5 Mon. Elternzeit SA/NAM - Teil I: CPT - Kruger

Reisebericht 67 Antworten · 4'456 Aufrufe · gestartet 02. Mai 2025 von fidel
Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Mai 2025 · #21
Zwischenspiel - Kameraausrüstung

Da ich diesen Part in meiner Einleitung vergessen hatte und er für den ein oder anderen vielleicht nicht ganz uninteressant ist, wollte ich auch noch mal ein paar Takte dazu verlieren, wie wir kameratechnisch etc. unterwegs waren. Die Bilder sind eine bunte Kombination aus allen Quellen einschließlich Handys. Mal sieht man den Unterschied, mal nicht.

Wir hatten als Kameras für das "richtige" Fotografieren (d.h. bewusste Landschaftsaufnahmen mit ausreichend Zeit, Game Drives etc) eine Canon 5D MIV sowie als Backup eine Canon 70D dabei (beides seit vielen Jahren bewährt) und als Objektive dafür ein Tamron 24-70 F2.8, Canon 70-200 F4 II, Samyang 14mm F2.8 und Canon 100 - 400 F4 - F5.6 II.

Da das natürlich immer aller groß und aufwendig ist mit den DSLRs und wir vermuteten, dass es mit Kind ohnehin schwieriger werden dürfte mit dem Fotografieren, wurde vor dem Urlaub noch eine kleine Sony RX100 MK VI angeschafft als kleine "immer dabei" Kamera. Sie hat auf voller Linie überzeugt, auch der Zoom bis 200mm ist sehr praktisch. Die Qualität ist top. Klar haben die RAWs der Canon einen besseren Dynamikumfang, aber für eine so kleine Kamera ist das alles schon sehr nah am Optimum. Die meisten Bilder von Wanderungen o. Unterwegs (o. Landschaftsaufnahmen bei Game Drives) sind von der Sony RX100.

Wir hatten zudem einen Laptop, externe Festplatte und iPad dabei und konnten so regelmäßig Fotos sichern. Das iPad wurde faktisch überhaupt nicht genutzt; zum Recherchieren/Planen ist der Laptop viel praktischer und Autofahren/Fliegen/Game Drives gingen zum Glück auch ohne digitale Ablenkung gut.

Ich bearbeite Fotos idR mit Lightroom/Photoshop. Aus Zeitgründen mit Kind(ern) und der großen Menge an Fotos hier aber bei 98% der Bilder nur rudimentär (Belichtung, Kurven, Zuschnitt, Farbtemperatur..), zum Teil sind sie auch noch im Originalzustand.
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Mai 2025 · #22
Tag 15 09.05.2022 Addo Main Camp


Heute geht es bei strahlendem Sonnenschein weiter Richtung Addo. Wir hielten am Oudebosch Country Farm Stall, erstanden allerdings nichts außer einen Kaffee. Später machten wir Mittagspause am sehr empfehlenswerten “The Windfarm” Rastplatz mit großem Spielplatz kurz vor Port Elizabeth. Anschließend folgte ein Großeinkauf in der Western Bay Mall, ehe wir uns zum Colchester Gate des Parks auf machten.

Wir waren sehr gespannt, was uns erwarten würde, nachdem man von diesem Park recht viel liest und viele Positives hört, aber wir nicht einschätzen konnten, wir er uns im Vergleich zu anderen uns bekannten Parks gefallen würde. Zudem war es der erste Versuch, wie gut sich Game Drive und Kleinkind kombinieren lassen.

Die erste Überraschung war, wie grün alles war. Wir fuhren durch sattgrüne Wiesen, alle Büsche waren dicht belaubt. Hier hatten wir aufgrund der Jahreszeit mit mehr Herbst/Trockenheit gerechnet. Auch der Blick aus einem Nationalpark bis hin zum Meer war sehr ungewohnt. Leider hatten wir für die Colchester Section keine Zeit eingeplant.







Die Fahrt war als Game Drive mit Kind nicht repräsentativ, weil K1 relativ zeitnah einschlief. Wir sahen Warzenschweine, Zebras, Kudus, Strauße und einen einsamen Büffel. Mit dem ganzen Grün sehr schön und für uns ungewohnt anzuschauen. Elefanten sahen wir in etwas größerer Entfernung sowie an einem Wasserloch.





Hier sahen wir auch gleich, dass wir mit unserem Unterfangen nicht allein waren. Auch in anderen Autos sahen wir auffällig häufig Kinder zwischen wenigen Monaten und wenigen Jahren.

Im nördlicheren Teil gab es kaum offenen Landschaften (entlang unsere Route zum Maincamp), sondern viel dichten Busch auf beiden Seiten. Dennoch waren wir recht optimistisch bezüglich unserer kommenden 4 Nächte im Park.

