Uli.S719 Beiträge · seit 201130. Aug. 2016 · Hallo Babsi,
hab dir nochmal die PM geschickt, falls du meine gelöscht haben solltest.
LG Uli
Big 5 Africa Tours
Reiseberichte:
Namibia's Süden 2017, Uganda's Norden 2016 , Uganda Juli 2015 , Namibia Mai 2013 ,Namibia Mai 2012
Suzie52 Beiträge · seit 201630. Aug. 2016 · Hallo Babsi
Ich musste bei deiner Schilderung der Bettpfanne auch lachen, aber ich hoffe, du glaubst mir, wenn ich dir sage, dass es nicht aus Schadenfreude war. Ich war nämlich auch schon in der gleichen unangenehmen Lage und kann's dir nachfühlen.
LG Suzie
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201630. Aug. 2016 · Ja gell, so isses. Und wenn man drüber lachen kann, wird es einigermaßen erträglich.
Liebe Grüße
Babsi
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201630. Aug. 2016 · Freitag 26.August, Lady Pohamba Krankenhaus Windhuk
Endlich sind wir da. Die Tür geht auf und ich bin im Himmel der Verletzten. Kühl, Hell, nagelneue, riesig, schöne Farben, aber das wichtigste, so viele nette Leute kümmern sich sofort um mich. Nette Krankenschwestern und fröhliche hilfsbereite Pleger wuseln um mich rum.
Ein Arzt guckt nur kurz vorbei. Meine Papiere sind schon fertig und ich werde unverzüglich durchgewunken und auf Station gebracht. Großes Vierbettzimmer mit Aussicht und nur einer Bettnachbarin. Alles bestens.
Einschub: ich wollte noch erwähnen, wieviel freundliche und hilfsbereite Menschen wir hier kennen lernen, denen wir sonst nie begegnet wären. In Otjiwarongo war mein Mann einigermaßen verzweifelt , weil das Internet dort kaum brauchbar war und er so viel kommunizieren musste. Der Apotheker des Krankenhauses bekam das mit und nahm ihn kurzerhand mit zu sich nach Hause. Er stellte seinen PC zur Verfügung, machte Abendessen und brachte ihn wieder zurück. Die Dame der Reiseagentur kümmerte sich unermüdliche um alles mögliche. Auch bei kurzen Begegnungen sind alle freundlich und fragen ob sie helfen können.
Und weiter: Auf dem Zimmer wird von einem gut gelaunten Pfleger das Infusionsset erneuert und die Schmerzmittel Behandlung fortgesetzt. Endlich kann ich nach drei Tagen endlich aufatmen und fühle mich in guten Händen.
Der Nachmittag vergeht mit Ausruhen und dösen. Um 18.00 Uhr taucht der Orthopädie-Spezialist auf und entschuldigt sich für die Verspätung. Dennoch will er mich noch drannehmen. Um 20.00 Uhr soll es losgehen. Ein kleiner Tiefpunkt ereilt mich noch, als er mein Bein auswickelt und ich es nach einigen Tagen auch erstmals wiedersehe. Kein stöckelschuhfähiger Zustand sag ich Euch. Farbe: lilablassblau. Das Gesicht des Arztes ist auch nicht happy. Er wusste nicht, dass noch gar nichts gerichtet worden war und befand die Schwellung für eine Komplettsanierung für zu stark. Erst mal einrichten und ein loses Knochenstück anschrauben, dann abwarten. So war der Plan. Jetzt ging es tatsächlich los. Mir war sehr mulmig aber ich war natürlich auch froh. Die Vorbereitungen begannen unverzüglich. Formulare, Spritzen, und, krönender Abschluss, das Einkleiden. OP Haube Frau Holle, Sterntalerhemdchen und ein Höschen von Schneewittchens böser Schwiegermutter. "One Size fits" all, von 20 bis 200kg. So fertig. Ich werde in den Vorraum gebracht. Es ist kühl, still und einsam da. Ich warte eine dreiviertel Stunde und dann bin ich dran. Der Anästhesist sieht, dass die Prinzessin etwas kümmerlich dreinschaut und ich muss nicht auf die Liege mit den Gurten und Schnallen wechseln. Das machen wir dann, meint er großzügig. Er setzt mir die Narkose noch im Bett. Die Luft aus der Maske riecht blöd und ich wackel mit dem Finger, damit er sieht, dass ich noch da bin. Zwei, drei Atemzüge, noch da, wackeln, vier, wackeln, das Zeug nützt ja gar nix, viereinhalb... und weg.
Dann bin ich genauso zack wieder da. Mein Mund fühlt sich an wie zwei Pfund Straßenstaub. Ich glaube keine Luft zu bekommen vor Trockenheit. Ich ächze nach Wasser. Sobald wir auf Station sind, verspricht mir die Schwester. Hat sie mich nicht verstanden? Ich vergehen, ich ersticke... nein. ..aber ich kann nichts sagen. Sie kennt das wohl und bleibt ganz cool. Eine Minute später sind wir da. Neben meinem Bett steht ein Becher mit Eiswürfeln bereit. Ich stürtze mich drauf und bin gerettet. Das war knapp. ACh ja mein Bein: es drückt und pocht ein wenig aber nicht besorgniserregend. Es ist 22.30 Uhr, die OP hat 45 Minuten gedauert. Ich schreibe noch ein whatsapp, krächze meinem Mann ins Telefon, dass ich noch lebe und ein paar Eiswürfel später bin ich eingeschlafen.
