KALAHARI Dreiländereck Reisebericht

Reisebericht 75 Antworten · 21,7k Aufrufe · gestartet 19. Aug. 2014 von La Leona
Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200704. Sept. 2014 ·
immer noch 12. Tag Richtersveld De Hoop
Bis nach De Hoop seien es 2,5 Std. sagte die Sanparks Angestellte. Dann wollen wir mal!
Zuerst führt die Strecke eine Weile geradeaus, wir passieren ein paar no entry Schilder und fahren in einem trockenen Flussbett, dann gucken wir uns die im Plan eingezeichnete God's Hand an und fahren still und spürbar erwartungsvoll weiter. Nachdem wir den ersten kleinen Pass über eine steinige und steile Piste und die Sonntagsausflügler aus Alexander Bay in ihren SUV's passiert haben, sehen wir sie, rosa, gelb, violet, lila, rot. "Las florcitas me matan" sagt Max plötzlich in die Stille.

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Nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt werden Blümchen, Köcherbäume und Half-men immer spärlicher und nach ein paarmal bergauf bergab befinden wir uns wieder in einer totalen Steinwüste. Wie angekündigt treffen wir in De Hoop nach zweieinhalb Stunden gemütlich fahren und Blümchen gucken ein. Distanz 38km.

De Hoop ist ein camp site am Orange River, langezogen und mit drei Waschhäuschen für die 12 Stellplätze. Diese sind nicht numeriert und auch nicht abgesteckt. Jeder sucht sich seinen für Fahrzeug und Zelt passenden Platz. Die flachen und sandigen Plätze gleich zu Beginn sind von einheimischen Familien oder älteren Ehepaaren belegt. Alle sind in den Büschen und Sträuchen versteckt oder haben Windschutz aufgestellt. Es bläst ganz toll und der Sand wirbelt herum. Wir fahren bis ganz ans Ende des langgezogenen Campingplatzes, am Schluss über eine enge und steinige Passage wo morgen ein Hilux mit Anhänger steckenbleiben wird.

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Wir suchen etwas trockenes Schwemmholz am Ufer für das Feuer heute abend und geniessen trozt dem heftigen Wind den Blick auf die gegenüberliegenden Berge und lauschen den Wasservögel und dem gurgelnden Fluss. Genau zum Zeitpunkt wo der volle Mond aufgeht stellt der Wind ab. Als ob jemand den Deckenventilator ausgeschaltet hätte. Wir können so die bislang mildeste und hellste Nacht draussen in vollen Zügen geniessen. Wir haben keine Nachbarn in Sichtweite und das Waschhäuschen zur Alleinbenutzung.
Gruss Leona
487 Beiträge · seit 201104. Sept. 2014 ·
Hallo Leona,

wir waren ja etwa zur selben Zeit im Richtersveld NP wie ihr und es ging uns auch so in Sendlingsdrif… Wir dachten zuerst: Wo sind wir denn hier gelandet??? Es wirkt eben nicht wie ein Nationalpark 🤪 Wir kamen nicht mit der Fähre, sondern sind von Port Nolloth gekommen und schon die ganze Zeit an den Minen vorbeigefahren. Auf der einen Seite faszinierend, aber auch sehr gewöhnungsbedürftig 😗 Aber wenn man kurz hinter Sendlingsdrif dann wirklich im Park ist, fanden wir es wunderwunderschön!

