THEMA: ABER, irgendwas ist ja immer! (Botswana Sept '18)
13 Jan 2019 22:19 #545026
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Zu früh geträumt...



Wir haben es heute gar nicht eilig. Klar, es liegt ein langer Fahrtag vor uns, aber immerhin… die gesamte Strecke zieht sich als lange, nicht enden wollende, langweilige und ermüdende Asphaltschlange dahin. Wir haben uns zu früh geträumt! ;)

Das wird wohl heute nix mit Elefanten, etc. pp., aber das wussten wir auch vorher. Also schauen wir einfach wie so ein Tag gut beginnen, am besten mit Aina. In unserem Tagebuch stehen zum Morgen im Hilltop 3 Dinge:
#1 Aina ist zum Drücken!
#2 Das Frühstück wieder super.
#3 Der Chef serviert zum Ende immer die Pancakes um mit den Gästen zu Plauschen. :)



Start meiner Instagram-Foodblogger Karriere :lol:


Es ist ordentlich laut auf dem Balkon und ganz schön was los heute Morgen. Über uns sind dutzende Schwalbennester und die Vögel schwirren nur so um unsere Köpfe. Das führt zu hunderten miserablen Fotos, denn wenn ich eines mehr hasse als kleine Vögel zu bestimmen, dann ist es zu versuchen, Vögel im Flug abzulichten. :pinch:



Immer im Tiefflug unterwegs


Besser wurde es nicht… ich sollte das echt aufgeben. Kein Talent vorhanden.


Bevor wir losfahren holen wir noch die Eispacks ab, die wir im Eisfach der Küche zwischengeparkt hatten. Unsere Routine war so recht schnell klar. Mara fährt die ersten Strecken, dann kann ich den Fuß kühlen und hochlegen.

Erster Stopp des Tages ist die Tankstelle, das haben wir gestern nicht mehr geschafft, aber auch unser Navi schafft den Weg zur Tankstelle nicht. Zwei eingetragene Tankstellen sind gar nicht mehr da… irgendwie irren wir durch die Stadt und verlieren unnötig Zeit. Adresse Nummer drei haut dann hin und endlich geht es auf die B6 Richtung Botswana.

Es geht zügig voran und ca. 50km hinter dem Flughafen kommt uns ein LKW entgegen, plötzlich knallt es einmal laut und wir erschrecken uns mal ordentlich. Hat der uns gerammt?, gespürt haben wir nix, im Rückspiegel ist nicht zu erkennen, dass der Gegenverkehr bremsen würde… aber dennoch, irgendwas stimmt nicht. Die Lenkung will nicht mehr ganz so, wie Mara das gerne hätte. Sie meint, es würde etwas am Reifen schleifen.

Jetzt aber keine Sorge, wir haben nicht etwa unser erstes Crossing übersehen, vielmehr stellen wir beim Stopp an der nächstbesten PAD fest, dass die Verkleidung vom Radkasten abgeflogen ist. :dry:



Mhhh… hilft ja nix. Ein Blick auf die linke Seite zeigt uns, dass es nicht die Schrauben rausgesprengt hat, die waren wohl schon lange nicht mehr da. Die Verkleidung ist nur mit Kabelbindern befestigt. Letztes Jahr hatte ich mehrere Dutzend im Gepäck, diesmal keinen. Aber auf die Werkzeugkiste im Auto ist Verlass. Wir finden noch 3 Kabelbinder, von denen sogar 2 noch funktionstüchtig sind.

Es werden die 2 taktisch günstigsten Punkte ausfindig gemacht und dann eine „fachmännische“ Reparatur vorgenommen. B) :whistle:





Gute 35 Minuten dauert unser kleiner Zwischenstopp mit dem ganzen Aus- und wieder Einräumen des Autos, aber die Karre ist wieder flott, wir haben mittlerweile mal so richtig gut Zeit verloren und das obwohl wir doch heute so pünktlich und entspannt in El-Fari ankommen wollten. Tja, ganz nebenbei wurde damit schon am zweiten Tag unser Urlaubsmotto ins Leben gerufen…
ABER, irgendwas ist ja immer!

