Alleine als Frau und Campinganfängerin?

13 Antworten · 4’776 Aufrufe · gestartet 20. Feb. 2019 von Schliv
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Themenstarter1 Beiträge · seit 201920. Feb. 2019 ·
Hallo in die Runde!

Nach langem Stöbern durch diverse Seiten reizt mich Namibia sehr. Schon lange wollte ich mal alleine mit dem Camper losziehen. Mich würde die Erfahrung alter Hasen und Alleinreisender interessieren:

Wie schaut es in Namibia aus? Wie gut kommt man als alleinreisende Frau zurecht? Gibt es Sicherheitsbedenken? Ist eine 12-13-tägige Rundfahrt überhaupt ratsam oder eigentlich zu knapp kalkuliert (mehr Urlaub ist leider nicht drin)? Ist Namibia ein geeignetes Land für erste Campererfahrungen?

Ich bin als Alleinreisende recht erfahren (war u.a. in Indien und Pakistan), bin dort auch Auto gefahren, auch Allrad. Allerdings war ich noch nie mit einem Camper unterwegs. Hege allerdings dafür größte Neugier.

Ich freue mich auf Erfahrungen, Bestätigung und auch Warnungen, was ich zu beachten habe. Mietet man lieber in Europa oder vor Ort? Welche Route eignet sich besonders für Anfänger und den knappen Zeitraum? Interessant ist für mich nahezu ausnahmslos die Natur, auf Städte kann ich eher verzichten.

Herzlich dankt euch Liv
873 Beiträge · seit 201620. Feb. 2019 ·
Ein erste Kurzantwort:
Alleinreisen ist in Namibia möglich und weniger gefährlich als in sehr vielen Teilen Afrikas und der Welt. (Jetzt kommen garantiert wieder Beispiele von Vorfällen / Raubüberfällen, die das Gegenteil 'beweisen' sollen.)
Auch als Frau. Es gibt hier auch einige Reiseberichte von Alleinreisenden - einfach mal stöbern.
'Camping' hießt in Namibia sehr oft, SUV mit Dachzelt, auch hier lesen und anschauen, gefühlt 50% der Reiseberichte sind Dachzeltcamper.
12 bis 13 Tage ist für eine Standard-Namibia-Runde (läuft hier unter Ersttätertouren, siehe dieser Thread) sehr knapp. Da heißt es unbedingt, sich zu beschränken und nicht zu versuchen alles irgendwie reinzuquetschen. Realistisch scheint mir so was wie: Windhoek (1), Sesriem/Namib (3), Swakopmund (3); Zwischenstop nach Norden (1), Etosha (4), Windhoek (1), das ist aber schon viiiel Fahren.

Sonst müsstest Du aber mal Deine Prioritäten genauer beschreiben (Tiere oder Landschaft, Budget, eher viel 'der Weg ist das Ziel' oder eher weniger fahren, Wüste oder Flusslandschaft ....).

Christoph
NAM 09/2017 mit Galerie NAM 07/2019 mit Galerie NAM 08/2021 mit Galerie Südafrika 08/2023 mit Galerie NAM 08/2025 mit Galerie
zuletzt bearbeitet 20. Feb. 2019
160 Beiträge · seit 201120. Feb. 2019 ·
Hallo Liv

Aus meiner Sicht eignet sich Namibia sehr gut für Camping Anfänger. Natürlich gibt es auch Gebiete die etwas anspruchsvoller (Bsp: Nordwest-Namibia, Khadum, etc.) sind. Aber bei den "Standard" Gebieten sehe ich keine Probleme. In der Regel sind auch die Campingplätze äusserst gut ausgestattet.

Ich bin zwar keine Frau aber ich würde für alleinreisende Frauen auch keine Probleme sehen. Natürlich kann immer etwas passieren (man hört/liest ja immer wieder etwas), aber ich denke das könnte auch einem alleinreisenden Mann passieren. In Namibia gelten für mich in etwa dieselben Verhaltensregeln wie bei allen Reisen.

