Reisebericht Tansania Meru, Safari, Festlandsküste

Reisebericht 66 Antworten · 4’068 Aufrufe · gestartet 23. Jan. 2026 von Christian66
2’400 Beiträge · seit 201109. Feb. 2026 ·
Moin,
ihr wart doch in Ndutu? Da muss es doch von Gnus gewimmelt haben? 🤩
LG aus Puerto
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
Themenstarter97 Beiträge · seit 202509. Feb. 2026 ·
@BMW und @KarstenB:

Oh weh, da habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Die einzige Einzelaufnahme von einem Gnu, nicht das einzige Gnufoto. Die anderen Aufnahmen zeigen eher so tausend und mehr Gnus. 😉
Themenstarter97 Beiträge · seit 202511. Feb. 2026 ·
Vom Tarangire in die Seronera
Von der Planung für den nächsten Tag hat man mir von mehreren Seiten abgeraten. Vom Tarangire bis in die Seronera an einem Tag verspricht eine zu lange Fahrerei mit wenig Erlebnis zu werden. Unsere Ziele, nämlich Tarangire, NCA mit Ngorongo-Krater und Ndutu sowie Serengeti habe ich vorgegeben, die Reihenfolge aber nicht. Es wurde dann eine Tour in der (Übernachtungs-)reihenfolge Tarangire, Serengeti, Serengeti, Ndutu, Kraterrand von Wakanda zusammengestellt. Ich habe noch versucht, die Reihenfolge der Tagesziele etwas zu ändern und vorgeschlagen, am zweiten Tag vom Tarangire nur bis zum Kraterrand zu fahren. Es schien mir sinnvoller, dafür lieber am letzten Tag die etwas längere Rückfahrt von Ndutu zum Flughafen in Kauf zu nehmen. Das ging aber nicht mehr und so machen wir uns am Morgen auf eine lange Autofahrt ohne besondere Ereignisse gefasst.

Soviel vorab: Es wird wesentlich besser als befürchtet.

Nach dem Frühstück geht es zeitig los. Bis zum Kraterrand des Ngorongoro ist es eine ereignislose Fahrt. Aber ab dort wird die Fahrt recht kurzweilig, weil unser Fahrer immer wieder an den richtigen Stellen anhält.

119_Kraterblick_P1001599.JPG


Auf dem Weg vom Krater hinab sieht man zahlreiche Massai-Siedlungen und die Nutztiere stehen teilweise direkt neben den Wildtieren auf dem Weideland.

120_Massaidörfer_2026-01-0812.46.05.jpg


121_Massaidorf_2026-01-0812.48.08.jpg


122_Massaidörfer_P1001606.JPG


Noch vor dem Tor zur Serengeti sehen wir immer wieder Giraffen, Zebras und Gnus. Ein Vorgeschmack auf Ndutu, wo um diese Jahreszeit die Migration ist.

123_Erste_Gnuherden_Endlose_Weite_DSC00824.JPG


Dann ist es soweit, wir erreichen das Tor, das eigentlich gar keines ist.

124_Serengeti_DSC00826.JPG


Und fahren kaum 10 Minuten, bis wir diese satte Dame treffen.

125_Löwin_mit_Kill_DSC00837.JPG


Wenig später treffen wir diesen Herrn, der offenbar gerade einen Wie-posiere-ich-am-besten-für-Touristen-Kurs erfolgreich absolviert hat und sich bei unserem Anblick entscheidet, das ihm gebührende Podest zu betreten.

126_Löwe_vor_Podest_P1001616.JPG


127_Löwe_Podest_DSC00844.JPG


128_Löwe_Podest_P1001616.JPG


Munter geht es gleich weiter mit der Raubtiershow.

129_Hyänen_DSC00847.JPG


130_Hyäne_DSC00848.JPG


Am ersten Kopje sehen wir zwar keine Raubtiere, dafür diese stahlblaue Felsenagame.

131_stahlblaue_Felsenagame_DSC00849.JPG


Dann treffen wir auf dies Gepardenmutter mit zwei Jungtieren.

132_Gepardin_DSC00862.JPG


133_Jungtiere_2026-01-0816.20.56.jpg


134_Jungtier_2026-01-0816.21.04-2.jpg


135_Jungtiere_DSC00859.JPG


136_Zwei_Geparden_P1001625.JPG


Wir kommen kaum weiter, denn die nächsten Katzen liegen fast am Wegesrand.

137_Löwin_mit_Jungen_P1001627.JPG


138_mehr_Löwen_2026-01-0816.58.56.jpg


139_Löwin_Junge_2026-01-0816.59.29.jpg


140_Löwin_Junge_2026-01-0817.02.40.jpg


Bei so vielen Katzen braucht es natürlich auch ein paar Beutetiere.

141_Büffel_DSC00874.JPG


Langsam wird es Abend und wir sind immer noch unterwegs. Für die Hippos nehmen wir natürlich gerne noch einen Umweg in Kauf.

142_Hippos_DSC00877.JPG


143_Hippos_DSC00878.JPG


Als wir die Public Campsite in der Seronera erreichen, muss der Zeltaufbau fix gehen, weil es bereits dämmert.

Fazit: Die Fahrt war lang aber überhaupt nicht langweilig. Der Nachmittag war im Prinzip ein normaler Gamedrive. Im Nachhinein bin ich froh, dass die Stopps so geplant wurden und keine Verschiebung mehr klappte. Sozusagen 3 von 5 haben wir bei der Durchreise beobachtet. Für uns, die wir zum ersten Mal eine Safari in Afrika erleben, ist der Tierreichtum kaum zu fassen.

Nach dem Abendessen und dem Kilimanjaro-Bier (oder war es ein Safari – egal, Hauptsache kein Serengeti) befestige ich meine Wildtierkamera noch an einem Baum in der Nähe meines Zelts. Man hört einen Löwen recht nah brüllen und unser Koch erzählt noch Schauergeschichten von Leoparden in der Toilette. Mein Tochter ist etwas verunsichert und muss zum Zelt begleitet werden…

Und so geht Tag zwei zu Ende.


Fortsetzung folgt.
zuletzt bearbeitet 11. Feb. 2026
Themenstarter97 Beiträge · seit 202516. Feb. 2026 ·
Ein Tag in der zentralen Serengeti
Im nächsten Morgen sehe ich als erstes nach, was meine Wildtierkamera so eingefangen hat. Und siehe da, eine Hyäne gegen halb elf und ein Dikdik ca. 04:20 Uhr morgens waren da.

144_Hyäne.png


145_Dikdik.png


Die Parkmitarbeiter im Camp meinen, dass sie in der Nacht auch den Löwen gesehen hätten, den wir nur gehört haben.

Dann geht es noch vor Sonnenaufgang los. Weit kommen wir nicht, bis uns dieser Kerl mit offensichtlichen Verdauungsbeschwerden begegnet, der ziemlich viel Gras frisst und auch sonst nicht besonders glücklich dreinschaut.

146_Löwe_P1001638.JPG


147_Löwe_2026-01-0906.30.25.jpg


Schließlich reicht es ihm vom Gras fressen und er schaut lieber nach der gleich aufgehenden Sonne.

148_Löwe_Sonnenaufgang_2026-01-0906.31.24.jpg


Oder etwa doch nach seinem Rudel?

149_Löwen_DSC00887.JPG


150_Löwen_DSC00889-2.JPG


Dann kommt die Sonne wirklich über den Horizont und der Anblick ist umwerfend, egal mit welcher Fotografiermaschine. Vielleicht sollte ich öfter mal früh aufstehen. Sonnenaufgänge kenne ich eigentlich wenig.

