THEMA: Damaraland und Namib Wüste im Februar 2024
08 Mär 2024 06:29 #683666
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  • Rauhhaarbracke am 08 Mär 2024 06:29
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sternschnuppe schrieb:
Hallo Carsten,

anbei die grüne Route, die wir gefahren sind.
Müsst Ihr beim nächsten Mal auf alle Fälle auch machen - absolut lohnenswert.
Auch wenn die Route nicht groß IM Huab fährt - so ist sie landschaftlich traumhaft schön.


Das ist der Weg, der in den Huab führt und den man (glaube ich) von dem Desolation Viewpoint aus gegenüber sieht...


Hier fährt man dann ein kurzes Stückchen am Rande des Huab...


Danach zu den Spectacular Rocks...


Und weiter in der Nähe des Huab bevor es wieder Richtung Süden geht...


Bei weiteren Fragen kannst Du Dich gerne melden... B)

Grüße
Schnuppe

Guten Morgen,

eine Frage, braucht man für die Tour ein Permit?

Lg
Alex
1 x Kenia, 2 x Tansania, 2 x Südafrika, 5 x Botswana, 6 x Namibia
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08 Mär 2024 06:32 #683667
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  • CarstenS am 08 Mär 2024 06:32
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Guten Morgen,

eine Frage, braucht man für die Tour ein Permit?

Lg
Alex[/quote]

Nein, für den Damaraland Trail braucht es kein Permit, noch für den Doros Trail, noch für Desolation Valley.
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08 Mär 2024 19:50 #683717
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Freitag 9. Februar

Die Fahrt heute war recht kurz. Um 7:00 losgefahren, um 11:00 waren wir in der Naukluft. Etwas lange Diskussionen an der Rezeption, wo die Dame uns ausreden wollte, heute noch den Oliver Trail zu gehen. Es wäre viel zu heiß, man müsse früh morgens losgehen. Etwas verdruckts musste sie dann zugegeben, dass sie selber den Olive Trail noch nie gewandert war.
Nun, erst hatten wir mal wieder viel Zeit zum Lesen auf dem Zeltplatz. Es war wenig los, es waren nur vier weitere Plätze belegt. Wir nahmen einen unten am Flußbett. Hier waren sehr viele Schmetterlinge unterwegs!


Der Olive Trail ist 10km lang und man soll dafür 4 Stunden brauchen. Nun, das ist viel Zeit für nur 10km, aber da es steil hochgeht und der Weg nicht gerade eben ist, akzeptierten wir das mal so. Gegen 19:30 wird es dunkel. Also gingen wir um 15:30 los, vom Parkplatz des Trails, der ca. 10 Minuten vom Campsite entfernt ist.
Es war heute wirklich heiß, 33°C, und die ersten 3 km ging es steil nach oben, und das in der prallen Sonne. Aber: Es war sehr windig und die Luftfeuchtigkeit war gering, so dass Schwitzen half, wir dadurch abkühlten, ohne tropfnass zu werden. Trotzdem mussten wir viel trinken, und die 2 Liter, die wir mitgenommen hatten, waren gerade genug für die Tour.

Nach einer Stunde waren wir oben auf dem Plateau. Auf dem Weg nach oben war die Aussicht fast besser als oben. Auf dem Plateau ging es etwas gerade aus, dann ging es lansgam wieder hinunten, ein trockenes Flußbett entlang. War der Weg nach oben sehr gut gewesen, wurde es nun sehr steinig, und damit das Vorankommen schwieriger, obwobl es bald bergab ging. D.h. obwohl es runter ging, wurden wir langsamer.


