der Beginn Deines Berichtes ist sehr vielversprechend und ich würde gern - wenn noch Platz in der Kiste ist - mit dabei sein. Aus den Augen eines mehr als erfahrenen Namibiakenners die verschiedenen Sichtweisen zu lesen bzw. zu hören, wird bestimmt sehr spannend.
Hallo Burschi, auch wir lassen seit 4 Jahren unsere von uns geplanten Reisen durch Eva von abenteuer-in-namibia buchen und sind sehr zufrieden, zumal wir letztens im September den Flug um 12 Stunden von Eurowings verspätet hatten. Da hat sie dann schnell alles Notwendige veranlasst, so dass wir problemlos unsere Fahrt im Lande antreten konnten. In Duesternbrook waren wir das letzte Mal 1998 und ich glaube, da muss ich nicht auch noch mal hin. Ich freue mich auf deinen weiteren Bericht und danke schon mal, liebe Grüße Yawa
BurschiThemenstarter4’143 Beiträge · seit 200912. Feb. 2022 ·
Hallo Schorsch (fränggisch Schorschla), Da sagt man immer, die Bayern und Franken verstehen sich nicht! Wir haben die gleiche Aussage! Nur richtig schreiben musst du es halt: "Bassd scho!" 😄 Gruß: Burschi
BurschiThemenstarter4’143 Beiträge · seit 200912. Feb. 2022 ·
Guten Morgen, wir fahren weiter! Heute geht es zum Waterberg, jenem Berg, an dem die deutsche und namibische Geschichte in unerfreulicher Weise verknüpft sind. Ich sagte ja bereits, dass ich gerne am Morgen früh losfahre und so war ich bereits um 11.30 Uhr an der Rezeption der Wildernes Lodges. Ich hatte die Valley Lodge gebucht und bekam ein Upgrade auf die Plateau Lodge. Danke! Die Erklärung ist einfach. Von Wildernes (im Besitz der Familie Rust) gibt es dort 3 Lodges: Wildernes Lodge, Valley Lodge und Plateau Lodge. Da kaum Touristen da sind, waren Wildernes und Valley geschlossen und nur die Plateau Lodge mit dem Restaurant war offen. Auf schmalem steilen Weg klettert man mit dem Auto den Berg hinauf. Oben erhielt ich eines der schönen Häuschen mit dem wahnsinnig weiten Ausblick auf die Dornbuschsavanne vor dem Waterberg.
Jedes Häuschen hat einen kleinen Tauchpool dabei und ist geräumig eingerichtet. Zwei Dinge fehlten, auf die ich eigentlich immer wert lege: Kühlschrank und Schreibtisch. Aber es gibt ja auch Leute, die kein Tagebuch und keine Ansichtskarten schreiben und zum Trinken lieber nebenan ins Restaurant gehen, das übrigens auch eine Terrasse mit toller Aussicht hat, ideal für den Sundowner geeignet. Auch wenn man hier oben zu dieser Zeit mit nur ganz wenigen anderen Touristen ist, so ist man nicht allein. Beim Baden bekommt man Besuch von den "Badewasserschlürfern" 😄 und die Vogelwelt ist am Waterberg bekannt reichlich. Da gibt es immer wieder was in der Nähe zu beobachten, wie z.B. ein Schwarm Bergstare, die ebenfalls "meinen" Pool besuchten.
Auch Vogelgäste aus Europa, wie der Europäische Bienenfresser und die Blauracke waren zu beobachten. Am Nachmittag findet immer ein Gamedrive statt, den man unbedingt buchen sollte. Dazu fährt man hinunter in die Ebene und dann auf verschlungenen Wegen durch den Busch. Zu sehen gibt es genug, auch wenn der Busch zu dieser Zeit in vollem Saft steht und kaum Durchblicke zulässt. Doch schnell kann mal was über den Weg springen wie ein Trupp Kuhantilopen oder auch relativ schnell vorbeikriechen, wie die Leopardenschildkröte.
