dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200727. März 2026 · #21
Samstag, 14.2.2026 In der Früh besucht uns beim Frühstück noch eine Giraffe auf der anderen Uferseite, die ebenfalls ihr Frühstück zu sich nimmt.
Angeblich gibt es irgendwo in der Nähe einen Giraffenriss durch Löwen, die auch Cubs haben sollen. Leider erhalten wir von vielen Einheimischen viele Aussagen, wo der wäre und auch wie alt der schon wäre. Die Angaben reichen von gerade erst vorgestern bis über zwei Wochen. Genaue Angaben, wo der Riss zu finden wäre, sind auch nicht zu erhalten, durch unsere Single-Cabs können wir auch niemanden mitnehmen, selbst wenn, hat sich auch niemand angeboten, uns zu dem Riss zu führen. Ob der Canyon befahrbar wäre, nach dem der Fluss vor einiger Zeit abgegangen ist, konnte uns auch niemand sagen, es wäre seit dem niemand mehr durchgefahren.
Also versuchen wir unser "Glück" und fahren los.
Anders als vor drei Jahren, als wir relativ bald umkehren mussten, können wir dieses Mal den gesamten Canyon durchfahren. Wir sind allerdings tatsächlich die ersten, mitunter sind die Tracks komplett verschwunden und wir müssen neue legen. Es ist zudem der - wie immer ein wenig laufende - Fluss sehr oft zu queren, stellt uns da aber vor keinerlei Probleme. Mitunter sehen wir große, recht frische Spuren von Elephanten und anderen Tieren, diese selbst zeigen sich jedoch leider nicht.
Wir erreichen das Ende des Canyons und fahren zur Lodge hinauf, um im Restaurant einen Rockshandy zu trinken. Leider dieses Mal ohne Erfolg, die Bedienung wird uns höflich aber doch verweigert, das gäbe es nur für Lodgegäste. Hm, seltsam, da letzte Mal ging's noch. Na, ja. Dann nicht. Dann genießen wir doch einfach nur den Blick von oben auf den darunterliegenden Fluss und fahren halt wieder.
Das Weiterfahren verzögert sich dann allerdings dank eines Lochs im Reifen von Peter. Hier helfen die Mitarbeiter dann aber sehr schnell und kompetent.
Nach der Reparatur machen wir uns auf den Rückweg, den wir wieder durch den Canyon machen. Ist dann doch schöner als die Rüttelpiste südlich davon.
Wieder leider ohne Tiersichtung erreichen wir dann Purros wieder und können dort den vorbestellten Diesel tanken. Der Ist mit 35 NAD/Liter zwar wohlfeil, für unsere nächsten Strecken aber alternativlos. Auf der Campsite wurden uns dann zusätzliche 10 Liter angeboten, die dort verlangten 40 NAD konnten dann aber auch auf 35 reduziert werden, da wir diese eigentlich nicht mehr gebraucht hätten.
Abends kommt es dann noch zum "Drohnengate". Peter fliegt über den Fluss Richtung Dorf, als seine App plötzlich ein Update einfordert, ohne Möglichkeit, dieses abzubrechen. Als er schließlich zustimmt, bricht die Verbindung ab und kann nicht mehr hergestellt werden. Nach 15 Minuten Warten ohne dass die Drohne zurück kommt ist klar, die Drohne ist irgendwo hoffentlich gelandet, allerdings haben wir keine Ahnung, wo. Zudem bricht der Abend herein, eine Suche ist nun auch deshalb zwecklos.
Facts & Figures Geplanter Track laut T4A: – Fahrtzeit: – Tatsächlicher Track: 61,4 Kilometer Gesamtzeit: 6:32 Stunden, Zeit in Fahrt: 3:50 Stunden, Durchschnitt in Fahrt: 16 km/h Kosten Campsite: wieder 200 NAD p.P.p.N
Wieder ein zusammengeschnittenes Video von diesem Tag:
Dein "reverse Engineering" nach der Fearlesspasshöhe ( 😄 😄 ) bzw der einzelne Baum 620 m rechts
der Pad auf der Strecke Richtung Signal Hill ist für mich auch ein Phänomen (Koordiaten 19.05/ 13.14) das mich auch immer
wieder begeistert.....
LG.................BMW
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200728. März 2026 · #23
Hi,
BMW schrieb: [...] der einzelne Baum 620 m rechts der Pad auf der Strecke Richtung Signal Hill ist für mich auch ein Phänomen (Koordiaten 19.05/ 13.14) das mich auch immer wieder begeistert.....
ich hab dieses Foto seit fast 10 Jahren als Desktophintergrund meines PCs daheim:
und dieses auf meinem Laptop:
Und bin dann später zweimal oder dreimal durch die Giribes Plains gefahren und hab danach Ausschau gehalten, aber natürlich ohne Erfolg. Heuer wollte ich es wirklich wissen und habe mir im Vorfeld die alten Tracks auf T4A rausgesucht. Plus die Original Fotos um das Aufnahmedatum und die Uhrzeit herauszufinden. Dann wusste ich ungefähr, wo das sein müsste und hab dann Google Maps mit der Satellitenansicht bemüht, um neben den Plains weitere Regionen mit Feenkreisen und diesem roten Sand zu finden. War in dem Gewirr mit Flüssen, Bergen etc. ned wirklich einfach zu finden aber man sieht's dann, wenn man weiß wo es ist, ganz gut. https://maps.app.goo.gl/PbbsmQwMfvKeDa3d9
Man kommt da von Südwesten, biegt rechts ab und hat dann rechterhand diese weite Ebene mit dem einsamen Baum, den man auf der Satellitenaufnahme auch gut sieht.