ANNICK8’066 Beiträge · seit 200830. Aug. 2016 · Hallo Babsi,
Sorry, ich musste X Mal lachen...... 😎 Aber auch mitleiden. 😣
Du schilderst die Lage so schön dass ich mir alles sehr genau vorstellen kann. 🙄
Ich drücke dir schon Heute die Daumen dass alles zu einem Happy End wird. 🙂
Liebe Grüsse
Annick
La Leona2’781 Beiträge · seit 200730. Aug. 2016 · Hallo Babsi, ich lese deinen Bericht -bzw. überfliege ihn vorallem aus Neugier, denke da bin ich nicht alleine. Es tut mir aufrichtig leid, dass du solche Schmerzen ertragen hast und du und deine Familie sich viele Tage in einer so ungewissen Situation wiedergefunden haben betreffend was, wie wo, wann usw. weiter zu unternehmen sei.
Jedesmal wenn uns Afrika (und sonst) - reisenden vor Augen geführt wird wie blitzschnell sich eine bis vor Sekunden noch schöne Reise verändern kann, sei es wegen einem Unfall, einer Krankheit, einem Überfall helfen solche Berichte wie deiner, nie zu vergessen auch einen Plan B zu haben, alle wichtigen Nummern dabei und zur Hand zu haben und zudem zu wissen was man von wo erwarten darf betreffend Versicherungsschutz und Deckung. Auch ich habe schon die medizinische Hilfe und Gastfreundschaft afrikanischer Spitäler und den effizienten Beistand der Reiseversicherung benötigt.
Aber: deine extrem detaillierten Beschreibungen sind ebensowenig mein Geschmack wie Reiseberichte wo jeder Einkaufswagen, jede gekochte oder servierte Mahlzeit, jeder Elefant, jeder Sundowner jede Kloschüssel bis ins Detail beschrieben und mit Bildern dokumentiert wird.
Zum Glück sind wir hier ein breites Publikum, bunt und verschieden. Darum wenn es dir hilft das Erlebte zu verarbeiten indem du es hier loswirst, und du eine aufmunternde Leserschaft gefunden hast, dann ist das doch genial!
In dem Sinne wünsche ich dir gute Besserung. Das meine ich aufrichtig.
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201631. Aug. 2016 · DAnke für Deine Guten Wünsche LaLeona. Du hast ja recht. "Reiseberichte" würde ich so auch weder schreiben noch lesen wollen. Wie wäre es mit "UrlaubsTagebuch für die Lieben zuhause und andere, die Spaß haben mitzulesen?
Ich habe auch schon viele Reisebericht angelesen, die mir keinen Spaß machten. Also, ich lese 2 Seiten, klick das weg und such mir einen anderen. Gibt ja genug! Von daher fühle ich mich ja fast schon geehrt, daß du bis Seite 15 durchgekommen bist und noch dazu so einen langen Kommentar geschrieben hast.
Alles Gute
Babsi
YAYawa109 Beiträge · seit 201101. Sept. 2016 · Hallo Babsi,
ich war jetzt gut 2 Wochen auf Reisen und habe Deinen Bericht nur auf dem Smartphone verfolgen können, deswegen auch vorher noch keine Antwort.
Ich hoffe, Du hast das Schlimmste jetzt wirklich überstanden und bist vielleicht schon in Deutschland?? Auf jeden Fall möchte auch ich Dir sagen, daß ich Deinen Bericht außerordentlich wichtig finde. Es gibt so viel schöne Reiseberichte, bei deren Lesen man vergißt, daß es auch anders ausgehen kann.
Ein sehr dramatischer Bericht vor ca. 6 Jahren hat mich dazu veranlaßt, bei jeder Namibia-Reise (8 waren es bisher) einen Ausdruck mit allen wichtigen Daten (perönliche Daten, Versicherungs-Nrn., Telefon-Nrn. plus einer Kreditkarte) in einem leichten Brustbeutel (fast) ständig um den Hals zu tragen. Ich hoffe, daß er nie zum Einsatz kommen muß.
Gerade für solche Tipps und solche Berichte ist dieses Forum unheimlich wichtig und jeder kann lesen, was er möchte (man kann ja auch manche Berichte schnell überfliegen) und kann sich in seiner Kritik zurück halten (danke auch an Chirugu, daß er den Betroffenen daß so deutlich sagt).
Weiterhin gute Besserung und alles Gute,
Yawa
regsal424 Beiträge · seit 201301. Sept. 2016 · Hallo Babsi,
Ich bin auch gerade in den Ferien und habe dein Bericht gelesen.... Ich hoffe es geht wieder bergauf und ich wünsch dir gute Besserung. Ich habe vor vier Jahren in Namibia auch zu spüren bekommen, dass dort in Notfällen kein Arzt um die Ecke wohnt... Auf dem Weg von Swakopmund Richtung Torra Bay erfasste mich ganz unerwartet eine allergische Reaktion, welche mir eine Schwellung im oberen Luftröhrenbereich verursachte.... Ich hatte einen Schutzengel, da mein Partner immer Antiallergikum bei sich hat wegen seinen Insektenstich-Allergien.... 2 Tabletten verhalfen mir zum Glück wieder richtig atmen zu können....ohne diese Medikamente weiss ich nicht ob ich dir heute gute Besserung wünschen könnte....
Nichtdestotrotz....wir sind seither schon wieder 2 Mal in Namibia gewesen....ohne allergische Reaktionen, welche ich übrigens nur dieses einzige Mal hatte...
Auf dass dein Fuss ganz schnell heilt!
