endlich wieder Namibia! Ganze drei Jahre mussten wir warten und die eigentlich geplante Südtour aufgrund der Schließung von Mata Mata komplett über den Haufen werfen. Wir entschieden uns dann für das Altbewährte und zumindest ein paar neue Unterkünfte:
10.06. Hinflug mit Eurowings Discover 11.06. Düsternbrook Guestfarm, Afrika Zimmer 12.-13.06. Desert Breeze, Swakopmund 14.06. Cape Cross Lodge 15.-16.06. Madisa Camp, Uis 17.06. Oppi Koppi Kamanjab 18.-20.06. Okaukuejo, Waterhole Chalet 21.-22.06. Halali, Bush Chalet 23.-26.06. Namutoni, Bush Chalet 27.06. Gabus Game Ranch, Otavi 28.-29.06. Omatozu, Okahandja 30.06. Rückflug
Ich würde jetzt sowas schreiben wie "Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie große die Sehnsucht war..." - aber ich denke, das können hier eben alle ganz gut, die unser "Leid" vom Afrika-Virus teilen! Klar konnte Kenia letzten November Abhilfe schaffen, allerdings ist Namibia einfach unser Seelenland, in dem wir uns zuhause fühlen.
Wir waren wieder mit einem Renault Duster von Europcar unterwegs und durchweg zufrieden mit der Auswahl, vor allem was für uns das Preis-Leistungs-Verhältnis anbelangt. Gebucht haben wir den Wagen zusammen mit den Flügen wie immer bei Iwanowski in Deutschland und um die Unterkünfte hat sich wieder unsere liebe Gabi von Namibia Individual Travel aus Namibia gekümmert. Hier können wir uns nur immer wieder bedanken für den so so lieben Kontakt und für die tolle Arbeit!
Kamera-technisch hat sich nichts verändert, ich bin nach wie vor sehr zufrieden mit meiner Sony RX10 M4! An ein paar Stellen hatte ich dieses Jahr falsche Einstellungen gewählt und bin nicht so ganz zufrieden, aber daraus lernt man nur. Petra bleibt ebenfalls bei ihrer Panasonic Lumx fz1000 ll.
Endlich gibt es wieder einen klassischen Reisebericht von uns und wir freuen uns sehr, wieder tolle Namibia-Momente mit euch teilen zu können!
Noch ein Hinweis zum Bericht: Wir hatten sehr viele tolle Begegnungen mit NHern. Die meisten Begegnungen hatten wir für uns alleine und erzählten auch niemandem davon. Anfang Juni, also kurz bevor wir in Namibia landeten, wurden erneut viele Kadaver gewilderter Tiere entdeckt und auch Parkangestellte stehen unter Verdacht. In meinem Bericht werde ich diesmal die Begegnungen (außerhalb der Camps und beleuchteten Wasserlöcher) komplett rauslassen und am Ende vom Etosha ein eigenes Kapitel nur mit Bildern einstellen, damit wirklich niemand Schlüsse ziehen kann. Es waren für uns dieses Jahr die schönsten, aber auch traurigsten Begegnungen, gerade bei einer Kuh mit einem erst 4 Wochen alten Kalb, die wir sogar an zwei Tagen finden konnten.
Liebe Grüße Laura & Petra
Teil 204. Aug. 2022
Ihr Lieben,
so schön, euch alle dabei zu haben! Abfahrt ist jetzt, allerdings halten wir auch gerne unterwegs für zu-spät-Kommer 😎 ...so umsichtig wie Petra fährt, wird auch keiner übersehen!
Heute tritt tatsächlich das erste Mal der Fall ein, dass die A3 komplett verstopft ist und wir uns einen anderen Weg an den Flughafen suchen müssen. Auf gepackten Koffern warten wir auf unsere liebste Flughafendriverin und drehen eine gemütliche Runde durch den Taunus, um schließlich um 16:30 Uhr den Flughafen zu erreichen. Natürlich darf diesmal auch nicht unser obligatorisches, erstes Urlaubsbild fehlen!
Es vergeht einige Zeit, bis wir uns an Terminal 1 zurecht finden und den richtigen Schalter für Eurowings Discover entdecken. Trotz vorabendlichem Online Check-In müssen wir uns hier anstellen, was aber kein Problem darstellt, denn nur wenige Leute warten hier mit uns. Mit nun leichterem Gepäck machen wir uns auf die schier unmögliche Suche zur Bimmelbahn, die wir nach zweimaligem Nachfragen dann auch endlich finden. Sie bringt uns zu Terminal 2 zum Restaurant zur Goldenen Schwalbe. Nach einer knatschigen Stärkung fahren wir zurück zu Terminal 1, denn ein jeder warnt ja momentan vor den langen Wartezeiten im Sicherheitsbereich. Als wir diesen allerdings erreichen, müssen wir erstmal schauen, welcher Schalter überhaupt besetzt ist, denn hier steht kein einziger Reisender an 😮 Dementsprechend nimmt die Abfertigung wenig Zeit in Anspruch und Petra muss noch zum obligatorischen Sprengstofftest. Alle sind sehr nett und entspannt. Am nächsten Kiosk decken wir uns mit luxuriös teurem Wasser ein und das Warten am Gate vergeht wie immer im Fluge.
In der Maschine haben wir diesmal kein Glück mit anderen freien Plätzen, da der Flug fast ausgebucht ist. Aber was soll's, das kriegen wir schon hin. Wenn ich an Air Namibia denke, muss ich sagen, dass die vorhandene Beinfreiheit nicht wirklich weniger erscheint. Um kurz nach 22 Uhr heben wir in den letzten Sonnenstrahlen ab und wir blicken einem tollen Urlaub entgegen! Auf dem Flug kommen wir immer wieder ins Gespräch mit zwei netten Herren in der Reihe vor uns.
Was den Service angeht, so fehlt mir Air Namibia. Kaum war man in der Luft, wurde schon mit Essen und Getränken angefangen und man war innerhalb nicht ganz einer Stunde durch mit allem. Bei EWD dauert das ganze fast drei Stunden, bis endlich das Licht ausgeschaltet wird. Zwar funktionieren hier die Bildschirme, aber ich sehe es nicht ein, für 8 oder 10 Euro einen passenden Kopfhörer zu kaufen. Unsere Decken haben wir uns aus Prinzip selbst mitgenommen, stellen aber schnell fest, dass diese gar nicht nötig sind. Mir war auf einem Flug noch nie so warm wir mit EWD!
Ein bisschen können wir trotzdem schlafen und sehen auf dem Flugradar bald endlich, dass wir schon über Namibia fliegen. Durch den späten Start in Frankfurt erleben wir Namibia diesmal im Sonnenaufgang, was auch mal schön ist! Vor allem, wenn man schon die Etosha Pfanne sieht!
Am Hosea Kutako angekommen werden die hinteren Türen des Fliegers geöffnet und unser Plan geht mal wieder auf! Bei der Einreise sind wir bei den ersten und man glaubt es kaum - die Grenzbeamtinnen und Beamten ringen sich zu einem gaaaanz kleinen Lächeln durch - unglaublich! Als auch unsere Koffer schnell übers Band rollen und diese nochmals durchleuchtet werden, schlendern wir müde aber glücklich Richtung Europcar Schalter, den man an einem anderen Standort findet als die letzten Jahre. Da der HKA nicht besonders weitläufig ist, sind es aber nur wenige Meter gegenüber, wo wir uns nun anstellen. Da Petra hier ohnehin keine große Hilfe ist, schicke ich sie gerne vor die Tür für ein Lungenbrötchen. Während ich alle Formalia erledige bitte ich sie dann, sich schon mal bei MTC einzureihen. Die netten Herren aus dem Flieger stehen hinter mir in der Schlange und man tauscht sich noch ein wenig aus.
Mit den Duster-Schlüsseln in der Hand löse ich Petra in der Schlange ab und muss ihr leider etwas beichten (Im März wurde sie 60):
Ich: "Übrigens gibt es Probleme bei der Versicherung vom Auto, da du ja jetzt Ü60 bist."
Petra: schaut nur komisch.
Ich: "Naja, es sind nicht alle Unfallschäden versichert ab einem gewissen Alter und man hat mir geraten, dass es wirklich besser wäre, wenn ich die drei Wochen über fahre."
Petra (fällt alles aus dem Gesicht): "Das gibt's ja wohl nicht, das kann doch nicht sein, was soll das denn jetzt auf einmal?!"
Ich: "Joa, muss ich die Schlüssel wohl behalten...."
Bevor Petra noch völlig in die Luft geht, löse ich ihre Schockstarre auf: "Dich kann man viel zu leicht verarschen, Mama. Keine Bange, du musst keine Ängste ausstehen und kannst selbst fahren."
Petra: "Du bist eine ganz blöde Kuh, weißt du das?!"
Wir lachen beide herzlich! 😄 😄 😄 (Für die, die uns noch nicht kennen: Petra hat Probleme damit, wenn ich fahre, was ich gar nicht weiter ausführen will, jedenfalls führt dieses Thema des Öfteren zu einigen -durchaus lustigen- Diskussionen. Und sie hat keine Probleme mit dem Alter, macht selbst ständig Witze darüber.)
Bei MTC kann man nicht mehr einfach eine SIM Karte erwerben, sondern muss sich dafür auch ausweisen. Dafür kann ich aus neuen Tarifen wählen und der Mitarbeiter ist sehr freundlich.
Da wir bloß eine kurze Strecke vor uns haben, sind wir tiefenentspannt und schlendern rüber zum Europcar Fuhrpark. Die beiden Herren aus dem Flieger sind schon bei der Inspizierung und wir geben ihnen den Tipp, das Radkreuz auszuprobieren, weil unseres mal nicht gepasst hat. Der Tipp stellt sich als sehr gut heraus, denn ihres ist doll gedreht! Sie bedanken sich und werfen dafür einen Blick auf die Reifen unseres Wagens, der genau daneben parkt. Der Mechaniker kommt direkt zu uns rüber und wir merken, dass wir uns dreist vorgedrängelt haben, weil wir schon eine gewissen Routine mitbringen 😄 Wir schauen uns alles an und fordern ebenfalls ein besseres Radkreuz, kein Problem.
Unsere erste Station ist die neue Tankstelle. Nein, nicht zum Tanken, sondern zum Scheiben putzen!!! Wir wollten nicht mehr zurück ins Flughafengelände, aber die Herren können sich am Ende unserer Reise ordentlich was von mir anhören. Gegen die Sonne sieht man NICHTS und vermutlich hat man mit dem gewachsten Lappen die Innenscheiben "geputzt"... 😠 In der Tankstelle decken wir uns mit ein paar Snacks und Getränken ein und dann geht's endlich auf Pad!
Windhoek meisten wir dank unserer Navi App maps.me ohne Probleme und die Abfahrt nach Düsternbrook ist auch schnell gefunden. Eigentlich geht es ja jetzt erst richtig auf Pad, wo wir die Teerstraße verlassen. Gute-Laune-Musik an und der Urlaub hat sowas von begonnen!
Wenn man nach Düsternbrook fährt, muss man - je nachdem wie die Regenzeit ausfiel - eine kleine Wasserdurchfahrt meistern. Kein Problem, Petra hat Spaß bei der Sache!
Beim nächsten Farmtor stelle ich jedoch fest, dass unser vorderes Kennzeichen nur noch an einer Seite hängt 😄 Blöderweise kann man es nicht einfach abmontieren für die restlichen Kilometer. Also klemmen wir es wieder ein und halten gefühlt alle 200 Meter an und ich darf aussteigen, um zu schauen, ob es noch da ist...
Auf Düsternbrook waren wir noch nie und sind direkt positiv überrascht - hier gefällt es uns! Das gebuchte Afrika-Zimmer ist zwar etwas dunkel, aber lässt ansonsten keine Wünsche offen.
Nachdem wir das Auto ausgeräumt haben, knurren die Mägen ganz schön! Mit den ersten Malawi Shandys und einem frischen Salat gehen wir dagegen vor und sind richtig im Urlaubsmodus.
Eigentlich hatten wir bereits einen Gamedrive gebucht, aber irgendwie packt mich die spontane Lust, lieber einen Ausritt zu machen. Petra ist alles andere als begeistert, aber bevor sie was verpasst, ist sie natürlich dabei! Nur bitte keine 90 Minuten, das packt sie nicht! Wir könnten den Gamedrive ganz easy gegen einen 60 Minuten Ausritt tauschen, aber ich möchte erst gerne die Pferde sehen. Petra bekommt von all dem wenig mit, sie muss Schlaf nachholen und Migräne vorbeugen.
Ich schlendere etwas herum, probiere ein bisschen mit der Kamera und finde zumindest die Stuten. Nee, die sind mir zu klein und schmächtig. Aber die Stallgasse lässt jeden Pferdefreund neidisch werden!
Ich frage also nach und man versichert mir, dass die Wallache kräftiger sind ich fülle die Bögen fürs Reiten aus. Petra wecke ich so langsam und schon kommt Lisa, die nette Pferdetrainerin zu uns rüber. Wir unterhalten uns sehr nett und jetzt sind die Zweifel verschwunden, den Pferden geht es hier sehr gut! Ausreiten wird mit uns ihr Freund Phil, wir sollen gegen 16:30 Uhr in den Stall kommen.
Petra braucht mal wieder länger - vielleicht hatte sie mal wieder irgendwas zu räumen - aber ich gehe schon früher zum Stall, denn eigentlich mag ich es gar nicht, wenn die Pferde für mich fertig gemdacht werden. Das mach ich gerne selbst. Aber gut, das ist hier nunmal so. Dafür unterhalten wir uns weiter sehr nett und Lisa erzählt viel über die Eigenarten "ihrer" Pferde. Sie hat wirklich ihren Job gefunden!
Petra versichert sich noch einige Male, dass die Pferde auch wirklich brav sind, denn immerhin ist es eine ganze Weile her, dass sie geritten ist. Ich dagegen bin ja auch zuhause mittlerweile wieder voll dabei. Beim Aufsteigen allerdings muss ich lachen und frage Phil, wo denn bitte der Hals geblieben ist und der Bauch, wo meine Schenkel treiben sollen 😄 Ich bin da halt etwas größere Ausmaße von daheim gewohnt, aber diese Trailpferde hier sind einfach an anderen Stellen kräftger gebaut.
Langsam geht es los durchs große Rivier, wo momentan viele Schulkinder in ihren Ferien Müll sammeln und sich damit etwas Geld verdienen. Petra fühlt sich auf Anhieb wohl, ich komme mir vor wie auf einem Esel 😄 Aber Spaß macht es trotzdem! Vor allem unterhalte ich mich mit Phil extrem nett. Er ist geborener Namibier, ich glaube er trägt auch San-Blut in sich, und reitet schon seit er ein Kind ist. Er macht seine Sache wirklich sehr gut und hier könnte man jeden Anfänger mit schicken.
Immer wieder gibt es mal eine kleine Galoppstrecke und Petra hat riesen Spaß! Ich natürlich auch, allerdings landet mein Schimmel immer wieder im Kreuzgalopp, was sich für jeden Reiter grausig anfühlt! Allerdings ist dies ein wunderschön entspannter Galopp, wie er Spaß macht - wenn ich da an meine Rakete zuhause denke 😄 Unterwegs entdecken wir auch recht frische Leoparden Spuren auf dem Weg. Aber sehen tut man die hier trotzdem nie meint Phil. Als sie mal ein Fohlen hatten, hat man dies zur Sicherheit nachts reingeholt, aber die großen Pferde wären da nicht in Gefahr.
Als wir zurück zum Stall kommen, trense ich immerhin selbst ab und Lisa kommt direkt vorbei um sich zu erkundigen, ob wir Spaß hatten. Petra strahlt übers ganze Gesicht und auch ich bin sehr glücklich. Jaa, der Kreuzgalopp ist seine Schwäche erklärt sie mir dann und wir unterhalten uns noch laaange über Pferde. Ich zeige Phil Bilder von meinen Ausritten durch den grünen Taunus und er staunt nicht schlecht. Petra betont, was das doch für eine tolle Idee war und sie mehr als froh ist, sich überwunden zu haben, mitzukommen.
Wir verabschieden uns herzlich und haben tatsächlich schon wieder mächtig Hunger! Ist ja aber auch schon Zeit für's Abendessen, da haben wir uns aber wieder fest gequatscht! Das Essen wird als 3 Gänge Menü serviert mit Fischsuppe und dem besten Knobibrot ever als Vorspeise, butterzarten Schweinebraten mit Gemüse und Kartoffelstampf und zum Dessert Tiramisu.
Wir sind wirklich froh als das Essen durch ist und wir endlich in die Betten hüpfen können 😄 heute werden wir tief und fest schlafen! Lekker slaap!
(Mit dem Handy aufgenommen)
Teil 307. Aug. 2022
12.6. Ab an die Küste
Die Nacht war einfach himmlisch. So fest habe ich lange nicht geschlafen. Die selige Ruhe findet jedoch ein jähes Ende als das Räumungskommando um eine unchristliche Uhrzeit von 6 Uhr beginnt, seinem Trieb nachzugehen. Immerhin gibt Petra nachher selbst zu, dass es noch ein bisschen Übung bedarf, morgens früh ein wenig leiser herum zu poltern und zu leuchten. Es sei ihr gegönnt, denn der erste Kaffee mit der bevorstehenden Morgendämmerung ist ihr erstes Highlight des Tages und in der Tat erlebt sie ein traumhaftes Zusammenspiel von Farben am Himmel, die man nur mit dem Auge wirklich einfangen kann und wo selbst mit dem Handy nicht annähernd Stimmung einzufangen ist. Es herrschen frische 5 Grad.
