Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201508. Aug. 2022 · #21
13.06. Moonlandscape - Ein Tag voller Eindrücke
Die vergangene Nacht hat uns an 2019 erinnert als es in Swakopmund so heiß war, dass man kaum schlafen konnte. Zwar hat es über Nacht abgekühlt, jedoch ist der Bungalow aufgrund der vergangenen Tage noch äußerst aufgeheizt. In aller Ruhe und mit einer tollen Aussicht in die Dünen genießen wir unser Frühstück und nutzen ausgiebig den Kaffeevollautomaten.
Draußen warten wir auf Franzpeter, den Chef unserer Reiseagentur, der uns heute durch die beeindruckende Mondlandschaft führen möchte. Da die liebe Netti sich schon wundert, wo die Hüte geblieben sind - hier bitteschön 🙂
Überpünktlich sammelt Franzpeter uns ein und wir freuen uns sehr, ihn endlich mal persönlich kennenzulernen. Unser erster Stopp ist am Transnamibmuseum und er erklärt uns, wie die Dampflokomobile „Martin Luther“ zu ihrem Namen gekommen ist. Leider bleibt bei mir immer viel zu wenig Wissen und vor allem Fakten hängen, daher füge ich euch lieber den Link dazu ein: KLICK
Wir fahren ein Stückchen auf der B2 entlang aus Swakopmund raus und biegen irgendwann rechts ab. Die touristische Route zur Mondlandschaft und den Welwitschias liegt wohl mehr südlich von der Stadt. Von der Hauptstraße aus dauert es gar nicht lange, bis die beeindruckende Landschaft beginnt. Petra hat sich das irgendwie unspektakulärer vorgestellt und wir sind beide begeistert über diese Aussichten.
Ursprünglich wollten wir auf eigene Faust hierher kommen, aber mit jemand Ortskundigem unterwegs zu sein hat einfach große Vorteile! Franzpeter erklärt uns sehr viel über die Pflanzen und die Beschaffenheit dieser unwirklichen Landschaft. Gerade ich bin ja seit Anfang der Pandemie damals unter die Pflanzenzüchter- und Sammler gegangen - auch wenn ich zuhause weniger der Sukkulenten-Fan bin.
Allerdings sind für mich ein großes Highlight die kleinen Lithops oder auch Lebende Steine genannt! Diese kleinen runzligen Ärsche sind einfach faszinierend. Sie können tatsächlich wunderschön blühen und wachsen, indem aus dem Schlitz irgendwann zwei neue kleine Pobacken herausluken. Mein Versuch, sie zuhause zu halten ist zur Hälfte kläglich gescheitert.
Immer wieder entdecken wir auch anderes Leben in der Wüste, nämlich Insekten oder Eidechsen.
Wir begegnen stundenlang keinem anderen Auto, was das Gefühl hervorruft, ganz alleine auf der Welt zu sein, inmitten einer endlosen Felsenlandschaft.
Zur Mittagspause begeben wir uns dann wieder in die Zivilisation und machen in der beliebten Goanikontes Oasis eine gemütliche Mittagspause. Diese Oase erscheint allerdings mitten im Nichts ebenfalls sehr unwirklich, ist aber ein sehr beliebtes Ausflugsziel bei den Swakopmundern. Kein Wunder, es ist einfach wundervoll hier - genau nach unserem Geschmack!
Als ich mich ein wenig umschaue, kann ich kaum glauben, dass hier "Zimmerpflanzen" gedeihen 🤩 Bei so niedriger Luftfeuchte!
Efeututen und Pileas
Philodendren
Syngonien
Und sogar eine Alocasie!
Nach erfrischenden Malawi Shandys und einem leckeren Mittagssnack wollen wir nun Welwitschias finden. Franzpeter hat da eine ganz bestimmte Stelle im Sinn und hofft, diese auch nach über 10 Jahren wieder zu finden. Zunächst fahren wir aber durch das ausgetrocknete Swakop Rivier und auch hier können wir über die Landschaft nur staunen!
Tatsächlich findet Franzpeter fast auf Anhieb den Abzweig - Hut ab dafür, für uns sieht hier alles gleich aus. Wir fahren nun durch eine Art Schlucht, wo er uns absetzt, damit wir uns ein wenig die Beine vertreten können und auch mal außerhalb des Auto ein bisschen Landschaft genießen können - super Idee!
Wo ist Petra?
Zurück am Auto schwelgt er in Erinnerungen. Hier hat er früher Campingausflüge hin angeboten und der Ort bedeutet ihm sehr viel. Sogar geheiratet wurde hier schon mal und Petra schaut mich erwartungsvoll an - "Na, das wär doch was!". - "Träum weiter" 😄 Aber in der Tat, wäre Heiraten eine Option, wär's kein schlechter Gedanke.
Nach einiger Suche erreichen wir dann auch die Welwitschias, die Franzpeter uns zeigen möchte. Hier sind die ältesten zwar "erst" etwa 300 Jahre alt, aber dies wäre eben eine Stelle, die nur Einheimische und Ortskundige kennen. Er erklärt uns, dass diese Pflanzen nur in einem ganz bestimmten Abstand zum Ozean wachsen und auch nur an ganz bestimmten Stellen. Wir erfahren, welche Pflanzen die weiblichen und welche die männlichen sind. Insekten, insbesondere diese orangenen Käfer sorgen für die Bestäubung.
weiblich
Und wie das im wahren Leben auch so ist, sind die weiblichen ein wenig hübscher als die männlichen.....
männlich
Altersunterschied nur knapp 240 Jahre 😄
Eine Weltwitschia Mirabilis ist die einzige Art ihrer Gattung und besteht im Prinzip auch nur aus zwei Blättern, die eben mit der Witterung über die Jahre immer mehr zerfleddern. Ihre Wurzeln ragen bis zu 10 Meter unter die Erde und was mir tatsächlich noch nie aufgefallen ist - sie ziert das Wappen Namibias! Entdeckt wurde sie von einem österreichischen Botaniker namens Dr. Welwitsch und der Zusatz "mirabilis" bedeutet wunderbar.
Zu guter Letzt findet Franzpeter sogar noch das Südwester Edelweiß!
Damit neigt sich die Tour langsam dem Ende zu und wir fahren wieder zurück Richtung Hauptstraße. Die Eindrücke von heute müssen wir erstmal sacken lassen. Zurück in der Desert Breeze denken wir zum Glück noch an ein Erinnerungsbild und bedanken uns von ganzem Herzen für diesen wundervollen Tag!
Da ich heute den Schlangenpark noch schnell nachholen möchte, fahre ich alleine in die Stadt, Petra kann ich dafür nicht begeistern, ihr reicht der letzte Besuch dort noch. Okay, ein bisschen Selbstreflexion muss ja auch mal sein... Auch ich übe das Parken im Linksverkehr noch ein bisschen 😄
Der Schlangenpark ist mittlerweile etwas umgebaut und ein wenig besser in Schuss als noch vor drei Jahren. Aufgrund der wunderschönen Bilderflut vom Tag, erspare ich euch die nicht wirklich schönen Handyaufnahmen. Nur dieses kleine süße Kerlchen muss ich euch zeigen!
