Überfälle auf Touristen - Sept 2018 - Erongo

188 Antworten · 45,5k Aufrufe · gestartet 11. Sept. 2018 von travelNAMIBIA
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517 Beiträge · seit 201821. Sept. 2018 ·
Gelöscht um die Berieselung durch die Meinungsbildner hier nicht zu stören.... VG
zuletzt bearbeitet 21. Sept. 2018
4’132 Beiträge · seit 200821. Sept. 2018 ·
bezüglich der Polemik können wir dir beipflichten, Pallas8330.
Insbesondere die Aggressivität und die Gleichmacherei empfinden wir als unangenehm.

Die Vielfalt der mitgeteilten Meinungen und den allgemeinen Austausch halten wir hier in derartigen Fällen von Gewaltkriminalität für richtig und notwendig.

Man kann mit der aktuellen „Gefahrenlage“ ganz pragmatisch umgehen, solange die Polizei die Täter nicht gefasst hat, - jeder so wie er meint. Tipps und Hilfsangebote dazu, sind doch eine feine Sache.


Das, was uns wirklich Sorgen macht, ist der erhebliche Anstieg der Gewalt bei diesen Überfällen. Es geht nicht mehr nur um Gewaltbereitschaft sondern tatsächlich unmittelbar ausgeübte Gewalt. Und zwar der Art, dass man durch gezieltes Zertrümmern der Scheibe direkt neben dem Kopf des Fahrzeuginsassen auch dessen Tod in Kauf nimmt, bevor man ihn bestiehlt.
Lange Zeit wurde nur Gewalt angedroht. Dieses aber sind sehr Ernst zu nehmende Veränderungen.
Vor derartigen Angriffen kann man sich nicht schützen, wenn man davon überrascht wird, - man kann nur im Vorfeld versuchen zu verhindern, überhaupt in eine solche Situation zu kommen. Und das ist wie Glücksspiel... Man will ja auch seinen Urlaub entspannt genießen und nicht ständig auf der Hut sein müssen!

Zum häufig erwähnten angeblich „überall“ auf der Welt existierenden Risiko für derartige Überfälle: Das besteht u.E. nicht so pauschal und allgemein!
Derart gewalttätige Überfälle haben wir in 40 Reisejahren nur in sehr wenigen Fällen und sehr wenigen Regionen als erzähltes Selbsterlebtes von Reisefreunden kennengelernt. Derartiges Entsetzen ist zum Glück immer an uns vorbei gegangen. Und das IST einerseits Glück – und andererseits die konsequente Vorsicht, sich nach gewissen persönlichen Regeln zu verhalten und sich von bestimmten Situationen und Orten fern zu halten. Über diese Konsequenzen habe ich früher hier mehrfach geschrieben.

Abschließend ein kleiner hinkender Vergleich: Unsere hübschen Küstenstädte Kiel oder Rostock haben jeweils ca. doppelt so viele EW wie das Bundle der aufstrebenden Städte Swakopmund (45 EW) und Walvis Bay (62 EW).
Addiert man die nicht weit entfernte 2 Mio. Stadt Hamburg (entspricht der gesamt Einwohnerzahl von Namibia) sollte man in diesem Umfeld mindestens wöchentlich von derartigen Überfällen lesen...
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 21. Sept. 2018
90 Beiträge · seit 201821. Sept. 2018 ·
Hallo Pallas,
Pallas8330 schrieb:Fakt ist: es kommen Überfälle vor. In Namibia, in Deutschland, in wo auch immer auf dieser Welt.
Du hast dann sicher auch gar nichts gegen einen Urlaub in Afghanistan. Da gibt es fantastische Landschaften und islamistische/terroristische Anschläge gibt es schließlich auch in Deutschland. Oder interessiert Dich dann plötzlich doch, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Gefahr droht?

Fakt ist vor allem, dass diese seit Jahren vorgetragenen Relativierungen zur Kriminalität in Namibia grundfalsch sind und entweder auf Unwissen oder einer interessensgetriebenen Agenda basieren.