Wirklich ein schöner Platz.
Und weil ich's grade auf meinen Tracks sehe: wir haben den Fearless-Pass umfahren 🤨 .
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200730. März 2026 · #24
Sonntag, 15.2.2026
In der Früh begrüßen uns wieder zwei Giraffen in der Ferne und Peter macht sich auf, um ein wenig herumzufahren und nach der Drohne zu suchen. Wir stoßen danach auch dazu, aber es ist eher sinnlos in dieser weiten Gegend. Er hat seinen Kontaktmann Riccardo schon informiert, er wird das im Dorf weitergeben und sie werden Ausschau halten. Kleiner Einschub: sie wurde tatsächlich einige Tage später gefunden und weilt derzeit auf einen Rückflug wartend bereits in Windhoek.
Da wir gestern bereits den Canyon durchfahren sind, nehmen wir heute die D3707 und fahren Richtung Westen. Um den Aussichtshügel Richtung Skeleton Coast zu erreichen, müssen wir ein Stück zurück in den Süden fahren.
Der Hügel selbst ist ein bisschen tricky und steil, aber mit Untersetzung eigentlich schlussendlich recht unkompliziert zu befahren, auch wenn das unsere beiden Mitfahrerinnen nicht ganz so sehen 🙂. Oben hat man wirklich eine tolle Aussicht auf die Skeleton Coast im Westen und auch nach Osten ist's spektakulär.
Wir fahren anschließend die sandige Ebene Richtung Norden und müssen bereits vor dem eigentlichen Beginn des NP die Straße verlassen, da hier bereits die Verbotsschilder stehen. Auf der östlich gelegenen Straße finden wir einen gut windgeschützten Übernachtungsplatz, falls hier einmal jemand etwas sucht 😉.
Wir erreichen den Khumib, den wir Richtung Osten befahren. Irgendwie trügt mich hier meine Wahrnehmung komplett, denn ich habe das sichere Gefühl, dass wir stromabwärts fahren. Kann aber eigentlich nicht sein, zumindest wenn man den Karten Glauben schenken mag. Im Fluss selbst spüren wir eine einsame Giraffe auf, bevor wir auf die sehr gut geschobene Pad Richtung Orupembe treffen.
Auf dieser machen wir natürlich Halt an den Steinmännchen, die nicht zu übersehen sind.
Da wir im Vorfeld kaum Informationen über das "Marble Camp" bzw. "House on the Hill" erhalten haben, wollen wir uns das heute anschauen, daher lassen wir das (auch sehr sehr schöne!) Etambura hinter uns und fahren die paar Kilometer weiter. Und es entpuppt sich auch als äusserst empfehlenswert.
Drei Häuser wurden hier errichtet, alle mit großem Aufenthaltsraum mit Küche, Kühlschrank, Gasherd etc, zwei Schlafzimmer und Badezimmer. Mit herrlichem Ausblick Richtung Westen. Strom, Warmwasser, alles mit Solar bzw. PV Anlagen erzeugt. Draussen eine große Terrasse mit Feuerstelle und - ganz neu - eine SAT-Schüssel für WIFI. Die wurde vor einer Woche montiert, die Monteure wären gerade am Weg nach Opuwo, da sie noch etwas besorgen müssen, aber WIFI würde bereits funktionieren. Und tatsächlich, nach fast einer Woche wieder stabiles und flottes Internet eines südafrikanischen Providers. Da sind wir alle vier einmal eine Stunde beschäftigt 😉. Das letzte zuverlässige Internet hatten wir in Palmwag, selbst in Purros ging maximal hie und da einmal eine Whatsapp durch, von anderen Diensten gar nicht zu sprechen.
Man kann sich aussuchen, ob man drinnen schläft (400 NAD p.P.p.N.) oder draussen im Auto und nur die Küche, Bad und Terrasse des Hauses verwendet (160 NAD p.P.p.N. Am Zettel steht zwar 200 NAD Camping, ich bin aber sicher, dass nur 160 bezahlt wurden). Top Empfehlung, vor allem wenn man mal wieder im Internet nach dem Wetter bzw. der Entwicklung schauen möchte oder daheim bekanntgeben, dass man nicht verschollen ist.
Facts & Figures Geplanter Track laut T4A: 162 Kilometer Fahrtzeit: 4:40 Stunden Tatsächlicher Track: 163 Kilometer Gesamtzeit: 8:03 Stunden, Zeit in Fahrt: 4:10 Stunden, Durchschnitt in Fahrt: 39 km/h Kosten Campsite: 400 NAD p.P.p.N drinnen, 160 p.P.p.N draussen im Auto
Auch von diesem Tag ein kurzes Video mit verschiedenen Sequenzen (leider erst ab dem Khumib River)
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200701. Apr. 2026 · #25
Montag, 16.2.2026
Nach einer guten Nacht in bequemen Betten (nicht, dass die Matratzen im Landcruiser nicht bequem wären, aber echte Betten sind doch was anderes 😄 ) unterhalten wir uns noch ein wenig mit Edinson. Er erzählt uns, dass der Joubert Pass durch die letzten Regenfälle teilweise zerstört und unbefahrbar wäre und dass es die Umfahrung, die ich eingeplant hatte, auch tatsächlich gibt. Er meint, sie käme dann nördlich des Passes wieder auf die originale Straße und dass es auch ein Steinmännchen Richtung Passhöhe gäbe. Er würde auch mit uns mitfahren, mache dies öfter als Guide mit seinen Gästen um dann über den Pass wieder zurück zu wandern. 😮 Da wir durch unsere Single Cabs aber keinen Platz haben, bedanken wir uns für die Hinweise und machen uns auf den Weg.