LG Kathy
Reiseberichte: Südafrika/Namibia 2011: Das Glück ist mit den Dummen KwaZulu-Natal 2011: Dem Rhino ganz nah Südafrika-Der Norden 2012: Löwen haben auch mal frei!!! Botswana/Caprivi 2012: Mit dem "Feuerroten Spielmobil" durch Bots/Caprivi Südafrika 2013: Endlich Regen über der Kalahari Botswana/Kavango 2013: Ganz relaxt durch Afrika Meine Flugstatistik
Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200704. Sept. 2014 ·
hallo Kathy, hab grad erst gesehen dass du ja einen RB eingestellt hast, werde ihn mir am Wochenende vornehmen. 🙂
viele Grüsse
leona
Gruss Leona
Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200704. Sept. 2014 ·
13. Tag Richtersveld De Hoop - Kokerboomkloof
Währenddem Kormorane bewegungslos auf den Felsen sitzen und ihre Flügel zum trocknen ausspreizen verjagen zwei Tauben alle anderen Gefiederten auf dem Platz in der Hoffnung auf Frühstückskrümel. Ein nicht aus der Natur stammendes Geräusch verrät den Hilux der sich mit dem Conqueror Anhänger mühsam durch die Pad pflügt und steckenbleibt, die Insassen können sich aber selber helfen. Als ich um 10 Uhr vor der Abfahrt zum letzenmal unser Waschhäuschen aufsuche sehe ich dass jemand da einen riesigen schwarzen Müllsack in die Dusche gestellt hat. Pfui.

Um zu unserem nächsten Etappenziel zu gelangen haben wir zwei Möglichkeiten, wir wählen die tiefsandige Spur dem Fluss entlang nach Richtersberg, ebenfalls eine offizielle camp site. Für diese 8km benötigen wir eine Stunde. Max freut sich immer wenns zäh wird, leider werde ich, die links sitzt, nicht mit Flusssicht belohnt, denn die Spur liegt etwas versenkt und wegen dem Ufergebüsch sieht man kein Wasser. Es gibt viele parallele Fahrspuren, tiefsandige, oder steinige, man kann wählen zwischen Pest und Cholera. In Richtersberg haben sie auch die Sanitäranlage renoviert, ist leider aber schon arg zerschlissen, von Affen oder Menschen?

Mir gefällt der Flussabschnitt hier, der Orange ist breit und vorgelagert sieht man kleine Inseln. Die Stellflächen sind mit einem wilden Rasen bewachsen. Kein Mensch weit und breit. Wenn man noch etwa 3km weiter dem Fluss entlangfährt gelangt man ins neue Wilderness Camp Tatasberg. Unsere Neugier hält sich in Grenzen und wir fahren stattdessen durch ein Trockenfluss hinauf in die gebirgige Landschaft. Rötliche Felsen, dunkelgraue Steinwüste, keine Pflanzen, manchmal sieht es aus wie auf dem Mond oder in der Puna. Zwecks Mangel an Schatten beschliessen wir das Hakkiesdoring Hiking Camp als Mittagsstop anzufahren. Unterwegs sehen wir immer dort wo es Nahrung gibt Ziegen und ab und zu einfache Zelte von Nama Hirten. Wir umfahren den tausend Meter hohen Tatasberg und haben immer wieder fantastische Ausblicke.

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The Toe sieht man schon von weitem bevor man zu den 4 Stellplätzen im Kokerboomkloof auf 600müM gelangt. Sie sind so angelegt dass niemand den anderen sehen kann und jeder Platz hat sein privates Waschhäuschen mit Dusche, WC und Spüle. Das Wasser dafür wird per Anhänger mühsam von weit herbeigebracht und in etwas erhöht stehende Wassertanks gefüllt. Solchen Luxus haben wir nicht erwartet! Zuerst sind wir ganz alleine, kurz vor Sonnenuntergang kommt dann noch ein lokaler 4x4-Touranbieter mit schnaubendem V8-er und Anhänger an. Von dem Grüppchen sehen und hören wir gar nichts.

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Als die Temperatur milder wird mache ich am Nachmittag einen Spaziergang alleine währenddem sich Max vom fahren lesend erholt. Plötzlich sehe ich wirklich grosse Katzenspuren im Sand. Mein Buch sagt mir später sie stammen von einem Leoparden. Die letzte halbe Stunde der kleinen Wanderung geniesse ich nur halbwegs und mit gemischten Fühlen, der Adrenalinspiegel steigt und der Mut sinkt. Ausgerechnet hier musste ich alleine davonstampfen! So schau ich immer wieder über meine Schultern, aber natürlich sehe ich ausser ein paar wie Stinktiere riechende Wüstenmäuschen keine Tiere.