Für eine Route gibt es diverse Möglichkeiten. Ich würde schauen, dass ich so 14-15 Tage Zeit hätte. Bei mir würde die Route wahrscheinlich in etwa so aussehen:
Tag 1: Windhoek
Tag 2: Spreetshoogte (bsp. Camp Gecko)
Tag 3: Sossusvlei
Tag 4: Sossusvlei
Tag 5: Swakopmund (Ist zwar eine Stadt…hier kannst du aber Touren auf dem Meer oder in die Wüste machen)
Tag 6: Swakopmund
Tag 7: Spitzkoppe
Tag 8: Brandberg Umgebung (Wüstenelefanten)
Tag 9: Palmwag
Tag 10: Olifantsrus (Etosha)
Tag 11: Okaukuejo (Etosha)
Tag 12: Halali (Etosha)
Tag 13: Onguma (Ausserhalb von Etosha)
Tag 14: Waterberg
Tag 15: Windhoek

Mieten würde ich direkt bei einem lokalen Anbieter (ASCO, Savanna, Value Car Rental, etc.).
Viel Spass beim Vorbereiten.

Gruss Pascal
zuletzt bearbeitet 20. Feb. 2019
503 Beiträge · seit 201620. Feb. 2019 ·
Hallo und Guten Morgen,

finde ich super, daß da von Pascal und Christoph Mut machende und fundierte Vorschläge gekommen sind.
Ich denke, daß Liv mit Beiträgen dieser Art das Campingabenteuer wagen wird.

Gruß,
Dieter
699 Beiträge · seit 201020. Feb. 2019 ·
Hallo Liv,
ich sehe da auch kein Problem drin als Frau alleine durch Namibia zu reisen. Hier im Forum gab es mal ein Bericht von einer Frau die alleine gereist ist aber keine Idee wie man den Reisebericht finden soll. Ich könnte mir vorstellen, dass es ggf. nicht so leicht ist das Dachzelt alleine auf- oder zuzuklappen.
Gruß Giselbert
1’425 Beiträge · seit 201320. Feb. 2019 ·
Giselbert schrieb: Ich könnte mir vorstellen, dass es ggf. nicht so leicht ist das Dachzelt alleine auf- oder zuzuklappen.
Gruß Giselbert
Ich würde als Einzelreisende*r eher einen Bushcamper bevorzugen. Der ist auch alleine ruck zuck zusammengeklappt.

LG
Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
1’680 Beiträge · seit 200720. Feb. 2019 ·
Clamat schrieb:Ich würde als Einzelreisende*r eher einen Bushcamper bevorzugen. Der ist auch alleine ruck zuck zusammengeklappt.
und - als zu 95% als alleinreisende Frau unterwegs, würde ich die Strecken so wählen, dass nicht zu viele Kilometer zwischen A und B liegen und von zu vielen/nur "One-Night-Stops" abraten - das Alleinfahren ist recht ermüdend, es ist niemand da, der einen wach hält und gerade schnurgerade, landschaftlich nicht immer fesselnde Fahrstrecken verleiten schnell zum "Sekundenschlaf"
lG und bleibt gesund! M@rie M@rie's on the road again - Namibia-Botswana 2012 "Es kommt nicht darauf an, ob du gewinnst oder verlierst, es kommt nur darauf an nicht aufzugeben!" ~ "It always seems impossible until it is done." Nelson Mandela ~
3’883 Beiträge · seit 201120. Feb. 2019 ·
Clamat schrieb:
Giselbert schrieb: Ich könnte mir vorstellen, dass es ggf. nicht so leicht ist das Dachzelt alleine auf- oder zuzuklappen.
Gruß Giselbert
Ich würde als Einzelreisende*r eher einen Bushcamper bevorzugen. Der ist auch alleine ruck zuck zusammengeklappt.

