La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200720. Juni 2018 · #21
Hallo und danke fürs mitlesen. Heute stelle ich noch Epupa Omarunga ein und dann gibts eine kleine Pause, bei uns hat die Ski-Saison begonnen 😉 Sonnige Grüsse
Gruss Leona
franzicke2'085 Beiträge · seit 201220. Juni 2018 · #22
Liebe Leona, bevor du dann also auf die Piste gehst, noch ein herzliches DANKE von mir! Selbstverständlich lese ich auch bei dir mit und kann es kaum fassen, den Kunene mit so viel Wasser zu sehen. Jetzt bin ich aber mal richtig gespannt auf die Epupa Falls, die ja bei uns in den ersten Oktobertagen letztes Jahr nur ein spärliches Rinnsal waren. Auf jeden Fall schon mal viele Grüße und viel Spaß im Schnee Ingrid
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200720. Juni 2018 · #23
@franzicke Liebe Ingrid Schön das du hier mitliest, ja an Wasser hat es im Mai wahrhaftig nicht gefehlt, auch liebe Grüsse
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200720. Juni 2018 · #24
Die D3700 von der Kunene River Lodge (KRL) bis Epupa entlang des Kunene war früher eine Herausforderung, heute ist es eine recht gute Schotterpiste, Distanz knapp 100km, gemütlich in vier Fahrstunden mit einem Fahrzeug mit genügend Bodenfreiheit, besser mit Allradantrieb, zu bewältigen. Es gab zu unserem Zeitpunkt nur zwei bis zur Radnabe tiefe Wasserdurchfahrten oder matschige Stellen nach den Sommerregen. Die nun verbreiterte und wegen der Gefahr von Tretminen mit Bulldozern gebaute "neue" D3700 bietet nach wie vor eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Fahrt. Ab und zu mit Sicht auf den Kunene. Wir stellten generell entlang dieser Strasse eine Bevölkerungszunahme fest. Neue Kraals, weitestgehend nicht mehr mit Kuhdung und Asche in der traditionellen Bauweise gebaute Hütten, statt dessen mit Backsteinen, Ziegeln, Wellblech und Zement. Die Kinder hören die Motoren von weitem und rennen an die Strasse um sweety zu erbetteln. Uns kreuzte nur ein Fahrzeug, ein Wagen von Nampol mit einem Himba hinten in Verwahrung.
In Epupa übernachteten wir früher auf der Epupa Falls Camp Site, seit Jahr und Tag in Besitz von Koos, (auch dem ehemaligen Besitzer von Camp Syncro bevor dieses von den Schweizern Ryan und Sarah Christinger übernommen und wiederaufgebaut wurde). Irgendwie gefiel uns diesmal das Ambiente dort nicht mehr. Als wir kurz vor drei Uhr nachmittags eintrafen sahen wir etliche Autos extrem nah zusammen, ein paar Camper lesend an ihren Klapptischen unter den Palmen, aber es fehlte an "grün". Vielleicht war dies nur eine Empfindung nach dem exuberanten Garten in der KRL. Der anwesende Angestellte offerierte uns einen Platz in der Mitte neben dem Dieselkompressor welcher das Wasser aus dem Fluss in die in die Jahre gekommenen Ablutions pumpt an. Oder ein Platz ganz hinten links in der Ecke am Grenzzaun zur Strasse und zum verwahrlosten Community Camp, mit Sicht auf einen Stelzenbungalow.
In der Omarunga Lodge offerierte uns die nette Receptionistin Platz C5, einer der 5 Plätze direkt am Wasser für N$195 pro Person. C5 liegt am Grenzzaun zum Epupa Falls Camp. Die Plätze 1,2,3 in erster Reihe und 7 in zweiter Reihe haben einen Stromanschluss. Diesel Generatoren erzeugen Strom von 8-14 Uhr. Wer also zwei Tage hier stehen möchte ohne Risiko dass das gefrorene Fleisch auftaut, kann seinen Kühlschrank für ein paar Stunden ans 220V Netz anschliessen. Reservationen für spezifische Platznummern werden angenommen. Camper dürfen den Swimmingpool benutzen. Die Lodgeanlage sieht gepflegt aus. Der "Lärmpegel" der Epupa Wasserfälle ist etwas niedriger als im Epupa Falls Camp. Die Duschen sind mit die besten der ganzen Reise, Ankleidesektor und Nasszelle getrennt. Genügend Haken. Alles sauber und ordentlich.