Bei Ankunft im Camp stellten wir panisch fest, dass wir offenbar unsere Wildcard verloren hatten. Wir waren zuerst sehr happy gewesen, dass wir unsere mittlerweile einige Jahre alte Wildcard im Scheckkartenformat, die den langen Postweg bis nach Europa hinter sich gebracht hatte, wieder reaktivieren konnten und nahmen daher die Karte mit in den Urlaub, da sie gefühlt deutlich handlicher ist als ein ausgedruckter Zettel (den wir natürlich auch noch dabei hatten). Jetzt ist das Thema ja eh Geschichte, nachdem man alte Karten nicht wieder reaktivieren kann 🙁 Wir meldeten unseren Verlust an der Rezeption und baten darum, am Gate nachzufragen, ob sie dort gefunden wurde. Wir waren etwas geknickt. Auch wenn es sich nur um ein Stück Plastik handelt, ist es doch weitgereist und es hängen viele gute Erinnerungen daran..

Wir hatten ein CH2/4 Chalet gebucht, das uns grundsätzlich voll überzeugte. Einzig ein abgetrennter Schlafbereich wäre nett - aber das ist ja je nach Art der Unterkunft vollkommen üblich. Wir hatten auch etwas Aussicht, leider hauptsächlich auf Büsche.





Da es tagsüber schön warm war, wollten wir für diesen Urlaub erstmals Grillen (wir sind auch hier nicht die großen Griller und noch weniger die großen Fleischesser). Leider wurde es dann nach Sonnenuntergang doch frischer. Draußen Grillen und Drinnen essen ist irgendwie auch nur so mäßig entspannt. Aber da es irgendwie auch zu einem Urlaub im südlichen Afrika dazugehört (man braucht ja auch mal ein Grund, Feuer zu machen), muss es um die Jahreszeit halt so gehen.

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Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Mai 2025 · #23
Tag 16 10.05.2022 Addo Main Camp

Die erste wesentliche Frage beim Thema Game Drive mit Kleinkind ist die des Beginns am Morgen. Ohne Kinder gehörten wir zur Fraktion, die im Regelfall pünktlich zur Gate-Öffnung oder kurz darauf startet, aus Angst, sonst etwas verpassen zu können. Auch wenn es 2 Wochen am Stück sind. Es war von vornherein klar, dass das mit Kind nicht sinnvoll durchführbar ist.

Wir suchten also (auch intern) einen Kompromiss und tarierten diesen immer wieder neu aus. Da auch Schlafenszeiten von Kleinkindern nicht immer perfekt planbar sind, ist hier eh etwas Flexibilität nötig. Unsere Kinder gehören zum Glück nicht zu der Sorte, die immer bereits vor 6:00 Uhr wach sind, sondern zu der Sorte, die, wenn man früh aufstehen müsste/könnte, bis 07:30/08:00 Uhr schlafen und dann, wenn man ausschlafen könnte, um 06:30 Uhr wach sind.

Gate-Öffnung war im Mai um 06:00 Uhr, so dass wir uns als Kompromiss darauf verständigten, um 07:00 Uhr zu starten. Laut GPS kamen wir um 07:10 Uhr los. Die ersten Tiere sahen wir laut Fotos in Form von Büffeln um 08:30 Uhr.. Ob sich der Stress dafür lohnte?





Zum Frühstück unterwegs wurde für jeden jeden Abend eine Schüssel mit Overnight Oats mit Früchten sowie aufgeschnittenes Obst vorbereitet. So musste man in der Früh nur noch Kaffee/Tee kochen und alles ins Auto bringen. Eine Packung Kekse o.ä. für den kleinen Hunger zwischendurch oder vor einer ausgiebigeren Frühstückspause durfte auch nicht fehlen.



Insgesamt war der Morning Drive mäßig ergiebig. Wir blieben im nordwestlichen Teil des Parks. Neben den bereits genannten Büffeln sahen wir Elands und Kudus und frühstückten Hapoor Wasserloch.



Es folgten noch mehr Kudus, Ibisse, Kudus und der Rücken eines Elefanten.



Mittags erkundeten wir etwas das Camp. An der Rezeption fragten wir nach unserer Wildcard - sie war am Morgen am Gate gefunden worden und hatte bereits den Weg ins Main Camp gefunden. Sehr afrikanisch effizient im Hintergrund.

Dann sahen wir uns den recht schön angelegten Spielplatz an, danach gabs erstmal Mittagspause.









Trotz der beschränkten Sicht wegen der Büsche sah man immer wieder Tiere - aber auch im Camp.

Später drehten wir noch eine kleine Runde in der Hoffnung auf mehr Elefanten. Diesmal wählten wir den Nordosten und waren deutlich erfolgreicher.