Tageskilometer 74
Gruss Leona
487 Beiträge · seit 201104. Sept. 2014 ·
Hallo Leona,

bis zum Richtersveld NP in unserem RB dauert es noch ein bissl, da wir zuvor noch im Karoo NP, Mokala NP und Naries Namakwa waren. Aber irgendwann isses soweit 🤪

Hui, seid ihr echt die Pad entlang des Oranje von De Hoop nach Richtersberg gefahren??? RESPEKT!!! 8 km in einer Stunde, das erzähle mal jemandem hier in Deutschland 😄 Da wir ja nicht in De Hoop waren, haben wir die Strecke außenherum gewählt, aber die hatte es auch in sich 😎

LG Kathy
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232 Beiträge · seit 201104. Sept. 2014 ·
Hallo Kathy,

die Strecke De Hoop -> Richtersberg wird immer als so katastrophal und problematisch bezeichnet; fand ich bis auf ein paar einzelne Stellen eigentlich nicht wirklich.
Da war die Strecke zwischen God's finges und der Einfahrt in die Schlucht hinunter nach De Hoop nach meinem Empfinden im letzten März deutlich schlimmer.

VG
JW
zuletzt bearbeitet 04. Sept. 2014
Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200704. Sept. 2014 ·
@ Kathy und jw

Generell im ganzen Park -dort wo wir unterwegs waren- gab es nirgends eine Stelle wo ich sagen müsste das ist besonders schwierig oder herausfordernd, à la Van Zyl's. Es ist in meiner Sicht immer gleichmässig "harzig" um es mal so zu sagen 🤩 Und man kommt nur langsam vorwärts, manchmal, wie zwischen De Hoop und Richtersberg eben sehr langsam. 😉

Der Richtersveld anstrengend für Fahrzeug und Fahrer, aber nicht schwierig. Entweder gehts über grobe Steine mit Ecken und Kanten oder im Sand in div. Variationen, dann ab und zu hat es steile Abschnitte mit Felsbrocken und eventuell noch dazu eng, dann wieder gibt es breite Flussbette und auch lange gerade, aber unebene Pisten, auch Wellblech.

Man kommt überall nur sehr langsam vorwärts, im mittleren Teil in den Bergen fand ich es teilweise fast öde und es hat sich mir bestätigt dass man hier wirklich Freude am 4x4 fahren haben muss. Oder man bleibt ein paar Tage am Fluss zum chillen. Zudem macht es einen grossen Unterschied zu welcher Jahreszeit man dort ist. Nach dem Schwemmholz in den Trockenflüssen zu beurteilen kann es hier auch sehr heftig Wasser haben.

Untersetzung haben wir ab und zu eingeschaltet nicht weil es zwingend notwenig war, sondern einfach angenehmer und sicherer zu wissen man kommt raus sollte mal ein Drehmomentverlust gleichzeitig mit einem unerwarteten Hindernis auftreten. Differenzialsperre legten wir nur ein, zweimal im tiefen Sand ein.

@ Kathy, deinen Bericht werde ich mit Interesse und Geduld verfolgen, auch ein wenig wegen dem Defender, sonst unser Fahrzeug in Afrika 🙂 wegen den Wildblumen und wegen ein paar Orten die wir diesmal nicht anfahren konnten.

Viele Grüsse!
Leona
Gruss Leona
2’319 Beiträge · seit 201105. Sept. 2014 ·
Hallo Leona.
Komisch...uns hatte man in Martins Drift 190 BW Pula abverlangt und haben diese mit Kreditkarte zahlen können. Tolle Route und Erzählung.
Gruß A.
zuletzt bearbeitet 05. Sept. 2014
Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200707. Sept. 2014 ·
hallo Alm,
An der Lobatse Grenze gab man uns nur die Wahl entweder Pula oder Rand Cash.
Vielleicht ist dies nicht immer so, ev. hatten die nur ein momentantes Problem mit dem Kartensystem?
Keine Ahnung.