LG
Claudia
Hallo Liv,
Claudias Vorschlag wollte ich auch machen, sie ist mir zuvor gekommen 🙂 . Auf jeden Fall würde ich einen örtlichen Anbieter nehmen, damit das Geld dort landet, wo du es ausgibst, und nicht bei einem Reiseunternehmen z. B. in Deutschland. Das hat auch den Vorteil, dass du bei einem Problem einen Ansprechpartner "in der Nähe" hast. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Unter "Partner" im Forum findest du außerdem ein paar Agenturen vor Ort, die dir das Buchen der Campingplätze abnehmen. Ich kenne deine Reisezeit nicht, aber bei deinem knappen Zeitbudget scheint mir das Vorbuchen von Vorteil zu sein. Ich würde keine Zeit damit verplempern wollen, dass ich in der kurzen Zeit nach Alternativen suchen müsste, falls ein Campingplatz voll ist oder dir nicht zusagt. Nach viel Arbeit und Ärger beim selbstständigen Buchen machen wir das seit 3 Jahren so. Dann müssen wir nur einmal sämtliche Unterkünfte zahlen statt jede einzeln. Ein "No Go" wäre jeglicher Versuch, wild campen zu wollen.

Meine 5 ct zur Strecke:
Die Standardtour würde ich unbedingt zugrunde legen, denn sie ist abwechslungsreich, und du kannst eine Destination kürzen oder rausnehmen, um nicht in Stress zu geraten. Am ehesten fällt mir der Schluss der 2wöchigen Tour ein. Waterberg lohnt sich z.B. nur, wenn 1 voller Tag für eine Wanderung zur Verfügung steht. Auch hierzu kann dir eine örtliche Agentur die besten Tipps geben.

Ich wünsche dir eine richtige Entscheidung 🙂 !

LG freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
390 Beiträge · seit 201720. Feb. 2019 ·
Ich würde einen der kleinen Camper von Bobo oder Britz nehmen. Da brauchst du nämlich gar nichts zusammenzubauen. Und die sind günstiger als ein Bushcamper.
125 Beiträge · seit 201520. Feb. 2019 ·
Hallo zusammen,

ich habe Liv schon via PN kontaktiert, dachte mir aber, dass ich eine Kurzusammenfassung meiner Erfahrungen hier schreibe, da ich hier auch immer wieder Nützliches finde und mein Beitrag vielleicht hilfreich sein kann (und ich bin nicht der Typ, der Reiseberichte schreibt).

Ich war 2016 im Mai/Juni für 3 Wochen alleine mit Hilux & Dachzelt unterwegs. Einen „richtigen“ Campingurlaub habe ich davor nie gemacht (war während des Studiums eher mit Rucksack in Hostels unterwegs), jedoch war ich bereits mehrmals im südlichen Afrika unterwegs (Namibia, Simbabwe, Botsuana und Südafrika) und war während des Studiums 1 Jahr an der UCT in Kapstadt und habe von dort aus diverse Roadtrips unternommen (z.B. bis an die Vic Falls).

Mietauto
Gebucht bei: https://www.namibia4x4rentals.com/
Extras: Kompressor
Ich war sehr zufrieden und habe 2017 dort wieder gebucht. Ich wurde am Flughafen abgeholt und die Übergabe war sehr ausführlich und mir wurden viele Tipps gegeben, wie es am einfachsten ist, das Dachzelt alleine auf- und abzubauen oder was die Technik rund ums Auto angeht.

Unterkünfte
Ich habe die Strecke selbst zusammengestellt und mir die Unterkünfte vorgebucht, da ich nicht vor Ort auf die Suche gehen wollte und weil es meine Art des „Risikomanagements“ war (Strecke war bei Familie und Freunden hinterlegt). In Windhuk und Swakopmund habe ich feste Unterkünfte gebucht und in Opuwo spontan von Campsite auf Zimmer umgebucht (ich wollte 1x einen kompletten Tag nicht zugestaubt sein).

Route
Windhuk - Swakopmund (via C28) - Spitzkoppe - Uis - Camp Madisa - Mowani Campsite - Khowarib - Opuwo - Epupa - Kunene River Lodge - Onguma - Windhuk

Die Strecke von Epupa zur Kunene River Lodge war damals noch nicht komplett „geschottert“ und die letzten 40km waren etwas ruppiger zu fahren, aber ich fand es schöner als die neue Strecke und dieser Teil war technisch sehr gut machbar. Ich hatte 2 große Streckenabschnitte drin: Kunene River Lodge nach Onguma (war anstrengend, aber das wusste ich schon von einer vorherigen Reise) und von Onguma nach Windhuk (gut machbar).