Fazit Omarung Campsite 5/5* tip top gepflegte Anlage mit verschieden grossen Stellplätzen, auch in zweiter Reihe mit Sicht auf den Fluss, Camper sind am Swimmingpool und an der Poolbar willkommen. Ob man als Camper in der Lodge essen kann habe ich nicht gefragt. Weil das Schiebetor wegen den Haustieren geschlossen bleiben sollte kommen auch keine streunenden Hunde und generell Besucher von der Strasse ins Camp. Nebenan auf der Epupa Falls Camp Site hingegen herrscht ein reges Kommen und Gehen der lokalen Bevölkerung. Das ist keine Kritik nur ein Bericht. Denn was den einen gefällt könnte andere stören.
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200701. Juli 2018 · #25
Opuwo Country Lodge Camping Epupa - Opuwo 170km, reine Fahrzeit 4 Stunden. Nach einem Spaziergang morgens in Epupa fuhren wir gemütlich los und besuchten 40km vor Opuwo das Living Museum der Ovahimba. https://www.lcfn.info/ovahimba Für diesen lohnenswerten Besuch sollte man mindestens eineinhalb Stunden einplanen. Es gibt verschiedene Aktivitäten. Die traditionelle Tour kostet N$250 p.P. Neben dem Areal wird das Omungunda community camp gerade etwas verbessert, ein Schattendach für eine Lapa ist im Bau und die alten Toiletten und Duschen sind wohl als nächstes auf der Liste. Die Anfahrt ist etwas holprig aber mit Vorsicht schafft man es auch mit einem Sedan. Obwohl nichts auszusetzen ist würde ich hier eher nur dann übernachten, wenn ich länger bei den Himbas im Living Museum verweilen möchte oder falls der Camping der Opuwo Contry Lodge ausgebucht wäre. Das passierte uns auch schon mal und ist nicht angenehm, denn mir ist sonst in ganz Opuwo keine sichere Übernachtungsgelegenheit für Camper bekannt.
Hier noch eine alternative Nr. für Reservationen 081 1491 4335. Opuwo Country Lodge Als wir nun im Mai auf dem Camping übernachteten war zu unserer Verwunderung genau das Gegenteil der Fall: wir blieben die einzigen Camper für diese Nacht und belegten C3 gemäss der Empfehlung der etwas unmotivierten Rezeptionistin. Der Preis pro Nacht betrug N$ 300 für uns beide und wir konnten nur cash bezahlen. Die sanitären Anlagen und die Geschirrspülbecken waren pingelig sauber und alles funktionierte. Der Garten war etwas grüner als bei unserem letzten Aufenthalt, sicher wegen den starken Regen diesen Sommer und unser Stellplatz war sauber. Ein bewaffneter Nightwatchman welcher sämtliche Glühbirnen auf den unbelegten Plätzen einschaltete wies uns speziell darauf hin die am Wagen aussen angebrachten Gasflaschen über Nacht im Auto einzuschliessen. Was wir nicht taten weil uns der Lärm von jemandem der möglicherweise versuchen könnte das Vorhängeschloss aufzubrechen bestimmt geweckt hätte. Wir teilten unser Essen mit allen Anwesenden, nämlich den beiden securities und zwei Katzen und gingen früh zu Bett.
Fazit Opuwo Country Lodge Camping 3/5* Schöne Lage über der Stadt, eng konzipierte Stellplätze. Oft viele Overlander. Gute Sanitäranlagen. Wegen der exponierten Lage dringen alle Geräusche der Nachtlokale herauf. Es wird auch wochentags nicht vor 3 Uhr früh ruhig in den vielen Shebeens und Tanzlokalen. Man hat im schlimmsten Fall die ganze Nacht Musik und sonstigen Lärm sowohl von der Stadt als auch von Camp-Nachbarn, überall künstliches Licht und eine subjektive Sicherheit. Schade, denn die Lage wäre an und für sich toll! Hinweis: Es gab und gibt immer wieder Diebe welche in der Dunkelheit auf den Hügel des Camping Areals durch den Zaun eindringen und Gelegenheitsdiebstähle begehen. Vor allem Camper welche zu Fuss in die Lodge zum Essen gehen und derweilen Hab und Gut im Auto lassen, sollten sich bewusst sein, dass dieser Camping leider schon zu oft Diebstähle und sogar Überfälle verbuchen musste.