Auch jetzt sahen wir wieder jede Menge Kudus und ein paar Büffel.





Wir freuten uns auch sehr über eine Gruppe Löffler - ich bin seit Kindesbeinen großer Fan dieser skurril anmutenden Vögel.



Auf dem Gora Loop haben wir dann wohl den aktuellen Elefanten-Hotspot gefunden. Wir konnten lange eine Elefantenfamilie im schönsten Abendlicht bewundern.











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Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Mai 2025 · #24
Tag 17 11.05.2022 Addo Main Camp

In der Nacht hörten wir mehrfach Löwen - mit so viel “Wildnis”-Erlebnis hatten wir hier überhaupt nicht gerechnet und freuten uns sehr über dieses Erlebnis. Es hat meiner Erachtens immer etwas zutiefst Berührendes, wenn man Nachts im Dunklen im Bett liegt und Löwen brüllen hört.

Nachdem der gestrige Morgen wenig ergiebig war und wir uns sagten, dass es im Park ohnehin nicht viele Tiere gibt, für die sich durch frühes Aufstehen die Chancen erhöhen (Katzen, Brownies etc.), verschoben wir den Start etwas auf 7:45 Uhr.

Auch diesmal war erst lange tote Hose. In manchen Parks scheint sich das frühe Aufstehen nur mäßig zu rentieren.

Sehr glücklich und überrascht waren wir dann über eine Gruppe Erdmännchen, auch wenn sie etwas weiter weg waren.



Kurz darauf gesellte sich eine Fuchsmanguste dazu.







Wir fuhren auf den Zurrkop Lookout und frühstückten dort. Auf dem Rückweg waren eine weitere Fuchsmanguste und ein Warzenschwein die einzigen Highlights. Insgesamt macht es die zum Teil dichte Vegetation nicht immer einfach, Tiere zu entdecken. Dafür ist das viele Grün natürlich traumhaft schön.

Mittags versuchten wir uns am Wäschewaschen. Früher gab es wohl mal in sehr vielen Sanparks-Camps Waschmaschinen und Trockner für die Gäste, das nimmt wohl jedoch immer stärker ab. Wir hatten das alles ausführlichst im Vorfeld recherchiert, da wir natürlich auf regelmäßiges Waschen angewiesen waren. Demnach sollte es im Addo eigentlich eine Maschine geben.

Die fanden wir auch, nur leider belegt. Wir versuchten es daher immer wieder einmal und hatten schließlich Glück. Später fanden wir heraus, dass es wohl eine Art informelles Wartesystem gibt, indem man seine Tasche/Korb abstellt. Es gab auch Trockner, deren Leistung war aber nicht wirklich überzeugend. Wir spannten daher ein paar Leinen vor unser Chalet.

Am Abend ging es erneut zum “Elefanten-Hotspot”.

Zunächst jedoch trafen wir wieder auf eine Reihe Erdmännchen.









Diesmal befanden sich noch mehr Elefanten vor Ort, alle super friedlich und entspannt. Sie kamen mal näher, waren mal weiter weg. Immer gut zu sehen und sie nahmen die Autos immer gut war.











Einzig ein einzelner Bulle, offenbar in Musth, machte die Herde sichtlich nervös und führte erst zu Unmutsäußerungen und schließlich zu einer Art Flucht. Kurz darauf war der Bulle jedoch wieder da und seine Hartnäckigkeit zahlte sich in evolutionärer Hinsicht aus.











Es ist gefühlt eher selten, dass man Elefanten jenseits von Wasserlöchern so lang und entspannt beobachten kann. Oft sieht man sonst nur einzelne Tiere einer Herde beim Essen, eine Gruppe als Ganzes längere Zeit zu beobachten war da sehr interessant.





Die Aussicht am Gora Loop am Abend über die Hügel (jenseits des Parks) ist auch für sich genommen bereits traumhaft, selbst ohne Elefanten. Man merkt zwar etwas Zivilisation außerhalb in Form von Farmen und Stromleitungen, es hält sich jedoch sehr in Grenzen.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Mai 2025 · #25
Tag 18 12.05.2022 Addo Main Camp

Der heutige Game Drive begann nochmals etwas später gegen 08:00 Uhr. Wir hatten beschlossen zu warten, bis K1 von alleine aufwacht und erst dann aufzubrechen. Für heute hatten wir uns vorgenommen, nochmal weiter in den Süden vorzustoßen, da es dort weniger buschig war, weshalb wir uns bessere Sichtungschancen erhofften.