Zurück in der Lodge hat sich Petra etwas erholt und schon bald ist auch schon Sundowner-Zeit. Dafür gehen wir unterhalb der Lodge in die Dünen und suchen uns ein schönes Plätzchen zum Anstoßen.
Der Mond ist auch schon lange aufgegangen.
Zum Abendessen geht es selbstverständlich wieder in den Western Saloon. Petra ist heute mehr nach Fisch, ich bleibe Fleischfresser. Schon gestern hatte ich mich geärgert, dass ich zu spät gelesen hatte, dass es auch Omajowas gibt, also lautet die Bestellung heute Oryx Filet mit Omajowas - einfach nur köstlich! Da passt heute bei mir auch kein Magenschließer mehr rein 😄
Morgen führt uns unsere Tour nach Cape Cross, diesmal mit Übernachtung auf der gleichnamigen Lodge, wir sind gespannt!
So, nun ist es, denke ich, an der Zeit, dass sich mal das „Ü60-Räumkommando“ zu Wort meldet. 😛 Die erste Tasse Kaffee früh morgens unter dem Sternenhimmel ist Gesetz. Wenn sich dann langsam der Himmel rot färbt, erlebt man ein grandioses Farbenspiel, welches die liebe Laura jedes Mal verschläft. Bevor wir on Tour gehen, muss natürlich alles aufgeräumt und ordentlich sein, das versteht sich ja von selbst 😉 So, und nun zum Autofahren: eigentlich hatten wir eine total entspannte Tour - ich durfte dann doch fahren, nachdem mein unverschämtes Kind die Verarsche vom Flughafen wegen des Mietwagens klargestellt hatte 😈 Ich bin halt doch die bessere Fahrerin 🤩 Ok, das mit dem Einparken können wir noch üben, sicher wird meine liebe Laura auch dies noch ausführlich berichten 😄
Nun wünsche ich allen Mitfahrern noch viel Spaß auf unserer tollen Reise. Bei mir als Fahrer seid Ihr sicher
Champagner8'699 Beiträge · seit 201009. Aug. 2022 · #23
Hallo Laura,
ich bin beeindruckt: sogar Zebras, Elefanten und Löwen gibt es in der Mondlandschaft - da will ich auch mal hin 🤩 !
Nein, Scherz beiseite, dich scheint das selbe Schicksal mit den Fotos ereilt zu haben wie mich. Durch das Update von Chrigu werden Fotos, die den selben Namen haben, in Berichten aus anderen Jahren eingefügt. Immerhin tröstet es mich, dass es noch mehr so Schlamper wie mich gibt, die ihre Bilder nicht mit einer genauen, bzw. eindeutigen Bezeichnung abspeichern 😎 .
Was kein Scherz ist: die Mondlandschaft fehlt mir noch in meiner Sammlung und die könnte mir auch gefallen. So wie eure Unterkunft, die Lage mit Blick auf die Dünen finde ich toll.
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201509. Aug. 2022 · #24
Na, endlich ist Mama Petra auch wieder aktiv mit dabei 😘
Hallo liebe Bele, du hast mich gerade maximal verwirrt 😄 Das Problem scheint nur auf Smartphones zu bestehen, denn weder ich am Laptop noch Petra am iPad sehen die alten Bilder. Also beim Sortieren bin ich der ordentlichste Mensch überhaupt bei den Bildern, aber ich benenne die dich nicht noch alle 😣 Hoffentlich wird das schnell gefixt. Ich danke dir für dein Lob! Den Ausflug kann ich dir nur ans Herz legen, zumal ihr ja ohnehin immer in Swakop landet! Die Desert Breeze ist ein Traum! Natürlich nur, wenn man Glück hat und kein dicker Nebel herrscht, da hat man wenig von der morgendlichen Aussicht.
RMrik m.608 Beiträge · seit 202009. Aug. 2022 · #25
Über die Zebras und Co hab ich mich auch sehr gewundert, hatte aber keine Erklärung dafür. 😄
Jedenfalls hattet ihr eine tolle Lichtstimmung in der Mondlandschaft! Sieht noch surrealer aus als mit blauem Himmel!
Champagner8'699 Beiträge · seit 201009. Aug. 2022 · #26
Also ich sehe das gerade auf dem Laptop so, dort hab ich auch die Screenshots gemacht für die Collage gemacht 🙁 , tut mir leid! Musst mal in deinem alten Bericht schauen, ob dort statt dessen andere Fotos sind. Ich blicke bei mir in dem ganzen Chaos nicht mehr durch. Für den aktuellen Bericht kein Problem, da werde ich ab sofort die Fotos mit dem Zusatz 2022 beim Verkleinern abspeichern, aber die alten Berichte muss ich alle mal in Ruhe durchgehen...
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201509. Aug. 2022 · #27
Ja und auf Düsternbrook gibt es neuerdings Löwen... 😈 Danke dir auf jeden Fall für den Hinweis! Immerhin sehe ich es auf dem Handy, da werde ich die paar Bilder wohl neu hochladen und die anderen auch in einem Rutsch umbenennen. Und ja, im 2018er Bericht tauchen in der Etosha die Pferde von Düsternbrook auf.
Enilorac65769 Beiträge · seit 201709. Aug. 2022 · #28
Hallo Laura Auf eurer Mutter-Tochter-Reise möchte ich nicht fehlen, und ich möchte gerne wieder mitfahren. Der Beginn der Reise gefällt mir schon sehr, und ich freue mich auf die Fortsetzung! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
wunderschöne, stimmungsvolle Aufnahmen: sowohl vom Areal und der Lodge Desert Breeze als auch von der Mondlandschaft. 🙂 Euer Guide wirkt sehr sympathisch und so eine geführte Tour in die Mondlandschaft ist beim nächsten Mal Programm. Immer wieder finde ich die Skulpturen von Knut Hueneke faszinierend. Ob in Sawakop oder bei mir um die Ecke, wo der Künstler wohnt und lebt: Dossenheim bei Heidelberg http://www.knuthueneke.org/pages_de/aktuell.html
Gibt es in Goanikontes nur noch die Holzbänke und -tische? Wir hatten beim letzten Besuch im Februar 2020 diese gemütlichen Sofas und Sitzkissen mit Tisch…
Ich freu mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung ~ egal ob mit oder ohne Bilder-Chaos….. 😈 Auf meinem iPad gab es keine Löwen & Co in der Mondlandschaft 😉
Viele Grüße Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201510. Aug. 2022 · #30
So, nachdem ich nun die betroffenen Bilder neu hochgeladen habe, müsste sich das Problem erledigt haben. Solltet ihr nochmal so etwas verwirrendes sehen, z.B. im nächsten Kapitel irgendwelche Wüstentiere zwischen den Robben, dann gebt mir gerne Bescheid! Auf meinem Laptop wurden mir nämlich die richtigen Bilder angezeigt. Ich werde die nächsten Bilder nun vorher umbenennen und hoffe, dass es dann keine Verwirrung mehr gibt!
