THEMA: Das erste Mal - teilweise “abseits üblicher Wege"
11 Jun 2023 18:23 #667860
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Hallo in die Runde!

Durch dieses Forum haben wir jede Menge Tipps und Anregungen erhalten. Daher kommt anbei nun der Bericht zu unserer ersten Namibiareise, auf dass er ggf. ebenfalls als Anregung und Informationsquelle dienen mag!

Unsere Reiseroute war nicht ganz die „klassische“ Ersttätertour – mehr zur Findung kann man hier nachlesen.

Final sah die Route nun so aus:

Samstag
Landung in Windhoek,Übernachtung auf der Ababis Guestfarm
Sonntag
Sesriem Campsite – NWR
Montag
Hotel A La Mer in Swakopmund
Dienstag
Ugab Save the Rhino Camp
Mittwoch
frei Campen am Huab
Donnerstag
Palmwag Campsite
Freitag
Crowther’s Campsite
Samstag
frei im Obias („Zufluss“ des Honaib)
Sonntag
frei am Khowarib Schlucht 4WD-Trail
Montag
Etosha Olifantsrus Campsite
Dienstag
Etosha Okaukuejo Campsite
Mittwoch
Etosha Namutoni Campsite
Donnerstag
Otavi Wineyards Campsite
Freitag
Waterberg Wilderness Plateau Campsite
Samstag
Rückflug ab Windhoek

Kurzfazit:
Noch besser als gedacht! Highlight war der Weg vom Ugab Save the Rhino Camp über Palmwag in den Honaib. Wahnsinnig schön und wunderbar einsam. Noch unterwegs haben wir den Plan gefasst, wiederzukommen und noch weiter gen Norden zu fahren.

Ausrüstung:
Aufgrund der Route 2-3 Worte zur Ausrüstung: Hilux 2.8 in Safari-Ausstattung von ASCO (Kompressor und Co obligatorisch). Sat-Phone, Rubbertracks, immer 40l Wasser im Auto + gut 30l in Kanistern/Flaschen, Essen für fast die gesamte Reise, Walki-Talkies, Simkarten von MTC, Tracks4Afrika App&Buch, Openstreetmaps, Iwanowski, Bradt und Lonely Planet als Reiseführer, die relevanten 4x4-Führer der Linkes (gibts bei Kindl im Abo – wie auch den LP) & großzügige Reiseapotheke.

Vor der Reise:
Unsere Vorbereitungen laufen seit ungefähr Ende Februar. Dort wurde der Entschluss gefasst, nach Namibia zu reisen und wir lesen uns langsam ein, reservieren Auto und NWR Campsites. Bei ASCO – dem Anbieter unserer Wahl – ist der „normale“ Hilux vergriffen, wir nehmen die Safari-Version. Gebucht über TUI Cars und Camper ist auch direkt die beste Versicherung (+Versicherung von TUI) sowie die Luxus-Campingausstattung dabei. In Patagonien sowie auf Sao Tome und Principe hat Fahren auf weniger „ordentlichen“ Wegen immer Spaß gemacht und wir beide lieben die Weite von Wüsten/Steppen. Es wächst die Idee, nun richtig „offroad“ zu Fahren. Somit wird ab hier viel gelesen und recherchiert, wir finden langsam die o.g. Route, planen mit Schritten und optionalen Puffern. Im Internet eignen wir uns noch etwas Offroad-Theorie zu unserem kleinen Praxis Kenntisstand an. Zudem steht fest, dass wir das Training auf der Ababis Guestfarm machen wollen.
Die Recherche zur Gesundheitsvorsorge offenbart nichts besonderes, nach den letzten Reisen haben wir eigentlich eh alle möglichen Impfungen intus. Die Frage nach Malariaprophylaxe beschäftigt uns eine Weile – am Ende entscheiden wir uns für den Etosha-Abschnitt dafür – ausschlaggebend war, dass wir Malarone gut vertragen und hier einfach das Risiko minimieren. Im Ergebnis unnötig, die Mücken hätte ich an zwei Händen abzählen können.
Wie es immer so ist, knubbeln sich dann die Aufgaben und Termine, die Spannung steigt. Den Samstag vor Abreise gehe ich ins Büro, um der E-Mails Herr zu werden. Die Drohnenngenehmigung lässt auf sich warten. Am Donnerstag (Feiertag) stellen wir uns die Frage, warum wir nicht einfach auf die Kanaren fliegen. Typischer Vorab-Stress – am Ende wird’s dann immer gut.