151_Sonnenaufgang_DSC00891.JPG


152_Sonnenaufgang_P1001643.JPG


153_Sonnenaufgang_2026-01-0906.46.10.jpg


Es werden immer mehr Löwen.

154_Sonne_Tiere_2026-01-0906.48.36-2.jpg


155_Löwe_DSC00895-2.JPG


156_Löwen_P1001659.JPG


Der Durst wird gestillt.

157_Trinklöwe_P1001663.JPG


158_Trinklöwe_DSC00904.JPG


Mietzekatze, große Katze mit Mietzekatzen.

159_Löwen_DSC00906.JPG


161_Löwen_DSC00910-2.JPG


Die ersten Ballone steigen mit der Sonne auf.

160_Serengeti_DSC00907.JPG


Die Marabus warten gemeinsam mit ein paar Gänsegeiern auf ein Frühstück.

162_Marabus_Gänsegeier_DSC00918.JPG


163_Marabu_DSC00920.JPG


Die Löwen scheinen aber gerade nicht im Jagdmodus zu sein.

164_Löwen_DSC00923.JPG


Eine Gabelracke und zwei Rüppelwürger genießen den Morgen.

165_Gabelracke_P1001673.JPG


166_Rüppellwürger_Gabelracke_DSC00932.JPG


Dann treffen wir auf ein paar Büffel, die sich die Parasiten entfernen lassen und gewohnt finster dreinschauen.

167_Büffel_mit_Madenhacker_P1001677.JPG


168_Büffel_2026-01-0909.18.03.jpg


Ein Sekretär kreuzt unseren Weg.

169_Sekretär_P1001679.JPG


170_Sekretär_DSC00961.JPG


Zwei Serengeti-Topis stehen auf der Wiese.

171_Serengeti-Topi_DSC00962.JPG


Unsere Krokodil-Sichtungen waren auf der gesamten Safari leider äußerst begrenzt. Mehr wurde es auch in den folgenden Tagen nicht mehr.

172_Krokdil_DSC00992.JPG


Mit den Flusspferden haben wir aber mehr Glück.

173_Hippo_an_Land_DSC00993.JPG


174_Hippo_an_Land_DSC00995.JPG


Auch Herr und Frau Strauss kreuzen unseren Weg, bzw. blockieren ihn.

175_Straussendame_P1001683.JPG


176_Straussendame_P1001684.JPG


177_Herr_Strauss_P1001686.JPG


178_Herr_Frau_Strauss_DSC00999.JPG


179_Herr_Strauss_DSC01010.JPG


Am Nachmittag treffen wir ein riesiges Löwenrudel. Ich schätze, es waren mindestens 35 Tiere. Zuerst sehen wir sie recht schläfrig herumliegen. Der Schatten der Autos wird ausgenutzt.

180_Löwen_P1001694.JPG


181_Löwen_DSC01025.JPG


182_Löwen_DSC01027.JPG


183_Löwen_DSC01029.JPG


Ein Jungtier sitzt im Baum.

184_Löwe_im_Baum_DSC01031.JPG


Kurze Zeit später sehen wir den Grund der Ruhe – die fast verspeiste Beute. Überraschenderweise frisst ein Männchen als letztes Tier die nur noch wenigen Reste. In der Regel frisst der Kater zuerst. Allerdings besteht dieses Rudel aus zwei erwachsenen Katern. Unser Guide meint, dass dies nur dann möglich sei, wenn die beiden Kater Brüder sind. Einer ist dann allerdings dominant – sicher nicht der Kater, der zuletzt frisst.

185_Löwe_frisst_Büffel_DSC01032.JPG


186_Mahlzeit_P1001699.JPG


187_Büffelkadaver_DSC01034.JPG


Und dann treffen wir den anderen Kater – offensichtlich längst satt unter einem Baum mit einer Löwin.

188_Löwen_2026-01-0915.32.11.jpg


Zwei gar nicht scheue Dikdiks.

189_Dikdik_2026-01-0916.36.54.jpg


Langsam geht es zurück zum Campingplatz. Auf der Rückfahrt sehen wir unter anderem Elefanten.

190_Elefanten_DSC01045.JPG


191_Elefant_P1001704.JPG


192_Elefanten_DSC01049.JPG


Zuletzt kreuzt eine junge Pantherschildkröte unsere Piste.

193_Schildkröte_DSC01053.JPG


Kurz vor Beginn der Dämmerung erreichen wir nach einem vollen Tag in der zentralen Serengeti wieder den Campingplatz, wo unser Abendessen bereits fast fertig ist. Hier verbringen wir die zweite Nacht in der Seronera. Morgen geht es langsam südwärts nach Ndutu.


Fortsetzung folgt.
zuletzt bearbeitet 16. Feb. 2026
Themenstarter97 Beiträge · seit 202525. Feb. 2026 ·
Von der Seronera nach Ndutu
Nachdem am gestrigen Morgen die Wildtierkamera angeschlagen hat, habe ich mein Glück erneut versucht. Am Morgen erzählen uns die Parkmitarbeiter, dass wir Besuch von einem Flusspferd hatten. Leider hat sich das Flusspferd entschlossen, nicht vor meine Kamera zu laufen und so habe ich kein nächtliches Hippo, sondern nur einen erneuten Besuch einer Tüpfelhyäne kurz vor Mitternacht aufgenommen.

194_Tüpfelhyäne.png


195_Tüpfelhyäne.png


Fotos unserer Zelte in der Seronera habe ich die letzten beiden Tage vergessen und hole sie jetzt nach.

196_Zelte_Seronera.jpg


Nach dem Frühstück geht es noch einen Vormittag durch die zentrale Serengeti, bevor wir am Nachmittag Richtung Süden nach Ndutu fahren, wo wir am Abend zur Abwechslung mal in einer Tented Lodge, nämlich dem Safari Haven Migration Camp übernachten werden. Aber bis dahin gibt es noch ein paar Sichtungen.

Der Tag beginnt mit einem weiteren Löwenrudel, das sich ebenfalls an den Resten eines erlegten Büffel erfreut. Büffel scheinen bei Serengeti-Löwen im Januar ganz oben auf der Speisekarte zu stehen.

197_Löwen_P1001712.JPG


198_Löwen.png


199_Löwen.png


Unser Guide hat den Ehrgeiz, noch Leoparden zu finden. So liegt unser Fokus darauf und wir verlassen die fressenden Löwen recht bald.

Es dauert tatsächlich nicht lange, bis wir fündig werden. Eine Leopardenmutter hat ihren fast ausgewachsenen Nachwuchs zwar noch in Sichtweite. Der Mutter-Kind-Abstand ist aber schon beträchtlich.

Das fast erwachsene Kind liegt leider recht ungünstig für eine Aufnahme.

200_Leopard_DSC01065.JPG


Und etliche hundert Meter weiter die Leopardin, leider ebenfalls sehr gut getarnt und deswegen weniger gut abzulichten.

201_Leopardenmutter_DSC01074.JPG


Auf der Rückfahrt vom Baum der Mutter bekommen wir mit Geduld eine bessere Perspektive auf das Jungtier.

202_Leopard_P1001718.JPG


203_Leopard_DSC01087.JPG


204_Leopard_P1001724.JPG


Die Straussenfamilie scheint ein recht konservatives Familienbild zu haben. Die Henne wird von den Küken begleitet, der Hahn spaziert ein wenig unbeteiligt daneben.

205_Strauss_DSC01093.JPG


206_Strauss_P1001725.JPG


207_Strauss_P1001727.JPG


208_Strauss_P1001736.JPG


Ein paar Kongoni-Kuhantilopen sehen wir hier zum ersten Mal.