Zum Preisunterschied: Man fragte uns ob wir wieder denselben Grenzübergang nehmen bei verlassen des Landes oder ob wir "transit" seien. Wir sagten Transit, weil wir an einem anderen Grenzposten ausreisten.

viele Grüsse
leona
Gruss Leona
2’319 Beiträge · seit 201108. Sept. 2014 ·
Gutne Morgen Leona.

Aha..... das wird es gewesen sein, denn wir haben ein Multiple Entry genommen.

Auf jeden Fall war die Abwicklung sowohl in Martins Drift als auch in Lobatse auf Botswana-Seite ruckzuck erledigt, was natürlich sehr erfreulich war/ist.

Lieben Gruß

A.
Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200723. Sept. 2014 ·
Hallo
Obwohl sich niemand beklagt hat, wlll ich doch noch der Vollständigkeit willen den Bericht fertig schreiben. Die nächsten Etappen sind der Orange River, die Nationalparks Augrabies und Mokala und dann die Rückreise über Bloemfontein nach Johannesburg.

Freu mich wenn noch nicht alle vor lauter Langeweile abgesprungen sind.
Viele Grüsse
leona
Gruss Leona
Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200724. Sept. 2014 ·
14. Tag Richtersveld Kokerboomkloof - Orange River - Vioolsdrift
Der neue Tag beginnt für uns um 7 Uhr als der volle Mond hinter den runden Granitblöcken verschwindet und die Sonne hinter den Hügeln vis-à-vis erscheint. Diese rechteckigen Felsen beim camp site nr. 3 wo wir stehen sind echt der Hammer. Wie lange werden die Elemente noch arbeiten bevor ein Koloss umkippt? Es hat uns hier ausserordentlich gut gefallen und diese campsite wird uns in der Zukunft wieder sehen.

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Um 9 Uhr fahren wir gemütlich los, wir haben noch keine Ahnung wo wir heute schlafen werden. Das ist für mich ein wichtiges Gefühl der Freiheit. Als Erstes fahren wir nochmal zu dem grossen glatten Felsen, er ist so gross wie ein Berg, von hier geniesst man eine herrliche Sicht in die Weite des Parks nach Westen.

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Teilweise weit unter der 40km/h Geschwindigkeitsgrenze gehts danach quer durch den Park Richtung Helskloof Gate. Wie beim Sendelingsdrift Gate ist auch hier die Wildblumenpracht sehr auf das unmittelbare Gebiet rund um den Eingang konzentriert. Denn erst nachdem wir schon fast drei Stunden unterwegs sind treffen wir wieder auf Sukkulenten und Blumen. Gleichzeitig gibt es hier auch wieder viel mehr Ziegen. Die einzigen beiden Fahrzeuge die uns im Park begegnen sind vollgepackt mit Hirten und ihrem Nomaden-Hausrat, es sind erstaunlich neue, gute Bakkies.

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Die Strecke hinunter zum Gate ist erheblich einfacher zu fahren als in umgekehrter Richtung. Das Gebäude der Parkverwaltung am Helskloof Gate sieht aus als ob eben eine randalierende Demonstration vorbeigezogen wäre, zwei eingeschlagene Fenster und dahinter etwa acht Personen in einem Raum eingepfercht. Merkwürdig. Rundherum keine Menschenseele, aber sehr schön weiss angemalte und geradlinig ausgelegte Steine zur Markierung der verschwenderisch vielzähligen Parkplätze. Doch dann erscheint jemand, nachdem wir ausgestiegen sind, und die etwas wortkarge Person verlangt "sign out" und "exit permit", danach öffnet man uns das Gate welches quer über die breite, gut geschobene Schotterstrasse die Durchfahrt verhindert.