Wir fuhren ohne große Sichtungen bis zum Hapoor Dam, wo eine Herde Kudus weilte. Unweit davon fanden wir erneut eine Gruppe Erdmännchen, diesmal kurzzeitig deutlich näher, aber primär beim über die Straße laufen.





Am Marion Barree Waterhole gab es eine größere Versammlung von Elefanten beim Trinken. Hier blieben wir eine Weile stehen und beobachteten. Es war ein ständiges Kommen und Gehen.









Danach ging es kurz auf den Kadouw Lookout Point und einen weiteren Loop. Dort fanden wir dann die bis dato größte Autoansammlung im Park. Bisher waren es nie mehr als 3 oder 4 Autos an einer Stelle gewesen, in 95% der Fälle waren wir allein unterwegs.

Der Grund für den Auflauf war schnell ausgemacht. In einiger Entfernung lag ein Löwenmännchen im Gras. Leider so weit, dass man ihn gerade noch erkennen konnte. Als erste richtige Löwensichtung für K1 wollten wir das nicht so wirklich zählen lassen, da es weit außerhalb seiner Wahrnehmungsreichweite lag.







Auf dem Rückweg gab es für einige erstmal ein Mittagsschläfchen. Für andere gab es nochmals Elefanten, Zebras und Warzenschweine auf grüner Wiese, nochmals Elefanten am Wasserloch und schließlich einen Hasen.









Abends machen wir uns ein letztes Mal auf zu den Elefanten am Gora Loop. Wir fanden wieder rasch welche, wenn auch nicht gar so zahlreiche wie am Tag davor. Da wir zuvor noch packen mussten, kamen wir heute auch etwas später weg und die Runde wurde etwas kürzer. Zudem waren wir ja bereits vormittags recht lange unterwegs gewesen.











Neben den Elefanten beeindruckte uns heute erneut ein traumhafter Sonnenuntergang.







Zurück im Camp machten wir erstmals Bekanntschaft mit den negativen Auswirkungen des Load Sheddings. Wir hatten zwar schon zuvor Load Shedding Zeiten gehabt, jedoch immer zu für uns irrelevanten Zeiten tagsüber oder nachts. Jetzt war am frühen Abend alles weg. Das Camp hat zwar normalerweise einen Generator, dieser war aber gerade defekt.

Wir wollten heute eigentlich im Cattle Baron essen, da unsere Vorräte reduziert waren, aber auch dort war man auf den Generator eingestellt, versicherte uns aber, dass es zeitnah wieder gehen würde. Wir setzten uns daher noch ein wenig ans campeigene Wasserloch, auch wenn dort nichts los war, ehe wir zum Essen gehen konnten.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Mai 2025 · #26
Tag 19 13.05.2022 Graaf-Reinet - Valley of Desolation

Am morgen machten wir uns auf einen letzten kurzen Morning Drive. Wir sahen Red Hartebeest, Kudus und erneut eine Gruppe Erdmännchen in mittlerer Entfernung.







Wir waren insgesamt zugegebenermaßen positiv überrascht, im Park so viele Erdmännchen zu sehen und hatten ehrlich gesagt überhaupt nicht damit gerechnet. Für uns gehören sie irgendwie zur Kalahari - dass sie in den Karoo-mäßigeren Landschaften ebenso zuhause sind, ist anhand der Verbreitungskarten natürlich klar, war uns aber nicht bewusst. Umso schöner natürlich dann die Sichtungen.

Fazit Addo

Der Park bietet echte und authentische Game Drive Erfahrungen auf eigene Faust. Elefanten lassen sich hier so gut und friedlich beobachten wie wahrscheinlich an wenigen Stellen in Afrika. Das übrige Wildlife ist “gefühlt” etwas eingeschränkt. Außer Kudus, Büffeln, Zebras und Warzenschweinen (sowie einem Löwen) gab es gefühlt keine größeren Tiere. Auch waren wir doch überrascht (nachdem wir das südliche Afrika bis dato kaum Grün kannten), wie dicht Büsche sein können, wenn sie komplett belaubt sind bzw. wie schwer es dann sein kann, Tiere zu sehen, selbst wenn sie fast neben einem stehen. Umgekehrt sieht das Grün natürlich viel toller aus als das ewige Gelb-Braun.

Das Main Camp ist super, auch unsere CH2/4 Unit würden wir jederzeit wieder wählen. Die Hütten direkt am Wasserloch sind aber auch top. Wir würden bei einem erneuten Besuch natürlich auch das Camp im Süden, die Colchester Area und eine Wanderung in derZuurkop Section angehen.

Einen Guide braucht man m.E. definitiv nicht, außer man ist nur einen Tag im Park und möchte die Gewissheit, so viel wie möglich zu sehen. Unsere 4 Nächte waren optimal, um in Ruhe die verschiedenen Ecken kennenzulernen (und nicht mal das haben wir geschafft), entspannt Tiere zu kucken und sonst nichts zu tun.

