weniger die grünen Rasenflächen, sondern die unbegrenzten Möglichkeiten, Leute zu beobachten, die diesen Ausflug attraktiv machen. Männer (ab und zu auch Frauen) beim Beten, hunderte bunte Kinder auf dem Spielplatz, Familien bei der Bummelzug-Fahrt, Paare und Gruppen beim Picknicken.
Der große Springbrunnen bietet eine Wasser- und Lichtshow mit tanzenden Fontänen und sogar mit Musik(!!!) unterlegt. Es gibt Restaurants, Cafés, sowie Pommes- und Eisstandln (zu deutsch Buden), man kann stundenweise große Zelte mit Teppichen für das Familienpicknick buchen, und für die Kinder gibt es Hüpfburgen. Manche kleine Kinder haben einen Roller, ganz moderne ab und zu auch schon ein kleines Fahrrad. Und für uns besonders lustig: Es gibt eine große, eingezäunte Fläche, auf der auch Frauen das Fahrrad-Fahren, das ihnen erst seit 2013 gestattet ist, ausprobieren können. Es sind überdachte Doppelräder, damit auch niemand umkippt, und die Frauen, meist in Gruppen, haben sichtlich großen Spaß daran. 🙂
Dietmar und ich schlendern lange umher, lassen alles auf uns wirken und haben Freude an den vielen fröhlichen und freundlichen Menschen. Uns fällt schon auf, dass das Publikum hier keinesfalls Gesellschafts-repräsentativ, sondern recht offen und modern ist.
Zurück im Hotel zappen wir uns durch das saudische Fernsehprogramm, um auch davon einen Eindruck zu erhalten. Bemerkenswert, aber passend: Alle Frauen sehen im Fernsehen komplett gleich aus und benehmen sich wie KI-generierte Barbiepuppen. Wir verstehen immer mehr, warum Saudi Arabien weltweit führend im Konsum von Schönheitsprodukten ist. Die ersten vier bis fünf Sender haben alle religiösen Inhalt.
Frauen-Diskussionsrunde im TV
Ein gemütlicher Tag geht zu Ende!
KTMThemenstarter185 Beiträge · seit 201020. Jan. 2025 ·
16. November:
Beim Aufwachen erzählt mir Dietmar, dass er uns nachts um 2.45 Uhr auf beide Rückflüge eingecheckt hat – irre! Der Mann überrascht mich immer wieder. Nach dem Frühstück versuchen wir recht erfolglos, über die Hotelrezeption unserer Autovermietung mitzuteilen, dass wir heute spät Abends unseren Isuzu am Flughafen zurückgeben möchten.
Sicherheitshalber will Dietmar direkt im innerstädtischen Key Car-Büro vorstellig werden und nimmt dafür eine 3.5 km Wanderung (in eine Richtung) durch Riad auf sich. Leider ist diese dann recht umsonst, weil trotz ausgehängter Öffnungszeiten keiner da ist. Tourismus und Kinderschuhe und so… Ein einsamer Ägypter wartet auch umsonst auf sein vor zwei Stunden gebuchtes Auto. Er kennt Key Car und versichert Dietmar, dass man das Auto am Flughafen rund um die Uhr zurückgeben kann.
Dietmar sieht auf seiner Wanderung noch den Faisaliah Tower vom Architekten Norman Foster aus der Nähe sowie den ersten Friedhof unserer Reise: Trist und sehr unscheinbar liegen kleine Schotterhäufchen mit ganz kleinen, flachen Tafeln davor, hinter einer der tausenden Mauern. Ein Security Mensch klärt sofort darüber auf, dass Dietmar nur in den nicht-muslimischen Teil fotografieren darf.
Friedhof am Abend fotografiert
Nach Dietmars kleinem Ausflug versuchen wir im abgedunkelten Hotelzimmer ein kleines Stündlein zu schlafen, damit die kommende Nacht nicht ganz so anstrengend wird. Um 15 Uhr müssen wir auschecken und es wird Zeit, sich von unserem erholsamen Zimmer, aber auch von meinen alten Brooks-Laufschuhen und den glitzernden alten Schlapfen (zu deutsch: Pantoffeln) zu trennen. Da der Mülleimer schon komplett übervoll ist, stelle ich meine ausgedienten Schuhe einfach daneben. Aber so einfach ist das nicht: Gerade als wir den Parkplatz der Tiefgarage verlassen wollen, eilt winkend der umsichtige Hausgeist herbei, um die neben dem Müll „vergessenen“ Schuhe nachzubringen. Wir wehren chancenlos ab, er wirft sie auf unsere Ladefläche.