Den Höhepunkt - absolut lohnenswert - zeige ich hier aber leider nicht. Es sind die großen grauen Tiere mit der doppelten Pinoccio-Nase. Ich habe das bis jetzt immer vermieden darüber zu berichten und auch den Namen nicht zu nennen. Die Wilderer sind heute auch alle mit den modernen Medien ausgestattet und so sollte man ihnen das Durchforsten der Suchmaschinen so schwer wie möglich machen und auf keinen Fall Bilder von den Tieren machen, die sich in privater Hand befinden. Gerade in dieser Zeit mit Massenarbeitslosigkeit ist die Versuchung noch einmal größer als sowieso schon. Und die Gier asiatischer Vollidioten ist grenzenlos. Die zahlen inzwischen für gewilderte "wilde" Tiere nochmals höhere Preise als für gezüchtete. Schwachsinn ist wie das All - grenzenlos! Ich hänge hier auch gleich noch eine weitere Geschichte an, die ich am Waterberg erlebt habe. Ich unterhalte mich gerne lange auch mit Einheimischen. Ein wenig Afrikaans und ein paar Brocken Otjiherero helfen dabei zu einem lustigen, freundlichen Einstieg. Ich habe mit dem Herero Anton (Name geändert!) gesprochen. Zum Einen schilderte er die derzeitige schwierige Situation ohne Touristen. Viele Lodges, wie auch hier haben geschlossen oder Personal abgebaut. Wozu braucht man einen Guide, wenn keine Touristen da sind? Da es nicht wie bei uns ein entsprechendes soziales System gibt, ist das für viele fatal. Kein Job, kein Geld, nichts, womit man die Familie ernähren könnte. Da helfen dann nur Verwandte, mit denen man noch enger zusammenrücken muss. In diesem Fall hat Anton seinen Bruder und die Kinder aufgenommen, weil dieser weder Geld hatte, um die Kinder in die Schule zu schicken, noch um sich etwas zu essen zu kaufen. Und während des langen Gespräches kamen wir auch noch auf ein anderes Thema: Die versprochenen Zahlungen der BRD wegen des Genozids an die Herero. Diese Entschädigungsleistungen hält Anton für völlig sinnlos, denn bei den Leuten, die es benötigen würden, kommt von dem Geld nichts an. Angekurbelt wird z.B. der Autohandel, weil sich die Clanchefs die neuesten Luxuskarossen leisten würden. (Naja, da würde ja wieder Geld zurück kommen! 😕 ) Vielmehr schlug Anton vor, das Geld in ordentlich ausgestattete Schulen zu stecken und Lehrer zu schicken, welche die Kinder gut ausbilden würden, Daran fehlt es an allen Ecken und Enden. Gute Schulen sind ebenso wie gute Lehrer Mangelware. Die 280.000 € die in das Denkmal bei Okakarara investiert wurden, sind auch in den Wind geschossen, denn dort ist nur noch eine Ruine. Anton bat mich am Ende des Gespräches keinem von seinen Gedanken zu erzählen, denn das könne für ihn negative Konsequenzen haben. Daher bleibt er anonym. Am Abend saß ich ziemlich einsam im Restaurant, außer mir nur noch drei weitere Touristen mit vorschriftlich weitem Abstand. Das Tragen von Masken ist zwar noch auch im Freien vorgeschrieben, doch außer in der Stadt wie Windhoek ist es im ganzen Land eher sinnlos, denn erstens begegnet man selten jemandem und einen großen Abstand kann man immer einhalten. Am Waterberg habe ich zwei Tage zugebracht, also es gibt noch ein wenig mehr u berichten. LG Burschi
Ich mag deinen Reisebericht total gerne. Ich bin auch froh, dass du das mit den Fotos von unseren grauen Freunde erinnerst.
Ich fahre im April, dass erste mal nach Namibia und hätte daran gar nicht gedacht, dass Wilderer online nach den Standorten suchen. Daher danke, ich werd mich auch daran halten, wenn ich im Frühjahr Fotos machen werde =)
Terrastodonna schrieb:...Ich fahre im April, dass erste mal nach Namibia und hätte daran gar nicht gedacht, dass Wilderer online nach den Standorten suchen. ...
Viel wichtiger ist, dass man diese Fotos nicht auf den Social Media Kanälen postet - und dann noch womöglich mit Hashtag. Nicht umsonst gibt es in vielen Parks keine WiFi Connection. 😎
Find ich super, ich hätte im ersten Moment einfach nicht daran gedacht! Ich zeige dann einfach zuhause, Freunde und Familie die Fotos 🙂
BurschiThemenstarter4’143 Beiträge · seit 200913. Feb. 2022 ·
Guten Morgen, Als ich am nöchsten Morgen aufstehe zeigt sich ein orangeroter Streifen am Horizont. Die Nacht war relativ heiß, ich habe geschwitzt und muss daher erst mal unter die Dusche und als ich um 6.20 Uhr fertig bin, geht gerade die Sonne auf. Es ist aber nur ein kleiner Moment. Kurz darauf verschwindet die Sonne hinter einer Wolkenwand am Horizont und es regnet. Genügend Zeit für Frühstück, das recht ordentlich im Restaurant ist. Ich bin außer einigen Klippschliefern, die neugierig zur Türe herein schauen, allein. Da die Gewitterschauer oft nur sehr kurz sind, kann ich nach dem Frühstück meine Wanderung antreten. Es ist bereits am Morgen schon sehr warm. Ich fahre vom Häuschen ab und nach 100 m stehen zwei Klippspringer auf der Pad, lassen sich aber nicht fotografieren. An der Rezeption melde ich mich für den Spaziergang ab und fahre auf holpriger Pad zur Waterberg Wildernes Lodge, wo ich um 8.35 Uhr ankomme. Eine vernünftige Zeit zum Spazierengehen! Hier ist alles verwaist, keine Menschenseele da. Doch! Nach einer Umrundung der Lodge finde ich einen Gärtner, der Laub zusammenrecht. Er zeigt mir den Eingang zum Wanderweg, Ich gehe den Fountain Trail und Porcupine Highway. Er stellt sich als ideal für eine kleine leichte Wanderung heraus. Zum einen läuft man unter riesigen Bäumen oft im Schatten und man hat dazwischen schöne Ausblicke auf die Waterbergwand und man kann immer wieder interessanten Tieren begegnen.
Es haben gerade die Kameldornbäume geblüht und ihr leuchtendes Galb zusammen mit dem Rot der Felsen und dem Blau des Himmels gaben oft schöne Ausblicke. Mal ein ganz anderer Eindruck von Namibia, dem "Land der roten Stille" Still war es allerdings auch nicht, denn die Vögel sorgten für ein entsprechendes Konzert: Die Grautokos begleiteten mich eine Weile mit lautem Pfeifen. Die Akaziendrossel flötete. Und ein Schwarm Damara Baumhopfe suchte in abgestorbenen Bäumen und Termitenhaufen nach Insekten. Das ist natürlich nur eine kleine Auswahl der Vögel, die in der dichten Belaubung der Vegetation nicht immer ganz einfach auszumachen waren. Schließlich erreichte ich die Quelle, die munter aus einem Rohr sprudelt und gleich danach entwickelt sich üppiges Grün, ja sogar Papyrus-Stauden wachsen kurz nach dem Quellaustritt. Nach wenigen Metern aber läuft das Wasser nur noch unterirdisch weiter.