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200704. Juli 2018 · #26
Opuwo - Marble Campsite (via Kaoko Otavi) Wir verliessen Opuwo um 09.30 Uhr und erreichten das Marble Camp um 16.45 Uhr. Ein paar Fotostops und eine kurze pic nic Pause sowie eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt waren die einzigen Stops die wir unterwegs machten. T4A kalkulierte für die Gesamtstrecke von 198km eine Fahrzeit von 5 Stunden. Wie immer rechneten wir ca. 50% dazu und lagen +/- richtig.
Die C43 südich von Opuwo war in einem sehr guten Zustand bis zum Abzweig Richtung Westen nach Kaoko Otavi. Im kleinen Dorf war viel los, denn man feierte den Africa Day an diesem Wochenende. Neben den Häusern standen Zelte wo wahrscheinlich Verwandte oder Freunde untergebracht wurden.
Die D3705/3707 war Ende Mai derart ausgewaschen zwischen Kaoko Otavi und Otjiu dass wir während eineinhalb Stunden stellenweise auf dem nackten Felsen fuhren. Nicht schwierig, aber sehr langsam. Ab Otjiu wurde es landschaftlich immer schöner, das Tal verbreiterte sich und die Farben und Formen wurden abwechslungsreicher. Wir machten vier (Trocken)flussdurchfahrten, davon die ersten drei im Hoarusib. Beim 3. und breitesten rivercrossing stand eine versumpfte Maschine des Strassenbauamts im Sand. Bei der letzten Flussdurchfahrt handelte es sich um einem Seitenarm des Hoarusib und dort wachsen grosse Anabäume, ideal für ein lunch break im Schatten (an dem Tag hatten wir 32 Grad C) oder auch für ein Übernachtungsstop geeignet insofern man nicht in der Regenzeit dort ist, denn auch ein trockenes Flussbett kann sich schnell mit Wasser füllen welches woanders als Regen fällt. Wir nahmen die "Abkürzung" über die Berge statt nach Sanitatis zu fahren, das war laut Einheimischen die bessere Wahl. (rechts ab beim Schild: mobile school). Diese pad führte langsam über einen steinigen Hügel oder kleinen Pass. Hier sahen wir Giraffen. Schlussendlich stiessen wir ca. 14km nördlich von Orupembe auf die pad welche durch ein weites von gelben Gräsern bewachsenes Tal zum Marble/Etaambura/House on the Hill Community Camp führt. Wer sucht findet Steinmännchen (lone men) auf dieser Strecke. Auf der ganzen Fahrt kam uns nur ein Fahrzeug entgegen, nämlich ein contractor welcher mit Bauarbeiten in Serra Cafema beschäftigt ist.
Hier mein Dank an Chrigu welcher uns postwended auf die Frage nach der Befahrbarkeit und Fahrdauer der D3703 und D3705 antwortete. Eigentlich hatten wir geplant von Epupa via Okongwati über den Van Zyl's Pass zu fahren. Es wäre für uns das zweite mal gewesen, doch verschiedene verlässliche Quellen rieten uns kurzfristig davon ab, den Van Zyl's zu fahren, er sei "in the worst condition we have ever seen". Deswegen war dann die Frage welche der beiden Querverbindungen zu fahren. Die nördlichere via Etanga fuhren wir ebenfalls schon einmal aber in der umgekehrten Fahrtrichtung. Wahrscheinlich ist sie schöner in Ost-West Richtung. Wie auch immer, Max und ich sind uns jetzt einig: die südliche Strecke über Kaoko Otavi ist schöner und besser.
Marble Camp Site Grosse Stellplätze mit Sicht auf ein kleines Trockenflussbett und im Rücken ein Hügel wo oben die drei Selbstversoger Häuser, House on the Hill gebaut sind. Dass es dort oben nun drei Einheiten gibt war eine Überraschung für mich, ich kannte nur das eine Haus welches Platz für eine Familie bietet. Die beiden neuen Häuser sind kleiner und für jeweils zwei Personen. Die leicht erhöhte Lage bietet eine schöne Aussicht. Unten im Marble Camping hat man keine Weitsicht. Unser Platz wurde kurz vor unserer Ankunft zum abersten Mal von Laub freigefegt, der diensthabende camp attendant zeigte sich freundlich zurückhaltend, wahrscheinlich weil er kein English spricht. Wir durften selber in einem Buch eintragen dass wir ihm N$100 pP bezahlten. Die Ablutions waren nicht sehr sauber, um es nett auszudrücken. Der Donkey war "out of order" aber das war kein Problem für uns, lauwarmes Wasser war trotzdem in den Duschen verfügbar, denn die Sonne hatte das gespeicherte Wasser aufgewärmt. Apropos Sonne: neben den self-catering Häuser stehen Sonnenkollektoren für die Aufbereitung des warmen Wasser (und ev. auch Strom). Wir blieben die einzigen Camper und wurden von zwei scheuen, lieben aber elend stinkenden Hunden betreut und bewacht. Der eine bellte irgendwann in der Nacht jemanden davon. Sonst war es sehr still, obwohl ja nicht unweit ein Himbadorf liegt. Wir genossen die Stille.