209_Kuhantilopen_DSC01099.JPG


Der letzte Vormittag in der Serengeti geht langsam zu Ende und die Rückfahrt verläuft, wie der erste Tag begonnen hat – mit Löwen, Giraffen und Geiern. Das Löwenrudel ist jetzt endgültig fertig mit dem Büffel. Viel ist nicht übrig geblieben. Aber es sieht fast aus, als hätten sie den Kadaver aufgeräumt, damit er nicht mitten auf der Wiese herumliegt.

210_Giraffe_DSC01102.JPG


211_Löwen_P1001745.JPG


212_Büffelrest_P1001748.JPG


213_Geier_DSC01111.JPG


Zum Mittagessen kommen wir zum letzten Mal zum Campingplatz, wo Salim nicht nur gekocht sondern auch gepackt hat. Nach einem leckeren Essen geht es dann ein letztes Mal durch die Serengeti nach Süden Richtung Ndutu. Wir fahren zwar entlang der „Hauptstraße“, aber in gemächlichem Tempo mit offenem Dach und halten noch ein paar Mal an. Nach den letzten zwei Tagen kommen uns Zebras, Antilopen, Büffel, Giraffen und Elefanten so alltäglich vor, dass wir bei den meisten Sichtungen schon auf die Kamera verzichten. Ein Landschaftsfoto mit Giraffen muss aber noch sein.

214_Giraffen_DSC01113.JPG


Von diesem Unzertrennlichen weiß ich nicht, was für eine Unterart es ist. Vielleicht kann das ja jemand eindeutig bestimmen. Zuerst dachte ich Pfirsichköpfchen. Aber dazu passen die weißen Augenringe nicht. Das Erdbeerköpfchen ist laut Wikipedia woanders beheimatet, wobei ich dazu widersprüchliche Angaben gefunden habe: Einerseits vom Süden Tansanias bis nach Mosambik und Malawi und an anderer Stelle West- und Zentralafrika von Kamerun bis DR Kongo. Bleibt noch Schwarzköpfchen. Das passt zwar wohl zur Sichtung in der Serengeti aber der Kopf ist sicher nicht schwarz und auch eher nicht braun, sondern rot bis orange. Ich bin daher ratlos. Wer weiß weiter?

215_Unzertrennlicher_20260110_130709-2.jpg


216_Unzertrennlicher_20260110_130712-2.jpg


Bei den Kopjes haben wir kein Glück mit Sichtungen gehabt. Schön anzusehen sind sie auch ohne Tiere allemal.

217_Kopje_20260110_142910.jpg


Und dann die Sichtung, auf die ich besonders gehofft habe. Leider in recht beachtlicher Entfernung und ohne dass der Serval uns den Gefallen tut, einmal zurückzublicken.

218_Serval_DSC01115.JPG


219_Serval_DSC01116.JPG


Am Abend erreichen wir das Safari Haven Migration Camp und freuen uns auf eine warme Dusche und ein echtes Bett. Das Camp sieht nett aus und gefällt uns. Was das Essen anbelangt, schlägt Salim, unser Safarikoch das Camp allerdings deutlich.

220_Safari_Haven_Migration_Camp_1.jpg


221_Safari_Haven_Migration_Camp_2.jpg


222_2026-01-1019.16.05.jpg


Morgen geht es dann durch Ndutu und wir hoffen auf Eindrücke von der Migration.

Fortsetzung folgt.
zuletzt bearbeitet 25. Feb. 2026
Themenstarter97 Beiträge · seit 202502. März 2026 ·
Durch Ndutu
Im Bett schläft es sich doch ganz vorzüglich, wenn man davor im Zelt geschlafen hat. Und so geht es am Morgen deutlich später los als geplant. Aber sei’s drum. Urlaub ohne ausreichend Schlaf ist auch blöd.

Das Packen geht dafür recht schnell, weil es wenig einzupacken und nichts abzubauen gibt. Unser Gepäck wird zum Auto getragen, obwohl ich protestiere. Mit ist es nach wie vor peinlich, mit leeren Händen zwischen Leuten zu laufen, die mein Gepäck tragen. Gewöhnen werde ich mich daran nicht, so lange ich zwei gesunde Arme und Beine habe. Aber gut, das scheint wohl zumindest in Tansania üblich zu sein. Womöglich auch in anderen afrikanischen Ländern. So extrem wie in Tansania habe ich das aber auf anderen Reisen noch nicht erlebt, weder in Asien noch in Mittelamerika noch in Ozeanien.

Dann geht es los nach Osten durch Ndutu bis zum Abend, wo wir in der Simba Campsite eine letzte Nacht im Zelt verbringen werden.

Vor den wilden Tieren passieren wir eine Gruppe Massai mit ihren Nutztieren. Ndutu ist nicht Teil des exklusiv den Wildtieren vorbehaltenen Serengeti-Nationalparks. Es gehört zur Ngorongoro Conservation Area (NCA).

223_Massai_2026-01-1108.36.16.jpg


Man hört, dass die Regierung Tansanias die Massai gerne von dort vertreiben möchte und es dagegen verständlichen Widerstand gibt. Ich hoffe sehr, dass die Massai nicht erneut Opfer der Tourismus-Industrie werden.

Der erste Eindruck am Morgen ist Weite.

224_Weite_2026-01-1109.06.17.jpg


Ansonsten beginnt der Tag mit Vögeln. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Mit wilden Vögeln.

225_P1001774.JPG


226_DSC01131.JPG


227_P1001781.JPG


228_P1001785.JPG


229_DSC01137.JPG


Auf der Suche nach der Migration finden wir zunächst – ein Katze…,

230_P1001797.JPG


…kurze Zeit später dann aber doch, was wir gesucht haben…,

231_DSC01150.JPG


…aber auch den Beweis, dass die Migration Begleiter hat.

232_2026-01-1110.50.41.jpg


Wobei dieser Begleiter wohl eher nicht das Gnu gerissen hat…,

233_DSC01153.JPG


234_DSC01159.JPG


…hingegen die schon eher.

235_DSC01168.JPG


236_2026-01-1111.26.04.jpg


Und auch diese Kumpanen kommen in Betracht.

237_DSC01177.JPG


Aber wenden wir uns lieber den lebendigen Beutetieren zu, wegen derer wir nach Ndutu wollen. Sie sind viel zahlreicher und zudem viel schöner anzusehen. Zwar bei weitem nicht so, wie es vermutlich am Mara-Fluß aussehen muss. Aber auch hier hangabwärts mit einer gewissen Dynamik.

238_DSC01180.JPG


239_P1001816.jpg


In der Ebene sind es viele.

240_DSC01187.JPG


241_P1001819.JPG


Eines zu isolieren ist nicht nur für die Jäger schwierig, sondern auch für die Fotojäger.

242_DSC01191.JPG


Gnus und Zebras in Symbiose.

243_DSC01193.JPG


244_P1001831.JPG


Was wir leider nicht sehen, ist die Geburt der Gnus. Wir sind offensichtlich ein bisschen zu früh da, denn frisch geborene Kälber sehen wir keine. Und auch eine Jagd sehen wir auf der Safari nicht. Unsere Löwensichtungen sind entweder müde Katzen oder fressende Katzen. Hier etwa wieder die erste Sorte.

245_DSC01199.JPG


246_P1001838.JPG


Einen letzten Blick auf die Migration gibt es trotzdem noch.

247_P1001845.JPG


Insgesamt fand ich Ndutu weniger spannend als erwartet. Die Herden sind sicher spektakulär und über zu wenig Tiersichtungen will ich mich wirklich nicht beklagen. Aber nach den Tagen in der Serengeti und der Vielfalt dort sind wir verwöhnt. Hätten wir die erhofften Kälber gesehen oder eine Jagd, wäre das Fazit sicher etwas anders.

