THEMA: Reisebericht Tansania: Gnus, Geparde und Geburten
28 Mär 2016 17:46 #425241
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Hallo zusammen,

nach jahrelanger stiller Lektüre haben wir - 47 und 50 aus Hamburg - erstmals beschlossen, einen Reisebericht ins Forum zu stellen. Vielleicht hilft es anderen bei Entscheidungen. Wir sind mit den Ratschlägen, von denen man hier dankenswerterweise profitiert, immer gut gefahren.

Wir haben uns 2010 hoffnungslos in Afrika verliebt. Seinerzeit haben wir im Oktober den Norden Tansanias bereist (Klassiker mit Arusha, Lake Manyara, Serengeti, Ngorongoro, Tarangire, Sansibar), seither waren wir (mit tatkräftiger Unterstützung der Tipps aus dem Forum) zweimal in Namibia, einmal in Botswana, in Südafrika (Garden Route) und in Madagaskar.

Diesmal sollte es wieder Tansania sein - andere Jahreszeit, anderes Wetter, andere Sichtungsmöglichkeiten. Um es vorwegzunehmen: Es war toll! Und nass (zum Glück sind wir nicht selbst gefahren)! Und bestimmt nicht das letzte Mal.

Reisezeit und Route:

31. Januar - 13. Februar 2016
1 Nacht Arusha (Ankunft)
3 Nächte Ndutu Region (Ndutu Safari Lodge)
3 Nächte Ndutu Region (Kati Kati Ndutu Camp)
3 Nächte zentrale Serengeti (Kati Kati Seronera)
2 Nächte Ngorongoro (Sopa Lodge)

Ich habe zu meiner Freude festgestellt, dass gerade einige Tansania-Reiseberichte eingestellt werden - teilweise ist man sich vielleicht sogar unbewusst begegnet... Ich hoffe dennoch auf reges Interesse und viele Mitreisende.

Schon bald geht's los.
Bis dahin noch Frohe Rest-Ostern!


Reisebericht Namibia 2019

Reisebericht Kenia (Masai Mara) 2018

Reisebericht Südafrika (Krüger) 2017

Reisebericht Tansania Februar 2016

Reisebericht Namibia 2015

Unsere Afrika-Reisen: Tansania 2010, Namibia/Südafrika 2012, Madagaskar 2014, Botswana/Simbabwe 2014, Namibia 2015, Tansania 2016, Südafrika 2017, Kenia 2018, Namibia 2019
Letzte Änderung: 06 Mai 2016 14:28 von Beatnick.
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28 Mär 2016 20:39 #425295
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Vom Hamburger Regen in den ... Regen

Afrika! Wir reisen gern und möglichst viel, haben aber unseren Sehnsuchts-Kontinent eindeutig gefunden. Am 31. Januar geht es also wieder dorthin - mit viel Fotogepäck und großen Erwartungen. Viel hatten wir über die Migration gelesen, gesehen und gehört, jetzt wollen wir live dabei sein.

Die Anreise von Hamburg via Amsterdam zum Kilimanjaro Airport bleibt (glücklicherweise) unspektakulär, am späten Abend kommen wir am Flughafen an und werden von unserem Guide Abraham in Empfang genommen. Er wird uns die nächsten Tage begleiten und leiten, hat hinreichend Erfahrung mit Safari- und Fotoverrückten und soll sich im Laufe der nächsten 13 Tage als goldener Griff entpuppen. Zunächst aber bringt er uns nach Arusha, wo wir die erste Nacht verbringen, bevor es am nächsten Morgen so richtig losgeht. Ein letzter Check des Weltgeschehens, bevor wir für die nächsten Tage teils freiwillig, teils mangels Internet-Verbindung Nachrichten Nachrichten sein lassen. Aha, Deutschland ist Handball-Europameister, gedankliche Gratulation, dann schlafen wir erschöpft ein.

Nach einer kurzen Nacht starten wir unausgeschlafen, aber voller Vorfreude in unser Abenteuer. Abraham fragt vorsorglich, ob wir in Arusha noch etwas besorgen müssen. Ausreichend Speicherkarten dabei?? Na klar, was für eine Frage. Ich werde noch daran denken müssen...

Der erste echte Stopp führt uns wie schon 2010 an den Rand des Ngorongoro-Kraters. Doch wie anders diesmal alles aussieht!