Pünktlich um 7:30 Uhr machen wir uns auf den kurzen Weg zum Frühstück, aber dort, wo gestern das Abendessen serviert wurde, ist noch nicht mal abgeräumt und wir wundern uns. Naja, dann räumen wir eben zuerst das Auto ein. Beim zweiten Anlauf werden wir dann eines Besseren belehrt, denn Frühstück gibt es im Haupthaus mit einer wunderschönen Aussicht, die ich leider nicht fotografiert habe. Die Auswahl des Frühstücks ist zwar überschaulich, aber für uns perfekt - wir lassen es uns schmecken.
Als wir vom Hof rollen wollen, werden wir schon wieder von der dreckigen Scheibe ausgebremst. Wir sehen nämlich...
...nix! Wir fragen nach einem Lappen und ein Angestellter gibt sein Bestes, aber es reicht auch bloß für eine Sicht, die uns gerade so den nötigen Durchblick gewährt. Das ist wirklich frustrierend, in Swakopmund wird nachher sofort Spiritus gekauft! Übrigens wurde unser Kennzeichen gestern ganz simpel mit zwei Schrauben und einem Akkuschrauber wieder im Kunststoff der Stoßstange befestigt.
Liebe Grüße an Konni & Silke 🙂
In Okahandja stoppen wir kurz an der Tanke, nachdem wir natürlich wieder die Abfahrt verpasst haben und wenden mussten. Hier decken wir - oder eher gesagt ich - mich mit Biltong ein und weiter geht die Fahrt.
Die Strecke nach Swakopmund zieht sich ein bisschen, aber die Freude ist groß als wir die ersten Dünen entdecken.
In der Desert Breeze Lodge werden wir gewohnt freundlich empfangen und packen noch gar nicht großartig aus, sondern wollen erstmal los, um "unser Programm abzuarbeiten". Erster Stopp: Village Café - sonntags geschlossen - hätte man auch vorher mal googlen können. Also Plan B Fish und Chips an dem bekannten Imbisswagen am Aquarium, den wir auch mal gerne testen wollen. Unsere Bestellung ist aufgegeben und wir schlendern noch ein bisschen am Strand entlang. Heute herrscht noch angenehme Ostwind-Stimmung, der letzte von etwa 10 Tagen, was für Swakomund eine beachtlich lange Zeit ist für dieses heiße Wetter.
Es dauert nicht lange, bis uns ein Nüsschen-Schnitzer anspricht und völligst überfordert ist als wir tatsächlich fünf Nüsschen kaufen wollen 😄 er hätte nur vier - was im Nachhinein auch besser so war, denn der Gute hat leider nicht die beste Kenntnis in Sachen Rechtschreibung. In der Hocke filme ich gerade sein Handwerk als eine fette Welle daher kommt und der Schnitzer Petra gerade noch warnt, sonst hätte sie jetzt einen verdammt nassen Hintern - ich hätte wohl drauf gehalten mit dem Handy 😄 Naja, am Ende haben wir ein falsches und ein verbessertes Nüsschen, aber für 50 N$ pro Stück lassen wir es gut sein.
Unsere bestellten Fish & Chips und Calamari & Chips triefen vor Fett, aber man kann sie essen. Also hätten wir das auch abgehakt. Der nächste Fail lässt auch nicht lange auf sich warten, denn der Schlangenpark hat bereits geschlossen, obwohl die Öffnungszeiten etwas anderes sagen. Naja, wird unter T.i.A. verbucht - That is Africa!
Also schlendern wir gemütlich durch den Woermann und arbeiten unsere Einkaufliste ab. Diese klingt irgendwie schon komisch: Teller, Spiritus, den guten Hustensaft, Kekse, Chips, Putzlappen, Kühlakkus, Bier... 😄
Zurück im Desert Breeze können wir jetzt auch gemütlich "ankommen" und ein wenig relaxen. Auch wenn die Zimmer wunderschön sind, so interessiert mich nunmehr der hauseigens angelegte Garten mit allen möglichen Sukkulentenarten, denn hier gibt es wirklich einiges zu bestaunen!
Zum Sundowner fahren wir an die Jetty, denn es herrscht freie Sicht für einen wundervollen Sonnenuntergang. Der Geruch des rauen Atlantik gepaart mit dem Anblick der untergehenden Sonne gehört definitiv zu den schönsten Momenten in Swakopmund.
Zum Abendessen gehen wir natürlich in den Western Saloon, denn dieser ist DIE Anlaufstelle für ein gutes Stück Fleisch! Christian, der Besitzer, eröffnet uns, dass gerade frisches Zebrafilet reingekommen ist und da sagen wir natürlich nicht nein! Er serviert uns die Teller mit einem lächelnden "Joa, ist heute etwas größer geworden" und wir staunen nicht schlecht. Das sind mindestens 500 Gramm und dazu gibt es super leckere hausgemachte Knoblauchbutter - zum Glück haben wir nur Salat dazu bestellt 😄 Auf das perfekt medium rare gebackene Fleisch muss ein Magenschließer her! Bei mir ist das ein Malva Pudding und bei Petra ein Schnaps!
Jetzt kann man uns eigentlich zur Lodge hoch rollen... Ausnahmsweise darf ich fahren, denn ich bin ja die Nüchterne 😄 Wir stellen fest, dass auch das Licht komplett falsch eingestellt ist und man das Fernlicht einschalten muss, um überhaupt zu sehen, wo man hinfährt.
Auf den morgigen Tag freuen wir uns schon sehr! Es geht in die Mondlandschaft, aber wir ahnen noch nicht, wie beeindruckend diese Tour wird!
Lekker Slaap!
Teil 408. Aug. 2022
13.06. Moonlandscape - Ein Tag voller Eindrücke
Die vergangene Nacht hat uns an 2019 erinnert als es in Swakopmund so heiß war, dass man kaum schlafen konnte. Zwar hat es über Nacht abgekühlt, jedoch ist der Bungalow aufgrund der vergangenen Tage noch äußerst aufgeheizt. In aller Ruhe und mit einer tollen Aussicht in die Dünen genießen wir unser Frühstück und nutzen ausgiebig den Kaffeevollautomaten.
Draußen warten wir auf Franzpeter, den Chef unserer Reiseagentur, der uns heute durch die beeindruckende Mondlandschaft führen möchte. Da die liebe Netti sich schon wundert, wo die Hüte geblieben sind - hier bitteschön 🙂
Überpünktlich sammelt Franzpeter uns ein und wir freuen uns sehr, ihn endlich mal persönlich kennenzulernen. Unser erster Stopp ist am Transnamibmuseum und er erklärt uns, wie die Dampflokomobile „Martin Luther“ zu ihrem Namen gekommen ist. Leider bleibt bei mir immer viel zu wenig Wissen und vor allem Fakten hängen, daher füge ich euch lieber den Link dazu ein: KLICK
Wir fahren ein Stückchen auf der B2 entlang aus Swakopmund raus und biegen irgendwann rechts ab. Die touristische Route zur Mondlandschaft und den Welwitschias liegt wohl mehr südlich von der Stadt. Von der Hauptstraße aus dauert es gar nicht lange, bis die beeindruckende Landschaft beginnt. Petra hat sich das irgendwie unspektakulärer vorgestellt und wir sind beide begeistert über diese Aussichten.
Ursprünglich wollten wir auf eigene Faust hierher kommen, aber mit jemand Ortskundigem unterwegs zu sein hat einfach große Vorteile! Franzpeter erklärt uns sehr viel über die Pflanzen und die Beschaffenheit dieser unwirklichen Landschaft. Gerade ich bin ja seit Anfang der Pandemie damals unter die Pflanzenzüchter- und Sammler gegangen - auch wenn ich zuhause weniger der Sukkulenten-Fan bin.
Allerdings sind für mich ein großes Highlight die kleinen Lithops oder auch Lebende Steine genannt! Diese kleinen runzligen Ärsche sind einfach faszinierend. Sie können tatsächlich wunderschön blühen und wachsen, indem aus dem Schlitz irgendwann zwei neue kleine Pobacken herausluken. Mein Versuch, sie zuhause zu halten ist zur Hälfte kläglich gescheitert.
Immer wieder entdecken wir auch anderes Leben in der Wüste, nämlich Insekten oder Eidechsen.
Wir begegnen stundenlang keinem anderen Auto, was das Gefühl hervorruft, ganz alleine auf der Welt zu sein, inmitten einer endlosen Felsenlandschaft.
Zur Mittagspause begeben wir uns dann wieder in die Zivilisation und machen in der beliebten Goanikontes Oasis eine gemütliche Mittagspause. Diese Oase erscheint allerdings mitten im Nichts ebenfalls sehr unwirklich, ist aber ein sehr beliebtes Ausflugsziel bei den Swakopmundern. Kein Wunder, es ist einfach wundervoll hier - genau nach unserem Geschmack!
Als ich mich ein wenig umschaue, kann ich kaum glauben, dass hier "Zimmerpflanzen" gedeihen 🤩 Bei so niedriger Luftfeuchte!
Efeututen und Pileas
Philodendren
Syngonien
Und sogar eine Alocasie!
Nach erfrischenden Malawi Shandys und einem leckeren Mittagssnack wollen wir nun Welwitschias finden. Franzpeter hat da eine ganz bestimmte Stelle im Sinn und hofft, diese auch nach über 10 Jahren wieder zu finden. Zunächst fahren wir aber durch das ausgetrocknete Swakop Rivier und auch hier können wir über die Landschaft nur staunen!
Tatsächlich findet Franzpeter fast auf Anhieb den Abzweig - Hut ab dafür, für uns sieht hier alles gleich aus. Wir fahren nun durch eine Art Schlucht, wo er uns absetzt, damit wir uns ein wenig die Beine vertreten können und auch mal außerhalb des Auto ein bisschen Landschaft genießen können - super Idee!
Wo ist Petra?
Zurück am Auto schwelgt er in Erinnerungen. Hier hat er früher Campingausflüge hin angeboten und der Ort bedeutet ihm sehr viel. Sogar geheiratet wurde hier schon mal und Petra schaut mich erwartungsvoll an - "Na, das wär doch was!". - "Träum weiter" 😄 Aber in der Tat, wäre Heiraten eine Option, wär's kein schlechter Gedanke.
Nach einiger Suche erreichen wir dann auch die Welwitschias, die Franzpeter uns zeigen möchte. Hier sind die ältesten zwar "erst" etwa 300 Jahre alt, aber dies wäre eben eine Stelle, die nur Einheimische und Ortskundige kennen. Er erklärt uns, dass diese Pflanzen nur in einem ganz bestimmten Abstand zum Ozean wachsen und auch nur an ganz bestimmten Stellen. Wir erfahren, welche Pflanzen die weiblichen und welche die männlichen sind. Insekten, insbesondere diese orangenen Käfer sorgen für die Bestäubung.
weiblich
Und wie das im wahren Leben auch so ist, sind die weiblichen ein wenig hübscher als die männlichen.....
männlich
Altersunterschied nur knapp 240 Jahre 😄
Eine Weltwitschia Mirabilis ist die einzige Art ihrer Gattung und besteht im Prinzip auch nur aus zwei Blättern, die eben mit der Witterung über die Jahre immer mehr zerfleddern. Ihre Wurzeln ragen bis zu 10 Meter unter die Erde und was mir tatsächlich noch nie aufgefallen ist - sie ziert das Wappen Namibias! Entdeckt wurde sie von einem österreichischen Botaniker namens Dr. Welwitsch und der Zusatz "mirabilis" bedeutet wunderbar.
Zu guter Letzt findet Franzpeter sogar noch das Südwester Edelweiß!
Damit neigt sich die Tour langsam dem Ende zu und wir fahren wieder zurück Richtung Hauptstraße. Die Eindrücke von heute müssen wir erstmal sacken lassen. Zurück in der Desert Breeze denken wir zum Glück noch an ein Erinnerungsbild und bedanken uns von ganzem Herzen für diesen wundervollen Tag!
Da ich heute den Schlangenpark noch schnell nachholen möchte, fahre ich alleine in die Stadt, Petra kann ich dafür nicht begeistern, ihr reicht der letzte Besuch dort noch. Okay, ein bisschen Selbstreflexion muss ja auch mal sein... Auch ich übe das Parken im Linksverkehr noch ein bisschen 😄
Der Schlangenpark ist mittlerweile etwas umgebaut und ein wenig besser in Schuss als noch vor drei Jahren. Aufgrund der wunderschönen Bilderflut vom Tag, erspare ich euch die nicht wirklich schönen Handyaufnahmen. Nur dieses kleine süße Kerlchen muss ich euch zeigen!
Zurück in der Lodge hat sich Petra etwas erholt und schon bald ist auch schon Sundowner-Zeit. Dafür gehen wir unterhalb der Lodge in die Dünen und suchen uns ein schönes Plätzchen zum Anstoßen.
Der Mond ist auch schon lange aufgegangen.
Zum Abendessen geht es selbstverständlich wieder in den Western Saloon. Petra ist heute mehr nach Fisch, ich bleibe Fleischfresser. Schon gestern hatte ich mich geärgert, dass ich zu spät gelesen hatte, dass es auch Omajowas gibt, also lautet die Bestellung heute Oryx Filet mit Omajowas - einfach nur köstlich! Da passt heute bei mir auch kein Magenschließer mehr rein 😄
Morgen führt uns unsere Tour nach Cape Cross, diesmal mit Übernachtung auf der gleichnamigen Lodge, wir sind gespannt!
Lekker Slaap!
Teil 512. Aug. 2022
So, nachdem die Fehler mit den falschen und fehlenden Bildern schnell behoben wurden, kann es hier jetzt endlich weiter gehen 😎
So, der Bungalow ist etwas abgekühlt und die Nacht war dementsprechend sehr erholsam. An diesem Morgen lassen wir - oder eher ich - es langsam angehen. Petra ist wie immer natürlich schon früh auf Achse. Und nein liebe Mama, ich verschlafe nicht IMMER den Sonnenaufgang...
Es ist schön zu wissen, dass wir heute nur eine kurze Strecke vor uns haben und nicht auf die Uhr schauen zu müssen, wann wir spätestens los fahren müssen. Daher gehen wir das Frühstück noch entspannter an als gestern und als die nette Bedienung merkt, dass wir uns auf Afrikaans bei ihr bedanken, kommen wir mit ihr ins Gespräch. Ich sage euch, solche kleinen Gesten kommen einfach überall so positiv an und es zaubert allen, sogar Officern, vor allem den Ladies, ein Lächeln ins Gesicht. Der Luxus der Kaffeemaschine wird auch wieder ordentlich ausgenutzt, denn diesen wird es für den Rest der Reise nicht mehr geben.
Nach dem Frühstück laden wir gemütlich das Auto ein und Petra, die Putzfee, putzt nach gestern nun zum dritten Mal die Frontscheibe mit purem Spiritus. Langsam wird's! Nächste Stopps: Tanke, Sparmarkt, die dort gegenüberliegende Schlachterei und die Raith Bäckerei. Im Spar decke ich mich mit meinem neuen Lieblingsgetränk Wuma ein, das hilft enorm beim Wachbleiben und schmeckt nicht wie sirupartiges Pipiwasser à la "Verleiht Flüüügel". In der Schlachterei suche ich vergeblich das schwarze Loch im Boden, in dem ich versinken will, als ich nach Rauchfleisch frage. Statt Smoked Meat, kommt mir, warum auch immer, Smoked Weed über die Lippen 😄 😄 😄 oh Laura... Innerhalb einer Sekunde kann ich mich verbessern, allerdings schaut die Verkäuferin immer noch irritiert. Gekauft wird stattdessen gefühlt ein Kilo Salami, denn das Rauchfleisch soll ein bisschen trocken sein. In der Raith Bäckerei kaufen wir zwei kleine runde Vollkornbrote, das beste Brot, das wir je gegessen haben! Außerdem entscheiden wir uns noch für ein Sandwich und ein Stück Quiche als Mittagssnack für unterwegs.
So, jetzt geht's aber ab Richtung Henties Bay! Am Schiffswrack halten wir nicht - ich scherze, ich könne ja das Bild aus 2018 hier reinstellen 😄 Denn wir haben in einem anderen Bericht gelesen, dass jemandem hier die Reifen abgelassen wurden. In Henties Bay wird die Hauptstraße gerade neu gemacht und wir werden ein kleines Stück durch die Stadt oder eine Art Vorort gelotst.
Die Salzstraße nach Cape Cross ist noch genauso trist wie 2018, aber die Landschaft ist dennoch beeindruckend. Man kann auch genau erkennen, wo der Atlantik beginnt, denn dort hängt eine dicke Nebelschwade.