Fazit Marble Camp Site: 3/5* Würde der Camping ein paar Höhenmeter höher liegen, dann wäre es ein Traumplatz. Wir kennen auch Etaambura und wenn man diese 360Grad Weitsicht einmal geniessen durfte ist es ein gehöriges downgrading in der Ebene. Dafür hat man dort Schatten unter alten Bäumen, was wohl auch mit Grund der Standortwahl war. Die Sanitäranlagen im Marble müssten baldmöglichst renoviert werden (gebrochene Klobrillen, abgerissene Wasserhähne oder Abflussrohre etc.) Als Übernachtungsstop ist das Camp aber trotzdem zu empfehlen, weil es sonst keine gewartete Campingmöglichkeiten gibt in der Gegend. Wer mehrere Tage hier in der unmittelbaren Region bleiben möchte, z.B. um den Marmor Steinbruch oder ein Himbadorf zu besuchen, ist wahrscheinlich glücklicher im House on the hill. Top of the line ist natürlich Etaambura.
bedanke mich für Deine Aktualisierung der Zufahrtswege nach Westen......die Route via Kaoko Otavi und Otjiu
wird auch ziemlich regelmässig von Sarah/Ryan von Syncro bevorzugt....nicht ohne Grund 🙂 🙂 🙂
lg......BMW
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200704. Juli 2018 · #28
Moin BMW, ja das war die bevorzugte Route der Familie Christinger, nicht immer ohne Zwischenfälle oder Probleme wie man in ihren newsletters mitverfolgen konnte. Blöd dass der Grader feststeckt/e, denn anscheinend sollte der Abschnitt Otjiu-Kaoko Otavi schon längst geschoben werden. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann was es noch zu schieben gibt, man würde dort erst mal einige tausend Kubikmeter Material heranbringen müssen. So aus- und blankgewaschen ist diese Naturstrasse welche ja eh nie richtig gebaut wurde sondern spontan entstanden ist. Mir hat die Strecke landschaftlich enorm gut gefallen und wir werden auf jeden Fall erneut in diese Ecke reisen, aber um dann IM Hoarusib zu fahren.
Gruss Leona
Champagner8'684 Beiträge · seit 201004. Juli 2018 · #29
@ Uwe Eulenmuckel: ich glaube, wir haben Gesprächsbedarf! 😗
@ Leona: vielen Dank mal wieder zwischendurch für die tollen Infos! Und für die schönen, Sehnsucht schürenden Fotos natürlich auch 😘 !
Ende Mai war kurz nach 7 Uhr Sonnenaufgang und bis sie hinter dem Hügel hervorkam verging noch einmal eine halbe Stunde. Wir genossen den neuen Tagesanfang und fuhren erst um 10 Uhr weg. Nachdem die verlassenen und verwahrlosten Behausungen der ehemaligen Marmorabbruch-Arbeiter hinter uns lagen began die Steigung, zuerst langsam und schliesslich richtig steil und steinig. Dieser Abschnitt wird auch Red Drum Pass genannt und als mittel-schwierig eingestuft.
Hier ein paar Aufzeichnungen zu unseren Zwischenetappen und Fahrzeiten am Vormittag: Marble - (Red Drum Pass) - Red Drum 22km 1h45'
Red Drum - Blue Drum 16km 50' Blue Drum - Orange Drum 8km 20'
Orange Drum - Green Drum 18km 30'
Um 14 Uhr suchten wir uns etwas Schatten und Windschutz im Ondusengo Trockenfluss unmittelbar südlich der grünen Tonne für unseren Mittagsstop.
Danach fuhren wir auf der westlichen Route Richtung Norden ins Hartmann's Valley und wurden schon bald mit fantastischen Landschaftsbildern belohnt. Die Fahrspur machte etliche Male einen Bogen um die tiefsandigen Stellen der Dünenausläufer. Der Sand leuchtete dunkelgelb bis orange.
