EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200602. Dez. 2015 ·
Tag 5. Dienstag, 30. Juni 2015 – Faulenzen
River Dance Lodge, bei Divundu – Mavunje-Camp
Die Nacht im Norden Namibias war angenehm warm. Wir ließen uns wieder viel Zeit mit dem Frühstück zwischen Bäumen mit merkwürdigen Auswüchsen an den Stämmen und bezahlten nach dem Abwasch unsere Rechnung in der Lodge.
Bis zur Hauptstraße brauchten wir nicht lange und fuhren dann weiter nach Osten. An einer Tankstelle bei Divundu holten wir Geld, obwohl auch hier die Schlangen vor dem Automat sehr lang waren, da gerade Monatswechsel war. Vorbei an vielen kleinen Dörfern und Leuten, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren, ging es durch den Bwabwata-Nationalpark. Wir passierten Schilder, die vor Elefanten oder Wildhunden warnten, die leider nicht zu erblicken waren und kamen schließlich nach Kongola. Dort bogen wir nach Süden ab, und kurze Zeit später erreichten wir die Einfahrt zum Mavunje Camp.
Der Besitzer Dan war gerade auf dem Sprung zu einer Bootstour. Wir bekamen den schönen Stellplatz Nummer 2. Der Campingplatz ist sehr großzügig angelegt und hat eine Dusche, Toilette, Küche mit Ausstattung und sogar ein überdachtes, möbliertes Wohnzimmer mit Blick auf den Fluss.
Hier verbrachten wir einen herrlich faulen Nachmittag. Abwechselnd saßen wir in der Sonne oder im Schatten, pirschten ein paar Vögeln hinterher oder ruhten uns einfach aus.
Gelbbrustbülbül, beringt
weiblicher Weißflankenschnäpper
Glücklicherweise hatte Dan uns angeboten, seinen großen Kühlschrank zu benutzen. Denn unser toller großer Doppel-Kühlschrank kühlt nur während der Fahrt oder mit festem Stromanschluss richtig gut, den es im Mavunje Camp nicht gibt. So brachten wir alle leicht verderblichen Sachen in die große Truhe. Kurz vor Sonnenuntergang duschten wir und machten Feuer. Der Sonnenuntergang über dem Fluss war wunderschön und tauchte den Himmel in beeindruckende Orange- und Rottöne.
Wir grillten eine große Portion Gnu. Dazu machten wir grünen Salat mit Tomaten, Gurke und Feta. Außerdem legten wir Kartoffeln ins Feuer. Als wir beim Spülen waren, kam Dan zurück und teilte uns mit, dass unsere Bootstour morgen um 10.30 Uhr beginne. Darauf freuen wir uns schon sehr. Bei Grillengezirpe, den Rufen von Nachtschwalben und einigen nicht weiter bestimmbaren Geräuschen saßen wir noch draußen und lauschten in den afrikanischen Abend.
So schöne Bilder! Vielen Dank dafür. Und spannend ist für uns - die wir im April zum ersten Mal fahren - die Route sowieso. Wir bleiben zwar in Namibia, überlegen jetzt aber doch den Abstecher nach Caprivi. Macht weiter, wir sind gespannt. Anne
zwischen 1991 und 2008 diverse Aufenthalte Jemen - 2011 Südafrika - 2013 Kamerun - 2016 Namibia - 2018 Namibia
Nur interessehalber: habt ihr eure Kameraausrüstung gewechselt? Letztes Jahr war's doch die 5D MkIII und jetzt, soweit ich es den Exifs entnehme die 7D MkII und die Power shot GX7?? Aber eigentlich egal, eure Bilder werden immer klasse LG Günter
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200603. Dez. 2015 ·
@Anne: Bei eurer Reise durch Namibia könnt ihr nichts falsch machen. Jede Gegend des Landes ist wunderschön. Nehmt euch nur nicht zu viel vor.
@Carsten: Danke. Wir wussten, dass du uns verstehst. 😉
@Günter: Du hast gut recherchiert. 😉 Wie wahrscheinlich jeder ändern wir regelmäßig etwas an der Ausrüstung. Die 7D2 war für uns die beste Wahl für das Teleobjektiv. Die 5D3 verwenden wir für Landschafts- und Nachtaufnahmen.
@Konni:
Freue mich schon auf die Fortsetzung!
Wir auch. Im nächsten Teil machen wir eine ganztägige Bootsfahrt mit Dan. Ihr könnt euch also auf noch mehr Vögel (und größere Tiere) freuen.
Oooh, wow, die Mavunje Campsite sieht ja echt toll aus! Da freue ich mich ganz besonders drauf. Wir haben im Sinn, ganze zwei Wochen zu bleiben. Aber wenn das so gemütlich ist und sogar ein eigenes "Wohnzimmer" hat, werden wir uns gut einrichten können. 🙂
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200603. Dez. 2015 ·
Hallo Sam,
auch wenn es im Mavunje Camp wirklich schön ist, fragen wir uns gerade, wie man so viel Zeit haben kann, dass man dort zwei komplette Wochen verbringt.