Der Track ist auch ohne Navi deutlich zu sehen, alleine zu Beginn in dem kleinen Dorf ist nicht ganz klar, wo die Abzweigung ist. Danach ist es ein wunderbarer Track, der um einige Berge führt, immer im Tal bleibt und sich als landschaftlich wirklich abwechslungsreich entpuppt und auch einen zarten Hauch von Grün aufweist. Ohne fahrtechnisch anspruchsvoll zu sein. Ist also als Alternative zum Pass durchaus empfehlenswert.
Und dann *die* Überraschung: Eine Herde Zebras kreuzt unseren Weg, leider in sehr großer Entfernung. Durch die heisse Luft ist viel Flimmern dabei und sie haben eine hohe Fluchtdistanz, aber wir freuen uns sehr, nach 2018 wieder einmal Zebras ausserhalb Etoschas zu Gesicht bekommen zu haben.
Irgendwie verpassen wir hier aber offenbar eine Abzweigung in meinem geplanten Track, der uns eigentlich direkt westlich von Rooidrom hätte bringen sollen, der war "in Natura" aber leider nicht sichtbar (oder wir waren durch die Zebras abgelenkt). So folgen wir dem sichtbaren Track und treffen, wie vorhergesagt, auf die Straße, die vom Joubert Pass hinunterführt. Danach übles Wellblech bis zur Abzweigung bei Rooidrom, wo ein obligatorisches Foto nicht fehlen darf.
Auf der Weiterfahrt Richtung Westen ist der Track, der von der Umfahrung kommen sollte, auch zu erkennen. Wer also den umgekehrten Weg fährt, könnte den gleich versuchen, spart sicherlich Zeit. Wir haben mit dem "Umweg" von der nicht sichtbaren Abzweigung bis zu dem Punkt, an dem der Track auf die Ost-West Verbindung westlich von Roidroom trifft, ca, 70 Minuten gebraucht (inkl. kurzem Aufenthalt bei Rooidrom). T4A gibt für die direkte Strecke 10 km und 15 Minuten an. Die würde ich jetzt mal in Frage stellen, aber mit 30 Minuten sollte man durchaus hinkommen. Ich habe nach meiner Rückkehr den gefahrenen Track bei OSM eingefügt und mit "Detour Jan Joubert Pass" benannt.
Wir fahren die einzelnen Tonnen ab und zweigen - abweichend vom geplanten Track, der uns noch weiter bis zur Groendrom geführt hätte - bereits bei Oranjedrom Richtung Hartmannstal ab.
Dort können wir zu unserer großen Freude Oryx, Springböcke und auch wieder Zebras sehen. Es ist mir unverständlich, wie die hier in dieser Weite überleben können. Wir machen zwar einen leichten Grünschleier aus, der sich hier über die Landschaft zieht, es dürfte also zumindest bereits ein klein wenig geregnet haben, aber Wasser selbst ist hier nicht wirklich leicht zu finden.
Die herangezoomten Detailfotos sind leider wegen des Flimmerns nicht zur Veröffentlichung geeignet 😉
Wir treffen noch auf die Überreste eines Rindes, wie und woher auch immer das in diese Gegend kam. Siedlungen haben wir weit und breit nirgendwo gesehen.
Bevor der Untergrund nun zu sandig wird, lassen wir noch mehr Luft aus den Reifen, was sich bereits wenig später als hilfreich herausstellt, da wir eine Hügelkette überqueren müssen, die nur aus Sand besteht und oben durch die Windverwehungen der Sand wirklich tief und keinerlei Spuren mehr sichtbar sind.
Unseren bereits bekannten Übernachtungsplatz bei einem der nördlichsten Berge, erreichen wir ebenfalls nur über Tiefsand, bei dem sich zum ersten Mal bei Peter ein Leistungsverlust bei hohen Drehzahlen bemerkbar macht und er sich festfährt.
Nach ein wenig Schaufelarbeit ist aber auch sein Cruiser wieder flott und wir können im Schatten des Felsens unser Camp aufschlagen.
Cruiser-Suchbild 😉
Und wer sich meine eher dilettantischen Drohnen-Videoversuche anschauen möchte, hier sieht man ein wenig, warum ich diesen Platz so liebe (am Besten mit doppelter Geschwindigkeit abspielen 😂) .
Facts & Figures Geplanter Track laut T4A: 143 Kilometer (mit dem westlichsten Track ab Groendrom) Fahrtzeit: 4:12 Stunden Tatsächlicher Track: 126 Kilometer Gesamtzeit: 6:19 Stunden, Zeit in Fahrt: 4:25 Stunden, Durchschnitt in Fahrt: 28,5 km/h Kosten Campsite: 0 NAD
Wieder ein Video mit verschiedenen Sequenzen des Tages:
vielen Dank für Deinen tollen Bericht, welcher aufgrund fast identischer Route viele wunderschöne Erinnerungen an Dezember 2024 bei uns weckt 😎 Toll dass wir (auch unseren) wunderschönen Übernachtungsplatz im Hartmannsvalley von oben mal sehen - ist ja noch gigantischer als von unten 😁 Sind auf die nächsten Tage gespannt....schreib ganz schnell weiter ...
Viele Grüße Schnuppe
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200702. Apr. 2026 · #27
Hi Sternschnuppe, ja, manchmal ist die Drohne wirklich toll 😉. Und der Platz ist wirklich einmalig. LG Wolfgang
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200702. Apr. 2026 · #28
Dienstag, 17.2.2026
Ein wirklich toller, extrem abwechslungsreicher Tag beginnt aufgrund der geplanten Strecke relativ früh. Bevor wir aber losfahren können, entdeckt Peter erneut einen platten Reifen an seinem Auto. Die Auswechslung ist im tiefen Sand ein wenig schwierig, gelingt aber schlussendlich doch. Abseits davon gehen wir ein wenig auf den Dünen spazieren und können zahlreiche Spuren von nächtlichen Besuchern sehen.