Auch K1 machte sich hervorragend und zeigte einerseits gutes Durchhaltevermögen bei Game Drives und andererseits großes Interesse an Tieren. Lediglich was die Fotografie betraf, merkte man die Einschränkungen durch ein Kind doch deutlich. Einer musste sich immer um das Kind kümmern und konnte währenddessen nicht fotografieren/beobachten/genau zuschauen. Wir versuchten, das fair zu verteilen, aber es klappt natürlich nicht immer, auch weil weder Sichtungen noch kindliche Launen planbar sind. Auch dass eine vermeintlich super Szene durch ein herumkletterndes Kind torpediert wird, gehört dazu.

Anschließend verließen wir den Park am Main Camp und fuhren zunächst ein kurzes Stück auf der R342 nach Süden und bogen kurz vor Addo auf eine kleine Straße durch Farmland und Gewächshäuser links und rechts ein, die uns trotz mittelmäßigem Gravel vertretbar erschien. Dann bogen wir auf die R336 ein und fuhren über Kirkwood zur R75.

Wir hatten uns natürlich vorbereitet und wussten um die potentiellen Gefahren in der Gegend. Im gesamten Tal entlang der R335 hatte es wenige Monate zuvor längere, gewalttätige Proteste von Farmarbeitern gegeben, die - wohl nicht ganz zu Unrecht - gegen die Arbeits- und Lebensbedingungen aufbegehrten.

Wir waren daher froh, als wir die Orte und landwitschaftlichen Fläche hinter uns lassen konnten und auf der R75 meist geradeaus durch traumhafte Karoo-Landschaft fahren konnten. “Leider” war K1 recht schnell eingeschlafen. Das ermöglichte uns eine ruhige, entspannte Fahrt nach Graaf-Reinet, dafür fielen etwaige Fotostops unterwegs aus. Auch das ist ein Nachteil von Road-Trips mit Kind (außer jenen, die definitiv nicht aufwachen wenn man plötzlich anhält und ggf. sogar aussteigt. So sicher/tief war der Schlaf im Auto bei unseren nie - außer man war am Ziel angelangt und sie schliefen noch..).

Graaf-Reinet war dann wieder überraschend trubelig mit recht viel Verkehr. Es gab einige nett anzusehende Häuser und auch die Hauptkirche ist wohl einen Besuch wert. Da es überall wuselig war, hatten wir keinen Nerv für einen längeren Stop im Ort und holten lediglich kurz etwas bei Wimpy mit dem Ziel, gleich weiter zum Valley of Desolation zu fahren.





Nach dem Verzehr unserer hochqualitativen Mahlzeit bei angenehmen Temperaturen und schöner Aussicht auf einem Picknickplatz kurz hinter dem Parkgate fuhren wir den Weg bis zum Parkplatz des Valley of Desolation durch ein ebenfalls ungewohnt grünes Tal.





Oben spazierten wir die diversen Viewpoints entlang. Sowohl die Felsformationen als auch die Aussicht sind definitiv einen Abstecher hierher wert.













Anschließend fuhren wir wieder in die Stadt und machten uns auf die Suche nach unserer Unterkunft. Wir hatten über AirBnB ein Haus in einer ruhigen Seitenstraße gemietet für wenig Geld. Insgesamt gibt es eine sehr vernünftige Auswahl an durchaus sehr netten Unterkünften in und um die Stadt.

Zunächst gab es Probleme mit dem Schlüssel, bis wir herausfanden, dass der Schlüssel zunächst nur die Garage aufsperrt und man sich von dort weiter nach Innen vorarbeiten muss. Erst später gelang es uns auch, die Eingangstür und die Burglar Door zu öffnen.

Das Haus selbst war sehr schön, auch die Einrichtung. Leider war die Küchenausstattung vom Typus “Zuletzt 1950 genutzt” und war in traurigem Zustand. Lediglich im Schlafzimmer gab es die Möglichkeit, mit Klimaanlage zu heizen. Im Küchen/Essbereich war es zapfig kalt - da eines der Fenster vollkommen fehlte - bei erwarteten Nachttemperaturen von um die Null Grad.. Wir versuchten, es mit mit Karton etwas abzudichten. Der Kommentar vom Vermieter dazu war lediglich: ist bekannt und neu bestellt, kann man nix machen.











Insgesamt war die Unterkunft somit eher naja - schön anzusehen, im praktischen Nutzen, vor allem im Winter, eher fragwürdiger.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201605. Mai 2025 · #27
Tag 20 14.05.2022 Graaf-Reinet

Wir hatten für heute einen weiteren Tag in Graaf-Reinet geplant, da wir so wenig 1-Night-Stops wie möglich wollten und zudem der Game Viewing Area des Camdeboo National Parks eine Chance geben wollten. Hierzu las man recht wenig, was man aber las, klang eigentlich relativ positiv.