Genau so kann man sagen:
In Namibia, in Deutschland, in wo auch immer auf dieser Welt gibt es Kindersterblichkeit.
In Namibia, in Deutschland, in wo auch immer auf dieser Welt gibt es von Armut betroffene Menschen.
In Namibia, in Deutschland, in wo auch immer auf dieser Welt gibt es Verkehrsunfälle.

All diese Aussagen sind zwar wahr, aber die enthaltenen Relativierungen sind grob irreführend. Denn natürlich macht es einen eklatanten Unterschied, ob ein Neugeborenes mit einer Wahrscheinlichkeit von 13% (Somalia), 4,5% (Namibia) oder 0,3% (Deutschland) stirbt. Man frage gern bei betroffenen Eltern nach, ob sie auch lapidar befinden, dass es Kindersterblichkeit eben überall auf der Welt gibt. Genau so macht es auch einen Unterschied, ob man in Namibia als Tourist mit einer Wahrscheinlichkeit von 1-10% Opfer eines Verbrechens wie Diebstahl oder Raub wird oder in Deutschland mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,0x%. Wo sind denn in Deutschland die Fälle, wo mit vorgetäuschten Pannen u.ä. regelmäßig gezielt Touristen überfallen werden?

Korrekt ist, dass die große Mehrheit der Touristen in Namibia einen von Kriminalität unbelasteten Urlaub verbringt. Korrekt ist aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit, als Tourist Opfer von Diebstahl oder Raub zu werden, erheblich über der Wahrscheinlichkeit liegt, das als Tourist in Deutschland zu erleiden. Es ist eben nicht überall auf der Welt gleich und die unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten sind bedeutsam.

D.
zuletzt bearbeitet 21. Sept. 2018
83 Beiträge · seit 201521. Sept. 2018 ·
lilytrotter schrieb:Zum häufig erwähnten angeblich „überall“ auf der Welt existierenden Risiko für derartige Überfälle: Das besteht u.E. nicht so pauschal und allgemein!
Derart gewalttätige Überfälle haben wir in 40 Reisejahren nur in sehr wenigen Fällen und sehr wenigen Regionen als erzähltes Selbsterlebtes von Reisefreunden kennengelernt.
Hallo lilytrotter

ich verstehe Deine Einwände. Sicher nimmt die Verbrecherrate und die Brutalität zu, auch dies ist überall auf der Welt zu beobachten. Wir erleben das in der Schweiz auch. Und wie in Namibia ist man erstaunt, dass im sicheren Heimathafen plötzlich zustände herrschen, wie wir sie nur aus dem Ausland kannten. Aber dennoch: objektiv ist Namibia (und übrigens auch die Schweiz 😛 ) immer noch ein sicheres Reiseland.

Ich bin noch in einem anderen Forum aktiv, in Europa bin ich aktiver Camper. Auch hier wird zum Teil verbissen diskutiert, wenn Camper in Südfrankreich, in Spanien, in Schottland von den Strassen gedrängt werden, und/oder ausgeraubt werden, zum Teil mit ähnlicher Brutalität wie in diesem Forum beschrieben. Alles in Regionen, in denen man diese kriminelle Energie nicht unbedingt erwartet.

Und was lerne ich daraus? Nie mehr in diese Regionen der Welt gehen? Nein, sicher keine Option! Eine nüchterne Risikobetrachtung sagt mir, dass eine Verdoppelung eines bisher sehr tiefen Risikos ein immer noch ein sehr tiefes Risiko ist, halt einfach leicht erhöht. Aber immer noch ein bedeutend kleineres Risiko als auf dem Arbeitsweg zu Hause eine stark befahrene Strasse zu überqueren. Hier wie dort braucht es die vielfach erwähnte Aufmerksamkeit, hier wie dort ist hingegen die Angst ein denkbar schlechter Berater.

Und drum noch einmal: Freut Euch auf Eure nächste Namibiareise!

