Tag 9: Flug über's Delta! :-D02:00Uhr!!!
Gehts noch???
Warum bin ich schon wach???
Aha!!
Ein mir aus vielen Nächten bekanntes Grunzen ganz nah...
...ein Nilpferd grunzt neben meinem Zelt!
...ok, einige Meter neben meinem Zelt wahrscheinlich...
Aber es hat mich offenbar geweckt, das fiese Ding!
Ich liege also wieder mal wach im Zelt rum und versuche mich zu entwachen...
...woran ich kläglich scheitere!
Um 05:00 ist's ruhig draussen, ich mach mich auf den Weg zum Donnerbalken.
Mit Stirnlampe und natürlich mich auf alle Seiten absichernd, denn auch wenn's nebst Krokis keine Raubtiere hat sind Nilpferde
und Elefanten zu erwarten.
Die alle gehören zu den gefährlichsten Tieren Afrikas...denen will mal auf dem Weg zum Klo nicht begegnen!
Dank eingeschalteter Stirnlampe seh ich wohl auch das gefährlichste Tier Afrikas ganz nah bei mir, die weibliche Anophelesmücke,
auch Malaria-, Gabel- oder Fiebermücke genannt.
Wobei ich vermute dass sie sich nicht dafür interessiert wie man sie nennt...
Kaum abgesessen schalt ich die Stirnlampe aus, aber zum A....putzen muss die wieder eingeschaltet werden, was ganze Horden
Insekten zu mir ins Klozelt rufen wird!
Deshalb sprüh ich erst mal alles mit AntiBrumm forte ein...und schalte erst danach die Stirnlampe ein!
Und tatsächlich, die Plagegeister kommen und...rümpfen (wohl) ihren Stechrüssel!!! 😉
Anschliessend zurück ins Zelt und davor natürlich die Hände waschen...
...was schwirig ist, weil der Wassersack unserer Händewaschstation leer ist... 🙁
Aber das kann mich natürlich nicht aufhalten, ich nehm mein Trinkwasser und die Seife und wasche unter der zwischen den
Oberschenkeln eingeklemmten Trinkflasche so gut es geht...
...was definitiv schlechter geht als mit dem hängenden Wassersack mit Ventil! :-/
Anschliessend noch mit dem Desinfektionsgelee die Hände einreiben und den darin enthaltenen Alkohol verdunsten lassen...
Sauberkeit muss sein, erst recht wenn man sich die Kontaktlinsen einsetzen will...
Zurück im Zelt merk ich bein Linsen einsetzten dass Seife wohl nicht das ganze AntiBrumm forte von den Fingern wäscht!!! (Was mir ein Selbstversuch zuhause bestätigt...selbst nach ausgiebigem Waschen mit Seife riechen die Hände noch nach AntiBrumm!)
AAAUUUAAA!!! :-O
Shit!!!
Das Auge geht reflexartig zu und nicht mehr auf!!!
Und es schmerzt!!!
Augennotfall im Okavangodelta, braucht definitiv niemand!!! :-O
Ich spühle mein Trinkwasser übers Auge, wasche es aus so gut das bei einem krampfhaft zugedrückten Auge geht...
...es dauert ewig bis es sich wieder öffnen lässt!!!
Während ich mit meinem Auge kämpfe hör ich die Anderen draussen schon die Zelte abbrechen...
Zum Glück hab ich das Wasser mit meinem Duffle-Bag aufgefangen und nicht das Zelt unter Wasser gesetzt!
Endlich aus dem Zelt geschlüpft bemerk ich dass die Anderen schon beinahe fertig gepackt haben...die Augengeschichte hat mich
echt viel Zeit gekostet...und geschmerzt!
Sieht wohl aus als hätt ich das Auge durch eine Cherry-Tomate ersetzt... :-/
Schnell den Duffle-Bag getrocknet und alles reingeschmissen, die Kameras in den Rucksack, das Zelt ausfegen und abbrechen, wobei
mir Patrick (oder war's doch Manuel?) hilft.
Ich sags nochmals: tolle Truppe, auch die beiden Neuen passen perfekt dazu!
Endlich haben wir alles zu den Mokoros geschleppt schon kommt Lisa und erinnert mich an die WildlifeCam...
...ich hätte sie vermisst!!!
Danke Lisa!!!
Endlich kann ich noch kurz und schnell frühstücken und schon gehts los!
Zumindest beinahe, denn wir stehen noch kurz zusammen und besprechen das Trinkgeld für die Mokoro-Leute.
Wir orientieren und an dem was in den Reiseunterlagen steht und debatieren wie zufrieden wir sind.
Nachdem ich vorgeschlagen habe den oberen Betrag zu zahlen wehrt sich Andy, denn er erinnert sich daran dass die Motivation
mehrmals zu wünschen übrig liess...