An vielen Bäumen befinden sich kleine Tafeln, auf denen interessante Infos zu den Baumarten stehen. Schön langsam und aufmerksam wanderte ich leise weiter und so begegneten mir auch zwei neugierige Dikdiks. Mit ihnen hielt ich eine Weile Bilckkontakt. Doch auch andere kleiner Tiere, wie Käfer und Schmetterlinge waren für mich von Interesse, wobei nicht jeder Falter leicht zu sehen war. Insgesamt kann man den Waterberg für mehrere Tage empfehlen, denn es gibt noch eine ganze Reihe weiterer, auch etwas anstrengender Wanderungen. Man sollte schon mal zu Fuß unterwegs sein, doch nicht vergessen, immer Wasser mitzunehmen, denn selbst eine solch kurze Wanderung kann ziemlich schweißtreibend sein. Mittags war ich wieder in meinem Hüttchen und jetzt war auch der kleine Tauchpool sehr zweckmäßig, um ein wenig runterzukühlen. Nach angemessener Ruhezeit habe ich am Nachmittag nochmals an dem Gamedrive teilgenommen. Neben den schon erwähnten grauen Riesen, gab es wieder viele Tiere zu sehen, darunter diese Giraffe: Sie widerlegte die Behauptung, dass Giraffen sich nie jemals hinlegen. Sie blieb auch noch eine ganze Weile in ihrer Ruheposition, bis sie doch aufstand und sich der Nahrungsaufnahme zuwandte. Am Abend waren im Rastaurant zwei neue Paare angekommen, doch wieder ausreichend Abstand ohne Kontakt. Den Sonnenuntergang - ein eindrucksvollerAbschied vom Waterberg - hatte ich für mich allein. Morgen geht die Reise weiter! LG Burschi
vielleicht darf ich mich auch zur illustren Runde dazugesellen. Auf Voigtland werden wir am 04.06. auch wieder einfallen. Wir fanden es auch sehr angenehm dort. Hoffentlich in diesem Jahr ohne das einer von uns mit dem Kopf testen muss, ob die Terrasse auch wirklich gepflastert ist. 😐
Waterberg steht auch noch auf meiner Liste. Leider werden wir es auch in diesem Jahr nicht schaffen, da heuer die Südrunde ansteht. Tja, ein Grund mehr wiederzukommen. 😄 Die Sache mit den Pinocchios, da sieht man mal wieder wie naiv man selber manchmal ist. 🙄 So doof kann man garnicht denken. Gsd, hab ich nur eins im Fotobuch, das uns den Bobbes gezeigt hat. Da bleibt es auch.
Freue mich auf deinen weiteren Bericht. LG Zwille
BurschiThemenstarter4’143 Beiträge · seit 200914. Feb. 2022 ·
Guten Morgen, heute ist die Fhrt nicht sehr lang. Ich fahre lediglich vom Waterberg nach Otjiwarongo. Meine Stimmung ist genauso schlecht wie das Wetter als ich aufstehe, denn am Abend habe ich die Mitteilung meines Reisebüros bekommen, dass mein Rückflug gecancelt wurde. Von der Lufthansa (Discover) kam übrigens gar nichts! Noch weiß ich nicht, wie ich das managen soll. Vorweg: Ich entsheide mich am Ende nochmals zwei Tage auf Voigtland anzuhängen und damit zwei Tage später zu fliegen. Die Umbuchungen werden von meinem Reisebüro in Deutschland und vom hiesigen Reiseanbieter erledigt. Ein Felsenadler kreist an der Wand, als ich pünktlich um 7.00 Uhr zum Restaurant gehe. Alles ist aufgeräumt und sauber. Im Restaurant bin ich wieder allein. Eine halbe Stunde später werfe ich einen letzten wehmütigen Blick von der Aussichtsterrasse, dann fahre ich zur Rezeption. Dort versucht der Schwarze meinen eingereichten Gutschein (hatte ich im Forum erworben) gegen die Rechnung anzurechnen: 1900 – 1200 = 170 war seine Rechnung mit dem Taschenrechner! 🤩 😄 Erst Herr Rust, mit dem ich mich danach noch länger unterhalte, kann die Bezahlung mit der Karte managen, weil wegen des Gewitters die Internetverbindung zusammengebrochen ist. 8.15 Uhr lege ich noch einen Spaziergang zum ausgeschilderten „Gefechtsfeld“ von Estorff ein und gehe zum Aussichtspunkt, der ziemlich zugewachsen ist. Die Infos an der Tafel sind für mich nicht besonders ergiebig. 9.50 Uhr bin ich am C´est Si Bon - Hotel in Otjiwarongo. Entlang der Einfallstraße nach Otjiwarongo steht eine Allee aus roten Akazienbäumen, die lange Schoten tragen, jetzt aber in voller Blüte stehen. Es ist ein atemberaubender Anblick entlang dieser wundervollen Bäume zufahren. Und man kommt nicht umhin, mal stehen zu bleiben und ein Foto zu machen. Warum das Hotel in er Stadt? Dazu muss ich etwas ausholen: Eigentlich wollte ich zwei Tage bei guten Freunden verbringen. Hans und Heike (Namen geändert!) haben eine größere Farm in der Nähe von Otjiwarongo und wir sind seit vielen Jahren befreundet. Bei der ersten Welle haben sie sich mit Corona infiziert. Heike leidet seitdem unter Long-Covid. Kurz vor meiner Ankunft hatte der Sohn Kontakt mit Infizierten und war in Quarantäne. Bei den großen Feldbränden vor einigen Wochen ist ihnen der Großteil der Weide der Farm abgebrannt. Sie haben zu tun, die Tiere durchzubringen. Dann wurden einige Rinder von Wilderern geschlachtet und wenige Tage zuvor noch zwei teure Solarpumpen in der Nacht gestohlen. Möglicherweise ist die hier getiegene Kriminalität auch eine Folge der Pandemie. In einer solchen Situation konnte ich sie leider nicht besuchen, also musste ich schnell eine andere Unterkunft suchen. Das Cést Si Bon Hotel bot sich da an, zumal zufällig hier weitere Freunde von mir derzeit arbeiteten.