Regina
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201601. Sept. 2016 · Hallo ihr Lieben, weiterhin vielen Dank für Eure Anteilnahme. Gestern ging es mir so mies, 🤢 dass ich einfach nicht schreiben konnte . Ich bin noch im Krankenhaus aber das Ende ist in Sicht. Je nachdem wie turbulent der Tag heutvwird heute, möchte ich eigentlich nachher ganz schnell Weiterschreiben. Also, bis später an dieser Stelle.
Babsi
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · Samstag, 27.August, Lady Pohamba KH, Windhuk
Die Nacht war weniger ungemütlich als befürchtet. Ich drifte von einer Schlafphase in die nächste. Mal kommt eine Schwester und hängt was an die Infusion. Mal kommt wer und fragt ob ich Tee möchte, ob ich gewaschen werden möchte, wie das Essen schmeckt und wie es mir geh, ach ja, und alle Nasen lang noch Blutdruck. Ich kann einfach die Augen nicht offen halten und kaum verstehen was sie sagen oder von mir wollen. Ich versuche, irgendwas passendes zu murmeln, damit sie schnell wieder gehen. Mein Mann kommt schon früh zu Besuch. Da ich intubiert worden war ist meineStimme mehr Hexe Wackelzahn als Prinzessen Hinkebein.
Am späteren Vormittag erscheint die Diätassistentin mit einem ganzen DIN A 4 Blatt zur Essensauswahl für den nächsten Tag. . Verwirrt starre ich auf die vor mir tanzenden Worte mit Kästchen und Einrückungen und Spalten mit lauter "und" ,"oder", "dazu" dazwischen. Kreuzchen hier und Kreuzchen da gemacht, alles was gut klingt bekommt ein Häkchen - so, geschafft. Hoffentlich habe ich das kleine Krankenhausabitur bestanden 😵 . Die Diätassistentin lächelt großmütig und nimmt das Prüfungsblatt wieder mit. Wir werden sehen. Nach diesen Strapazen muss ich erst mal wieder schlafen. Mein Mann scheucht tapfer alle Zimmerwischer, Teeverteiler, Bettfrischmacher, und sogar die Herrinen des Blutdrucks vom Acker. Prinzessinen brauchen ihren Genesungsschlaf. Erst am Nachmittag gelingt es mir dann endlich, mal länger als ein paar Minuten die Augen aufzuhalten.
Ich fühle wirklich gut umsorgt von einem Heer an Helfern, Pflegern, und Krankenschwestern. Vor allem die Pfleger haben es mir angetan. Nicht nur sind sie jung und gutaussehend, nein, sie strahlen auch so viel Fröhlichkeit, Freundlichkeit und Souveränität aus, dass man sich allein dadurch schon besser fühlt. Die Schwestern sind auch lieb, aber oft sehr schüchtern und nuschelig. Je nach Hierarchie tragen sie übrigens Uniform. Dunkelblau mit Schulterklappen, sehr schick. Sobald ich klingel, ist sofort jemand da.
Meine Bettnachbarin ist langweilig, denn sie redet fast gar nicht, da will ich auch nicht stören.
Der Chirurg Dr. S kommt vorbei und sieht nach seinen Opfern. Er ist zufrieden mit seiner Leistung, was ich überaus schätze, und mein Beitrag, gelegentlich ein wenig zu ächzen und zu seufzen, wird nicht beanstandet. Die erste OP ist geschafft, der Fuß guckt wieder geradeaus und ein Knochenstückchen hat auch schon wieder nach Hause gefunden. Meine nächste Aufgabe wäre nun: Fuß abschwellen für OP Nr.2.,. also immer hochlegen, kühlen, und nicht aufstehen. 😣
Jetzt heißt es also Beine hochlegen, Teetrinken und abwarten. Das ist der Moment, in dem ich anfange zu schreiben. Erst an "alle " einzeln, dann hier.
Bevor ich für heute Schluss mache muss ich noch über eine unglaubliche Verbesserung meiner Lage berichten. Die Beinschiene, die in Otjiwarongo aus unerfindlichen Gründen noch bis übers Knie reichte und mein ganzes Bein steif machte, reicht nur noch bis zum Knie. Das ist toll und sooo viel bequemer.
Bis morgen
Tadi441 Beiträge · seit 201202. Sept. 2016 · Hallo Babsi,
leider komme ich erst heute dazu, mal wieder meinen Senf dazu zu geben!
Ich wollte Dir nur sagen : Ich finde Dich unheimlich tapfer und auch ein wenig großartig!!!
Mir haben die 5 Tage Krankenhaus in Tsabong (Botswana) so was von gereicht, dass ich allen Respekt davor habe, mit welchem Humor (manchmal wohl auch Galgenhumor - aber das bleibt wohl nicht aus und macht überhaupt nix) Du diese Situation meisterst. ...und ich hatte "nur" eine Lungenentzündung. Mir hat nix weh getan und ich musste auch nicht operiert werden.
Ich hoffe, dass es jetzt mit Dir weiter steil bergauf geht und Du bald, wenn auch noch nicht genesen, aber soweit wieder hergestellt bist, dass Du Essen wieder genießen kannst und schlafen kannst ohne mit Betäubungsmittel voll gepumpt zu sein.
Ich habe durch Dich und Deinen Bericht gelernt, viel gründlicher meine Vorbereitungen hinsichtlich Versicherungen, Telefonnummern usw. zu treffen. Dieses Jahr hatten wir zwar schon für den Bereich der Zentral Kalahari und um Maun herum eine botswanische Versicherung mit Hubschrauberrettung abgeschlossen, aber Telefonnummern der Auslandskrankenversicherung usw. hatten wir nicht mit. Wenn was schlimmes passiert wäre, hätte wir alles erst einmal per Internet oder Telefon suchen müssen. Bei meinem Krankenhaus Aufenthalt in Botswana brauchten wir das alles nicht. Es war ja ein staatliches Krankenhaus. Ich habe pro Tag (glaube ich) ca. 5€ bezahlt und ein paar Cent für die ganzen Medikamente. Glück gehabt!!!