Zugegeben, die Cape Cross Lodge haben wir uns vorher gar nicht genau angeschaut und sind sehr positiv überrascht, wie schön es hier "oben" ist - ja, für unser Denken ist das irgendwie schon "oben". Eine kleine Lodge, die auch auf Tagesgäste ausgerichtet ist, mit wunderschönen kleinen Zimmern, von denen alle eine für Zimmernachbarn blickdichte Terrasse haben, von der aus man direkt auf den Atlantik schaut, der quasi direkt vor der Tür liegt.
Man erklärt uns, dass es nicht erlaubt ist, richtung Robbenkolonie zu laufen, aber man darf gerne nördlich am Strand entlang spazieren. Nach dem Auspacken schnappen wir uns Kameras und Rucksack und wollen die Robben besuchen. Der Eintritt beträgt 350 N$ pro Person, das ist nicht wenig, dafür könnte man z.B. auch einen Aufpasser bei der Kolonie einstellen, aber dazu später mehr.
Dadurch, dass immer noch leichter Ostwind herrscht, nehmen wir an, dass der Geruch weniger stark ist als beim letzten Mal. Schon am Parkplatz begrüßen uns die ersten Tiere schlafend und dösend.
Was diese Mama ihrem Kind wohl gerade erklärt? 😁
Kleine beleidigte Leberwurst 😛
Nach einigen Schnappschüssen wollen wir in den Steg gehen, hier gibt es jedoch einen tierischen Türsteher, der Petra klar zu verstehen gibt: "Du kommst hier nicht rein!" 😄 Zack, die erste Schnappatmung, denn der Proll rennt ihr auch noch ein Stück nach - ich stoppe leider vor Lachen das Video 😄 Komischerweise wird immer sie attackiert... 😄 Hier ein Ausschnitt:
Nach kurzer Zeit aber können wir schnell durchschlupfen, fragen uns jedoch eine Sekunde später, wie wir nachher wieder rauskommen sollen. Denn kaum haben wir die Tür passiert, liegt nicht bloß die eine sondern gleich drei Robben wieder davor. Wir bleiben in der Nähe der Tür und amüsieren uns noch über die anderen Touris, die teilweise verzweifelt versuchen, wieder aus dem Steg rauszukommen 😄
Kurze Zeit später sind wir fast alleine hier. Wir schlendern über den Steg, knipsen ein paar Bilder, aber beobachten vor allem die Tiere. Eine Gruppe dreier junger Franzosen traut sich nicht durchs Tor und sie springen an einer anderen Stelle in den Steg. Die drei sind ganz witzig unterwegs und wir beobachten von weitem immer wieder, wie sie die Tiere nachäffen. Als eine Gruppe Jungtiere unter ihnen flüchtet, ernten sie böse Blicke von uns und wir signalisieren ihnen, dass sie Idioten sind. Oder gedanklich eher ganz schöne Arschlöcher. Als sie sich irgendwann verziehen, springen sie wieder hinter dem von den Robben vereinnahmten Picknick-Häuschen über den Steg und müssen sich erstmal dort erleichtern. Auf dem Weg zu ihrem Auto beobachten wir, wie sie die Robben provuzieren und herumspringen wie wilde Gorillas. Ein wenig davon kann ich noch filmen, ebenso ihr Kennzeichen fotografieren, dann düsen sie mit durchdrehenden Reifen davon. Und um ein Zeichen zu setzen, dass so etwas nicht geht, hier ein Bild von dem Ganzen. Da braucht man sich nicht wundern, dass die Tiere irgendwann aggressiv reagieren!
So, jetzt aber wieder zu den schönen Dingen! Es gibt viele süße Jungtiere zu beobachten und auch das Badespektakel im Meer ist interessant anzusehen!
Ich sehe, dass sich am Steg ganz hinten ja auch ein Tor befindet, wo wir zurück zum Auto könnten und wo auf dem Weg dorthin keine Robben liegen. Tja, dumm gelaufen, denn vor diesem Tor schlafen IM Steg einfach drei Tiere. Ebenfalls auf dem letzten Teilstück des Steges. Wie zum Teufel kommen die hier rein? Wir haben die Frage noch nicht zu Ende gedacht, da bewegt sich ein Tier auf die Holzbalken zu und wir erkennen, dass dort zwei Balken ein wenig auseinander gebogen sind. Die Robbe quetscht sich tatsächlich da durch - wir fassen es nicht! Anscheinend sind das hier die VIP Sonn-Plätze...
Okay, hier ist kein Weiterkommen. Auch mein Plan, von hier aus über den Zaun zu springen und zum Auto zu laufen/rennen, kommt bei Petra eher weniger gut an. Okay, gehen wir erstmal zurück zum oberen Tor und schauen mal. Mittlerweile sind wir auch nicht mehr alleine und eine vierköpfige Familie parkt gerade ihr Auto. Am Tor liegen wieder einige Tiere, die gar nicht daran denken, freiwillig das Feld zu räumen. Wir stehen im Steg, die andere Familie steht mit etwas Sicherheitsabstand vor dem Tor und würde gerne rein. Ich starte irgendwann den Versuch und trete etwas gegen das Tor und tatsächlich bewegen sich alle! Leider aber nicht weit genug weg und wir wissen ja, wie frech die werden können. Irgendwann rennen wir schnell raus und die andere Familie schnell rein - wir müssen alle lachen und wünschen ihnen noch viel Spaß.
Wir snacken noch Sandwich und Quiche, was einfach super schmeckt - der Geruch ist eh schon längst vergessen. Danach beobachten wir noch einen ankommenden "Hummeldumm"-Bus in XXL Format und sind gespannt, wie die Touris sich am Tor verhalten. Ein paar geben schnell auf, dann kommen aber ihre zwei Guides und geleiten sie durch.
Für uns geht es zurück zum Häuschen, wo man das Permit bezahlt und ich zeige das Video der Honks einem Ranger. Dieser notiert sich das Kennzeichen, aber erweckt eher den Anschein, dass er dies bloß zum Schein tut. Sie sind ja immerhin schon weg.
Zurück in der Lodge muss jetzt ein kühler Drink her - richtig, natürlich Malawi Shandys!
Den Mittag über ruhen wir uns aus, genießen das schöne Zimmer mit Blick und ich sende Fotos und Videos der Honks an einen meiner Facebook Kontakte, die genau weiß, an wen ich mich wenden soll. Ein Herr vom Namibia Travel & Tourism Forum fragt mich ganz genau dazu aus und ist sehr interessiert. Er hängt auch irgendwie mit in der Regierung. Leider hört man danach nichts mehr über den Ausgang. Übrigens die Info an alle, die im Urlaub dringend WLAN brauchen - die Verbindung in der Lodge hier ist für kaum mehr als Whatsapp nutzbar, was uns weniger gestört hat.
Zum Sundowner wollen wir einen barfuß Strandspaziergang machen, zumal noch sehr angenehme Temperaturen herrschen. Wir sind die einzigen, die unterwegs sind und halten vergebens Ausschau nach einer braunen Hyäne - schade! Dafür liegen überall - wirklich überall - Kadaver von Robbenjungen verteilt, die wohl angeschwemmt werden. Uns war auch nicht klar, dass Möwen Aasfresser sind.
Zum Sonnenuntergang kommen zwei Angler und bauen ihr Equipment auf. Wir beobachten sie eine Weile, bis die Sonne untergegangen ist, aber leider waren sie bis dahin noch nicht erfolgreich.
Dafür fängt Petra mal wieder den Sonnenuntergang wunderschön in Szene - das kann sie oft viel besser als ich 🙂
Zurück auf unserem Zimmer leuchtet der Horizont zunehmend schöner und wir freuen uns, dass kein Nebel die Sicht verschleiert!
Selbst eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang beginnt der Himmel noch einmal ganz kräftig zu leuchten! Dank Beles Reisebericht wissen wir mittlerweile auch, warum das so ist!
Das Abendessen ist à la Carte und heute muss es für uns beide Fisch sein! Es schmeckt wirklich alles super! Zurück im Zimmer stellen wir fest, dass ordentlich Wellengang herrscht. Naja, ich mit meinen Ohropax kriege da wenig von mit aber Petra wacht des Nachts immer mal auf und hat das Gefühl, es herrscht der schlimmste Sturm draußen, so laut ist das Rauschen!
Lekker Slaap!
Teil 615. Aug. 2022
15.06. Madisa - der Ort der Fröhlichkeit
Heute endet die Nacht für uns beide zur gleichen Zeit und ich muss mich an diesem Morgen wirklich beherrschen, nichts gemeines zu sagen als das Zimmer plötzlich dank der Deckenleuchte hell erstrahlt - draußen natürlich noch völlige Dunkelheit. Versteht mich nicht falsch, ich bin keine ewige Langschläferin, aber ich mag es einfach nicht, im Urlaub so geweckt zu werden. Also haue ich mir noch eine Stunde lang Musik auf die Ohren, bis es draußen langsam hell wird. Zur Versöhnung reicht mir Petra eine Tasse Cappuccino, die ich dankend annehme. So direkt am Meer aufzuwachen hat schon etwas wirklich Schönes! Noch immer ist das Rauschen des Atlantik im Zimmer laut zu hören.
Das Frühstück schmeckt mit Meerblick auch sehr gut! Eine wirklich schöne Lodge ist das hier! Nachdem wir gepackt und das Auto beladen haben, muss Petra schon wieder mit Spiritus ran, denn durch die Feuchtigkeit hier sehen wir gegen die Sonne auch heute absolut nichts. Immerhin sollte dies das letzte Mal sein, wo wir schrubben müssen!
Auf dem Weg nach Henties Bay halten wir immer wieder Ausschau nach braunen Hyänen, haben aber weiterhin leider kein Glück. Die C35 ab Henties Bay Richtung Uis ist viele Kilometer lang bereits fertig geteert und lässt sich dementsprechend angenehm fahren. Tja, so viel dazu - als jedoch die Baustelle beginnt, beginnt auch die "Umleitung", nämlich wurde hierfür einfach an der Seite eine neue Straße geschoben. Diese ist in übelstem Zustand und erstreckt sich über mind. 40 Kilometer. Die Logik dieser Baustelle erschließt sich uns nicht wirklich, da immer wieder zwischendrin gebaut wird und nicht einfach von A nach B. Aber das sollte im Etosha tatsächlich noch "lustiger" werden.
Wir sind heilfroh als langsam die Verkaufsstände vor Uis beginnen, die aber allesamt wie ausgestorben wirken. 2019 war hier deutlich mehr los. Scheiß Pandemie...
In Uis steuern wir direkt den Cactus Garden an, den man auch ohne Navi findet, denn Uis ist nicht besonders groß und er liegt ganz grob gesagt links oben. Hier waren wir bereits 2019 und fanden das Café total gemütlich. Es gibt hier einiges zu entdecken!
Blöderweise sind Malawi Shandys gerade aus. Die frischen Salate schmecken aber super und danach teilen wir uns noch einen hausgemachten Apple Crumble. Die Kuchenauswahl ist wirklich toll!
Auf der Weiterfahrt kommen wir erstmal nicht weit, da wir am ersten Himbastand direkt anhalten, wer weiß, ob es danach noch welche gibt oder ob die Pandemie diese auch dahingerafft hat. 2019 war dieser Stopp bei den Himbas so toll! Wir wurden nicht belagert und es wurde noch fröhlich getanzt. Heute sieht das leider anders aus. Der Stand besteht aus 10 Verkäuferinnen und Verkäufern, die dir alle ein Armband anziehen würden, das du dann kaufen musst, wenn du nicht aufpasst. Außerdem wollen wir nur zwei oder drei Armbänder kaufen. Aber man wird so verrückt gemacht. Jeder ruft dir zu, dass er oder sie Hunger hat und man bei ihr oder ihm kaufen soll. Sonst sind sie beleidigt. Ich finde ein Armband, was mir gefällt und nehme es in die Hand. Schon ein Fehler, das gilt quasi für sie als gekauft. Als ich es wieder hinlegen will, weil ich ein anderes entdeckt habe, gibt die Nachbarin der Verkäuferin direkt Bescheid! Nein, das macht kein Spaß! Ich frage nach dem Preis und man nennt mir 300 N$ pro Armband 😄 man kann's ja mal versuchen. Am Ende bekomme ich 2 für 270, was ich auch noch viel finde, aber ich habe dieses Jahr ein schlechtes Gewissen zu handeln, wo eh schon kaum noch Touristen hier vorbei kommen. Was Petra bisher gemacht hat, verstehe ich nicht wirklich, aber auch sie ist dann fertig mit ihrer Auswahl und handelt noch ein Bild mit den Damen raus. Ich will eigentlich nur schnell wieder ins Auto, denn jetzt kriegen wir von der einen Dame die Armbänder nahezu hinterher geworfen für 50$ das Stück.
So, schnell wieder ins Auto und die beginnende tolle Landschaft genießen. Ich Idiot merke erst im Auto, dass ich ein leicht rosa farbendes Armband gekauft habe statt Khaki, weil ich die Sonnenbrille beim Kauf auf hatte... Egal, jetzt wird Ausschau nach Elefanten gehalten!
Unterwegs trampt ein weißer Mann, bei dem wir anhalten und ihn ein paar Kilometer mitnehmen, da er uns vertrauenswürdig vorkommt. Es handelt sich um Jan Kunene und wir horchen zuerst sehr interessiert zu, was er uns über die Wüstenelefanten erzählt, denen er zu Fuß folgt und er erklärt uns, wo sie sich momentan aufhalten. Kurz vor dem Abzweig zu Madisa setzen wir ihn ab und wünschen ihm alles Gute. (Die Sache wird nachher nochmal aufgegriffen).
Auf der Straße nach Madisa, die auch nach Twyfelfontein führt, finden wir Elefantendung, der aber bereits länger hier liegt.
Auf Madisa angekommen, treffen wir als allererstes auf einen Dickpense. Die habe ich ja nicht vermisst... Uns fällt sofort die neue Bar auf, die kultiger nicht sein könnte! Aber erstmal gehen wir zum Check In. Die Besitzer sind zunächst etwas zurückhaltend, aber wir kommen schnell ins Gespräch als wir uns darüber freuen, wieder das selbst Zelt wie letztes Mal zu bekommen. Bei dieser Unterhaltung erzählen wir ihr auch von der Begegnung mit Jan Kunene und sie klärt uns direkt über ihn auf. Ehra hat noch am selben Morgen ein Statement auf Facebook verfasst, dass sie sich klar von ihm distanzieren und es sehr gefährlich ist, was er tut, da er zu dicht an die Tiere ran geht. Auf Madisa hat er sich ein paar Tage zuvor durch geschnorrt. Na toll...
Dann kommt noch Leon um die Ecke und stellt sich uns vor, er wird mit uns beiden morgen (ganz alleine!!!) die Wüstenelefantentour machen. Wir begrüßen ihn natürlich waschecht mit namibischem Handschlag und er stutzt ein wenig. Er würde beim Abendessen nochmal zu uns kommen und uns ein bisschen was zu morgen erklären.
Bevor wir zum Zelt fahren, verstauen wir alles Fleisch und die Kühlakkus im Cooler der Rezeption, da es im Zelt ja keinen Strom gibt. Und vor allem wollen wir erstmal etwas Kaltes an der tollen neuen Bar trinken!
Am Zelt angekommen, befreie ich erstmal ein paar Agamen, die in den Mülleimer davor gefallen sind. Die Bilder stammen aus 2019, da ich keine neuen vom Zelt gemacht habe dieses Jahr, außer innen.
Während Petra schon eifrig die Außendusche genießt, erkunde ich ein wenig die Umgebung rund ums Zelt und stelle fest, mit dem Gras kamen natürlich auch die Dickpenses. Und nicht gerade wenige davon! Hier außerhalb machen sie mir ja nicht soo viel aus.
Als ich allerdings auf der Terrasse sitze und einer dort drüber läuft, ekelt es mich richtig an. Petra muss einen aus dem Bad-Bereich vertreiben und wir stellen fest, dass wir ganz schöne Sissies sind...
Zum Sundowner sind wir wieder an der Bar und genehmigen uns Gin Tonics. Vielleicht kann ich damit fester schlafen und muss nicht an diese 6-beinigen Monsterchen denken. Soweit der Plan. Zum Abendessen bekommen wir einen tollen Tisch und wir lieben auf Madisa einfach diese originelle Note überall!
Es gibt heute Potjie vom Schwein und Salat. Leider nicht den genialen Nachtisch vom letzten Mal. Nach dem Essen setzt sich Leon zu uns erklärt uns als aller erster Guide für eine bevorstehende Tour, dass wir bitte nicht so grelle und bunte Sachen anziehen sollen. Hat uns auch noch nie jemand gesagt, ist aber bei uns ohnehin überflüssig 😄 Wir unterhalten uns noch ein wenig und sagen ihm, dass wir uns sehr freuen! Die Freude ist wirklich groß, denn die Familie, die noch zum Drive angemeldet war, hat Kinder, die dafür noch zu klein sind - somit wird das eine exklusive Tour für uns zwei.
An der Bar nehmen wir noch einen doppelten Amarula Absacker...
...und dann geht's zurück ins Zelt. Man bekommt mittlerweile solche Solarlampen mit, aber wirklich hell strahlen diese auch nicht.