Zum Hotel: Außer mir waren nur noch zwei weitere Gäste anwesend. Die Hotelanlage ist sehr großzügig, die Zimmer mit allem, was man braucht ausgestattet, sogar mit TV - brauche ich normalerweise nicht, aber an einem der zwei Tage war es schön, beim Regenwetter in National Geographic ein paar Filme über Afrika sehen zu können. 😄 😄 Die Anlage verfügt auch über einen großen Pool, den ich aber nicht nutzte, weil das Wasser reichlich von oben kam. Im Hotel treffe ich meine Freunde aus dem Süden, die ich vor ein paar Jahren kennengelernt hatte. Frank und Elsa (Namen geändert) waren Manager auf einer Lodge in Süden. Schicksal in Stichworten: Corona! - Der Grenzübergang Mata Mata schließt - es kommen keine Touristen mehr - die Lodge schließt - Job, Arbeit, Wohnung nach 15jähriger Tätigkeit weg - neuer Job in Lüderitz als Lagerverwalter - nach einem halben Jahr ebenfalls gekündigt, inzwischen Vater erkrankt und später gestorben, alle finanziellen Reserven aufgebraucht, Kredit aufgenommen, Auto verkauft, neuer Job in Otjiwarongo als Hotel- und Restaurantmanager, Kinder bleiben in Lüderitz, gehen dort zur Schule - Job in Otjiwarongo Ende Januar wieder gekündigt, weil keine Hotelgäste mehr wegen der neuerlichen Coronawelle da sind. Nun heißt es Umziehen zu Verwandten nach Südafrika. Eines von vielen Pandemie-Schicksalen in Namibia, von denen nicht nur die Angestellten betroffen waren. Ich stehe ziemlich belämmert da, ich kann ja hier Urlaub machen, während andere um ihre Existenz kämpfen. Nach dem sehr guten Abendessen (Lammcurry) führen wir ein langes Gespräch an der Bar. Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt. Am nächsten Vormittag habe ich mich beim Cheetah Conservation Fund (CCF) angemeldet, wo ich heute hinfahren will. . Es sind teilweise große Pfützen nach dem Regen auf der Pad und auch einige tiefe Risse, sodass man vorsichtig fahren muss. . Für zwei Mäusebussarde mache ich einen kurzen Fotostopp.
8.45 Uhr habe ich den CCF erreicht und werde an der Rezeption empfangen. Zuerst bekomme ich zwei Videos über die Arbeit des CCF und Laurie Marker, der Gründerin und Managerin des CCF zu sehen. Der CCF kümmert sich um verletzte und verwaiste Tiere, steht aber dazu, dass man Geparde, die einmal in menschlicher Betreuung waren, nicht wieder auswildern kann. Sie bleiben auf dem Areal des CCF. Die Hauptarbeit besteht aber in der Aufklärung der Farmer über Viehhaltung und Viehschutz, weshalb auch hier türkische große Hütehunde gezüchtet werden, die dann später die Herden der Farmer beschützen können. Nach dem Video machen wir einen kleinen Rundgang über die Anlage. Ich bin zu dieser Zeit wieder der einzige Gast und daher findet der Gepardendrive dann auch nur mit mir statt. Wir fahren in einem großen Gehege kreuz und quer und spüren dabei fünf von den sieben hier untergebrachten Geparden auf. Oft liegen sie faul unter einem Busch, aber trotzdem gelingen mit Geduld ein paar nette Aufnahmen, Auch deshalb, weil mein Guide ausreichend Zeit hat, geduldig ist und wir uns nebenbei über seinen Job unterhalten. Er war einst Fahrer von Touristenbussen und erzählt schauderhafte Geschichten über diese Form des Massentourismus.
Am Ende des Drives treffe ich dann auch noch Laurie Marker, die ich schon vor einigen Jahren kennen gelernt hatte. Auch in diesem Gespräch wird Corona erneut ein Thema. Zur Mittagszeit bin ich wieder in Otjowarongo, ruhe mich erst ein weig aus und nütze dann den TV wie erwähnt, weil es wieder regnet. Zum Abendessen bestelle ich mir Oryx-Schnitzel mit Bratkartoffeln. 🤩 🤩 Das Schitzel ist nur nur gut, sondern auch gigantisch groß, die Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln sooo lecker, dass ich diese nicht zurückgeben will und mir dafür den größten Teil des Schnitzels - ich habe tatsächlich noch zwei Tage davon gegessen! - einpacken lasse. Für den nächsten Tag - ich nehme etwas deprimiert Abschied von meinen Freunden - steht die Fahrt in die Etoscha an. Ich bin sehr skeptisch, ob ich nach diesem ausgiebigen Regen überhaupt was zu sehen bekomme. Na denn, bis dann: Burschi
Hallo Burschi, so schlimm die Situation mancher Gastwirte und Hoteliers auch bei uns ist, die Situation deiner Freunde in Namibia gehen mir ans Herz, da ihnen das soziale Netz fehlt. Angesichts der derzeitigen politischen Verhältnisse in der ZAR kann ich mir eine unbeschwerte Zukunft kaum vorstellen. Hoffentlich können sie sich von diesen Schicksalsschlägen erholen.