Unser Flug geht erst in 12 Stunden und so haben wir ausführlich Zeit für ein allerletztes saudisch-indisches Essen. Für heuer (zu deutsch: dieses Jahr) reicht es nun wirklich mit Hendl und Reis! Das Gericht wird schön angerichtet auf einem Silbertablett zu unserem Platz gebracht, wir erwarten, dass der Kellner es vor uns abstellt, stattdessen aber kippt er unser Lunch einfach auf die dünne Plastiktischdecke. Diese Art des Speisen Servierens haben wir bei Einheimischen auf unserer Reise immer wieder gesehen. Als uns nun selbst Hendl und Reis vors Gesicht gekippt werden, müssen wir schon sehr lachen. Kurz nach diesem heutigen Mahl sehen wir übrigens das einzig lebendige Huhn dieser Reise. Es ist hübsch und wird von einem Saudi liebevoll spazieren getragen.
Eigentlich wollen wir heute Fort Masmak anschauen, es ist wegen Renovierungsarbeiten aber leider gerade geschlossen. Das ist weiter nicht schlimm, wir vertreiben uns die nächsten Stunden mit der Besichtigung der Umgebung: Safat Clock Tower und Safat Square – hier wurden bis vor nicht allzu langer Zeit öffentliche Hinrichtungen abgehalten; jetzt ist es ein Platz mit schicken, modernen Cafés und vielen Touristen. Die Imam Turki bin Abdullah Grand Mosque sehen wir nur von außen und sind architektonisch nicht besonders angetan von ihr.
Wir gönnen uns einen letzten Mango-Juice, beobachten lange das Treiben auf den recht belebten Plätzen und bummeln durch den ansprechenden Al-Zel Souk. So besonders gut gefällt es uns hier nicht, man merkt, dass man hier an Touristen gewöhnt ist und auch sonst ist hier alles etwas glatter und moderner.
Wir kaufen auf dem angrenzenden, touristenfreien Schnäppchen-Souk ein ganz liebes Gweisert (zu deutsch: Geschenk zur Geburt) für eine Freundin und für uns einige Samosas als Reiseproviant. Den Marktfrauen schenke ich meine Abaya und bin froh, dass ich sie los bin. Wir genießen noch eine Weile das typisch abendliche saudische Treiben auf den Plätzen und bummeln noch einmal große Teile des Souks ab.
Unsere allerletzten Rial wollen wir bei einem Hyper LuLu loswerden und rechnen auf den Cent genau aus, wie wir das sinnvoll in drei Wasserflaschen und eine Banane umsetzen können. Meine Schuhe bin ich immer noch nicht los geworden, auf einer Tankstelle auf dem Weg zum Flughafen werfe ich sie später einfach in den Müll. Auch Dietmar freut sich, dass er dort die dreckige Autoplane und die zerschlissenen Lederhandschuhe genussvoll entsorgen kann.
Dietmar muss jetzt noch einmal quer durch Riad fahren, am Flughafen wieder zu Key Car finden, und nach dieser letzten Herausforderung freuen wir uns über 5993 unfallfreie Kilometer! Key Car ist wie schon mit der Reservierung, Buchung und im Handling des Patschens (aufmerksame Leser kennen das Wort schon aus unserem Reisebericht, s. 30. Oktober 😎 ) auch mit der Rückgabe des Autos überfordert, zahlt uns aber überraschend wegen der verfrühten Rückgabe (wir hatten ursprünglich für ein Monat gemietet) 260 Rial in bar aus. Jetzt haben wir also wieder saudisches Bargeld, und es ist gar nicht so einfach, dieses Geld in Euro wechseln zu lassen. Irgendwann gelingt es doch, es bleiben nun aber wieder 33 Rial übrig, die wir jetzt im Duty Free verprassen wollen.
Wir finden zwei Packungen saudische Dattelkekse für 15 Rial pro Stück. An der Kasse werden wir allerdings nur 15 Rial los, weil sie für „1+1“ im Angebot sind! Ok, dann eben vier Packungen Dattelkekse, bleiben immer noch 3 müde Rial. Wider Erwarten finden wir einen Minikrapfen (zu deutsch: Doughnut 🙂 ) für 2 Rial. Wir tun dem Verkäufer leid, weil wir nicht mehr Geld haben, und er schenkt uns einen großen Krapfen und zwei kleine für die insgesamt 3 Rial. Einfach unglaublich!!
Wir haben auf dieser Reise so viel geschenkt bekommen, so unendlich viel Gastfreundschaft erlebt, soviel gesehen und erlebt, so viel verstanden und noch viel mehr nicht verstanden, und sind sehr, sehr dankbar für diese intensiven drei Reisewochen in Saudi Arabien!
