Zu zweit sind wir von Dezember 2014 bis Januar 2015 fünf Wochen lang durch Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe unterwegs – unsere erste Reise während der Regenzeit im südlichen Afrika. Über den Richtersveld-Nationalpark treten wir bei Sendelingsdrift nach Namibia über, erreichen den Fish River Canyon und fahren dann mit einer geführten Kolonne mehrere Tage durch die Dünen der Namib von Lüderitz bis Walvis Bay. Ab Windhoek sind wir mit einem Landcruiser-Bushcamper allein weiter unterwegs, durch Botswanas Wildreservate bis nach Simbabwe und zurück über Südafrika.
In der Namib rasen wir mit Schwung über die Dünenkämme, ziehen andere Fahrzeuge aus dem Sand und feiern Silvester zu zehnt am Lagerfeuer mitten in den Dünen. In Botswana ist die Regenzeit dann kein Zusatz mehr, sondern das Programm: Auf dem Weg von und nach Savuti verwandelt ein Wolkenbruch die Pisten in eine über 100 Kilometer lange Wasserschlacht, bei der wir kaum aus dem zweiten Gang kommen und die Bremsen des Landcruisers so verschleißen, dass wir in Kasane einen zusätzlichen Tag für die Werkstatt einplanen.
Dafür erleben wir im Moremi eine halbe Stunde lang einen Leoparden aus nächster Nähe, sehen zweimal Wildhunde, eine Gruppe von drei Geparden und mehrfach Löwinnen mit Jungtieren, während uns in Hwange der einsame Ranger Godfrey von seinem Alltag in Simbabwe erzählt. Die Dünentour durch die Namib werden wir auf jeden Fall wiederholen, und unsere nächste Afrikareise ist schon in Planung.
Reisezeitraum
19. Dezember 2014 – 25. Januar 2015 (37 Tage)
Länder
Südafrika, Namibia, Botswana, Simbabwe
Gruppe
2 Personen
Reiseart
Selbstfahrer; Tage 10–15 (Namib-Dünendurchquerung Lüderitz–Walvis Bay) geführt im Konvoi mit URI Adventures (Guide Len)
Fahrzeug
gemietete Fahrzeuge von Bushlore — Toyota Fortuner (Südafrika, Namib-Dünenquerung), ab Windhoek Toyota Landcruiser Bushcamper (Botswana, Simbabwe)
Veranstalter
Bushlore (Fahrzeugvermieter); URI Adventures (geführte Namib-Dünentour)
Unterkunftsart
Camping (Zelt, ab Windhoek Bushcamper-Aufbau), vereinzelt Lodge/B&B
Route
Johannesburg – Bloemhofdam – Mokala-Nationalpark – Riemvasmaak – Kuboes – Richtersveld-Nationalpark – Fish River Canyon – Tirasberge – Aus – Lüderitz – Namib-Wüste (Dünendurchquerung bis Walvis Bay) – Swakopmund – Windhoek – Ghanzi – Central Kalahari Game Reserve – Makgadikgadi-Nationalpark – Nxai-Pan-Nationalpark – Moremi-Wildreservat – Chobe-Nationalpark (Savuti, Ihaha, Kasane) – Hwange-Nationalpark – Matobo-Nationalpark – Francistown – Marakele-Nationalpark – Johannesburg
Fahrstrecke
rund 8'800 km (Summe der im Bericht genannten Tagesetappen)
Flug/Anreise
München – Johannesburg mit Lufthansa
Besonderheit
erste Reise des Autors während der Regenzeit im südlichen Afrika; Fahrzeugwechsel in Windhoek von Fortuner auf Landcruiser Bushcamper
Gebiete
Richtersveld · Fish River Canyon · Namib-Wüste · Central Kalahari Game Reserve · Makgadikgadi-Nationalpark · Nxai-Pan-Nationalpark · Moremi-Wildreservat · Chobe-Nationalpark · Hwange-Nationalpark · Matobo-Nationalpark · Savuti
Automatisch aus dem Bericht erstellt. Massgeblich ist der Bericht selbst.