Burschi schrieb: Entlang der Einfallstraße nach Otjiwarongo steht eine Allee aus roten Akazienbäumen, die lange Schoten tragen, jetzt aber in voller Blüte stehen. Es ist ein atemberaubender Anblick entlang dieser wundervollen Bäume zufahren. Und man kommt nicht umhin, mal stehen zu bleiben und ein Foto zu machen.
Das sind Flamboyants oder auf gut Deutsch: Flammenbäume.
LG Logi
BurschiThemenstarter4’143 Beiträge · seit 200915. Feb. 2022 ·
Guten Morgen wieder, heute geht es also in die Etoscha. Ich fahre früh am Morgen los und bin bereits um 9.45 Uhr am Gate. Da es das letzte Ferienwochenende in Namibia war und außerdem noch Sonntag, habe ich einen Besucherstrom erwartet. Aber nichts dergleichen! Auf der Strecke von Outjo nach Okaukuejo kam mir gerade mal ein Fahrzeug mit Dachzelt entgegen, am Gate war ich allein und die freundliche Polizistin hatte sogar Zeit für ein Pläuschchen. Auf der Strecke vom Gate zum Camp auch kein Auto. Und an der Camprezeption in Okaukuejo war ich ebenfalls allein, habe für 5 Tage meine 1000 N$ bezahlt und konnte schon weiter. Doch erst mal zum Wasserloch in Okaukejo! Das Camp ist wie ausgestorben. Am Wasserloch kein Mensch und nur wenige Springböcke anwesend. Aber für mich gibt es immer was zu sehen! Das Interessante spielte sich in der Luft ab. Ein Lannerfalke wollte sich einen Blutschnabelweber aus dem Schwarm holen, hatte aber nicht mit den aggressiven Waffenkiebitzen gerechnet, die ihn sofort verfolgten und attackierten. Mehrmalige Angrffe waren erfolglos. Am Mauerrand zum Wasserloch huschte eine Schlankmanguste (nahezu identisch mit unserem Wiesel) vorbei - zu schnell für ein Foto, denn auch hinter ihr waren die Kiebitze sofort her. Außerdem war noch ein Huphup da (Wiedehopf 😄 ) und eine Weile beobachtete ich einen Kardinalspecht im Baum. Übrigens der schöne Baum mit dem riesigen Siedelwebernest existiert nicht mehr! Da heute Halali mein Ziel war, wollte ich ein Wasserloch nach dem anderen langsam aufsuchen und mich in diese Richtung nach Osten bewegen. Es ist nun müßig die Tiere - es waren insgesamt sehr wenige - an den Wasserlöchern ( Newbronnii, Gemsbockvlagte, Olifantsbad, Aus, Homob, Rietfontein, Goas) aufzuzählen. Die Mopanebäume standen in saftigem Grün und auch Weide war - trotz einiger Grasbrände in den vergangenen Wochen - ausreichend vorhanden. Trotzdem waren die Wasserlöcher nur wenig besucht, obwohl der große Regen noch ausgeblieben war. Aber den hatte ich ja im Gepäck! 😉 😛 Nur ein paar Sichtungen sollen erwähnt werden:
Ein geduldiger Raubadler bei Aus, der zwei Impalaböcke beobachtete, die gerade Zoff hatten. Bleibt noch zu erwähnen, dass ich bei Aus das einzige Touristenauto des heuteigen Tages gesehen habe. 😮 Und schon auch ein erster Eindruck von den vielen Jungtieren, die ich in den nächsten Tagen noch sehen sollte. Besonders die kleinen Sprimgböckchen waren nahezu überall zu sehen.
Böckchen, warum hast du soooo große Ohren? 😄 Auch die Kuhantilopen hatten schon Nachwuchs: Und schließlich dann plötzlich nur etwa 20 Meter neben der Pad: 🤩 🤩 Na das war ja eine Überraschung! Noch eine Bemerkung: Ich hatte ja erwähnt, dass man diese Tiere nicht zeigen und benennen soll. Ich mache hier eine Ausnahme, weil sowieso jeder weiß, das sie in der Etosha vorkommen. Einen Beobachtungspunkt nenne ich natütlich nicht! Und schließlich war ich dann in Halali. ich hatte hier für zwei Nächte gebucht und hier die kurze Beurteilung des Camps: Das Häuschen war sauber und ordentlich eingerichtet. Der Weg zum Wasserkoch war, da es sich nahe der Rezeption und des Restaurants befand, relativ weit. Aber das war ok. Den großen Pool hätte ich am ersten Tag nutzen können, habe es aber versäumt und am nächsten Tag passte das Wetter nicht mehr. Wer sich selbst verpflegen will, sollte am besten alles mitbringen, zu kaufen gibt es im Laden kaum etwas, nicht einmal Brot. Getränke sind vorhanden, aber ansonsten sind viele Regale leer. Ich habe im Restaurant nur das Frühstück und gelegentlich mal einen Drink eingenommen, da das Wlan nicht bis zum Haus reichte. Für dieses, muss man allerdings einen Gutschein kaufen - es waren nur noch welche zu 100 N$ vorrätig - doch diese kann man auch in allen anderen Camps benutzen. Das Frühstück war bescheiden, Kaffee mit Verspätung, Auswahl gering, aber man wurde satt. Außer mir waren nur noch zwei Camper da und zwei weitere Häuschen besetzt. Am späteren Nachmittag zog ich nochmals los, aber sensationelle Sichtungen gab es nicht mehr. Dann muss man halt mal die Perspektive wechseln.
