THEMA: Namibia-Dritttäter-Familie - Etosha und Caprivi
06 Okt 2021 22:50 #627623
  • Yoda911
  • Yoda911s Avatar
  • Beiträge: 789
  • Dank erhalten: 1335
  • Yoda911 am 06 Okt 2021 22:50
  • Yoda911s Avatar
12. Tag (24.08.2021) Ndhovu Safari Lodge

Heute stand ein fauler Vormittag und ein Game-Drive-Nachmittag auf dem Programm.
Ganz faul war der Vormittag auch nicht. Wir hatten mal wieder nicht nur die leichten Reisetaschen, sondern die kompletten Koffer von der Ladefläche unseres Geländewagens in die Wohnzelte mitgenommen, um für die nächsten drei bis vier Tage die gebrauchte gegen frische Kleidung zu tauschen. Außerdem haben wir den Laundry-Service genutzt und ein paar Sachen waschen lassen (T-Shirt 60 Cent, Hose 80 Cent). Picobello gewaschen und gebügelt gibt es alles in einem Tag zurück.
Übrigens ist es hier im Caprivi auch im Winter deutlich wärmer als im Rest Namibias. Der deutlichste Unterschied: Nachts geht die Temperatur nicht so stark runter, statt 3 haben wir 13 Grad. Tagsüber dann bis zu 33 Grad trockene Wärme mit teilweise kräftigem Wind - gut zu ertragen. Allerdings gab es heute im Radio die Meldung, dass im Süden Namibias sich von Südafrika aus eine Kältezelle bis Namibia ausbreitete und bei Maltahöhe sogar ein paar Schneeflocken zu beobachten waren. Schon etwas spooky, wenn man gleichzeitig mit kurzem T-Shirt, Shorts und barfuß am Pool sitzt.

Um 14:00 Uhr brachte uns dann Erwin per Boot auf die andere Flußseite . Dort wartet Erasmus mit seinem Gamedrive-Wagen , einem Toyota Landcruiser. Die Vornamen der Schwarzafrikaner machen immer wieder Spaß! Die Bootstour macht Sinn, da man sich damit die aufwendige fast zweistündige Anfahrt zum Eingangsgate über die B8 spart und direkt in den Buffalo Park übersetzt. Die Ndhovu und eine benachbarte Lodge haben diese Sondererlaubnis.



Es folgte eine 4- bis 5-stündige Tour, die uns überwiegend in der Nähe des Okavango entlang führte. Erasmus bewies ein gutes Auge und fahrerisches Können (teilweise gleichzeitig). Ein paar abenteuerliche Passagen wären wir auch mit einem Geländewagen NIE gefahren. Wir haben übrigens bei der ganzen Fahrt genau ein anders Fahrzeug getroffen. Eine südafrikanische Familie mit einem Fortuner, die uns insgesamt drei Mal begegnet sind.
Die Landschaft dicht bewachsen und auch in der Trockenzeit recht grün waren für uns eine willkommene Abwechslung. Die Sichtungen? Wir waren auch hier wieder sehr begeistert und - wie sollte es in diesem Urlaub anders sein - es waren wieder eine Menge Elefanten dabei. Diesmal eine kleinere Gruppe mit einem Junior am Anfang und eine große Gruppe von ca. 15 Tieren am Ende der Fahrt, die gerade von einer Insel im Flußtal durch das Wasser hindurch in den Wald zog, nicht ohne bei der Querung ein bisschen mit dem Wasser zu plantschen und zu spritzen:























Letzte Änderung: 07 Okt 2021 21:48 von Yoda911.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: maddy, speed66, loeffel, chrischris
07 Okt 2021 21:55 #627705
  • Yoda911
  • Yoda911s Avatar
  • Beiträge: 789
  • Dank erhalten: 1335
  • Yoda911 am 06 Okt 2021 22:50
  • Yoda911s Avatar
13. Tag (25.08.2021) Chobe River Camp

Nach drei Tagen in Ndhovu fahren wir heute bewusst bis ganz in den Osten des Caprivi-Zipfels hinein und passieren dabei sogar eine Unterkunft, die wir erst auf der Rückfahrt Richtung Westen besuchen werden. Auf diese Weise haben wir die Fahrstrecken etwas verteilt. Es geht also durch an Katima Mulillo bis zum Chobe River Camp.