Gruss, Pallas
517 Beiträge · seit 201821. Sept. 2018 ·
... Vielleicht sollte man auch den Grad der Schwere davongetragen körperlicher Verletzungen mit einbeziehen...
Ich bin überzeugt, dass der Wert eines Lebens in Afrika, Namibia, Südafrika stark von denen in Europa, Deutschland, Schweden vollkommen unterschiedlich betrachtet wird...
Damit meine ich den Tatzeitounkt und nicht die Verurteilung im Prozess...
Aber sicher sehen das hier wieder einige anders.... VG
4’132 Beiträge · seit 200821. Sept. 2018 ·
@ Pallas8330
D’accord,

ergänzend:
Angst an sich, hat eine wichtige Warn- und Schutzfunktion für den Menschen, - wichtig ist der Umgang mit derselben.
Somit würde ich deinen letzten Satz etwas differenzierter formulieren:
Unreflektierte Angst ist ein denkbar schlechter Berater!
Allerdings sind Naivität und Selbstüberschätzung die ebenso dummen Komparsen...
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
5’486 Beiträge · seit 200921. Sept. 2018 ·
Wir sollten uns bei den Sicherheitsthemen vielleicht darauf beschränken, die Umstände zu schildern. Dann kann jeder daraus seine eigenen Schlüsse ziehen. Wer die beschriebenen Situationen als akzeptabel ansieht, reist weiterhin nach Namibia. Für wen eine Grenze überschritten wird, sucht sich halt ein anderes Reiseziel.

Die Streitigkeiten hier entstehen doch immer erst, wenn Wertungen vorgenommen werden. Diese sind aber immer vom subjektiven Empfinden anhängig und deshalb wird es dabei nie Einigkeit geben. Dies gilt ganz besonders für das Thema Sicherheit, wo die objektiven Tatsachen und das subjektive Empfinden traditionell weit auseinander klaffen.

Besonders wir Deutsche haben dafür ein besonderes Talent. Die gefühlte Sicherheit wird immer schlechter, obwohl die Kriminalstatistiken das genaue Gegenteil aussagen. Kopf und Bauch sind selten auf einer Linie.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
246 Beiträge · seit 201521. Sept. 2018 ·
'n Abend,

vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen, das einmal statistisch etwas einzuordnen. In einem recht bekannten globalen Bericht zur Friedlichkeits- und Gewaltlage liegt Namibia für 2018 auf Platz 43 (zum Vergleich: Deuschland auf 17, Frankreich auf 61, USA auf 121). Laut dieses Berichts hat sich die Lage übrigens in Namibia sowohl absolut wie relativ zu anderen Ländern gebessert. Zu beachten ist allerdings, dass das weder touristenspezifisch ist noch ausschließlich Kriminalität erfasst.
http://visionofhumanity.org/app/uploads/2018/06/Global-Peace-Index-2018-2.pdf
Ich finde es dennoch recht wertvoll, denn es ermöglich einen etwas nüchterneren Blick: Wer Angst vor Namibia hat, darf gewiss nicht durch die USA reisen.
Vielen Dank übrigens an dieser Stelle für die Erlebnisberichte, das ist sicher nützlich, um auf einige Dinge besser zu achten.

Gruß
Flotho
Themenstarter33,3k Beiträge · seit 200625. Sept. 2018 ·
Zur Info.

Viele Grüße
Christian

Tourist attacks will affect tourism sector: Shifeta
By Linea Dishena
WINDHOEK, 25 SEP (NAMPA) – The frequent criminal attacks on tourists who are visiting Namibia will have a terrible effect on the tourism sector, Minister of Environment and Tourism, Pohamba Shifeta admitted and cautioned on Monday.
In an interview with Nampa here, Shifeta said Namibia cannot afford to have constant criminal attacks on tourists as this will reduce the number of visitors, which will eventually affect the sector’s contribution to the Gross Domestic Product (GDP).
He noted that the sector contributes more than 15 per cent to the GDP annually.
“We need to work together as Government agencies, the Namibian Police Force (NamPol) and community members to create a safe environment for our tourists,” he said.
Shifeta pointed out that the ministry has put up measures with NamPol by introducing a branch that focuses on the protection of tourists.
The branch has implemented closed-circuit television cameras in crime-prone national parks as well as police patrols.
“What the community should keep in mind is that tourists are coming to support us. We promote Namibia and invite them to come as well, therefore we need to give them the support and have a welcome hand,” he stressed.
The environment minister said criminal attacks by a few individuals who are trying to destroy the tourism industry, especially the hospitality Namibia has towards visitors, should be eliminated.
Shifeta further called on community members to report odd behaviour of individuals in national parks to the nearest police or park rangers.
(NAMPA)
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
403 Beiträge · seit 200625. Sept. 2018 ·
Scheint doch, dass der jetzige Umweltminister Shifeta die Sache ernst nimmt.
Da kann man nur hoffen......