Es dauert heute lange, bis wir einschlafen. Irgendwann werde ich auf Toilette müssen und falls da Dickpenses rumlaufen, schreie ich. Ja, so reden Weicheier ihr lieben Leute...
Lekker Slaap!
Teil 718. Aug. 2022
16.06. Erinnerungsreiche Begegnungen, neue Freundschaften
Nun, die Nacht haben wir irgendwie hinter uns gebracht und auch der nächtliche Toilettengang hat sich nach einiger Überwindung in der Dunkelheit unterm Sternenhimmel wieder genauso cool angefühlt wie 2019.
Auch heute Morgen begrüßt uns wieder das "Hunga Tonga-Hunga Ha’apai-Phänomen" (danke Bele, den Begriff habe ich bei dir kopiert) mit einem wunderschönen Licht-Spektakel vor Sonnenaufgang. Zum Glück hat Petra auf den Auslöser gedrückt - ich hab's mal wieder verpennt - nein, nicht im wahrsten Sinne des Wortes, sondern weil ich gerade meine Klamotten unter der Bettdecke wärmen muss, damit diese halbwegs angenehm zum Anziehen werden.
Um halb 8 fahren wir zum Frühstück, denn heute startet der Drive erst um 8 Uhr, nicht so früh wie vor drei Jahren als wir noch eine gute Strecke zu den Elefanten zurücklegen mussten. Dieses Jahr sind sie ja ganz in der Nähe. Mittlerweile gibt es zum Frühstück auch frisch zubereitete Eier auf Wunsch und Bacon, wer möchte. Für uns wird's ein schnelles Frühstück, da sich noch nicht der große Hunger eingestellt hat.
Mit dicken Jacken und unseren Decken, die wir eigentlich für den Flug mitgenommen hatten, geht es in gemächlichem Tempo zurück Richtung C35 und Leon erklärte uns im Vorfeld, dass wir noch auf ein paar Farmen bei Familien halten würden, um zu fragen, ob die Elefanten hier waren. Bei der ersten Farm sind wir noch ein wenig verhalten und bleiben im Auto. Die Kinder haben gerade Schulferien und sind alle zuhause. Zwei Jungs kommen vorbei, grinsen frech und grüßen dann ganz lieb. So im Auto sitzend kommen wir uns irgendwie schon ein bisschen doof vor. Bei der zweiten Familie, bei der wir halten, steigen wir nun aus und begrüßen die Mutter mit ihrer süßen Großfamilie. Die Kinder sind gerade beim morgendlichen Zähneputzen und speziell Petra hat ja mit Kindern den meisten Spaß. So gibt es zum Schluss noch ein Abschiedsbild, auf das alle gerne mit drauf wollen.
Wir vermuten nicht, dass diese Besuche hier dazu dienen, die Elefanten zu finden, aber haben großen Spaß daran, mit den Locals in Kontakt zu treten und das merkt Leon sehr schnell. Mit einem vollen Wagen wären die Besuche wohl weniger intensiv gewesen oder hätten gar nicht stattgefunden. So halten wir als nächstes auf einer Farm, wo ich zum ersten Mal in Namibia Hausschweine herumlaufen sehe, na die haben ein tolles Leben!
Wir werden herzlich begrüßt, Leon stellt die Dame als "Girlfriend" vor und Petra antwortet zugleich "oh, you have many of them, ne" - lautes Gelächter und das Eis ist gebrochen. Um die Ecke wird gerade eine Ziege geschlachtet und Petra erklärt Leon, dass ihr Vater Metzger war. Hier hilft jeder beim Schlachten, auch die Kinder nehmen die Därme aus. Leon erklärt, dass Frauen hier so etwas können müssen, dann steigen die Chancen auf eine spätere Heirat 😄 Dadurch, dass auch ich früher beim Ausnehmen zugesehen habe, macht uns beiden der Anblick nichts aus und man unterhält sich noch ein wenig.
Die Tiere, die auf namibischen Farmen für Fleisch gehalten werden, haben ein besseres Leben als die meisten Tiere bei uns. Der Frau erklären wir, wie die Schweine in Deutschland gehalten werden und sie kann sich das natürlich null vorstellen. Fragt, warum sie nicht frei herumlaufen.
So, jetzt kommen wir aber zur Hauptstraße. Wir halten an einigen Stellen, wo die Elefanten über Nacht gewandert sind, teilweise mitten durch die Baustelle. Leon erklärt uns einiges über die Spuren.
Hier müssen die Bauarbeiter keine Steine mehr als Begrenzung hinlegen 😄
Plötzlich erhält er einen Anruf von einem anderen Guide. Man könne momentan nicht an die Elefanten ran, da unter ihnen ein verletztes Jungtier sein soll, das eventuell von EHRA und Naankuse Tierärzten sediert werden soll. Ein paar Minuten später entdecken wir die Herde tatsächlich von der C35 aus, denn sie stehen nur etwa 100 Meter davon entfernt. Die Tierärzte beobachten sie, während die Herde einen schützenden Kreis um ihre Jüngsten bildet. Die Tiere sind allerdings super entspannt.
Ein befreundeter Guide von EHRA spricht kurz mit Leon und sie einigen sich auf irgendetwas. Er erklärt uns, dass Bennie, der nach Voortrekker zunächst einzig verbliebene dominante Bulle hier, gerade in der Gegend sei und wir ihn nun suchen würden. Wow, das wäre ja was!
Wir fahren zunächst durch's ausgetrocknete Flussbett, wo Bennie überall seine Spuren hinterlassen hat, denn man erkennt gut, dass hier ein Einzeltier unterwegs war. Der andere Fahrer fährt etwas versetzt von uns und beide suchen ihn nun. Es dauert wirklich nicht lange, bis wir den imposanten Bullen im besten Alter tatsächlich entdecken! Es soll mittlerweile immerhin noch zwei, drei andere Bullen geben, die Bennie Konkurrenz machen und somit hoffentlich das Überleben der Wüstenelefanten sichern.
Er lässt sich von den Autos absolut nicht aus der Ruhe bringen, schlendert gemütlich von Busch zu Busch und snackt überall ein wenig. Wir fahren mit respektvollem Abstand parallel von ihm.
Dann scheint er einen Busch gefunden zu haben, der besonders gut schmeckt, denn hier bleibt er eine ganze Weile lang und schenkt uns eine wundervolle Zeit! Zwischenzeitlich könnte man meinen, er schläft beim Fressen gleich ein, so entspannt ist er. Er trägt übrigens dieses Senderhalsband, damit man seine Routen genau verfolgen kann, was für ihn Sicherheit bedeutet, da niemand mehr behaupten kann, er hätte etwas zerstört, obwohl er gar nicht dort war. Denn so soll ja die Regierung damals Voortrekker als Problemtier auserkoren haben, ohne Beweise gehabt zu haben.
Irgendwann wird es wie immer Zeit, Abschied zu nehmen. Ich denke kurz zurück an unsere magische Begegnung mit Voortrekker. Und wünsche mir von Herzen, dass Bennie hoffentlich nicht dasselbe Schicksal ereilt.
Auf dem Weg zu unserem Lunch-Platz entdecken wir von der Hauptstraße aus noch kurz die andere Herde wieder, die mittlerweile die Straßenseite gewechselt hat. Meine Güte, was wäre das ein Ding gewesen, wenn wir gestern hier schon die Elefanten gesehen hätten 😮
Zum Lunch fährt uns Leon ins Flussbett des Ugab, das tatsächlich noch nicht komplett ausgetrocket ist! Wow, fließendes Wasser in Namibia - für uns eine Premiere!
Es gibt für jeden einen XXL Burger mit den weltbesten Buletten! Dazu noch viele nette Unterhaltungen mit Leon und die Zeit verfliegt viel zu schnell. Was für ein wunderschöner, entspannter Tag!
Auf dem Rückweg versuchen wir nun, die Herde noch einmal zu finden. Das Jungtier wird wahrscheinlich doch nicht betäubt oder zumindest nicht mehr heute und die Herde steht jetzt nicht mehr unter Beobachtung. Wir finden sie auch tatsächlich wieder und Leon bugsiert uns mitten in ihre Mittagsruhe, die sie ohne von uns Notiz zu nehmen, entspannt fortführen. Die Kleinsten liegen im weichen Sand und werden gut bewacht. Von Elefanten umgeben zu sein hat etwas, was ich kaum beschreiben kann. Es löst ein Gefühl von Geborgenheit und innerem Frieden in mir aus. Elefanten haben einfach etwas beruhigendes an sich.
Wir möchten sie aber nicht weiter stören und halten uns nicht allzu lange bei ihnen auf. Auf der Rückfahrt begegnen wir einer Familie, deren Auto eine Panne hat. Hier treffen wir auch eine Mama mit ihrem Baby wieder, die wir gestern am Himbastand schon gegrüßt hatten. Zum Glück fehlt wohl nur Kühlerwasser. Leon holt die Coolbox raus und schüttet das Wasser aus dem geschmolzenem Eis in einen Behälter. Petra kann dies nicht mit ansehen, da die Hälfte daneben geht. Sie holt ihr Schweitzer Messer raus und bastelt aus einer leeren Flasche einen Trichter. Et Voilá! Die Familie bedankt sich sehr und wir treten den Rückweg nach Madisa an.
Leon erzählt uns noch, dass es hier durch den guten Regen nun seit 2014 erstmals überhaupt wieder Gras gibt. Da dies schon gelb ist, erzähle ich ihm von meinem 28-jährigen Pony, das kann er sich ja so gar nicht vorstellen - so alt! Ich erkläre ihm, dass er dieses Gras, worüber sich das Vieh hier hermacht, zuhause niemals anrühren würde. Er lacht sich schlapp! Bevor wir das später vergessen, müssen wir am Schluss unbedingt noch ein Selfie mit Leon machen, das uns immer an diesen wundervollen Tag erinnern soll!
Zurück im Camp werden wir super nett von der Besitzerin empfangen und erzählen ihr von Bennie. Gestern schon zeigte ich ihr mein Voortrekker Tattoo und nun meint sie, das wäre ja eine Idee fürs andere Bein 😄 mal schauen... An der Bar wollen wir Leon auf einen Drink einladen, aber er hat noch etwas zu erledigen und so verabreden wir uns zum Sundowner. Es ist so schön, dass man in Namibia keine Uhrzeit nennen muss, sondern sich einfach zum Sundowner trifft. Spricht aber trotzdem etwas gegen eine Prophylaxe mit Beschleuniger? Nöö, dann für uns bitte zwei Gin Tonic, aseblief! ...und noch zwei, baie dankie! 😁
Am Zelt wird geduscht und sich schon fast wieder für den Sundowner hergerichtet. Die Dickpenses sind heute auch irgendwie Nebensache. Kurz ausgeruht und schon wieder ab ins Hauptcamp. Wir bestellen natürlich wieder Gin Tonics, denn auf diesen Tag müssen wir mehr als einmal anstoßen! Leon bleibt für den Notfall lieber nüchtern. Notfall im Sinne von Schlangenbissen hätte er vor Petra auch lieber verschweigen können 😄 Prost, Happy Days!
Wir erfahren, dass Leon viele viele Jahre Guide auf Ongava war und sogar Rodney kennt 🤩 Sie haben sich dort immer am Gate getroffen. Es gibt so viel Gesprächsstoff und Leon scheint Etosha genauso geliebt zu haben wie Rodney. Er erzählt uns auch, dass Rodney wohl mittlerweile im Süden auf einer Lodge arbeiten soll. Unser letzter Stand war Palmwag. Wir lachen viel und Leon gesteht uns, dass er gestern ganz gerührt und vor allem überrascht war, als wir ihn mit dem namibischen Handschlag begrüßt haben. Dass das wirklich bei manch einem so einen Eindruck hinterlässt! Irgendwann beschließt Leon, dass er unser "neuer Rodney" ist und wir müssen herzlich lachen.
Die Zeit vergeht viel zu schnell und das Abendessen wird serviert. Wir verabreden uns für morgen früh für einen herzlichen Abschied. Heute gibt es hervorragende Boerewors, worauf Petra sich schon soo gefreut hatte! Uns gefällt auf Madisa ja auch mit am besten das Buffet!
Darauf noch einen Gin Tonic als Absacker! Also heute muss ich doch gut schlafen können 😊 Zurück am Zelt ist es bereits stockdunkel. Als wir die Stirnlampen einschalten, beginnt plötzlich der Angriff der Killerheuschrecken! Es muss sehr lustig ausgesehen haben, wie wir zwei Sissies die blöden Viecher unter mädchenhaften Schreien versucht haben abzuwehren. Wusste gar nicht, dass Petra so gelenkig ist... Joa, die Kameraden hatten wohl schon geschlafen und dachten durch unsere Lampen, sie fliegen mal schnell ins helle Licht am Ende des Tunnels. Also wird der nächtliche Toilettengang wieder zur Überwindung 😣
Aber hey, bei diesem Anblick vom stillen Örtchen aus, kann man dann doch alles andere um sich herum schon mal vergessen! Diesmal sogar mit Milchstraße und dem Kreuz des Südens mittendrin! (Alle Sternenaufnahmen sind mit den Handy entstanden).
Lekker Slaap!
Teil 821. Aug. 2022
17.06. Safari- oder doch Partyurlaub?
Diese Nacht war wesentlich angenehmer als die letzte. Ob es nun dem gestrigen tollen Tag, den vielen Gin Tonics oder beidem geschuldet ist, lässt sich schwer schätzen. Wir packen in Ruhe alles ein und fahren vor zum gemütlichen Frühstück. Dort kommen wir mit unserem Kellner ins Gespräch und er meint, wir würden aussehen wie Zwillinge. Petra fühlt sich geschmeichelt, ich muss lachen und kneife ihr in die Backe mit den Worten "naah, I don't have this here [Falten]!" - wir müssen alle lachen.
Heute haben wir keinen Zeitdruck. Im Vorfeld haben wir uns dafür entschieden, nicht den Weg über Fransfontein nach Kamanjab zu nehmen, sondern wir möchten endlich mal wieder Outjo besuchen! Das letzte Mal war schließlich 2018 und wir lieben dieses Städtchen! Nach dem Frühstück warten wir noch auf Leon, um Tschüss zu sagen. Der Abschied fällt sehr emotional aus und wir danken ihm nochmals für die tolle Zeit gestern!
Als wir ein kurzes Stück auf der C35 zurückgelegt haben, kommen wir an einem reich gefüllten Damm vorbei, wo wir prompt anhalten müssen. Die letzten beiden Male als wir hier vorbei kamen, war dies eine Pfütze! Wir beobachten viele Wasservögel und weit weg einen Schakal. Was ein schönes Plätzchen!
Auf der Weiterfahrt fällt uns auf, dass hier kilometerlang ein Elefant auf der Straße gelaufen ist, die Spuren dürften noch nicht soo alt sein, denn man erkennt sie noch sehr deutlich.
Bevor wir zur Teerstraße kommen, fahren wir noch durch zwei "Baustellen", wo wohl vergessen wurde, die Schilder wieder mitzunehmen. Ich ermahne Petra, dass sie gerade mit 90km/h durch eine 30er Baustelle düst und sie ein ganz schöner Raudi wäre. Andererseits wurden die 30km/h auch bis zur Teerstraße nicht mehr aufgehoben und wir wurden sogar noch überholt. Wird unter T.i.A. verbucht 😄
Die Teerstraße nach Outjo zieht sich ein wenig und kilometermäßig bedeutet dies natürlich einen ganz schönen Umweg, aber wir freuen uns sehr, als in Outjo alles so vertraut wirkt - bis auf eine Sache... WO IST BITTE UNSER FARMHOUSE??? Wir parken auf unserem Stammparkplatz und erkennen sogar den netten Parkwächter wieder! Wir steigen aus und sind erstmal verdutzt. Wo das alte Farmhouse war, hängt jetzt ein Schild mit "Route 38", was eher einem amerikanischen Diner gleicht. Wir sind herbe enttäuscht. Da wir aber mal dringend das stille Örtchen aufsuchen müssen, gehen wir zu den immerhin sehr netten Bedienungen und fragen, ob wir die Toilette benutzen dürfen, wir würden dann nachher zum Lunch kommen - natürlich kein Problem! Drinnen und im alten Biergarten wirkt alles sehr kühl und wenig einladend. Als wir wieder raus gehen, fragen wir die Angestellten, was mit dem Farmhouse passiert sei - gäbe es nicht mehr, ist jetzt dieses Restaurant hier. Aha.
Anscheinend wurden wir genau beobachtet, denn bevor wir ins Souvenirgeschäft gehen, spricht uns ein junger Mann an, von dem wir erstmal nicht erwarten, dass er Makkalanis verkaufen will. Petra sieht in seiner Hemdtasche Flyer mit "Farmhouse" und wir fragen nach. Es stellt sich heraus, dass er Anstas Bruder ist und das Farmhouse ein Haus weitergezogen ist! Nein, was ein Glück hat er uns angesprochen! Er erklärt uns, wo wir hin müssen und uns ist es nun peinlich, nach Toilettennutzung und Versprechen zum Lunch, nun doch nicht in das neue Restaurant zu gehen. Aber zuerst stöbern wir im Souvenir- und Ledergeschäft. Leider findet man nach all den Jahren fast nie etwas Neues, aber ein paar Souvenirs für Freunde schaffen es zumindest bis zur Kasse. Der Verkäuferin zeige ich meine Kuduschuhe, die ich 2015 hier gekauft habe und sie freut sich sehr darüber.