Gewitterwolken stehen am Himmel Richtung Süd-West und es bläst ein eiskalter Wind. Ich kann mir gar nicht vostellen dass es hier im Hochsommer 55ºC heiss sein soll. Unsere Fahrt geht weiter Richtung Eksteenfontein, etwa 4-5km hinter der in kargen Hügeln eingebetteten Nama-Siedlung geht die Piste ab zum etwa 30km enfernten Helskloof Pass. Es ist ein anderer Pass der aber schon wieder "Helskloof" heisst. Dem Orange River entlang gibt es ja eine 4x4 Route, auch Namaqua 4x4 Trail genannt. Die Route wird von Ost nach West gemacht und ist in drei Etappen aufgeteilt, dass wir heute den letzten und 3. Teil von Vioolsdrift nach Eksteenfontein fahren, aber in umgekehrter Richtung, lesen wir est später in einem Reiseführer.

Um 16 Uhr fahren wir in Eksteenfontein vorbei auf die auch hier im Forum schon oft als sehr sehenswert beschriebende Strecke nach Vioolsdrift. Das Gebiet welches wir seit verlassen des Parks zu unserer linken Seite haben gehört zu der neu kreierten Richtersveld Community Concession. Ab und zu sahen wir Wegweiser zu campsites oder "Loops" innerhalb des Konzessionsgebiets. Permits sollte man wahrscheinlich besser vorher z.B. in Eksteenfontein einholen und bezahlen.

Der Helskloof Pass ist eine Schlucht und in Süd- Nord Richtung problemslos zu befahren. Wir sehen schöne Felsformationen und skurrile Halfmens. Von 1000m.ü.M. befinden wir uns plötzlich nur noch auf 200m. Wir sehen auch San-Felsgravuren die mit graffiti beschmiert sind. In einem sandigen Flussbett fahren wir dann fast im rechten Winkel an den Oranje wo die in Namibia und uns gegenüberstehende steile Felswand bis ans Ufer reicht. Um 17.30 Uhr sehen wir erste Anzeichen von touristischer Infrastruktur in Form eines ansprechenden Schildes "Richtersveld Wilderness camp" (im T4A noch als Wildthing Adventures eingezeichnet). Der Wind ist auch hier böhenartig und kalt. Jetzt heisst es nicht lange zimperlich sein, für R. 100 pP zuschlagen, einen Stellplatz aussuchen und eine warme Dusche geniessen. Zudem gibts eine riesige Menge Feuerholz für R. 30. Ausser uns ist nur noch ein Ehepaar aus Kapstadt auf dem Areal, sie sind hier eine Woche zum Kanufahren. Der Camp Attendant kommt noch rasch mal vorbei um Laub und Staub von den Tischen im Unterstand zu entfernen. Dank dem schönen Feuer und im Windschutz des Autos lässt es sich eine ganze Weile in der stillen, immer noch mondhellen Nacht draussen aushalten.

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Reine Fahrzeit des heutigen Tages 7,5 Std.
Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2014
1’182 Beiträge · seit 200624. Sept. 2014 ·
@ La Leona:

Fahrzeit 8,5 Std. - wow, Ihr seid ja knackig! Aber warum?

Gruß,
Bernd
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5’485 Beiträge · seit 200924. Sept. 2014 ·
Selbstverständlich bin ich noch dabei. Ich weiss aber auch aus eigener Erfahrung, dass man nicht jeden Tag ein neues Kapitel posten kann und übe mich deshalb in Geduld.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200725. Sept. 2014 ·
@Bernd, du bist aber sehr aufmerksam: 😉 es waren dann doch wohl eher nur 7,5 reine Fahrstunden denn: 9 Uhr ab, 17.30 an, total 8,5h - ca 1 Stunde angehalten. = 7.5 std. fahren. Das werde ich korrigieren. Danke für den Hinweis.