So, jetzt bin auch ich Bettmüde und muss schlafen. Ich muss morgen wieder arbeiten.
Liebe Grüße aus Hamburg
Petra
DIDirgni3 Beiträge · seit 200902. Sept. 2016 · Liebe Babsi,
ich wünsche Dir, dass von jetzt an alles gut verläuft!
Wir sind gestern morgen aus einem dreiwöchigen Namibia/Botswana Urlaub zurückgekommen und ich lese mit Schrecken Deinen Bericht. Das was Dir passiert ist, ist genau das, wovor ich vor und in jedem Urlaub einen riesen Horror habe.
Ich habe mir vor einigen Jahren am Baggersee in Deutschland das Bein gebrochen (Spiralbruch vom Schienbein, Trümmerbruch Wadenbein...). Trotz massiver Schmerzmittelgabe war allein der Weg bis ins nächste Krankenhaus im Krankenwagen echt schlimm. Wenn ich daran denke, dann kann ich mich nur noch an "Schmerz" erinnern. Eine Freundin von mir, die mit mir am Baggersee war und im Sancar mitgefahren ist, meinte, dass ich bei jeder Strassenunebenheit geschrien habe, bis ich dann weggetreten bin. Deshalb mag ich mir wirklich nicht vorstellen, wie es für Dich gewesen sein muss.....
Da das Bein sofort auf Melonengrösse angeschwollen war (und ich meine hier eine rekordverdächtige Wassermelone!) musste ich einige Tage warten bis zur OP. Zunächst wurde mir ein Metallstift durch die Ferse gebohrt und mein Bein an einer Art Galgen festgemacht. Da war dann nix mir Aufstehen und zur Toilette gehen... Deshalb kann ich auch Deine Bettpfannen-Story sehr gut nachempfinden. Aber ich hatte das Glück, gut ausgebildetes und hilfsbereites Pflegepersonal um mich zu haben.
Dummerweise ist das Bein aber nicht abgeschwollen und die Ärzte haben dann irgendwann entschieden, dass sie jetzt trotzdem operieren würden. Ich weiss noch wie froh und erleichtert ich war, als ich diese OP hinter mir hatte und mir gesagt wurde, dass alles soweit OK sei.
Ich drück Dir ganz fest die Daumen, dass die weitere Behandlung gut verläuft und Du bald auf dem Weg nach Hause bist und zwar in wirklich reisefähigem Zustand.
Ich bin mir sicher, dass es für Deine Familie und Freunde beruhigend ist, dass Du sie auf diesem Weg auf dem Laufenden hältst.
Es ist total schön zu lesen, wie sehr Dein Mann sich kümmert und Dich unterstützt. Finde ich toll und es freut mich für Dich, dass Du in der ganzen schlimmen Lage so eine Hilfe hast.
Damit Du auch ein bisschen was zur Unterhaltung hast:
Ich sass da also mit dieser Freundin am Baggersee auf der Wiese mit verdrehtem Unterschenkel und wartete auf den Krankenwagen, den besagte Freundin alarmiert hatte (das alles war noch zu "Vor-Handy-Zeiten"). Solange ich mein Bein/meinen Fuss nicht bewegt habe, war der Schmerz erträglich... Die meisten Leute, die vorbei kamen, trauten sich nur verschämt, kurz hinzuschauen und dann war ihnen ihr Voyeurismus wohl so peinlich, dass sie rasch wieder wegschauten. Nur eine Frau blieb stehen und glotzte und glotzte... und rief dann zu einem kleinen Jungen in einiger Entfernung "kum emol her un guck. die frä do hot sisch es bää gebroche". (<-das war kurzpfälzisch und heisst übersetzt "Komm einmal her und schau dir das an. Die Frau hat sich ein Bein gebrochen".) Der kleine Junge hatte aber keine Chance dazu, denn sie hatte ihren Satz kaum beendet, da hab ich sie angeschrien, ob sie keinen Funken Anstand im Leib habe. Dass es schon extrem unhöflich sei, dass sie selbst so gaffen würde und dass sie als Erwachsene einem Kind eigentlich beibringen solle, dass man einem Menschen, dem etwas passiert sei, nicht angaffen solle, sondern, wenn man sehen würde, dass ihm bereits geholfen wird, denjenigen in Ruhe lassen und ihn nicht noch durch Gaffen belästigen solle. Und das alles natürlich auch in breitestem Pfälzisch, damit sie es auch versteht. Ich glaube die gute Frau hat sich in ihrem Leben nicht mehr getraut zu gaffen ;-))
Und als ich dann später mit Schmerzmitteln vollgepumpt auf einer Pritsche in einem Raum in der Notaufnahme im Krankenhaus lag, kam eine Pflegekraft und fragte mich, ob ich an dem Tag schon etwas gegessen habe. Nach meiner eigenen Wahrnehmung habe ich ihr ganz klar und deutlich und in Hochdeutsch gesagt, dass ich etwas Brot und einen Apfel gegessen habe. Aber meine eigene Wahrnehmung war wohl etwas getrübt, denn sie hat sich an ihre Kollegin gewandt und gesagt: "Ich kann da jetzt keine verlässliche Auskunft bekommen. Die Patientin ist immer noch völlig high von den Schmerzmitteln und gibt nur unverständliches Gebrabbel von sich."
