wenn man Namibia bisher nur während der Monate Juni und Juli kennen gelernt hat, kann man sich gar nicht vorstellen, wie es dort mit solchen Wassermassen, wie du sie schilderst, aussieht... Wahrscheinlich müssen wir doch nochmal zu einer anderen Jahreszeit verreisen... 😉
Hi Bianca,
ich habe mal ein paar Bilder rausgesucht, wie es 2010 ausgesehen hat
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201517. Okt. 2017 ·
Wir machen uns langsam auf den Rückweg. Dieser führt uns kurz vor der Namushasha River Lodge am Namushasha Heritage Centre vorbei. Eigentlich wollten wir bei Rundu in das Living Museum der Mbunza, was aber einen Umweg bedeutet hätte, für den wir nicht wirklich Zeit hatten. Jetzt ist die Zeit da und wir schauen vorsichtig in den Eingangsbereich. Hier befindet sich scheinbar auch der Shop. Wir gehen weiter und werden von einem jungen Mann freundlich begrüßt. Wir sind die einzigen Besucher. Unsere Kinder entdecken natürlich sofort den riesigen Baobab in der Mitte des Schaudorfes für sich.
Uns wird erklärt, wie die Mokoros (Einbaumboote) hergestellt werden und wie mit einfachen Reusen Fische gefangen werden.
Interessant und schön ist, dass es zu den einzelnen Stationen des Dorfes Schautafeln gibt, die Erklärungen sowohl in englischer als auch deutscher Sprache bieten:
Zu Beginn wird uns ein „Hippo Caller“ demonstriert. Der Flusspferd-Rufer sieht aus wie eine kleine Trommel. Reibt man mit einer angefeuchteten Hand im Inneren an einem dort angebrachten Holzstöckchen, entstehen Geräusche, die uns nach der Nacht auf der Ndhovu Lodge doch sehr bekannt vorkommen. Es klingt wie ein gut gelauntes Flusspferd. Der Hippo Caller wurde früher dazu benutzt, Flusspferde anzulocken, während sich der Jäger mit einem vergifteten Pfeil auf einem Baum versteckt hat. Flusspferdfleisch wurde gerne gegessen. Lennard und Matthis bekommen das authentische Flusspferd-Brummen schon ganz gut hin, findet auch unser Guide, der uns sehr freundlich durch das Dorf führt.
Wir bekommen die Verarbeitung von Hirse (Mahango) mit Hilfe riesiger Mörser erklärt.
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201517. Okt. 2017 ·
An einer weiteren Station wird gezeigt, wie die Frauen der Gemeinschaft die traditionellen Körbe flechten.
Schließlich werden mehrere Lieder und Tänze präsentiert, wobei wir den Hüftschwung der Damen bestaunen. Die Röcke „fliegen“! 🤩 Leider haben wir hier keine Fotos, sondern nur Videos gemacht… Im Shop suche ich noch 2 schöne Körbe aus. Zurück in der Namushasha River Lodge genießen wir den restlichen Nachmittag… Ich mache noch ein paar Fotos, das Windhoek-Lager wird genossen und ein bisschen UNO gespielt.
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201520. Okt. 2017 ·
Tag 21: Auf ins Paradies für Flattervieh, dem äußersten Zipfel der Zambezi-Region – Chobe River Lodge
Mittlerweile haben wir auch einen weiteren Begriff (der Mafwe) für „Danke“ gelernt: „ndali tumeli“. Das muss ich jetzt noch schnell ergänzen… Nach einem ausgiebigen Frühstück versuchen wir leider vergeblich, die Fische des Kwando mit einem Stück Brot anzulocken. Dieser Tipp stand von Acacia Namibia in unserer Reisebeschreibung. Irgendwie haben die Fische hier aber keine Lust auf Brot (oder ist es die falsche Tageszeit?)… Egal... nach ein paar Abschiedsfotos auf unserer Terrasse...