Leider gab es am Moringa-Wasserloch an diesem Abend (außer zwei Touristen, die ununterbrochen mit Handy und Tablet beschäftigt waren) nichts zu sehen. In diesem Sinne: Gute Nacht: Burschi
BurschiThemenstarter4’143 Beiträge · seit 200916. Feb. 2022 ·
Guten Morgen, was heißt gut? auf meiner Reise war der nächste Tag dicht bewölkt, von einem Sonnenaufgang konnte man gar nicht sprechen. 6.15 Uhr gehe ich zum Frühstück, das ab 6,00 Uhr bereit sein sollte. Doch keine Spur! Nichts ist da und der Kaffee ist kalt. Es dauert eine „Weile“ bis der Kellner in die Gänge kommt und nach und nach alles heranschleppt, wonach ich frage. Überarbeiten tut er sich aber nicht! Warum auch, ist ja nur ein Gast da! Vor meiner Hütte tummeln sich Sichelhopfe, Glanzstare und zwei Grautokos haben Gefallen am Auto gefunden und bewundern sich im Spiegel und in den Scheiben. Es ist noch zu dunkel für Fotos. 7.00 Uhr verlasse ich Halali, der Himmel ist noch immer komplett bewölkt und kurz vor Goas grast eine Herde Gnus mit vielen gleichaltrigen Jungen, die ich länger beobachte. Es regnet dabei wieder leicht. Goas war bisher oft das ultimative Wasserloch doch heute, bei leichtem Nieselregen ist das anders. Keine größeren Tiere sind zu sehen, lediglich in der Ferne schleicht eine Hyäne vorbei. Dennoch bleibe ich relativ lange hier, denn es gibt Vögel zu sehen, die ich hier nicht erwartet hätte: Viele Rotschnabelenten, Zwergstrandläufer, Sichelstrandläufer, Kampfläufer, Bruchwasserläufer, Afrikanischer Löffler und etliche weitere, doch wegen Watvögeln bin ich ja eigentlich nicht hier. Danach fahre ich die weiteren Wasserlöcher Richtung Namutoni ab, auch ohne größeren Erfolg. In Namutoni lege ich eine Toilettenpause ein, kein einziger Mensch ist zu sehen, alles ist still, die sanitären Anlagen sind ziemlich heruntergekommen, Händewaschen ist nicht möglich, da kein Wasser kommt. Dafür funktioniert wenigstens das Desinfektionsgerät. Weiter geht es nach Klein und Groot Okevi. Dort sind wie so häufig Giraffen zu beobachten. Im Laufe der Zeit lassen sich 7 Giraffen sehen und ein älterer Bulle trinkt lange und lässt sich fotografieren. Ein Schmarotzermilan (Gelbschnabelmilan) kreist über dem Wasser, kommt dann runter zum Trinken und setzt sich dann parat auf einen Strauch. Leider hat es shon wieder zu regnen begonnen, sodass die Bildqualität nicht so ausfällt, wie ich es mir wünschen würde. Beim Wegfahren schaut dann noch ein Steppenfalke aus dem Gebüsch. Ich entschließe mich angesichts des trüben Wetters zurück zu fahren und die Wasserlöcher in umgekehrter Reihenfolge wieder aufzusuchen. Zuerst bin ich in Chudop. Ein Oryx und ein Schakal stehen einträchtig nebeneinander am Wasser und trinken. Ein lustiges Pärchen.
Eine Zeit lang beobachte ich eine Kudu-Herde, die sich dem Wasserloch nähert. Unterwegs zoffen sich zwei Kudubullen – es waren insgesamt vier große Bullen bei der Gruppe – und ein Weibchen schaut interessiert zu. Typisch Frau! 😗 Am Wasser geht es dann aber wieder einträchtig zu. Als ich wieder auf der Hauptstraße bin, entdecke ich in einer Springbockherde ein Tier mit abnormalem Horn. Wer hat dem denn das Horn verbogen? 😉 😄 Doch dann die Überraschung des Tages. Ich sehe zwei Adler über der Staße kreisen, fahre langsam, ein weiterer fliegt auf, Was ist da? Unter einem Busch liegt ein totes Gnu, das schon recht angeknuspert aussieht. Und daneben unter dem anderen Busch ... Whow! Der Leopard scheint ziemlich erschöpft zu sein, er döst vor sich hin und atmet schwer. Dann bemerkt er wohl, dass da so ein Paparazzi im Auto sitzt und Fotos schießt. Er steht auf, geht ein paar Schritte hinter den Busch und - weg ist er! Dann mache ich mich auch wieder auf den Weg. An den folgenden Wasserstellen, auch nochmals Goas, gibt es nichts zu berichten. Das Wetter hat umgeschlagen und es brüllend heiß geworden. Für heute reicht es aber auch, also zurück nach Halali, trinken und ausruhen. Vom Leo träumend schlafe ich dann auch ein. Am Abend fahre ich nicht mehr raus, sondern bleibe im Camp und gehe zum Moringa Wasserloch. Erst ist es lange still und ruhig, einige der anderen Touristen sind schon wieder gegangen, dann kommen Mutter und Kind: Fast eine Stunde verweilen sie hier und das Jungtier nimmt dabei ein ausgiebiges Bad. Gerade als die beiden gehen wollen, gibt es Gegenverkehr und sie müssen umkehren und in die andere Richtung forschen Schrittes weglaufen. Da kommt eine kleine Eleherde mit noch ganz jungem Nachwuchs entgegen. Der findet großen Gefallen am Planschen. Doch trinekn mag er nur an der nahrhaften Mutterbrust. 😉 🙂 Und dann geht de Sonne unter. Ein verregneter, aber ereignisreicher Tag geht zu Ende. Am wichtigsten aber sind die Erinnerungen, die man im Herzen mit nach Hause nimmt. Die Szenen, wie die Elefantenmutter sind um ihr Kleines gekümmert hat, bleiben für immer da drin. Da kann man sich dann getrost zu Bett begeben. Morgen geht es nach Okaukuejo! Bild bald Burschi
