Tierwelt im Mai

8 Antworten · 984 Aufrufe · gestartet 27. Juli 2025 von AnLiFi
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Themenstarter7 Beiträge · seit 202527. Juli 2025 · #1
Hallo liebe Forums-Mitglieder,

zunächst ein paar Worte zu uns, da wir neu in der Runde sind: Wir sind Lisa, Andi und Fia (unsere Hündin), in der Regel findet man uns im Urlaub mit unserem umgebauten und geländegängig gemachten T4 Bus auf Offroad-Strecken in ganz Europa. Der ursprüngliche Gedanke war, eines Tages unseren Bus nach Südafrika zu verschiffen und dann einige Wochen dort die Länder zu erkunden. Leider werden wir so schnell keine längere Auszeit nehmen können, sodass sich der Aufwand mit dem Verschiffen lohnen würde. So haben wir jetzt entschlossen, Namibia und Botswana voraussichtlich im Mai 2026 mit einem gemieteten Geländewagen zu erkunden (ohne Fia).

Wir haben bereits einige Einträge zu Reisen im Mai in Namibia und Botswana gefunden, hier lag der Fokus jedoch eher auf dem Wasserstand und den Routen. Wir haben auf unseren Reisen immer einen sehr starken Fokus auf die Tierwelt und würden uns freuen, wenn ihr uns sagen könntet, wie die Chancen im Mai stehen Tiere zu beobachten. Gelesen haben wir alles - von "man sieht auf Grund der üppigen Vegetation garnichts und die Wasserlöcher sind leer" bis hin zu "selbst wenn es viel Wasser gibt und die Vegatation grün ist, kann man gute Beobachtungen machen, vorallem auf den Bush-Walks" und "trotz des vielen Wassers kommen viele Tiere zu den Wasserlöchern". Habt ihr dazu Erfahrungen? Im Moment schaut die grobe Planung so aus, dass wir im ersten Drittel des Mais im Etosha NP wären, ab Mitte Mai im Okavango-Delta und anschließend im Chobe NP.

Falls ich schon bestehende Einträge zu dem Thema übersehen habe, das in Richtung Tierwelt geht, dann freue ich mich über einen Hinweis oder eine Verlinkung.

Wir freuen uns auf eure Einschätzungen und Antworten!!

Viele Grüße
Lisa und Andi
311 Beiträge · seit 201727. Juli 2025 · #2
Hallo Lisa und Andi,
eure Frage "wie die Chancen im Mai stehen Tiere zu beobachten" wird man kaum verlässlich beantworten können. Das ist abhängig davon, wo ihr gerade seid und v. a. wie ausgeprägt die Regenzeit in den Wochen zuvor war. Wir waren zweimal in "unserem" Frühjahr unterwegs, einmal im April nur Etosha und einmal Moremi und Caprivi Anfang Mai (ansonsten eher September bis November).
Beide male hatten wir Tiere "satt". Obwohl der Etosha im April noch schön grün war, gab es viele Tiere an der Wasserlöchern. Gerade abends und nachts hatten wir in der Zeit aber auch noch den einen oder anderen Regenschauer.
Das Delta (oder auch der Caprivi) hat erheblich mehr Vegetation und kann im Mai sehr dicht und grün sein. So war es auch bei uns. Allerdings hatten wir dennoch viele Tiersichtungen. Ich verstehe eure Anfrage so, dass ihr noch nicht im südlichen Afrika unterwegs wart, korrekt? Dann werden ihr in jedem Fall völlig geflasht von der Tierwelt sein, eine Enttäuschung wird es keinesfalls. Und ob ihr ausgerechnet an DEM Tag, zu DER Zeit und an DEM Wasserloch eine spektakuläre Sichtung habt, ist sicher eher vom Zufall als vom Monat abhängig. Ich persönlich finde diese Monate sogar ansprechender als die Monate in oder am Ende der Trockenzeit, weil die Landschaftenen halt nicht so trostlos ausgebrannt erscheinen. Einfach machen, ich finde diese Monate sehr gut für eine solche Reise.
VG Robert
979 Beiträge · seit 202327. Juli 2025 · #3
Hallo Andi und Lisa,
wir waren 22 im März in Namibia und dieses Jahr in der letzten Mai- Woche im Etosha.

Landschaftlich durchweg ein Traum.
Im Etosha viele Zebras, Gnus, Geier und Antilopen. Giraffen auch einige.
Hyäne eine aber nur für Sekunden, zwei Geparden mit Riss. Diverse Vögel.
An den Wasserlöchern morgens und abends eher nix los. Aber genannte Tiere auf den Wegen von A nach B.