Das Chobe River Camp, die zweite von drei Gondwana Lodges auf unserer Reise, liegt - wie der Name schon sagt, direkt am Chobe River, der nach mehreren Staaten (Angola, Sambia, Botwana, Namibia) und mehreren Namen (Cuando, Kwando, Linyati, Chobe) nun hier die Grenze zwischen Namibia und Botswana bildet. Die Unterkunft sind wieder einmal zwei große geräumige Wohnzelte mit Blick in die weite Ebene. Es sind immerhin 26 Gäste da, davon aber eine 11-köpfige Familien-Gruppe aus Südafrika, wir vier, zwei kleine Familien und zwei Pärchen, Ab morgen sind wir dann nur noch 12.











Hier sind übrigens alle Zelte und die meisten Einrichtungen 2,5 m aufgeständert, da in der Regenzeit die komplette Fläche unter Wasser steht. Der Fluss hat hier übrigens eine extrem seltene Eigenschaft. Normalerweise fließt er von West nach Ost Richtung Sambesi. Führt der Sambesi aber Hochwasser, füllt dieser erst seine Schwemmflächen und drückt dieser den deutlich schwächeren Chobe zurück und die Flussrichtung ändert sich über viele Kilometer von Ost nach West - auch vor der Lodge.
Zur Zeit ist allerdings recht wenig Wasser im Fluss, der sich in vielen, vielen Schlaufen durch die Ebene schlängelte.
Wir erkunden erst einmal das Gelände der Lodge und setzen uns dann nachmittags auf die Aussichtsterrasse unten am Fluss und lassen es uns gutgehen.









Letzte Änderung: 07 Okt 2021 23:14 von Yoda911.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Pascalinah, Hanne, maddy
07 Okt 2021 21:55 #627706
  • Yoda911
  • Yoda911s Avatar
  • Beiträge: 789
  • Dank erhalten: 1335
  • Yoda911 am 06 Okt 2021 22:50
  • Yoda911s Avatar
doppel
Letzte Änderung: 07 Okt 2021 22:10 von Yoda911.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
07 Okt 2021 22:00 #627707
  • Yoda911
  • Yoda911s Avatar
  • Beiträge: 789
  • Dank erhalten: 1335
  • Yoda911 am 06 Okt 2021 22:50
  • Yoda911s Avatar
14. Tag (26.08.2021) Chobe River Camp

Der heutige Tag wird von einer ganztägigen Bootstour auf dem Chobe bestimmt. Die Autovariante würde auf der gegenüberliegenden Flußseite stattfinden. Da man dazu aber die Grenze zu Botswana überschreiten müsste (mit erheblichem Papierkram, Covid-Test, etc.), rät die Lodge derzeit davon ab. Uns wäre die Bootsvariante sowieso lieber gewesen.

Derzeit haben wir Trockenzeit, so dass die Ausflugsboote relativ aufwändig den mäandernden Schleifen des Chobe folgen müssen. Teilweise ist sogar einiges Geschick der Bootsführer erforderlich, um Sandbänke zu überfahren (Wir nennen die Technik "Reiten auf der eigenen Welle": Schwung holen und eine Welle hinter sich erzeugen, direkt vor der Sandbank Motor aus, Außenborder hochklappen und dann auf der eigenen uns folgenden Welle über die Sandbank treiben lassen. Meist klappt's.)

Mit uns dabei ist eine dreiköpfige französische Familie und der Guide Beaven. Wir ware von 11 bis 17:30 Uhr auf dem Boot unterwegs und fuhren insgesamt ca. 25 km. Davon aber immer wieder Stücke in Schrittgeschwindigkeit, um uns einzelnen Vögeln in der Randböschung bis auf wenige Meter zu nähern. Aber auch das Fahren durch eine Zebraherde aus einer Perspektive teilweise UNTER den Tieren ist ein neues Erlebnis für uns. Was fehlte? Mit Elefanten hatten wir heute Pech, aber die hatten wir ja schon in großer Zahl.
Statt dessen eher selten: mehrere Krokodile, Warane und natürlich Vögel, Vögel, Vögel.


















