Freitag:
Drohnengenehmigung kommt in der Minute, als das Taxi vom Haus steht an (super netter Kontakt zur dortigen Behörde; zudem nimmt sich Namibia ein Vorbild an unserer Verwaltung: ein volldigitaler manueller Prozess - ich bekomme den Scan eines Papiers mit Stempel und Unterschrift, fehlt nur, dass es als Fax kommt;) ). Zubringer aus dem Norden nach FRA. Riesen Schlange an der Sicherheitskontrolle. Ohne Vordrängeln scheint es uns knapp zu werden (und wir sind mit genug Vorlauf da). Die Frage beim Sicherheitspersonal, ob wir den Flieger nach Frankfurt bekommen wird knurrend bejaht, „Frankfurt hat eh Verspätung!“. Das hören wir nicht gern – aber wozu hat man sein Handy: keinerlei Verspätung angezeigt. Die erneute Frage mit Verweis auf die Informationen aus dem Internet wird wieder knurrig abgeschmettert. Ungefähr eine Minute später gerät der „freundliche“ Mitarbeiter dann in Hektik: „Wer muss nach Frankfurt? Bitte alle vor!“ Haben wir ja gleich gesagt…
Es folgen zwei unauffällige Flüge (der erste und eigentlich einzige Packfehler fällt schnell auf: Kopfhörer mit 3,5mm Klinke-Anschluss vergessen – 3€ ärmer für richtig miese Plastikteile, die erst nach einer gefühlten Ewigkeit verkauft werden). Das Platzangebot in der Economy finden wir okay, die 2-4-2 Bestuhlung ist für Paare super (unproblematisch und ohne Mehrkosten, lassen sich zwei Plätze am Fenster direkt nach Öffnung des Online-Checkins auswählen), es ist nicht ausgebucht und im hinteren Teil sind diverse Sitze frei, auf denen sich dann Mitreisende breit machen. Der Service ist nett aber unkoordiniert und langsam. Wir schlafen einige Stunden und gar nicht mal so schlecht.

Samstag:
Dieser Tag ist ein kleiner Tribut an die Reiseplanung, es steht die Übernahme des Autos, Großeinkauf und die Fahrt zur Ababis Guestfarm an. Anders wäre aber das Offroad-Fahrtraining nicht möglich gewesen. Wir haben es zu Hause alles durchkalkuliert, wissen wo wir einkaufen und was wir einkaufen wollen und sind daher zuversichtlich, vor Sonnenuntergang am Ziel zu sein.
In der Regel beteiligen wir uns nicht am sofortigen Aufspringen im Flieger, sondern verlassen ganz entspannt unsere Plätze, wenn sich die Reihen lichten. Das führt hier dazu, dass wir (nach einem schönen Marsch über das Vorfeld mit Sonnenaufgang) ziemlich hinten in der Schlage für die Einreise stehen.