BurschiThemenstarter4’143 Beiträge · seit 200916. Feb. 2022 ·
Liebe Friederike, ja, manchmal wird mir auch ein wenig wehmütig, wenn ich den Bericht schreibe. Das liegt vor allem daran, dass ich die Weite des Landes und die Herzlichkeit seiner Bewohner, die trotz aller Probleme eine menschlich freundliche Einstellung bewahrt haben, sehr schätze. Wenn ich da die zunehmende Aggressivität in der deutschen Gesellschaft in vielen Bereichen und besonders in den Medien erlebe, dann werde ich sehr wehmütig. 🙁 LG Burschi
BurschiThemenstarter4’143 Beiträge · seit 200917. Feb. 2022 ·
Guten Morgen, der Sturm draußen passt zu dem, was ich heute schreiben werde. Habe doch glatt heute (in Halali) verschlafen und stehe um 6,20 Uhr erst auf! Um 7.00 Uhr bin ich mit dem Frühstück fertig, habe die Kaution problemlos zurück erhalten und verlasse Halali zehn Minuten später. Ich fahre erst noch einmal nach Goas. Der Himmel ist wieder total bewölkt. In Goas bietet sich das gleiche Bild wie gestern, keine Großtiere, die Vögel sind gleich. 7.40 Uhr fahre ich dann Richtung Okaukuejo. Ein Abstecher nach Noniams ist die völlige Pleite, extrem schlechte Pad, nichts am Wasserloch, das keines ist. Während einer öden und einsamen Fahrt läuft nur einmal ein Schakal über die Straße. In Rietfontein: Marabut und ein einsamer Flamingo, aber extrem schlechtes Fotolicht, sodass ich euch die Fotos nicht zumuten möchte. Dann biege ich nach Salvadora ab und begegne kurz darauf einer Hyäne, die aussehensmäßig gerade vom Frühstück kommt. Ein Steppenfalke ist ansonsten die einzige Fotoausbeute des Vormittages. Die weiteren Wasserlöcher, dieses Mal auf dem Weg entlang der Pfanne, auf der Strecke nach Okaukuejo bringen alle keine besonderen Sichtungen, zumal jetzt überall auf den Wegen größere Pfützen stehen. In Okaukuejo, hinterlege ich an der Rezeption die 500N$, unterhalte mich mit den Damen, die sowieso nichts zu tun haben, und begebe mich dann zu meinem Zimmer Nr. 52. Zimmer? Es ist eine Zelle! Positiv: Kühlschrank, Kaffeekocher, gut funktionierende Dusche mit Toilettenartikel, Negativ: Schwarze Wände, kein Tisch, kein Stuhl, keine Kofferablage. Der Eingang zur Zelle: Außer der Dusche und einem Bett war dies die ganze Einrichtung: Umziehen? die nächsten vier Wohnungen hatten alle solche beeindruckenden Türklinken: Und wer dann mal auf die öffentliche Toilette gehen will, muss auf das Händewaschen verzichten, weil es keine Wasserhähne mehr gibt. Aber das ist ja wahrscheinlich auch alles nicht notwendig, weil zu dieser Zeit insgesamt höchstens 20 Personen im ganzen Camp anwesend waren. Am dritten Tag kamen dann nocn ein paar dazu. Ja, ich möchte den dreitägigen Aufenthalt in und um Okaukuejo nämlich zusammenfassen. Im Shop sah es noch trister aus als in Halali. Brot oder irgendwas Essbares in Dosen Fehlanzeige. Also am besten alles mitbringen! Tanken: War nicht möglich, denn die Diesel-Zapfanlage war defekt. Ich musste extra aus dem Park rausfahren und etwa 5 km außerhalb des Parks an einer neuen Tankstelle tanken. Die Gatekontrolle war aber recht freundlich und hatte Verständnis für diese Fahrt aus dem Park und wieder rein. Und dann noch mein Vorschlag für Okaukuejo zum Eintrag in das Guiness-Buch der Rekorde! Das Frühstück! Ich habe in 25 Jahren Afrika von Daressalam bis Kapstadt noch nie schlechter als hier gegessen. Außer den Industriehonigdöschen und gesalzenen Butterstückchen kein Angebot an Brotbelag. Der Schüssel Joghurt und den Cornesflakes bin ich aus dem Weg gegangen, dem Flüssigei in der Kanne traue ich sowieso nicht, nachdem ich mal die Eier einen halben Tag in der Sonne auf dem Hof habe stehen sehen. In einem Kessel, lauwarme kleine Würstchen, die im Öl gebadet wurden. Daneben der "Speck", eine wabbelige, graue Masse, die eher an Gedärm denn an krossen Speck erinnert, und schließlich dazu graubraunen Bohnenbrei. Dieser wurde am nächsten Tag ersetzt durch Milipapp, allerdings war der eingerocknete Rest von den Bohnen noch am Rande des Kessels, damit man sich noch daran erinnern kann. So blieb es bei Kaffee und Toastscheiben mit Butter als Frühstück! Und trotzdem - ich hatte am ersten