Alles wird im Auto verstaut und wir wissen immer noch nicht, ob wir den Kellnerinnen nun absagen sollen oder wie wir uns verhalten sollen. Petra geht dann rein, wirft etwas in die Tippbox und entschuldigt sich. Dann gehen wir ein paar Meter die Straße zwischen Tankstelle und ehemaligem Farmhouse hinein und schon sehen wir das vertraute Schild!
Der jetzige Standort ist sogar noch schöner und der Biergarten noch grüner! Anstas Bruder hat uns schon einen Tisch reserviert und ich schreibe ihm auch noch Namen für Makkalanies auf. Natürlich werden als erstes Malawishandys bestellt und angestoßen! Auch freuen wir uns schon lange auf ein Springboksteak vom Farmhouse und lassen uns das Essen wahrlich schmecken!
Zwischendrin erkundigen wir uns nach Ansta, diese sei in der Küche schwer beschäftigt. Sie ist hier nicht nur die Besitzerin, sondern auch die Chefköchin und das schmeckt man! Als wir fertig sind mit essen, kann sie sich ein paar Minuten freischaufeln und begrüßt uns herzlich. Sie ist einfach so eine tolle Frau! Zum Abschied gibt's noch ein Erinnerungsselfie, was ich ihr bei Instagram unbedingt zuschicken soll.
Pappsatt ist der nächste Programmpunkt der Sparmarkt, um für die Etosha Tour ordentlich einzukaufen. Tomaten, Gurke, Käse, Getränke, Chips, Kekse... Alles, was man für einige Tage in Okaukuejo und Halali so braucht 😄 Leider stellen wir immer wieder fest wie viel Geld wir für einen kleinen Einkauf hier ausgeben. Wir schaue im Urlaub nicht so doll aufs Geld, aber wenn ich mir vorstelle, ich wohne hier, wären das schon erhebliche Kosten! Draußen machen wir einen großen Bogen um die Nüsschen-Mafia und Schmuckverkäuferinnen und haben natürlichdem fleißigen Parkwächter auch etwas mit gebracht. Neben einem guten Trinkgeld bekommt er von uns Obst und eine Dose Cola, dafür, dass er hier so einen tollen Job macht. Er freut sich sehr und erzählt stolz, dass er bereits seit 9 Jahren hier arbeitet! Auch mit ihm müssen wir unbedingt ein Erinnerungsfoto machen!
Jetzt heißt es nur noch tanken, dies erledigen wir an der neu ausgebauten Tankstelle direkt ein paar Meter weiter. Wenn wir mit Karte zahlen, dann gehe ich immer selbst bezahlen. Im neuen Shop hier gibt es Snacks und sogar einen Kaffeeautomaten to go - alles ohne Plastik. So lange, wie ich warten muss, kühlt der Kaffee zumindest auf eine angenehme Trinktemperatur ab und Petra zerfließt in der Hitze des Autos während sie warten muss.
Die Strecke nach Kamanjab sind wir mittleriweile schon so oft gefahren, aber ich glaube, je öfter man sie fährt, desto mehr zieht sie sich. Ich vertreibe mir die Zeit mit ein paar Zeitraffervideos, die auf Namibias Straßenecht toll werden! Aber gegen Nachmittag erblicken wir endlich Kamanjab!
Hier kennen wir uns noch besser aus und es ist wie Heimkommen. Farm Robyn steht dieses Jahr zum ersten Mal nicht auf dem Programm, da unsere Freundin wieder größtenteils nach Deutschland zurückgekehrt ist. Dennoch wollten wir gerne übers Galton Gate nach Okaukuejo fahren und was liegt usn da fernen als einfach in Oppi Koppi zu übernachten, wo wir schon so oft was trinken waren! Von den Zimmern sind wir mehr als positiv überrascht! Total schön und originell gemacht und das Bad ist mehr als großzügig!
Wir rufen nun Enginie an, die nach wie vor auf Robyn arbeitet. Sie wäre so gerne vorbeigekommen, aber die Farmtore wären schon verschlossen. Nach dem Auspacken und etwas Runterkommen, geht's erstmal zum Sundowner. Oppi Koopi lieben wir einfach! Bisher kannten wir ja nur den urigen Barbereich und den Garten. Mit Malawi Shandys wird an unserem Stammplatz angestoßen - happy days!
Zum Abendessen gehen wir erst später, das gute Essen vom Farmhouse hat noch ordentlich vorgehalten. Zuhause essen wir auch beide nie dreimal am Tag. Aber hier sind wir im Urlaub und kosten gerade nach diesen vergangenen, blöden Jahren alles aus! Ich habe den Tipp bekommen, ich solle unbedingt mal die Pizza hier probieren - alles klar, Fleisch gab es ja heute Mittag schon! Vorher wird's noch eine Butternusssuppe und als die Pizzen kommen, staunen wir nicht schlecht. Die Bestellung mit "wenig Käse" hat nicht viel gebracht, die Dinger wiegen gefühlt ein Kilo 😄 wir schaffen beide noch nicht mal die Hälfte und lassen uns den Rest einpacken - gibt's dann morgen unterwegs.
Nach dem Essen spricht uns eine Kellnerinnen an, ob wir Enginie kennen würden, von Robyn - ja klar! Sie sei ihre Schwester und Enginie hätte sie angerufen, dass wir hier wären - wie süß, wir freuen uns über die neue Bekanntschaft von Jeanette! Sie hat vorher auf Hobatere gearbeitet und ist noch nicht lange hier in Oppi Koppi.
Wir unterhalten uns ein wenig und drinnen läuft ordentlich Partymusik. Einige Einheimische sitzen um die Bar und wir gesellen uns dazu, nachdem wir ein Stachelschwein beobachtet haben, das hier immer Küchenabfälle bekommt - unser erstes überhaupt!
Drinnen läuft Afrikaans Musik und die Stimmung ist klasse. Für Petra ist es etwas ganz Komisches, an der Bar zu sitzen und rauchen zu dürfen 😄
Auf einmal setzt sich ein älterer Herr an die Bar und wir sind uns tatsächlich unsicher. Wir fragen Jeanette, ob das Duncan ist und als sie bejaht, bitten wir sie, ihm auf unsere Rechnung einen auszugeben. Er schaut verdutzt zu uns herüber und wir gehen zu ihm. 2017 verbrachten wir mit ihm einen wundervollen Abend im Filmhouse, das ihm gehört. Und von ihm haben wir unseren Trinkspruch "Happy Days". Wir stoßen an und auch hier darf ein Erinnerungsbild nicht fehlen!
Keine Ahnung, wie viele Drinks wir uns bereits einverleibt hatten, als plötzlich ein Alarm los geht. Uns wird schnell erklärt, dass dies der Jägermeister-Alarm ist. Statt Bierzapfanlage, gibt es hier eine für Jägermeister und so schnell können wir nicht schauen, da hat auch schon jeder Gast ein Gläschen vor sich stehen. Ganz wichtig - nur mit links trinken, bei rechts geht die nächste Runde auf dich! Was eine Gaudi. Vital, der Besitzer, dem ich vorher schon liebe Grüße aus Deutschland bestellen sollte, erklärt uns, dass im Männerklo ein Poster einer leicht bekleideten Dame hängt, auf deren Brust der Schriftzug prangert "Don't touch or you will pay für that". Wer dennoch drückt, löst den Jägermeisteralarm aus und schmeißt eine Lokalrunde 😄 Es fließt heute nicht wenig Alkohol und nachdem wir den zweiten Alarm in Kauf genommen haben, flüchten wir lieber, denn ein dritter wäre für Petra der Gnadenschuss 🤢 Mega, dass wir auch noch an einem Freitag hier sind und das Partyleben von Kamanjab miterleben dürfen!
Auf dem Weg zu unserem Chalet messe ich ein wenig zickzack den Pfad ab und Petra macht sich ein wenig über mich lustig. Gut, dass sie ja eh morgen fährt bzw. ja eigentlich immer. Aber sie hatte auch ein paar weniger alkoholische Getränke an diesem Abend. Und sie verbringt noch eine gute Tat, denn sie schenkt dem Nachtwächter ihre Pizza, der sich wirklich von Herzen darüber freut. Gut gemacht! Ich kriege das schon gar nicht mehr mit.
Lekker Slaap!
Teil 925. Aug. 2022
18.06. Etosha, wir kommen!
Dieser ist glaube ich der einzige Morgen, an dem ich nicht vom Räumungskommando geweckt werde - Alkohol sei Dank. Geschlafen habe ich so fest wie seit Tagen nicht mehr. Zum Glück kriege ich nie einen Kater vom Vorabend. Während ich also noch schlummere, geht Petra nach ihrem 1. Kaffee bereits ihrem Instinkt nach und bereitet schonmal ein paar Sachen vor, die im Auto verstaut werden. Draußen trifft sie einen weiteren Parkwächter, dem sie die andere Pizza noch schenkt und auch er bedankt sich sehr herzlich.
Wir wollen heute so früh wie möglich los, also frühstücken wir auch nicht, sondern haben gestern Abend Lunch Pakete bestellt, die wir beim Auschecken abholen. Jetzt nur noch schnell tanken und schon heißt es: Etosha, wir kommen!
Um 8:30 Uhr (an der Tanke dauerte es etwas länger) fahren wir durch's Galton Gate als 1. Fahrzeug an diesem Morgen. Kurzer Check des Autos und alle Formalien ausgefüllt geht es endlich wieder auf Safari.
Bis Renostervlei bleibt die Fahrt tierlos, aber hier erwartet uns wie beim letzten Mal eine Zebraherde inklusive Bergzebras! Wenn diese beiden Zebraarten so dicht beieinander stehen, muss man schon genau hinschauen.
Unser nächster Halt ist bei Jakkalswater, wo sich viele Springböcke und - namensgebend - auch zwei Schakale tummeln.
Auf der Weiterfahrt begegnen uns ein paar Springböcke, Vögel und die erste Giraffe.
Plötzlich stehen wir vor einer Baustelle. Das Warum können wir uns nicht wirklich beantworten, denn die Pad ist hier richtig gut befahrbar. Jedenfalls wurde hier keine Ersatzspur gezogen und man muss mitten durch die frisch nass gemachte, weiße Schliere. Auch mit Allrad schlittern wir ganz schön durch und sinken auch recht tief ein. Ohne 4x4 wäre die Weiterfahrt hier kaum möglich gewesen. Petra regt sich darüber doch sehr auf, ich allerdings beruhige sie, denn wenn wir stecken bleiben würden, wären hier immerhin Arbeiter, die uns rausziehen könnten.
Immer wieder gibt es Baustellenabschnitte, anstatt dass man einfach bei A anfängt und sich nach B voran arbeitet...
Okawao ist der letzte Halt vor der Lunch Pause und auch hier herrscht eher gähnende Leere. Bis auf wenige Zebras und Springböcke gibt es nichts zu entdecken. Im Übrigen habe ich seit Kenia den Polfilter von meiner Kamera abgenommen und bin mittlerweile mit dem weniger starken Kontrast der unbearbeiteten Bilder sehr happy! Ich hatte oft Probleme, dass zu viel Schatten im Bild war.
Dann fahren wir ins Olifantsrus Camp für eine gemütliche Mittagspause. Die brauchen wir auch, aber das wissen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Zunächst lassen wir uns die Lunch Pakete schmecken und schlendern dann noch zum Wasserloch Hide. Dort stillt gerade ein Elefant seinen Durst. Wir gehen die Treppe herunter, von wo man dann zwar eine viel bessere Perpektive hat, aber durch die dreckigen Scheiben niemals fotografieren könnte. Von oben gefällt mir die Perspektive absolut nicht, aber wir freuen uns über unseren ersten Etosha Elefanten!
Bevor wir weiterfahren, fallen uns allerdings die riesigen Klumpen Lehm in den Radkästen auf. Ohje, die müssen abgeklopft werden, wenn die richtig hart werden, kann's für die Lenkung gefährlich werden!
Die Weiterfahrt wird von Zebras und Springböcken geprägt. Diese Begegnungen könnte man ja auch genießen, wäre da nicht das aller übelste Wellblech, das wir je erlebt haben! Selbst bei Sesriem war es nicht so schlimm zu fahren. Wir erinnern uns, dass die Pad hier 2019 neu gemacht wurde, aber eben nur mit Schotter aufgeschüttet und befestigt wurde. Warum fängt man nicht hier an mit der neuen Befestigung?!
Die erste Artenvielfalt bietet uns das künstliche Wasserloch Sonderkop. Neben Zebras und Springböcken gibt es endlich auch Oryx, Gnus, Strauße und Hartebeester zu sehen!
Die weitere Strecke bis Ozonjuitji m' Bari wollen wir einfach nur hinter uns bringen. Für Petra ist diese Fahrerei übers Wellblech extrem kräftezehrend. Immerhin werden wir hier zusätzlich von einem Elefanten und Giraffen begrüßt.
Am Charl-Marais-Damm entlang und weiter Richtung Okaukuejo wird die Pad wieder deutlich angenehmer. Hätten wir das mit dem üblen Wellblech und den vielen Baustellenabschnitten gewusst, hätten wir uns den Weg über's Galton Gate wahrscheinlich gespart. Auch in Zukunft werden wir das wahrscheinlich nicht mehr so machen.
Immerhin begegnen uns noch ein paar Fuchsmangusten und fleißige Erdhörnchen.
Okaukuejo ist bereits in Sicht, da gilt es noch das letzte Hindernis zu überwinden. Eine weitere Baustelle. Wieder frisch nass gemacht, aber diesmal brauner Lehm. Wir sind uns sogar zuerst unsicher, ob wir hier überhaupt durchfahren dürfen, aber es bleibt ja keine andere Wahl. Petra gibt dies den Rest und sie regt sich vollends über die unmöglichen und unlogischen Baustellen auf. Im Camp angekommen muss erstmal Dampf abgelassen werden - oder eher konsumiert werden...
Zum Check In gehen wir aber dann gemeinsam und sind ein wenig enttäuscht als wir hören, dass unsere liebe Meriam nicht mehr hier arbeitet. Immerhin bekommen wir ein Waterhole Chalet, das recht weit hinten liegt - so mögen wir das!
Am Camp Wasserloch ist nicht viel los und die Sonne brennt dort vorne ohnehin recht stark. Also kommen wir in Ruhe im Zimmer an, richten uns ein und machen uns frisch. Petra ist fix und fertig durch diese anstrengende Fahrt, aber würde es sich nie nehmen lassen, nochmal zu einer Sundowner Fahrt aufzubrechen. Man könnte ja etwas verpassen!
Diese kleine Runde ist allerdings sehr schnell erzählt. Nebrowni - Gemsbokvlakte - Olifantsbad - Aus - Olifantsbad - Gemsbokvlakte und auf direktem Weg zurück ins Camp. Keine Tiere bis auf einige Gnus im goldenen Licht.
Heute weht kein Lüftchen und so verzieht sich der Staub auf der Pad auch nicht zur Seite. Wir fahren schon die erlaubten 60 km/h und müssen trotzdem noch überholt werden. Petra, so umsichtig, wie sie ist, fährt dann links ran und lässt die Autos vorbei. Ich versuche ihr zu erklären, dass das doch scheiße für uns ist, da wir jetzt absolut nichts mehr sehen und man ohnehin nicht schneller als 60 fahren darf! In den darauf folgenden Tagen versteht sie das dann auch und somit bin ich heute auch noch genervt durch die rücksichtslosen Fahrer. Hier sieht man gut, wie sich der Staub hält.
Zum Sonnenuntergang genehmigen wir uns einen Drink am noch leeren Wasserloch.
Danach haben wir einen ordentlichen Appetit. Petra bereitet das Abendessen vor und ich sortiere Bilder aus, das ist unsere gängige Arbeitsteilung. Die Energie reicht heute auch nur noch für ein Sternenbild, nachdem ich zumindest später am Wasserloch noch das pünktliche halb 9 NH abgewartet habe.
Lekker Slaap!
Teil 1029. Aug. 2022
19.06. Ein lockerer Einstieg
Der erste volle Tag in Etosha bricht an! Da es um Okondeka momentan eher ruhig erscheint, entscheiden wir uns heute für eine morgendliche Runde nach Aus. Dieser Morgen begrüßt uns tatsächlich eine dreiviertel Stunde vor Sonnenaufgang mit diesem atemberaubenden Lichtspektakel.
Beim Frühstück lassen wir uns Lunchboxen geben, sodass wir unser Frühstück selbst packen können. Dies bedarf wie immer erst einer Erklärung, dass wir das Frühstück mitnehmen und nicht hier essen. Viel Auswahl haben wir nicht, aber Toast mit Erdnussbutter und Marmelade geht auch klar. Ebenso Boerewors und gekochte Eier. Pluspunkt: Die Lunchboxen sind mittlerweile aus Pappe und da wir selbst packen, entsteht auch kein weiterer Plastikmüll.