Am späteren Nachmittag erreichen wir dann den Abzweig zur Olduvai-Schlucht, auch bekannt als die Wiege der Menschheit, mit dem auffälligen Denkmal.

248_2026-01-1116.33.59.jpg


Bevor wir den Simba A Campingplatz erreichen, gibt es noch einen Blick auf diese immer wieder erstaunlich eleganten Bewohner, die es morgen im Krater nicht zu sehen geben wird.

249_P1001853.JPG


Und dann erreichen wir Simba A und verfolgen diesen Besucher, während die Zelte aufgebaut werden.

250_2026-01-1117.51.16.jpg


Der Campingplatz wird von einer mächtigen Akazie dominiert, an der ich sogleich meine Wildtierkamera befestige.

251_P1001860.JPG


Am Abend wird es noch recht amüsant mit einer Gruppe Koreanerinnen und Japanerinnen, die beim Essen immer wieder verängstigt aufspringen, weil einige durchaus große Käfer im Speiseraum herumschwirren und am Tisch der Gruppe Landungen trainieren. Das Geschrei steht im totalen Gegensatz zu dem coolen Guide der Gruppe, der schweigend mehrere Tiere mit der Hand einfängt und rauswirft.

Morgen beginnt der letzte Tag der Safari und es geht in den Ngorongoro-Krater. Wir haben uns wieder einmal vorgenommen früh aufzustehen…

Fortsetzung folgt.
zuletzt bearbeitet 02. März 2026
Themenstarter97 Beiträge · seit 202508. März 2026 ·
Finale im Krater
Die Nacht im Zelt auf ca. 2300 m Höhe am Kraterrand des Ngorongoro ist erstaunlich warm. Um 01:30 sind es noch 14° C und selbst am frühen Morgen vor Sonnenaufgang erreichen wir noch zweistellige Temperaturen. Tatsächlich schaffen wir es aber für unsere Verhältnisse einigermaßen früh aufzustehen, weshalb es mir gelingt, um 06:40 Uhr und 06:57 Uhr diese Fotos vom Sonnenaufgang zu schießen.

252_2026-01-1206.40.58.jpg


253_2026-01-1206.57.20.jpg


Die Beute in meiner Wildtierkamera ist erheblich. Die KI sagte dazu allerlei Unsinn wie Tüpfelhyäne aber meines Erachtens sind das – neben den Zebras – ein Kaffernbüffel, vier Kongoni-Kuhantilopen (Hartebeest) und danach noch ein Büffel. Was meint Ihr?

254_vlcsnap-2026-03-07-22h49m15s112.png


255_vlcsnap-2026-03-07-22h49m40s579.png


256_vlcsnap-2026-03-07-22h50m51s136.png


257_vlcsnap-2026-03-07-22h51m43s701.png


258_vlcsnap-2026-03-07-22h51m49s664.png


259_vlcsnap-2026-03-07-22h52m37s874.png


260_vlcsnap-2026-03-07-22h52m38s563.png


Es ist also durchaus etwas los auf der Simba A Campsite in dieser Januarnacht.

Und dann geht es hinunter in den Krater. Schon die Fahrt ist wirklich eindrucksvoll, auch wenn ich aus dem fahrenden Auto keine Fotos mache. Es ist übrigens überraschend wenig Verkehr. Nach den Berichten, die ich vorher gelesen habe, rechne ich mit Fahrzeugkolonnen bei jeder Sichtung. Weit gefehlt. Mit einer Ausnahme, die später noch kommt, ist der Andrang eher mäßig. In der Serengeti waren es teilweise deutlich mehr Fahrzeuge. Teilweise sind wir im Krater alleine. An einem Picknickplatz zum Frühstück ist neben uns nur ein weiteres Fahrzeug mit einem Paar aus Indien zugegen. Ich bin positiv überrascht.

Die erste Sichtung ist ein alter Elefant, der uns aber nur sein Hinterteil zuwendet und uns beim sehr langsamen Fressen ignoriert.

Dann treffen wir diesen Herren auf morgendlicher Streife.

261_DSC01237.JPG


Wir fahren in den hinteren Teil des Kraters, wo zum Teil dichte Vegetation ist und treffen dort diese grüne Meerkatze mit Nachwuchs.

262_P1001867.JPG


Von weitem sieht man ein Gehege mit Breitmaulnashörnern, die im Jahr 2025 aus Südafrika importiert wurden. Die Tiere befinden sich noch in der Eingewöhnungsphase und sollen später im Krater freigelassen und angesiedelt werden. Etwas befremdlich, denn die Art war dort noch nie heimisch. Da es sich aktuell sowieso um ein Gehege handelt, haben wir auf einen Blick aus der Nähe verzichtet und uns lieber auf eine Sichtung eines Spitzmaulnashorns konzentriert, das dort bekanntlich hingehört, frei herumläuft und nicht importiert ist.

Aber zunächst gibt es wieder zahlreiche Vogelsichtungen. Los geht es mit Pelikanen und Störchen.

263_P1001877.JPG


264_P1001878.JPG


Diese Kaffernbüffel haben offenbar eine andere Vorstellung von Morgentoilette als die meisten Vertreter des Homo sapiens.

265_DSC01255.JPG


Am Picknickplatz, der fast leer ist, wird dieser gelbe Freund, ein Maskenweber von unserem Frühstück angelockt.

266_20260112_081647.jpg


Dazwischen ein paar Zebras zuerst auf der Weide und dann beim Fangen spielen.

267_DSC01257.JPG


268_DSC01260.JPG


Und schließlich Flamingos, ich denke Zwergflamingos? Oder doch rosa Flamingos?

269_DSC01271.JPG


270_DSC01273.JPG


271_P1001885.JPG


Bei diesen wunderschönen Kronenkranichen bin ich mir sicher. Ich finde, einer der schönsten Vögel.

272_DSC01289.JPG


273_P1001894.JPG


274_P1001896.JPG


Schließlich treffen wir einige Katzen, von denen ich vor lauter Videos das Bilder machen fast vergessen hätte. Die Kleinen sind recht drollig, wie sie miteinander raufen.

275_P1001900.JPG


276_DSC01293.JPG


277_2026-01-12.png


278-2026-01-12.png


Nach ein paar weiteren Kronenkranichen, die nochmal abzubilden ich mir hier spare, ist es dann so weit: Die Nummer fünf der Big Five steht an, das Spitzmaulnashorn. Das Tier ist freilich so weit weg, dass ich ohne Fernglas nur erahnen kann, was für ein Tier da auf der Weide steht. Entsprechend sind auch die Bilder recht bescheiden. Der Strauss ist beinahe klarer zu erkennen.

279_DSC01302.JPG


280_P1001912.JPG


281_DSC01307.JPG


Und dann geht es hinauf und hinaus aus dem Krater. Von oben gibt es einen letzten Blick auf das Weltnaturerbe, bevor es zurück zum Campingplatz geht, wo Salim gekocht und gepackt hat.

282_P1001914.JPG


Nach einem kurzen Stopp am Campingplatz zum Einladen geht es weiter. Gegessen wird unterwegs. Die Rückfahrt ist ohne besonderes Ereignis. Salim, unseren Koch setzen wir auf dem Rückweg bei seiner Familie in der Nähe von Mtowa Mbu ab und machen noch ein Abschiedsfoto.

Mit der Rückfahrt in einen Vorort von Arusha endet auch der zweite Teil der Reise. Wakanda organisiert noch einen Transfer zum Flughafen mit einem Pkw mit einem anderen Fahrer. Am Abend werden wir am Flughafen unseren Nissan X-Trail übernehmen und ohne feste Planung aber mit der Absicht den Mkomazi zu durchfahren nach Osten aufbrechen.