Oktober 2010


Februar 2016


Abraham drückt ein bisschen aufs Tempo, kurz darauf wissen wir, warum. In der Ndutu-Region fahren wir an vielen Zebras und Gnus vorbei, vor allem aber durch einen Starkregen, da ist Hamburger Schietwetter nichts dagegen. Wir schlittern und schlingern, fahren vor, zurück und wieder vor. Der Weg ist eindeutig keiner mehr, gleicht eher einem Flussbett, und die Ndutu Safari Lodge will und will nicht kommen.



Als es endlich vollbracht ist, erwarte ich eigentlich einen Bootsanleger. Immerhin, der Regen hat aufgehört, die Sonne kommt raus - wir sind da!


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29 Mär 2016 18:56 #425468
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1. Februar, nachmittags: Die ersten Löwen

Die Lodge gefällt uns atmosphärisch gut, die Wildtiere kommen fast bis ins Zimmer.

Dikdik


Vor allem aber die Lage ganz in der Nähe des Ndutu Lakes ist sensationell. Bevor uns der erste echte Gamedrive dieser Reise schließlich an dessen Ufer führt, cruisen wir kreuz und quer durch das Gelände oberhalb des Sees, was hier offenbar erlaubt ist (dazu später mehr). Ob wir wohl nach etwas Konkretem Ausschau halten sollten? "This is Lion's Country", meint Abraham. Statt Löwen sichten wir aber zunächst einmal Vögel - auch schön!

Bee-eater


African Harrier-Hawk


Plötzlich geht nichts mehr. Der Boden ist tief und schlammig - wir stecken fest. Abraham sammelt Äste und Steine, legt sie unter die durchdrehenden Hinterräder. Leider ohne Erfolg. Nutzt nix, wir müssen aussteigen. "This is Lion's Country" bekommt eine ganz neue Bedeutung. Echte Angst? Nein. Ein mulmiges Gefühl? Ja. Ein bisschen weniger Gewicht im Wagen, ein wenig schieben, Ruckzuck sind wir raus aus dem Schlamassel.

Unten am Ufer liegt ein totes Gnu, Herr Marabu und seine Genossen Geier sind schon bei der Arbeit.





Ein ganzes Stück weiter finden wir sie schließlich - Löwen! Die ersten dieser Reise, jedes Mal wieder ein ganz besonderer Moment. Wir registrieren zunächst nur einen, der auf der offenen, weiten Fläche herumstromert. Der andere schält sich direkt vor unserer Nase aus dem tropfnassen Gebüsch, ...



... findet uns offensichtlich kolossal langweilig ...



... und macht sich in aller Seelenruhe vom Hof.



Begrüßung unter Brüdern.



Der Wagenkolonne, die sich den beiden an die Fersen heftet, folgen wir nicht mehr. Zuviel Alarm für unseren Geschmack. Wir sind happy für heute - und werden das Brüderpaar auch bald schon wiedersehen...



Der Auftakt, finden wir, kann sich wirklich sehen lassen. Zum Abschluss des Tages statten die Genets, von denen wir schon gehört haben, der Lodge einen ihrer regelmäßigen Besuche ab und sorgen für ordentlich Aufruhr im offenen Speiseraum. Fix und fertig, aber glücklich, schlüpfen wir unters Moskitonetz. Gute Nacht!




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30 Mär 2016 19:01 #425671
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2. Februar, vormittags: Der frühe Vogel...

Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, warum es uns in Afrika problemlos gelingt, um 5 Uhr aus dem Bett zu steigen, zuhause aber ganz andere Mächte am Werke sind. Spät rein, spät raus ist da schon eher die Devise.

An unserem ersten Morgen in der Ndutu Safari Lodge sind wir natürlich beileibe nicht die ersten, die sich vor dem Aufbruch in der Lobby über Tee und Kaffee hermachen. Deutsche, Holländer, Schweizer, Japaner, fasziniert beobachten wir eine Gruppe älterer Damen aus den USA, wohl keine unter 75, die offenbar eine Fotoreise unternimmt. Überhaupt das Foto-Equipment, das hier so an einem vorbeigetragen wird - Thomas kriegt beinahe Schnappatmung. Es sind nicht nur Profis unterwegs, aber die Lodge-Gäste wissen, was sie hier tun und zu erwarten haben. Afrika-Kenner, Foto-Kenner - Spezialisten eben.

Punkt sechs machen wir uns auf die Socken. In der Nacht hatten wir "a little bit of rain", meint Abraham. Eine maßlose Untertreibung, es hat gegossen.



Etwas mühsam kämpft sich die Sonne durch.



Die Vogelwelt bemüht sich um ein trockenes Gefieder.

Schopfadler


Steppenadler


Graubrustfrankolin (Danke Elvira!)