TopobärThemenstarter5’490 Beiträge · seit 200929. Jan. 2015 ·
Auf großer Fahrt
Normalerweise sind mir die Titel für meine Reiseberichte immer ganz spontan eingefallen. Dieses Mal war aber die Reise so vielschichtig und die Erlebnisse und Aktivitäten so unterschiedlich, dass es schwer für mich war, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Letztendlich waren es diese Rahmenbedingungen selbst, die die Reise bestimmt haben, denn bislang waren wir weder von der Zeit noch von der Strecke so lange in Afrika am Stück unterwegs. Somit war der Titel gefunden.
Eine andere Frage war, in welchem Unterforum ich den Bericht posten soll. Einen Bereich für länderübergreifende Reisen gibt es nicht und das Zerstückeln kam für mich nicht in Frage. Ich hab mich dann ganz pragmatisch für das Land entschieden, in dem wir die meisten Tage auf unserer Reise verbracht haben.
Wie immer werde ich mich bemühen, eine ausgewogene Mischung aus Informationen für nachfolgende Reisende und unseren persönlichen Erlebnissen und Eindrücken zu finden.
Ich hoffe natürlich wieder auf zahlreiche Mitreisende und freue mich auf Eure Kommentare und Anmerkungen. Wer die nicht lesen will, kann auf die Sonne klicken und sich allein auf den Bericht konzentrieren.
Für uns war es das erste Mal, dass wir im Sommer zur Regenzeit im südlichen Afrika unterwegs waren. Wir waren gespannt, was das für die Tour bedeutet.
bin schon drin 🙂 Da ich ,krankheitsbedingt, die nächsten Wochen gaaanz viel Zeit habe freu ich mich ganz besonders über jeden neuen Reisebericht. Ausserdem verspricht der Titel doch schonmal einiges. Also hau in die Tasten. Ich freu mich drauf.
Jambotessy2’610 Beiträge · seit 200729. Jan. 2015 ·
Hallo zusammen,
jetzt wird´s eng!!!! Ich quetsch mich auch noch mit auf die Rückbank 😎 !
Bin gespannt, welche Erlebnisse wir zu hören/lesen kriegen.
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.
(Sprichwort der Ovambo)
1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
NONOGRILA1’794 Beiträge · seit 201329. Jan. 2015 ·
Hallo Topobär, so ein RB soll ja der Gesundheit nicht schaden 😉 und dem Geist wohl auch nicht 😗 und da ich mich ja in deine Karre reinquetschen muß, bleib mir nichts anderes übrig als ein wenig abzunehmen oder die anderen Mitreisenden tolerieren die Enge 🤩 !
Also wo darf ich Platz nehmen?
Wir freuen uns von euren Erlebnissen zu hören 🙂 !
...und auch allen anderen fleißigen RB Schreiber an dieser Stelle mal ein großes Dankeschön 😘 ! ...ich habe dafür irgendwie kein Talent, aber vielleicht versuche ich es irgendwann mal mit kleinen Schritten 😕 !
Jambotessy2’610 Beiträge · seit 200730. Jan. 2015 ·
..... scharr schon mit den Hufen 🤪 🤪 🤪 - auf der Rückbank ist es eng und der Gesprächsstoff geht langsam aus! 😄
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.
(Sprichwort der Ovambo)
1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
Die Tage vor dem Abflug hatten wir immer die Sorge vor weiteren Streiks der Lufthansa im Hinterkopf, denn unser Flug nach München sollte mit der Kranich-Linie erfolgen. Glücklicherweise einigten sich die Tarifparteien darauf, den vorweihnachtlichen Reiseverkehr nicht durch weitere Streiks zu behindern und so kamen wir ohne Schwierigkeiten nach München.
Dort erfuhren wir, dass es Exit-Plätze nur gegen Zuzahlung gibt und wir derzeit sowieso noch keine Bordkarten bekommen könnten, da die Maschine überbucht sei. Letztendlich saßen wir dann doch auf Exit-Plätzen, da dies die einzigen noch freien Plätze in der gerammelt vollen Maschine waren. Interessanterweise bekamen wir auf dem Rückflug in Johannesburg Exit-Plätze ohne Zuzahlung in einer halb leeren Maschine. Da scheint es auch keine einheitliche Linie zu geben. 😕
Das Entertainment-System in unserer Reihe verweigert zunächst seinen Dienst und ich befürchte schon eine extrem langweilige Nacht, als ein Reset des Systems, es doch noch zum Laufen bringt.
