THEMA: Uganda, Ruanda, Kongo - Liebe auf den ersten Blick
29 Sep 2017 20:56 #490943
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  • ftc2010 am 29 Sep 2017 20:56
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Glückwünsche zum erfolgreichen Aufstieg!!!

Ich habe förmlich mitgelitten. Bei der Aufzählung der Etappen und deinem Hinweis, dass erst nach jeder Etappe eine Pause gemacht wird, hat mich schon fertig gemacht. So lange könnte ich nie im Leben ohne Pausen durchlaufen!!!

Das Verhalten eures "Drill-Instructors" finde ich sehr grenzwertig. Er kann doch vorher nicht erzählen, dass es kein Wettkampf ist und dann so durchstarten. Selbst wenn andere aus der Gruppe schneller laufen können muss man dennoch rücksicht nehmen. Besonders, wenn ihr die erste Etappe schon viel schneller als gedacht gemeistert hattet und die ihn auch noch auf kurze Pausen ansprichst, muss es doch KLICK machen.

Habt ihr mal nachgefragt, wie oft Leute dort hoch bzw. wieder runtergetragen werden müssen, weil sie kollabieren?

Ich finde es unbegreiflich, wie die Porter diese Strecken mit Gummistiefeln bewältigen können, das ganze Gepäck schleppen und dann immer noch eine helfende Hand haben. Hut ab!

Unverständlich für mich ist, wie andere Touris an so eine Wanderung ran gehen: falsche Kleidung und dann noch unnötiges Gepäck. Die müssten zur Strafe ihren Rucksack selber tragen.

stimmt, das Visa-Abenteuer geht weiter: Ohne gültiges Visum durch's Niemansland (zwischen Ruanda und Kongo) zu stapfen muss ein sehr mulmiges Gefühl sein. Ich bin gespannt, wie es euch auf den Rückwegen bei der neuen Visa-Beschaffung ergehen wird. Toi toi toi!!!

Aber jetzt sind wir erstmal happy, dass ihr erfolgreich oben angekommen seit!

LG
Sandra

P. S.: Die 1,5 Liter Flaschen sind eindeutig handlicher als euer riesen Kanister ;)
Interesse an einem Kalender mit Bildern von Uganda? Auf www.eickys-adventures.com findet ihr die Verlinkung.
www.allmos-adventures.com
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30 Sep 2017 12:28 #490987
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  • kalachee am 30 Sep 2017 12:28
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Hallo Adriana

Jetzt muss ich mich doch auch mal zu Worte melden. Lese deinen Bericht schon von Anfang an sehr gespannt mit und freue mich über jedes neue Kapitel. Du schreibst sehr schön und lebhaft, es macht Spass, bei euch mitzureisen und grosse Lust, dann auch wieder mal nach Uganda oder Rwanda zu reisen.

Schon ein wenig erstaunlich, dass du scheinbar ganz gut trainiert bist und dann trotzdem so viel Mühe hattest beim Trekking. Vermutlich war es wirklich einfach die Höhenlage, die dir hier einen richtig fetten Strich durch die Rechnung gemacht hat. Das wird schon gerne mal unterschätzt und da ihr scheinbar nicht so gewohnt seid, euch in den Bergen zu bewegen, kann das dann recht heftig werden. Aber wunderbar, dass du es dann doch ziemlich bravourös bis nach oben geschafft hast. :)

So ein Trekking muss ich definitiv auch mal machen. Freue mich daher schon jetzt auf die Fortsetzung! B)