Hier kommt noch ein bisschen mehr für deine Einstimmung.
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200603. Dez. 2015 ·
Tag 6. Mittwoch, 1. Juli 2015 – Eindrückliche Bootsfahrt mit Dan
Mavunje-Camp
Eigentlich mussten wir heute gar nicht früh aufstehen. Trotzdem hielten wir es nicht lange im Zelt aus und frühstückten bei Vogelgezwitscher und mit Aussicht auf den Fluss, während das Boot für unseren Ausflug schon mit Proviant für den Tag beladen wurde.
Pünktlich um halb elf kamen Dan und sein Angestellter. Unsere Tour startete direkt am Camp, was auf Grund des Niedrigwassers gar nicht so selbstverständlich war.
Während Dan mit uns vorausfuhr, folgte der Mitarbeiter in einem anderen Boot. Am Anfang der Fahrt mussten wir erst einmal bis zum Hauptkanal gelangen. Da in diesem Jahr nur ein Drittel des üblichen Niederschlags gefallen war, hatte der Okavango Niedrigwasser, und an vielen Stellen musste Dan aufpassen, mit dem Schiff nicht aufzusetzen. Bis zum Hauptfluss hatte er die Fahrrinne bereits tiefer graben müssen. Doch vor dieser geschaufelten Rinne war das Wasser sehr flach, und Dan fragte uns, ob wir ein wenig Lust auf Abenteuer hätten. Abenteuer, warum? Wir sollten aussteigen und ein Stück zu Fuß gehen, während Dan und sein Angestellter das Boot durch seichte Wasserarme zogen. Aha, es ging also darum, unser Gewicht vom Boot zu bekommen. Sehr verständlich.
Während wir neben dem Kanal am Ufer über Hügelchen und durch das Schilf liefen und uns noch fragten, worin denn nun genau das Abenteuer bestehen würde (wir hielten nach unberechenbaren Elefanten, Hippos und Büffeln oder lauernden Krokodilen Ausschau), versackte Ruth, die vorneweg lief, plötzlich unerwartet bis zum Knie im schwarzen Morast. Wahrscheinlich war an dieser Stelle ein Trampelweg der Elefanten unter den Wasserpflanzen verborgen. Wild mit den Armen rudernd, um ihr Gleichgeweicht nicht zu verlieren, zappelte sie im Pröddel und hatte dummerweise ihren linken Croc verloren. Zum Glück eilte ihr Uwe mit den Worten „Halt den Fotoapparat fest! Halt den Fotoapparat fest!“ zur Hilfe. Einmal dem schwarzen Schlick entkommen, musste Ruth noch einmal zurück und mit ihrem Fuß in der Pampe herumfischen. Denn die Aussicht, die restlichen fünf Wochen mit nur einem Croc zu verbringen, war wenig verlockend. Nach einigem Suchen fand sie ihn Gott sei Dank wieder. Danach war erst einmal Waschen angesagt. Nach bestandenem Abenteuer – wir waren dem mörderischen Schlamm gerade noch einmal einschließlich aller Schuhe unversehrt entkommen – kletterten wir nun bei deutlich besserer Wassertiefe wieder auf das Boot. Langsam tuckerten wir über die verzweigten Wasserstraßen. Dan war ein großartiger Führer, der allerlei zu berichten wusste. Er zeigte uns Elefanten, Antilopen und Wasservögel.
Afrikanischer Klaftschnabel
Rallenreiher
Er erzählte uns von der typischen Vegetation mit Papyruspflanzen und Riedgras, das die Elefanten bevorzugen. Auch wir sollten die abgeschälten Halme probieren. Nun ja, wir werden auch weiterhin ein normales Salätchen vorziehen. Zwischendurch schöpfte er mit einem Weinglas immer wieder ein paar Schlückchen Wasser zur Erfrischung direkt aus dem Fluss. Überall waren kleinere Herden von Hippos verstreut, die im Wasser vor sich hindümpelten, prustend auf- und wieder abtauchten, mit den Ohren wackelten und uns aus kleinen Augen argwöhnisch beobachteten.
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200603. Dez. 2015 ·
Dan erklärte, dass die Situation bei den Hippos auf Grund des niedrigen Wasserstandes immer angespannter würde und einige Tiere zunehmend aggressiv reagierten. Er war daher sehr wachsam und hielt so gut es ging Abstand. Auf die Geschichte von einem in der Mitte zerbissenen Kanu hätte Ruth allerdings verzichten können. Die beiden Insassen hatten sich zum Glück noch durch einen gewaltigen Satz ans Ufer vor einem schlimmeren Angriff retten können. Gegen Mittag machten wir an einer Stelle Pause, an der Elefanten regelmäßig zum Trinken kommen. Heute waren sie jedoch nur kurz da. Wir verließen das Boot und pirschten den Dickhäutern vorsichtig ein wenig hinterher.