Die Auffahrt erweist sich dann doch ein wenig spannender als gedacht, ich brauch' drei Versuche bis ich oben bin, weiß aber nach den zwei gescheiterten sofort woran es gelegen ist. Wenn die GoPro nicht aufgedreht ist, verweigert das Fahrzeug halt brav die Auffahrt, solange, bis ich mich erinnere und sie aufdrehe 😄
Wir machen noch einen Abstecher ganz in den Norden zu einer der dort liegenden "Monsterdunes", die wir schon von einer früheren Reise kennen. Auch hier merkt man, dass länger niemand gefahren ist, mit gesperrtem zweiten Gang und entsprechend Gas ist es aber kein Problem.
Kurzer Einschub: Die Videos werden offenbar beim Einbinden auf diese Größe verkleinert. Wenn man sie dann auf Vollbild vergrößert, sind sie in der Qualität sehr schlecht. Wer also am PC sitzt mit großem Bildschirm sollte das Video direkt auf Youtube aufmachen.
Peter hat erneut das Problem des fehlenden Dieseldurchflusses bei hohen Drehzahlen, anscheinend ist tatsächlich der Filter verstopft. Er schafft es leider nicht und "verhungert" schon im ersten Drittel.
Von oben gibt's wirklich eine tolle Aussicht, diesmal ist auch der Wind eher schwach, sodass wir ein wenig verweilen und die Aussicht genießen.
Hier sieht man dann auch wie hoch der Hügel eigentlich wirklich ist. Unten links sitzt Peter im Hang.
Aber wir haben ja heute noch den Shortcut ins Marienflusstal vor, daher trennen wir uns von der Aussicht und fahren gemeinsam wieder Richtung Süden. Haben wir gestern bei der Fahrt hinauf keinerlei "No entry" Schilder gesehen, kommen wir nun im östlichen bereich doch wieder an den Schildern vorbei. Es gibt sie also doch noch.
Dann die nächste Überraschung. Wir müssen eine ziemlich hohe Sanddüne hinunter, anfangs noch nicht ganz so aber am Ende dann wirklich steil. Zum Glück gibt es hier eine Umfahrung, hinauf ist das meiner Meinung nach ein Ding der Unmöglichkeit.
Ist im unten verlinkten Video bei ~ 0:40 zu sehen.
Unten eine ein wenig arrangierte Knochenparade, die schiere Menge an Überresten lässt uns ein wenig staunen. Wer braucht, hier ist auch ein toller Übernachtungsplatz, windgeschützt durch die umgebenden Felsen.
Wir lassen schließlich vorerst den Sand hinter uns und kämpfen uns durch mehr oder weniger grobes Geröll Richtung Shortcut hinunter ins Marienflusstal (auf dem Video unten etwa ab Minute 5). Bis auf eine kurze aber steile Abfahrt ist es fahrtechnisch ganz OK. Im Livebericht hatte ich noch vermerkt: "Bei der zweiten Schlüsselstelle sind wir runter, meiner Meinung nach ist es aber sehr sehr schwer dort rauf zu fahren. Da sind zwei wirklich große Stufen drin. Der direkte Weg ist durch einen großen Fels versperrt (Absicht oder nicht?) der wäre aber auch eher noch schlechter." Muss diese Ansicht mittlerweile aber revidieren, habe ein gutes Video gesehen, wo diese Schlüsselstelle von Ost nach West gefahren wurde. Finde es leider nicht mehr, dürfte ein Oberösterreicher gewesen sein. Hinweise werden gerne entgegen genommen, dann kann ich das hier dazuverlinken.
Im Marienflusstal machen wir eine kurze "After-Passhöhe" Bier Pause, bevor wir durch die rote Sandwüste Richtung Kunene aufmachen. Ich mag die Landschaft dort einfach.
Am Fluss angekommen, fahren wir bis zur Lodge, die als "Okahirongo River Camp" ausgeschildert ist, liegt sehr toll an einer Flussbiegung, sah aber ein wenig verwaist aus. Auch das Boot, mit dem offenbar Touren auf dem Wasser veranstaltet werden, lag am Trockenen. Hier sind wohl kaum Touristen im Februar anwesend. Wir machen auch noch einen Blick zum Community Camp, finden das aber auch verlassen vor, zudem gibt's nicht viel Schatten und dort wo die Bäume sind, funktioniert das Wasser nicht.
Also wird's doch das Camp Synchro. Ich find' das ganz OK, wenn allerdings alle Plätze eventuell auch noch doppelt belegt sind, wird es doch sehr eng. Wir waren die einzigen Gäste dort, es waren zudem viele Einheimische anwesend, weiß nicht, ob die mittlerweile alle dort wohnen. Die Managerin kümmert sich aber um alles, es sah auch nicht verkommen aus. Es gibt einen "Mini" Shop, der mir mit ein wenig Bier aushelfen kann, also alles wunderbar.
Facts & Figures Geplanter Track laut T4A: 125 Kilometer Fahrtzeit: 4:20 Stunden Tatsächlicher Track: 138 Kilometer Gesamtzeit: 6:54 Stunden, Zeit in Fahrt: 4:52 Stunden, Durchschnitt in Fahrt: 28,4 km/h Kosten Campsite: 200 NAD p.P.p.N.