Gruss Margrit
3 Beiträge · seit 201802. Okt. 2018 ·
Hallo zusammen,

ich glaube ich könnte bei Rückfragen und Sorgen zu eben diesem Thema vielleicht etwas beisteuern: meine Freundin und ich sind das deutsche Pärchen, über welches in dem Polizei-/Pressebericht geschrieben wurde. Dazu muss allerdings angemerkt werden, dass die örtlichen Officer es geschafft haben, drei Geschichten in unserer Story zu verweben und die Berichterstattung so mehr als Fehlerhaft war.

Noch kurz zum eigentlichen Vorfall: Die Angreifer sind erschreckend Gewaltbereit auf uns losgegangen, konnten binnen einer Sekunde die Beifahrertür öffnen und versuchten meine Freundin mit Gewaltt aus dem Auto zu zerren. Ein zweiter Mann schlug mit einer Axt auf den Hinterreifen ein, ein dritter Mann mit einem Knüppel auf die Fahrerscheibe. Innerhalb der darauffolgenden ca. 30 Sekunden konnten wir uns wehren, das Auto neu starten und fliehen. Bei unserem Fluchtversuch mit defektem Reifen folgten sie uns mit runtergelassener Scheibe und gezückter Axt noch einige Kilometer bis uns Gott sei Dank andere Fahrzeuge entgegen kamen und stoppten. Hätten diese Fahrzeuge nicht gestoppt, möchte ich nicht wissen, wie die Geschichte weiterverlaufen wäre...

Wir haben körperlich keinerlei Schaden genommen. Entwenden konnten uns die Angreifer auch nichts. Zu Verdanken ist das jedoch keiner ausgeklügelten Taktik sondern vielmehr ein paar richtigen Reflexen, einer Flasche Pfefferspray im Handschuhfach und einer gewaltigen Portion Glück!!!

Dennoch möchte ich vielleicht allen jetzt besorgten Reisenden einige Dinge mit auf den Weg geben:
1) Hätten wir uns vorsichtiger oder vielmehr skeptischer Verhalten, wäre uns nichts passiert.
2) Wir haben uns entscheiden, unsere Namibia-Reise dennoch wie geplant fortzusetzen. Das Gefühl mit dem man unterwegs ist, ist ein anderes. Trotzdem einfach versuchen das Land zu genießen und aber wachsam sein.
3) Pfefferspray dabei zu haben hat uns zumindest bei unserem Vorfall vermutlich gerettet. Also von uns der Tipp: einpacken! (Im Kulturbeutel sollte es kein Problem beim Fliegen geben. Zur Not wird es halt weggeschmissen)
4) Schafft man eine Flucht mit defektem Reifen: Wenn möglich den 4x4 einschalten und einfach weiterfahren bis Hilfe kommt.
5) Solle einem dennoch unwohl beim Fahren sein: Auf den Hauptrouten gibt es täglich hunderte Touristen die entweder in die eine oder andere Richtung unterwegs sind. Einfach mal auf der Campsite/Lodge am Tag vorher rumfragen und sich evtl. zu einer Kolonne absprechen. Dann mit einigen hundert Metern hintereinander her auf aufeinander achten. Sollte man keinen finden: vielleicht den Vordermann mit Dachzelt und 79 km/h nicht überholen sondern einfach mal dahinter bleiben.
6) Im allerschlimmsten Fall die Täter einfach machen lassen. Das sind keine Meuchelmörder sondern Diebe. Provoziert oder fügt man ihnen sogar Schaden zu, kann sich das Blatt denke ich auch schnell wenden.