Danach gab es ein einfaches, aber leckeres Picknick mit Tomaten-Gurken-Salat, Oliven, Blauschimmelkäse, Brot, Salami und Nudelsalat. Dan war ein sehr angenehmer Guide, und wir unterhielten uns gut mit ihm. Unter anderem erzählte er, dass sich die Letschwe-Antilopen zum Schutz vor Leoparden lieber im niedrigen, abgebrannten Gras aufhalten und sich zurzeit sehr stark vermehren, weshalb wir immer wieder kleinere Grüppchen von ihnen erblicken konnten (hier im hohen Gras).
"Zum Glück eilte ihr Uwe mit den Worten „Halt den Fotoapparat fest! Halt den Fotoapparat fest!“ zur Hilfe."
Der Spruch könnte von mir sein, die Kamera wäre mir in der Situation auch erst mal das Wichtigste ....... außer vielleicht der Schlamm reicht meiner Frau schon bis zum Hals 😮 🤩 😮 Klasse Bilder und qualitativ erste Sahne! Lottas Anhang
lilytrotter4’132 Beiträge · seit 200803. Dez. 2015 ·
Hallo, Eulenmuckels,
danke fürs Mitnehmen auf eure Reise!
zu der Kuhreiher-Frage: ist wohl ein Mittelreiher, (Egretta intermedia) Intermediate Egret, füher: Yellow-billed Egret. Körperhaltung und sehr großer Schnabel sind nicht Kuhreiher-typisch... - wenn man das so sagen kann 😄
der Baum mit der ausgeprägten „Knubbelrinde“ übrigens, könnte ein Knob Thorn (Acacia nigrensis) sein.
Sehr schöne Klaffschnabel-Bilder!
Grüßles v.d. lilytrotters
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Bushtruckers1’589 Beiträge · seit 201404. Dez. 2015 ·
Hallo Eulenmuckels
da Ihr nun sowieso einen Anhaenger fuer alle, die mitfahren wollen, organisiert habt, hoffe ich, dass ich auch ein kleines Plaetchen drin haben werde. Ich freue mich auf die grandiosen Bilder. Danke fuers Einstellen.
Liebe Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
EulenmuckelThemenstarter2’120 Beiträge · seit 200604. Dez. 2015 ·
@Anita:
Den crocs Im morast verloren und Uwe Ruft Nach dem Fotoapparat. Also weisst du
Wieso? Die Kamera ist doch wohl wichtiger als der Schuh. 😉
@Günter:
außer vielleicht der Schlamm reicht meiner Frau schon bis zum Hals
Keine Sorge. In dem Fall hätte ich ihr den Fotoapparat natürlich abgenommen. 😉
@lilytrotters: Sehr gerne nehmen wir euch mit. Vielen Dank für die Reiher-Aufklärung, besonders, weil der Intermediate Egret dann eine neue Art auf unserer persönlichen Liste ist und die diesjährige Sichtungsliste damit länger wird als die vom Vorjahr. Danke auch für den Knob Thorn. Die sehen schon sehr speziell aus.
@Elvira: Herzlich willkommen. Du bist ja noch rechtzeitig in Namibia zugestiegen. Bald geht es schon nach Sambia.
Wir freuen uns, dass so viele mitfahren, über die netten Kommentare und "Danke"s.
Herzlichen Dank für den tollen Vorfreude-Steigern-Service. 🙂
Es liegt daran, dass wir einerseits drei Monate unterwegs sein werden und und andererseits auf den letzten beiden längeren Reisen jeweils sehr viele Ziele angesteuert und sehr grosse Strecken zurück gelegt haben. Das haben wir irgendwie hinter uns und wir wollten uns künftig bzw für die nun anstehende Reise sehr viel mehr Zeit an den einzelnen Reisezielen nehmen und diese vor allem für's Fotografieren und Filmen einsetzen. Ernsthafte Natur- und Tierfotografie benötigt sehr viel Zeit und deshalb wollen wir uns diese nun nehmen.
So, jetzt freue ich mich auf die weiteren Beiträge eures Berichts.
Hallo Ihr Beiden, aaahhhhh Mavunje 🤩 wie schööööön 😘 wir haben so tolle Erinnerungen daran. Danke, dass Ihr die wieder aufleben lasst. Dan ist ein sehr angenehmer Mensch, mit dem wir sehr gerne unterwegs waren. Gut, dass Ruth den Croc retten konnte 😉 nicht auszudenken, was ohne gewesen wäre 😮 Sagt mal, am Anfang der Reise war die Sichtungsfee noch ein bisschen falsch gepolt, oder 🤪 Wildpinkler am Rastplatz 🙄 aber jetzt ist sie wieder voll im Thema 😉 sehr schön, den Klaftschnabel find ich klasse.
Ich freu mich auf die Fortsetzung
Liebe Grüße Claudia P.S.: nen lekkeren Brotaufstrich hat Ruth da erwischt 😄
Natürlich bin ich auch dabei. Nachdem die magentafarbenen 😠 es nach knapp 5 Tagen endlich geschafft haben, die Verbindung zwischen uns und der Außenwelt wieder herzustellen, hab ich jetzt das versäumte aufgeholt. Und freu mich auf mehr.