Da wir mittlerweile wissen, dass das Tor Richtung Outjo zuerst geöffnet wird, steigen wir entspannt ins Auto, während andere bereits seit geraumer Zeit mit laufendem Motor am anderen Tor stehen. Gemütlich fahren wir als einzige durch das andere Tor und am Camp vorbei Richtung Nebrowni. Bis kurz vor Gemsbokvlakte gibt es leider nichts zu entdecken. Immerhin die Gnus stehen noch im schönen Morgenlicht und auch eine Oryx hat sich toll positioniert.
Bis Olifantsbad herrscht ebenfalls gähnende Leere. Wir bleiben aber trotzdem hier stehen und siehe da, Geduld zahlt sich aus, denn plötzlich betreten zwei Hyänen die Bühne, gefolgt von einem Schakal.
Auf der Pad Richtung Aus tauschen gerade die Landfrauen - so nennen wir die Perlhühner - ihren neusten Tratsch und Klatsch aus. Mittendrin zwei junge Impala.
Bei Aus selbst treffen wir leider nur auf zwei Kudus, die dem Wasserloch bereits wieder den Rücken kehren und einen Marabu im schlechtesten Licht. Zeit für's Frühstück!
Nun wollen wir von Aus nach Ondongab, denn man sagte mir, diese Strecke sei angenehm zu fahren und wir sind hier noch nie zuvor lang. Tatsächlich ist die Pad in einem sehr guten Zustand und auch die Umgebung ist schön und abwechslungsreich. Rein tiertechnisch allerdings an diesem Morgen eher mau, aber endlich bekomme ich mal die flinken Fuchsmangusten ansehnlich vor die Linse.
Wenn man ein Steinböckchen entdeckt, das flüchtet, immer kurz warten, denn normalerweise drehen sie sich immer nochmal um und schauen der "Gefahr" ins Gesicht. So auch bei uns.
Am Rand der Pfanne fasst das Wasserloch Ondongab noch ordentlich Wasser. Scheint aber gerade kein Tier zu interessieren.
Immerhin können wir auf dem Rückweg noch zwei Steppenfalken entdecken.
Im Camp wird nur für eine kleine Toilettenpause gehalten und dann geht es nochmal eine Runde nach Okondeka. Im Baum kann ich einen Maskenbülbül ausmachen.
Auf dem Weg nach Okondeka ist von unserem geliebten 8 km Baum leider nur noch ein kläglicher Rest zu sehen. Schade, aber dies war abzusehen nachdem 2019 bereits die eine Hälfte brach und abstarb.
Als wir uns Okondeka nähern bietet sich uns endlich wieder ein vertrautes Bild! Es gibt hier wieder Tiere! 2019 während der schlimmsten Dürre war hier absolut nichts los. Im Jahr zuvor sahen wir hunderte von Tieren an nur einem Morgen. Die Natur ist schon unglaublich und so wandelbar.
Wir sind mit dieser "Ausbeute" erstmal zufrieden und beschließen, den direkten Weg wieder zurück zu fahren und wie geplant den Etosha Trading Post zu besuchen. Die Abfahrt Ombika verpasst Petra natürlich, aber wir kommen ja gleich noch einmal hier vorbei. Am Gate lässt man uns ohne Kontrolle passieren als wir Bescheid geben, dass wir sowieso gleich wieder zurück kommen. Der Trading Post ist nur einen Katzensprung entfernt vom Andersson Gate und gar nicht zu übersehen. Petra tankt und ich gehe schon mal in den Shop, um die Tankrechnung zu begleichen. Ein Guide, der sehr gut Deutsch kann, spricht mich auf mein Voortrekker Tattoo an der Wade an und wir kommen sehr nett ins Gespräch. Ich zeige ihm noch meinen Arm und er ist so begeistert, dass er es unbedingt fotografieren will. Dann fragt er noch, ob wir Löwen sehen wollen - ja klar, was für eine Frage! Bei Ombika rein fahren, dann nach ein paarhundert Metern würden sie liegen, die Zebras würden sie anstarren - nicht zu übersehen. Na, baie dankie!
Der Shop ist wirklich toll und wir schauen uns in Ruhe um. Neben ein paar Lebensmitteln findet Petra auch ein schönes T-Shirt, ich bin leider zu unschlüssig.
Natürlich steuern wir nach dem Gate, wo wir ohne Probleme einfach rechts durchfahren können, das Wasserloch an. Hier steht kein einziges Auto, dann sind die Löwen hoffentlich noch an Ort und Stelle. Schließlich finden wir einige Autos und entspannte Zebras vor. Auch nach intensiver Suche können wir aber trotzdem nichts entdecken. Auch ist uns hier irgendwie niemand so sympathisch, dass wir mal fragen würden 😄 Als uns dann auch noch ein wirklich rücksichtsloser Fahrer genau vor die Nase fährt, vergeht uns vollends die Lust. Der Herr streckt sich hoch aus dem Fenster. Vermutlich sieht er die Löwen geradeso, von daher machen wir schnell nen Abgang.
Jetzt wird erstmal etwas relaxed und Petra legt die alten Beine hoch.
Fortsetzung folgt!
Teil 1102. Sept. 2022
19.06. Fortsetzung
Gegen 15:30 Uhr brechen wir wieder auf, um unser Glück zu versuchen. Wenn wir in Okaukuejo übernachten, hat es sich eigentlich schon fest eingespielt, dass wir zum Sundowner hin die süd-östlichen Wasserlöcher ansteuern. Bei Nebrowni werden wir schon mal nicht fündig - außer was Idioten angeht.
Bei Gemsbokvlakte dann ein Volltreffer! Drei stattliche Elefantenbullen halten hier ihren Stammtisch ab. Wie gewohnt, geht alles seeehr langsam und gemütlich von statten. Fast in Zeitlupe schlürfen sie das Wasser durch ihre Rüssel und vom Ersten, der Anstalten macht zu gehen, bis zum Letzten vergeht einige Zeit.
Auf der anderen Seite des Wasserlochs tummeln sich ein paar Giraffen - wir sind super glücklich mit dieser Ausbeute.
Daher verzichten wir auf einen Besuch bei Olifantsbad und wollen nun gemütlich nach Ombika fahren, denn diese Strecke hier von Gemsbokvlakte aus sind wir noch nie selbst gefahren, sondern nur mit Rodney. Und wie auch Rodney, so fährt ein anderes Auto der Etosha Safari Lodge nun diese Strecke wieder Richtung Gate und wir beschließen, uns mit etwas Abstand dran zu hängen. Kann ja nicht schaden.
Immerhin auf die Gabelracken ist Verlass! Neben ihnen entdecken wir leider nicht allzu viel. Aber für ein paar tolle Fotomotive reicht es allemal!
Wir queren die Teerstraße, um quasi von der anderen Seite Ombika anzusteuern und können uns schon denken, warum kurz vor dem Wasserloch so ein Andrang herrscht. Die Löwen sind noch da! Wir haben großes Glück und haben zumindest auf einen von ihnen eine gute Sicht, keine Ahnung, wo sich der andere versteckt. Uns bleiben exakt 6 Minuten mit ihm und schon währenddessen zeigt er deutlich, dass er gleich aufstehen wird. Er gähnt und putzt sich. Als er kurz sogar malerisch gegen die Sonne schreitet, gelingt mir genau ein gutes Bild bis er für immer in den Büschen verschwunden ist.
Ach, wie schön! Am Wasserloch selbst finden wir nur eine etwas verunsicherte Giraffe und verweilen noch einen Moment hier, denn bis zur Gate Schließung haben wir noch etwas Zeit.
Kurz vor Okaukuejo gelingen mir dann dank einem der "Opas" - wie Rodney sie immer nannte - noch ein paar wunderschöne Aufnahmen, über die wir uns besonders freuen!
Nachdem wir zu Abend gegessen haben, packt mich doch mal die Motivation, die Kamera etwas zu testen, bevor es in zwei Tagen ans Moringa Wasserloch geht, das mir persönlich eben um Welten besser gefällt als Okaukuejo. Für die Bilder, die mit meiner Kamera möglich sind, eignen sich am besten NHer, die einfach ewig trinken und sich manchmal absolut nicht bewegen.
Ich bin mehr als zufrieden, wobei ich wieder dem Kamera Display und dem iPad Glauben schenke, dass die Bilder wirklich so sensationell wurden. Zuhause auf dem Laptop bin ich zwar immer noch zufrieden, allerdings nicht mehr soo euphorisch. Außerdem trägt man die schönsten Bilder ohnehin im Herzen!
Wie gesagt, zeige ich an den Camp Wasserlöchern die NHer, da dies weit und breit bekannt ist und Okaukuejo zudem wieder eine Livecam bietet.
So, für morgen ist eine Kaltfront angesagt. Eigentlich optimales Wetter für Raubkatzen am Morgen. Was meint ihr?
Teil 1204. Sept. 2022
20.06. Ein unerwartetes Wiedersehen
Die Kaltfront ist angekommen. Dennoch hält sie mich nicht davon ab, im Farmerstyle mit kurzen Hosen und obenrum dick eingepackt das Chalet zu verlassen. Beim Frühstück ernten wir wieder die selben irritierten Blicke von denen (oder allen), die nicht wissen, dass man sich das Frühstück auch mitnehmen darf. Dies allerdings bedarf einer erneuten (freundlichen) Diskussion, denn heute sind natürlich andere Angestellte beim Frühstück im Einsatz.
Zurück am Auto sind wir viel zu früh dran, aber erleben dafür wieder ein tolles Leuchten am Himmel vor Sonnenaufgang - More more Etosha! Es riecht heute förmlich nach Löwen!
Warum der Tag gestern nicht soo ereignisreich verlief? Na, wir Deppen haben gar nicht unsere Hymne gesungen am Morgen! Das geht gar nicht... Dafür wird heute dann zwei mal geträllert!
Direkt beim Airstrip steht eine kleine Herde Gnus perfekt in der roten aufgehenden Sonne - traumhaft!
Am 8 km Baum muss auch noch schnell ein Bild im besseren Licht als gestern gemacht werden, was den Anblick aber nicht weniger traurig macht.
So, jetzt aber ab nach Okondeka! Dort angekommen, brauche ich gar nicht lange scannen, denn schon bei der Anfahrt erkenne ich ihn schlagartig wieder! "Da ist er!!!!! Wir haben ihn gefunden!!!!!" 🤩 Petra kann so schnell gar nicht schalten, bis sie ihn ebenfalls entdeckt. Unseren wunderschönen Pascha von 2016 und 2017. Es gibt ihn tatsächlich noch - unglaublich! Als hätte er nur auf uns gewartet. Die Tatsache, dass wir hier zunächst alleine mit ihm sind, macht die Begegnung noch einmal wertvoller.
Hallo, alter Freund!
Auf dem Hang liegt ein weiteres Männchen, das wir aber nicht kennen und das deutlich jünger ist. Er trägt ein sehr neues Senderhalsband. Da wir irgendwie im Gefühl haben, dass unser Pascha erstmal liegen bleibt, fahren wir zunächst auf die Anhöhe, wo wir einmal eine weit entfernte und eine andere Löwin in annehmbarer Distanz entdecken, sodass zumindest noch ein Foto gelingt. Leider sind sie am Abwandern.
Also nichts wie zurück zum Parkplatz, von wo aus wir den Pascha toll im Blick haben. Langsam trudeln auch weitere Autos ein. Das Thermometer zeigt um kurz vor 8 Uhr knackige 2 Grad an. Der Gute genießt die ersten wärmenden Sonnenstrahlen und macht schon bald Anstalten zum Aufstehen.
Also wandert er Richtung Quelle, um seeeehr ausgiebig seinen Durst zu stillen. Anscheinend hatte er sich in den letzten Jahren mal den Schwanz gebrochen. Aber das Wichtigste: Der Bauch ist voll! Und er sieht für sein Alter so gut aus!
Diesen Blick würde ich jederzeit wieder erkennen!
Nachdem er sich wieder an etwa der gleichen Stelle abgelegt hat, tut sich langsam auch bei dem anderen Männchen etwas und er setzt sich in Bewegung. Hier muss ich Petra einmal streng ermahnen, bitte zu fotografieren, da ich am Filmen bin. Zum Glück funktioniert das wieder sehr gut! An der Flanke des besenderten Löwen erkennt man noch eine Rasur, wo vielleicht eine Wunde behandelt wurde.
Wir wüssten gerne, wie diese Koalition zustande kam. Dass ein jüngeres Männchen offensichtlich jetzt auch Oberhaupt des Rudels ist ohne dass der Pascha abgedankt hat. Die beiden begrüßen sich Katzen-typisch mit einer Kopfnuss und nachdem der Jüngere getrunken hat, kehrt er wieder zu seinem Hügel zurück, von wo aus er einen guten Blick zu haben scheint.
Als unser Pascha sich flach legt, entscheiden wir, jetzt eine Runde über Adamax zu fahren und wieder hier her zu kommen. Dann können wir auch frühstücken, denn der Hunger wollte sich vor lauter Begeisterung noch gar nicht einstellen. Zuerst halten wir aber aber noch kurz bei dem anderen Männchen, das wunderbar für die Kamera posiert!
Auf der Rundtour begegnen uns die üblichen Verdächtigen und wir freuen uns dieses Jahr einfach über jedes Tier, nachdem es 2019 hier so übel aussah.
Zurück bei Okondeka passen wir gerade noch das besenderte Männchen ab, bevor es in den dichten Büschen links von der Pad verschwindet.
Auf dem Parkplatz ist ansonsten nicht viel los und wir können uns wieder so positionieren, dass wir den Pascha gut im Blick haben. Momentan liegt er flach - Zeit für's Frühstück in der besten Gesellschaft, die man sich vorstellen kann!
Nach und nach findet sich immer mehr Wild an der Wasserstelle ein, das macht uns sehr glücklich. Der Pascha liegt weiterhin flach und hebt immer mal wieder den Kopf. Mehr ist aber von ihm heute nicht mehr zu erwarten.
Um halb 2 beschließen wir, goodbye zu sagen und sind unendlich dankbar, dass unser größter Wunsch für Etosha in Erfüllung gegangen ist, nämlich ihn wieder zu treffen - wenn auch ohne seinen Bruder. Lekker Slaap!
Da heute Sonntag ist, ruht die Baustelle kurz vorm Camp, ganz zu Petras Freude! Das war falsch - es ist Montag und da wird anscheinend erst mittags auf der Baustelle so richtig los gelegt!
Zurück im Camp herrscht ein reges Treiben am Camp Wasserloch, was oft einfach viel zu kurz kommt.
Am Nachmittag steht das gewohnte Programm an. Auf der Route Nebrowni - Gemsbokvlakte - Olifantsbad - halber Weg nach Aus - Olifantsbad - Gemsbokvlakte - Ombika treffen wir auf die üblichen Verdächtigen. Allerdings ist auch eine Erstsichtung dabei, nämlich endlich mal ein Bienenfresser bzw. sogar zwei! Ich freue mich sehr, als ich von den beiden auch noch ein Bild bekomme!
Zurück im Camp knurren die Mägen ganz schön. Also wird nach einem Sundowner am Wasserloch schnell aufgetischt.
Kurz darauf leistet uns auch noch eine Ginsterkatze kurz Gesellschaft.
Als wir noch etwas aufgeräumt und gepackt haben, gehe ich nochmal mit meiner Kamera bewaffnet ans Wasserloch und traue meinen Augen kaum! Ein SNH liegt hier direkt an der Mauer und döst. So still war es hier wohl noch nie!
Das muss Petra sehen! Ich hole sie schnell, ohne ihr zu erzählen, was ich ihr zeigen will und auch sie ist baff. Irgendwann scheint es genug ausgeruht zu haben und schreitet zum Wasserloch. Hier stillt auch ein einsamer Elefantenbulle seinen Durst.
Wie schön, dies am letzten Abend in Okaukuejo noch erlebt zu haben! Morgen geht es weiter nach Halali.
Lekker Slaap!
Teil 1306. Sept. 2022
21.06. Ab nach Halali
Brrr - die Kaltfront haut heute richtig rein - sogar ich trage heute mal lange Hosen! Beim Frühstück die dritte und letzte Erklärung, dass wir das Frühstück mitnehmen und nicht hier essen, ergo auch nicht extra bezahlen müssen für Lunchpakete.
Auf dem Weg nach Okondeka zeigt das Thermometer im Auto tatsächlich -4 Grad an! Hier der Beweis.
Unverhofft läuft eine Hyäne vor uns über die Pad, ihr ist es wohl auch zu kalt.
Ebenso lässt sich bei Okondeka auch kein Löwe blicken, die werden sich irgendwo ein kuscheliges Plätzchen gesucht haben. Ein Stück fahren wir Richtung Adamax, drehen dann aber wieder um. Schließlich müssen wir weiter nach Halali.
"Entschädigt" werden wir allerdings bei Nebrowni, das immer mal für eine Überraschung gut ist. Von der Hauptstraße aus sehen wir lediglich 4 Autos. Wenn hier etwas Besonderes wäre, wäre hier normal die Hölle los. Dann sehen wir tatsächlich eine Löwin, die gerade trinkt!
Bereits nach wenigen Sekunden macht sie sich auf den Weg in die weite Savanne. Alle Huftiere rundherum beäugen sie sehr kritisch und die Gnus schnauben laut als Warnung für alle anderen. Der Löwin scheint das ziemlich schnuppe zu sein und sie zieht gemächlich davon.
