
Sonntag 11. Februar
Wir schliefen heute so lange wie möglich, denn auch heute sollte der Weg sehr kurz sein, aber mehr als 7:30 war einfach nicht drin.
Wir hatten in Damaraland wegen des viel kürzer als erwarteten Dorros Trail einen Tag gespart und wollten deshalb heute einen nicht geplanten Extrastop einlegen, im NamibRand Nature Reserve. Mein guter Kollege Barry Lovegrove schwärmte derart von diesem Ort in seinem Buch „The Living Deserts“, das auch viel über unsere eigene Arbeit in Goegap erzählt, dass ich es endlich mal sehen wollte. Barry hatte mich im Februar 20202 noch in Goegap besucht, kurz vor dem Corona Shutdown. Er war damals gerade Zwangspensioniert worden (damit die Stelle für jemand jüngeres frei wird) und arbeitet an einer Neuauflag seines Buches, dass ein Jahr später auch publiziert wurde. Ich kann es wirklich sehr empfehlen! 2022 starb er leider unerwartet nach kurzer schlimmer Krankheit an Krebs.
Das NamibRand Naturreservat ist ein privates Naturschutzgebiet von gut 200 000ha Größe im Süden Namibias. Gegründet wurde es von dem Namibischen Geschäftsmann Johann Albrecht Brückner, der sich in die Landschaft verliebte, und nach und nach überweidete Farmen aufkaufte, die nicht mehr wirtschaftlich waren. Inzwischen gibt es zahlreiche meist hochpreisige Unterkünfte mit vielen Aktivitäten wie Dünenwanderungen etc. Wir wollten es aber nicht luxeriös sondern ruhig und buchten einen Campingplatz beim Family Hideout im Süden des Reserves. Der Preis von ca. 600 Rand inkl Eintritt war nicht zu hoch. In der Hauptsaison sind die Campsites Monate im Voraus ausgebucht, aber jetzt hatten wir kein Problem, kurzfristig zu buchen. Es gibt drei Campsites, nach Planeten benannt, da der Sternenhimmel hier wirklich beeindruckend ist: Jupiter, Venus und Orion.
Wir kamen um 11:30 an und bekamen den Campsite Orion, der sehr schön neben einer kleinen Sanddüne in einem sehr kleinen Tal gelegen ist. Es gibt eine private Dusche + WC und eine Schatten spendenden Unterstand mit Tisch und Bank. Am kleinen Wasserloch direkt am Campsite kamen während des ganzen Tages Gemsböcke zum Trinken. Eigenlich ein toller Platz zum Relaxen und Lesen!
Mittags strahlte die Sonne prall auf dem Unterstand. Dazu kam ein starker Wind: Heiß blies der feine Wüstensand um uns herum. Wir verzogen uns nun in den Schatten des kleinen Häuschens, in dem das Bad ist. Zwar saßen wir im Prinzip auf dem Septic Tank, aber hier war das Wetter besser auszuhalten.
Doch es wurde heute brutal heiß! Und wir sind von Goegap auch 35-40 C gewohnt. Aber es war so heiß, daß wir zu ungewöhnlichen Mitteln greifen mussten: Dreimal gingen wir für 10 Minuten in den Land Cruiser, machten alles zu, starteten das Auto und ließen den Aircon volle Pulle laufen, um uns etwas abzukühlen!
Als die Sonne untergegangen war, kühlte es leicht ab. Wir starteten ein Feuer, und als es ganz dunkel war, machten wir eine kleine Nachtwanderung die Düne entlang, die nicht sehr hoch ist. Eher ein kleiner Hügel. Wir wandersten sie entlang und dann runter ins Tal zurück zum Campsite. Der Sternenhimmel war herrlich, aber ansonsten sahen wir nichts Besonderes.