@Topobär, darum fange ich normalerweise sofort nach der Rückkehr damit an, in der Hoffnung fertig zu werden vor der nächsten Reise 🙂
Danke für die Geduld.

Viele Grüsse Leona
Gruss Leona
1’927 Beiträge · seit 200825. Sept. 2014 ·
Danke Leona,

ein toller, informativer Bericht, der für unsere aktuelle Reiseplanung sehr hilfreich ist.
Die Text-Bild Balance empfinde ich angenehm 😉

Gruß
Peter
Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200725. Sept. 2014 ·
Hallo
Im Bericht verwende ich ab und zu landestypische Bezeichnungen die vielleicht nicht auf Anhieb bekannt oder verständlich sind, darum habe ich ein kleines Glossar begonnen wo ich alle etwas exotisch anmutenden Ausdrücke zu erklären versuche, ev. gibt es mit der Fortsetzung des Berichts noch Ergänzungen.

http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/284127-glossar.html
Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 29. Juni 2015
Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200726. Sept. 2014 ·
15. Tag Orange River - Vioolsdrift - Augrabies
Das Richtersveld Wilderness Camp www.richtersveld.co.za kann ich uneingeschränkt empfehlen. Weil es das letzte Camp ist wenn man von Vioolsdrift (20km entfernt) dem Fluss entlang fährt, oder das erste, wenn man wie wir vom Helskloof Pass kommt, ist die Umgebung auf der einen Seite naturbelassen und am gegenüberliegenden Ufer gibt es keine "Lichtverschmutzung".

Hier ein layout des camps: Lapa/Bar waren zu unserem Zeitpunkt geschlossen. Es gibt 24 Std. heisse Duschen, ich sage bewusst nicht warm.

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Bis zur N7 beim Grenzübergang Vioolsdrift / Nordoewer benötigen wir eine halbe Stunde auf dem Feldweg entlang dem Fluss. Hier werden hauptsächlich Tomaten gezüchtet. Wir sehen viele Landarbeiter. So viele Menschen auf einmal! Es gibt noch diverse Zeltplätze und etwa 5km vor der Ortschaft sehen wir eine feste Unterkunft, Frontiers River Resort, etwas erhöht mit Blick auf den Fluss. Nach sieben Tagen kompletter Telefon und Internet Abstinenz schalten wir auf der breiten und sehr angenehm befahrbaren N7 wieder mal das handy ein. Übrigens wehte heute morgen kein Lüftchen auf dem Zeltplatz und es war mucksmäuschenstill, nur das metallene Gekrächze von Ibissen im Vorbeiflug und ihren Flügelschlag hörte man. Wäre ich nicht am Abend vorher fast weggeblasen worden vom Wind ich würde es nicht für möglich halten wie sprunghaft sich das Klima innerhalb von kurzer Zeit verändert. In Springbok ist es um 12 Uhr mittags grad mal 6ºC und es weht ein antarktischer Wind. An der Engen Tankstelle neben dem gutbestückten Spar Supermarkt frieren die Tankwärter trotz Daunenjacken, Wollmützen und Handschuhen.

Der Himmel ist bedeckt, nur die gelben Blumen sind offen, rosa und violett haben die Köpfchen eingezogen und verstecken sich. Wir entscheiden uns gegen einen Schlenker durch das Goegap Nature Reserve wo -bei Sonnenschein- die schöne Wüstenblumenpracht der Namaqua Region zu sehen ist. Nachdem wir unsere Vorräte zur vollen Zufriedenheit in Springbok aufstocken konnten nehmen wir die 320km nach Augrabies unter die Räder. Das ist wieder ein Programmwechsel, aber wir werden dort schon unangemeldet unterkommen. Insgesamt werden wir 4 Stunden inkl. Pic Nic stop benötigen. Die Strecke ist öde, und erinnert uns an Stellen in Patagonien. Pofadder ist ein kleiner Ort wo wir getrocknete Mangos kaufen und saubere Toiletten benutzen können. Dafür ist es von Vorteil 2 Randstücke zu bunkern, die Toiletten an Tankstellen kosten meistens 2 Rand. Männlein und Weiblein zahlen. Kurz vor dem Ort Kakkamas zweigt die Zufahrtstrasse in den Augrabies Nationalpark ab, ebenfalls geteert. Ab hier führt die Strasse dem Orange River entlang, es ist der wichtigste Fluss Südafrikas. Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Produktion des Landes ist von seinem Wasser abhängig. Auf seinem über 2200km langen Weg von Lesotho in den Atlantik schwemmt er auch immer noch Diamanten mit die sich u.a. im Flussdelta im Sand ablagern. Deswegen darf man nicht bei Oranjemund frei herumlaufen. Sperrgebiet.