Dank den Berichten von aos und dernagflow hier im Forum hatte ich mir ein paar gps Koordinaten für mögliche Übernachtunsplätze gespeichert. Wegen dem immer stärker werdenden Wind kamen keine dieser Plätze in Frage, aber sie dienten uns als Orientierung. Wir fuhren bis fast ans Ende des Hochtals bis an eine Stelle wo es brutal steil hinunter an den Kunene geht. Dies ist so viel ich weiss einer der Einstiege welche die Skeleton Coast 4x4 Touren auf dem Rückweg benutzen um ins obere Hartmann's Valley zu gelangen. Generell schafft es kaum jemand beim ersten Anlauf diese Düne hinaufzufahren. Abschleppen geht nicht, jeder muss es alleine schaffen, oft mit 'zig Anläufen von ganz unten. Das ist nichts für schwache Nerven, mit über 7000 rpm wird dem Motor alles abverlangt und jede Menge Treibstoff verbraucht.
Als ich dort das Oryxgeweih neben der Spur sah kam mir aos' schöner Fotobericht in den Sinn. Hier galt es auszusteigen um mit eigenen Augen abzuwägen. Wir fuhren auch nicht hinunter, sondern genossen den Blick auf Angola ein Weilchen und machten dann kehrt, die Schatten wurden länger und wir wollten uns ein windstilles Plätzchen für die Nacht suchen. Somit fuhren wir hinunter ins Haupttal und danach am Serra Cafema Airstripvorbei Richtung Osten auf einer alten Spur welche uns an verlassenen Himbakraals vorbei in einen Trockenfluss führte. Hier fanden wir buchstäblich mit dem letzten Sonnenstrahl die für uns geeignete Stelle. Was für ein Tag!
Hallo La Leona, toller Bericht 🤩 hab's gerade verschlungen 😄 ist so richtig nach meinem Geschmack und macht Lust auf 'nochmal' , bzw. noch intensiver... kommt auf jeden Fall auf die Ideen-Liste 😉 die Tipps sind echt super !
Vielen Dank dafür 😘 Claudia
Champangner schieb:
@ Uwe Eulenmuckel: ich glaube, wir haben Gesprächsbedarf! 😗
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200706. Juli 2018 · #33
Es freut mich ein paar bekannte Namen unter den Dankedrückern zu finden. Ich bedanke mich bei allen fürs mitlesen und hoffe euch mit meinen Schilderungen tipps für eure zukünftigen Reisen zu geben.
Zuerst noch ein Nachtrag: Gestern begegnete uns nur ein Auto, nämlich ein offenes game-viewing Fahrzeug von Serra Cafema (und heute werden wir gar keins sehen unterwegs): Wir sahen gestern ein paar Springböckchen unten bei den Tonnen und vier Oryx im flimmernden Gegenlicht oben bei den Dünen. Wir sahen keine weiteren Tier oder Menschen, aber wir fanden jede Menge wunderschöne Blümchen.
Der sehr heftige Wind legte sich am Vorabend glücklicherweise während den paar Stunden als wir draussen am Feuer sassen. Vor dem zu Bett gehen erstickten wir das Feuer mit Sand und Steinen komplett, der Wind blies heftig die ganze Nacht bis kurz vor Sonnenaufgang.
Hartmann's Tal - via "shortcut" - Camp Syncro Kurz nach 9 Uhr begann unsere kurze Tagesetappe in den Marienfluss und zum Camp Syncro. Zuerst erhöhten wir den Luftdruck in den kalten Reifen von 1.4 auf 2.4 und fuhren dann noch ein Weilchen im eher steinigen Trockenfluss weiter, sahen verlassene Himbakraals und dann erblickten wir den Gebirgszug den es zu überqueren galt um runter ins Tal des Marienfluss zu gelangen.
Wir fuhren nur wenige km Richtung Süden auf dem track welcher bis zur Blue Drum führt, bald bogen wir in eine Spur nach Osten die in der T4A Karte als "bad bad road" gekennzeichnet wird. Dieser track führt auch zu einer verlassenen Mine. An dieser Stelle möchte ich erwähnen dass wir an einer Veterinärkontrolle später auf der Reise auf eventuelle Mineralienfunde angesprochen wurden. Hier der link zum entsprechenden Ministerium http://www.mme.gov.na/
Vor 9 Jahren fuhren wir in umgekehrter Richtung vom Marienfluss hinauf ins Hartmannstal über diesen shortcut. Steil bergauf war es sehr mühsam wegen den grossen Steinen und Löcher. Wir dachten dass es in umgekehrter Richtung bergab viel einfacher, ja "easy", sei. Aber in den vergangenen Jahren hat die Spur extrem "gelitten", sie ist bergab auch eine formidable Herausforderung.