Wieder ein Video mit verschiedenen Sequenzen des Tages (auf großem Bildschirm direkt in Youtube aufrufen, sonst passt die Qualität nicht!).
mika1606663 Beiträge · seit 201603. Apr. 2026 · #29
Hallo Wolfgang,
Ganz herzlichen Dank für Deinen RB, die Kartenausschnitte, die schönen Fotos & natürlich die immer wieder beeindruckenden Videoclips. Für uns eine nette Erinnerung an unsere Anwesenheit in dieser beeindruckend Gegend in 2017 & 2021.
Freue mich schon auf Deine Fortsetzung. Beste Grüsse & Frohe Ostern Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200703. Apr. 2026 · #30
Hallo Gerhard, danke für's Feedback, weiter geht's leider erst nach Ostern, also bitte um ein wenig Geduld 😉 Ebenfalls frohe Ostern! lg Wolfgang
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200707. Apr. 2026 · #31
Mittwoch, 18.2.2026
Heute wird's spannend, einer der Hauptgründe, warum wir hier sind, steht auf dem Programm. Ich habe vor einigen Jahren hier im Forum von LaLeona über eine neue südliche Umfahrung vom Vyn Zyls Pass gelesen. Hatte dann mit Andrew auch direkt Kontakt aufgenommen, er hat mir auch sofort geantwortet und seine gpx Daten geschickt. Er fuhr die Strecke damals in Ost-West Richtung, wir sind heuer umgekehrt unterwegs.
2023, als wir das das erste Mal versuchen wollten, kamen wir wegen diverser Probleme nicht bis nach Camp Synchro, daher stand die Etappe heuer erneut auf dem Plan. Aufrufe hier im Forum oder auch in der 4x4community, ob die Strecke in der Zwischenzeit jemand gefahren wäre, blieben unbeantwortet. Wir wussten nicht wirklich, was uns erwarten würde.
Also machen wir uns nach einem Frühstück mit frischem Brot aus dem Camp Synchro auf den Weg. Zuerst wieder zurück durch's Marienflusstal direkt zum Fuße des Van Zyls Passes, wo der Track los geht.
Kleine Überreste am Weg von einem, der's nicht geschafft hat 😉
Wir erreichen den Fuß des Passes und fahren ein Stück den Berghang Richtung Westen um schließlich in ein Tal einzufahren. Hier sind einige Hütten und auch Rinder zu sehen, der Track ist erkennbar aber es sieht nicht so aus, als würden hier öfter Autos unterwegs sein. Am Ende des Tals ist schließlich ein, in den Fels gebauter, Track zu sehen, der nach oben führt. Nach kurzem Check, ist genau das unser Weg. Schmal aber ausreichend, großteils fester Untergrund mit kleineren Steinen, mache ich mich auf den Weg nach oben.
Nachdem dieser erste Aufstieg geschafft ist, führt der Track mehr oder weniger sichtbar durch eine zart grün angehauchte hügelige Landschaft, ohne fahrerisch sehr anspruchsvoll zu sein. Ab und zu gibt's schmälere und breitere Reviere, wo manchmal der Track nicht mehr sichtbar ist, irgendwo in der Ferne sieht man aber immer die Spuren und so fahren wir gemütlich und langsam immer weiter Richtung Osten. Immer im Hinterkopf habend, dass dieser Track auf keinen Karten verzeichnet ist und uns hier möglichst nix passieren sollte. Wir schrecken ein Straussenpärchen auf, dass - wie immer - dann genau vor uns auf den Track entlangläuft und keinerlei Anstalten macht, einfach ein paar Meter links oder rechts abzuzweigen.
Am südlichsten Punkt des Tracks machen wir eine kurze Pause und sehen, dass vom kleinen Dorf hinter den Bäumen, zwei junge Mädchen zu uns kommen. Sie sind eher schüchtern, lächeln uns an und kommen auch näher. Kommunikation ist schwierig, das angebotene Wasser lehnen sie dankend ab. Sie setzen sich unter den Baum neben unsere Autos und wir betrachten uns wohl gegenseitig sehr neugierig. Peter macht mit ihrer Zustimmung dann auch ein paar Fotos, die sie auch gleich laut auflachend am Display betrachten. Mich hat die Haarpracht der beiden wirklich fasziniert. Die jüngere (wir hätten sie auf 14 geschätzt), mit den schwarzen festgebundenen, nach vorne ragenden Haaren ist, soweit ich das einmal gelesen habe, noch "single", die ältere (die hätten wir auf 16 geschätzt) mit den typischen roten, mit Lehm versehenen Haaren, dann bereits verheiratet. Ihr kleines Baby hatte sie auch bereits mit.
Sehr hübschen Schmuck hatten sie jedenfalls auch.
Irgendwann wird's aber für uns Zeit, weiter zu fahren, wir wissen, dass wir noch nicht am Ende sind. So verlassen wir die beiden Mädchen, die im Schatten sitzen bleiben und fahren wieder nordwärts. Der Track geht nun auch wieder stetig bergauf und wie es der Teufel will, funkt Peter, dass sie erneut einen Platten haben.
Also erneut auf dem schrägen Untergrund einen Reifen wechseln. Während der Aktion bemerken wir, dass der zweite Reservereifen mit einem Schlüssel versperrt ist. Und keiner der Schlüssel, die wir auf dem Schlüsselbund haben, passt. Bei meinem zweiten Wagenheber fehlt der Hebel, zudem ist offenbar kein Öl drin. Ich nehme einen Reservereifen von mir hinten hinunter, damit wir den bei Peter montieren können, Da kommen wir drauf, dass die Radmuttern nicht passen, weil es sich dabei offenbar um Alufelgen handelt. Na dann suchen wir halt passende Schrauben von den defekten Reserverädern und stecken alles passend zusammen. Als wir fertig sind, bemerken wir einige Himba Buben, die rund 50 Meter von uns entfernt unter einem Baum sitzen und uns nur beiläufig zur Kenntnis nehmen. Egal wir müssen weiter. Haben zwar keinen Zeitdruck, weil wir ohnehin irgendwo am Weg eine Übernachtung eingeplant haben, aber zwei, drei Stunden haben wir noch, die wir ins Weiterkommen investieren können.