Endlich Botswana… oder noch nicht so ganz
Bis zum Grenzübergang gibt es keine weiteren Zwischenfälle mehr und auch hier läuft alles glatt. Nur die Zeit haben wir vollkommen unterschätzt. Das Prozedere der Einreise zieht sich, aber es geht noch halbwegs. Danach muss noch die Fahrzeuggebühr entrichtet werden, kurze Schlange, Mara geht eine Rauchen und ans Auto vor, ich zahle kurz.

So gute 20 Minuten später kommt Mara zurück um nach mir zu suchen. Ich verstehe zwar kein Wort, aber einer der Trucker diskutiert die ganze Zeit am Schalter. Die gute Dame dahinter strahlt die Gelassenheit eines Steins aus. Diese zwei scheinen in näherer Zukunft keine Einigung zu erzielen, worum auch immer es geht. Fast eine geschlagene Stunde stehe ich in dieser Schlange, obwohl nur 3 Leute vor mir sind und ich werde nicht schon wieder unser Motto zitieren. :side:

Wie alles andere auch, so geht auch des irgendwann vorbei. Fehlte uns noch der Grenzübergang und die gefürchtete Lebensmittelkontrolle. Fleisch haben wir erst gar nicht dabei, die Situation zu Gemüse ist aber so unübersichtlich, dass wir einfach alles normal eingekauft haben, um dann mal zu schauen was uns evtl. weggenommen wird. Im Endeffekt gar nichts, wir wurden nicht mal kontrolliert. Es war heiß, das Stoppschild mitten in der Sonne und der Polizist an der Schranke nicht gewillt einen kleinen Touri-Camper zu filzen. Er winkt uns durch und wir sind wieder auf der Straße.

AH MOMENT… im Tagebuch steht: Gabelracken & schwarze Vögel mit Schwalbenschwänzen sitzen überall auf den Strommasten. :P

Kaum über die Grenze finden wir unter einem Baum auch schon die erste der berüchtigten Blitzer-Kontrollen. Wir fangen direkt die nächste Zählung an. Der Blitz-O-Meter…, es sollte bei genau diesem einen Strich bleiben. Wir haben danach nie mehr eine Geschwindigkeitskontrolle gesehen.

Fotos sind Mangelware an diesem Tag und im Tagebuch stehen auch nur noch wenige Einträge. Aber ein wichtiger, wir haben über den Tag das Cross-O-Meter begonnen, anbei das schon versprochene Bild dazu.



Das Navi zeigt uns ab der Grenze 18:24h an, Sonnenuntergang ist auf 18:22h taxiert. Soviel zum frühen Ankommen und Geld holen müssen wir auch noch irgendwo. Ich fahre mittlerweile und hole etwas Zeit raus. In Ghanzi geht es noch zur Bank, der Security hilft mal wieder mit der richtigen Reihenfolge, gefühlt will jeder Automat etwas anderes von einem. :huh: :silly:

Wir starten von Ghanzi, Mara übernimmt wieder. Ankunftszeit 18:23h und sie holt noch 2 Minuten raus. So kommen wir eine Minute vor Sonnenuntergang in El-Fari an, wir sind die Einzigen hier und die Eigentümer sichtlich überrascht, dass wir doch noch kommen. Entsprechend kurz fällt das Gespräch aus, wir haben eigentlich auch keine Lust mehr auf gar nichts… die beiden befeuern aber noch schnell den Donkey, gegen eine warme Dusche haben wir natürlich nichts. :woohoo:



Dennoch geht der Tag schnell zu Ende. Es gibt nur noch einen Snack, den obligatoischen Gin-Tonic lassen wir uns dennoch nicht nehmen und ein ordentliches Feuer wird auch noch gemacht. Endlich wieder Camping, endlich wieder am Feuer sitzen und in den Busch lauschen.