Tag das Mahl noch probiert - ereilte mich Sam Nujomas Rache (Montezuma ist ja hier nicht zuständig!). Und was hatte denn die Natur so zu bieten? Jeden Tag gab es immer wieder heftige Regenschauer. Zweimal bin ich in aller Frühe nach Okondeka gefahren, um das Löwenrudel aufzuspüren. Fehlanzeige! Dann gibt es ja auch noch die Löwen in Homob! Auch Fehlanzeige! Die Zufahrt zu den beliebtesten Wasserlöchern sahen nun so aus: Das Wasserloch Gemsbokvlagte als Beispiel für den Tierbestand: Und viel Zeit verbrachte ich am legendären Wasserloch in Okaukuejo selbst, weil das Herumfahren draußen bei Regen oder auch in den Regenpausen nicht so vielversprechend war. Dort sah es meist so aus: Von den Sonnenuntergängen am Abend mit Tierkulisse, die ich hier schon so oft erlebt hatte, kann ich nicht berichten, denn die gab es nicht. Die Sonne, die zwischendurch am Tag auch mal ziemlich heiß durch eine Wolkenlücke sich präsentieren konnte, versteckte sich am Abend völlig. Bleibt nur von einem kurzen Moment zu berichten am Morgen des letzten Tages, als ich Okaukuejo verließ. Da spitzte sie kurz hervor, bevor sie wieder den Regenvorhang zuzog. ABER: Ich finde trotzdem immer was, was mein Gemüt erhellt! 🙂 🙂 Doch davon dann demnächst! 😉 😉 LG Burschi
Hallo Burschi, 😮 da hat sich ja seit 2014 alles noch verschlimmbessert 😵 damals fanden wir alle Einrichtungen (wir waren Camper) in einem höchst desolaten Zustand vor und das im Restaurant eingenommene Essen ungeniessbar- unser Frust wurden aber am Wasserloch mit den vielen verschiedenen Durstigen gemildert:)
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
BurschiThemenstarter4’143 Beiträge · seit 200917. Feb. 2022 ·
Ja, Gromi, ich war nun schon 12x in der Etosha, aber so schlecht wie dieses Mal war das Essen noch nicht. Und so eine Einzelhaftzelle hatte ich auch noch nicht. "Leider" geht es dort den Angestellten scheinbar zu gut. Im Gegensatz zu anderen in privaten Lodgen wurde ihnen in den staatlichen Camps während des Lockdowns nicht gekündigt und das Gehalt weiter gezahlt. Ich denke, hier müsste man mal vom Managment bis ganz unten mit einem eisernen Besen kehren. 😈 Sorry! Burschi
BurschiThemenstarter4’143 Beiträge · seit 200918. Feb. 2022 ·
Guten Morgen, heute nun also, das, was man in den Regenpausen machen oder sehen kann. Zu dieser Zeit, im Januar - ich habe nun übrigens Namibia zu allen Monaten besucht und muss sagen, man kann es eigentlich jederzeit für einem Besuch empfehlen - sieht man viele Tiere mit dicken Bäuchen oder eben viele Jungtiere. Bei der Zebradame wird es wohl wie auch dei der Kuhantilope, die sich zum Ruhen hingelegt hatte, nicht mehr lange dauern.
Unterwegs ergab sich immer wieder mal die eine oder andere Möglichkeit einen Piepmatz zu fotografieren, denn die hatten auch nicht immer Lust mit nassem Gefieder herumzufliegen und blieben daher gerne sitzen, was den Vogelfreund freut, wenn nur der Hintergrund blau und nicht grau wäre. 🤩 Dann hätte der Gleitaar einen schönen Kontrast und ware nicht Grau in Grau. Auch der junge Singhabicht beschwerte sich lautstark über das Wetter! 😉 Selbst die Lerchen (Sabotalerche?) saßen aufgeplustern auf den Büschen. Und dann blieben natürlich die Beobachtungen in den kurzen Regenpausen in Okaukuejo selbst. Beim Spazierengehen ergab sich immer weder mal die eine oder andere Begegnung, allerdings kaum am Waserloch, da war die Glanzente mit dem Knubbel auf dem Schnabel und den Zwergtauchern im Schlepptau schon etwas Besonderes. Die Zebramangusten freuten sich über die großen Pfützen auf den Wegen im Camp und schlichen unmittelbar um meine Unterkunft herum. Und wenn die Sonne mal kurz da war, dann waren auch die Streifenskinks schnell zur Stelle. Aber als Vogelfreund suchte ich natürlich immer nach den gefiederten Freunden und freute mich über den Rotstirnbartvogel und besonders über die Strichelracke, die sich einen riesigen Käfer geschnappt hatte und große Probleme hatte, diesen zu verspeisen. Immer wieder schlug sie ihre Beute auf den Ast oder auf den Boden, um diese schnabelgerecht zu zerlegen. Und am frühen Morgen um 8.30 Uhr bei leichtem Nieselregen kurz nach Kapupuhedi die Sensation für mich! Zwei Geparde kreuzen vor mir die Straße, bleiben stehen, blicken sich um und verschwinden am Horizont. Keine Minute hat das gedauert. Es waren bei den vielen Besuchen in der Etoscha meine ersten Geparde hier! So kann ich denn insgesamt ein positives Resümee zu meinem Etoscha-Besuch ziehen und den Park morgen doch einigermaßen befriedigt verlassen. Viele Grüße: Burschi