Der Track wird schließlich enger, steiniger und mühsamer zu befahren.
Stetig geht's bergauf, wir kommen nur im Schritttempo voran. Untersetzung ist bereits drin, 4x4 sowieso. Kurz nach einem Stück, bei dem es bergauf ging und ich schon eingestellt war, stetig am Gas zu bleiben und weiter zu fahren, nehme ich eine kurze aber ebene Fläche wahr und entscheide instinktiv stehen zu bleiben, um das vor uns liegende Stück genauer anzusehen.
Gute Entscheidung. Wir gehen hinauf, schauen uns den Untergrund an und entscheiden dann, unseren Endgegner gefunden zu haben. Der Track geht ganz oben auf diesem Bild nach rechts weg und führt etwa nochmal so lang bergauf. Zudem ist nur im ersten Viertel einmal rechts und dann links nackter Fels mit gutem Grip, danach sind nur mehr mittelgroße bis große Steine, rundgeschliffen und lose. Wir beraten kurz unsere Alternativen aber hier und in dieser Region macht ein Weiterfahren bergauf keinen Sinn. Wenn hier irgendwas passiert, ist man so in der absoluten Einöde, dass wir mit keinerlei Hilfe rechnen können. Wir sehen, dass am südlichsten Punkt des Tracks, also beim Dorf mit den beiden Mädchen, ein Track Richtung Süden in die Otjiha Plains führt. Das würde uns zumindest ersparen, den ganzen Weg Richtung Marienflusstal zurückzufahren. Gesagt, getan. Wir drehen um und fahren bei den Buben vorbei, die wiederum keinerlei Anstalten machen, sich zu bewegen, passieren das kleine Dorf, in dem sich die Mädchen nicht mehr zeigen und fahren Richtung Süden in eine weite Ebene. Alles im Schritttempo. Der Tag ist schon lang und so beschließen wir, in dieser schönen Ebene unser Nachtlager aufzuschlagen.
Facts & Figures Geplanter Track laut T4A: ~80 Kilometer Fahrtzeit: ungewiss. Tatsächlicher Track: 131 Kilometer Gesamtzeit: 8:22 Stunden, Zeit in Fahrt: 6:36 Stunden, Durchschnitt in Fahrt: 19,8 km/h (14,5 km/h wenn man nur den Abschnitt ab dem Westende des Van Zyls Passes bis zum Übernachtungspunkt betrachtet). Kosten Campsite: 0
Weil's so lang ist, einige Schlüsselszenen: Anfangs Fahrt durchs Marienflusstal. Ab Minute 1: Einfahrt in das Tal mit Rindern Ab Minute 1:30 Auffahrt erste Schlüsselstelle Ab Minute 7:30: es wird enger... Minute 8:40 this is the end...
Phuuu, ist das eine Strasse! Erinnert mich stark an die D3703, als wir letzten August über den Heartbreakhill fuhren! Zum Glück ist alles gut gegangen bei euch und auch bei uns! Danke fürs Berichten und die schönen Fotos!
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200721. Apr. 2026 · #33
Donnerstag, 19.2.2026
Wir verlassen unseren schönen Platz nach einer ungestörten Nacht relativ zeitig für uns (gegen 8) um über die Otjiha Plains nach Opuwo zu fahren. Da wir wissen, dass die Strecke über den Pass schon vor einigen Jahren mühsam zu befahren war, wollen wir kein Risiko eingehen, dass es uns anschließend zu spät wird. Da wir ohnehin eine Nacht zwischen Camp Synchro und Opuwo eingeplant hatten, benötigen wir für die gestrige "Aufgabe" der Umfahrung nicht einmal einen eingeplanten Puffertag.
Die Strecke führt lange Zeit fahrtechnisch anspruchslos durch auch mit zartem Grünschleier gekennzeichnete Täler, bis man nach Otjihaa den Pass erklimmen muss.
Dieser ist durch die vorherige Regensaison mittlerweile extrem ausgewaschen und der Original-Track besteht nur mehr aus einer tiefen Rinne. Rechts daneben ist jedoch bereits ein Bypass sichtbar, der sicherlich schon längere Zeit besteht. Dennoch muss man den Original-Track einige Male queren, mit Low Gear und gesperrtem ersten Gang geht das aber halbwegs brauchbar.
Oben angekommen geht's nochmal deftig hinunter und erneut über die endgültige Passhöhe, bevor man wieder an Höhe abbaut und anschließend wieder in der Ebene Richtung Etanga fährt. Man kommt nun bei zahlreichen kleineren und größeren Siedlungen vorbei, uns passiert auch ein kleiner LKW mit zahlreichen Männern hinten auf der Ladefläche, scheint der örtliche Busverkehr zu sein 😉. Die gesamte Strecke ist zum großen Teil nur langsam zu befahren, Bis kurz vor Etanga (wo wir kurz anhalten und den 4G Mobilempfang nutzen, um uns nach vier Tagen ohne Netz wieder daheim zu melden) haben wir für 89 Kilometer fast 5 Stunden gebraucht.