Allerdings fährt der ASCO Transfer sowieso erst vergleichsweise spät ab (hier geht etwas des geplanten Puffers drauf). Der ASCO Mitarbeiter rät davon ab, im Flughafen zu MTC zu gehen, da dort immer viel los sei – im Ergebnis hätte die Zeit gereicht. Wir heben also nur Geld ab – ich vergesse den Pin meiner Kreditkarte, mit der sich kostenfrei Abheben lässt. Die App, in der ich ihn nachgucken könnte, lädt nicht (weil der von mir installierte Werbeblocker blokada das im Flughafen-W-Lan offenbar unterbindet). Mit einer anderen Kreditkarte hebe ich 5.000$ ab – aber ab hier ist der Wurm in der Bargeldversorgung (diese haben wir auch nur lose vorgeplant – als erfahrene Reisende weiß man ja eh Bescheid…).
Die Übergabe bei ASCO ist extrem professionell. Das Auto hat nur gut 7.000 km auf der Uhr und ist in einem makellosen Zustand und absolut sauber (genauso wie das gesamte Zubehör, z.B. auch das Campinggeschirr). Wie aufwändig die Reinigung sein muss, können wir nach unserer Reise ein- und wertschätzen.
Die ersten Meter im Linksverkehr mit diesem riesigen Panzer sind gewöhnungsbedürftig (wir nehmen immer eine Handyhalterung mit, Google-Maps ist sehr praktisch). Der Weg zur The Grove Mall ist schnell geschafft, die Einfahrt zum Parkhaus sagt dann aber „2,4m MAX“. Auf Nachfrage wurde uns bei ASCO zugerufen: Two and a half meters… Was nun? Noch mal um den Block, meine Frau steigt aus und guckt, ob es passt. Die Höhe wäre okay, allerdings komme ich in diesem Winkel niemals in die Einfahrt. Also, Runde Nummer drei. Das Parkhaus erscheint uns sicherer als alles, was wir aus Rom kennen. Stopp eins ist der „Alkohol-Laden“, bevor der Verkaufsstopp am Samstag einsetzt. Dann MTC und Checkers, wo wir unsere zu Hause erstellte Liste abarbeiten. Zum Schluss kaufe ich noch eine weitere Plastikkiste in einem kleinen Laden neben der Toilette – wir haben bei ASCO zwei Boxen für Essen geordert. Drei oder vier wären besser gewesen. Die zusätzliche Kiste erweist sich als goldrichtig – trotz Staubklappe ist hinten alles wunderbar gepudert (auch bei der Fahrt auf C Straßen). Mittagessen gibt’s auf die Hand und wir sind Unterwegs gen Süden.
Um auf die T4A-Fahrzeiten aus dem Buch zu kommen, darf man nicht trödeln. Wir sind etwas langsamer. Und der ASCO-Geschwindigkeitsüberschreitungswarnton ertönt bereits bei 60km/h (eigentlich: Schotter 90km/h, Asphalt 120km/h, Stadt 60km/h). Als wir von anderen ASCO Autos überholt werden, rufen wir die Hotline an (das Piepen ist so penetrant, dass ausgeschlossen ist, dass unsere Überholer es einfach ignorieren). Der nette Mitarbeiter teilt mit, dass der Ton mit dem eingeschalteten 4WD zu tun hat. Da möchte ASCO nicht, dass man schneller als 60km/h fährt. Er bietet an, es auf 70km/h zu erhöhen (wie das gehen würde haben wir nicht erfahren). Das ist nun auch der einzige Kritikpunkt an ASCO: ich kann verstehen, dass man den Verschleiß minimieren möchte. Aber 4WD gibt einfach mehr Traktion und damit Sicherheit auf Schotter und das hätte ich gerne bis zu den von ASCO erlaubten 90km/h gehabt. Ohne 4WD geht es dann weiter.

Die Straßen werden immer „schlechter“, die Landschaft wird analog schöner und wir kommen gegen 18h am Ziel an – per E-Mail hatte ich schon eine späte Ankunft angekündigt. Man schickt uns schnell den Stellplatz suchen, bevor es ganz dunkel ist. Heute Abend haben wir Essen gebucht – es gibt ein wirklich schönes Abendessen mit den Inhabern, einem Paar, dass die Farm in den kommenden Wochen „hüten“ wird, währen die Inhaber in Deutschland sind und einem weiteren Pärchen, dass eine feste Unterkunft gebucht hat. Die Campsite ist sehr gut! Und das erste mal dieser fantastische Sternenhimmel. Wir sind am Ende des langen Tages todmüde und schlafen schnell ein.


Ich muss mal schauen, wie ich es über die kommenden Tage/Wochen schaffe, diesen Bericht zu ergänzen – es ist fest vorgenommen.
Letzte Änderung: 20 Jun 2023 23:26 von Fresa.
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11 Jun 2023 18:35 #667862
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Hallo,

ich lese gerne mit, gespannt bin ich auf das Fahrsicherheitstraining, Meine Männer haben es bei unserem letzten Besuch auch gemacht und waren restlos begeistert. Ich habe auf der Nachbarfarm relaxt. Eure Reise ist ein straffes Programm.

LG

Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
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11 Jun 2023 20:15 #667868
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Hallo Gabi,

guter Punkt: ja, das ist ein straffes Programm und die Route stellt auch nicht einen anfänglichen, fixen Plan dar! Zwischen Swarkopmund und Etosha war nichts gebucht und nichts fest. Da wir großen Gefallen an den den off-road Tracks gefunden haben und keinerlei Pech hatte, also null Puffer verbraucht haben, ließ sich die Route so realisieren. Auch relevant: wir sind nicht die Typen, die alle 2h ausgedehnte Pausen machen, von Cafe zu Cafe ist nicht so unseres. Als undogmatische Intervalltaster haben wir in der Regel auch nur ordentlich gefrühstückt und dann abends wieder was gegessen. Wie man gerne reist, muss jeder für selbst beantworten. Wir kamen uns gar nicht geherzt vor und ich war selten so schnell und nachhaltig komplett mental "raus" aus dem Alltag:)
VG
Moritz
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12 Jun 2023 23:13 #667929
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Sonntag