Nach einer sehr kalten Nacht, in der wir zwischen frieren und extrem lauter Klimaanlage wechselten, wurde es am Morgen wunderbar sonnig, so dass wir sogar auf der Terasse in der Morgensonne frühstücken konnten.

Danach fuhren wir zur Game Viewing Area und sahen in sehr schöner Landschaft Vervet Monkeys, Springböcke und - für uns eine Sichtung - Weißschwanzgnus.

















Vor allem die Landschaft wusste durch die verschiedenen Schattierungen aus Grün, Gelb und Bunt sowie den Bergen im Hintergrund zu begeistern.







Gegen Mittag fuhren wir wieder zurück zum Haus, machten Mittagsschlaf und verbrachten den Nachmittag im schönen Garten des Hauses bei angenehmen Temperaturen.





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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #28
Tag 21 15.05.2022 Mountain Zebra National Park

Für heute hatten wir nur eine verhältnismäßig kurze Strecke bis zum Mountain Zebra National Park zu bewältigen. Wir fuhren daher nach dem Frühstück zunächst nochmal zur Game Viewing Area.



Dort fanden zusätzlich zu Gestern Helmperlhühner sowie - zu unserer großen Freude - erneut Erdmännchen. Sie kamen diesmal sehr nah ans Auto und rannten zum Teil immer wieder in die eine oder andere Richtung ums Auto herum. So konnten wir und auch K1 sie in aller Ruhe beobachten.















Anschließend ging es direkt weiter Richtung Cradock. Auch hier wieder - sehr angenehm zu fahren, super Straßen, kaum Verkehr, traumhafte Landschaft. Leider wollte K1 partout nicht einschlafen, so dass die Stimmung irgendwann etwas zäh wurde.



In Cradock mussten wir zunächst noch für unsere Zeit im MZNP einkaufen, was wir im örtlichen Super Spar erledigten. Anschließend fuhren wir zum Park, checkten ein bezogen unsere “FA4” Unit mit traumhafter Aussicht und sehr guter Ausstattung. Preisleistungstechnisch auch sehr weit oben in der Sanparks-Skala.









Zudem klärten wir an der Rezeption noch, ob kurzfristig für einen der nächsten Tag ein Cheetah Tracking stattfinden würde und buchten es für mich für den nächsten Tag.

Vor Ort klappte es dann endlich mit dem Mittagsschlaf, anschließend gab es ein ausgiebiges Mittagessen mit Rührei und Speck auf der Terasse. Dabei konnten wir immer wieder kleinere Tiere, Vögel oder Mäuse beobachten.

Anschließend spazierten wir etwas durchs Camp, am Abend stand dann wieder Grillen - diesmal bei toller Aussicht - auf dem Programm. Leider war es auch hier wieder deutlich zu kalt, um draußen essen zu können.



Es gab Käsegriller und Boerewoors (meist “naja”) sowie Lamm (von solch einem Preisleistungsverhältnis für Lamm kann man in Deutschland nur träumen..).
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #29
Tag 22 16.05.2022 Mountain Zebra National Park

Die Nacht war teilweise sehr kalt. Wir versuchen es mit dem Heizlüfter, die Decken sind zu dünn.

Für mich geht es bereits früher am Morgen los zum Cheetah Tracking. Ich bin großer Geparden-Fan und habe irgendwie trotz einer Handvoll Sichtungen immer noch das Gefühl, Geparden nie “richtig” gesehen zu haben. Meist nur sehr kurz oder sehr weit weg - kein Vergleich zu nahezu allen anderen Katzen. Geparden kamben irgendwie immer ein wenig zu kurz. Oder jedenfalls bilde ich mir das ein. Daher wollte ich unbedingt das Cheetah Tracking mitmachen, da dies ja zumindest sehr gute Chancen bot, einem Gepard sehr nahe zu kommen.

Das Thermometer (ich weiß nicht mehr welches und wo - es steht nur so in den Notizen..) zeigte 3 Grad. Ich war maximal dick eingepackt. Lange Unterhose, wärmendes Baselayer, Fleece- und Regenjacke. Für mehr gabs kein Platz auf Packliste.. Prioritäten und so..

Neben mir war noch ein französisches Pärchen mit dabei. Anfangs war es ganz in Ordnung temperaturtechnisch, beim Fahren im offenen Fahrzeug wurde es jedoch schon recht frisch. Wir fuhren ein Stückchen und testeten immer wieder, ob ein Signal empfangen wird. Sobald wir stehen blieben, war es in der Sonne ganz erträglich.



