THEMA: Mit dem Fahrrad unterwegs in Rwanda ...
11 Feb 2014 23:27 #326279
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  • BikeAfrica am 11 Feb 2014 23:27
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... ich verbringe mit Ritu 2,5 Tage in Kigali, bevor wir beschließen, mit dem Bus nach Kayonza zu fahren und den Akagera-Nationalpark zu besuchen. Wie das genau funktionieren soll, wissen wir noch nicht, denn wir haben beide keinen Reiseführer und uns auch nicht informiert. Aber es wird sich schon eine Möglichkeit finden ...

Ich deponiere mein Fahrrad und all den Kram, den ich nicht brauche, im Mamba Club und nehme nur eine der Fahrradtaschen mit. Die ca. zweistündige Fahrt ist für mein Knie die Schmerzgrenze, da ich es nicht zwischendurch mal ausstrecken kann. Dort suchen wir uns eine Unterkunft, deren Namen ich vergessen habe. Das Restaurant ist ganz ok, auch wenn es eine Stunde dauert, bis das Essen kommt. Aber es sieht ganz passabel aus und schmeckt auch gut.



Das Zimmer ist auf den ersten Blick ganz ok, aber nur über einem Bett befindet sich ein Moskitonetz. Ich überlasse es Ritu und bin am nächsten Morgen übelst zerstochen. Leider funktioniert auch das Wasser nicht, da die Pumpe defekt ist. Wir schauen uns den kleinen Ort Kayonza an und können über den Hotelmanager am Abend ein Auto mit Fahrer organisieren, der uns am nächsten Morgen zum Nationalpark bringt.

An folgendem Foto erkennt man, dass ich gerade nicht mit dem Rad unterwegs bin. Zwar sind solche Begegnungen auch mit dem Fahrrad möglich, aber dann macht man keine Fotos mehr, sondern sieht zu, dass man Land gewinnt.



Bei Zebras hingegen sieht die Sache anders aus. Die sind entspannt auch gegenüber Radfahrern, wie ich in Kenya und Tanzania gelernt habe.



Dieses Foto entstand zwar nicht im Nationalpark, sondern mitten in Kigali, passt aber gerade zu den Tierbildern.



Und hier noch der einzige Elefant, den ich in Rwanda zu Gesicht bekomme. ;-)




Nach der stundenlangen Fahrt durch den Nationalpark ist Ritu müde und legt sich erst einmal für eine Weile ins Bett. Ich gehe derweil noch einmal durchs Dorf und habe ein paar Begegnungen mit Leuten, die dazu führen, dass ich so langsam wieder richtig in Afrika "ankomme". Da einige der Fotos nicht vor Kronau zeigen möchte, hier nur mal zwei. Eines der Schulkinder schlich sich von hinten an und griff dann einfach mal meine Hand. Dann sind wir so 100-150 Meter Hand in Hand in Straße entlang gelaufen und der Kleine war stolz wie Oskar. Der Wachmann sieht, dass ich ein Fotos von den Kindern mache und will auch eines von sich.






Bei einem kurzen Spaziergang am Ortsrand finde ich einige Leonotis leonurus. Ich breche ein paar Triebe ab und nehme sie mit. In einer kleinen Kneipe "ernte" ich die Samen und packe sie in einen Akku-Behälter.




Teile der Pflanze werden im südlichen und westlichen Afrika z.B. unter dem Namen "Wild Dagga" als Marihuana-Ersatz geraucht und auch als Tee konsumiert. Dergleichen Dinge habe ich nicht vor. Ich finde die Pflanze einfach nur total schön und möchte die als Zierpflanze auf den Balkon stellen. Die Pflanze ist in Deutschland auch nicht verboten.

Der heutige Tag sorgt dafür, dass ich trotz noch nicht schmerzfreiem Knie unbedingt wieder mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte. Heute gab es die entsprechenden Begegnungen als Auslöser ...
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Letzte Änderung: 11 Feb 2014 23:32 von BikeAfrica.
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12 Feb 2014 10:11 #326318
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... da ich keinen Stadtplan von Kigali habe und es keine Wegweiser gibt, frage ich mich ein paarmal durch. Irgendwo bekommt ein Motorradfahrer meine Frage mit und fährt ca. 2 km hinter mir her. Ich wundere mich, dass er so langsam hinter mir her eiert. Dann teilt sich die Straße. Er zeigt mir an, wo ich entlang fahren muss und biegt dann ab. Die Asphaltstraße ist auch außerhalb Kigalis -wie überall im Land- in einem extrem guten Zustand.