Wir gratulieren allen, die es tatsächlich geschafft haben, diesen Reisebericht bis zum Ende zu lesen und bedanken uns für Euer Interesse! Es war uns ein großes Vergnügen, unsere Erfahrungen und Erlebnisse mit Euch teilen zu können. Auf diese Weise konnten wir selbst vieles noch einmal Revue passieren lassen! Wir bedanken uns bei Euch fürs Mitlesen und -fahren, Begleiten und ganz besonders auch für die netten Kommentare und die zahlreichen „Dankes“! Nun wünschen wir Euch ebenfalls bereichernde, interessante und schöne Reisen sowie erholsame Urlaube!
Herzlich grüßen Euch Dietmar und Elisabeth, die sich jetzt dringend auf die kommende Afrikareise vorbereiten müssen!
Vielen, vielen Dank für diesen ausführlichen, informativen, spannenden, unterhaltsamen Reisebericht!!
Ihr habt mein Interesse für Saudi-Arabien weiter gesteigert. Wie gerne würde ich auch in dieses Land reisen! Doch leider passen die Gruppenreisen, die ich bisher gefunden habe, entweder terminlich nicht oder sind nur kulturell geprägt. Ich würde auch gerne die Wüstenlandschaften sehen und campen...
Für die weiteren Reisen wünsch ich euch alles Gute! Liebe Grüße - der Signatur und den herrlichen Dialektwörtern nach einfach auf die andere Seite des Inns geschickt
Vielen Dank für euren großartigen Bericht von einer Reise durch ein mir vollkommen unbekanntes Land (außer einigen Meldungen aus den Nachrichten) mit vielen freundlichen Menschen, die auf euch Touristen neugierig waren. Ich hätte mich niemals getraut, im Freien einfach wild zu campen, aber das hat euch auch viele interessante Begegnungen ermöglicht. Vor ca. 20 Jahren bin ich 1 Woche zu Fuss durch die Sahara gelaufen (organisiert und mit Kamelen). Wir haben im Sand geschlafen und es war einfach nur himmlisch. Das werde ich niemals vergessen und träume oft noch davon. So wird es euch sicher auch noch lange gehen. Übrigens verstehe ich euren "Originalton" auch und freue mich auf den nächsten Bericht, so munter und interessant geschrieben.
Erneut liebsten Dank für einen spektakulären Bericht mit so vielen Eindrücken, die Ihr mit uns teilt. Weiterhin kann ich nicht sagen, dass ich das künstlich Historische mag, die 12-spurigen Autobahnen erleben möchte, den Müll und die Dünen-Basher sehen möchte, mir Essen auf den Tisch gekippt werden sollte, Polizisten mich in der Nacht vertreiben müssten, aber die Gastfreundschaft, die Ihr dankenswerter Weise so berührend beschreibt, die faszinierenden Landschaften, das Bemühen um Touristen, ist ein echtes Must-Have und ich vermute, es relativierte dann manche "Einschränkung".
Eure Bilder sind wie immer sehr eindrücklich, rücken für MICH aber vor dem Hintergrund persönlicher Begegnungen in den Hintergrund und das finde ich phantastisch. Danke, dass Ihr mir, uns, dieses Land näher gebracht habt.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Reinhard1951723 Beiträge · seit 201122. Jan. 2025 ·
Herzlichen Dank fürs Teilen!` Euer Bericht hat mich sehr beeindruckt und begeistert,
Gutenn Morgen ihr Zwei, danke für den spannenden RB über ein Land, das ich nicht besuchen werde. Euer spöttischer Blick auf die Unzulänglichkeiten hat mich jedoch amüsiert. Es gibt zu viele Dinge, wie z.B. der Umgang mit Frauen, die mich daran hindern. Klar, dass ich mir dadurch eine Menge Exotik entgehen lasse. Vor sehr vielen Jahren wurde meinem Mann von einem saudischen Prinzen (ja, wirklich) ein sehr lukratives Angebot gemacht, beruflich für eine Zeit nach Saudi Arabien zu kommen. Es scheiterte an mir! Nach eurem Bericht weiß ich, dass ich das vermutlich nicht durchgestanden hätte. Als virtuelle Mitreisende fand ich euren Bericht hochinteressant.
Wärt ihr durch Saudi Arabien betourt, wenn ihr gewusst hättet, was auf euch zukommt?
KTMThemenstarter185 Beiträge · seit 201022. Jan. 2025 ·
Vielen Dank an Euch treue Mitleser*innen,
für all Eure netten und begeisterten Reaktionen!! Wir haben auf dieser Reise nichts erlebt, was uns davon abhalten würde, Saudi Arabien erneut zu bereisen. Im Gegenteil, das Land ist riesig und es gäbe noch viele interessante Ecken, Landschaften und auch Orte, die es wert wären, (mit dem Zelt) erkundet zu werden! 😎
Es braucht aus unserer Sicht nicht viel Mut dafür. Das größte Risiko auf so einer Saudi Arabien-Reise ist der Autoverkehr, alle anderen Komponenten des Reisens haben wir aber als angenehm, entspannt, interessant und bereichernd erlebt! Wir werden also Saudi Arabien in bester Erinnerung behalten!