Wir schlafen ziemlich tief und fest, nur gegen Morgen wird es ein wenig kalt. In den kommenden Nächten nehmen wir die Decken, die es von ASCO dazugab, zusätzlich zu unseren Schlafsäcken („Komfortzone: bis 8°C“ – eine komische Definition von Komfort…). Wir packen das Auto ein wenig um, alles ein und nach einem guten Frühstück auf der Farm, geht es mit dem Fahrtraining los.
Unser Lehrer ist ein Freund der Besitzer, der nun ebenfalls einige Trainings übernimmt. Nach einem theoretischen Teil geht es zu dritt in unserem Hilux los. Wir sehen ein paar Giraffen und langsam wird der Weg immer „wilder“. Es stehen die ersten Meter im Flussbett an. Eigentlich gar nicht wild, an das Geeiere im Sand gewöhnen wir uns schnell. Es folgt eine sehr sandige bzw. tiefsandige Stelle. „Und nun bitte eine richtige Vollbremsung“ – Damit ist klar was folgt, wir fahren uns absichtlich fest (denn aus unserer Theorie wissen wir: im Sand nur sachte bremsen!). Auf der Fahrt wurde noch gefachsimpelt, dass sich die neuen Hilux kaum festfahren ließen, ich sage mal so: „Challenge accepted“:



Der Wagen liegt quasi mit beiden Differentialen, dem einen Reserverad und dem Unterfahrschutz auf. In der Folge heißt es zuerst: Druck von den Reifen (wir sind mit 2,2 Bar kalt in das Flussbett gefahren – im „echten Leben“ wäre das ein klarer Fall von selber Schuld). Dann schaufeln wir mit unseren Händen die Räder frei, legen Steine unter. Die ersten Versuche des Herauswackelns scheitern, zwei Räder haben gar keinen Gripp mehr. Somit lernen wir auch noch den high-lift jack in Aktion. Nach dicken 30 Minuten ist der Wagen frei – wir verzichten auf eine Wiederholung mit meiner Frau als Festfahrerin (das holen wir später noch beinahe selbst nach):



Eine richtig gute Übung, schlimmer kann man sich im Sand kaum festfahren und wir wissen nun, dass wir zu zweit mit Zeit, Spucke und Steinen rauskämen (apropos Steine brauchen wir ja eigentlich gar nicht, wo waren noch mal die rubber tracks – müssen wir wohl übersehen haben…).

Weiter geht es mit diversen Übungen auf einem kleine Parcours. Es geht um Schräglagen, das Überfahren von steilen Hindernissen, Rinnen, steilen Hängen usw. Wir wechseln uns als Fahrer ab und unter fachkundigen Hinweisen fluppt es alles ziemlich gut. Auch hier bekommen wir eine gehörige Portion Sicherheit für das Handling des Wagens – z.B. die Schräglage fühlt sich als Beifahrer klar nach Testamentmachen an – ist aber noch weit entfernt vom Limit des Wagens.



Zum Schluss kommt eine Kombiübung: Ich fahre einen ziemlich steilen Berg auf sehr steinigem Pfad hinauf. Es ist ziemlich herausfordernd, den Radstand so einzuschätzen, dass man mit den Reifen in Kurven möglichst nicht an Steinen entlangschleift. Auch ist die Einschätzung der Spurbreite für mich viel weniger intuitiv als bei unserem alten Passat. Oben belohnt ein schöner Ausblick und nach kurzer Pause fährt, bzw. kriecht, meine Frau denselben Weg hinunter.



Gegen frühen Nachmittag sind wir zurück. In der farmeigenen Werkstatt erhöhen wir den Reifendruck. Zudem messen wir den Strom am Kühlschrank durch, denn irgendwie geht die Temperatur in die falsche Richtung (ich hatte überlegt ein Messgerät einzustecken – und würde es beim nächsten Mal tun, so lassen sich leicht einige Dinge selbst prüfen). Strom kommt an, nur die Kühlleistung ist nicht vorhanden oder sehr schwach. Zudem suchen wir noch einmal nach den Sandmatten und sie sind definitiv nicht dabei, das haben wir bei der Übergabe verpennt.

Wir machen uns auf den Weg nach Sesriem, eine eher kurze Fahrt. Von Unterwegs telefonieren wir mit ASCO und verabreden einen Tausch des Kühlschrankes am Dienstagmorgen in Swakopmund und auch die Sandmatten werden wir dort bekommen (sie hätten auch nach einer Lösung in Sesriem gesucht, nach Swakopmund fährt aber regelmäßig ein Kurier und es gibt eine Partnerwerkstatt – wir sind auf beide Dinge erst nach Swakopmund wirklich angewiesen).