Von Etanga aus ist die D3703 frisch geschoben und wir genießen es auch mal wieder eine ordentliche Straße unter den Rädern zu haben, auf der man schneller als 30 km/h fahren kann. Wir beschließen, das Tanken, die Reparatur der Räder und das Einkaufen auf morgen zu verschieben und gleich die Kaoko Mopane Lodge Campsite anzusteuern. Irgendwie sind wir nach den letzten Tagen ein wenig geschlaucht und haben morgen ohnehin wenig zu fahren.
Gesagt, getan, wir durchqueren Opuwo und checken schon kurze Zeit später, nach einem kleinen Verfahrer dank Google Maps, in der Mopane Lodge ein.
Die ist, vor allem nach den letzten Tagen, sehr eng und verwinkelt. Das "Angebot", beide Autos auf einen Stellplatz zu stellen, lehnen wir dankend ab, da wären wir einander laufend auf die Zehen gestiegen. Aber es gibt ein Schwimmbad, das ich sogar nutze, in der Bar gibt's flottes Internet (das es aber nicht bis zum Stellplatz schafft) und kühles Bier. Als Zwischenübernachtungsplatz durchaus brauchbar, wenngleich jetzt nix Aussergewöhnliches.
Facts & Figures Geplanter Track laut T4A: – (Strecke war so nicht geplant) Fahrtzeit: ungewiss Tatsächlicher Track: 198 Kilometer Gesamtzeit: 7:36 Stunden, Zeit in Fahrt: 6:24 Stunden, Durchschnitt in Fahrt: 30,9 km/h (dank der guten Straße von Enanga nach Opuwo 😄 ). Kosten Campsite: 300 NAD p.P.p.N.
Wir sind Ende 2024 diesselbe Strecke gefahren. Dort hats uns am 28.12.2024 ordentlich erwischt, stundenlanger Regen, kaum Sicht, Weg teils ordentlich weggespült. Vor Etanga wars dann fast dunkel und direkt bei Etanga ein unüberwindbarer reissender Fluss, da haben wir dann übernachtet. Regen wurde über Nacht weniger und wir konnten am Morgen dann die geflutete Stelle locker passieren. Für das Stück bis Etanga haben wir 5 h gebraucht. Freuten uns dann auf die fast schon luxuriöse Strasse Richtung Opuwo, plötzlich fehlte an einer Flussquerung die Brücke. Die Umfahrung tiefer Matsch und dann durch die Fluten.... heimische halfen uns. Sind vorher zu Fuss mal durchs Wasser gelaufen. War aus meiner Sicht nicht ganz ungefährlich. In Opuwo dann schreckliche Bilder, viele Leute haben ihr eh schon spärliches Heim aufgrund der Fluten verloren. Brauchten von Etanga bis Opuwo nochals 4h. Mein Video zeigt genau die Stelle wo Ihr Euer Video gedreht habt. Wir haben da aufgrund Aufregung und jeder geschaut und den beiden Fahrern (waren mit 2 Fahrzeugen unterwegs) geholfen.
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200721. Apr. 2026 · #35
Hi, puh, kann mir vorstellen, dass das im strömenden Regen dort nicht wirklich lustig ist. Vor allem wenn dir dann bergauf fahrend das ganze Wasser entgegen kommt. Wir hatten auf unserer Reise wirklich ein wenig "Glück", es hat kein einziges Mal geregnet. Allerdings hatten wir fast überall einen leichten Grünschimmer und was wir gehört haben, hat's dann später auch im Nordwesten nochmals ordentlich Niederschlag gegeben. LG Wolfgang
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200822. Apr. 2026 · #36
Hallo dergnagflow, interessante Tour habt ihr da unter die Räder genommen. Man merkt, dass ihr euch für eure kleinen mühseligen „Explorer-Ausflüge“ 😉 ziemlich gut vorbereitet habt, aber auch den Zeitdruck unter dem ihr standet. Um so ärgerlicher ist es dann, wenn man sich nicht auf seine Karte verlassen kann. Was ist denn das für eine Karte, die du da abbildest? Da ist die D 3703 falsch eingezeichnet! Die Strecke ab Otjiha Plains über Otjiha Village hin zur 3703 nördlich von Etanga, die ihr gefahren seid, hat keine Kategorisierung. Nun, wenn man diese Strecke eh plant und gute Info hat, kann es einem fast egal sein, wie sie „heißt“… Kritisch und verwirrend wird es, wenn man diesen Kartenfehler weiterrecht in seinen Infos, die man anderen vermittelt. 🙁 Die D 3703 geht von Opuwo über Etanga – Otjitanda – Okauwe – Okangwati. Östl. v. Otjitanda hat sie dann allerdings auch einen sehr anspruchsvollen Abschnitt, der zu überwinden ist. Weiterhin sicheres Reisen.
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Nachsatz: Natürlich kannst du nix für Kartenfehler! Aber es scheint wohl kein Kartenfehler zu sein sondern wir kennen wohl nur die älteren Karten-Versionen, in denen es noch nicht eingezeichnet ist... Und nun sieht es so aus, als gäbe es eine D 3703 „East“ und eine D 3703 „West“… Und ihr wart grad auf der West-Strecke.
Mein Fehler in den Ortsangaben im obigen Text ist nun berichtigt. … gut, dass du im Folgenden darauf hingewiesen hast. Der ursprüngliche Satz: „Die D 3703 geht von Opuwo über Etanga – Okangwati – Okauwe – Otjitanda. Östl. v. Okangwati hat sie…“ ist natürlich verwirrend. … - ein ganz blödes Durcheinander, die Orte Okangwati u. Otjitanda zu vertauschen.
ich schreibe das alles hier im Nachsatz, weil ich deinen Bericht nicht weiter mit meinen „Erkenntnissen“ stören möchte. Gruß nochmal
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200722. Apr. 2026 · #37
Hi Lilytrotter,
na, ja, Zeitdruck hatten wir eigentlich keinen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir ja noch einen Puffertag in peto, den wir unverplant hatten und jederzeit auch verwenden hätten können. Zudem noch knapp eine Woche Zeit bis zum Rückflug, da hätten wir auch den Rest der Reise entsprechend umplanen können.