Wir sind glücklich und morgen geht es dann auch schon zu Baines Baobabs, für uns ist das der eigentliche Start des Urlaubs.

FAZIT – El-Fari Campsite
Der Platz ist weder super schön, noch hässlich. Ob es uns hier gefallen hat, kann man schwer beantworten, wenn man ja praktisch nicht da war. Die Besitzer sind aber nett, die Ablutions schön und geräumig, es hat viele Vögel hier, was wir am nächsten Morgen erst feststellen konnten und als Zwischenstopp eignet es sich auf jeden Fall sehr gut. Für genau diesen Zweck haben wir es gebucht und dafür vergeben wir 4 von 5 Sternen.

Gruß,
Robin
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14 Jan 2019 06:35 #545032
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Hi Mara & Robin,

jetzt hätte ich fast den Anschluss verpasst! Das kommt davon, wenn man immer nur im Namibia-Forum guckt!
Ich mache mich mal an die Aufholjagt! DABEI!

Liebe Grüße
Martin
--
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14 Jan 2019 07:27 #545035
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Hallo ihr Zwei,

ich bin auch noch gerade rechtzeitig zugestiegen und freue mich auf Eure Erlebnisse in Botswana.

LG und einen guten Start in die Woche
Konni
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14 Jan 2019 08:01 #545040
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Hallo Robin,

das war ja am Ende eine Punktlandung bei El-Fari. Die Strecke zieht sich ganz schön, und ihr habt unfreiwillig Zeit verloren. Zum Glück sind die Tage im September schon deutlich länger.
Vielleicht lag euer langsames Vorankommen aber auch daran, dass Mara gefahren ist. ;)
Ich fahre mittlerweile und hole etwas Zeit raus.

Ich habe ein paar Anmerkungen zu den Vögeln. Bei dem Village Weaver tippe ich eher auf einen Maskenweber. "Ein Vogel" ist das zugehörige Weibchen. Bei "Noch ein Vogel" tippe ich auf einen Angolagirlitz (Black-throated Canary).
Die Schwalben beim Hilltop Guesthouse sind vermutlich Haussegler (Little Swift).
Die schwarzen Vögel mit den Schwalbenschwänzen sind übrigens Drongos. ;)

Viele Grüße
Uwe
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14 Jan 2019 19:03 #545101
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  • sternschnuppe am 14 Jan 2019 19:03
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Hi Robin,
vielen Dank für Deinen tollen Bericht....sind wir dieses Jahr doch auch noch auf Teilabschnitten Deiner Route unterwegs.... ;)

Was mich verwundert hat, ist dass Ihr mit den Einkäufen an der Grenze gar keine Probleme hattet...insbesondere war doch mal die Rede davon, dass keine Wasser-Gallonen mehr eingeführt werden dürfen....oder habe ich zwischenzeitlich etwas verpasst ? :blush:
Wäre von Interesse von uns, da wir eigentlich des Grenzübertritts wegen den Hauptteil des Einkaufs (leider) in Ghanzi geplant hatten. Nun nach Deinen Ausführungen würden wir nun evtl. (außer Fleisch natürlich) den Haupteinkauf in WDH planen.

Kann vielleicht sonst auch noch jemand berichten, wie die aktuelle Lage zu Käse, Eier, Wasser und Obst ist ? (2015 mussten wir unsere aus Namibia mitgebrachte Papaya an der Grenze auf die Schnelle verdrücken :pinch: )

Danke schon mal
Grüße
Schnuppe
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TinuHH schrieb:
jetzt hätte ich fast den Anschluss verpasst! Das kommt davon, wenn man immer nur im Namibia-Forum guckt!