Max meisterte jedes Hindernis mit Kalkül und Ruhe, während ich an den neuralgischen Stellen zu Fuss ging und einwies. Mit Stolz und Erleichterung darf ich berichten dass wir an keiner Stelle aufsetzten, ja nicht einmal sanft den Untergrund berührten. Auf dem Weg nach unten kreuzten uns Himbamädchen mit einer riesigen Ziegenherde und die Jugendlichen waren für einen Schwatz ohne betteln aufgelegt.
Insgesamt benötigten wir zweieinhalb Stunden für die 27km vom wild camp site bis in die Talebene des Marienfluss. Nach einer weiteren eineinhalben Stunde gelangten wir an den Kunene und das Camp Syncro. Das Camp liegt am Ende des Marienflusstals (oder am Anfang) in der rechten Ecke, im Osten vom Berghang, im Norden vom Fluss eingerahmt. Die unmittelbare Nähe zum Kunene ist wunderschön. Hier öffnete uns Ryan nach zweimaligem Hupen gemäss den Instruktionen am Schild das verkettete und mit Stacheldraht versehene Eingangstor welches auch tagsüber verschlossen bleibt. Diese Momentaufnahme bestätigte dass auch hier die Zeit nicht stehen blieb. Vielspurige tracks zeugen vom zunehmenden Besucherstrom und aufkommenden Massentourismus. Unweit von Camp Syncro und näher bei den Stromschnellen liegt die Okahirongo Lodge, es gibt auch noch ein Camping der community und eine Siedlung wo Angestellte der Marienfluss Conservancy leben. Die Bevölkerungszunahme erstaunte uns. Riesige Vieh- und Ziegenherden. Viele traditionell gekleidete Himbas. Grosse Kraals inkl. im Schatten von Bäumen stehenden pick-ups. Viel mehr Menschen als erwartet oder als in Erinnerung.
Camp Syncro Wir bekamen C4 von vier Stellplätzen mit Sicht auf den Fluss zugeteilt, C5 liegt in den Büschen in zweiter Reihe. Abends waren alle Plätze belegt. Es gibt in Camp Syncro auch feste self-catering Unterkünfte die ich mir aber nicht angeschaut habe. Die Aufräumarbeiten seit der letzten Überschwemmung sind noch immer im Gang. Wenn man den Wasserpegel am Zaun abliest kann man es sich kaum vorstellen. hier ein link zur Wetterstation https://www.awekas.at/en/instrument.php?id=14165#day
In den gemauerten Ablutions sind Duschen und Toiletten für Geschlechter getrennt und es gibt heisses Wasser Dank Sonnenenergie, aussen sind Waschbecken zum Wäsche waschen. Zwischen jeweils zwei Stellplätzen ist eine kleine Spüle mit fliessendem Flusswasser. Die Zone für Camper ist genau begrenzt und der Schatten tagsüber spärlich, denn ein alter riesiger Baum musste aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Die neuen Schattendächer aus Schilf und Netzen dienen als Ersatz. C1 bietet den besten Schatten. Es gibt einen Sundownerhill von wo man eine schöne Sicht nach Angola hat.
Fazit Camp Syncro 4/5* Die Stellplätze sind für meinen Geschmack zu eng und zu klein, vorallem weil man durch die Weite bis hierher gefahren ist, scheint die Anlage kleiner als sie in Wirklichkeit ist. Man muss jedoch Isolation und Abgeschiedenheit berücksichtigen für den Unterhalt von Mensch und Anwesen. Der Kunene mit unberechenbarem Wasserstand wegen den Wasserkraftwerken stromaufwärts, die katastrophalen Folgen bei klimatisch produzierten Überschwemmungen und monatelange Dürre sind nebst den kulturellen Differenzen die grössten Herausforderungen. Wir fühlten uns nicht richtig wohl, eine Art Käfig-Feeling und wir waren einem ungewollten Voyeurismus ausgesetzt, denn vor unserer Nase kam im Verlaufe des Nachmittags jung und alt zur Körperpflege an den Kunene, es war ein reges kommen und gehen. Bei Sonnenuntergang spazierten Sarah und Ryan zum Fluss und kamen mit einem vollen Sack Müll retour.
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200706. Juli 2018 · #34
@clax Liebe Claudia, ich freue mich dass dies ein Bericht und unsere Art zu reisen nach deinem Gusto sind. Auch ich schöpfe sehr viel aus dem Forum und möchte hiermit eben etwas retour geben. Alles Gute!