Insgesamt fanden wir den Krater schon recht sehenswert und sind froh ihn nicht ausgelassen zu haben. Vermutlich hatten wir mit dem geringen Besucherandrang wirklich Glück und ich kann mir gut vorstellen, dass es auf dem verhältnismäßig kleinen Kraterboden bei mehr Fahrzeugen schnell unschön werden kann.

Die Nashornsichtung war allerdings eher enttäuschend. Das Tier war vielleicht 250 m oder weiter entfernt. Aber die Landschaft ist umwerfend und die beiden Löwinnen mit Jungen waren schon sehr speziell, weil dies das einzige Mal auf der Safari war, dass wir über die gesamte Zeitdauer das einzige Auto bei einer Löwensichtung waren. Also sehen muss man den Krater. Ob man da bei den Preisen zweimal hin muss, denke ich eher nicht.

Bald geht's weiter mit dem dritten Teil der Reise.
zuletzt bearbeitet 10. März 2026
6’387 Beiträge · seit 201108. März 2026 ·
Hoi Christian


Das sind vier Wasserböcke, ein Männchen und drei Weibchen.

Und danke fürs Weiterschreiben, bin gespannt wie es Euch auf dem Weg zur Küste ergangen ist!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 08. März 2026
Themenstarter97 Beiträge · seit 202508. März 2026 ·
Wow, danke Picco! Jetzt wo Du es sagst, sieht es für mich genauso aus. Aber selbst wäre ich nicht drauf gekommen. 😕

Am besten fand ich die Antworten der KI zu dem Büffel: KI 1 meinte "eindeutig" Tüpfelhyäne und KI 2 meinte Wisent (trotz Angabe des Ortes der Aufnahme). 😄

Kannst Du auch die Flamingos identifizieren? Zwerg- oder rosa Flamingos?

Und danke für das Feedback. Ich dachte schon, interssiert eh keinen, weil ich mit den tollen Aufnahmen in anderen Reiseberichten offensichtlich nicht mithalten hann. Na, dann schreibe ich gleich mal weiter.
zuletzt bearbeitet 08. März 2026
Themenstarter97 Beiträge · seit 202508. März 2026 ·
Vom Flughafen nach Moshi
Um 17:00 Uhr wollen wir unseren Mietwagen am Flughafen übernehmen. Schon recht bald ist klar, dass wir das zeitlich nicht ganz schaffen werden. Zepha, unser Guide ist entspannt und weist darauf hin, dass wir in Afrika seien. Eine halbe Stunde später sei überhaupt kein Problem. Als wir in einem Vorort von Arusha umsteigen um mit einem klimatisierten Pkw zum Flughafen gebracht zu werden, ist es 17:00 Uhr. Wir reden nochmal mit unserem neuen Fahrer und der meint, wir sollten vielleicht doch Bescheid geben, dass wir uns so 35 Minuten verspäten. Er fragt nach der Nummer und kümmert sich um den Anruf. Alles klar meint er und hakuna matata.

Die Fahrt geht zügig, weil wir eine neue, trotz Berufsverkehr wenig befahrene Umgehungsstraße nehmen und um kurz nach halb sechs sind wir am Jambo Café, wo wir unseren Wagen bekommen sollen. Weil noch niemand da ist, nehmen wir im Café Platz. Unser Flughafenchauffeur ist ein freundlicher geselliger Mensch und wir unterhalten uns angeregt. Unsere Idee ist, am Abend noch ein kleines Stück bis Moshi zu fahren, dort zu übernachten und morgen bis Same zu fahren. Dort wollen wir erkunden, wie es mit einer Durchfahrt durch den Mkomazi Nationalpark aussieht. Wir wollen nämlich über den Haupteingang, das Zange Gate, einfahren und dann möglichst weit nach Osten durch den Park fahren, um damit einen Teil der Strecke zur Küste zu bewältigen, statt wie wohl die meisten, zurück zum Zange Gate zu fahren. Informationen darüber, ob das geht, welche Gates dafür geöffnet sind und was man so beachten muss, haben wir online wenig bis gar nicht gefunden und wollten uns daher in Same am Gate schlau machen. Alternativ haben wir uns überlegt, durch die Usambara-Berge zu fahren.

Die Zeit vergeht und der Sonnenuntergang naht. Irgendwie hatte man mir, dem Afrikaanfänger doch geraten, Nachtfahrten in Afrika unbedingt zu vermeiden. Wir wollen aber noch bis Moshi fahren, damit es morgen nicht ganz so weit bis Same ist und wir dort noch den nächsten Tag planen können. Und auf eine Unterkunft in Flughafennähe habe ich sowieso grundsätzlich keine Lust.

Gegen 18:30 bitten wir unseren Chauffeur, der die ganz Zeit mit uns im Jambo Café gewartet hat, nochmal die Mietwagenfirma anzurufen. Wir hören, dass der Fahrer, der den Wagen bringen soll, in 10 Minuten da sein soll.

Um 19:15 Uhr, es ist natürlich bereits dunkel, taucht ein roter Nissan X-Trail vor dem Café auf und ein entspannter Fahrer steigt aus. Vor dem Café ist zumindest genug Licht, um den Wagen ein wenig zu überprüfen und Fotos zu machen. Der Wagen ist nicht neu aber völlig in Ordnung, wäre da nicht ein kleines Problem: Ich hatte ausdrücklich einen 4WD bestellt. Bekommen haben wir einen 2WD. Auf die Automatik hätte ich gerne verzichtet aber 4x4 ist mir wichtig. In den Usambara-Bergen sind für einige Strecken auch 4x4 empfohlen. Hakuna matata, meint der Mietwagenvertreter, es sei ja zur Zeit trocken. Dass wir in den Mkomazi wollen, kann ich ihm allerdings nicht sagen…

Ich einige mich mit ihm darauf, das Problem morgen mit seinem Chef zu besprechen und wir übernehmen schließlich den Wagen. Und so sieht das rote Automobil bei Tageslicht aus.

283_2026-01-1416.00.14.jpg


Was ich gelernt habe: Wenn man sich in Tansania 30 Minuten verspätet, sollte man darüber besser kein Wort verlieren. Sonst können aus 30 Minuten Verspätung schnell zusätzliche 100 Minuten Wartezeit werden.

Als wir los fahren, ist es stockdunkel und meine erste Fahrt mit dem Wagen ist eine Nachtfahrt. Ich bin ganz sicher kein Fahranfänger, habe seit 41 Jahren einen Auto- und noch länger einen Motorradführerschein. Auch mit Linksverkehr habe ich bestimmt um die 5000 km Erfahrung. Zu Hause mache ich auf größeren Strecken gerne Nachtfahrten, weil ich dann mit entsprechender Motorisierung „etwas zügiger“ fahren kann…

Der Verkehr zwischen Arusha und Moshi an diesem Montagabend ist allerdings schon etwas anstrengender als sonst. Am störendsten finde ich, dass trotz dichtem und teilweise stockendem Verkehr gefühlt jeder Zweite mit Fernlicht fährt, ein Viertel mit viel zu hoch eingestelltem Abblendlicht und der Rest, vor allem Mopeds, entweder vorne oder hinten oder ganz ohne Licht. Und dann die Fahrweise der meisten Busfahrer, Wahnsinn! Es wird völlig unabhängig vom Gegenverkehr überholt, gehupt und der schwächere Gegenverkehr, also Pkw, Zweiräder und Fußgänger erbarmungslos von der Straße gedrängt. Die Busse kommen mit dieser Fahrweise natürlich bei weitem am schnellsten voran. Es ist, als hätten sie ein virtuelles Einsatzhorn, das ihnen gegenüber allen anderen Fahrzeugen Vorrang einräumt. Generell gilt ganz offensichtlich als wichtigste Verkehrsregel das Recht des Stärkeren.