@Mama Petra Gesetz bleibt Gesetz, aber das einzige, was hell werden darf, bevor ich aufstehe, ist der Himmel und nicht die Deckenleuchte 😉 Naja, mit ü60 kann man schon mal den falschen Knopf drücken... Und lass dich nicht immer do leicht veräppeln - lustig ist es nur für mich, du regst dich nur unnötig auf 😛
@rik m. vielen lieben Dank dir! Ohja, die Stimmung war tatsächlich am Anfang etwas mystisch und je näher wir ins Landesinnere kamen, desto mehr verzog sich dieser graue Film.
@Caroline Willkommen an Bord, schön, dass du auch wieder dabei bist!
@Simone herzlichen Dank! Und auch danke für den Link, das ist ja interessant, dass die aus Deutschland importiert wurden. Sie passen aber auch sooo gut in die Desert Breeze! Oh doch, in Goanikontes gibt es auch nach wie vor die bequemen Sitzgelegenheiten. Anscheinend hat man nur ein bisschen umgestellt 🙂 Auf Petras iPad war auch alles normal, auf meinem iPhone habe ich dann das Chaos entdeckt - schon komisch 😣
So, der Bungalow ist etwas abgekühlt und die Nacht war dementsprechend sehr erholsam. An diesem Morgen lassen wir - oder eher ich - es langsam angehen. Petra ist wie immer natürlich schon früh auf Achse. Und nein liebe Mama, ich verschlafe nicht IMMER den Sonnenaufgang...
Es ist schön zu wissen, dass wir heute nur eine kurze Strecke vor uns haben und nicht auf die Uhr schauen zu müssen, wann wir spätestens los fahren müssen. Daher gehen wir das Frühstück noch entspannter an als gestern und als die nette Bedienung merkt, dass wir uns auf Afrikaans bei ihr bedanken, kommen wir mit ihr ins Gespräch. Ich sage euch, solche kleinen Gesten kommen einfach überall so positiv an und es zaubert allen, sogar Officern, vor allem den Ladies, ein Lächeln ins Gesicht. Der Luxus der Kaffeemaschine wird auch wieder ordentlich ausgenutzt, denn diesen wird es für den Rest der Reise nicht mehr geben.
Nach dem Frühstück laden wir gemütlich das Auto ein und Petra, die Putzfee, putzt nach gestern nun zum dritten Mal die Frontscheibe mit purem Spiritus. Langsam wird's! Nächste Stopps: Tanke, Sparmarkt, die dort gegenüberliegende Schlachterei und die Raith Bäckerei. Im Spar decke ich mich mit meinem neuen Lieblingsgetränk Wuma ein, das hilft enorm beim Wachbleiben und schmeckt nicht wie sirupartiges Pipiwasser à la "Verleiht Flüüügel". In der Schlachterei suche ich vergeblich das schwarze Loch im Boden, in dem ich versinken will, als ich nach Rauchfleisch frage. Statt Smoked Meat, kommt mir, warum auch immer, Smoked Weed über die Lippen 😄 😄 😄 oh Laura... Innerhalb einer Sekunde kann ich mich verbessern, allerdings schaut die Verkäuferin immer noch irritiert. Gekauft wird stattdessen gefühlt ein Kilo Salami, denn das Rauchfleisch soll ein bisschen trocken sein. In der Raith Bäckerei kaufen wir zwei kleine runde Vollkornbrote, das beste Brot, das wir je gegessen haben! Außerdem entscheiden wir uns noch für ein Sandwich und ein Stück Quiche als Mittagssnack für unterwegs.
So, jetzt geht's aber ab Richtung Henties Bay! Am Schiffswrack halten wir nicht - ich scherze, ich könne ja das Bild aus 2018 hier reinstellen 😄 Denn wir haben in einem anderen Bericht gelesen, dass jemandem hier die Reifen abgelassen wurden. In Henties Bay wird die Hauptstraße gerade neu gemacht und wir werden ein kleines Stück durch die Stadt oder eine Art Vorort gelotst.
Die Salzstraße nach Cape Cross ist noch genauso trist wie 2018, aber die Landschaft ist dennoch beeindruckend. Man kann auch genau erkennen, wo der Atlantik beginnt, denn dort hängt eine dicke Nebelschwade.
Zugegeben, die Cape Cross Lodge haben wir uns vorher gar nicht genau angeschaut und sind sehr positiv überrascht, wie schön es hier "oben" ist - ja, für unser Denken ist das irgendwie schon "oben". Eine kleine Lodge, die auch auf Tagesgäste ausgerichtet ist, mit wunderschönen kleinen Zimmern, von denen alle eine für Zimmernachbarn blickdichte Terrasse haben, von der aus man direkt auf den Atlantik schaut, der quasi direkt vor der Tür liegt.
Man erklärt uns, dass es nicht erlaubt ist, richtung Robbenkolonie zu laufen, aber man darf gerne nördlich am Strand entlang spazieren. Nach dem Auspacken schnappen wir uns Kameras und Rucksack und wollen die Robben besuchen. Der Eintritt beträgt 350 N$ pro Person, das ist nicht wenig, dafür könnte man z.B. auch einen Aufpasser bei der Kolonie einstellen, aber dazu später mehr.
Dadurch, dass immer noch leichter Ostwind herrscht, nehmen wir an, dass der Geruch weniger stark ist als beim letzten Mal. Schon am Parkplatz begrüßen uns die ersten Tiere schlafend und dösend.