Nach nicht allzu langer Zeit meinte unser Guide, dass wir er ein gutes Signal habe und wir aussteigen würden. Wir gingen einen Hügel hinauf, horchten immer wieder. Dann gingen ein Stück am Hang entlang. Nach kurzer Zeit hieß es “There she is!, Right in front of you!” und unser Guide zeigte auf ein Gebüsch ein paar Meter vor uns. Ehrlich gesagt, war nichts zu sehen. Es gab ein, zwei Stellen wo man etwas erahnen konnte.

Wenn man nicht gewusst hätte, dass dort ein Tier liegt - keine Chance es zu sehen. Glücklicherweise hob sie ab und an kurz den Kopf, so dass man etwas sehen konnte. Als sie nach einiger Zeit offenbar unruhig wurde, gingen wir wieder zurück zum Auto.





Einerseits hatten wir wohl Glück, weil wir nicht lange suchen mussten, andererseits war es sehr schwer, überhaupt etwas zu sehen.

Insgesamt waren wir keine 200 Meter Luftlinie von der Straße entfernt. Von unten war, selbst wenn man genau wusste, wo die Gepardin lag, nichts zu erkennen.


(na, wer findet den Geparden?)

Nach der Rückkehr ins Camp gingen wir noch gemeinsam auf einen kleinen Game Drive bis zum Ubejane Loop und wieder zurück. Wir sahen Mountain Zebras, Hartebeest und Erdhörnchen.







Anschließend machten wir Mittagspause und legten uns für Mäuse und Vögel auf der Terrasse auf die Lauer. K1 war fleißig mit dabei. Auch Ameisen und anderes Kleingetier wurde fleißig inspiziert.









Nachmittags ging es wieder auf Game Drive. Den ersten Stop gab es bereits nach ein paar Metern noch im Camp, um eine Schildkröte zu beobachten, die die Straße überquerte.



Danach fuhren wir auf die Hochebene am Rooiplaat Loop. Die Auffahrt zum Loop war relativ steil, bisweilen musste man trotz Teer/Platten etwas aufpassen, nicht aufzusetzen, insgesamt aber machbar. Oben war der Weg bisweilen an ein paar ausgewaschenen Stellen auch kritisch ohne überragende Bodenfreiheit, aber mit Umsicht und langsamer Fahrweise machbar. Für uns, die wir zuvor im südlichen Afrika nur mit Allradfahrzeugen unterwegs gewesen waren, ein ganz neues Gefühl.







Landschaftlich ist der Park schlicht und ergreifend traumhaft und ich würde ihn sehr gerne irgendwann einmal in Grün erleben.

An Tieren sahen wir die namensgebenden Zebras, Springböcke, Weißschwanzgnus und Blessböcke, zum Teil im wunderbarsten Abendlicht. Sehr gefreut haben wir uns auch über eine Gruppe Blue Cranes.





















Insgesamt eine sehr idyllische Runde, nahezu ohne anderen Autos zu begegnen.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #30
Tag 23 17.05.2022 Mountain Zebra National Park

In dieser Nacht waren wir schlauer und verwendeten zusätzlich die Wolldecken, die wir im Schrank fanden. Zudem heizten wir mit der Klimaanlage den Hauptbereich des Hauses und ließen die Zimmertür offen, was für etwas erträglichere Temperaturen sorgte. Man kam nicht umhin, die Energiesituation in Südafrika aus mitteleuropäischer Perspektive gerade zu abstrus zu finden (auch wenn uns die Hintergründe natürlich bekannt und bewusst sind). Da ist man mitten in einem Nationalpark, dazu eingerichtet um ein schützenswertes natürliches Habitat zu bewahren und versucht mit Kohlestrom ein Haus halbwegs warm zu halten, das ungedämmt ist und befeuert damit zugleich den Klimawandel (selbstverständlich auch mit Flügen und Autofahren), der das Habitat gefährdert.. Man würde sich wünschen, dass wenigstens Sanparks es schafft, eine nachhaltigere Form der Bewirtschaftung der eigenen Unterkünfte auf die Beine zu stellen. Dass Sanparks das Knowhow dafür grundsätzlich hat (von der Heizthematik abgesehen), sieht man ja an diversen Unterkünften. Es fehlt halt ein wenig der gesamtheitliche Ansatz und natürlich das Geld.

Am Morgen frühstückten wir zunächst gemeinsam, dann fuhren wir wieder zunächst Richtung Ubejane Loop und dann über die Link Road auf den Rooiplaat Loop. Unsere Nachbar, ein älteres Ehepaar, teilte uns mit, dass in den letzten Tagen immer wieder entlang der Link Road Löwen gesichtet worden seien. Sie selbst waren übrigens seit über 40 Jahren regelmäßig in den Park und erzählten davon, wie sie mit ihren Kindern, als diese noch klein waren, im Park zelteten.