Abschließend noch eine Sache: Ich habe hier gelesen, dass die Angreifer wohl weniger drei junge Männer ausrauben würden und eher auf wenigerwehrhafte Opfer wie Frauen und Rentner gehen. Sie sind auch auf uns los (sind beide Mitte zwanzig) und ich glaube auch wenn hinten im Auto noch 1-2 Freunde gesessen hätten, wären sie wohl kaum aus unserem Auto raus um sich mit Fäusten drei muskelbepackten Männern mit einer Holzfälleraxt, einem Knüppel und was weiß sonst noch in ihren Hosentaschen entgegenzustellen. Also Vorsicht gilt für alle!


So, ich hoffe ich beantworte damit vielleicht die ein oder andere Frage. Bei weiteren Rückfragen zum Vorfall bitte einfach fragen. Ansonsten wünsche ich allen deren Reise noch bevorsteht eine tolle Erfahrung und natürlich eine sichere Tour! Augen auf und skeptisch sein, dann sollte dem Urlaub hoffentlich nichts im Weg stehen! 🙂
350 Beiträge · seit 201402. Okt. 2018 ·
Hallo sutiv1194

Danke für diese Hintergründe und Erklärungen.

Eine Frage habe ich, du schreibst:
Hätten wir uns vorsichtiger oder vielmehr skeptischer Verhalten, wäre uns nichts passiert.
Wie bzw. was meinst du, hättet ihr besser machen können?
Viele Grüße, Michael
3 Beiträge · seit 201803. Okt. 2018 ·
MichaelAC schrieb:Wie bzw. was meinst du, hättet ihr besser machen können?
Ja gerne 🙂
Der Vorfall war anders als im Bericht beschrieben. Wir waren vom Vogelfederberg in Richtung Walvis Bay unterwegs. Von weitem gut sichtbar stand ein Mann winkend mitten auf der Straße neben einem Fahrzeug mit hochgeklappter Motorhaube. Er schien zunächst allein zu sein. Wir reduzierten unsere Geschwindigkeit um uns zunächst einen Überblick verschaffen zu können. Es schien uns in dieser Situation einfach richtig zu sein, schließlich waren an diesem Tag gefühlt ausschließlich Touristen unterwegs gewesen und Namibia gilt schließlich als eines der sichersten Länder Afrikas. Wir reduzierten unsere Geschwindigkeit weiter und sind schon fast eher rollend an den Mann heran gefahren. Dennoch waren wir äußerst vorsichtig: Fenster nur 10 cm geöffnet, Türen verriegelt und Fuß auf der Kupplung. Die Angreifer haben doch alleine dies ausnutzen können. Alleine durch den Schreck des plötzlichen Angriffs saust der Fuß von der Kupplung und das Auto war aus, ich glaube so erginge es den meisten.

Was hätten wir besser machen können? --> Nicht anhalten, nicht einmal vorsichtig annähern oder sich nur einen Überblick verschaffen.

Natürlich wussten wir, dass man absolut niemals stehen bleiben sollte und haben es uns auch gegenseitig 100x gesagt, aber wir waren in dieser Situation einfach sicher das Richtige zu tun. Das Pflichtbewusstsein, der Wille sich nur einen Überblick zu verschaffen und der Wunsch zu helfen wurden hier einfach ausgenutzt. Denn wie auch andere hier schon schrieben gibt es auch wirkliche Ernstfälle (Schwangere ohne Wasser bei sengender Hitze).
Natürlich war es am Ende auch mit unsere Schuld. Wenn man jedoch bedenkt, dass wir nur 10km vorher am Vogelfederberg ebenfalls komplett alleine das Auto verlassen haben (genauso wie bei einigen vorherigen Foto-Stops), hätte uns das selbe auch dort passieren können.