Was diese Mama ihrem Kind wohl gerade erklärt? 😁
Kleine beleidigte Leberwurst 😛
Nach einigen Schnappschüssen wollen wir in den Steg gehen, hier gibt es jedoch einen tierischen Türsteher, der Petra klar zu verstehen gibt: "Du kommst hier nicht rein!" 😄 Zack, die erste Schnappatmung, denn der Proll rennt ihr auch noch ein Stück nach - ich stoppe leider vor Lachen das Video 😄 Komischerweise wird immer sie attackiert... 😄 Hier ein Ausschnitt:
Nach kurzer Zeit aber können wir schnell durchschlupfen, fragen uns jedoch eine Sekunde später, wie wir nachher wieder rauskommen sollen. Denn kaum haben wir die Tür passiert, liegt nicht bloß die eine sondern gleich drei Robben wieder davor. Wir bleiben in der Nähe der Tür und amüsieren uns noch über die anderen Touris, die teilweise verzweifelt versuchen, wieder aus dem Steg rauszukommen 😄
Kurze Zeit später sind wir fast alleine hier. Wir schlendern über den Steg, knipsen ein paar Bilder, aber beobachten vor allem die Tiere. Eine Gruppe dreier junger Franzosen traut sich nicht durchs Tor und sie springen an einer anderen Stelle in den Steg. Die drei sind ganz witzig unterwegs und wir beobachten von weitem immer wieder, wie sie die Tiere nachäffen. Als eine Gruppe Jungtiere unter ihnen flüchtet, ernten sie böse Blicke von uns und wir signalisieren ihnen, dass sie Idioten sind. Oder gedanklich eher ganz schöne Arschlöcher. Als sie sich irgendwann verziehen, springen sie wieder hinter dem von den Robben vereinnahmten Picknick-Häuschen über den Steg und müssen sich erstmal dort erleichtern. Auf dem Weg zu ihrem Auto beobachten wir, wie sie die Robben provuzieren und herumspringen wie wilde Gorillas. Ein wenig davon kann ich noch filmen, ebenso ihr Kennzeichen fotografieren, dann düsen sie mit durchdrehenden Reifen davon. Und um ein Zeichen zu setzen, dass so etwas nicht geht, hier ein Bild von dem Ganzen. Da braucht man sich nicht wundern, dass die Tiere irgendwann aggressiv reagieren!
So, jetzt aber wieder zu den schönen Dingen! Es gibt viele süße Jungtiere zu beobachten und auch das Badespektakel im Meer ist interessant anzusehen!
Ich sehe, dass sich am Steg ganz hinten ja auch ein Tor befindet, wo wir zurück zum Auto könnten und wo auf dem Weg dorthin keine Robben liegen. Tja, dumm gelaufen, denn vor diesem Tor schlafen IM Steg einfach drei Tiere. Ebenfalls auf dem letzten Teilstück des Steges. Wie zum Teufel kommen die hier rein? Wir haben die Frage noch nicht zu Ende gedacht, da bewegt sich ein Tier auf die Holzbalken zu und wir erkennen, dass dort zwei Balken ein wenig auseinander gebogen sind. Die Robbe quetscht sich tatsächlich da durch - wir fassen es nicht! Anscheinend sind das hier die VIP Sonn-Plätze...
Okay, hier ist kein Weiterkommen. Auch mein Plan, von hier aus über den Zaun zu springen und zum Auto zu laufen/rennen, kommt bei Petra eher weniger gut an. Okay, gehen wir erstmal zurück zum oberen Tor und schauen mal. Mittlerweile sind wir auch nicht mehr alleine und eine vierköpfige Familie parkt gerade ihr Auto. Am Tor liegen wieder einige Tiere, die gar nicht daran denken, freiwillig das Feld zu räumen. Wir stehen im Steg, die andere Familie steht mit etwas Sicherheitsabstand vor dem Tor und würde gerne rein. Ich starte irgendwann den Versuch und trete etwas gegen das Tor und tatsächlich bewegen sich alle! Leider aber nicht weit genug weg und wir wissen ja, wie frech die werden können. Irgendwann rennen wir schnell raus und die andere Familie schnell rein - wir müssen alle lachen und wünschen ihnen noch viel Spaß.
Wir snacken noch Sandwich und Quiche, was einfach super schmeckt - der Geruch ist eh schon längst vergessen. Danach beobachten wir noch einen ankommenden "Hummeldumm"-Bus in XXL Format und sind gespannt, wie die Touris sich am Tor verhalten. Ein paar geben schnell auf, dann kommen aber ihre zwei Guides und geleiten sie durch.
Für uns geht es zurück zum Häuschen, wo man das Permit bezahlt und ich zeige das Video der Honks einem Ranger. Dieser notiert sich das Kennzeichen, aber erweckt eher den Anschein, dass er dies bloß zum Schein tut. Sie sind ja immerhin schon weg.
Zurück in der Lodge muss jetzt ein kühler Drink her - richtig, natürlich Malawi Shandys!
Den Mittag über ruhen wir uns aus, genießen das schöne Zimmer mit Blick und ich sende Fotos und Videos der Honks an einen meiner Facebook Kontakte, die genau weiß, an wen ich mich wenden soll. Ein Herr vom Namibia Travel & Tourism Forum fragt mich ganz genau dazu aus und ist sehr interessiert. Er hängt auch irgendwie mit in der Regierung. Leider hört man danach nichts mehr über den Ausgang. Übrigens die Info an alle, die im Urlaub dringend WLAN brauchen - die Verbindung in der Lodge hier ist für kaum mehr als Whatsapp nutzbar, was uns weniger gestört hat.
Zum Sundowner wollen wir einen barfuß Strandspaziergang machen, zumal noch sehr angenehme Temperaturen herrschen. Wir sind die einzigen, die unterwegs sind und halten vergebens Ausschau nach einer braunen Hyäne - schade! Dafür liegen überall - wirklich überall - Kadaver von Robbenjungen verteilt, die wohl angeschwemmt werden. Uns war auch nicht klar, dass Möwen Aasfresser sind.
Zum Sonnenuntergang kommen zwei Angler und bauen ihr Equipment auf. Wir beobachten sie eine Weile, bis die Sonne untergegangen ist, aber leider waren sie bis dahin noch nicht erfolgreich.
Dafür fängt Petra mal wieder den Sonnenuntergang wunderschön in Szene - das kann sie oft viel besser als ich 🙂
Zurück auf unserem Zimmer leuchtet der Horizont zunehmend schöner und wir freuen uns, dass kein Nebel die Sicht verschleiert!
Selbst eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang beginnt der Himmel noch einmal ganz kräftig zu leuchten! Dank Beles Reisebericht wissen wir mittlerweile auch, warum das so ist!
Das Abendessen ist à la Carte und heute muss es für uns beide Fisch sein! Es schmeckt wirklich alles super! Zurück im Zimmer stellen wir fest, dass ordentlich Wellengang herrscht. Naja, ich mit meinen Ohropax kriege da wenig von mit aber Petra wacht des Nachts immer mal auf und hat das Gefühl, es herrscht der schlimmste Sturm draußen, so laut ist das Rauschen!
Liebe Mitfahrer und Mitfahrerinnen, Mit mir als Fahrer seid Ihr alle sicher bei Cape Cross angekommen 😉 Die Lage dieser einsam gelegenen Lodge hat mich fasziniert. Den rauen Atlantik direkt vor der Tür, mit einem kilometerlangen menschenleeren Sandstrand, soweit das Auge reicht. Kann ich von mir aus nur empfehlen. (liebe Netti, das wär was für Dich!) Die Robbenkolonie konnten wir, dank der Übernachtung dort, ausgiebig und ohne Zeitdruck genießen, um auch wieder einmal mehr festzustellen, dass auch hier Menschen unterwegs sind, die weder Natur noch die Tiere respektieren - echt schlimm. Ja, da muss man sich nicht wundern, wenn die Tiere auch uns einiges an Respektlosigkeit zurück geben - und getroffen hat’s wieder die Mama 😮 Am Morgen gehts dann weiter nach Madisa, da freuen wir uns schon sehr Liebe Grüße von der Petra ….. und danke, liebe Laura, dass Du wieder so ordentlich den Bericht schreibst Jetzt mach mal hinne und hau in die Tasten !!!