Gruss Leona
franzicke2'085 Beiträge · seit 201206. Juli 2018 · #35
Liebe Leona, auch wenn ich mich zwischendurch lange nicht mehr gemeldet hab - ich bin auch noch dabei! Und zwar mit richtig viel Respekt!!! Deshalb auch mal wieder ein ausgeschriebenes DANKE für deinen Bericht. Da wird mir schon ziemlich klar, wo meine Grenzen - oder besser die meiner Nerven - so liegen 😗 Viele Grüße Ingrid
auch ich bedanke mich für Deinen Bericht mit all den wertvollen Informationen. Auch wenn wir eine ziemlich identische Reise zur fast selben Zeit hatten, habe ich noch viel aus Deinem Bericht mitnehmen können. Hartmann's Tal haben wir ja leider nicht mehr geschafft. Camp Syncro haben wir ähnlich erlebt, die Stellplätze zu eng aufeinander. Wir haben uns abends zum Sundowner Hügel begeben. Das war wunderschön und hat etwas entschädigt!
BTW: Ich hab es jetzt erst kapiert..... Und gratuliere von ganzem Herzen zum 25 jährigen Jubiläum .
Ganz liebe Grüße aus dem Norden Deutschlands Lisolu
BOBobbejaan4 Beiträge · seit 201807. Juli 2018 · #37
Sehr interessanter und informativer Bericht! Ich habe mal eine PN geschickt. Viele Grüße Moritz
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200808. Juli 2018 · #38
Hallo, La Leona, wie immer: Wunderbar! Danke für deine genauen Beobachtungen und klaren Einschätzungen! LG lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200708. Juli 2018 · #39
@champagner Liebe Bele, danke fürs mitlesen! Ich freue mich dass mein Bericht Resonanzen auslöste! @franzicke Liebe Ingrid, da bin ich ganz deiner Meinung. Das persönliche Nervenbarometer und die Grenzen der eigenen Komfortzone zu kennen ist der Schlüssel für eine glückliche Reise. Auch wenn es in einem RB noch so toll tönt, ist nicht alles was andere machen für einen die richtige Wahl. Zwar darf es schon ab und zu ein winziger Sprung über die Limite der Komfortzone geben, aber nicht stunden- oder tagelang. Und schon garn nicht wenn es um die Fahrkünste geht.... @Lisolu Liebe Sonja, schade dass wir uns immer um ein paar Tage verpassen, ihr ward ja zum Teil in umgekehrter Richtung unterwegs. Weil es nicht bis zum Hartmanns Tal reichte bei euch gibt es möglicherweise für euch einen genug gewichtigen Grund nochmals in diese Ecke zu fahren...mit Abstand fand ich es dort am Schönsten. @bobbejaan, hallo Moritz, danke! @lilytrotter Liebe lilytrotter, wie schön du bist auch dabei! herzliche Grüsse
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200710. Juli 2018 · #40
Camp Syncro - Purros Bevor wir Syncro um 09.30 Uhr verliessen verabschiedeten wir uns von den lieben Gastgebern Sarah und Ryan und wünschten der jungen Familie alles Gute für Ihren Neuanfang in der Schweiz. Auch Pascalinah und ihrer Begleitung sagten wir auf Wiedersehen bis irgendwo irgendwann auf pad (war ein gemütlicher Abend und schön euch kennenzulernen).
Auf der westlichsten Fahrspur im breiten Tal benötigten wir 2 Std. für die 70 km bis zur Red Drum, unterwegs sahen wir wieder viele Kraals und die Gräser standen hoch und in Blüte. Wir nahmen es gemütlich und erreichten die Blue Drum nach einer weiteren Stunde, diesmal mit der Sonne im Rücken. Es begegnete uns ein einziges Fahrzeug auf der gesamten Strecke, Schweizer auf ihrem Weg von Purros nach Camp Syncro, ein lustiger Zufall. Als wir bei der Blue Drum nach Süden abdrehten eröffnete sich uns das wunderschöne breite Tal und die pad war in einem sehr guten Zustand, man sah, dass sie erst seit wenigen Tagen frisch "geschoben" war. Allen die nicht gerne allzu viel offroad Kitzel möchten empfehle ich diese Route von Marble/Etaambura nach Camp Syncro zu nehmen. Ich denke reine Fahrzeit müsste man dafür etwa 5 -5h30' berechnen.