Wir haben mehr Elefanten, und Löwen bzw. Katzen erhofft.
Im März war es ähnlich. Wobei dieser Mai wassertechnisch vielleicht auch mit dem März 22 vergleichbar wäre.

Ich schließe mich der Meinung an, dass es zu eurer Frage keine befriedigende oder verlässliche Antwort gibt. Ihr habt eine breite Palette an Erfahrungen gefunden, weil es die Realität ist, dass man das Wetter nicht vorhersagen kann und man nicht immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

Aber was ich sagen kann ist, dass der Etosha mit Wasser in den Salzpfannen und dem üppigen Grün viel schöner aussah, als erwartet. Die Landschaft macht auch Spaß und der Caprivi Ende Mai gleicht vielleicht den Etosha aus, falls sich die Tiere nicht wie gewünscht blicken lassen. Ich finde, Namibia darf man nicht auf Tiersichtungen allein reduzieren. Das Land hat so viel mehr zu bieten.

Habt Mut euch festzulegen und bleibt dankbar für alles was ihr sehen und erleben dürft. Dann wird euch die Reise gefallen wie sie kommt.

Liebe Grüße, Silvia
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Themenstarter7 Beiträge · seit 202530. Juli 2025 · #4
Hallo Silvia, hallo Robert,

vielen Dank für eure Einschätzungen! Dann lassen wir uns einfach überraschen und packen ein bisschen Glück in den Koffer. 😉

Wir freuen uns schon riesig auf den Urlaub!

Liebe Grüße
Lisa
16,9k Beiträge · seit 201230. Juli 2025 · #5
Hallo Lisa, hallo Andi,

Der geschätzte Bwana Carsten Möhle schreibt dazu auf seiner Homepage: https://www.bwana.de/faq.html

Welches ist die Beste Reisezeit für das Südliche Afrika?

der beste Monat, um ins südliche Afrika zu reisen ist der

Januar, weil ganz Namibia beim Strandangeln mit Old Brown Sherry an der Küste ist und im Caprivi die Büffel kalben.

Februar, weil Oryxbabies durch die Wüste laufen und die Weissdornakazie gelb blüht. Außerdem kann man wunderbare Kameldornschoten sammeln, mit denen sich zu Hause prima Mobiles basteln lassen. In Walvis Bay sitzen die Brillenpinguine auf ihren Eiern.

März, weil der Schreiseeadler mit dem Nestbau und der Brut beginnt, am 21. der Unabhängigkeitstag Namibias gefeiert wird und Breitmaulnashornnachwuchs ( 40 kg ) in Halali rumläuft.

April, weil man bei der Guano-Vogelmisternte auf dem größten Tisch der Welt in Walvis Bay zuschauen kann und der Karneval in Windhoek für einen Verkehrsstau mit einmal mehr als 4 Autos sorgt.

Mai, weil dass die Antilopenbrunftzeit ist und man immer zwei Tiere auf eine Photo bekommt-was natürlich Photomaterial spart. Zeremonienlose Paarung aber gemeinsame Jagd der Ohrengeier ist natürlich schlecht für Leguane, Perlhühnerund Springhasen.

Juni, weil der Küstenkarneval in Swakopmund regiert, durch Überschwemmungen der Capriviflüsse die Einbaumfahrten günstiger als in Botswana sind und die männlichen Kap - Honigfresservögel mit Ihren langen Schwänzen locken, um Weibchen in ihr Territorium zu locken.

Juli, weil der Korallenbaum rot glüht und die Löffelhunde auf ihre Winterdiät umstellen.

August, weil hier die die Waterbergfeiern und Herero-Gedenktage für ein farbenprächtiges und versöhnliches Spektakel sorgen.

September, weil sogar der harte Kameldorn blüht und ein Abstecher ins Blumenmeer Namaqualand schnell möglich ist.

Oktober, weil dann die blühenden Jakarandabäume Städte wie Windhoek und Tsumeb in einem violetten Blütenmeer erstrahlen lassen.

November, weil der Klapperbos ( Nyamaniacapensis )in vollster Blüte steht, frische Kuhantilopen herumlaufen und die Kronenkraniche mit ihrer 30tägigen Brutzeit beginnen.

Dezember, weil die Mangos reif sind und der 10.12. Tag der Menschenrechte hier ein Feiertag ist.


In diesem Sinne...