H.Badger1'824 Beiträge · seit 201615. Aug. 2022 · #33
Liebe Laura und Petra,
was für schöne Eindrücke ihr mit uns teilt! Cape Cross so intensiv zu erleben, ist bestimmt toll. Und die Lage der Lodge gefällt mir überaus gut. Unsere Besuche bei den Pelzrobben waren bisher immer typische Stippvisiten, die jedoch nachhaltige Eindrücke auf verschiedene Sinne gemacht haben. 😉
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201515. Aug. 2022 · #34
Hallo lieber Sascha,
vielen Dank! Die Lodge ist einfach toll. Hätte deinen Mädels mit dem Strand bestimmt auch gut gefallen! Und ich sehe gerade, du hast deinen Costa Rica Bericht angefangen, den werde ich gleich morgen früh in Ruhe anfangen zu lesen 🤩 Da freue ich mich sehr drauf!
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201515. Aug. 2022 · #35
15.06. Madisa - der Ort der Fröhlichkeit
Heute endet die Nacht für uns beide zur gleichen Zeit und ich muss mich an diesem Morgen wirklich beherrschen, nichts gemeines zu sagen als das Zimmer plötzlich dank der Deckenleuchte hell erstrahlt - draußen natürlich noch völlige Dunkelheit. Versteht mich nicht falsch, ich bin keine ewige Langschläferin, aber ich mag es einfach nicht, im Urlaub so geweckt zu werden. Also haue ich mir noch eine Stunde lang Musik auf die Ohren, bis es draußen langsam hell wird. Zur Versöhnung reicht mir Petra eine Tasse Cappuccino, die ich dankend annehme. So direkt am Meer aufzuwachen hat schon etwas wirklich Schönes! Noch immer ist das Rauschen des Atlantik im Zimmer laut zu hören.
Das Frühstück schmeckt mit Meerblick auch sehr gut! Eine wirklich schöne Lodge ist das hier! Nachdem wir gepackt und das Auto beladen haben, muss Petra schon wieder mit Spiritus ran, denn durch die Feuchtigkeit hier sehen wir gegen die Sonne auch heute absolut nichts. Immerhin sollte dies das letzte Mal sein, wo wir schrubben müssen!
Auf dem Weg nach Henties Bay halten wir immer wieder Ausschau nach braunen Hyänen, haben aber weiterhin leider kein Glück. Die C35 ab Henties Bay Richtung Uis ist viele Kilometer lang bereits fertig geteert und lässt sich dementsprechend angenehm fahren. Tja, so viel dazu - als jedoch die Baustelle beginnt, beginnt auch die "Umleitung", nämlich wurde hierfür einfach an der Seite eine neue Straße geschoben. Diese ist in übelstem Zustand und erstreckt sich über mind. 40 Kilometer. Die Logik dieser Baustelle erschließt sich uns nicht wirklich, da immer wieder zwischendrin gebaut wird und nicht einfach von A nach B. Aber das sollte im Etosha tatsächlich noch "lustiger" werden.
Wir sind heilfroh als langsam die Verkaufsstände vor Uis beginnen, die aber allesamt wie ausgestorben wirken. 2019 war hier deutlich mehr los. Scheiß Pandemie...
In Uis steuern wir direkt den Cactus Garden an, den man auch ohne Navi findet, denn Uis ist nicht besonders groß und er liegt ganz grob gesagt links oben. Hier waren wir bereits 2019 und fanden das Café total gemütlich. Es gibt hier einiges zu entdecken!
Blöderweise sind Malawi Shandys gerade aus. Die frischen Salate schmecken aber super und danach teilen wir uns noch einen hausgemachten Apple Crumble. Die Kuchenauswahl ist wirklich toll!
Auf der Weiterfahrt kommen wir erstmal nicht weit, da wir am ersten Himbastand direkt anhalten, wer weiß, ob es danach noch welche gibt oder ob die Pandemie diese auch dahingerafft hat. 2019 war dieser Stopp bei den Himbas so toll! Wir wurden nicht belagert und es wurde noch fröhlich getanzt. Heute sieht das leider anders aus. Der Stand besteht aus 10 Verkäuferinnen und Verkäufern, die dir alle ein Armband anziehen würden, das du dann kaufen musst, wenn du nicht aufpasst. Außerdem wollen wir nur zwei oder drei Armbänder kaufen. Aber man wird so verrückt gemacht. Jeder ruft dir zu, dass er oder sie Hunger hat und man bei ihr oder ihm kaufen soll. Sonst sind sie beleidigt. Ich finde ein Armband, was mir gefällt und nehme es in die Hand. Schon ein Fehler, das gilt quasi für sie als gekauft. Als ich es wieder hinlegen will, weil ich ein anderes entdeckt habe, gibt die Nachbarin der Verkäuferin direkt Bescheid! Nein, das macht kein Spaß! Ich frage nach dem Preis und man nennt mir 300 N$ pro Armband 😄 man kann's ja mal versuchen. Am Ende bekomme ich 2 für 270, was ich auch noch viel finde, aber ich habe dieses Jahr ein schlechtes Gewissen zu handeln, wo eh schon kaum noch Touristen hier vorbei kommen. Was Petra bisher gemacht hat, verstehe ich nicht wirklich, aber auch sie ist dann fertig mit ihrer Auswahl und handelt noch ein Bild mit den Damen raus. Ich will eigentlich nur schnell wieder ins Auto, denn jetzt kriegen wir von der einen Dame die Armbänder nahezu hinterher geworfen für 50$ das Stück.
So, schnell wieder ins Auto und die beginnende tolle Landschaft genießen. Ich Idiot merke erst im Auto, dass ich ein leicht rosa farbendes Armband gekauft habe statt Khaki, weil ich die Sonnenbrille beim Kauf auf hatte... Egal, jetzt wird Ausschau nach Elefanten gehalten!
Unterwegs trampt ein weißer Mann, bei dem wir anhalten und ihn ein paar Kilometer mitnehmen, da er uns vertrauenswürdig vorkommt. Es handelt sich um Jan Kunene und wir horchen zuerst sehr interessiert zu, was er uns über die Wüstenelefanten erzählt, denen er zu Fuß folgt und er erklärt uns, wo sie sich momentan aufhalten. Kurz vor dem Abzweig zu Madisa setzen wir ihn ab und wünschen ihm alles Gute. (Die Sache wird nachher nochmal aufgegriffen).