Liebe Grüsse
Sam
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02 Okt 2017 13:15 #491179
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picco schrieb:
Wenn man sich die Berge nicht gewohnt ist dann macht man meist viel zu grosse Schritte (Seh ich auf Deinem Bild auch bei Dir...oder ist das nur gestellt?) und geht zu schnell.
Jetzt wo du es sagst, fällt mir auch auf, dass meine Schritte zu groß sind, auch den Stock setze ich sehr weit vom Fuß. Sehe ich auch auf anderen Fotos von dem Aufstieg. :unsure:
picco schrieb:
Ich weiss, es ist jetzt zu spät, ich hätt Dir das beim Treffen sagen sollen, hab da aber auch nicht realisiert dass Ihr Berge nicht gewohnt seid.
Fakt ist, dass wir Flachlandmenschen sind. Der höchste Berg in der Hamburger Umgebung ist erschreckliche 116 Meter hoch! :woohoo:

ftc2010 schrieb:
Glückwünsche zum erfolgreichen Aufstieg!!!
Danke, ich war sehr stolz! :-)
ftc2010 schrieb:
Ich finde es unbegreiflich, wie die Porter diese Strecken mit Gummistiefeln bewältigen können, das ganze Gepäck schleppen und dann immer noch eine helfende Hand haben. Hut ab!
Die Schuhe waren sogar teilweise kaputt und manche von den Portern sahen aus, als wären sie noch keine 16. Es ist für sie wahrscheinlich eine der wenigen Möglichkeiten, ein bißchen Geld zu verdienen.
Und dann kommen noch ein paar Touristen mit Monster-Rucksäcken... Muss man wirklich für die paar Stunden Bücher mitnehmen??

kalachee schrieb:
Lese deinen Bericht schon von Anfang an sehr gespannt mit und freue mich über jedes neue Kapitel. Du schreibst sehr schön und lebhaft, es macht Spass, bei euch mitzureisen und grosse Lust, dann auch wieder mal nach Uganda oder Rwanda zu reisen.
Dankeschön!
kalachee schrieb:
Schon ein wenig erstaunlich, dass du scheinbar ganz gut trainiert bist und dann trotzdem so viel Mühe hattest beim Trekking. Vermutlich war es wirklich einfach die Höhenlage, die dir hier einen richtig fetten Strich durch die Rechnung gemacht hat. Das wird schon gerne mal unterschätzt und da ihr scheinbar nicht so gewohnt seid, euch in den Bergen zu bewegen, kann das dann recht heftig werden.
An dem Startpunkt habe ich ein paar Leute gesehen, die älter als ich aussahen und ich dachte, gut für mich. Wie ich später erfahren habe, waren das die Profis!!
Zum Glück konnte ich doch noch mein Tempo finden und eins ist sicher: die ganze Anstrengung hat sich gelohnt!
Letzte Änderung: 02 Okt 2017 14:26 von adriana.
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02 Okt 2017 14:28 #491182
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Fortsetzung
15. Tag
Samstag, 29. Juli 2017
Vulkantrekking Nyiragongo (DR Kongo)

Teil 3/4: Nyiragongo – on the top


Gegen 16 Uhr, nach circa 5 1/2 Stunden Trekking, erreichen wir die Hütten. Hinter uns klettern noch die letzten Touristen und ihre Porter hoch, aber an eine Pause wollen ich und Matthias gar nicht denken! Wir klettern mit den letzten Kräften weiter hoch bis zum Kraterrand, wir wollen es sehen! Wir schauen nach unten in den Krater und... wooow! Wow, wow, ich kann nicht mehr aufhören zu wow-en! :-) Die ganze Anstrengung ist sofort vergessen und mir kommen fast die Tränen, so grandios ist die Sicht! Ganz unten in dem terrassenförmigen Krater sieht man die Lava, schwarz beim Tageslicht und mit einigen roten, glühenden Stellen, aus denen Dampf aufsteigt. Wenn man den Kopf leicht über den Rand beugt, fühlt man die große Hitze im Gesicht. Man kann sogar das Geblubber der Lava hören. Tresor ist auch bei uns und sagt, dass er heute zum 96-sten Mal hier steht, aber so eine klare Sicht hat man nur selten. Rechts von dem großen Krater ist ein anderer, sehr kleiner und spitzer Krater zu sehen, der im Abstand von ein paar Minute mit einem "wummm!" kleine Lavafunken hoch spuckt, wie eine Fontaine. Von ihm fließt ein schmaler Lavafluß zum großen Krater. Wir kommen nicht mehr aus dem Staunen heraus, haben uns gemütlich auf die Erde gesetzt und schauen uns den Spektakel an. Der große Krater hat einen Durchschnitt von circa 1 km und wir sind ungefähr 500 Meter vom Vulkanzentrum entfernt. Was wir hier sehen und empfinden, ist mit Worten nicht zu beschreiben, schaut euch einfach die Bilder an.







Der kleine Vulkan:


Unsere Hütte ist die gleich neben der Koch-Hütte und ist lediglich mit 2 Matrazen ausgestattet, mehr würde auch nicht rein passen. Für die Touristen gibt es 12 Hütten mit Platz für jeweils 2 Personen, deswegen die maximale Teilnehmerzahl von 24. Die Ranger haben eine ältere Hütte, in der zweiten älteren Hütte ist die Kochstelle, wo Amani für uns kocht. Die Porter schlafen ein Stück weiter, an der letzten Pausenstation in den alten, ehemaligen Touristenhütten. Und es gibt auch ein Toilettenhäußchen mit 2 Plätzen! Dafür muss man circa 5 Minuten auf dem Lavageröll runter klettern, man kann sich an einem Seil festhalten. Die Toiletten haben keine Türen, dafür aber eine grandiose Sicht auf den erloschenen Nebenkrater.







Das Toilettenhäußchen:


Blick von dem Toilettenhäußchen:


Unsere Hütte:


Ich und Matthias sind die einzigen, die einen Koch und einen Guide haben. Wir sehen gerade, wie Amani sich an die Arbeit macht und frisches Gemüse schält. Hier, so weit weg von der Zivilisation, kocht er alles frisch!

Wir ziehen uns um, denn die Kleidung ist durchgeschwitzt, kommen wieder raus und gehen für eine längere Zeit gucken, wir können uns nicht satt sehen. Tresor kommt mit uns und erzählt, dass wir großes Glück mit dieser klaren Sicht haben. Manchmal kommen sie hier an und man kann so gut wie gar nichts sehen, sehr zum Ärger von Touristen, die dann fragen, wo die Sicht ist, die sie bei youtube gesehen haben. Wir lachen und sind schon ein bißchen schadenfroh.









Nach einer Stunde gehen wir in die Kochhütte. Amani hat eine leckere Suppe mit viel Gemüse und Würstchen gekocht, die ist jetzt mehr als willkommen! Nach diesem Starter holen wir unsere Stirnlampen und Jacken, denn es ist schon etwas kühler geworden. Wir gehen mit Tresor etwas abseits und genießen die Sicht auf den Lavasee im Dunkel. Jetzt ist es noch imposanter! Das Bild ändert sich von Minute zu Minute. Der kleine, spitze Minivulkan rechts errinert mich an Stromboli. Wir machen Fotos und plaudern lange mit Tresor. Er sagt dabei etwas, was uns sehr berührt. Die Menschen in DRC (wie man zu DR Kongo sagt) freuen sich sehr, wenn sie westliche Touristen sehen. Das ist für sie ein Zeichen, dass der Frieden ein Stück näher gerückt ist. Menschen, die sich nichts mehr als Frieden wünschen.

Tresor und Amani:


Leckere Suppe in der warmen Kochhütte:


3500 Meter hoch: die Frisur sitzt... bei Matthias! Bei mir steht!


Ein bißchen Werbung für die Schuhe :-) :


















Um 19 Uhr ruft Amani zum Tisch und es gibt ein fürstliches Dinner serviert auf echten Porzellantellern, mit Besteck und Servietten. Wir sitzen in der kleinen, warmen Kochhütte um das Feuer und fühlen uns wie in einer liebevollen Familie. In einem Topf dampft ein sehr leckerer Gemüseeintopf mit Soße, in einem anderen sind große Stücke Rindfleisch mit Sahnesoße, dazu gibt es noch Spaghetti mit einer anderen Soße. Unglaublich, was der Koch hier oben gezaubert hat. Es kommen auch andere Touristen, die sich wärmen und an unserer Kochstelle einen Kaffee oder Tee kochen.

Abendessen:


Sehr lecker:


Nach dem Essen gehen wir nochmal zum Krater und am liebsten würden wir die ganze Nacht draußen bleiben, aber die Müdigkeit macht sich fühlbar und gegen 21 Uhr gehen wir mit unseren Schlafsäcken in die Hütte schlafen. Wir schlüpfen gerade in unsere Schlafsäcke, als Matthias Magen sich meldet! Ähm, gerade hier... Ein paar Mal muss er mit der Stirnlampe raus, dann ist es wirklich Ruhe. Zumindest für ihn. Nachdem sein Magen sich beruhigt hat, schläft er sofort ein, was an einem gut hörbaren "hrrrr-gggrrrr" zu erkennen ist. Bei mir ist aber nicht so. Die warme Kochstelle ist weit weg, die Matraze sehr dünn, der Schlafsack auch nicht der Hit, kurz: ich friere! Eine halbe Stunde versuche ich vergeblich, die Kälte zu ignorieren, dann habe ich Eisbeine. Ich überlege mir, zu Matthias in den Schlafsack zu krabbeln, aber das ist doch Quatsch, zu zweit passen wir nicht rein. Ich stehe wieder auf, Stirnlampe an, alles anziehen, was man anziehen kann, Füsse in eine Decke einwickeln, die wir mitgenommen haben, wieder in den Schlafsack rein und warten. Ja, es wird besser, ich kann irgendwann einschlafen. Gute Nacht, Nyiragongo.

Gute Nacht, Nyiragongo:


Letzte Änderung: 02 Okt 2017 19:51 von adriana.
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03 Okt 2017 07:59 #491219
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  • picco am 03 Okt 2017 07:59
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Hoi Adriana

Wau, wie sich das verändert hat!!!
Wenn ich nur die beiden Bilder vergleiche, meines vom 23.August 2016


Und deines ein Jahr später

...
Und auch im Krater, der Kleine war bei uns daueraktiv, aber da war er ja auch erst etwa 3-4 Monate 'alt', jetzt mit 5/4 Jahren schwächelt er schon... :blink:

Treppen neben den Häuschen hatten wir auch noch keine, aber die Kochstelle und die Kälte sind offenbar geblieben!
Die Erinnerungenkommen hoch...

Schöne Bilder, und wieder mal Danke für den tollen Reisebericht!
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03 Okt 2017 19:15 #491281
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  • adriana am 02 Okt 2017 13:15
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picco schrieb:
Wau, wie sich das verändert hat!!!
Wenn ich nur die beiden Bilder vergleiche...
Total cool der Bildvergleich! Der gleiche Landschaftsausschnitt aus dem gleichen Blickwinkel! Wie man sieht, macht der Fortschritt auch im Kongo nicht Halt, siehe neue Treppen. Oder waren sie extra für mich... :woohoo:
picco schrieb:
Und auch im Krater, der Kleine war bei uns daueraktiv, aber da war er ja auch erst etwa 3-4 Monate 'alt', jetzt mit 5/4 Jahren schwächelt er schon... :blink:
Unser Guide hat uns gesagt, dass der kleine Vulkan in den vorigen Wochen teilweise gar nicht mehr zu sehen war, auch wegen der diesigen Sicht und er schon dachte, der kleine wäre erloschen.
picco schrieb:
Schöne Bilder, und wieder mal Danke für den tollen Reisebericht!
Ich danke dir für das unermüdliche Mitfahren, Mitwandern, Mitfiebern! :-)
Letzte Änderung: 03 Okt 2017 19:16 von adriana.
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