Ich fahre so defensiv wie selten, konzentriere mich höllisch auf allerlei nicht oder kaum beleuchtete andere Verkehrsteilnehmer am Straßenrand und schwimme, soweit das geht, im relativ dichten Verkehr mit. Ich habe den Eindruck, dass die Straßen auf diesem Abschnitt besonders schmal sind; aber vermutlich kommt der Eindruck nur von dem stark blendenden Licht der Massen an Fernlichtfahrern und der Sorge, jemandem am Straßenrand zu nahe zu kommen.

Gegen 20:15 Uhr erreichen wir Moshi. Auf dem Weg dorthin hatte meine Tochter eine Unterkunft gebucht, die allerdings im Norden der Stadt liegt. Wir müssen daher zunächst einmal durch die Stadt. Zum Fahren ist es in der Stadt zunächst angenehmer als auf der Landstraße vom Flughafen bis Moshi. Die Suche nach der Unterkunft wird allerdings auf den letzten Kilometern ein echtes Abenteuer. Es geht über längere, natürlich unbeleuchtete Schotterpisten mit ordentlichen Schlaglöchern immer wieder sehr steil bergauf und bergab. Teilweise fühlt man sich mehr im Wald als in der Stadt und Google ist im Nahbereich der Unterkunft keine besondere Hilfe mehr. Wir suchen die Unterkunft, kommen aber nicht wirklich heran, weil Google uns immer wieder einen längeren Fußweg vorschlägt. Personen zum Fragen sind in dieser etwas außerhalb liegenden Wald- und Wohngegend um diese Zeit auch keine auf der Straße und so irren wir umher bei dem Versuch, die Unterkunft von zwei Seiten anzufahren,mal fahrend, mal wendend und wieder fahrend. Es ist zum Glück wirklich trocken, denn einige Steigungen mit größeren Schlaglöchern könnten mit dem 2WD bei Regen tatsächlich etwas kritisch sein.

Nach einem kleinen Chat mit der Unterkunft schickt diese einen Sohn mit dem Moped, um uns zu eskortieren. Das Versenden eines Placemarks funktioniert nur bei uns, nicht aber bei der Unterkunft. Es stellt sich heraus, dass wir tatsächlich keine 800 m entfernt waren. Aber den letzten Abzweig in den Wald hätten wir wohl nie gefunden, weil er wie eine Grundstücksauffahrt aussieht.

Unsere Unterkunft ist das Shimbwe Meadows Home -3.258549,37.372882. Sie liegt bereits in Sichtweite zum Kilimandscharo National Park. Es ist ein Homestay, natürlich mit der gesamten Familie im gleichen Haus und wir werden sehr herzlich willkommen geheißen. Trotz der für afrikanische Verhältnisse recht vorgerückten Stunde erhalten wir nach 22:00 noch ein recht opulentes Abendessen. Der älteste Sohn des Hauses ist ein Bergführer und wir unterhalten uns fast bis Mitternacht über meine Meru-Besteigung und die besten Routen auf den Kilimandscharo, dessen Besteigung er mir sehr ans Herz legt. So endet der Tag gegenüber den letzten Tagen spät aber im Prinzip wieder zu meinen von zu Hause gewohnten Schlafzeiten.

Ich denke, der Rat Nachtfahrten in Afrika sein zu lassen, hat auf alle Fälle seine Berechtigung. Für nicht wirklich sichere oder gar unerfahrene Autofahrer ist das ganz sicher ein sehr angebrachter Rat. Unmachbar schien mir persönlich die Nachtfahrt allerdings auch nicht, wenngleich deutlich anstrengender als tagsüber.

Fortsetzung folgt.
zuletzt bearbeitet 08. März 2026
2’400 Beiträge · seit 201108. März 2026 ·
Moin Christian,
noch mal zu den Wasserböcken: Ich bin ziemlich sicher, dass es Defassa Waterbucks sind und nicht die Common W. (Letztere sind die mit der KLobrille.)
LG aus Puerto
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
6’387 Beiträge · seit 201109. März 2026 ·
Hoi Christian

Wau, die Unterkunft liegt ja schon fast auf dem Weg zum Gipfel des Kili! 🤩

Was die Flamingos angeht so bin ich normalerweise fast schon froh wenn ich einen Flamingo von einem Elefanten unterscheiden kann...

Jaja, wird wohl ein Vogel sein, also eher Flamingo als Elefant... 😎
Aber der dunkle Schnabel lässt mich beim Vergleich der Wikipedia-Bilder der beiden Flamingoarten eher an den Zwergflamingo denken.
Ohne Gewähr...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 09. März 2026
Themenstarter97 Beiträge · seit 202509. März 2026 ·
@KarstenB: Danke für die Präzisierung. Dann wäre das das einzige Foto von Defassa Wasserböcken denn ansonsten haben wir nur die mit der Klobrille gesehen.

@Daxiang: Auch Dir danke für die Aufklärung.

@Picco: Du darfst mich nächstens gerne fragen, wenn Du Dir auf einer zukünftigen Safari bei einem Tier unsicher bist, ob es ein Elefant oder ein Flamingo ist. Ich helfe dann gerne weiter und glänze mit meinem neu erworbenen Tierwissen. 😄
6’387 Beiträge · seit 201110. März 2026 ·
Christian66 schrieb:@Picco: Du darfst mich nächstens gerne fragen, wenn Du Dir auf einer zukünftigen Safari bei einem Tier unsicher bist, ob es ein Elefant oder ein Flamingo ist. Ich helfe dann gerne weiter und glänze mit meinem neu erworbenen Tierwissen. 😄
🤩 Danke! Danke! Danke! 🤩
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1’038 Beiträge · seit 202310. März 2026 ·
Guten Morgen Christian,
das ist eine beeindruckende Reise und für dein Durchhalten bei der Gipfelwanderung zolle ich dir größten Respekt. Die Fotos beim Aufstieg sind sehr beeindruckend. Wunderschöne Ausblicke und fast noch schöner der Märchenwald beim Abstieg.
Um eure Tiersichtungen seid ihr sehr zu beneiden.

Danke fürs teilen. Auch dein Schreibstil gefällt mir.
Liebe Grüße,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023) Frühstück mit Giraffen – Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version
Themenstarter97 Beiträge · seit 202510. März 2026 ·
Danke Silvia, das motiviert zum Weiterschreiben. Kleiner Spoiler: Die Fotos werden für die verbleibenden fünf Tage der Reise deutlich weniger, der Text dafür wesentlich mehr, denn erlebnisreich war der verbleibende Teil allemal. Nur eben weniger optisch.
zuletzt bearbeitet 10. März 2026
Themenstarter97 Beiträge · seit 202510. März 2026 ·
Von Moshi nach Same, oder: Der Tag der Irrfahrten
Da das Internet recht stabil funktioniert, nutzen wir den kommenden Morgen für berufliches. Davor frühstücken wir aber auf der Terrasse und genießen dabei die wunderschöne Aussicht auf den Kili.

284_Kilimanjaro_Moshi_1_2026-01-1307.30.54.jpg


285_Kilimanjaro_Moshi_2_2026-01-1307.31.05.jpg


Insgesamt kann ich die Unterkunft für die Durchreise empfehlen. Man sollte sie nur finden und das möglichst bei Tageslicht.