Würden wir wieder anhalten? --> Auf keinen Fall!
Können wir uns vorstellen, dass es anderen genau so ergeht wie uns und nur helfen/gucken wollen? --> Ganz klar ja! Daher Vorsicht!
527 Beiträge · seit 201303. Okt. 2018 ·
sutiv1194 schrieb:
MichaelAC schrieb: Denn wie auch andere hier schon schrieben gibt es auch wirkliche Ernstfälle (Schwangere ohne Wasser bei sengender Hitze).
Den "Schwangeren ohne Wasser bei sengender Hitze" begegnet der Tourist besonders in Namibia, aber auch in anderen Wüstengebieten, recht häufig... 😄
4’132 Beiträge · seit 200803. Okt. 2018 ·
Hallo, sutiv1194,

vielen Dank für deine reflektierende Beschreibung und deine klaren Worte!

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
1’250 Beiträge · seit 200903. Okt. 2018 ·
Hallo sutiv 1194,

ja, ich schließe mich lilytrotter an und sage auch, vielen Dank für Deine Informationen!

Dein Bericht hat mich natürlich auch nachdenklich gemacht. Wie sehen die Konsequenzen für den Reisenden aus?

Für mich ist es eindeutig in Zukunft so, dass ich NIEMALS anhalten werde!! Und da kann ich nur hoffen, dass auf der Straße noch so viel Platz ist, dass ich mit dem Auto 'problemlos' vorbeifahren kann.

Eigentlich erschreckt mich meine Haltung auch ein bisschen selbst, denn es ist so gar nicht meine grundsätzliche Einstellung. Menschen sollten sich helfen (und Tieren helfe ich übrigens nach Möglichkeit auch).

Aber unter den von Dir geschilderten Umständen kommt für mich freiwilliges Anhalten nicht mehr in Frage!

Nachdenkliche Grüße vom Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
236 Beiträge · seit 201003. Okt. 2018 ·
Hallo,
ich gehe seit Jahren nicht mehr ohne Pfefferspray spät durch den Stuttgarter HBF und seit 15 Jahren nicht mehr durch Namibia. Es hilft eben bei allem was Schleimhäute hat. Im Koffer beim Waschzeug war das noch nie ein Problem und im Handschuhfach im Auto auch nicht deshalb einfach mitnehmen.
Das ist natürlich für viele ein Problem die müssen dann eben gleich Vollgas geben.

Grüße Albrecht


Gruß Albrecht
1’942 Beiträge · seit 200904. Okt. 2018 ·
Hallo,
in knapp einer Woche fliegen wir nach Namibia und es wird einem schon sehr bange, wenn man von diesem brutalen Überfall liest.
Bei unseren ersten Reisen wurde uns immer mit auf dem Weg gegeben anzuhalten, wenn ein Auto auf der Straße steht, um vielleicht mit Wasser/Benzin aufzuhelfen. Dieses Vorgehen war selbstverständlich für uns (wir bereisten schon andere Wüstenregionen der Welt) und wir hielten immer an - auch wenn Touristen nur Landschaft bestaunten fragten wir nach, ob sie evtl Hilfe benötigen.
Nach diesen (mehrfach) geschilderten Überfällen kommt für uns ein Anhalten nicht mehr in Frage!
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
749 Beiträge · seit 200604. Okt. 2018 ·
Danke Lotusblume .............

so sehe ich das auch.
das mit dem Pfefferspray habe ich mir auch schon überlegt.
aber ich zögere noch ............

lg Wüstenfee
1’942 Beiträge · seit 200904. Okt. 2018 ·
wüstenfee schrieb:
das mit dem Pfefferspray habe ich mir auch schon überlegt.
aber ich zögere noch ............
lg Wüstenfee
Ist bereits gekauft!
Uns erschreckt die Brutalität der Täter. Handtasche/Rucksack klauen, Auto aufbrechen und Wertsachen stehlen - passiert überall, aber mit der Axt/Knüppel auf Autos einzuschlagen und gewaltbereit diese auch gegen Menschen einzusetzen, ist eine ganz andere Nummer.
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"