Auf dem Weg nach Gemsbokvlakte stehen ein paar Autos, wo es sich immer lohnt, genau hinzuschauen. Und tatsächlich - wieder Löwen! Leider reicht es nur für Beweisfotos.
Der Weg über Gemsbokvlakte Richtung Ondongab verläuft bis auf ein paar Giraffen ruhig.
Homob lassen wir diesmal, wissend um die schlechte Pad dorthin, aus. Schön, wenn man sich immer einig ist! Dann folgt Petras Lieblingsstrecke parallel der Hauptstraße über Sueda, Salvadora und Charitshaub.
Wie beim letzten Mal frühstücken wir wieder bei Charitshaub, wo man einen wunderbaren Weitblick hat. Dort begegnen uns tatäschlich die beiden Herren vom Hinflug und wir tauschen uns angeregt aus. Auch sie hatten große Schwierigkeiten mit der Frontscheibe 😄
Sobald man wieder auf der Hauptstraße ist, erreicht man sehr schnell schon Rietfontein. Hier ist gerade eine Elefantenherde im Anmarsch!
Wir positionieren uns am Wasserloch und die Herde trottet in einer Kolonne hinterinander her. Je näher sie dem Wasserloch kommen, desto schneller werden sie und die ganz Kleinen müssen am Schluss ordentlich Gas geben, um mitzuhalten. Es wird laut getrötet und die Zebras am Wasser nehmen lieber reisaus vor der offensichtlich sehr durstigen Herde.
Diese verschwindet allerdings so schnell wie sie gekommen ist wieder. Also fahren wir weiter Richtung Camp, wo wir bloß noch Hartebeester, einen Singhabicht und einen Sekretär entdecken.
Im Camp angekommen, kommt es uns trotz Mittagspausenzeit sehr leer vor. In der Rezeption werde ich leider eher unfreundlich empfangen, kann aber immerhin schon einchecken. Ein Besuch im Shop wird auch noch erledigt und schon finden wir uns in unserem Bush Chalet wieder, in dem irgendwie der Tisch vor den Sesseln fehlt. Nun ja, unsere Ankunft hat sich schnell herum gesprochen und schon erscheinen die ersten Schnorrer 😄
Wir richten uns in Ruhe ein und entspannen ein wenig.
Teil 1411. Sept. 2022
Hallo zusammen 🙂
@rik Hab's korrigiert, danke für dein Lob und es freut mich sehr, dass die wundervolle Stimmung auch auf den Bildern rüber kommt!
@Sam Wie schön, dass du auch dabei bist! Ja, ich hatte irgendwo gelesen, dass ihr im Etosha wart! Haha, ja, manche Wörter schleichen sich da so ein und ich schreibe ja auch Frei Schnauze, außer wenn Petra mal wieder "Kubbs" statt Cubs sagt 😄
@Ingrid Ich freue mich sehr, dich auch wieder begeistern zu können 🙂 schön, wenn man so tolle Erinnerungen durch bloß ein paar Worte hervorrufen kann! Das kennen wir gut 🤩 So viel sei verraten, wir hätten diesmal gerne mehr Zeit in und bei Halali verbracht!
Später geht es weiter, versprochen!
Liebe Grüße Laura
Teil 1511. Sept. 2022
21.06. Fortsetzung
Dann geht es auch schon wieder los zur Sundowner Tour. Von Halali aus führt uns diese ausnahmslos immer nach Rietfontein. Hier war gerade eine große Elefantenherde am Wasserloch, die leider schon weiter zieht.
Wir nehmen die Detour, wo aber auch nichts hier Erwähnenswertes los ist.
Zurück bei Rietfontein zeigt sich uns ein Déja-vu - wieder ist eine Elefantenherde am Abwandern... 😄
Immerhin hat sich auch eine kleine Herde Kudus hier versammelt und die nächste Elefantenherde ist bereits im Anmarsch. Komischerweise meiden sie aber das Wasserloch.
Auf dem Rückweg zum Camp treffen wir noch einige Hartebeester im schönsten Licht!
Kurz vor Torschließung sind wir wieder in unserem Chalet und stoßen auf einen weiteren tollen Tag an. Das Abendessen wird dank des fehlenden Tisches im Stehen verspeist. Draußen wollen wir uns ohne Feuer nicht hinsetzen wegen den Honigdachsen. (Wobei wir dieses Jahr keinen einzigen im Camp gesehen haben). Später machen wir uns tatsächlich beide auf den Weg zum Moringa Wasserloch. Petra hatte beim letzten Besuch hier darauf verzichtet, da sie zu müde war. Naja, ich gebe ihr diesmal eine halbe Stunde 😄
Kaum sitzen wir auf den noch warmen Felsen, betreten auch schon Hyänen und NHer die Bühne, auf die wir uns mittlerweile an diesem Wasserloch zu 100% verlassen können. Seit 2015 gab es hier keinen Abend, wo einer von beiden nicht aufgetaucht ist. Eine halbe Stunde war jedoch sehr großzügig geschätzt, was Petra angeht. Bereits nach einer viertel Stunde hat sie keine Lust mehr und läuft zurück. Nicht schlimm, das Fahren hier ist einfach anstrengend und ich sitze auch sehr gerne alleine für mich hier.
An diesem Abend bin ich tatsächlich schon ab 22 Uhr komplett alleine hier! Ein bisschen unheimlich ist es schon. Aber es überwiegt die Freude, in Ruhe die Tiere beobachten zu können! Lange beobachte ich eine junge SNH Kuh und einen älteren Bullen. Dieses Schauspiel ist sehr spannend zu beobachten, zumal es sogar fast zu einer Paarung kommt! Aber die junge Kuh wirkt noch sehr unsicher. Der Bulle allerdings verhält sich toll ihr gegenüber und bedrängt sie nicht. Als die beiden in den Büschen verschwinden und damit auch meine Chance schwindet, eine Paarung zu filmen, entschließe ich mich gegen 23 Uhr, zurück zum Chalet zu laufen. Ein Buschhase begleitet mich einen Teil des Weges und lockert ein wenig die unheimliche Stille.
Lekker Slaap!
Teil 1614. Sept. 2022
22.06. Rund um Halali
Ach, wie schön wäre es, könnte man zuhause genauso leicht in aller Herrgottsfrühe motiviert aufstehen, wenn der Wecker zur Arbeit klingelt. Bei meinem namibischen Wecker - in Form von Petra - ist allerdings die Schlummerfunktion defekt und man erwartet von mir, sofort hellwach zu sein. Aber bei all den tierischen Aussichten fällt einem das Wachwerden natürlich leichter als daheim.
Beim Frühstück fragen wir auch hier nach Lunchboxen und wie selbstverständlich bekommen wir diese in die Hand gedrückt und während wir packen, esse ich noch etwas frischen Obstsalat, den man sonst schlecht einpacken kann. Das ist der größte Pluspunkt bei Halali, hier gab es schon immer frisches Obst zum Frühstück.
Unser Weg führt uns pünktlich bei Toröffnung nach Goas, was uns bisher leider noch nie Glück gebracht hat. Aber irgendwann muss ja mal das erste Mal sein! Vorbei geht es an den beeindruckenden Helio Hills, auf denen die Bäume teilweise abgestorben sind und nur noch durch ihre Wurzeln gehalten werden.
Leider herrscht auch heute bei Goas wieder tote Hose. Was nicht heißen soll, dass es keine tolle Morgenstimmung wäre! Goas ist ein wunderschön gelegenes Wasserloch, welches auch für viele Vögel eine Anlaufstelle darstellt. Wir bleiben etwa eine halbe Stunde hier und beschließen dann, nach Rietfontein zu fahren. Das Praktische ist, man kann am Camp noch einmal für ein kleines Toilettenpäuschen halten.
Unterwegs sehen wir viele Zebras und Gnus.
Bei Rietfontein erkennen wir schon von Weitem ein paar Autos und Petra entdeckt freudig den Grund: Löwen 🤩 Und diese haben sich auch noch im schönen Morgenlicht platziert!
Nach kurzer Zeit wird klar, dass die beiden Honeymooner sind! Im Viertelstunden Takt kann man beobachten, wie sie sich fleißig um den Fortbestand bemühen und dabei von anderen Tieren kritisch beäugt werden. Auch bei diesem Männchen sieht das Senderhalsband wieder recht neu aus.
Auf der Detour begegnen uns wieder einige Trappen und wirklich viele Gnus - endlich wieder große Herden!
Kurz nach Rietfontein bewundern wir die wohl größte Herde Gnus, die wir hier je gesehen haben! So groß, dass man dies gar nicht auf einem Bild festhalten kann. Also wird eher gefilmt als fotografiert. Ordentlich in einer Reihe queren sie zu Hunderten die Straße - bis irgendein Idiot daher kommt und das Ganze abrupt unterbricht, indem er sich durch drängelt.
Unser nächstes Ziel ist Nuamses, wo der kurze Weg von Hauptstraße zum Wasserloch schlimmer denn je zu fahren ist. Immerhin können wir zum ersten Mal sehen, dass Sekretäre ihren Horst auch in Bäumen haben. Auf dem Bild kann man ihn leider nur erahnen.
Am Wasserloch selbst ist einiges los! Als erstes begrüßt uns eine kleine Herde Kudus, eine Antilopenart, die ich besonders schön finde - wenn nicht sogar meine Lieblinge.
Diese süßen Ohren 😘
Eine Herde Zebras zieht leider schon weg, vielleicht ist ihnen die Impala-Brunft zu nervig. Diese ist in vollem Gange! Es wird geschnaubt und getrieben und die jüngeren Böcke fordern die Alteingesessenen ordentlich heraus.
Plötzlich wird es auf einen Schlag tierarm ums Wasser und eine Hyäne betritt die Bühne. Wir hoffen auf ein Bad, aber nachdem sie ihren Durst gelöscht hat, verschwindet sie wieder in den Büschen.
Wir nehmen den direkten Weg südlich ins Camp zurück, dieser ist uns als gut befahrbar in Erinnerung geblieben. Auch wenn dies eine tolle Strecke ist, so muss man doch riesen Glück haben, in der verbuschten Gegend etwas zu entdecken. Leider kommt die Kamera bis zur Sundowner Tour nicht mehr zum Einsatz.
Im Camp wundern wir uns, warum der Weg zum Wasserloch gesperrt ist. Später erfahren wir, dass das Wasserloch für drei Tage gesperrt ist wegen Reinigungsarbeiten. Na, zum Glück hatte ich gestern einen schönen Abend dort!
Wir kommen auf die glorreiche Idee, man könnte doch ein paar Eier im Wasserkocher kochen für die nächsten Tage zum Frühstück. Gesagt - getan, schnell ein paar Eier im Shop gekauft und den Kocher angeschmissen. Hier zeigt sich, dass es schlauer ist, so etwas vorher nochmal zu googlen, denn den Wasserkocher volle pulle weiterkochen zu lassen war nicht die schlauste Idee... Eier sowas von kaputt - schlechtes Gewissen bei uns wegen der Verschwendung. Aber lachen mussten wir trotzdem 😄
Am Nachmittag gelingen mir auf dem Weg nach Rietfontein endlich mal gute Aufnahmen einer Riesentrappe.
Bei Rietfontein weist uns ein sehr netter Herr auf die Löwen hin, die mittlerweile auf der anderen Seite des Wasserlochs herum liegen. Es dauert nicht lange, bis die Peep-Show wieder los geht.
Die Giraffe schaut gebannt zu.
Nach einer Runde Detour entwickelt sich eines langsam zum Running-Gag: Elefanten, die am Abwandern sind... Immerhin liegen die Löwen noch immer dort, aber die Zeit drängt langsam zum Aufbrechen.
Auf dem Rückweg zum Camp treffen wir tatsächlich noch auf eine Elefantenherde direkt neben der Straße. Petra hat all ihre Ängste verloren, denn früher hätten wir hier definitiv nicht angehalten.
Mit den letzten Sonnenstrahlen fahren wir ins Camp.
Da uns bzw. mir die Entscheidung abgenommen wurde ans Wasserloch zu gehen, bereiten wir in Ruhe das Essen zu und packen gemütlich zusammen für morgen früh, denn da geht es weiter nach Namutoni!
Lekker Slaap!
Teil 1722. Sept. 2022
Nach einer für mich untypisch langen Pause, geht es hier endlich wieder weiter - sorry!
23.06. "Ach, hier sind die ganzen Tiere!"
Heute müssen wir Halali nach zwei Nächten schon wieder verlassen. Rückblickend hätten wir diesmal lieber eine Nacht weniger in Okaukuejo verbracht und eine mehr in Halali. Auch wenn die Damen an der Rezeption trotz Bemühungen immer noch nicht freundlicher geworden sind, haben wir die Zeit hier sehr genossen.
Unser erstes Ziel ist heute Rietfontein, um noch einmal die Detour zu fahren, nachdem am Wasserloch selbst noch kein Betrieb herrscht. Hier finden sich einige der üblichen Verdächtigen im wunderschönen goldenen Morgenlicht zusammen. Langsam werden Springbockherden wirklich zu meinem favorisierten Fotomotiv. Die Farben ihres Fells stellen einen unheimlich schönen Kontrast zu Boden und Himmel dar.
Wir drehen wieder um und fahren am Camp vorbei Richtung Goas. Dieser schöne Baum muss auch mal abgelichtet werden.
Bei Goas halten wir uns nicht allzu lange auf, da wir ja heute nach Namutoni fahren. Von Goas nach Springbokfontein fährt man durch sehr schöne und abwechslungsreiche Landschaft. Wir mögen diese Strecke sehr!
Zurück auf der Hauptstraße geht es auch schon rechts ab nach Batia, was immer einen Abstecher wert ist! Aber wir machen große Augen als wir plötzlich vor einer Wasserdurchfahrt stehen 🙄
Klar ist es hier etwas sumpfig, aber damit haben wir absolut nicht gerechnet. Auch neben der Pad ist es an einigen Stellen noch sehr feucht.
Das hohe Gras erschwert hier das Absuchen, also drehen wir nach einer kurzen Pause am Aussichtspunkt wieder um.
Petra sagte gestern noch freudig "oh, jetzt weiß ich wenigstens, wie man Löwen erkennt", als sie die beiden Honeymooner noch vor mir entdeckt hat. Pustekuchen liebe Mama. Gar nicht weit von der Straße liegt jetzt links von uns ein Löwenpärchen sowas von offensichtlich im Gras, dass ich Petra frage, wie teuer nochmal ihre neue Brille war 😄 da sie die beiden auf dem Hinweg zum Aussichtspunkt getrost übersehen hat. Ich hatte mich erstmal auf meine Beifahrerseite fokussiert. Zum Glück teilen wir den gleichen Humor und die Freude über diese Sichtung ist groß. Und gleichzeitig hat sich hiermit auch ein wunderbarer Platz zum Frühstücken gefunden. Also nix wie auf die Rückbank, ein paar Fotos geknipst und guten Appetit!
In der Zwischenzeit hat noch eine junge allein reisende Frau hinter uns geparkt, die sich ebenfalls riesig über die Sichtung und noch ein anderen Auto. Die vorbeifahrenden Autos auf der Hauptstraße scheinen sich nicht dafür zu interessieren, was es hier zu sehen gibt. Zuerst vermuten wir, dass es sich auch hier um Honeymooner handelt, aber dafür liefern sie uns keinerlei Hinweise. Sie machen einfach das, was Löwen am besten können - faul herumliegen 🙂
Langsam beginnen sie allerdings zu gähnen und stehen schließlich sogar auf. Für ein paar schöne Aufnahmen reicht es, dann legen sie sich einfach an anderer Stelle wieder ab.
Als sie sich schließlich flach hinlegen, ist das für uns das Zeichen, aufzubrechen. Hier wird sich erstmal nicht mehr viel tun. Für die Strecke nach Okerfontein kann ich Petra leider nicht begeistern. Zu sehr ist ihr die schlechte Pad in Erinnerung geblieben. Dafür wollen wir aber erstmals die Ngobib Schleife fahren.
Genau beim Abzweig treffen wir auf zwei Gentle Giants.
Am Wasserloch selbst ist einiges los! Wunderschöne Kudus, eine Giraffe, viele Vögel und Zebras.
Weiter geht es mit dem Rest der Schleife - laut Karte ja nur 7 Kilometer... Jaja, Pustekuchen, das ist ein dicker Fehler in unserer alten Papierkarte. Am Ende ist diese Schleife nämlich knapp 20 Kilometer lang und wir sind froh als wir endlich wieder die Hauptstraße erreichen. Also wenn man nur das Wasserloch sehen möchte, fährt man von dort am besten auch wieder strack zurück. Außer man hat Zeit, die Gegend ist wirklich schön!
Bevor wir ins Camp fahren, muss natürlich noch bei Chudop gehalten werden! Dort crashen beinahe zwei wilde Hengste in uns rein. Dazu mehr im nächsten Kapitel 🙂
Teil 1826. Sept. 2022
23.06. Fortsetzung
Bei Chudop war bisher immer was los, wenn wir dort ankamen! Auch heute werden wir nicht enttäuscht, denn kurz vor dem Wasserloch rennen zwei Zebras blind über die Straße, wir waren zum Glück langsam unterwegs. Es stellt sich heraus, dass es zwei Hengste sind, die wirklich verbittert kämpfen! Einer der beiden blutet bereits an seiner vorderen Fessel. Da ich mal wieder nur gefilmt habe, gibt es vom Kampf nur Videoausschnitte.
