Damaraland und Namib Wüste im Februar 2024

Reisebericht 42 Antworten · 9'161 Aufrufe · gestartet 18. Feb. 2024 von CarstenS
Themenstarter388 Beiträge · seit 201712. März 2024 ·
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Sonntag 11. Februar
Wir schliefen heute so lange wie möglich, denn auch heute sollte der Weg sehr kurz sein, aber mehr als 7:30 war einfach nicht drin.
Wir hatten in Damaraland wegen des viel kürzer als erwarteten Dorros Trail einen Tag gespart und wollten deshalb heute einen nicht geplanten Extrastop einlegen, im NamibRand Nature Reserve. Mein guter Kollege Barry Lovegrove schwärmte derart von diesem Ort in seinem Buch „The Living Deserts“, das auch viel über unsere eigene Arbeit in Goegap erzählt, dass ich es endlich mal sehen wollte. Barry hatte mich im Februar 20202 noch in Goegap besucht, kurz vor dem Corona Shutdown. Er war damals gerade Zwangspensioniert worden (damit die Stelle für jemand jüngeres frei wird) und arbeitet an einer Neuauflag seines Buches, dass ein Jahr später auch publiziert wurde. Ich kann es wirklich sehr empfehlen! 2022 starb er leider unerwartet nach kurzer schlimmer Krankheit an Krebs.
Das NamibRand Naturreservat ist ein privates Naturschutzgebiet von gut 200 000ha Größe im Süden Namibias. Gegründet wurde es von dem Namibischen Geschäftsmann Johann Albrecht Brückner, der sich in die Landschaft verliebte, und nach und nach überweidete Farmen aufkaufte, die nicht mehr wirtschaftlich waren. Inzwischen gibt es zahlreiche meist hochpreisige Unterkünfte mit vielen Aktivitäten wie Dünenwanderungen etc. Wir wollten es aber nicht luxeriös sondern ruhig und buchten einen Campingplatz beim Family Hideout im Süden des Reserves. Der Preis von ca. 600 Rand inkl Eintritt war nicht zu hoch. In der Hauptsaison sind die Campsites Monate im Voraus ausgebucht, aber jetzt hatten wir kein Problem, kurzfristig zu buchen. Es gibt drei Campsites, nach Planeten benannt, da der Sternenhimmel hier wirklich beeindruckend ist: Jupiter, Venus und Orion.
Wir kamen um 11:30 an und bekamen den Campsite Orion, der sehr schön neben einer kleinen Sanddüne in einem sehr kleinen Tal gelegen ist. Es gibt eine private Dusche + WC und eine Schatten spendenden Unterstand mit Tisch und Bank. Am kleinen Wasserloch direkt am Campsite kamen während des ganzen Tages Gemsböcke zum Trinken. Eigenlich ein toller Platz zum Relaxen und Lesen!
Mittags strahlte die Sonne prall auf dem Unterstand. Dazu kam ein starker Wind: Heiß blies der feine Wüstensand um uns herum. Wir verzogen uns nun in den Schatten des kleinen Häuschens, in dem das Bad ist. Zwar saßen wir im Prinzip auf dem Septic Tank, aber hier war das Wetter besser auszuhalten.
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Doch es wurde heute brutal heiß! Und wir sind von Goegap auch 35-40 C gewohnt. Aber es war so heiß, daß wir zu ungewöhnlichen Mitteln greifen mussten: Dreimal gingen wir für 10 Minuten in den Land Cruiser, machten alles zu, starteten das Auto und ließen den Aircon volle Pulle laufen, um uns etwas abzukühlen!
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Als die Sonne untergegangen war, kühlte es leicht ab. Wir starteten ein Feuer, und als es ganz dunkel war, machten wir eine kleine Nachtwanderung die Düne entlang, die nicht sehr hoch ist. Eher ein kleiner Hügel. Wir wandersten sie entlang und dann runter ins Tal zurück zum Campsite. Der Sternenhimmel war herrlich, aber ansonsten sahen wir nichts Besonderes.
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Themenstarter388 Beiträge · seit 201714. März 2024 ·
Montag 12. Februar
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Morgens sind wir noch auf die Sanddüne gestiegen, die hier zum Sandsurfen benutzt wird. Sehr schöne Aussicht, aber auch wirklich eine kleine Düne. Dann noch die kurze Runde durch die rote Landschaft gefahren. Die Farben am Morgen waren herrlich. Wir sahen noch zahlreiche Löffelhunde im Reserve, die auf Insektensuche waren. Dann ging es weiter, wie verließen NamibRand, werden aber sicher wieder kommen, wenn es sich anbietet. Denn Landschaft und Ruhe sind wirklich beeindruckend.