Letzte Änderung: 07 Okt 2021 23:37 von Yoda911.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Pascalinah, maddy, loeffel, chrischris
07 Okt 2021 22:04 #627708
  • Yoda911
  • Yoda911s Avatar
  • Beiträge: 789
  • Dank erhalten: 1335
  • Yoda911 am 06 Okt 2021 22:50
  • Yoda911s Avatar
15. Tag (27.08.2021) Chobe River Camp

Heute gab es ein früh Sonnenaufgangs-Birding-Bootstour mit Start um 6:55 Uhr, einem kleinen Boot nur für uns vier und dem Vogel-Guide namens Beaven. Erst nach Rückkehr gegen 9:00 Uhr haben wir dann gefrühstückt.




































Der Rest des Tages wurde verbracht auf dem Aussichts-Terrassen-Deck und am Pool, der einem bei 33 Grad Außentemperatur ziemlich kühl vorkam. Trotzdem sind wir alle vier mehr oder weniger lange hineingehüpft.






Letzte Änderung: 07 Okt 2021 23:32 von Yoda911.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Pascalinah, maddy, rofro, speed66, loeffel, TinuHH, chrischris
08 Okt 2021 17:33 #627769
  • Yoda911
  • Yoda911s Avatar
  • Beiträge: 789
  • Dank erhalten: 1335
  • Yoda911 am 06 Okt 2021 22:50
  • Yoda911s Avatar
16. Tag (28.08.2021) Namushasha River Lodge

Wir fahren heute zurück Richtung Westen bis zu dem Abschnitt, wo der Kwando den Caprivi-Streifen in Nord-Süd-Richtung kreuzt und - genau wie der Okawango weiter westlich - eine fruchtbare Flusslandschaft bildet. Der Kwando River ist ca. 1.500 Kilometer lang, entspringt im angolanischen Hochland (unter dem Namen Cuando / Kuando), bildet dann die Grenze zwischen Angola und Sambia, quert dann hier den namibischen Caprivi-Zipfel von Nord nach Süd, biegt nach Osten ab und stellt dann die Grenze zu Botswana dar. Er bildet dann das Binnendelta der Linyati-Sümpfe (die bei starkem Hochwasser mit dem Okawango-Delta verbunden sind) und fließt erst unter dem Namen Linyati und dann unter dem Namen Chobe im östlichsten Ende Namibias in den Sambesi. Als Chobe haben wir ihn in den drei vorangegangenen Tagen bereits kennengelernt.

Da wir uns nun von Ost nach West bewegen und statt erneut die Hauptstraße B8 zur Abwechslung die südlicher gelegene C49 nehmen, werden wir auf der heutigen Strecke drei Mal innerhalb weniger Kilometer von und nach Katima Mullilo von einer „Animal Desease Control‘ angehalten. Ablauf: Auto anhalten – Motor aus – „Hello, how are you“ – zwei maskierte Kontrollposten mit Gummistiefeln (oft Frauen) sprühen aus großen Plastik-Kanistern mit einem Schlauch (ähnlich wie ein Unkrautvernichtungs-Sprüher) mehr oder weniger motiviert auf die Reifen (oft auch nur auf die Felgen!? ) – alle Autoinsassen müssen auf einen feuchten dreckigen und wahrscheinlich seit Wochen genutzten Lappen trampeln, der am Straßenrand in einer flachen Schale vor sich hin gammelt – manchmal noch die Frage „you have fresh meat with you“ – dann alle wieder einsteigen – weiterfahren. Einmal hat Elisabeth von der Sprühaktion etwas an die Finger bekommen, was sofort unangenehm brannte, einmal war Konni der Überzeugung, dass noch Kilometer später die eigenen Schuhsohlen unangenehm nach Desinfektionsmittel rochen.

Während also die Autos mehr oder weniger sinnvoll gleich mehrfach kontrolliert werden, können die Ziegen- oder Rinder-Herden der Einheimischen wenige Meter neben der Straße völlig unbehelligt in alle Richtungen wechseln. Wer überträgt eigentlich die Maul- und Klauenseuche?

