THEMA: Mit dem Fahrrad unterwegs in Rwanda ...
14 Feb 2014 21:23 #326707
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Hoi Wolfgang

Da kommt mir doch so einiges recht bekannt vor! :woohoo: :) B)
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14 Feb 2014 21:40 #326708
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... ich lande für drei Nächte im Paradise Malahide, das Picco vor einiger Zeit bereits beschrieben hat. Ich bekomme das Zimmer oben links.



Die Aussicht von meinem Balkon ist schon ganz nett. Ich kann auch kostenlos mit einem kleinen Paddelboot auf den See rausfahren. Da man kurz zuvor ein Loch im Boot flickt (mit Seife, wie mir scheint), paddle ich erst einmal geradeaus zum gegenüber liegenden Ufer der Bucht und dann zu der kleinen Insel am rechten Bildrand. Da das Boot relativ breit ist, habe ich auf dem Rückweg ganz schön mit der Strömung zu kämpfen und es ziehen dunkle Wolken auf. Zum Glück gibt es kein Gewitter.



Jeden Abend fahren zahlreiche Fischerboote, immer drei von ihnen fest verbunden, auf den See raus. Erst am Vormittag kommen sie zurück - nach 14-15 Stunden.



Mein Zimmer ist relativ groß und bietet genug Platz für mein Fahrrad.





Zur Unterkunft gehört auch ein uriges Lokal.







Auf der Speisekarte steht sogar Pizza, die ich neugierig bestelle. Kurz darauf schleppt jemand ein ordentlich großes Bündel Holz zum Pizzaofen und macht ein Feuer. Dann dauert es natürlich seine Zeit, bis sich Glut bildet und der Ofen aufgeheizt ist. Nach etwa 90 Minuten ist bereits die Pizza fertig. ;-)



Da ich ein paar Tage Zeit habe, laufe ich des Öfteren durch das Dorf und lerne einige Leute kennen. Die Fotos davon gibt's in Kronau, deshalb lasse ich sie an dieser Stelle weg. Ein junger Mann erzählt mir, dass sein Vater während des Genozid ermordet wurde. Er lebt mit seiner Mutter, den Großeltern und anderen Mitgliedern der Familie zusammen und nimmt mich dorthin mit. Dabei geht es auf Trampelpfaden zwischen den Häusern entlang. Die Großmutter spricht Kiswahili und freut sich, dass ich ihre Sprache erkenne. Mit dem jungen Mann (dessen Name ich leider vergessen habe) besuche ich zweimal im Abstand von zwei Tagen eine kleine Kneipe, in der es sogar einen Billardtisch gibt. Hier spielt man am Abend dann sogar um Geld. Es geht um 9.000 RWF, also ca. 10 Euro ...
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14 Feb 2014 22:33 #326716
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... jetzt geht es zügig weiter.

Kleine Dorfkneipen werden mit dem Fahrrad beliefert. Sechs Bierkisten auf dem Gepäckträger sind Standardbeladung. Manchmal kommt noch etwas oben drauf, in diesem Fall noch ein Karton mit weiteren Bierflaschen. Wenn man bedenkt, dass die Flaschen dort 0,72 Liter fassen, packen die so um die 100 kg auf die Fahrräder. Damit geht's dann ungebremst die Berge runter. So 80-90 km/h werden die da wohl erreichen. Motorräder und Autos fahren jedenfalls langsamer.



In Rwanda sehen die Schubkarren oft so aus. In jedem Land ist die Bauweise ein wenig anders. In Rwanda gibt es aber sehr häufig Schubkarren, wie wir sie auch in Deutschland benutzen.



Und wer kein Gefährt hat, muss seine Sachen halt tragen. Kilometerweit ...



Es wird Zeit, einen Platz zum Übernachten zu finden. Von außen sieht es ja ganz nett aus.



Der Flur zu den Zimmern wirkt jedoch ein wenig arg kahl. Hat ein bisschen was von einem Gefängnisflur.



Das Zimmer selbst ist ok. Sauber, wie überall im Land und mit Moskitonetz. Für meine Ansprüche absolut ausreichend.



Interessante Farbkontraste.



Auch diese bescheidene Hütte hat Stromanschluss. Zur Lüftung im Giebel ist übrigens eine BMW-Felge verbaut.



Dieser junge Mann nahm die Verfolgung auf und fuhr ca. 2 km neugierig hinter mir her. Irgendwann hielt ich an und er blieb ebenfalls stehen und schaute mich nur an. Nachdem ich ihn fragte, ob ich ein Foto machen dürfe, bejahte er es und kehrte dann einfach wieder um.



Weit gekommen sein kann er dann nicht mehr, denn nur zwei Minuten später setzte aus dem Nichts ein ordentlicher Sturm ein und es begann, wie aus Eimern zu schütten. Mit einigen Einheimischen konnte ich mich rechtzeitig in ein Gebäude flüchten. Es war vermutlich eine Art Trauerhalle. Hier freute sich ein ca. 4-5 Jahre altes Mädchen über den Mzungu und alberte mit mir herum.



Backsteine und Verbundpflaster werden per Hand hergestellt. Deshalb hat auch jeder Stein seine eigene Form.



Strom gibt's praktisch überall, aber die Verkabelung sieht manchmal nicht so vertrauenserweckend aus. Man könnte meinen, dass umgehend im gesamten Ostafrika der Strom ausfällt, falls man den Schalter betätigt.



...
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14 Feb 2014 23:03 #326718
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... am Tag meines Rückflugs besuche ich noch einen Holzschnitzer in seiner Werkstatt, die sich etwa 100 Meter entfernt vom Mamba Club befindet. In seiner Werkstatt ist es ein bisschen durcheinander, aber in einem zweiten Raum mit den fertigen Ergebnissen sieht es ordentlich aus.













Mein Fahrrad habe ich bereits morgens soweit wie möglich geputzt und verpackt. Mit Kartons von Bierdosen, reichlich Kabelbindern und etwas Klebeband sieht das Ergebnis doch ganz passabel aus und übersteht den Rückflug prima.



Damit bin ich am Ende des Berichts angelangt und vielleicht ist jemand neugierig geworden, mal selbst mit dem Fahrrad auf Tour zu gehen. Muss ja nicht gerade das bergige Rwanda sein.

Gruß
Wolfgang
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14 Feb 2014 23:15 #326719
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Danke, Wolfgang

Für diese schönen Erinnerungen an dieses wunderbare Land...zumindest wunderbar wenn man mit dem Auto unterwegs ist.... :evil: :whistle: :laugh:
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14 Feb 2014 23:21 #326721
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picco schrieb:
Danke, Wolfgang

Für diese schönen Erinnerungen an dieses wunderbare Land...zumindest wunderbar wenn man mit dem Auto unterwegs ist.... :evil: :whistle: :laugh:
... wunderbar passt auch als Beschreibung, wenn man mit dem Rad unterwegs ist. Es ist halt nur ein bisschen anstrengender. Ich kann mir gut vorstellen, das Land noch einmal zu bereisen.

Gruß
Wolfgang
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