Also nochmal: Ich wünsch Dir, dass alles Weitere positiv verläuft.
Herzliche Grüsse
Ingrid
BikeAfrica7’358 Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · Dirgni schrieb:
Damit Du auch ein bisschen was zur Unterhaltung hast:
Ich sass da also mit dieser Freundin am Baggersee auf der Wiese mit verdrehtem Unterschenkel und wartete auf den Krankenwagen, den besagte Freundin alarmiert hatte (das alles war noch zu "Vor-Handy-Zeiten"). Solange ich mein Bein/meinen Fuss nicht bewegt habe, war der Schmerz erträglich... Die meisten Leute, die vorbei kamen, trauten sich nur verschämt, kurz hinzuschauen und dann war ihnen ihr Voyeurismus wohl so peinlich, dass sie rasch wieder wegschauten. Nur eine Frau blieb stehen und glotzte und glotzte... und rief dann zu einem kleinen Jungen in einiger Entfernung "kum emol her un guck. die frä do hot sisch es bää gebroche". (<-das war kurzpfälzisch und heisst übersetzt "Komm einmal her und schau dir das an. Die Frau hat sich ein Bein gebrochen".) Der kleine Junge hatte aber keine Chance dazu, denn sie hatte ihren Satz kaum beendet, da hab ich sie angeschrien, ob sie keinen Funken Anstand im Leib habe. Dass es schon extrem unhöflich sei, dass sie selbst so gaffen würde und dass sie als Erwachsene einem Kind eigentlich beibringen solle, dass man einem Menschen, dem etwas passiert sei, nicht angaffen solle, sondern, wenn man sehen würde, dass ihm bereits geholfen wird, denjenigen in Ruhe lassen und ihn nicht noch durch Gaffen belästigen solle. Und das alles natürlich auch in breitestem Pfälzisch, damit sie es auch versteht. Ich glaube die gute Frau hat sich in ihrem Leben nicht mehr getraut zu gaffen ;-))
... die Frau wird sich eher gedacht haben: "Die ist aber empfindlich/zickig".
Und beim nächsten Mal gafft sie wieder und löst einen Stau auf der Autobahn aus wegen eines Unfalls auf der Gegenspur.
Wer so einfach gestrickt ist, wird durch einmal Anblöken selten umgepolt.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · Frage an die Fomi Füchse: KAnn ich meine eingestellten Texte nochmal korrigieren? Ich habe beim letzten Post aus versehen Doppelpassagen drin. 😊
Danke
Babsi
Applegreen1’796 Beiträge · seit 201402. Sept. 2016 · babsi schrieb:Frage an die Fomi Füchse: KAnn ich meine eingestellten Texte nochmal korrigieren? Ich habe beim letzten Post aus versehen Doppelpassagen drin. 😊
Danke
Babsi
Hallo Babsi,
es gibt rechts unterhalb Deines eigenen Beitrags das Feld/Kästchen "Ändern" - dort kannst Du Deine Beiträge bearbeiten.
Viele Grüße und weiterhin gute Besserung!
Sabine
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · @ wolfgang: es gibt freundliche Neugier und Anteilnahme. Darüber freue ich mich eher. Der Marke "Gaffer" bin ich nicht begegnet. Solche Menschen verstehe ich nicht.
@ Ingrid: mir wird ganz schlecht wenn ich Deine Erzählung lese. Bis auf die 2 Tage Unsicherheit was werden soll, war ich, glaube ich, besser dran. Mit Melonen 😮 kann ich dank des kühlen Pools zum Glück z.B. nicht punkten. Leider stehen mir die schlimmsten Schmerzen erst aber noch bevor. Mein Mann ist ein Engel 😘 😘 und meine übrige Familie auch. Ohne ginge das einfach nicht.
@ petra: vielen lieben Dank." Großartig" fühle ich mich jetzt wirklich nicht. Im Gegeteilt, mit einer Lungenentzündung bist Du in Lebensgefahr gewesen, und das JWD. Hilfe! Das finde ich noch viel beängstigender. Hast Du denn auch einen Bericht , oh stop! 😈 , ein Tagebuch dazu verfasst?
Ja, gute Vorbereitung auf was wäre wenn ist ja fast immer überflüssig, aber wenn was passiert ist man einfach nur froh 😁
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · Sonntag, 28.August, Lady Pohamba KH, Windhuk
Meine langweile Bettnachbarin wurde entlassen, dafür ist gestern noch Miss Angola bei mir eingezogen. Sie ist mit Papi und Geschwistern extra aus Angola angereist (Privatsphäre is ja nicht groß geschrieben und besteht nur aus einem Vorhang um jedes Bett. ) um ihre schlimmen Bauchschmerzen in diversen Lebenslagen abzuklären und es wird über OP 's und alles Mögliche gesprochen. Klingt alles sehr diffus und unangenehm. Würde nicht tauschen wollen. No way!
In der Nacht dann der RiesenTrubel und viel Lärm. Die schwerverletzte Südafrikanerin kommt in unser Zimmer (siehe Einschub
am 28. August). Die Nacht bleibt unruhig, trotzdem kommen die Wächterinnen des Blutdrucks gnadenlos um 5.oo Uhr, wie jeden Tag. Licht an, ein schallendes "Good morning" und dann Gerappel und Geklimper mit den Geräten. Um 6.oo Uhr kommen die Teeladies und um 7.00 Uhr Frühstück. Ein Krankenhausmorgen is nix für Weicheier!