Auf der Sesriem Campsite bekommen wir einen außen gelegen Stellplatz unter einem sehr großen Baum. Deutlich mehr Menschen auf der Ababis Guestfarm, aber m.E. die zweitbeste NWR Campsite unserer Reise.

Wir fahren direkt noch zum Sesriem Canyon. Das ist noch eine ganz nette Aktion am Nachmittag und die Temperatur ist angenehm. Allerdings sind schon einige Leute hier unterwegs und wer die Barrancos auf den Kanaren o.ä. kennt, wird nicht vom Hocker gehauen (aber man sollte nicht so viel Vergleichen, sondern genießen, im Urlaub). Ganz am Ende der begehbaren Strecke im Canyon, nach einer kleinen Klettereinlage, treffe ich ein paar einheimische junge Leute. Sie lassen hier den Sonntag bei mehr oder weniger kalten Getränken und Handymusik ausklingen. Man besteht auf ein Foto von mir und mit mir. Wir unterhalten uns eine Weile, sie kommen in Teilen aus Südafrika und sind zum Arbeiten hier. In der Schlucht können sie sich am einzig freien Tag der Woche ein wenig erholen und auf andere Gedanken kommen. Ich verabschiede mich und wir drehen noch eine Runde (gemäß OpenStreemap-Karte müsste man sogar eine kleine Rundwanderung machen können – das ist uns zu warm).



Wir treffen die Gruppe dann auf dem Rückweg noch einmal und sie zeigen uns noch zwei Figuren in den Felswänden. (Natürlich ist es schwer, nicht kurz mal zu überlegen, ob das nun irgendwie gefährlich ist, so leicht alkoholisierte Gruppen und was stand da beim Auswärtigen Amt... ich kann nur sagen: super höflich und nett und andere Erfahrungen hab ich eigentlich auch woanders bisher nicht machen müssen).



Da unsere Boerewors nun bei fragwürdiger Kühlung gelagert wurde und wir nichts riskieren wollen, kaufen wir im Shop der Campsite eine neue. Lebensmittel werfe ich nur sehr ungern weg und das Bier schmeckt doch eigentlich auch gar nicht warm (der Kühlschrank zeigt 17 Grad an) – doch der Check mit einer Smarwatch bestätigt: 17 Grad (und so warmes Bier schmeckt bei 35 Grad halt kalt…). Somit gibt’s die neue Wurst und einen Bohnentopf mit Süßkartoffeln und Tomaten sowie Wein zum ersten bewussten Sonnenuntergang dieser Reise. Wunderschön!



Dann packen wir alles ein, denn wir beschließen am Morgen zur Toröffnung loszufahren und das Frühstück zu verschieben.
Letzte Änderung: 20 Jun 2023 23:29 von Fresa.
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15 Jun 2023 19:01 #668042
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  • pero65 am 15 Jun 2023 19:01
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Hallo Fresa,

ich möchte ungern deinem Bericht vorgreifen, allerdings fliegen wir kommenden Mittwoch und ich bin noch auf der Suche nach einer guten Campsite zwischen Mobola Lodge und Windhoek. Dabei hatte ich schon mal - nicht zuletzt wegen der Weinprobe :whistle: - die Otavi Wineyards Campsite in den Blick genommen.

Daher die Frage, wie es euch dort gefallen hat. War die Weinprobe - falls ihr diese gemacht habt - fußläufig zu erreichen?

Viele Grüße
Peter
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15 Jun 2023 23:02 #668053
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Hallo Peter,

gern vorab ein paar kurze Infos:
Die Stellplätze sind je ein gutes Stück auseinander, jeder hat ein Spülbecken, Strom, Tisch, Quellwasser (trinkbar). Platz mit Rasen unter Bäumen. Die sanitären Einrichtungen sind geteilt, gibt 2 Toiletten, 2 Duschen und 4 Waschbecken. So sauber, wie dort, war es nirgendwo. Perfekt! Weinprobe ist 50m entfernt (es geht etwas hoch - zurück dann aber nur runter ;) ).
Wir fanden die Probe echt gut, hatten dazu die Snacks gebucht und in der Folge das Abendessen gestrichen (es war reichlich). Allein die Aussicht ist toll und es ist gemütlich. Wer sich für Wein interessiert, kommt auch auf seine Kosten.
Negativ bemerkt wird teilweise, dass man die Straße hört (stimmt bei manchen LKW) - ist halt nicht mehr die Wildnis...
Viel Spaß in Namibia!
Moritz
Ps.: wir hatten nur 2 Tage vorher gebucht und es war nur eine weitere Campsite belegt.
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