THEMA: Mit dem Fahrrad unterwegs in Rwanda ...
12 Feb 2014 16:38 #326394
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  • BikeAfrica am 12 Feb 2014 16:38
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ANNICK schrieb:
Die Sichtungen im Akagera NP sind wohl nicht gerade der Hammer...... :whistle:

Bist Du gleicher Meinung wie ich: man kann darauf verzichten? B)
... der NP ist halt der einzige in Rwanda mit der Möglichkeit, Tiere dieser Art zu sehen. Man sollte dann auch den nördlichen Teil besuchen. Dafür hat unsere Zeit nicht ganz gereicht. Die Zufahrt zu der Region, in der sich Giraffen üblicherweise aufhalten, war überschwemmt. Elefanten gibt es nicht sehr viele. Wir haben immer nur die Hinterlassenschaften gesehen, z.T. auch sehr frisch, aber nie den Verursacher. Großkatzen gibt es im Park keine mehr. Was es jedoch gibt, sind reichlich Tsetsefliegen. Wir haben auch diverse Antilopenarten gesehen, die ich bisher nicht kannte. Davon gibt's aber keine gescheiten Fotos. Ich habe nur noch 'ne recht einfache Knippskamera mit auf Reisen.

Gruß
Wolfgang
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12 Feb 2014 17:37 #326411
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... am nächsten Morgen fahre ich weiter nach Gitarama. Das ist nicht mehr weit und ich bin bereits morgens gegen 10:30 Uhr dort. Ich suche mir eine Unterkunft, bezahle diese gleich und schaue mir die kleine Stadt an. Ich finde auch ein nettes Lokal, in dem es das für Rwanda typische Büffet gibt. Man bezahlt in der Regel 1.000 RWF (etwas über 1 Euro)und kann sich den Teller einmal so vollhäufen wie man möchte. Hier gibt's in der Regel immer Reis, Kartoffeln, Pommes (bzw. handgeschnitzte frittierte Kartoffelteile), Bohnen, eine Art "Spinat" (vermutlich aus Cassava-Blättern) und verschiedene Sorten Fleisch und Fisch. Man wird dort auf jeden Fall immer satt, aber kulinarische Genüsse sind das natürlich nicht. Nachdem ich von dem "Spinat" so begeistert bin, gehe ich am Abend noch einmal dorthin. Diesmal hält sich die Begeisterung jedoch in Grenzen. Während ich mittags nur noch die Reste vom "Spinat" bekam, ist diesmal die Schale noch recht voll und ich nehme etwas mehr. Leider habe ich dann ständig Knochensplitter im Mund (in Sierra Leone waren es gelegentlich Fischgräten). Die Leute dort essen das halt mit, aber für mich ist das eher nichts. Ich bekomme dann einen Würgreiz, zumal die Knochenteile nicht gerade klein sind.

Abends liege ich bereits im Bett und schlafe, als es an meine Tür klopft. Jemand will für die Übernachtung kassieren. Ich antworte, dass ich bereits bezahlt habe und bekomme zur Antwort, dass ich nochmal bezahlen müsse. Ich habe keine Ahnung, warum (vielleicht, weil ich bereits am Vormittag eintraf? Oder weil mich jemand bescheißen will?) und schlage wieder vor, das am nächsten Morgen und ggf. mit der Polizei zu klären. Dann lege ich mich wieder ins Bett. Am nächsten Morgen begegne ich nur einer Putzfrau, die mir freundlich die Tür aufhält und verlasse diesen Ort. Die zweite Übernachtung während der Radtour und gleich die zweite unschöne Erfahrung. Es bleiben aber die beiden einzigen während der gesamten Zeit.

Dann geht's weiter nach Kibuye am Lake Kivu. Hier nun ein paar Eindrücke von der Landschaft unterwegs. In den Morgenstunden liegen die Täler oft noch im Nebel. Das sieht zum Teil surreal schön aus, aber birgt die Gefahr einer heftigen Erkältung. Manchmal fahre ich in der Sonne 10 km den Berg hoch und bin nassgeschwitzt und auf der anderen Seite geht es plötzlich im Nebel bei geschätzten nur noch 18 Grad wieder 10 km den Berg runter. Und weil ich bisher in Afrika die Erfahrung gemacht habe, dass die Verdunstungskälte angenehm kühlt, trage ich natürlich keine Funktionswäsche, sondern normale Baumwoll-T-Shirts. Das wird dann richtig kalt.











Hier ein Blick auf den Lake Kivu in der Nähe von Kibuye.



Der See enthält große Mengen an Kohlendioxid und Methan, die in großer Tiefe durch den Druck gehalten werden. Steigt der Gasgehalt an, was z.B. durch vulkanische Aktivität geschehen kann, kann es passieren, dass das Gas schlagartig an die Oberfläche gelangt und in der Umgebung alles Leben auslöscht. In der Nähe des Lake Kivu wären etwa 2 Millionen Menschen vom Erstickungstod bedroht. In Kamerun sind solche Ereignisse in den 80er Jahren an zwei Seen vorgekommen.

Am Lake Kivu plant man derzeit den Bau eines Kraftwerks, das die Gase aus ca. 450 Metern Tiefe ansaugt und verwertet.