Der Chef der Mietwagenfirma meldet sich unaufgefordert. Offenbar hat sein Mitarbeiter berichtet, dass ich mit dem Downgrade auf einen 2WD nicht zufrieden bin. Er meint allerdings, dass das ein Fehler der deutschen Vermittler sei. Das überzeugt mich wenig, denn in meiner Buchungsbestätigung steht ausdrücklich 4x4. Nach einigem Hin und Her schlägt er vor, dass ich für die fünf Tage statt der inkludierten 500 km den Wagen ohne Mehrkosten mit unlimitierten Kilometern fahren darf. Das klingt tatsächlich nach einem Geschäft, denn wir beabsichtigen etwa 1.000 km zu fahren und sparen bei 0,51 € / Mehrkilometer damit über 250 €. Da es sowieso keine Aussicht auf ein anderes Auto gibt, willige ich ein und verzichte dafür auf eine weitere Reklamation bei meinem deutschen Vermittler.

Gegen Mittag brechen wir Richtung Same auf. Meine Tochter hat leider seit einigen Tagen hartnäckige Halsschmerzen, weshalb wir uns auf dem Weg nach einer Apotheke und einem Geldautomaten umsehen. Eine Apotheke ist etwas außerhalb von Moshi schnell gefunden, ein funktionierender Geldautomat benötigt drei Versuche.

Dann geht es auf der gut ausgebauten Straße Richtung Same. Es ist wenig Verkehr und mit Ausnahme einer längeren Baustelle ist die Straße durchgehend und recht ordentlich asphaltiert. Das Autofahren am Tag ist auf dieser Straße überhaupt kein Problem. Ich bin durchaus versucht, meine weniger erfahrene Tochter fahren zu lassen, die noch nie im Linksverkehr gefahren ist. Aber wir entscheiden, uns doch an die Regeln zu halten und auf einen bei der Anmietung nicht angegebenen weiteren Fahrer zu verzichten.

Die Landschaft ändert sich. Der Kili im Rücken verschwindet und vor bzw. links von uns tauchen die nördlichen und dann die südlichen Pare-Berge auf. Sehr schön anzusehen aber Fotos aus dem Auto machen wir mit einer Ausnahme nicht.

286_image00006.jpeg


Dann erreichen wir Same, ein gegenüber den Dörfern entlang der Strecke etwas größeres aber doch recht beschauliches Städtchen. Kurz hinter dem Ortseingang sehen wir ein Hinweisschild zum Zange Gate und folgen diesem spontan, um uns wegen unseres geplanten Besuchs und einer Durchfahrt zu erkundigen. Die asphaltierte Straße endet an einem offenen Schlagbaum mit einem Häuschen. Wir fahren langsam heran und halten. Aus dem Häuschen werden wir durchgewunken und wundern uns ein wenig. Es geht weiter auf der etwas wellblechigen Schotterpiste. Gegenverkehr gibt es keinen und die rechte Seite ist in einem besseren Zustand als die eigentlich korrekte linke Seite. Mit Ausnahme einer Gruppe Ziegenhirten mit ihren Tieren begegnet uns niemand. Nach ein paar Kilometern sehen wir Hinweisschilder zum Zange Gate und wollen diesen nach links abbiegend folgen. Der Weg ist von hohem Gras bewachsen und sieht nicht frequentiert aus. Wir kommen keine 100 m, wo ein offenbar absichtlich auf den überwucherten Weg gelegter großer Baumstamm die Weiterfahrt versperrt. Mit einem Land Cruiser wäre der Stamm wohl zu überwinden gewesen; mit unserem 2WD X-Trail lasse ich es lieber bleiben. Wie sich herausstellt, ist das die richtige Entscheidung.

Wir steigen aus und erkunden die Gegend zu Fuß. Wie ein Nationalpark-Eingang sieht es hier beim besten Willen nicht aus. Nach ein paar Hundert Metern zu Fuß kehren wir um. Hier ist niemand und es sieht auch nicht so aus, als wäre in den letzten Wochen jemand dort gewesen. Netz gibt es keines, eine spontane Navigation scheidet deswegen aus. Wir fahren zurück in den Ort, um von dort zu navigieren. Bis wir wieder Netz haben, ist es ein gutes Stück zu fahren. Dann die Erleuchtung: Wir waren am Zange Gate, dem früheren Eingang zum Mkomazi. Der aktuelle Eingang ist aber das New Zange Gate, noch ein Stück weiter die soeben befahrene Same-Kisiwani Road entlang. Im Hinterkopf hatte ich diese Information schon. Beim spontanen Versuch zum Gate zu fahren war mir das aber nicht mehr präsent und Hinweise gibt es an der Straße bis zum alten Gate leider keine. Also machen wir uns mit frischem Wissen ausgestattet erneut auf zum aktuellen Haupteingang des Mkomazi, dem New Zange Gate. Es ist tatsächlich nur ein paar Kilometer weiter als das alte, verlassene Gate. Den Weg zweimal hin und zurück fahren, kostet trotzdem ordentlich Zeit. Aber Umwege erhöhen bekanntlich die Ortskenntnis…

Am richtigen Gate angekommen werden wir freundlich begrüßt. Wir sind die einzigen Besucher zu dieser vorgerückten Nachmittagsstunde. Der äußerst freundliche und hilfsbereite Ranger schlägt vor, sofort in den Park einzufahren, auf dem Campingplatz kurz hinter dem Eingang zu übernachten und morgen weiter zu fahren. Was die Durchfahrt anbelangt, so bestätigt er, dass das möglich ist, wenn man bei der Einfahrt Bescheid gibt, wo man ausfahren möchte. Es stehen drei weitere Gates für die Ausfahrt zu Verfügung:

Das Umba Gate liegt am weitesten im Osten aber es wird schnell klar, dass eine Fahrt dorthin an einem Tag kaum zu machen ist, wenn man nicht gerade ohne anzuhalten zügig durchfahren will. Auch die Ranger bestätigen, dass der östliche Teil des Parks kaum erschlossen ist und eine Fahrt dorthin etwa elf Stunden dauert. Also nichts für uns mit unserem 2WD.

Das Kamakota Gate ist unser eigentlicher Favorit, denn es liegt ebenfalls recht weit im Osten und eignet sich daher für unsere Weiterfahrt zur Küste sehr gut. Als der Ranger beginnt, mir den Weg dorthin zu erklären, wird mir aber schnell klar, dass das mit unserer Ausrüstung eher nichts ist. Ich bilde mir zwar ein, einigermaßen Auto fahren zu können, aber Orientierung gehört leider nicht zu meinen Stärken. Offroad-Karten für den Park haben wir nicht und Mobilfunk gibt es dort nur sporadisch. Bereits die Erklärung des Weges und aller Kreuzungen überfordert mich. Auch das Kamakota Gate ist gewiss sieben bis acht Stunden vom Zange Gate entfernt. Falsch abzubiegen kann man sich da nicht oft erlauben, ohne im Park übernachten zu müssen, denn das Gate schließt um 18:00 Uhr. Wir beschließen, dass das für uns nichts ist.

Es bleibt das Njiro Gate. Zwar kein großer Zeitgewinn gegenüber einer Rückfahrt nach Same aber immerhin eine Durchfahrt statt zweimal der gleichen Strecke. Und so entscheiden wir uns für diese Alternative.