Sekretär


Mitten auf dem Weg finden wir unsere Löwenbrüder vom Vorabend wieder. Sie sind nun in familiärer Gesellschaft und im Laufe der Nacht fast zehn Kilometer gewandert, um zu ihrer Verwandtschaft aufzuschließen. Eine ungewöhnlich lange Strecke, meint Abraham.





Ein Löwenkind hat einen dicken Hals, turnt aber fröhlich durch die Gegend.





Einfach mal abhängen...


Knick statt Knopf im Ohr.


Abraham hat von einem Geparden gehört, der möglicherweise jagen wird. Unterwegs sehen wir noch diese Löffelhund-Familie:





Dann sputen wir uns aber. Eine jagende Cheetah haben wir noch nie gesehen.
Anhang:

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Letzte Änderung: 03 Apr 2016 16:46 von Beatnick.
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31 Mär 2016 19:05 #425800
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2. Februar, vormittags: Welche Cheetah hätten's denn gern?

Einige Fahrzeuge in Warteposition zeigen uns an, dass wir hier richtig sind. Ganz langsam und in einem weiten Bogen nähern wir uns, bis wir eine gute Beobachtungsposition gefunden haben. Was auffällt: Der Abstand der Autos zum Gepard und seinem potenziellen Opfer ist wirklich groß, um dem Tier die Jagd nicht möglicherweise zu vermasseln. Unser Timing ist perfekt, kaum haben wir uns in Stellung gebracht, geht's los.

Erst mal gucken, wer so guckt.


Anschleichen.


Tun, als wär' nix gewesen.


Dann lossprinten und auf das Überraschungsmoment hoffen.


Erst jetzt hat die Thomson-Gazelle gemerkt, was los ist.




Das Foto vom finalen Sprung lasse ich mal weg, für ein brauchbares Bild hatte sich das Geschehen schon zu weit nach hinten verlagert. Der Gepard hat die Antilope um wenige Zentimeter verfehlt - Künstlerpech.

Eine tolle Szene, die wir da beobachten durften, und während wir noch darüber sprechen, finden wir eine Artgenossin, die bei ihrem Jagdversuch mehr Glück hatte. Wir fahren näher ran, sind ganz aufgeregt. Eine Cheetah beim Fressen in gutem Licht! Nur: Auch die anderen Autos, die zuvor die Jagd beobachtet hatten, strömen nun hierher. Abraham reicht's. Noch bevor wir zum Stehen kommen, startet er wieder durch. Innerlicher Aufruhr bei mir. WIE JETZT?! Wir lassen uns diese - möglicherweise einmalige - Chance entgehen? Abraham kann offenbar meine Gedanken lesen. "We go and find our own cheetah", sagt er. Einfach so. Na dann...

Wir schuckeln etwa eine halbe Stunde lang durch die Marsh, ich habe vollständig die Orientierung verloren.



Endlich eine Bewegung, es tut sich was. Abraham ist enttäuscht: "Just two lion."



Ich muss lachen, versuche ihm zu erklären, dass zwei Löwen nun echt keine schlechte Sichtung sind. Zu einem Fotostopp müssen wir ihn fast überreden.

Kraut und Rübe


Was macht ihr denn hier?


Nur hundert Meter weiter werden wir tatsächlich fündig. Eine Cheetah. Für uns ganz allein. Kein anderes Auto in Sicht, erst später kommt noch eins dazu. Geht doch.







Mit diesem prallen Bauch fällt das Aufstehen schwer...

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01 Apr 2016 16:49 #425995
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2. Februar, nachmittags: Königliches Familien-Idyll

Die Mittagspause in der Ndutu Safari Lodge tut gut, die friedliche Stimmung auf der schönen Anlage mitten im Busch ist einfach Erholung pur.



Nach dem Cheetah-lastigen Vormittag wollen wir nachmittags noch einmal "unserer" Löwenfamilie einen Besuch abstatten.
Begegnungen unterwegs:



Immer wieder fotogen: Gabelracke.


Tüpfelhyäne, vom Mittagsschläfchen erwacht.


Das Löwenrudel hat sich nicht wirklich vom Platz gerührt, ist aber viel aktiver als am Vormittag. Wir bleiben stundenlang bei der Familie und genießen das Idyll. Ein Vorteil, wenn man als Selbstfahrer oder wie wir mit einem Driver-Guide unterwegs ist: Zeitsouveränität.





















Ein ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende zu.

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Letzte Änderung: 01 Apr 2016 16:53 von Beatnick.
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