Noch im hellen Tagsschein erblickten wir einen Skorpion, sehr groß, aber trotzdem einer der sehr giftigen Gattung Parabuthus, die sonst ja eher klein sind. Ich war wegen der Größe verblüfft und auch wegen der Tagaktivität. Ich vermutete schon, dass dieses Exemplar womöglich einen Parasiten hat, der sein Verhalten beeinflußt. Später bestimmten wir ihn aber als Parabuthus villosus, dem bei weitem größte Skorpion dieser Gattung im südlichen Afrika. Und extrem giftig! Und tagaktiv! Ich denke mal, wenn man so groß und so giftig ist, kann man halt auch tagsüber rumlaufen, ohne gefressen zu werden.
Nun ging es immer weiter in das Flußtal hinein, dass sich nach unten wand. Der Weg war sehr schwierig und langsam. Wir kamen nun in den Schatten und hofften auf Kühlung, aber vergebens. Denn hier fehlte das kühle Lüftchen, die heiße Luft hing zwischen den Felsen. Die heißen Felsen wirkten wie ein Ofen. Aber es war zum Aushalten, nur wurde es eben nicht wie erhofft kühler.
Die Aussicht im Canyon war schön. Dann kamen wir an die schwierigste Stelle, ein tiefer mit stinkendem grünen Wasser gefüllter Spalt. An den Wänden waren Eisenketten befestigt, an denen man sich entlanghangeln sollte, aber es sah gefährlich aus. Am Office hatte man uns gesagt, links wäre die Kette lose, wir sollten rechts gehen. Aber rechts war die Kette viel zu kurz, man kam nur unter Gefahr des Absturzes an den Start. Lindelani schaffte es zwar, sah dann aber, dass die Kette zu kurz ist.
Also zurück und an die linke Kette. Lindelani war nun etwas verunsichert, wollte aber trotzdem als erste gehen. Dabei machte sie den Fehler, die Kette wie ein Geländer in Hüfthöhe zu halten, anstatt mit ausgestreckten Armen daran zu hängen. Zwar sah ich das, sie brauchte aber einige Zeit, den Mutz zu finden, kopfunter an der Kette zu hängen. Und weiter vorne war eine Ankerung lose, aber man konnte trotzdem weiter. So brauchte sie gestresst gut 10 Minuten, um die Stelle zu passieren. Ich hingegen hängelte mich an der Kette entlang und war nach weniger als einer Minute unten. Das Zuschauen hatte geholfen zu sehen, wie die Kette zu handhaben ist.
Weiter ging es im Flußbett entlang. Nach einiger Zeit kamen wir zu einem Wasserloch, einen Tümpel. Lindelani ging voran und hatte das Glück, dort eine Schwarze Mamba zu sehen, die allerding im Schilf verschwand. Wir warteten 5 Minuten, aber sie kam nicht wieder raus. Wir liefen weiter und sahen zwei oder drei schon ältere Zebrakadaver, die in der Nähe des Wasserloches gestorben waren.

Nach fast 4 Stunden waren wir zurück beim Auto. Als erstes ein kühles Getränk aus dem Kühlschrank, dann fuhren wir zurück. Es fing an zu dämmern und uns kam das Auto der Ranger entgegen. Diese wollten nach uns schauen, ob auch alles ok war, da es schon spät wurde. Dabei waren wir genau in unserem Zeitplan.
Danach am Camp braaiten wir gemütlich. Unser Licht zog einige interessante Insekten an, Ameisenjungfern, Grillen, und eine große grüne Heuschreckenart, was dann das letzte Highlight des Tages war.
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10 Mär 2024 08:55 #683762
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Samstag 10. Februar
Um 6:30 gingen wir los, auf den 18km langen Waterkloof Trail gehen, für den wir fast 10 Stunden brauchen würden. Das Auto parkten wir an der Rezeption, da man uns gesagt hatte, die Gefahr wäre groß, die Paviane würden es ansonsten während des Tages demolieren, wenn wir es unbewacht am Cmapingplatz lassen. An Getränken hatten wir die volle 2 Liter Wasserflasche dabei und vier weitere Liter selbstgemachten Eistee. Das sollte tatsächlich gut reichen, weniger wäre aber schon problematisch geworden.
Wir sind den Trail so gelaufen, wie es der Plan vorsieht, also gegen den Uhrezeigersinn. Vorteil hier: der Anstieg ist viel weniger steil. Nachteil: Man läuft morgens im Schatten des Flußbettes, wenn man noch gar keinen Schatten braucht, und passiert die schönsten Rockpools gefüllt mit klarem Wasser, wenn es noch kühl ist und man keine Abkühlung braucht. Denn die ersten ca. 2 ½ Stunden wandert man durch dieses Flußbett. Dann wird es offener, die Bäume verschwinden und die Rockpools auch, es geht aber weiter das Flußbett entlang, mit sanfter Steigung. Nach circa 4 Stunden ist man auf dem Plateau, auf dem man ca. 1 Stunde lang weiterläuft. Dann geht es steil nach unten, man folgt einem anderen Flußbett, dieses ohne Bäume und ohne Schatten. Nach einiger Zeit kommt man an einen großen grünen See, dessen schlammige Wasser nicht zum Baden einlädt. Nach ca. 7 ½ Stunden gibt es dann aber doch ein paar Rockpools mit kühlem klarem Wasser, wenn auch nicht so schön, wie am Anfang des Trails. Dann sind es noch gut zwei weitere Stunden in der Hitze, bis man endlich am Campingplatz ankommt.