Die Preise sind wie überall in Tansanias Nationalparks gesalzen. Besonders die Concession Fee / Camping Fee veranlasst uns, auf eine Übernachtung zu verzichten und statt dessen am nächsten Morgen in den Park zu fahren. Am Abend ein paar Kilometer in den Park zum Campingplatz einzufahren und dort für viel Geld in einem geliehenen Zelt zu übernachten, ergibt aus unserer Sicht keinen Sinn. Statt dessen entscheiden wir uns, das Angebot eines jungen Praktikanten der Parkverwaltung TANAPA anzunehmen, der uns auf dem Weg vom Zange Gate zum Njiro Gate begleiten und dann mit dem Bus zurück fahren will. Natürlich übernehmen wir das Busticket und er bekommt ein ordentliches Trinkgeld, wie alle Guides auf Safari. Für uns bedeutet das, ohne Sorge um die Orientierung durch den Park zu fahren. Wir verabreden uns für den nächsten Morgen und fahren zum zweiten Mal zurück nach Same.

Da es langsam auf den Abend zugeht, kümmern wir uns nun um eine Unterkunft. Meine Tochter bucht die „Grace Villa“. Diese soll sich in der Same-Kisiwani Road befinden, wo wir gerade sind und die aus der Stadt heraus zum Zange Gate – egal ob „old“ oder „new“ führt. Wie üblich gibt es natürlich keine Hausnummer zur Unterkunft und die Same-Kisiwani Road ist mehrere Kilometer lang. Unter der Telefonnummer, die bei der Buchung angegeben ist, antwortet niemand. Unseren diversen Messengerdiensten ist die Nummer auch nicht bekannt.

Aber wozu hat man einen Mund, denken wir uns und fragen den Ersten, den wir auf der Straße sehen, nach dem Weg. Wir werden ans andere Ende der Straße geschickt und stellen dort fest, dass die Auskunft falsch war. Dort ist eine Art Bar für die Dorfjugend und es kennt zunächst niemand die Grace Villa. Wie immer auf unserer Reise versucht man uns zu helfen und wer keine Antwort weiß, sucht nach jemandem, der die Antwort hat. So auch hier und auf dem Parkplatz findet sich dann so jemand, der uns wiederum dorthin schickt, woher wir gekommen sind. Es sei ein Neubau, erst kürzlich eröffnet, etwas abseits der Straße und außerhalb der Ortschaft, also zurück Richtung Zange Gate. Die Beschreibung ist recht präzise, wir danken und machen uns wieder – nun zum dritten Mal – auf den Weg in die Richtung, aus der wir gerade gekommen sind.

Wir finden das hell beleuchtete Haus, das wirklich neu und recht herrschaftlich aussieht, genau so, wie es uns beschrieben wurde, nach gut zehn Minuten Fahrt und denken, dass die Lage für unseren morgigen Tag optimal ist, weil kaum zehn Minuten vom Zange Gate entfernt. Leider gibt es am Gebäude keinerlei Hinweis und man sieht auch niemanden auf der Straße. Das Tor ist verschlossen. Wir überlegen was wir machen können, als jemand zum Tor kommt und uns freundlich nach unserem Anliegen fragt. Es stellt sich heraus, das auch dieses Gebäude nicht die gesuchte Grace Villa ist und wir ein Hotel erreicht haben, welches zwar kurz vor der Fertigstellung steht aber noch nicht eröffnet ist. Der freundliche Portier weiß leider mit dem Namen Grace Villa nichts anzufangen. Er beginnt zu telefonieren und es scheint, dass die Grace Villa keine besonders bekannte Lokalität in Same ist. Es kommen zwei weitere Personen aus der falschen Grace Villa und einer weiß dann tatsächlich Bescheid. Leider spricht keiner der drei ausreichend Englisch, um uns den Weg zu erklären. Aber hilfsbereit wie die Menschen in Tansania sind, rufen sie einen Mopedfahrer, der uns zur Grace Villa eskortieren soll.

Keine fünf Minuten später erscheint unsere Eskorte und bringt uns schließlich zur richtigen Grace Villa. Diese hat erst vor wenigen Tagen eröffnet. Wir sind die zweiten Gäste, sagt uns der sehr bemühte und stolze Hotelchef. Allerdings ist die Adresse bei Booking.com schlicht falsch angegeben. Grace Villa befindet sich in der Lusingu Street im Ort Same, ca. 600 m abseits der kilometerlangen Same-Kisiwani Road. Für einen Ortsunkundigen ohne Hilfe unmöglich zu finden. Die falsche Adressangabe hat wohl bis heute Bestand. Nicht unbedingt förderlich für ein neues Unternehmen.

Das Hotel selbst ist wirklich nagelneu erbaut. Der Kühlschrank in unserem Zimmer ist noch originalverpackt und ich mache mich daran, ihn auszupacken und anzuschließen, damit mir das Eisfach alsbald ein gekühltes Kilimanjaro Premium Lager spendieren kann.

Der Bau selbst ist allerdings ein einziges Fiasko. Die Badezimmertür ist so schief eingebaut, dass sie sich nicht schließen lässt. Die Elektroinstallation im Bad ist zumindest für Personen über 1,80 m Körpergröße beim Duschen lebensgefährlich. Isolation des elektrischen Durchlauferhitzers nebst Zuleitungen? Nicht vorhanden. Die anstelle von Sockelleisten im Speisesaal verlegten Fliesen hat man teilweise angebracht, teilweise weggelassen, wodurch Lücken von 30 cm bis 60 cm Länge entstehen. Offenbar war kein Werkzeug zum Zuschneiden von Fliesen vorhanden, weshalb man sich entschlossen hat, am Sockel nur da welche anzubringen, wo die Einheitsgröße der Sockelfliesen genau passt. Beim Lackieren der Türen hat man die silberfarbenen Beschläge, Klinken und Schlösser gleich ein wenig mit lackiert, wodurch ein interessantes Farbgemisch von Silber zu Bronze entstanden ist. Dass man eine Holztür eventuell lackieren sollte, bevor man die Drückergarnituren anbringt, scheint sich dort noch nicht herumgesprochen zu haben. Ich könnte noch bis morgen aufzählen, was ich in einer Nacht dort an Absurditäten sehe. Ich bin kein Baufachmann. Aber so viel für jeden Laien offensichtlichen Pfusch habe ich an einem Neubau noch nie gesehen.

Für eine Nacht ist es okay und wenn man weiß, dass über einem eine nicht durchgehend isolierte Stromleitung verläuft, duscht man halt ein bisschen vorsichtiger und gebückter. Aber das Wichtigste: Der koreanische Kühlschrank tut seinen Dienst postwendend, nachdem ich ihn ausgepackt und angeschlossen habe und so gibt es ein oder sogar zwei kühle Biere.

Eine Bewertung habe ich auf Booking.com trotz mehrmaliger Bitte des stolzen Inhabers nicht abgegeben. Sie hätte ihm vermutlich nicht so gefallen.

Und so geht auch dieser Tag nach einer weiteren nächtlichen Suchfahrt nach der gebuchten Unterkunft zu Ende.

Fortsetzung folgt
zuletzt bearbeitet 10. März 2026
1’038 Beiträge · seit 202310. März 2026 ·
Meine Güte, was für eine Abenteuerfahrt- oder Fahrten. Aber mit Orientierungsschwierigkeiten kennen wir uns auch aus 🙂
Und danm so ein Super Hotel.....ein richtiger Volltreffer.....da wäre vielleicht ein geliehenes Zelt gar nicht so schlecht gewesen 😄

Also, heute Nacht dankbar ins eigene Bettchen legen. Wünsche süße Träume,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023) Frühstück mit Giraffen – Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version
770 Beiträge · seit 201710. März 2026 ·
Hallo Christian, unglaublich was ihr alles erlebt habt! Schön zu lesen, dass die Leute so hilfsbereit sind. Ich lese nach wie vor gerne mit und bin gespannt, was noch kommt.
Vielen Dank und liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)