müssen wir weiter Richtung Chobe. Wir fahren die C 49 und erleben hier folgende Situation einige Male:
Rinderherden passieren die Straße und wir warten, bis alle die Seite gewechselt haben. Die Tiere haben teilweise wirklich beachtliche Hörner. Immer wieder fahren wir an laufenden Kindern in Schuluniform vorbei und an Frauen, die schwere Lasten auf dem Kopf tragen. Wir sehen ein paar Männer mit Auto an der Straße, die mit irgendetwas beschäftigt sind. Beim Vorbeifahren erkennen wir, dass zwischen ihnen ein scheinbar frisch geschlachtetes Rind liegt, das sie auf eine Ladefläche bewegen wollen… In Katmia Mulilo geht es weiter auf der B8 in Richtung Ngoma, dem Grenzposten zwischen Namibia und Botswana. Kurz vor der Grenze biegen wir ab zum Chobe River Camp. Wir bekommen ein Zelt weit hinten, was ich ganz schön finde. Matthias findet es etwas schade, dass wir nicht direkt auf den Chobe blicken, sondern auf die Sumpflandschaft, was aber die Stimmung nicht weiter beeinträchtigt. Beim Zelt angekommen muss ich erstmal lauschen… Glocken…Kuhglocken… Es klingt wie auf der Alm… Vorne raus aus dem Zelt sieht die Landschaft so ein bisschen aus wie in meiner alten Heimat in Ostfriesland. Das könnte auch im Moor sein. Und mitten drin weit hinten grasen rot-bunte Kühe… 🤩 Ich mache gleich ein Handyfoto für meine Freundin, die per Whatsapp ein wenig mit uns mitreist…
Abends erhalte ich eine Nachricht mit folgendem (leicht ergänzten) Bild von ihr:
Wir müssen herzhaft lachen. Das sieht schon nach echter ostfriesischer Moorlandschaft aus, oder? 🤪 Unser neues Zuhause auf Stelzen gefällt uns sehr.
Das Bad ist komplett offen gehalten, was ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, aber irgendwie auch funktioniert…
binca75 schrieb: und an einer Zebraherde… Die sehen hier irgendwie anders aus als in Etosha. Die Schattenstreifen fehlen. Handelt es sich hier um eine Unterart? Vielleicht weiß dazu jemand etwas…
Hallo Zusammen,
meiner Meinung nach handelt es sich hier auf dem Foto um Böhmzebras. Im Etosha haben wir es mit dem Burchell Zebra zu tun.
LG Logi
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201521. Okt. 2017 ·
Danke für deinen Hinweis, Logi! Ich muss dann immer erstmal googeln... Das Böhmzebra sieht schon so aus wie meine kleine Herde. 😁
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201525. Okt. 2017 ·
Wir laden aus und die Jungs erkunden die Gegend (wie üblich... 😉 ) Hier nochmal zwei Kühe aus der Ferne im namibischen Original:
Matthis entdeckt beim Umrunden des Restaurantbereichs unseren ersten Gelbschnabel-Madenhacker oben auf der Dachplane…
Hält der Vogel auf der Suche nach Nahrung die Plane versehentlich für den Rücken eines Büffels oder eines Nashorns? Wir wissen es nicht… Beim Nachlesen über diese vermeintlich nützliche Vogelart bin ich über folgendes gestolpert: Biologen haben in letzter Zeit den Verdacht, dass Madenhacker sich auch an den großen Tieren gütlich tun, indem sie in Wunden herumstochern oder deren Ohrenschmalz fressen... 🙄 Da ist es für das „Wirtstier“ vielleicht ganz angenehm, dass es sich eine Zeit lang auf der Zeltplane aufhält… 😗
Wir planen unsere nächste Bootstour. Es ist dann unsere vierte im Caprivi, aber Boot geht immer und macht allen Familienmitgliedern viel Spaß. Diesmal haben wir sogar ein doppelstöckiges Exemplar ganz für uns und unseren Guide (da ich zu diesem Zeitpunkt schon lange kein Tagebuch mehr geschrieben habe, weiß ich leider wieder seinen Namen nicht mehr… Vorhaben für nächstes Jahr: Jeden Tag werden zumindest Notizen gemacht!) allein. Und los geht es… Kaum losgefahren sehen wir den ersten Silberreiher (mit Blaustirn-Blatthühnchen als Zugabe)