Wir fahren weiter zur Namushasha River Lodge, wie schon die Etosha Safari Lodge und das Chobe River Camp zur Gondwana Collection gehört. Sie liegt auf einer Terrasse über dem Kwando River und umfasst 24 Bungalowzimmer. Die Lodge dient als Ausgangspunkt für Safaritouren in den angrenzenden Bwabawata Nationalpark oder für Boots- und Angeltouren auf dem Kwando.
Nach nur 2 ½ Stunden erreichen wir die absolut toll im Grünen gelegene Lodge. Von der Natur die schönste unserer ganzen Reise. Überall zwitschert, flattert und hüpft es um einen herum. Die hölzerne Aussichtsterrasse ist in drei Ebenen direkt über einem Nebenarm des Kwando angeordnet. Von hier hat man einen tollen Blick in die durch viele Schilfflächen recht feucht wirkende Flussebene.















Auch hier: Die Kapazität ist bei Weitem nicht ausgeschöpft. Von den schönen vier Camping2Go-Zelte belegen wir zwei. In einem weiteren wohnt eine dreiköpfige Familie aus Österreich, die wir schon im Chobe River Camp getroffen hatten. Die in einer parkähnlichen Landschaft am Fluss entlang verteilten etwas teureren 15 Bungalows sind überwiegend unbewohnt, auf dem Campsite sind angeblich ein paar Gäste, die wir aber nicht sehen und treffen.









Da wir schon mittags eingetroffen sind, haben wir zügig die Zelte bezogen und uns noch auf eigene Faust auf den Weg gemacht. Am nördlich von Namushasha gelegenen Campingplatz ist eine kleine Firma für Bootsausflüge heimisch, die wir wegen eines Ausflugs als Alternative zu den von der Lodge angebotenen Aktivitäten ausprobieren wollen. Dort angekommen, erfahren wir, dass Dan, der englische Guide leider auf einem Mehrtagetrip unterwegs ist. Schade. Dann fahren wir eben mit einem der Lodge-Boote.

Jetzt heißt es aber erst einmal auf eigene Faust den naheliegende Bwabwata Nationalpark erkunden. Am Eingangsgate fragen zahlen wir den günstigen Tageseintritt und fragen nach der Befahrbarkeit der Pisten, da wir wenig Erfahrung im Sandfahren haben. Ein Blick auf den Parkplatz „no problem, you have 4x4-Drive, if necessary you can lower the pressure in your tyres“. Na gut. Wir versuchen’s erst mal ohne Luftdruck abzulassen, da wir wenig Lust haben, nachher mit dem Kompressor die Reifen wieder aufzupusten.

Die folgende Fahrt durch die teilweise sehr sandige Piste fordern dann doch gewaltig. Es geht teilweise nur in Schrittgeschwindigkeit, mit großem Geschaukel oder mit hörbar aktivem Allradantrieb voran. Die Tiere unterwegs, darunter immerhin auch wieder eine kleine Elefantengruppe, werden fast zur Nebensache der abenteuerlichen Fahrt. Insgesamt sind die Tiere hier allerdings deutlich scheuer als z.B. im Etosha.










Den sog. ‚Horseshoe‘, eine weitläufige und gut einsehbare Nebenschleife des Kwando erreichen wir nach ca. einer Stunde. Leider sind zu dieser Zeit gegen 16 Uhr keine Elefanten hier, obwohl das Ufer über mehrere hundert Meter erkennbar mit frischem Dung und Spuren übersäht sind. Wir sind wohl einfach zur falschen Zeit da.




Der Rückweg dauert dann nur noch 45 Minuten, die Sandfahrerfahrung scheint sich zu verbessern. Die Mädels sind letztlich seeehr erleichtert dass ich und vor allem der brave Toyota Hilux uns heile wieder auf die Straße zurückbringen. Das nächste Mal lasse ich definitiv Luft aus den Reifen. Und vor lauter Aufregung haben wir kaum Bilder gemacht.





Zum Abschluss des Tages gibt es abends tolles Kudu-Steak bei hörbar prustenden aber nicht sichtbaren Hippos unter der Terrasse.
Letzte Änderung: 08 Okt 2021 18:02 von Yoda911.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, maddy, speed66, urolly, loeffel, chrischris