Am Vormittag wechsle ich ein paar Worte mit der Südafrikanerin, die froh ist, nicht allein zu sein. Am Vortag hat sich ihr Auto überschlagen und ihr Mann ist dabei gestorben. Soviel Tragik ist kaum zu begreifen. Meine Sorgen und Nöte scheinen mir plötzlich sehr klein.
Miss Angola spricht nur mit zartem Stimmchen und seufzt oft. Sie hat eine dreistöckige Frisur. Der oberste Stock steckt in einer Frau Holle Haube 😄 Ihre Familie ist recht nett und wir reden ein wenig. Falls Miss Angola nicht zu krank und zu teuer werden sollte, möchte Papi noch einen Herz- TÜV für sich. Geht alles klar, denn nach viel (mitgehörten) Gesprächen um die Vorgänge südlich des Bauchnabels wurde klar, Miss A hatte einfach nur eine gräußliche Verstopfung, die sich nun in Wohlgefallen aufgelöst hatte. Sie wurde heute noch entlassen und ich bin nu allein im Zimmer.
So nah lagen hier absolute Tragik und auch Momente zum Schmunzeln.
Zurück zu mir:
Das kleine Abitur habe ich nicht bestanden. Zum Frühstück kommen Cornflakes UND, Rice Crispies UND Bircher Müsli mit Joghurt. Allein der Gedanke an die mitgelieferte warme Milch rückt in meinem Magen den Rückwärtsgang ins Rampenlicht. 🤢 Eine kleine Portion Joghurtmüsli ist alles worauf er sich gerade mal eben so einlässt. Mittags kommt Lasagne mit Reis und..... 🤨 und so geht es weiter. Was hab ich nur für Zeugs bestellt. Aber dieses Problem begleitet mich von Anfang des Unfalls bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus. Ich kann fast nichts essen.
Ich wurschtel mich so durch, mal besser mal schlechter. "Schwester hab Kopfweh. Die Infusion läuft rückwärts. Tropf ist leer. Die Decke zu warm. Immer werde ich geholfen 😄 . Auch das Bettpfannenballett geht weiter. Ich höre ja auch gleich wieder auf damit 😐 , aber kurz: einer Schwester würde ich gerne den "Florence Nightingale" - Preis verleihen. Sie schlug vor, ich müsse nicht die "Mondsichel", ich könnte mich auch einfach hinsetzen. Ich war überwältigt von so viel Menschenverstand. Das war super.... also, warum hat das vorher niemand gesagt? Ich thronte, von einem Ohr zum anderen lächelnd, und die Schwester war verunsichert von so viel Fröhlichkeit. 😄 🤪 😛
Mein allerliebster Mann ist nun selber krank. Er eierte schon seit Otjiwarongo und nun hat er richtig Magen-Darm. Da es mir gerade eher gut ging, hatte er endlich Gelegenheit auch mal ein paar Stunden auszuruhen.
Noch eine letzte Neuigkeit des Tages: ich soll morgen Krücken bekommen. Ist das cool? 😁 😁 Das wird ja immer schöner.
Ts' Nächtle allseits
Tadi441 Beiträge · seit 201202. Sept. 2016 · Hey Babsi,
klar :"großartig" fühlst Du Dich sicher noch nicht aber - Du bist es.
Nein, ich habe keinen Reisebericht geschrieben nur eine etwas ausführlichere Rückmeldung im Forum nach dem Urlaub. Die finde ich aber hier nicht mehr. Aber dafür in Kurzfassung etwas zum Thema "Honigdachs".
Habe ich kopiert und speziell für Dich hier noch mal reinkopiert:
Nach 3 Tagen Mabua-Sektion und tollen Löwen-Erfahrungen (u.a. am Frühstückstisch) kam gen Abend ein niedlicher Honig-Dachs. Ich habe sofort die Kamera gezückt und wie wild geknipst. Zuerst hat er die Bierdose meinen Manns geknackt, dann kam er jedoch immer näher und wollte irgendwas von meinen Füßen, was ich aber nicht wollte. Alle Drehungen und Wendungen und Abwehr mit meinem großen Objektiv, dass ich ihm immer wieder an den Kopf gedonnert habe, brachten keinen Erfolg. Er ließ sich einfach nicht abschütteln. Es blieb nur ein rettender Sprung ins Auto und auch dahin wollte er noch mit. Also Tür zu - direkt an seinen Kopf - und... ich kriege keine Luft mehr.
Was ist das - ich hab doch gar kein Asthma. 15 Minuten Kampf mit der Luft, dann geht es einiger Maßen. Mein Holder beschließt, dass er so mit mir auf keinem Fall weiterfährt. Wir wollen morgen früh abwarten und dann entscheiden. Ich schaffe es kaum ins Dachzelt zu krabbeln. Am nächsten Morgen ist es keinesfalls besser - eher schlechter. Somit steht fest, wir fahren die ca. 110Km Tiefsandstrecke zurück ins "Irgendwo im Nirgendwo" nach Tsabong ins städtische Krankenhaus. Da habe ich per Zufall das Krankenhaus im Vorbeifahren registriert.
Im Hospital warten ca. 30 Menschen aber irgendjemand erkennt meine Notlage und schiebt mich in ein Behandlungszimmer. Der Arzt kommt - Atemmaske und Cortison. Urteil: Asthma-Anfall (ich habe aber gar kein Asthma) - egal, sagt der Arzt-es ist Asthma!!! Nach ca. 15 Min. geht es wieder und ich kann wieder gehen. Nehmen für diese Nacht das beste Hotel am Ort (na ja, es kostet zumindest so viel wie das Beste) und wollen morgen in die "Mabua" zurück . Ich lege mich hin. Bin total erledigt. Wache nach ca. 3 Std. wieder auf und... kriege keine Luft.