...und wo er recht hat hat er recht!!!
Wir einigen uns auf etwa die Mitte der empfohlenen Spannbreite der Trinkgelder...aber ich weiss wirklich nicht mehr wie viel
das war...
Schnell sind wir uns einig und dann gehts wirklich los!
Oben: Es ist schon schön...auch ohne Tiere!!!
Oben: Die Kanäle sind teilweise sehr eng... 'Mein' Poler hat offenbar heute nicht seinen Tag, denn wir verbringen beinahe die Hälfte der Zeit im Papyrus statt in den
Kanälen dazwischen...
...unangenehm!!!
Und unnötig, zumal vor und hinter uns kaum einer in den Papyrus rein steuert...
Bei der Mokoro-Station angekommen heisst's alles ausladen und zur anderen Seite der Insel tragen...noch immer rund 100 Meter. 😉
Jeder läuft einige Male bis alles im Motorboot verladen ist, und alle machen es sehr speditiv und ohne dass irgendwer irgendwem
auch nur das Geringste sagen muss...toll!
Kurz nach uns kommt auch unsere 'Parallelgruppe' an, bei denen scheint's nicht ganz so gut zu klappen wie bei uns...
Schon bald sitzen wir im Motorboot und düsen wieder mit Vollgas durch die Kanäle...
...langsamer wäre noch immer genussvoller!
Schon bald sind wir wieder bei unserem Auto, packen alles wieder in unsere Taschen, diese in den Anhänger und schon sind wir
breit für die Trinkgeldübergabe.
Ich hab mich stark gemacht dass wir jedem Poler einzeln das Trinkgeld geben, nach den Erfahrungen in Tansania im Frühjahr
fühl ich mich nicht mehr wohl wenn wir die Verteilung den Guide überlassen!
Da die andere Gruppe auch eingetroffen ist herrscht ein Drunter und Drüber, und bis wir endlich die Poler und deren Chef Vista
zusammen bei uns haben fehlt schon einer der Poler...
Da wir das aber erst merken nachdem wir schon zweien das Geld gegeben haben schlagen uns die Poler vor dass wir alles Geld (auch ihres)
Vista in die Hand drücken, er werde es schon gerecht verteilen.
Womit unser Wunsch jedem sein persönliches Trinkgeld zu geben ins Wasser fällt...
Die Aussage ist aber auch ein deutliches Zeichen dass die Poler Vista vertrauen und auch wir ihm vertrauen können!
Auch schön!
Da wir uns alle schon vor der Mokoro-Tour entschieden haben das Delta per Flugzeug zu verlassen werden Obby und Badiri ohne
uns die lange Strecke nach Maun zurückfahren, wir bleiben im Campingbereich der Nguma Island Lodge zurück, wo uns Badiri eine
grosse Schüssel Salat als Mittagessen überlässt.
Oben: Zum Glück gibts das Schild beim Steg der Nguma Island Lodge...sonst würde sicher jeder geradeaus weitergehen... 😉 Wir sitzen etwas rum, quasseln, trinken Tee und Kaffee bis ich realisiere dass wir an der Bar auch Getränke kaufen können.
Afrikanisch umständlich, weil die Dame kaum englisch spricht, nicht mal wirklich versteht, aber es geht!
Ich pack mal meine Kamera und latsch in der Lodge rum...Affen und Vögel hats ja einige!
Oben: Weissbrauenrötel im Gestrüpp...der Feigling!!!
Oben: Ein Kap-Zwerggecko auf einem Balken...zum Grössenvergleich: Der Draht hat maximal 2mm Durchmesser! Schon bald bin ich wieder zurück und geh duschen, denn wir dürfen auf dem Campingbereich alles benutzen.
Schön, tut gut, wenn das warme Wasser auch kaum zu regeln ist...
Entweder zu heiss oder zu kalt, aber Hauptsache nass!!!
Anschliessend scheitert mein Vorschlag im Restaurant der Lodge Mittag à la Carte zu essen, denn im Restaurant ist niemand...
So essen wir doch den Salat mit Brot.
Anschliessend sitzen wir unter die Sonnenschirme und quatschen etwas, und auch Leute der anderen Gruppe gesellen sich zu uns!
Die Schweizer aus dem französisch sprechenden Teil des Wallis und unsere Belgier quasseln drauf los als ob Französisch so einfach
zu sprechen wäre wie englisch...
Aber glaub mir, ich hatte 4 Jahre Französisch in der Schule, ich weiss wovon ich spreche wenn ich sage dass diese Sprache
nicht sinnvoll und verständlich gesprochen werden kann... 😉
Gwenaelle merkt dann irgendwann dass ich auch Schweizer bin und versucht deutsch zu sprechen...
...