Die Karte ist die (elektronische) T4A und ja, auf meiner (älteren, 13/14 😄) Papierkarte ist die Straße von den Plains bis kurz vor Etanga auch unkategorisiert, aber in der (neueren) elektronischen Karte aus 10/22 steht dort halt D3703 (wie auch der Track von Etanga Richtung Norden und dann nach Okangwati). Generell ist's aber ziemlich egal wie die Straße "heisst", wie du schon richtig geschrieben hast, Hauptsache sie ist da und halbwegs befahrbar 😉.
Und bzgl. deinem Zusatz: ich poste ja genau deswegen auch die Karte hinein, damit man sehen kann, wo genau wir gefahren sind. Dann gibt's auch keine Missverständnisse. Für eventuelle T4A Fehler kann ich halt nix.
nicht nur in der online-Karte, sondern auch in der hier im Forum unter Know-how hinterlegten Version.
Letztlich sollte jeder, der sich im Kaokoveld rumtreiben will, wissen, worauf er sich einlässt und das da auch mal 'schwierigeres Geläuf' dabei sein kann. Ich finde nicht, dass das seitens Wolfgang verharmlosend rüberkommt. 😉
Gruß Henning
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200722. Apr. 2026 · #39
Hi nochmal,
lilytrotter schrieb: Die D 3703 geht von Opuwo über Etanga – Okangwati – Okauwe – Otjitanda. Östl. v. Okangwati hat sie dann allerdings auch einen sehr anspruchsvollen Abschnitt, der zu überwinden ist.
dergnagflowThemenstarter2'536 Beiträge · seit 200722. Apr. 2026 · #40
Freitag, 20.2.2026
Heute haben wir nur eine kurze Fahrt Richtung Khowarib Campsite vor uns, das gibt Gelegenheit, in Opuwo alles aufzustocken, vor allem Sprit und unsere Reifen flicken zu lassen. Daher führt der erste Weg zum Reifenflicker an der Hauptstraße. Dieser ist „Best in Town“, also hoffen wir, dass Peters Reifen ordentlich geflickt werden. Wir werden natürlich auch sofort von zahlreichen Frauen mit Armbänder-Schmuck umringt.
Wir vereinbaren, dass sie in Ruhe arbeiten und wir in der Zwischenzeit Tanken und Einkaufen. Der Spar Supermarkt ist immer noch ageschlossen, bzw. sieht man gar nicht mehr, dass der jemals da war. Aber der OK Food Market auf der gegenüberliegenden Seite hat alles was wir benötigen. Und natürlich noch einiges mehr an Menschen, die gerne säckeweise Maismehl oder andere Dinge von uns wollen. Man muss da mitunter härter Nein sagen, aber in Summe sind alle zwar ein wenig zudringlich aber harmlos.
Wir tanken auch noch voll und machen uns nach einer Stunde auf den Weg zurück zum „Best in Town“ Reifenshop. Dort sind die Reifen erledigt und wir können unsere erneute Fahrt durch Opuwo fortsetzen.
Der Rest der Fahrt ist auf der gut geschobenen Straße relativ bald erledigt, wir wollen gerne dem Camp Steiner noch einen kurzen Beusch abstatten, sehen davon aber aufgrund der extrem schlechten Zufahrt von der C43 ab und drehen schon nach wenigen Minuten wieder um. Es gibt dann noch eine südliche Zufahrt von der C43, aber da ist der „Expeditionsgeist“ schon verschwunden und wir lassen die auch links liegen.
Kurz vor Anabeb passieren wir den Otjomatemba Pass, der auf der Nordseite sogar asphaltiert ist, inklusive einer großen Brücke und massiven Einschnitten in die Berglandschaft. Die Südseite ist dann wieder Gravel, führt aber durch eine bemerkenswerte Schlucht. Wirklich toll, bin da heuer zum ersten Mal überhaupt gefahren.
Wir passieren dann Warmquelle und checken kurze Zeit später in der Khowarib Lodge Campsite ein. Formalitäten sind schnell erledigt, doch bevor wir dann zum Stellplatz fahren (natürlich haben wir jene gewählt, die direkt in die Schlucht schauen), genehmigen wir uns beim Pool noch schnell ein frisches Bier aus dem Fass. Herrlich ist es hier.
Nach dem Dritten fahre ich dann doch das Auto zur Campsite und baue das Zelt auf, bevor ich zurück zu den anderen an die Bar gehe. Wir werden gefragt, ob wir auch etwas essen möchten, es kamen extra aus der Lodge noch eine Köchin und ihre Helferin vorbei. Long story short: die Burger und die weiteren Biere waren wirklich gut. Abends schaute ich dann noch zum Fluss hinunter, der hatte zwar nicht viel, aber dennoch fließendes Wasser. Eine Affenherde am anderen Ufer beschwerte sich lautstark über die Störung.
Facts & Figures Geplanter Track laut T4A: 160 Kilometer Fahrtzeit: 2:11. Tatsächlicher Track: 169 Kilometer Gesamtzeit: 4:24 Stunden, Zeit in Fahrt: 3:08 Stunden, Durchschnitt in Fahrt: 53,7 km/h Kosten Campsite: 200 NAD p.P.p.N. (special offer, Normalpreis 350 NAD)