Kurz nach der Hauptstadt komme ich an einigen kleinen Teichen vorbei, in denen vermutlich Fische gezüchtet werden. In jedem dieser Teiche steht ein kleines hölzernes "Bauwerk" mit mir unbekannter Funktion.



Entlang der Straßen sind diverse Pisten zu sehen. Und die sind in der Regel noch steiler als die Straße.



Während einer Pause interessiert sich ein Junge für das Fahrrad. Er ist stolz, sich damit fotografieren zu lassen. Ungefähr so, als hätte man mich als Zehnjährigen auf eine Harley Davidson gesetzt. Nur dass es sich in diesem Fall um eine Tret-Harley handelt ... ;)



Da ich spät gestartet und lange in Kigali rumgeirrt bin, komme ich am ersten Tag nicht bis Gitarama (wer den Film "Hotel Ruanda" kennt, hat vielleicht den Namen der Stadt noch in Erinnerung).
Irgendwann am Nachmittag beginne ich, mich nach Übernachtungsmöglichkeiten umzusehen. Da es keine gibt, fahre ich von einem Dorf zum nächsten und gerate dabei auch leider in einen heftigen Regenschauer. Bei einsetzender Dämmerung frage ich mal wieder in einem Dorf nach und im Handumdrehen stehen 20-30 Leute um mich herum, die mir sagen, dass es hier keine Möglichkeit gibt. Dann kommt jemand hinzu, der mir einen Raum anbietet. Ich bin sehr erfreut und schaue mir das an. Der Raum ist sehr klein und die Tür stößt fast ans Bett, wenn man sie öffnet. Aber der Raum ist trocken, sauber, sicher und so übernachte ich dort in der Wohnung des Anbieters. Er zieht derweil wohl zu seinem Bruder um, wenn ich es recht verstehe.



Um unschöne Überraschungen zu vermeiden, kläre ich natürlich, wieviel er dafür haben möchte. Wegen der schwierigen Unterhaltung lasse ich ihn die Summe auch in mein Tagebuch schreiben. Es sind 3.000 RWF, also etwa 3,50 Euro. Am nächsten Morgen macht er mir zusammen mit seinem Bruder eine andere Rechnung auf. Plötzlich verlangen sie 30.000 RWF. Ich schlage vor, die Polizei zu holen und die Meinungsverschiedenheit klären u lassen. Schon sind wir bei 4.000 RWF, was ich dann akzeptiere. Ich bin ja froh, dass ich eine Bleibe für die Nacht hatte, auch wenn die mich jetzt übers Ohr hauen wollen ...
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12 Feb 2014 10:19 #326320
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Hoi Wolfgang
BikeAfrica schrieb:
Kurz nach der Hauptstadt komme ich an einigen kleinen Teichen vorbei, in denen vermutlich Fische gezüchtet werden. In jedem dieser Teiche steht ein kleines hölzernes "Bauwerk" mit mir unbekannter Funktion.
Gemäss unserem Driverguide sind das wirklich Fischteiche, wir haben vor allem auf dem Weg zum Akagera-NP einige davon gesehen. Die Hütten werden offenbar als Material-Hütten und als Unterkunft zur Bewachung der Teiche (oder eher der Fische da drin) vor Dieben (weniger Menschen, mehr Vögel) genutzt, wurde uns zumindest gesagt.
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12 Feb 2014 11:29 #326338
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Coucou Wolfgang,

Die Sichtungen im Akagera NP sind wohl nicht gerade der Hammer...... :whistle:

Bist Du gleicher Meinung wie ich: man kann darauf verzichten? B)

Ruanda steht nämlich 2015 auf meiner Wunschliste. :)

Es grüsst
Annick
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12 Feb 2014 12:50 #326350
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Hoi Annick
ANNICK schrieb:
Die Sichtungen im Akagera NP sind wohl nicht gerade der Hammer...... :whistle:
Nein, ich bin nicht Wolfgang, aber ich antworte trotzdem! :evil:
Ich kann den Akagera nur empfehlen, sehr schöner Park, meines Wissens der einzige Ostafrikanische Park mit Roan-Antilopen, Seen mit Motorboot erkunden usw...kannst Du in meinem Reisebericht nachlesen.
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12 Feb 2014 13:38 #326359
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  • Butterblume am 12 Feb 2014 13:38
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Hallo Wolfgang,

vielen Dank für den sehr eindrücklichen und interessanten Bericht.

Hi Picco,
meines Wissens der einzige Ostafrikanische Park mit Roan-Antilopen
Zumindest in der Mara gibt es auch Roans.

Herzliche Grüße und Dank
Marina
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