Silberreiher und Seidenreiher bekomme ich leicht durcheinander… Merke: Silberreiher = gelber Schnabel, Seidenreiher = grauer Schnabel (Ich hoffe, das stimmt so…) Hier also ein Seidenreiher…
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201525. Okt. 2017 ·
Eine Gruppe aufgeregter Witwenpfeifgänse
(Da sind so grau-melierte Entenexemplare dazwischen… Was sind das für Enten?) Man weiß immer gar nicht, wo man hingucken soll… Es flattert irgendwie überall…
Beim Durchschauen der Fotos habe ich festgestellt, dass ich ganz viel Federvieh (im Hintergrund) live gar nicht zur Kenntnis genommen habe. Nimmersatt-Gruppe mit Kormoranen im Vordergrund
Geduckter und leicht ungepflegt aussehender Graureiher
Hier mit Stelzenläufer…
Witwenpfeifgänse im Flug, Löffler, Rotschnabelenten und Glockenreiher
Hier die gleiche Szene ohne Enten… Ich vermute, die Vögel im Vordergund sind Glockenreiher, muss alle Arten im Internet raussuchen und bin mir nicht sicher (wahrscheinlich wird`s doch ein weiteres Vogelbuch für mich geben müssen…) … Aber der Ehrgeiz, die Flatterviecher richtig zu bestimmen, ist definitiv geweckt…
fotomatte2'522 Beiträge · seit 200926. Okt. 2017 ·
Hallo Bianca,
schön, daß dich der Bestimmungsehrgeiz gepackt hat. Die Fragezeichen kannst du rausnehmen, stimmt soweit alles. Die graumelierte Ente ist eine Knob-billed Duck.
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201526. Okt. 2017 ·
Hallo Matthias,
hättest du mir vor zwei Jahren erzählt, dass ich in Namibia irgendwelchen Piepmätzen hinterherrenne und danach noch stundenlang das Internet durchforste, um welches Federvieh genau es sich denn nun handelt, hätte ich dich wahrscheinlich ausgelacht... 😄 Schade, dass ich da wohl nur weibliche Höckerglanzgänse erwischt habe. 😗 Die männlichen sehen mit ihrer "Schnabelformation" ja schon spektakulär aus... 😁 Gruß Bianca
fotomatte2'522 Beiträge · seit 200926. Okt. 2017 ·
Hi Bianca,
ob da auch Männchen dabei sind, lässt sich so gar nicht sagen, denn im Schlichtkleid tragen die Männchen eben keinen Höcker. Dazu müsstet ihr zur Brutzeit unterwegs sein.
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201526. Okt. 2017 ·
Hallo Matthias,
danke für deine großartigen fachlichen Informationen! Ich schau mir oft nur die Bilder an und lese dann nicht den Text.. 😗 Die Arbeit in der Schule ist momentan so zeitintensiv, da bleibt mir nicht viel anderes übrig... 😐 Aber jetzt hab ich nachgelesen... Sachen gibt`s.... Da laufen die Höckerglanzgänsemänner während der Paarungszeit mit einem dekorativen Höcker auf dem Schnabel herum, der sich nach dem Balzgetue wieder zurückbildet...? Ist das so richtig? Tststs... Die Hormone.... die können was... 😄
Ganz liebe Grüße aus dem regnerischen Norden zurück!
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201526. Okt. 2017 ·
Darf ich vorstellen? Noch ein komischer Vogel: Der Klaffschnabel, konkret Mohrenklaffschnabel
Mit seinem seltsam geformten Schnabel jagt er nach Muscheln und Schnecken im trüben Wasser. Hier war er wohl erfolgreich. Beim Recherchieren fiel mir auf: Der Vogelpark Walsrode (dort war ich noch nie… Eingesperrte Vögel… das ist irgendwie nicht meins… Vor dieser Reise dachte ich noch: Vögel generell seien nicht so meins…) hat es geschafft, in Gefangenschaft für Nachwuchs zu sorgen (soll bei dieser Art nicht so einfach sein). Die Blaustirn-Blatthühnchen mogeln sich immer wieder heimlich ins Bild... 😉
Und hier wieder mal ein farbenfroher (extrem blauer) Flattervieh-Vertreter: Malachit-Eisvogel (?)