Der Waterkloof Trail hat weniger schöne Aussichten wie der Olive Trail. Und auch keine Adrenalin steigernde Stellen wie die Eisenketten des Olive Trails. Wer also weniger Zeit oder weniger Kondition hat, dem sei der Olive Trail empfohlen. Wir waren trotzdem froh, und auch stolz, den Waterkloof Trail in der Hitze des Hochsommers gelaufen zu sein.
Wir waren gegen 16:00 zurück im Camp und verbrachten des Rest des Tages mit Lesen und dem Beobachten der Paviane, die inzwischen im Camp eingetroffen waren.
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12 Mär 2024 10:18 #683851
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Sonntag 11. Februar
Wir schliefen heute so lange wie möglich, denn auch heute sollte der Weg sehr kurz sein, aber mehr als 7:30 war einfach nicht drin.
Wir hatten in Damaraland wegen des viel kürzer als erwarteten Dorros Trail einen Tag gespart und wollten deshalb heute einen nicht geplanten Extrastop einlegen, im NamibRand Nature Reserve. Mein guter Kollege Barry Lovegrove schwärmte derart von diesem Ort in seinem Buch „The Living Deserts“, das auch viel über unsere eigene Arbeit in Goegap erzählt, dass ich es endlich mal sehen wollte. Barry hatte mich im Februar 20202 noch in Goegap besucht, kurz vor dem Corona Shutdown. Er war damals gerade Zwangspensioniert worden (damit die Stelle für jemand jüngeres frei wird) und arbeitet an einer Neuauflag seines Buches, dass ein Jahr später auch publiziert wurde. Ich kann es wirklich sehr empfehlen! 2022 starb er leider unerwartet nach kurzer schlimmer Krankheit an Krebs.
Das NamibRand Naturreservat ist ein privates Naturschutzgebiet von gut 200 000ha Größe im Süden Namibias. Gegründet wurde es von dem Namibischen Geschäftsmann Johann Albrecht Brückner, der sich in die Landschaft verliebte, und nach und nach überweidete Farmen aufkaufte, die nicht mehr wirtschaftlich waren. Inzwischen gibt es zahlreiche meist hochpreisige Unterkünfte mit vielen Aktivitäten wie Dünenwanderungen etc. Wir wollten es aber nicht luxeriös sondern ruhig und buchten einen Campingplatz beim Family Hideout im Süden des Reserves. Der Preis von ca. 600 Rand inkl Eintritt war nicht zu hoch. In der Hauptsaison sind die Campsites Monate im Voraus ausgebucht, aber jetzt hatten wir kein Problem, kurzfristig zu buchen. Es gibt drei Campsites, nach Planeten benannt, da der Sternenhimmel hier wirklich beeindruckend ist: Jupiter, Venus und Orion.
Wir kamen um 11:30 an und bekamen den Campsite Orion, der sehr schön neben einer kleinen Sanddüne in einem sehr kleinen Tal gelegen ist. Es gibt eine private Dusche + WC und eine Schatten spendenden Unterstand mit Tisch und Bank. Am kleinen Wasserloch direkt am Campsite kamen während des ganzen Tages Gemsböcke zum Trinken. Eigenlich ein toller Platz zum Relaxen und Lesen!
Mittags strahlte die Sonne prall auf dem Unterstand. Dazu kam ein starker Wind: Heiß blies der feine Wüstensand um uns herum. Wir verzogen uns nun in den Schatten des kleinen Häuschens, in dem das Bad ist. Zwar saßen wir im Prinzip auf dem Septic Tank, aber hier war das Wetter besser auszuhalten.