Auf der Straße nach Madisa, die auch nach Twyfelfontein führt, finden wir Elefantendung, der aber bereits länger hier liegt.
Auf Madisa angekommen, treffen wir als allererstes auf einen Dickpense. Die habe ich ja nicht vermisst... Uns fällt sofort die neue Bar auf, die kultiger nicht sein könnte! Aber erstmal gehen wir zum Check In. Die Besitzer sind zunächst etwas zurückhaltend, aber wir kommen schnell ins Gespräch als wir uns darüber freuen, wieder das selbst Zelt wie letztes Mal zu bekommen. Bei dieser Unterhaltung erzählen wir ihr auch von der Begegnung mit Jan Kunene und sie klärt uns direkt über ihn auf. Ehra hat noch am selben Morgen ein Statement auf Facebook verfasst, dass sie sich klar von ihm distanzieren und es sehr gefährlich ist, was er tut, da er zu dicht an die Tiere ran geht. Auf Madisa hat er sich ein paar Tage zuvor durch geschnorrt. Na toll...
Dann kommt noch Leon um die Ecke und stellt sich uns vor, er wird mit uns beiden morgen (ganz alleine!!!) die Wüstenelefantentour machen. Wir begrüßen ihn natürlich waschecht mit namibischem Handschlag und er stutzt ein wenig. Er würde beim Abendessen nochmal zu uns kommen und uns ein bisschen was zu morgen erklären.
Bevor wir zum Zelt fahren, verstauen wir alles Fleisch und die Kühlakkus im Cooler der Rezeption, da es im Zelt ja keinen Strom gibt. Und vor allem wollen wir erstmal etwas Kaltes an der tollen neuen Bar trinken!
Am Zelt angekommen, befreie ich erstmal ein paar Agamen, die in den Mülleimer davor gefallen sind. Die Bilder stammen aus 2019, da ich keine neuen vom Zelt gemacht habe dieses Jahr, außer innen.
Während Petra schon eifrig die Außendusche genießt, erkunde ich ein wenig die Umgebung rund ums Zelt und stelle fest, mit dem Gras kamen natürlich auch die Dickpenses. Und nicht gerade wenige davon! Hier außerhalb machen sie mir ja nicht soo viel aus.
Als ich allerdings auf der Terrasse sitze und einer dort drüber läuft, ekelt es mich richtig an. Petra muss einen aus dem Bad-Bereich vertreiben und wir stellen fest, dass wir ganz schöne Sissies sind...
Zum Sundowner sind wir wieder an der Bar und genehmigen uns Gin Tonics. Vielleicht kann ich damit fester schlafen und muss nicht an diese 6-beinigen Monsterchen denken. Soweit der Plan. Zum Abendessen bekommen wir einen tollen Tisch und wir lieben auf Madisa einfach diese originelle Note überall!
Es gibt heute Potjie vom Schwein und Salat. Leider nicht den genialen Nachtisch vom letzten Mal. Nach dem Essen setzt sich Leon zu uns erklärt uns als aller erster Guide für eine bevorstehende Tour, dass wir bitte nicht so grelle und bunte Sachen anziehen sollen. Hat uns auch noch nie jemand gesagt, ist aber bei uns ohnehin überflüssig 😄 Wir unterhalten uns noch ein wenig und sagen ihm, dass wir uns sehr freuen! Die Freude ist wirklich groß, denn die Familie, die noch zum Drive angemeldet war, hat Kinder, die dafür noch zu klein sind - somit wird das eine exklusive Tour für uns zwei.
An der Bar nehmen wir noch einen doppelten Amarula Absacker...
...und dann geht's zurück ins Zelt. Man bekommt mittlerweile solche Solarlampen mit, aber wirklich hell strahlen diese auch nicht.
Es dauert heute lange, bis wir einschlafen. Irgendwann werde ich auf Toilette müssen und falls da Dickpenses rumlaufen, schreie ich. Ja, so reden Weicheier ihr lieben Leute...
earlybird711'111 Beiträge · seit 201616. Aug. 2022 · #36
Ach, jetzt muss ich doch mal aus meiner Komfortzone heraus und hier etwas schreiben! Liebe Laura, ich habe eben über euch "Sissies" doch sehr gelacht 😘 Ich bin ja auch eher von der schissrigen Sorte bei Kleinviechzeug(sorry, ich kann do lch nix dafür!) aber bei dir hätte ich das nicht gedacht 😉 Sehr beruhigend! Danke für den schönen Bericht bisher und ich lese gespannt weiter hier mit! Tanja
Namibia Oktober 2019 - Namibia April 2021! Schön war's
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Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201517. Aug. 2022 · #37
Liebe Tanja,
schön, von dir zu lesen! Mein persönliches Problem sind wirklich die Dickpenses, die finde ich einfach verdammt gruselig. Zumal ich mal eine Doku gesehen habe, bei der sie zu hunderten einen Baum in Beschlag genommen haben, die Vogelküken gefressen haben und die Elternvögel mit einem Sekret angespritzt haben... Wobei ich mir von Leon versichern lies, dass sie dies nicht bei Menschen tun würden. Mit Spinnen oder so habe ich kein Problem. Den riesen Skorpion in Kenia, der uns über den Weg gelaufen ist, fand ich faszinierend und musste ihn erstmal filmen. Heuschrecken sind okay, solange sie einen nicht attackieren - siehe dann nächstes Kapitel 😄
Superfanti807 Beiträge · seit 201717. Aug. 2022 · #38
Hallo Laura und Petra
Danke für deinen bzw euren Bericht... Finde auch die Einwürfe von Petra immer ganz spaßig, denn die andere Sichtweise macht es oft unterhaltsam. Wir haben für das Getier eine Fliegenklatsche Mal mitgenommen und Greg dürfte so vorsichtig Mal einmal einen Dicken beim ersten Mal vorsichtig wegschieben. Er blieb auch unversehrt. Aber mehr hatten wir diese nicht im Gebrauch. Ans Cape Cross haben wir's ja noch nie geschafft- aber echt cool, wie nah man den Robben kommt. Jetzt bin ich gespannt auf eure Exklusivtour... Das ist echt immer was besonderes.
Den Caprivi habt ihr immer noch nicht in der Planung? Lg Silke
Ach ja... Die Desert breeze wollten wir besuchen und hatten es leider nicht geschafft... Aber die wäre beim nächsten Mal Swakop ganz oben auf der Liste ( wobei wir bei einer 3. Tour gerade Swakop nicht berücksichtigen konnten und ob es eine 4. Tour gibt, wäre fraglich... )
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201518. Aug. 2022 · #39
Liebe Silke,
das freut mich, vielen Dank! Das mit der Fliegenklatsche dachten wir uns tatsächlich auch 😄 Wenn sie mir so draußen begegnen, finde ich die auch gar nicht schlimm. Nur will ich sie nicht ums Zelt haben...