Als wir ab Blue Drum nach 1h40' die Jct zum Nadas Trockenfluss erreichten schauten wir etwas sehnsüchtig in die Richtung wo wir eigentlich eine Schlaufe und weitere Übernachtung "wild camping" geplant hatten. Aber unseren Reservetag hatten wir bereits aufgebraucht mit einem Ruhetag in der Kunene River Lodge. So fuhren wir also weiter und erreichten kurz darauf die D3707 etwas westlich vor Orupembe. Die pad war schrecklich, extremes Wellblech, aber wir bissen uns durch, denn im Khumib wollten wir nicht fahren, denn diesen Trockenfluss kennen wir in beiden Fahrtrichtungen.
Die D3707b verliessen wir auf der Höhe der Ougams Quelle und nahmen die Variante D3707a welche wir vor ein paar Jahren in entgegengesetzter Richtung S-N gefahren sind und welche uns damals sehr gut gefallen hat. Schon bald zeigte sich dass diese Route entlang der Grenze zum Skeleton Coast NP kein Insider Tipp mehr ist, auch hier fanden wir viele Fahrspuren und miese Wellblechpiste. Mit wenigen Fotostops hie und da erreichten wir bereits nach 2 Std. Fahrzeit ab Orupembe Jct das viel fotografierte "hole in the wall". Wir sahen unterwegs an einigen Stellen Fahrspuren links und rechts abzweigen in Richtung "Steinhaufen" zu geschützten Plätzchen am Fusse der Felsformationen. Wären wir nicht so gut zeitlich drin gewesen hätten wir uns hier ein Nachtlager gesucht. Aber wir sind auch gerne im Community Camp in Purros, darum fuhren wir weiter und nach dem kurzen Stück im Khumib wählten wir wieder die D3707b.
Vorgesehen war eigentlich auf der westlichen Route zu bleiben südlich des Khumib und bis zum Hoarusib zu fahren, um dann von W nach O durch den Hoarusib nach Purros zu gelangen. Eine meiner Lieblings-Strecken. Aber Ryan warnte uns dies nicht zu tun, denn der Hoarusib "ginge" abwärts von Purros. Es schien uns zu leichtsinnig mit nur einem Fahrzeug. Noch sehr gut in Erinnerung sind uns zwei Fahrzeuge welche wir vor 9 Jahren in kurzen Abständen im Hoarusib zwischen Purros und den Castle Formations hoffnungslos versumpft antrafen und denen unser Konvoi mit drei Fahrzeugen Berge-Hilfe bot und dabei selber in Not geriet. Alleine wäre damals keiner wieder rausgekommen.
Um 17.30 Uhr erreichten wir das Purros community camp, bezahlten N$110 pro Person, belegten unseren Lieblingsplatz Nr. 3, bekamen den donkey eingeheizt und konnten hinter uns die Sonne unter- und vor uns den Vollmond aufgehen sehen. Nur ein weiterer Platz war sonst noch belegt.
Fazit Purros Community Camp 4/5* Meine gute Bewertung ist hauptsächlich wegen der Location und den äusserst grosszügig bemessenen Stellplätzen. Ich glaube es gibt insgesamt 6. Auch dieses Jahr wurde das Camp von den Überschwemmungen stark beschädigt. Freigelegte Wurzeln von grossen Bäumen, Schwemmholz, beschädigte Grillstellen und Ablutions. Leider mangelt es generell an Sauberkeit und kleineren Unterhaltsarbeiten. Innerhalb des Areals gab es schon immer, und jetzt noch mehr, knifflige Tiefsandpassagen durch die vom Hochwasser ausgewaschenen Gräben mitten durchs Camp. Die Wasserqualität in Purros sei sehr gut, denn es komme aus einer sauberen unterirdischen Quelle, jeder Platz hat einen Anschluss, nebst dem Wasser in den platzeigenen Spülen. Wer also Richtung Norden weiterfährt und etliche Tage wild unterwegs sein wird kann hier seine Wasser Reserven auffüllen. Als Ausgangspunkt um Wüstenelefanten zu finden ist Purros eine sehr gute Option, auch für Nicht-Camper, denn die Himbas betreiben nebenan ebenfalls das Bush Camp mit self-catering Bungalows. Es gibt zudem eine neue camp site in Purros, die haben wir uns aber nicht angeschaut und blöderweise notierte ich mir nicht einmal den Namen.
Als Tagesetappe ist Syncro - Purros relativ lang für solche die die Strecke zum ersten Mal fahren und alle Fotostops mitnehmen wollen.