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Wir fuhren Richtung Süden, machten dann aber den Abstecher über Duwisib Castle. Dieses skurille Schloß wurde 1908 von einemd deutschen Offizier gebaut. Inzwischen gehört es dem Namib Wildlife Resort. Man kann hier für viel Geld übernachten, aber wir wollten es nur von außen anschauen. Man sieht es gut von der Straße aus, aber etwas scheu fuhren weiter wir durch das Tor zum roten Schloß hinauf. Vor dem protzigen Eingang zum Schloß selber drehten wir auf dem großen Platz um und fuhren wieder runter. Innerhalb des Gründstückes gibt es aber einen Picknickplatz, wie bei einem Nationalpark. Hier frühstückten wir, immer etwas nervös zum Schloß hochschauend, ob nicht gleich jemand kommt, um einen horrenden Eintritt zu verlangen oder uns zu verscheuchen. Es kam aber niemand.
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Dann ging es weiter Richtung Süden, an Bethanie vorbei, auf die B4, hier Richtung Osten bis Seeheim, und dort auf der Gravel Road Richtung Süden. Wir wollten heute zum Fish River Canyon. Am Anfang der Gravel Road waren mehrere Hinweisschilder, dass die Straße in sehr schlechtem Zustand sei, und man besser die C12 nehmen solle. Das stimmte wohl auch, aber wir kämpften uns trotzdem die Straße entlang, und so schrecklich war es auch wieder nicht. Dann trafen wir nach einer Stunde auf die C12 und es ging weiter Richtung Süden, bis wir gegen 14:00 bei Hobas ankamen. Die Aussicht beim Fish River Canyon war wie immer atemberaubend. Aber ich glaube, ich war schon zu häufig hier.
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Weiter ging es nach Ai-Ais, unserere heutigen Station. Es war fast nichts los, noch zwei andere Autos auf dem Campingplatz. Es war heiß und stickig, aber wir kühlten uns beim Ausenpool ab. Komisch, die anderen Jahre war ich immer im Frühling hier und genoß dann das warme Wasser. Heute hattes 36°C, und da kam mir der Pool angenehm kühl vor!
Schade war, dass die Campingplätze direkt hinter dem Pool bei einem Unwetter vor einiger Zeit zerstört worden sind. Und nicht wieder aufgebaut wurden. So campten wir auf dem Gravel etwas weiter entfernt. Und bald endete dieser Tag schon, der doch recht ruhig gewesen war.
Themenstarter388 Beiträge · seit 201717. März 2024 ·
Dienstag 13. Februar
So, der Rest fehlt ja noch. Am Dienstag ausgeschlafen und nach 1 ½ Stunden waren wir an der Grenze Noordoewer / Vioolsdrift. Wir waren schnell drüben in Südafrika und nochmals 1 ½ Stunden später in Springbok, wo wir beim Checkers unsere wöchentlichen Einkäufe machten. Mittags waren wir dann zurück bei der Succulent Karoo Research Station im Goegap Nature Reserve, wo wir beide arbeiten.
Der Land Cruiser brauchte hinten neue Stoßdämpfer, was nach 80 000km aber auch normal ist. Ein paar Probleme gab es noch mit der Lithiumbatterie, aber das konnte auch gelöst werden und wir testeten alles, damit beim nächsten Trip im Mai nach Khaudum alles funktioniert. Ich war noch 2 ½ Wochen hier und nach erfolgreicher Feldarbeit flog ich dann am ersten Märzwochenende von Kapstadt aus zurück ins naßkalte Deutschland. Nach 2 Monaten gesundem trockenen Wüstenklime fing ich mir bei der Rückreise gleich einen Margen-Darm Infekt ein, aber immerhin konnte ich Corona, Grippe und Erkältungen wieder vermeiden. Das letzte mal war ich im Frühjahr 2019 erkältet, denn seitdem gehe ich Januar-Februar immer ins sommerliche Südafrika. Im Mai diesen Jahres geht es einen Monat als Digital Nomad nach Nyae Nyae + Khaudum. Ich hoffe, dass wird dort wissenschaftlich produktiv sind und wir das dann oft wiederholt werden; wir wollen hier in aller Ruhe wissenschaftliche Publikationen und Anträge schreiben.

Die Bilder hier sind noch von den letzten Wochen in Goegap.
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