Cape Cross muss man mal mit allen Sinnen besucht haben! Das einzige, was mich/uns am Caprivi reizen würde, wären die tollen Sonnenuntergänge am Wasser und die Karminspinte. Aber das war's auch erstmal.
Also wenn ihr nochmal nach Swakop kommt, müsst ihr die Lodge mal mitnehmen, wenn ihr einen solchen Ausblick auch so mögt wie wir - andere schauen da ja lieber aufs Meer.
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201518. Aug. 2022 · #40
16.06. Erinnerungsreiche Begegnungen, neue Freundschaften
Nun, die Nacht haben wir irgendwie hinter uns gebracht und auch der nächtliche Toilettengang hat sich nach einiger Überwindung in der Dunkelheit unterm Sternenhimmel wieder genauso cool angefühlt wie 2019.
Auch heute Morgen begrüßt uns wieder das "Hunga Tonga-Hunga Ha’apai-Phänomen" (danke Bele, den Begriff habe ich bei dir kopiert) mit einem wunderschönen Licht-Spektakel vor Sonnenaufgang. Zum Glück hat Petra auf den Auslöser gedrückt - ich hab's mal wieder verpennt - nein, nicht im wahrsten Sinne des Wortes, sondern weil ich gerade meine Klamotten unter der Bettdecke wärmen muss, damit diese halbwegs angenehm zum Anziehen werden.
Um halb 8 fahren wir zum Frühstück, denn heute startet der Drive erst um 8 Uhr, nicht so früh wie vor drei Jahren als wir noch eine gute Strecke zu den Elefanten zurücklegen mussten. Dieses Jahr sind sie ja ganz in der Nähe. Mittlerweile gibt es zum Frühstück auch frisch zubereitete Eier auf Wunsch und Bacon, wer möchte. Für uns wird's ein schnelles Frühstück, da sich noch nicht der große Hunger eingestellt hat.
Mit dicken Jacken und unseren Decken, die wir eigentlich für den Flug mitgenommen hatten, geht es in gemächlichem Tempo zurück Richtung C35 und Leon erklärte uns im Vorfeld, dass wir noch auf ein paar Farmen bei Familien halten würden, um zu fragen, ob die Elefanten hier waren. Bei der ersten Farm sind wir noch ein wenig verhalten und bleiben im Auto. Die Kinder haben gerade Schulferien und sind alle zuhause. Zwei Jungs kommen vorbei, grinsen frech und grüßen dann ganz lieb. So im Auto sitzend kommen wir uns irgendwie schon ein bisschen doof vor. Bei der zweiten Familie, bei der wir halten, steigen wir nun aus und begrüßen die Mutter mit ihrer süßen Großfamilie. Die Kinder sind gerade beim morgendlichen Zähneputzen und speziell Petra hat ja mit Kindern den meisten Spaß. So gibt es zum Schluss noch ein Abschiedsbild, auf das alle gerne mit drauf wollen.
Wir vermuten nicht, dass diese Besuche hier dazu dienen, die Elefanten zu finden, aber haben großen Spaß daran, mit den Locals in Kontakt zu treten und das merkt Leon sehr schnell. Mit einem vollen Wagen wären die Besuche wohl weniger intensiv gewesen oder hätten gar nicht stattgefunden. So halten wir als nächstes auf einer Farm, wo ich zum ersten Mal in Namibia Hausschweine herumlaufen sehe, na die haben ein tolles Leben!
Wir werden herzlich begrüßt, Leon stellt die Dame als "Girlfriend" vor und Petra antwortet zugleich "oh, you have many of them, ne" - lautes Gelächter und das Eis ist gebrochen. Um die Ecke wird gerade eine Ziege geschlachtet und Petra erklärt Leon, dass ihr Vater Metzger war. Hier hilft jeder beim Schlachten, auch die Kinder nehmen die Därme aus. Leon erklärt, dass Frauen hier so etwas können müssen, dann steigen die Chancen auf eine spätere Heirat 😄 Dadurch, dass auch ich früher beim Ausnehmen zugesehen habe, macht uns beiden der Anblick nichts aus und man unterhält sich noch ein wenig.
Die Tiere, die auf namibischen Farmen für Fleisch gehalten werden, haben ein besseres Leben als die meisten Tiere bei uns. Der Frau erklären wir, wie die Schweine in Deutschland gehalten werden und sie kann sich das natürlich null vorstellen. Fragt, warum sie nicht frei herumlaufen.
So, jetzt kommen wir aber zur Hauptstraße. Wir halten an einigen Stellen, wo die Elefanten über Nacht gewandert sind, teilweise mitten durch die Baustelle. Leon erklärt uns einiges über die Spuren.
Hier müssen die Bauarbeiter keine Steine mehr als Begrenzung hinlegen 😄
Plötzlich erhält er einen Anruf von einem anderen Guide. Man könne momentan nicht an die Elefanten ran, da unter ihnen ein verletztes Jungtier sein soll, das eventuell von EHRA und Naankuse Tierärzten sediert werden soll. Ein paar Minuten später entdecken wir die Herde tatsächlich von der C35 aus, denn sie stehen nur etwa 100 Meter davon entfernt. Die Tierärzte beobachten sie, während die Herde einen schützenden Kreis um ihre Jüngsten bildet. Die Tiere sind allerdings super entspannt.
Ein befreundeter Guide von EHRA spricht kurz mit Leon und sie einigen sich auf irgendetwas. Er erklärt uns, dass Bennie, der nach Voortrekker zunächst einzig verbliebene dominante Bulle hier, gerade in der Gegend sei und wir ihn nun suchen würden. Wow, das wäre ja was!
Wir fahren zunächst durch's ausgetrocknete Flussbett, wo Bennie überall seine Spuren hinterlassen hat, denn man erkennt gut, dass hier ein Einzeltier unterwegs war. Der andere Fahrer fährt etwas versetzt von uns und beide suchen ihn nun. Es dauert wirklich nicht lange, bis wir den imposanten Bullen im besten Alter tatsächlich entdecken! Es soll mittlerweile immerhin noch zwei, drei andere Bullen geben, die Bennie Konkurrenz machen und somit hoffentlich das Überleben der Wüstenelefanten sichern.
Er lässt sich von den Autos absolut nicht aus der Ruhe bringen, schlendert gemütlich von Busch zu Busch und snackt überall ein wenig. Wir fahren mit respektvollem Abstand parallel von ihm.
Dann scheint er einen Busch gefunden zu haben, der besonders gut schmeckt, denn hier bleibt er eine ganze Weile lang und schenkt uns eine wundervolle Zeit! Zwischenzeitlich könnte man meinen, er schläft beim Fressen gleich ein, so entspannt ist er. Er trägt übrigens dieses Senderhalsband, damit man seine Routen genau verfolgen kann, was für ihn Sicherheit bedeutet, da niemand mehr behaupten kann, er hätte etwas zerstört, obwohl er gar nicht dort war. Denn so soll ja die Regierung damals Voortrekker als Problemtier auserkoren haben, ohne Beweise gehabt zu haben.