Doch es wurde heute brutal heiß! Und wir sind von Goegap auch 35-40 C gewohnt. Aber es war so heiß, daß wir zu ungewöhnlichen Mitteln greifen mussten: Dreimal gingen wir für 10 Minuten in den Land Cruiser, machten alles zu, starteten das Auto und ließen den Aircon volle Pulle laufen, um uns etwas abzukühlen!





Als die Sonne untergegangen war, kühlte es leicht ab. Wir starteten ein Feuer, und als es ganz dunkel war, machten wir eine kleine Nachtwanderung die Düne entlang, die nicht sehr hoch ist. Eher ein kleiner Hügel. Wir wandersten sie entlang und dann runter ins Tal zurück zum Campsite. Der Sternenhimmel war herrlich, aber ansonsten sahen wir nichts Besonderes.

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14 Mär 2024 21:00 #683981
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Montag 12. Februar

Morgens sind wir noch auf die Sanddüne gestiegen, die hier zum Sandsurfen benutzt wird. Sehr schöne Aussicht, aber auch wirklich eine kleine Düne. Dann noch die kurze Runde durch die rote Landschaft gefahren. Die Farben am Morgen waren herrlich. Wir sahen noch zahlreiche Löffelhunde im Reserve, die auf Insektensuche waren. Dann ging es weiter, wie verließen NamibRand, werden aber sicher wieder kommen, wenn es sich anbietet. Denn Landschaft und Ruhe sind wirklich beeindruckend.



Wir fuhren Richtung Süden, machten dann aber den Abstecher über Duwisib Castle. Dieses skurille Schloß wurde 1908 von einemd deutschen Offizier gebaut. Inzwischen gehört es dem Namib Wildlife Resort. Man kann hier für viel Geld übernachten, aber wir wollten es nur von außen anschauen. Man sieht es gut von der Straße aus, aber etwas scheu fuhren weiter wir durch das Tor zum roten Schloß hinauf. Vor dem protzigen Eingang zum Schloß selber drehten wir auf dem großen Platz um und fuhren wieder runter. Innerhalb des Gründstückes gibt es aber einen Picknickplatz, wie bei einem Nationalpark. Hier frühstückten wir, immer etwas nervös zum Schloß hochschauend, ob nicht gleich jemand kommt, um einen horrenden Eintritt zu verlangen oder uns zu verscheuchen. Es kam aber niemand.


Dann ging es weiter Richtung Süden, an Bethanie vorbei, auf die B4, hier Richtung Osten bis Seeheim, und dort auf der Gravel Road Richtung Süden. Wir wollten heute zum Fish River Canyon. Am Anfang der Gravel Road waren mehrere Hinweisschilder, dass die Straße in sehr schlechtem Zustand sei, und man besser die C12 nehmen solle. Das stimmte wohl auch, aber wir kämpften uns trotzdem die Straße entlang, und so schrecklich war es auch wieder nicht. Dann trafen wir nach einer Stunde auf die C12 und es ging weiter Richtung Süden, bis wir gegen 14:00 bei Hobas ankamen. Die Aussicht beim Fish River Canyon war wie immer atemberaubend. Aber ich glaube, ich war schon zu häufig hier.



Weiter ging es nach Ai-Ais, unserere heutigen Station. Es war fast nichts los, noch zwei andere Autos auf dem Campingplatz. Es war heiß und stickig, aber wir kühlten uns beim Ausenpool ab. Komisch, die anderen Jahre war ich immer im Frühling hier und genoß dann das warme Wasser. Heute hattes 36°C, und da kam mir der Pool angenehm kühl vor!
Schade war, dass die Campingplätze direkt hinter dem Pool bei einem Unwetter vor einiger Zeit zerstört worden sind. Und nicht wieder aufgebaut wurden. So campten wir auf dem Gravel etwas weiter entfernt. Und bald endete dieser Tag schon, der doch recht ruhig gewesen war.
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