...was bei muttersprachlich französisch sprechenden hübschen Damen echt herzerweichend hinnreissend fantastisch herrlich erotisch
verliebenswürdig klingt!!!
Nach meinen ersten französischen Sprach-Versuchen wechseln wir bald zum Englisch, denn das können wir beide besser als die
jeweils andere Sprache! 😉
Schweizer unter sich müssen also Englisch sprechen um sich miteinander zu verständigen! 😉
Aber sympatische Leute, die Gwenaelle und ihr Mann Thierry!
Bald kommt Vista und führt uns aus dem Campingareal raus auf eine kleine Exkursion rund um die der Lodge angrenzende Flugpiste.
Wir latschen also durch den Sand, der teilweise so tiefsandig ist dass man sogar mit den Fuss einige Zentimeter einsinkt!
Und kaum sind wir an der Flugpiste sehen wir sie schon!
...
TIERE!!! :-D
...
OK, es sind Esel, und wild sind sie auch nicht, aber immerhin, sie leben und sie sind TIERE!!!
😉
Nachdem sich unsere Herzen wieder etwas beruhigt haben entdeckt Vista was das an einem der Begrenzungspfähle der Flugbahn sitzt...
Nach langem suchen entdecke ich das Teil auch endlich und geh etwa 20 Meter weiter damit er nicht nur hinter dem Pfahl mal
hervorschauen kann sondern ganz sichtbar ist...Vista ist offenbar ein ganz guter Spotter!!!
Den hätte auf die grosse Entfernung nicht jeder gesehen!
Oben und unten: Nicht Rotkopfvogel, auch nicht Graubackenpiepmatz, nein, ein Goldschwanzspecht ist das! 
Vista führt uns weiter zu einem kleinen Tümpel, wo es im Verhältniss zu den letzten Tagen vor Tieren nur so wimmelt!!!
:-D
OK, nur Vögel und Esel, weit entfernt und ausserhalb der Reichweite meines KB=1020mm-Zooms einige Antilopen...
Aber immerhin!!! :-D
Oben: Der Beweis dass nicht nur Engel, sondern auch Heilige fliegen können: Heiliger Ibis!
Oben: Nicht Splinte, sondern Spinte! Und zwar Scharlachspinte...und Busch...
Oben: Offenbar hat sie ihr namensgebendes Werkzeug zuhause vergessen: die Gabelracke! Anschliessend gehts zurück um das Handgepäck zu holen, denn der Pilot erwartet uns um 15:15 Uhr!
Und tatsächlich, zwei Flugzeuge stehen da, ein Kleines und ein Kleineres...
Der eine Pilot kommt auf uns zu, begrüsst uns Sieben und fragt welche vier denn zu seiner Gruppe gehören...
...
Nach unserer Frage ob denn nicht die ganze Gruppe im selben Flugzeug sitzt sagt er sinngemöss 'Ach so, dann seid Ihr die Gruppe
mit sieben Leuten, dann fliegt Ihr mit Ziggy im grösseren Flugzeug'...
... Bravo!!!
In dem Moment bleibt einem echt nur der Mund offen stehen ob so viel Scharfsinn... 😉
OK, für allfällig weniger Scharfsinnige erklär ich's kurz:
Man überlege mal: Er erwartet eine Gruppe mit vier und eine Gruppe mit sieben Touristen.
Es kommt eine Gruppe mit 7 Touristen auf ihn zu und er denkt da wären seine 4 Leute dabei...
Ist der Rappen gefallen?
Wenn nein dann ist er sicher mit Dir verwandt... 3:)
Egal...weiter im Text...
Ziggy kommt grinsend auf uns zu, stellt sich vor und bittet uns einzusteigen.
Was wir auch tun!
Zum Glück bei ihm, der andere Pilot war mir nicht mehr geheuer!!! :-O
Zuerst setz ich mich etwas dümmlich auf den einzigen Platz wo man vor allem Tragflächenstütze sieht...
...und merks nicht mal selbst!!!
Andi macht mich darauf aufmerksam und so setz ich mich eine Reihe weiter nach hinten, direkt vor Claudine auf der rechten Seite.
Und schon hoppsen wir über die Startbahn!!! :-D
Ist doch immer wieder geil mit diesen Bushhoppsern über die Erdpisten und Wiesen zu hoppsen bis die Hoppserei endlich ins
Fliegen übergeht!!!
Wir steigen und die Landschaft unter uns bleibt wo sie ist...
...und der Ausblick wird besser und besser!!!
Wir steigen auf etwa 150m über Boden (Angabe des Piloten), zum Glück nicht mehr...
Endlich sehen wir mal etwas mehr vom Okavangodelta als nur das Wasser und die Papyrusstauden!!!
Einfach nur W A U ! ! !