So bequem so ein Exit-Platz auch bezüglich der Beinfreiheit ist, schlafe ich nicht besonders gut. Bin wahrscheinlich vor lauter Vorfreude zu aufgeregt.
Die Fahrzeugübernahme bei Bushlore geht wie üblich zügig und kompetent über die Bühne und es wird flexibel auf unsere Sonderwünsche reagiert. Wir stellen fest, dass wir im Vorfeld vergessen hatten, ein Sat.Fon zu buchen, was aber auch kein Problem ist, da vor Ort glücklicherweise noch eins zur Verfügung steht. Für die erste Hälfte unserer Tour haben wir einen Toyota Fortuner gebucht, da Motorleistung und Automatik-Getriebe die entscheidenden Punkte für diesen Teil unserer Reise sind. Der Wagen hat erst 57.000km gelaufen und macht einen guten Eindruck. Lediglich die Stoßstangen vorn und hinten sind schon stark beschädigt, was mir aber nur recht ist, für den Fall, dass ich mal irgendwo anstoße. Mit den Reifen sind wir auch sehr zufrieden. 265er auf 17 Zoll Felgen sind genau das was wir brauchen. 5 Reifen sind fabrikneu; lediglich der 2.Reservereifen ist ein geflicktes und recht abgefahrenes Exemplar.
Dann geht’s erst einmal auf die Straße, die ersten Kilometer hinter uns bringen. Bei der doch recht langen Strecke am ersten Tag finde ich es angenehmer, die Distanz zu teilen und auf der Hälfte für unseren Großeinkauf eine längere Pause einzulegen. Bei uns ist das in Potchefstroom, wo wir für 2.400R zwei Einkaufswagen randvoll machen. Danach ist der Fortuner zum bersten voll, denn Platz ist in diesem recht kleinen Fahrzeug Mangelware. Erst recht, wenn man mit Bodenzelt anstelle eines Dachzeltes unterwegs ist.
Die Landschaft ist die ganze Zeit saftig grün. Was für ein Kontrast zu der vertrockneten gelben Landschaft im Mai. Es sind bis zu 35°C und am Himmel zeigen sich nur einige Schäfchenwolken.
Als Krönung des Tages fahren wir uns noch den abgerissenen Befestigungshaken einer LKW-Plane in den Reifen und haben unseren ersten Platten. Der Spaß kostet uns 500R. Dreiviertel des Preises ist Wochenendzuschlag, denn der Monteur kommt extra zur geschlossenen Werkstatt. Fairerweise muss ich aber sagen, dass er uns diesem Umstand schon im Vorfeld am Telefon mitgeteilt hatte.
Die Campsite am Bloemhofdam ist gerammelt voll mit Anglern und somit ordentlich laut. Es laufen mehrere Generatoren und ständig piepsen irgendwelche Bissmelder. Dafür steht man direkt am Wasser. Die Sanitäranlagen sind leider recht schmuddelig, dafür kommt aber reichlich Wasser aus der Dusche.
Da die Campsite am Westufer des Sees liegt, geht die Sonne leider in unserem Rücken unter.
Als wir mit dem Braai beginnen wollen stellen wir fest, dass sich jeder beim Einkauf des Salates auf den anderen verlassen hat und wir somit heute Rindfleisch pur essen müssen. Besser als anders herum. Unser Feuerholz scheint noch recht frisch zu sein, denn es raucht recht stark, was man leider auch im Fleisch schmeckt. Das habe ich schon besser hinbekommen. 😠
Nach dem Essen verschwinden wir recht bald in der Koje, denn der Schlafmangel der letzten Tage macht sich deutlich bemerkbar und außerdem nerven die vielen Eintagsfliegen.
der Bericht fängt ja wieder herrlich an, freu mich auf mehr. Bist Du vielleicht so lieb und stellst die Route in Gänze mal vor? Bin doch schon so neugierig, vor allem wegen ZIM 😊
Liebe Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo