Kurz bevor wir die letzte steile Passage hoch zur Lobo-Campsite unter die Räder nehmen beginnts zu schütten...
Nein, nicht zu regnen, zu S-C-H-Ü-T-T-E-N-!
Ganze Bäche strömen uns entgegen, Räder drehen durch, das ganze Programm!
Aber wir erreichen die Campsite und Robert parkiert das Auto neben dem Eingang zum Esskäfig, so dass wir schnell dort hinein huschen können.
Und kaum sind wir drin beginnts so richtig!
Das Gewitter entläd sich genau über uns, die Zwischenräume von Blitz zu Donner sind zum Teil nicht wahrnehmbar und es knallt in einer ungeheuerlichen Lautstärke, so dass wir uns sicher sind dass zumindest einer der Blitze direkt über uns gewesen sein muss.
Oben: Blick aus dem Kochkäfig bei nachlassendem GewitterIrgendwann ists vorbei mit dem Gewittersturm und der Tag erwacht zum zweiten Mal heute.
Nun sieht man wieder etwas weiter als nur wenige Meter und wir können damit beginnen uns den Platz genauer anzuschauen.
Alles schräge Wiese ausser an einem Ort...und da hats Ameisen!
Muss ja auch nicht sein.
Aber es hat sich hier stark verändert seit ich 2013 das letzte Mal hier war.
Hinter dem alten, versifften und mit Fledermauskot kniehoch vollen Sanitärhäuschen hat es ein neues Sanitärhaus mit grosszügiger Ausstattung gegeben!
Und alles ist sauber, sogar richtige Pissoirs hats!
Aber natürlich sind wir in Afrika, so toll die Nassräume auch aussehen, der Teufel liegt im Detail.
Zum Beispiel greift das Schloss nicht ins Schliessblech und ist demnach nutzlos...
Oder dass die Damen weiter draussen gehen müssen als die Herren ist vielleicht auch nicht ganz so durchdacht...
Na ja, immerhin haben sie etwas getan!
Kurz das Zelt aufbauen und mich weiter umschauen.
Ich geh nun wieder etwas nach unten, wo nun drei deutsche Frauen mit ihrem Land-Rover mit Dachzelten stehen und schau mir die Aussicht kurz an, wunderschön.
Dann rauf zu dem Platz wo ich das Zelt schon in einer etwas flacheren Kuhle aufgestellt habe.
Oben: Blick von aussen auf den Kochkäfig, das Auto und das Zelt von Robert und Hamis
Oben: Und so sah es 2013 aus, erst jetzt erkenn ich den Kochkäfig wieder, den hatte ich aus meinem Gedächniss verloren...
Oben: Links der Kochkäfig und rechts der Esskäfig
Oben: Links mein Zelt, rechts Sven's Zelt und oben der Ausguckplatz der Löwen und Paviane
Oben: Blick in einen der Toilettenräume der Herren, es natürlich auch eine Toilette für die Damen
Oben: Duschraum der Herren, ganz passabel!
Oben: Wie überhaupt der ganze Nasszellenneubau ganz passabel ist! Kein Vergleich zu dem danebenstehenden, total
versifften Nasszellenbau von früher, in dem die Fledermäuse lebten und knietief deren Kot lag...
Oben: Blick ins Tal hinunter...in der Entfernung sehen wir Büffel, Gnus, Kongonis, Gazellen, Elefanten usw...
Oben: Die deutschen Dachzeltnerinnen am einzigen halbwegs ebenen Platz
Oben: Im Kochkäfig, wo wir das Gewitter überstanden haben.Auf dem Weg zum Zelt hinauf bemerke ich was an meinen Beinen...erst ein Krabbeln, dann...
AUA!!!
Verdammt, wo kommen denn all die vielen bissigen Ameisen an meinen Beinen her?
Und warum zwicken die mich von den Oberschenkeln bis zu den Zehenspitzen alle!
Und die Viecher sind gross und haben riesige Beisswerkzeuge!
Und wenn sie sich verbissen haben lassen sie nicht los!
Wenn man sie abstreift bleiben die Köpfe weiterhin in meine Haut verbissen!
So was kenn ich aus dem Amazonas, wo Wunden auf die Art genäht werden, aber hallo!?!?
Wir sind hier in Afrika und ich habe keine zu nähende Wunde!!!
Zagrataifl!!!
Mit viel Anti-Brum Forte kann ich zumindest weitere Attacken abwehren, aber ich bin die letzten Minuten wie Rumpelstilzchen fluchend und fuchtelnd über die Campsite gehüpft!
War Gott besoffen als er die Viecher erfand???
Mann, sind deren Bisse schmerzhaft!!!
Ein Wespenstich ist nichts im Vergleich zu dem hier!
Unglaublich!!!
Bis ich alle Ameisenköpfe aus meiner Haut und aus meinen Sandalen rausgeklaubt habe vergeht mehr als eine halbe Stunde...
Irgendwann hab ichs geschaft, halleluja, dann geh ich sehr sehr vorsichtig den Weg ab, den ich vorhin gegangen bin.
Und da seh ich sie:
Oben: Ameisen! AMEISEN! A-M-E-I-S-E-N-!Ich muss mit beiden Füssen voll in die Ameisenstrasse getrampelt sein!
Na ja, das werd ich definitiv nicht vergessen!
Vor lauter auf den Boden schauen entgeht mir fast der Pavian oben auf dem Felsen über unseren Zelten, wo sonst jeweils ein Löwe liegt und sein Reich betrachtet.
Jaja, die Lobo-Campsite ist nichts für Weicheier!
Aber heute sind ja nur der Pavian und einige Klippschliefer da, das geht ja noch.
Zumindest solange wie unsere Zelte gut und Paviansicher verschliessen...
Was ich noch nicht erwähnt habe ist dass nun auf jeder Campsite und jedem Platz mit Nasszelle je mindestens ein Campwart ist und für Sauberkeit sorgt!
Und überall hängen A4-Papiere mit QR-Codes, um die Plätze zu bewerten.
Tansania tut was, sehr gut!
So langsam dunkelts ein, wir bemerken dass im Essenskäfig kein Strom und auch kein Licht vorhanden ist.
Sven holt seine batterieelektrische Laterne aus dem Zelt und wir hängen die über unseren Tisch.
So lässt sichs Essen!
Hamis hat Chiabati mit Reis, Auberginensauce und Fisch gemacht, sehr lecker!
Doch so ganz geniessen können wirs nicht, denn kaum ist das Essen hier ist die Energie aus der Batterie verschwunden
und wir sitzen wieder im dunkeln Schein unserer Stirnlampen.
So gehen wir halt um 20:30 in unsere Zelte, morgen verlassen wir die Serengeti und düsen über wohl holprigste Pisten in Richtung Lake Natron.
Lala Salama!