Also zurück ins Krankenhaus. Diesmal geht gar nicht mehr. Mein Mann muss einen Rollstuhl besorgen. Ich habe tatsächlich - Todesangst - . Der Arzt ist schon nicht mehr im Dienst. Er wird zurück geholt. Diesmal bricht etwas Panik bei ihm aus, da ich hohes Fieber und Schüttelfrost habe. Ab zum Röntgen. Zugang für die Spritzen in den Handrücken legen. Rechts gelingt es nicht, trotz mehrfachem Gepiekse. Nun gut, da gibt es ja noch links. Antibiotika intravenös - tut sau weh, Cortison intravenös, Fiebersenkende Mittel intravenös , Atemmaske, und noch einen Haufen Tabletten. Das Röntgenbild sagt - "Lungenentzündung" wahrscheinlich getoppt von einem Asthma Anfall. Wahrscheinlich eine bakterielle Lungenentzündung. Wahrscheinlich im Flugzeug übertragen oder auch schon mitgebracht. Blutabnahme - Blut ins Labor. Ergebnis kommt erst morgen. Somit ist klar - ich verbringe die Nacht in diesen heiligen Hallen. Ich friere - mein Mann besorgt Decken- aber ich bin doch kein Pferd. Die Decken sehen so aus und riechen auch nach irgendwas, nur nicht nach sauber! Aber egel- Hauptsache warm!
Mir ist jedoch alles recht - Hauptsache ich bekomme Luft. Am nächsten Morgen sehe ich meine Hände - beide blau angelaufen und auch die Armbeuge weist erhebliche blaue und rote Flecken auf. Mir geht es aber erstaunlich besser. Der Arzt hofft, dass ich nicht resistent gegen Antibiotika bin. Ich auch.
Auch die nächsten 2 Nächte verbringe ich noch dort - mit Hühnern und Katzen auf dem Flur, Esel und Schwein direkt davor. Kein Licht im Klo, kein Schlüssel im Klo (pinkeln also nur, wenn mein Mann Wache steht). 4 Bettzimmer mit 3 belegten Betten - in der Mitte ca. 3 qm Platz. Der ist gen Mittag mit ca. 20 Besuchern vollgestellt. Im Nachbarzimmer - 5 belegte Kinder-Gitterbetten. Die Mütter schlafen davor - auf dem nackten Boden. Alles ist nicht neu, angeschlagen und auch nicht so ganz sauber. Mir auch egal. Hautsache die Spritzen sind steril - und das sind sie. Das Essen kommt in kleinen Blechschüsseln- es ist für mich nicht genießbar. Mein Mann besorgt immer etwas im Supermarkt.
Inzwischen waren an die 15 Personen in meinem Zimmer und haben sich nach meinem Befinden erkundigt. Komisch - es gibt nur 1 Arzt. Ich antworte immer sehr ernsthaft und ausführlich über meinen Zustand. Erst am nächsten Tag stelle ich fest, dass dies die Köchinnen und auch alle Putzfrauen waren. Auch mein Mann wird im Ort angesprochen und befragt, wie es mir geht. Ich war scheinbar eine Sensation !!! Eine weiße Frau in einem schwarzen Krankenhaus.
Nach 3 Tagen überrede ich den Arzt, dass ich das Krankenhaus verlassen darf. Ich muss mich jedoch morgens und abends zur intravenösen Antibiotika-Spritze (der Zugang wird nicht entfernt und ich bleibe ständig daran hängen) wieder dort einfinden. Mach ich gerne, wenn ich nur wieder in einem einigermaßen ordentlichem Bett schlafen darf. Wir verbringen dann noch weitere 3 Tage im Ort im (besten) Hotel, bis endlich die Entwarnung kommt, ich darf fahren ( aber nicht wieder in die Wüste, sagt der Arzt - möglichst immer in der Nähe eines Spitals, sagt der Arzt- ich soll nicht rauchen, sagt der Arzt (das Verlangen ist mir eh vergangen)- ich soll mich ausruhen, sagt der Arzt). Die restlichen Tage muss ich Antibiotika in Tablettenform zu mir nehmen. Das Antibiotika schlägt an und die größte Gefahr ist gebannt. Nun denn !!!
So ist es also in einem botswanischen, städtischen Krankenhaus. Gekostet hat mich das ganze ca. 5.- Euro pro Nacht plus ein paar Cent für die Medikamente.
Trotz aller Kritik an den Gegebenheiten : der Arzt war wunderbar !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
...und ... der Honigdachs hat mir vielleicht das Leben gerettet. Wäre er nicht gewesen, wären wir am nächsten Tag weiter in die Mabu reingefahren. Dann hätte es erheblich länger gedauert, mich ins Krankenhaus zu schaffen.
Mit großem Respekt liebe ich seitdem Honigdachse, solange er mir nicht zu nahe kommt.
Ja, Babsi- so war das bei mir.
Wir sind dann trotz aller Warnungen des Arztes wieder in die Wüste und haben versucht Anschluss an unsere gebuchten und bezahlten Chalets im KTP zu finden. Mit kleinen Umbuchungen in der Mabu und Verlängerungen in Gharagab sind wir dann über Kaa wieder nach Botswana zurück und konnten dann den Urlaub wie geplant gebucht duchziehen.