@Sanne: Das originell servierte Mittagessen haben wir uns - wie man sieht - dennoch gut schmecken lassen. 🙂
@Birgit: Richtig erkannt: Donau, Inn und Vöckla sind unsere Heimat, derzeit aber als Gastarbeiter an den sandigen Ufern der Spree.
Moin Ihr Beiden, Zunächst erstmal Alle Achtung für den Mut zu dieser abenteuerlichen Reise !! Und dann ein ganz dickes Danke für diesen Bericht voller spannender Erlebnisse und faszinierenden Bildern aus einem unbekannten, seltsamen Land, das sich wohl gerade etwas öffnet. Jedenfalls hatte ich dank euch sehr schöne Lesestunden mit sehr viel Information, Niveau und Humor. Ihr werdet sicher wieder irgendwann irgendein exotisches Land bereisen. Dabei wünsche ich euch viel Glück und Unversehrtheit und uns wieder einen ungewöhnlichen Reisebericht.
Auch von mir nochmal ein herzliches Dankschön für diesen schönen und äußerst interessanten Bericht. Prima, dass ich virtuell mitreisen durfte. Ich habe jeden Abschnitt mit Spannung erwartet und werde bei Gelegenheit sicher noch mal das eine oder andere nachlesen. Sehr vielfältige und ungewöhnliche Eindrücke aus einem so anderen Land, das ich wahrscheinlich nicht selber besuchen werde.
Auch ich möchte mich noch herzlich für diesen sehr interessanten Reisebericht bedanken. Es war spannend, von euren Erlebnissen und Eindrücken zu lesen! Und das über ein Land, das wohl nicht bei Vielen zuoberst auf der Reisewunschliste steht! Vielen Dank fürs Berichten und für die Bilder.
BikeAfrica7’324 Beiträge · seit 200627. Jan. 2025 ·
KTM schrieb: Zu Mittag freuen wir uns, dass wir ein richtig arabisches Restaurant finden. Für die Männer gibt es einen eigenen Speiseraum, wo sie genüsslich auf dem Boden herumlungern können. Da die Speisekarte leider nur auf arabisch ist, bestellen wir einfach Chicken und Reis und beantworten jede weitere Frage mit „Ja“. Wir bekommen ein köstliches Mahl bestehend aus einer Art Grießsuppe, einen Gurken-Tomatensalat und einen köstlichen Rosinenreis mit einem halben Hendl. Dazu verlockende Zucchini, Kürbis und einen kleinen Paprika. Als ich in diesen beherzt hinein beiße, verätze ich mir fast Mund- und Rachenbereich, weil er so scharf ist! Dietmar probiert ganz vorsichtig nur stecknadelgroß davon. Das reicht ihm an Schärfe für heute.
Was Du hier als kleine Paprika beschreibst, war vermutlich eine Habanero-Chili. Die sehen aus wie kleine Paprika, riechen beim Aufschneiden harmlos fruchtig, sind aber extrem scharf. Und Vorsicht bei allem, was nach Chili aussehen könnte, könnte hilfreich sein. Es gibt welche, die mehrfach schärfer sind. Da fallen die meisten Menschen in Ohnmacht, wenn sie mal eben so reinbeißen.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
TAtacitus1’143 Beiträge · seit 202229. Jan. 2025 ·
Danke an die KTMs für einen Reisebericht, in welchem man „Bodenständiges“ über ein für Viele sehr fremdes Land erfahren kann.
Und das mit (fast) minimalistischem(r) Camping und Versorgungsplanung … wie in alten Zeiten 😁 . Sowas hat heutzutage Seltenheitswert. Daher, schön, dass es (noch) Leute gibt, die sowas hinkriegen, ohne sich (vom modernen Frust darüber) die Sicht auf das Gastland und Erlebte verstellen zu lassen… und v. a. hier einstellen 😁 . Und das alles unaufgeregt mit feinem Humor vermittelt! Folglich ist
KTM schrieb:16. November: ... Wir gratulieren allen, die es tatsächlich geschafft haben, diesen Reisebericht bis zum Ende zu lesen und bedanken uns für Euer Interesse! ...
für mich voi Tiafstapln (zu deutsch: understatement 😎 )
Danke und Grüße Von einem …. tramhappert-hudeln- tummeln-grantig-fesch-standl-schlapfen….. schpika (zu deutsch: Southern German native speaker 😎 )
mein Dankeschön kommt etwas spät (wegen Urlaub). Ich fand euren Bericht sehr spannend und interessant, gerade weil Saudi Arabien ein doch eher noch weißer Fleck auf der Torismuskarte ist.
viele Grüße Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.