...
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Letzte Änderung: 12 Feb 2014 17:39 von BikeAfrica.
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12 Feb 2014 19:19 #326428
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  • bayern schorsch am 12 Feb 2014 19:19
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Hallo Wolfgang,

ich wurde von unserem Freund Casimodo ja schon "vorgewarnt", was den African Biker Wolfgang anbelangt, und bei den Beschreibungen zu Deiner Person hat er anscheinend nicht übertrieben.
Du musst schon ein "ganz ein B´sonderer" sein, denn wer solch eine Reise tut, der hat nicht nur was zu erzählen, sondern der hat seinen Horizont wahrscheinlich um ganze Welten erweitert. Es ist sagenhaft, was Du da für eine Reise beschreibst und ich kann nur sagen: allen Respekt, und dann noch mit dem Rad´l. Unglaublich, aber wahr !!!

Wolfgang, ich freue mich sehr auf Kronau, wenn wir Dich persönlich kennen lernen dürfen. Und was Ruanda und vor allen Dingen die Menschen in Ruanda anbelangt, nun, da fällt mir nichts ein. Jedes Wort der Beschreibung ist überflüssig und eine Beurteilung der Situation steht, zumindest mir, weder zum heutigen Zeitpunkt, wo sich das Land doch recht beruhigt hat, noch zum Zeitpunkt der Horrorszenarien zu.

Du wirst bestimmt viel berichten können.

Herzliche Grüße
der bayern schorsch

Ah ja - Du weißt ja, nur weil man einen Vortrag hält, kommt man in Kronau auch nicht schneller an´s Buffet. :P
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12 Feb 2014 19:44 #326434
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bayern schorsch schrieb:
wer solch eine Reise tut, der hat nicht nur was zu erzählen, sondern der hat seinen Horizont wahrscheinlich um ganze Welten erweitert.
... in meinem Fall war das zumindest so.
Als ich zum ersten Mal nach Afrika kam, hatte ich schon ein wenig Angst. Die Menschen dort haben mir jedoch überall geholfen, in jedem Land, in dem ich war und egal in welchen Verhältnissen sie dort lebten.

Mir ist heute ständig bewusst, dass ich ohne mein Zutun auf der Sonnenseite unseres Planeten lebe, während viele Mitmenschen hierzulande nur mit Neid auf die schauen, denen es noch besser geht. Ich weiß, dass es mir sehr gut geht. Neid ist mir fremd. Die meisten Menschen weltweit leben deutlich schlechter, sind erstaunlicherweise aber meist glücklicher.

Um den Menschen in Afrika, die mir immer so gastfreundlich und hilfsbereit gegenüber traten, etwas zurück zu geben, unterstütze ich seit einiger Zeit Patenkinder in drei der ärmsten Länder Afrikas.

Gruß
Wolfgang
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14 Feb 2014 19:57 #326697
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... da es überall im Land steile Hänge gibt, hat man häufig befestigte Ablaufrinnen erstellt. So kann nicht der gesamte fruchtbare Boden durch die starken Regenfälle weggespült werden.



Einer der zahlreichen kleinen Läden am Straßenrand.



Hinweis zum Congo Nile Trail. Ganz so easy wie auf dem Schild ist es allerdings nicht. Ich habe ein Pärchen aus Deutschland getroffen, das die Strecke mit dem Bus zurücklegte und acht Stunden brauchte. Mit dem Rad habe ich 1,5 Tage benötigt. Die Höhenangaben zweifle ich mal an. Auf meiner üblichen Strecke zuhause liegen auch knapp 400 Höhenmeter, aber das ist in 'ner halben Stunde erledigt. Hier ging es auch mal zwei Stunden am Stück bergauf.



Eine Dorfkneipe am Pistenrand lädt zu einer Pause ein.



Die Piste windet sich den Berg hoch.



In Dörfern gibt es häufig mal öffentliche Toiletten. Diese hier hat sogar eine Vorrichtung zum Händewaschen.



Ein paar staunende Einheimische freuen sich. Schnell wird mit dem Handy ein Foto gemacht.



Hier mal wieder ein Zimmer in einer Unterkunft. Das Fahrrad passt nur gerade so eben mit hinein. Immerhin gibt es sogar ein Moskitonetz.



Dieses Fahrrad halte ich zuerst für einen Eigenbau. Wie ich später noch feststelle, gibt es diese Art Räder aber häufiger. Sie haben sogar eine Gangschaltung.



Auch dieses "Fahrrad" halte ich für einen Eigenbau. ;-)



Landschaft entlang des Congo Nile Trails.



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... ganz im Westen direkt an der Grenze zum Kongo liegt die Kleinstadt Gisenyi. Ein paar Kilometer weiter, direkt am Lake Kivu, liegt ein kleines Dorf. Hier ist nicht nur die Brauerei Primus angesiedelt, sondern es gibt auch einige recht nette Unterkünfte. Eine davon ist die Inzu Lodge, deren Zufahrt allerdings die letzten 50 Meter so steil ist, dass es mit einem normalen Pkw recht grenzwertig sein dürfte. Es gibt drei oder vier feste Zelte und eine kleine Bar mit Speisekarte. Zudem kann man auch mit eigenem Zelt dort übernachten bzw. ein kleines 2-Personen-Zelt ausleihen.

Ich bleibe eine Nacht dort. In der Nähe wird gerade ein Hotel gebaut und man hört den ganzen Tag den Lärm von Trennschleifern, mit denen große Steine geschnitten werden. Da ich wegen Knieproblemen ein paar Tage pausieren möchte, suche ich am nächsten Tag eine andere Unterkunft.









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