Was ich gelernt habe
Back-up Story parat haben: Nicht erzählen, dass man alleine unterwegs ist - darauf wurde ich von einer Einheimischen hingewiesen, dass ich nie erzählen so, dass ich alleine unterwegs bin und auf welchem Campingplatz ich bin. Daher habe ich mir eine Back-up Geschichte zugelegt, z.B. wenn ich alleine Einkaufen war und angesprochen wurde: Freund ist beim Metzger, ich bin Vegetarier und er muss sich sein Fleisch selbst kaufen oder wir reisen mit 2 Autos, da die Schwiegereltern dabei sind und ich ein paar Stunden "Ruhe" brauche. Das hat super funktioniert. Wenn ich auf dem Campingplatz gefragt wurde, ob ich alleine bin, dann habe ich erzählt, dass mein Freund in Windhoek arbeitet und nicht frei bekommen hat, aber wir uns in ein paar Tagen sehen (was nicht so weit hergeholt ist, da ich vom Auslandjahr noch ehemalige Kommilitonen kenne, die dort Arbeiten).

Ich habe das Reisen alleine sehr genossen, da ich selbst das Tagestempo und die -gestaltung bestimmen konnte. Wenn man möchte, kommt man immer ins Gespräch mit anderen und kann sich so auch mal Austauschen.

Grüße
Ann_Ka
zuletzt bearbeitet 20. Feb. 2019
211 Beiträge · seit 201322. Feb. 2019 ·
Hallo Liv,

Namibia kann auf manchen (Neben-)Strecken recht einsam sein. Du solltest kleinere Arbeiten am Auto (z.B. Reifenwechsel) auch allein hinbekommen (Ersatzreifen können einiges wiegen und der kaputte muss auch wieder verstaut werden...).

Ansonsten denke ich, dass es in nicht Namibia brenzliger ist als in den Ländern, in denen Du schon warst 🙂

Viel Spaß in dem tollen Land!
Sabine
Wie kann man Namibia nicht lieben?
1’723 Beiträge · seit 200922. Feb. 2019 ·
hello ...

ja das geht ganz gut alleine in Namibia .. Mir waere das in Nam, im Gegensatz zu SA einfach nur technisch zu ueberlegen. Weil wenn du da alleine irgentwo liegen bleibst kann das schon mal ein paar Stunden dauern. Ist aber ein ARgument ohne ein Argument zu sein.
Man muss halt in jeder Lage gerne alleine sein moegen, denn auch auf den Campingplaetzen lernt man nicht unbedingt andere Menschen kennen. Wenn ich kreuz und quer durch SA fahre schlafe ich in Lodges oder Hotels, da hat man halt schnell Anschluss zum quatschen abends.

Ansonsten nur zu ..
Ist ein schoenes Abenteuer .. doof ist nur, dass es so schoen ist, dass man die Schoenheit dann mit niemandem teilen kann ..

Viel Spass
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
74 Beiträge · seit 201722. Feb. 2019 ·
Hallo Liv,

jetzt kann ich es mir definitiv nicht verkneifen, hier mal auf die "Frauen Power Tour" hinzuweisen.... 🤩
Es sind noch Plätze frei - vielleicht wäre das was für dich? Organisierte, begleitete Selbstfahrertour, zwei Wochen, tolle Fahrzeuge, ab und an eine Camping-Nacht, die klassischen Highlights von Namibia besuchen... 😎

Würde mich freuen!

Herzliche Grüße

Maike
nicht einfach schwarz-weiß! - zebra.reisen restliche Welt geht auch mal - zebrapunkte.com einfach mal drauf los planen - zebra.map
170 Beiträge · seit 201822. Feb. 2019 ·
Man muss halt in jeder Lage gerne alleine sein moegen, denn auch auf den Campingplaetzen lernt man nicht unbedingt andere Menschen kennen.
Du kennst meine Tochter nicht. Die lernt überall wen kennen. Irgendwer findet sich zum plaudern...
Und wenn's die Angestellten sind, deren Kinder, .....