Liebe Grüße
Petra
BAbabsiThemenstarter67 Beiträge · seit 201603. Sept. 2016 · Montag, 29. August, Lady Pohamba KH, Windhuk
Ich hatte, allein im Zimmer, eine ruhige Nacht. Dennoch wird dieser Tag noch richtig turbulent. Mein Wunderhubbi 😘 (husband= hubbi) ist krank, soll ausschlafen und sich später selber in der Ambulanz melden, um seinen Magen zu sortieren.
Ich komme gut zurecht denn, Goldsternchen Nr.1 🤩 Ich krieg die Haare schön. Erstmals seit acht Tagen wieder Haare waschen. 2 Damen kommen und machen mir das, im Bett, liegend.
Goldsternchen Nr.2: 🤩 Die Krücken werden gebracht
Goldsternchen Nr. 3: 🤩 Eine Physiotherapeutin rauscht herein und zeigt mir den Gebrauch der Krücken und danach heißt es Leibesertüchtigung. Die taffe Dame hat gerade mal geschätzte 45 kg Lebendgewicht, aber sie weiß, was ich wollen soll. 🤪 Nach ein paar Übungen bin ich geplättet, aber guter Dinge.
Goldsternchen Nr.4 🤩 eine Miarbeiterin des Krankenhauses, deren Job einzig und allein in Kommunikation und Liaison zu den Versicherungen besteht, stellt sich bei mir vor und erkundigt sich nach meinem Befinden. Gut, dass es sie gibt, da weniger Bürokratie für uns.
Goldsternchen Nr 5 🤩 : die Dame der Reiseagentur, die uns unermüdlich zur Seite stand, kommt nachmittags zu Besuch und mein Mann auch. Wir reden viel und angeregt.
Die Achterbahn hat nun ihren höchtsten Punkt für den Tag erreicht, ab jetzt.... 🙄 ......
Als dann unerwartet Dr. S auftaucht, bin ich schon recht erschöpft. Er begutachtet mein Fußende und verkündet, dass er noch heute Abend die zweite OP durchführen wollen würde. Ansonsten müsste ich aufgrund von Notfällen auf Mittwoch oder sogar Donnerstag verschoben werden. Ich zieh mir die Bettdecke bis zur Nase. Allso nö, heute schon? Aber heute war doch Tag "schön und sorglos" ?! 😵 . Es ist kurz nach drei um sechs geht' los.
(Operiert zu werden wird hier als "going to the theater" 🙄 bezeichnet. Sobald dieser Begriff fällt weichen alle ein Stück zurück und schrumpfen vor Ehrfurcht. Nicht vor etwaig betroffenen Prinzessinen 😘 , versteht sich, sondern vor dem Vorgang selbst. Điese Redewendung läuft dann ganz schnell von Mund zu Mund. Meine klassisch germanische Vorstellung von" ins Theater gehen" verbindet sich nun ganz und gar nicht mit "Operationssaal" und " an sich schnitzen und schrauben lassen, während man selbst eigentlich gar nicht dabei ist". So, wie es immer betont wird, ist meine Assoziation eher, im Circus Maximus ein paar hungrigen Löwen als Häppchen vorgesetzt zu werden. 🙁 )
Die Vorbereitungen werden getroffen, die Pret-a-Porter-Mode angezogen. Diesmal gibt's im OP keine Sonderbehandlung. Erst muss ich aus meinem flauschigen Bett in ein härteres TransportBett, dann auf die noch härtere Liege "in the Theater " wechseln. Die mit den Gurten und Schnallen und Fußstützen. Es ist eiskalt da drin (damit die Bazillen es ungemütlich haben, wurde mir erklärt). Mir wird schon wieder kümmerlich, als der Anästhesist mich aufmunternd warnt, dass die Injektion brennen könnte. Bevor ich noch zum Finger wackeln komme, bin ich schon weg.
Von der Auszeit bekommt man null und nichts mit. Es ist nicht wie Schlaf. Die Existenz ist einfach ausgeknipst. Die Rückkehr ist auch digital: erst " aus", dann wieder "an". Als ich wieder "an" bin registriere ich drei Dinge: mein Mund ist trocken, geht aber (nur 1 Pfund Wüstensand diesmal ). Meine Nase ist verstopft, ich kann kaum atmen. Und Schmerz, mit jedem Atemzug mehr glühender, roher Schmerz. Ich werde auf auf meinen Station gebracht, Schmerzmittel werden infundiert. Es wird aber nicht besser. Mein glühender Knöchel wird mit groben Raspeln bearbeitet. Es geht wieder in Wellen sonst hätte ich nur geschrien. Die Schwestern bestehen darauf, dass ich in mein Bett wechsele. Ich möchte mich keinen Mikrometer bewegen, aber ich muss. Die Schmerzen sind unerträglich, kein Vergleich zu allem, was vorher war. Die Schwestern reden auf mich ein, ich kann nicht zuhören, und versuchen zu trösten, es hilft mir nicht. Dann bin ich allein. Ich atme und versuche stillhalten. Jede kleinste Bewegung erzeugt glühende Messer. ICh möchte eigentlich dringend schlafen, ich warte auf die erlösende Wirkung der Schmerzmittel, aber es tut sich nichts. Irgendwann (nach 10 bis 20 Minuten) kommen die Schwestern wieder und infundieren erneut. Nach und nach zieht sich der Schmerz in sein Schneckenhaus zurück. Ich kann trinken, mich um die verstopfte Nase kümmern und endlich einschlafen, wenn auch völlig unbequem, denn der Schmerz lauert auf jede kleinste Zuckungen. Ich schlafe und kann mich gegen morgen sogar mal umdrehen und zurechtrücken. What a Day! !!