Hier sieht man das Blut an seinem Bein.
Danach überlegen wir, nun erstmal ins Camp zu fahren und plötzlich werden wir von einer neunköpfigen Gruppe Elefantenbullen begrüßt! Ist das ein Badespaß! Ich glaube wir haben beide ein Dauergrinsen auf dem Gesicht und dies alles zu beobachten ist nach der ganzen Sucherei wahrlich eine Wohltat!
So, langsam wird es aber Zeit für eine Mittagspause. Im Camp werden wir freundlich an der Rezeption von den Damen begrüßt und die Freude ist groß als sie sehen, dass wir ganze vier Nächte bleiben werden. Das ist eher außergewöhnlich für das Camp. Im Restaurant frage ich rasch nach, ob man sich für's Abendessen anmelden muss und die nette junge Kellnerin verneint dies, wir sollen einfach vorbei kommen. Als ich mich auf Afrikaans bedanke, strahlt sie übers ganze Gesicht.
Jetzt beginnt der spaßige Teil: Unser Chalet suchen. Laut Karte super einfach, da ich denke, wir könnten diesmal gemütlich hinterm Häuschen parken, aber dann stellt sich heraus, dass dort eine Mauer steht 😄 Also fahren wir mit dem Auto durch die Einfahrt zu den Bush Chalets, wo keine wirkliche Straße ist und man über sämtliche Gehwege fahren müsste - T.i.A. - That's Africa 😄 Zum Glück aber haben wir das erste Chalet auf der rechten Seite. Nächste Frage: Wo parken wir? So eher nicht, und auch nur zum Koffer ausladen 😄
Klar ist hier NWR-typisch alles ein bisschen zu schnell in die Jahre gekommen, aber wir mögen die Bush Chalets in Namutoni aufgrund ihrer Größe sehr und alles ist sauber. Nur eine Sache macht mich wieder irre - nämlich dass die Bilder über den Betten auch hier dermaßen schief hängen. Sascha, warst du das, dem es ebenfalls so ging?
Natürlich läuft die Toilettenspülung wie in den anderen Camps auch nicht wirklich nach, aber darin sind wir ja mittlerweile mehr als erprobt!
Um etwa 15:30 Uhr geht es auch schon wieder los. Keine Ahnung, wie oft wir in diesem urlaub bei Koinachas Halt gemacht haben - aber definitiv jedes Mal, wenn wir daran vorbei fuhren 😄 Leider fast immer ohne Erfolg. Kurz vor Chudop treffen wir einen sehr kundenorientierten Singhabicht.
Für Chudop typisch versammeln sich viele Giraffen und Zebras am Wasserloch und ein einsamer Elefantenbulle ist noch übrig geblieben.
Zum Sonnenuntergang fahren wir nach Klein Namutoni, um natürlich noch den Dik Dik Drive zu fahren. 2019 unsere absolute Lieblingsstrecke, die ihrem Namen alle Ehre machte! Heute gehen wir leider komplett leer aus. Nicht ein Dik Dik. Ganz zu schweigen von einem heimlich erhofften Leoparden.
Dafür herrscht am Wasserloch hier zum Sonnenuntergang das schönste Licht überhaupt, das jedem Motiv einen goldenen Schimmer zaubert.
Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen und statten Koinachas noch einen Besuch ab, wo genau im richtigen Moment eine Elefantenherde daher marschiert! Wow, das nenne ich einen mehr als gelungenen Tagesabschluss!
Sie bleiben nicht lange und verlassen mit uns gemeinsam das Wasserloch, sodass wir sie auf der Pad noch einmal beobachten können.
Zurück im Camp gehen wir direkt zum Abendessen, das hier à la carte serviert wird. Es sind sehr wenige Gäste hier und wir freunden uns sofort mit der netten jungen Kellnerin Sanneth an, die heute Mittag schon so lieb war. Sie hat hier sowas wie einen Studentenjob während ihrer Ferien vom Studium.
Wir genießen unser leckeres Essen in einer tollen Atmosphäre, die der Himmel uns zaubert.
Lekker Slaap!
Teil 1902. Okt. 2022
24.06. Ein guter Einstieg um Namutoni
Beim Frühstück strahlt uns bereits Sanneth entgegen und auf Nachfrage bekommen wir wie selbstverständlich Lunch Pakete zum selbst Packen. Gemütlich genehmigt Petra sich noch einen Kaffee und ich eine Schüssel Cornflakes ehe es auch schon los geht. Natürlich ist unser erstes Ziel der Dik Dik Drive mit einer kleinen Hoffnung auf Flecken. Allerdings sind heute bis auf ein paar Impalas und Giraffen alle anderen Tiere anderweitig beschäftigt.
Also Fahren wir mit der Hoffnung auf andere Flecken Richtung Twee Palms. Allerdings müssen wir nicht weit fahren, um eine genauso tolle Sichtung zu erhaschen! Ein Löwenpärchen hat hier ein Gnu erlegt und soweit schon ordentlich verspeist. Schade, wären wir nur früher hier gewesen. Die Schakale laufen wie immer aufmerksam um den Kadaver herum, allerdings mit einem sicheren Abstand. Die Hyäne wartet ebenfalls sehr geduldig, dass das Löwenmännchen unter dem Busch die Reste freigibt.
Der Weg über Twee Palms und an der Fisher's Pan entlang ist landschaftlich unheimlich beeindruckend, aber der Tierreichtum beschränkt sich auf ein paar Vögel. Und davon ist auch nur, wie so oft, die Gabelracke kooperativ.
Groot Okevi bleibt diesmal gänzlich unbesucht.
Klein Okevi ebenfalls - so denken wir zumindest. Als wir eine Runde gedreht und die Büsche abgesucht haben, steht plötzlich wie aus dem Nichts ein Elefantenbulle auf der Straße. "Ähm Mama... Der war eben auf deiner Seite, siehst du jetzt noch nicht mal mehr Elefanten?!" 😄 Kein Kommentar. Vor ein paar Jahren hätte hier bei Petra die absolute Schnappatmung eingesetzt. Heute hingegen wissen wir, dass die Elefanten hier einfach entspannt sind und sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen.
Wir fahren also wieder ein paar Meter rund und positionieren uns am Wasserloch. Ein zweiter Bulle folgt.
Am Wasserloch selbst herrscht ein beeindruckendes Schauspiel hunderter Blutschnabelweber, die hier im großen Schwarm Formationen fliegen. Ein Singhabicht ergreift seine Chance und schnappt sich eins der Vögelchen. Leider lässt meine Reaktion hier zu wünschen übrig und es bleibt bei der Erinnerung.
Während die Elefantenbullen gemütlich ihren Durst stillen, kommt ein weiteres Auto dazu, das bestimmt 10 Minuten mit laufendem Motor hinter uns steht. Ruhe geht anders. Auch nach ein paar Handzeichen denken sie gar nicht daran, ihn abzustellen. Wenigstens drehen sie kurz darauf wieder um und fahren weiter. Währenddessen betritt Pumba die Bühne und lässt sich tatsächlich mal schön fotografieren.
Auch Frau Pumba sagt mal kurz "Hallo".
Nach dieser schönen Begegnung ist es Zeit für eine Mittagspause. Zurück im Camp melde ich ich für einen Night Drive an. Leider ist die Guidin, die eine Freundin mir so sehr empfohlen hat, diese Woche nicht hier. Was soll's - man kann es ja mal wieder versuchen. Bisher hatten wir nur einen Night Drive gemacht, 2017 oder so in Okaukuejo. Das war bis auf die Mitfahrer sehr interessant. Aber eben auch sehr kalt, daher verzichtet Petra lieber drauf.
Das heißt auch, dass wir keine Zeit fürs Abendessen haben werden, also entscheiden wir, heute zu Mittag ins Restaurant zu gehen. Petra bestellt sich einen sehr leckeren Toast, ich wage mal die Spagetti Bolognese und wir teilen uns noch einen Salat. Was soll ich sagen - super lecker, ganz ehrlich!
Gegen halb 4 sind wir schon wieder bereit zur nächsten Pirsch. Bei Chudop tummeln sich nur ein paar Giraffen, also fahren wir wieder zurück. Um uns heute Nachmittag Kilometer technisch weiter zu entfernen fehlt die Lust. Das ist ja das Schöne bei Namutoni. So viele Wasserlöcher sind in wenigen Minuten zu erreichen.
Wir möchten den Löwen von heute Morgen noch einen Besuch abstatten und finden sie tatsächlich wieder an der selben Stelle. Allerdings lassen sie sich nur erahnen und beim Männchen reicht es noch nicht mal für ein Bild, so versteckt liegt er vollgefressen im Busch.
Aber in der Nähe findet sich eine große und super fotogene Herde Springböcke!
Als wir Klein Namutoni ansteuern wollen, sehen wir auf der Hauptstraße einige Autos stehen - nichts wie hin! Als ein sehr netter Guide uns eröffnet, dass da hinten ein Gepard sein soll, sind wir völligst aus dem Häuschen! Schnell haben wir eine gute Lücke gefunden und ihn auch schon entdeckt. Leider extrem weit weg, aber mit frischem Riss. Wirklich erkennen kann man ihn nur, wenn er sitzt oder steht, daher gibt es nur Beweisbilder.
Die folgenden Touristen, können ihn auch nach genauester Beschreibung von uns nicht entdecken, da er sich nun endgültig abgelegt hat. Interessant. In der Masai Mara würde einem Geparden mit frischem Riss gar nicht einfallen, sich erst auszuruhen von der Jagd. Da wird zuerst gefressen, bis nichts mehr rein geht, denn es könnten jeden Moment Feinde auftauchen. Hier in Namibia scheint dies ein wenig anders zu sein.
Nein, irgendwie zählt der Gepard hier für mich noch nicht. Da merkt man mal, wie anspruchsvoll man wird. Für mich zählt es eher, wenn ich das Tier auf einem Bild ganz genau erkennen kann. Wir fahren weiter nach Klein Namutoni, wo gerade eine Elefantenherde abwandert. Nach wie vor unser roter Faden 😄
Beim Dik Dik Drive entdecken wir dafür ENDLICH ein Dik Dik! Leider bleibt es für den Rest des Urlaubs bei dem einen.
Zurück am Wasserloch erwartet uns wieder das gewohnte Bild: wegziehende Elefanten... Nur zwei Bullen bleiben noch einen Augenblick.
Ansonsten passiert nichts mehr. Auch reicht es heute nicht für einen Sonnenuntergang, da der Nightdrive bereits um 20 Uhr beginnt und ich mich noch in Ruhe umziehen möchte. Keine Ahnung, wie viele Schichten Klamotten ich anziehe, aber eine Decke nehme ich ebenfalls noch mit. Sicher ist sicher. Wir warten vor dem Restaurant auf den Driver und schnell wird klar, der Wagen wird voll. Immanuel, der Guide grüßt erst als sein "Programm" beginnt, was schon mal kein sympathischer erster Eindruck ist. Dank einer sechs-köpfigen Gruppe lande ich in der letzten Reihe links hinten. Schlechter kann's nicht kommen. Aber ich möchte mich auch nicht rumärgern, kann es eh nicht ändern.
So, für meinen Sitzplatz kann Immanuel nichts, aber ein guter Guide würde das Auto auch so lenken, dass beide Seiten mal etwas sehen würden. Dem ist leider absolut nicht so. Und überhaupt ist der Drive eins der blödesten Erlebnisse der ganzen Jahre. Erstmal fahren wir fast eine Stunde in Sichtweite des Camps hin und her und müssen uns bestimmt drei mal anhören, wie hässlich Gnus und Hyänen doch wären. Dann fahren wir hoch bis nach Tsumcor, wo ich den Sinn auch nicht wirklich verstehe, wo doch so viele andere Wasserlöcher in der Nähe sind. Auf dem Weg dorthin ist rechts und links Busch, da sieht man gar nichts. Am Wasserloch angekommen verscheuchen wir noch ein paar Tiere, die ich nicht erwähne. Auf dem Rückweg steht ein Elefantenbulle direkt am Weg, dem erstmal schön ins Gesicht gestrahlt wird und der davon sichtlich genervt ist. Am nächsten Wasserloch werden ebenfalls Tiere verscheucht und ich bin froh als das Ganze vorbei ist. Zum ersten Mal gebe ich bewusst kein Trinkgeld.
Immerhin konnte ich während des Drives ein paar schöne Sternenbilder machen!
Lekker Slaap!
Teil 2003. Okt. 2022
25.06. Heutiges Tier des Tages? Definitiv die Giraffe!
Bevor sie mich weckt, entdeckt Petra bereits das Trinkgeld auf dem Tisch, das ich nicht gebraucht habe und ahnt bereits, dass der Drive ein Reinfall war. Egal, nicht drüber ärgern, immerhin fällt mir ein, dass wir zumindest einen Kapfuchs gesehen haben.
Puuhh, was soll ich ansonsten zu diesem Morgen schreiben, ohne dass es zu negativ klingt. Ich sage euch wie es ist - dieser Morgen ist für mich tatsächlich mal etwas enttäuschend. Meine Laune ist im Keller. Mehr aber deswegen, weil ich von mir selbst genervt bin. Das ist die Natur, daran kann man (zum Glück) nichts ändern. Also verläuft der Morgen recht schweigsam, was hingegen Petra extrem nervt. Ja, solche Momente gibt es tatsächlich auch bei uns und ich möchte nichts beschönigen. An diesem Morgen grasen wir alle Wasserlöcher um Namutoni ab inklusive Kalkheuwel mit übelster Anfahrt, aber ich kann euch von diesen Stunden bloß zwei Bilder zeigen. Warum? Es sind einfach keine Tiere da. Zugegeben, eine schöne Begegnung gab es, aber die zeige ich euch hier noch nicht 😉
So, in der Mittagspause wird sanft etwas Dampf abgelassen und wir haben uns wieder lieb. Gestern hat es uns besser gefallen, mittags warm zu essen anstatt abends, also wiederholen wir das heute. Sanneth ist auch für einen netten Plausch zu haben und erzählt uns von ihrem Traum, Guidin zu werden, so wie Fatima, die einzige Guidin hier bei NWR. Dafür studiert sie zunächst und lernt auch ein bisschen Deutsch. Uns schreibt sie ein paar Worte Afrikaans auf und endlich hat sich auch "Hoe gaan dit?" (Wie geht's?) bei uns gefestigt 🙂
Und für die Flaute am Morgen müssen wir doch irgendwie heute Mittag entlohnt werden oder? Los geht's bei Klein Namutoni mit einigen Elefantenbullen. Der größte von ihnen ist deutlich in der Musth, das sieht man vor allem an seinen dreckigen Hinterbeinen.
Irgendwo Richtung Norden soll ein Löwenrudel eine Giraffe direkt and der Straße gerissen haben. Allerdings vermuten wir nach der erfolglosen Suche bis hoch zu Andoni, dass dies auf der Nebenstraße über Stinkwater sein muss, auf der Petra nach gut einem Kilometer aufgibt. Ich bin ihr nicht böse, sie macht das eh so toll als Fahrer hier. Leider war auch diese weite Strecke heute nicht von Erfolg gekrönt.
Diesmal halte ich aber wenigstens die komischen Spuren im Auslauf zur Fishers Pan fest, die alle samt exakt rund getreten sind.
Zurück bei Klein Namutoni können wir uns aber mehr als austoben! Giraffen, so weit das Auge reicht und dann sogar noch eine fotogene Hyäne 🙂
Das Licht beim Wasserloch ist zum Sonnenuntergang wieder traumhaft und man weiß gar nicht, wo man hinsehen soll vor lauter Langhälsen!
Als wir schon fast wieder fahren wollen, da die Zeit drängt, entdeckt Petra weiter hinten noch zwei kämpfende Giraffenbullen - nichts wie hin! Die Schläge, die die beiden im Kampf erzeugen sind wie Gewehrschüsse und dieses Schauspiel ist eins der beeindruckendsten unserer ganzen Reisen. Durch das Gegenlicht und den Staub, den die beiden aufwirbeln, kriegen die Aufnahmen, wie ich finde, nochmal eine ganz besondere Note.
Nach wenigen Minuten ist das Spektakel vorbei und man hat sich anscheinend geeinigt. Zufrieden wollen wir nun zurück ins Camp fahren, aber da bietet sich direkt noch ein wunderschöner Sundowner Moment!
Auf dem Weg zum Camp, das ja von hier aus in Sichtweite ist, bitte ich Petra noch ein paar Mal anzuhalten, um vielleicht noch einen schönen Sonnenuntergang zu bekommen.
Da der Mond immer später aufgeht, sieht man immer deutlicher den Sternenhimmel auf den Handybildern und Petra ist begeistert! "Scheiß auf die blöden Kameraeinstellungen, das hier ist viel einfacher!", freut sie sich. Müde vom Tag fallen wir nach dem Aussortieren der Bilder in die Betten.