Auf dem Weg nach Augrabies sehen wir Kellereien mit grossen Edelstahltanks, gegen die Sonne ausgerichtete Schanzen wo im Herbst Trauben getrocknet werden und viele neue, erst kürzlich von Dornengebüsch und Steinen gesäuberte Flächen in der Wüste wo in Zukunft noch mehr Trauben angebaut werden. Je näher wir dem Park kommen umso mehr Unterkunft-Schilder sehen wir am Strassenrand. Nach 27km zweigt abermals eine Strasse ab zum Konrollgate des Parks. Man muss ein Formular mit seinen Personalien und den Angaben zum Fahrzeug ausfüllen. Erst danach wird die Schranke aufgemacht. Ein paar Kilometer weiter ist man am Ziel. Augrabies ist touristisch sehr erschlossen und bietet vielen Besuchern Platz. Offiziell gibt es 40 Stellplätze auf dem Zeltplatz und 60 Chalets in div. Grössen und mit mehr oder weniger Sicht auf die Wasserfälle. Plus Restaurant, Bar, Schwimmbäder und Laden. An der Reception bezahlen wir die Parkgebühren R. 144 pPpT und campsite R. 195 pN. http://www.sanparks.org/parks/augrabies/all.php

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Als wir um 17 Uhr ankommen sind noch nicht allzuviele Plätze belegt und wir suchen uns ein Plätzchen am Rand mit Sicht ins Grüne. Leider wird es dann aber doch noch recht voll und es ist wie in vielen rest camps in Südafrika: laut, hell und unromantisch. Aber wir wollten eben doch mal diesen Ort sehen und die Aussicht etwas die Beine vertreten zu können morgen auf dem Dassie Trail stimmen uns sanft. Wir spazieren noch ein wenig auf dem Gorge Trail vor Sonnenuntergang und anschliessend blicken wir grosszügig über Mini-Fernseher, künstliche Rasenteppiche vor den Wohnwagen, faltbare Spülbecken und Profi-Braai-Werkzeuge und Led-Lichter hinweg. Die Fleischqualität vom Spar in Springbok ist 1A. Aber es ist wieder bitter kalt in der Nacht.
Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 26. Sept. 2014
1’182 Beiträge · seit 200626. Sept. 2014 ·
Hallo Leona,

Dein RB ist großartig und sehr interessant und die Fotos sind grandios. Vielen Dank dafür.

Aber besonders Deine Idee mit dem Glossar gefällt mir sehr. Ich würde es begrüßen, wenn das durch andere Beiträge ergänzt werden sollte. Allerdings sollte das wohl unter einem separaten Thema geschehen, auf das jeder bei Bedarf zugreifen könnte.

Gruß,
Bernd
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Themenstarter2’780 Beiträge · seit 200701. Okt. 2014 ·
Danke für das Kompliment Bernd
Aber besonders Deine Idee mit dem Glossar gefällt mir sehr.
Vielleicht kann ich ja mal einen separaten thread eröffnen und dannkönnen alle die etwas anfúgen oder ergänzen oder korrigieren möchten dies im thread tun?
VG leona
Gruss Leona