Hey Martin, alles was du hier nicht liest dann halt per Mail. :)
Deine Aussage macht mich aber stuzig, da ich immer über den Button "AKTUELL" gehe. Dann sieht man eh' alle Themen mit den neuesten Beiträgen. Das manche hier evtl. nur Namibia sehen habe ich beim Einstellen nicht bedacht. Ist ja auch Namibia mit dabei. :dry:

Daxiang schrieb:
Hallo ihr Zwei,
ich bin auch noch gerade rechtzeitig zugestiegen und freue mich auf Eure Erlebnisse in Botswana.

LG und einen guten Start in die Woche
Konni

Hallo Konni, schön dich wieder an Bord zu haben! :)

Eulenmuckel schrieb:
...das war ja am Ende eine Punktlandung bei El-Fari. Die Strecke zieht sich ganz schön, und ihr habt unfreiwillig Zeit verloren. Zum Glück sind die Tage im September schon deutlich länger.
Vielleicht lag euer langsames Vorankommen aber auch daran, dass Mara gefahren ist. ;)

Nene, wir haben öfter gewechselt. Mara und ich tun uns am Steuer nix, was super ist. So können wir egal wo und welche Strecke immer wechseln. Und danke für die Vögel, die trage ich jetzt erstmal nach und freue mich auf weitere Unterstützung. ;)

sternschnuppe schrieb:
Hi Robin,
vielen Dank für Deinen tollen Bericht....sind wir dieses Jahr doch auch noch auf Teilabschnitten Deiner Route unterwegs.... ;)

Was mich verwundert hat, ist dass Ihr mit den Einkäufen an der Grenze gar keine Probleme hattet...

Schön das du dabei bist. B)
Zu deiner Frage gibt es meiner Ansicht keine Antwort, zumindest keine mit der du dann planen kannst. Unser angelesenes Wissen vor der Reise sah so aus:

- Fleisch darf man nicht nach Botswana rein mitnehmen
- VET-Fences von Nord nach Süd -oder- von Ost nach West queren und man muss auch sein Fleisch abgeben
- Gemüse ist eine Grauzone. Es gibt eine offizielle Regelung zu diversen Sachen die nicht eingeführt werden dürfen, diese bezieht sich aber eigentlich nur auf Importeure. Kleinstmengen wie bei Touristen sind da gar nicht bedacht...
- ... diese Regel wird aber anders ausgelegt und anscheinend auch von jedem anders ausgelegt

Vom Wasser hatten wir noch nie was gehört, also war unsere Lösung halt einfach kein Fleisch mitzunehmen. El-Fari geht auch so. Für Baines kaufen wir in Maun, nach Baines fahren wir durch den Vet-Fence zurück von Ost nach West, also theoretisch Fleisch weg. Daher war der Plan, dann erst wieder in Maun den wirklich großen Einkauf zu tätigen. (Superspar und Beef Boys Meat Market hinten am Flughafen ist unser Tipp)

Wie schon geschrieben, die aktuelle Gemüse-Regelung ist so undurchsichtig, dass wir es dabei haben drauf ankommen lassen. :dry:

Wie haben wir das erlebt?
1. Grenze nach Bots, keine Kontrolle
2. Vet-Fence zurück nach Maun... da war gar keiner
3. Zweite Grenze nach Bots rein vor Drotskys >> das hatten wir nicht auf dem Schirm und Fleisch und Wurst oben im Kühlschrank. Die haben reingeguckt und uns dann einfach durchgewunken.
4. Vet-Fence in Namibia Nord>Süd = die einzige echte Kontrolle. Denen mussten wir länger erklären, dass wir wirklich nur noch 4 Dosen kühlen, weil wir nur noch eine letzte Nacht in einer Lodge verbringen.


Ich hoffe das hilft euch... nicht bei der Entscheidung, sondern dabei, dass es hier keine "finale" Antwort geben kann.

Es kommt, wie es halt kommt.


Gruß,
Robin
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