Gut getarnt: Rallenreiher (?)
Hier mal wieder ein paar Säugetiere zur Abwechslung… Wasserböcke (?)
Und hier ein unidentifizierter Vogel… Ich finde, er sieht aus wie ein Blaustirnblatthühnchen, aber ohne blau…? Ist das vielleicht ein Jungvogel?
Nimmersatt in schönem Licht
Und nochmal Malachit-Eisvogel (den erkenne ich ohne Hilfe)
earlybird711'114 Beiträge · seit 201626. Okt. 2017 ·
Ich habe jetzt mal deinen wunderschönen Bericht nachgelesen!!! Toll!!! An Caprivi und so traue ich mich ja gar nicht ran, ich bin in der Malaria Frage noch unentschieden und möchte auch nicht so gerne Malarone nehmen...aber deine Fotos und auch eure Erlebnisse machen echt Lust auf diese tolle Gegend und ich frage mich, ob ich meine Abneigung gegen Medikamente mal ablege... Vielen Dank für deine detaillierten Beschreibungen, so kann ich als Anfängerin mir echt eine gute Vorstellung machen 🙂
Namibia Oktober 2019 - Namibia April 2021! Schön war's
Namibia Oktober 2021 - Süd-Namibia April 2023
Namibia September / Oktober 2025 - Namibia 2027 5 Wochen im April/ Mai, mal gucken wohin es geht!
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201526. Okt. 2017 ·
Hallo Tanja,
ich freue mich sehr über dein Lob... 😊 Bei den vielen tollen Reiseberichten hier traue ich mich immer kaum, meine Bilder einzustellen... 😗 Mir kommt es sehr darauf an, unsere Erlebnisse und Erfahrungen ehrlich und authentisch zu schildern und so den "Neulingen" einen ersten Eindruck zu verschaffen. Wenn das so ankommt wie bei dir, dann bin ich sehr zufrieden... 🙂 Insbesondere finde ich es wichtig, deutlich zu machen, dass Namibia ein phantastisches Land für Familien mit Kindern ist. Nächstes Jahr ist es für unsere 9jährigen Jungs dann schon das dritte Mal... 😘 Tja, die Malariaprohylaxe... Wir haben fleißig 18 Tage Malarone geschluckt und alle anderen Vorsichtsmaßnahmen auch ergriffen. Es wurde gesprüht und eingeschmiert und stichfestes Zeug getragen... Auf dieser Bootsfahrt wurden allerdings die langen Hosen vergessen und die Jungs legten auch irgendwann ihre stichfesten Hemden zur Seite. Mücken hatten wir nicht, aber man weiß ja nie....
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201527. Okt. 2017 ·
Nilgans
Lenni hat es sich mittlerweile vorne bequem gemacht.
Am Ufer gibt es auch größere und gefährlichere Tiere… 🙄
Und dieses gleitet auch noch direkt vor uns ins Wasser.
Und noch ein Nimmersatt…
Ich mag diese großen Vögel. Sie haben so einen freundlichen Gesichtsausdruck… Hier unser nächster Waran in voller Größe und diesmal nicht im Gestrüpp, sondern freilaufend:
binca75Themenstarter1'567 Beiträge · seit 201527. Okt. 2017 ·
Hier nochmal das Krokodil aus etwas anderer Perspektive... Die Zebras scheinen ahnungslos... 😉
Affen gibt’s auch:
Blick auf das Ufer in Botswana:
Zwischendurch ist immer auch mal Zeit für ein Gespräch mit unserem Guide. Und so lernen wir hier ein weiteres Wort für „Danke“: Nali tumela . Wir erfahren, dass viele Menschen durch den Umgang mit Menschen aus Sambia „Nitumesi“ (Danke auf Lozi-Art) sagen. Hier am Chobe gibt es auch einen herrlichen Begriff für „Guten Morgen“: Mawokawulle (Ich schreibe es mal so, wie es ausgesprochen wird)
Das Nest eines alten Bekannten: Schreiseeadler
Und hier wahrscheinlich der Partner, ganz in der Nähe in einer dekorativen Baumruine…
Einsames Mokoro…
Ein großer Vogel mit Mut zur Hässlichkeit: der Marabu