LG
Logi
Themenstarter7 Beiträge · seit 202518. Aug. 2025 · #6
Vielen Dank für deinen Beitrag! Du hast völlig Recht. Ich glaube es ist einfach die Aufregung vor der ersten Afrika-Reise. 🙂
1'165 Beiträge · seit 201718. Aug. 2025 · #7
AnLiFi schrieb:Vielen Dank für deinen Beitrag! Du hast völlig Recht. Ich glaube es ist einfach die Aufregung vor der ersten Afrika-Reise. 🙂
Hallo ihr Beiden,

einen Tipp könnt ihr doch selber umsetzen. Konzentriert euch auf die Faktoren, die ihr selber beeinflussen könnt und nicht auf die Unwägbarkeiten einer jeden Safari. Ihr könnt zu der theoretisch besten Zeit da sein und um euch herum erzählen sich jeden Abend die Leute von den tollsten Sichtungen, aber ihr habt nichts gesehen oder es ist genau andersherum und ihr habt einen wahnsinnig tollen Tag gehabt und keiner glaubt euch, weil doch nirgends was los war. 🤪

Alles schon erlebt... aber was ihr selber beeinflussen könnt ist, auf ein Wort heruntergebrochen, eure eigene "Beharrlichkeit". Seid früh unterwegs, verbringt die Zeit auf Safari, horcht immer wieder bei anderen Reisenden und Fahrzeugen nach. Seid spät wieder zurück im Camp und setzt euch auch noch nachts, falls vorhanden ans Wasserloch.

Und ACHTUNG... das alles garantiert keine Sichtungen, aber mehr Zeit erhöht natürlich auch die Chancen und Wahrscheinlichkeit.
Und ACHTUNG DIE ZWEITE... das ist definitiv auch nicht für jeden was und auch nicht unbedingt für jeden erstrebenswert.

ABER, meiner Meinung nach, ist es eigentlich das Einzige was ihr beeinflussen könnt. Ihr könnt nur die Zeit maximal ausdehnen in der ihr versucht Glück zu haben. 😁 😉

Diese Weisheit habe ich auch nicht mit Löffeln gefressen, Freunde von uns haben uns diese Eigenschaft mal angedichtet, die meinten genau das zu uns: "Ihr habt kein Glück, aber ihr seid unheimlich beharrlich und ausdauernd."

Seitdem ist dies ein klein wenig unser Credo. (oder nur die Ausrede, wenn wieder andere uns als stressig bezeichnen) 😗 😄

Gruß,
Robin
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241 Beiträge · seit 201618. Aug. 2025 · #8
Wir waren 2019 den gesamten Mai in Botswana und hatten fantastische Sichtungen in CKGR, Makgadikgadi, Nxai Pan, Moremi, Savuti, Chobe (Hinterland) und Chobe Waterfront. Nach unserer Erfahrung sieht man auf (fast) jedem Game Drive etwas besonderes. Oft ist es aber nicht das, was man konkret erwartet oder vielleicht erhofft hat. Aber gerade dieses Überraschungsmoment macht auch den Zauber der Begegnung aus.
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111 Beiträge · seit 202419. Aug. 2025 · #9
Wir sind herpetologisch sehr interessiert und achten auch auf die kleineren Krabbler, die man nicht ganz so wahrnimmt / wahrnehmen möchte. Da gibt es auch bedeutende Unterschiede:

Wir waren das erste Mal im Dezember / Januar in Namibia und es hat regelmäßig, teilweise sehr stark geregnet und es war ein großer Insektenreichtum zu beobachten. Alle möglichen Tiere wie z.B. Gottesanbeterinnen, Stabschrecken, Riesentausenfüßer, Käfer, Falter, aber auch Echsen usw. sind dann unterwegs. Auch Schildkröten haben wir sehr viel öfter gesehen.

Wir haben es dafür aber auch geschafft, im Etosha innerhalb von 3-4 Tagen nicht einen einzigen Elefanten zu sehen! Es war einfach zu grün und wir vermutlich immer zur falschen Zeit am falschen Ort.

Die nächste Reise war dann im September. Kaum Insekten, dafür aber sehr viele Vögel, die man eben in der Dürre ohne Laub und grünes Gras sehr viel besser entdecken kann. Etosha war dann das komplette Gegenteil vom ersten Mal, so dass wir uns oft gedacht haben: "Nicht schon wieder Elefanten".

Beide Reisezeiträume hatten ihren ganz eigenen Reiz und Charme. Und wie schon so oft gesagt gehört natürlich auch immer Glück dazu.