Irgendwann wird es wie immer Zeit, Abschied zu nehmen. Ich denke kurz zurück an unsere magische Begegnung mit Voortrekker. Und wünsche mir von Herzen, dass Bennie hoffentlich nicht dasselbe Schicksal ereilt.
Auf dem Weg zu unserem Lunch-Platz entdecken wir von der Hauptstraße aus noch kurz die andere Herde wieder, die mittlerweile die Straßenseite gewechselt hat. Meine Güte, was wäre das ein Ding gewesen, wenn wir gestern hier schon die Elefanten gesehen hätten 😮
Zum Lunch fährt uns Leon ins Flussbett des Ugab, das tatsächlich noch nicht komplett ausgetrocket ist! Wow, fließendes Wasser in Namibia - für uns eine Premiere!
Es gibt für jeden einen XXL Burger mit den weltbesten Buletten! Dazu noch viele nette Unterhaltungen mit Leon und die Zeit verfliegt viel zu schnell. Was für ein wunderschöner, entspannter Tag!
Auf dem Rückweg versuchen wir nun, die Herde noch einmal zu finden. Das Jungtier wird wahrscheinlich doch nicht betäubt oder zumindest nicht mehr heute und die Herde steht jetzt nicht mehr unter Beobachtung. Wir finden sie auch tatsächlich wieder und Leon bugsiert uns mitten in ihre Mittagsruhe, die sie ohne von uns Notiz zu nehmen, entspannt fortführen. Die Kleinsten liegen im weichen Sand und werden gut bewacht. Von Elefanten umgeben zu sein hat etwas, was ich kaum beschreiben kann. Es löst ein Gefühl von Geborgenheit und innerem Frieden in mir aus. Elefanten haben einfach etwas beruhigendes an sich.
Wir möchten sie aber nicht weiter stören und halten uns nicht allzu lange bei ihnen auf. Auf der Rückfahrt begegnen wir einer Familie, deren Auto eine Panne hat. Hier treffen wir auch eine Mama mit ihrem Baby wieder, die wir gestern am Himbastand schon gegrüßt hatten. Zum Glück fehlt wohl nur Kühlerwasser. Leon holt die Coolbox raus und schüttet das Wasser aus dem geschmolzenem Eis in einen Behälter. Petra kann dies nicht mit ansehen, da die Hälfte daneben geht. Sie holt ihr Schweitzer Messer raus und bastelt aus einer leeren Flasche einen Trichter. Et Voilá! Die Familie bedankt sich sehr und wir treten den Rückweg nach Madisa an.
Leon erzählt uns noch, dass es hier durch den guten Regen nun seit 2014 erstmals überhaupt wieder Gras gibt. Da dies schon gelb ist, erzähle ich ihm von meinem 28-jährigen Pony, das kann er sich ja so gar nicht vorstellen - so alt! Ich erkläre ihm, dass er dieses Gras, worüber sich das Vieh hier hermacht, zuhause niemals anrühren würde. Er lacht sich schlapp! Bevor wir das später vergessen, müssen wir am Schluss unbedingt noch ein Selfie mit Leon machen, das uns immer an diesen wundervollen Tag erinnern soll!
Zurück im Camp werden wir super nett von der Besitzerin empfangen und erzählen ihr von Bennie. Gestern schon zeigte ich ihr mein Voortrekker Tattoo und nun meint sie, das wäre ja eine Idee fürs andere Bein 😄 mal schauen... An der Bar wollen wir Leon auf einen Drink einladen, aber er hat noch etwas zu erledigen und so verabreden wir uns zum Sundowner. Es ist so schön, dass man in Namibia keine Uhrzeit nennen muss, sondern sich einfach zum Sundowner trifft. Spricht aber trotzdem etwas gegen eine Prophylaxe mit Beschleuniger? Nöö, dann für uns bitte zwei Gin Tonic, aseblief! ...und noch zwei, baie dankie! 😁
Am Zelt wird geduscht und sich schon fast wieder für den Sundowner hergerichtet. Die Dickpenses sind heute auch irgendwie Nebensache. Kurz ausgeruht und schon wieder ab ins Hauptcamp. Wir bestellen natürlich wieder Gin Tonics, denn auf diesen Tag müssen wir mehr als einmal anstoßen! Leon bleibt für den Notfall lieber nüchtern. Notfall im Sinne von Schlangenbissen hätte er vor Petra auch lieber verschweigen können 😄 Prost, Happy Days!
Wir erfahren, dass Leon viele viele Jahre Guide auf Ongava war und sogar Rodney kennt 🤩 Sie haben sich dort immer am Gate getroffen. Es gibt so viel Gesprächsstoff und Leon scheint Etosha genauso geliebt zu haben wie Rodney. Er erzählt uns auch, dass Rodney wohl mittlerweile im Süden auf einer Lodge arbeiten soll. Unser letzter Stand war Palmwag. Wir lachen viel und Leon gesteht uns, dass er gestern ganz gerührt und vor allem überrascht war, als wir ihn mit dem namibischen Handschlag begrüßt haben. Dass das wirklich bei manch einem so einen Eindruck hinterlässt! Irgendwann beschließt Leon, dass er unser "neuer Rodney" ist und wir müssen herzlich lachen.
Die Zeit vergeht viel zu schnell und das Abendessen wird serviert. Wir verabreden uns für morgen früh für einen herzlichen Abschied. Heute gibt es hervorragende Boerewors, worauf Petra sich schon soo gefreut hatte! Uns gefällt auf Madisa ja auch mit am besten das Buffet!
Darauf noch einen Gin Tonic als Absacker! Also heute muss ich doch gut schlafen können 😊 Zurück am Zelt ist es bereits stockdunkel. Als wir die Stirnlampen einschalten, beginnt plötzlich der Angriff der Killerheuschrecken! Es muss sehr lustig ausgesehen haben, wie wir zwei Sissies die blöden Viecher unter mädchenhaften Schreien versucht haben abzuwehren. Wusste gar nicht, dass Petra so gelenkig ist... Joa, die Kameraden hatten wohl schon geschlafen und dachten durch unsere Lampen, sie fliegen mal schnell ins helle Licht am Ende des Tunnels. Also wird der nächtliche Toilettengang wieder zur Überwindung 😣
Aber hey, bei diesem Anblick vom stillen Örtchen aus, kann man dann doch alles andere um sich herum schon mal vergessen! Diesmal sogar mit Milchstraße und dem Kreuz des Südens mittendrin! (Alle Sternenaufnahmen sind mit den Handy entstanden).