Für uns hielt die Link Road leider keine Löwen bereit, dafür erstmals im Park Kudus und ein einzelnes Erdmännchen auf Wache.








Oben auf dem Plateau gab es erneut Zebras und dann, wieder eine Gruppe Erdmännchen. So langsam kam uns das fast normal vor, überall auf Erdmännchen zu stoßen.. Dafür hatten wir zum Beispiel 2019 bei über 2 Wochem im KTP kein einziges zu Gesicht bekommen..






Außerdem sahen wir erneut größere Springbockherden, deren Mitglieder sich vereinzelt im Prunken übten (leider je nach Geschwindigkeit der eigenen Kamera nur sehr schwer zu fotografieren..).

Zurück im Camp machten wir uns ans Wäschewaschen (von Hand) und trockneten diese auf der Terasse. Heute wehte ein warmer Wind, was uns eine schnelle Trocknung erhoffen ließ.







Anschließend machten wir uns bei tiefer stehender Sonne auf zum Black Eagle Hike. Man kann hier innerhalb des Camps eine sehr schöne kleine Wanderung unternehmen, die einen entlang des Hügels oberhalb des Camps führt und die ich nicht genug empfehlen kann, wenn man die richtige Tageszeit wählt. Der Weg ist einfach, manchmal durch höheres Gras, und bietet traumhafte Ausblicke auf die Landschaft.















Auf dem Rückweg sahen wir noch eine Gruppe Klippschliefer in der Nähe des Pools.



Zum Abendessen gingen wir in das kleine, aber sehr nette und ordentliche Restaurant. Der Innenraum könnte schöner sein, mutmaßlich sitzt es sich bei wärmeren Temperaturen aber draußen sehr schön. Weder über Service noch über Essen konnten wir klagen.



Nachdem K1 im Bett war, wollte ich eigentlich die Gelegenheit nutzen, hier in spektakulärer Umgebung ein paar Astro-Fotos zu machen - jedoch ohne jegliche konkrete Planung im Vorfeld. Leider stellte sich recht schnell heraus, dass der Mond viel zu früh und zu groß aufging, so dass es nur kurze Übung war.







Nach all den Abenden in geschlossenen Räumen war es aber sehr schön, mal wieder einige Zeit im Freien der afrikanischen Nacht zu lauschen.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #31
Tag 24 18.05.2022 Mountain Zebra Nationalpark

Heute planten wir, in die uns bisher noch unbekannte Richtung Süden/Westen auf Kranskop Loop zu fahren. Der Loop soll vor allem landschaftlich interessant sein und weniger Tiere aufweisen.











Dies bestätigte sich auch. Der Weg führt ein Tal entlang immer weiter hinauf in die Berge.

Wir sahen einen Sperber, der sich brav fotografieren ließ und einen einsamen alten, mürrischen Büffel. Auch ein sehr scheuer Trupp Vervet Monkeys kreuzte die Straße.







An einem Aussichtspunkt konnte man aussteigen und sich ein wenig die Füße vertreten.





Danach trafen wir auf ein einsames Pavianmännchen auf Wanderschaft sowie - worüber wir uns sehr freuten - eine Gruppe Mountain Reedbucks.









Da der Loop oben am Plateau endet, drehten wir noch eine kleine Runde übers Rooiplatt mit Zebras und einigen Vögeln (ohne grandiose Bilder und ich kam leider noch nicht zum finalen Bestimmen/aktualisieren unserer Listen..).

Dann gings zum Mittagessen und Mittagsschlaf nach Hause. Den Nachmittag verbrachten wir mit Spielen auf der Terasse und Packen.

Auch wenn wir selbst nicht mehr auf Game Drive gingen, sahen wir immer wieder Tiere vom Zaun aus, u.a. eine Gruppe Hartebeest, die lange direkt vor dem Zaun graste.





Fazit Mountain Zebra National Park:

Der Park ist für ein paar Tage in traumhafter Natur abseits großer Touristenströme traumhaft. Man sieht genug Tiere und hat sogar die Chance auf Löwen, Geparde und Erdmännchen. Das Cheetah Tracking ist grundsätzlich sehr zu empfehlen, wir/ich hatten wohl einfach etwas Pech. Die Häuser sind sehr gut gestaltet und ausgestattet, das kleine Restaurant sehr zu empfehlen. Alles in allem definitiv einen Abstecher wert, vor allem weil er von den ganzen Standard-Routen an der Garden Route nicht weit entfernt liegt. Der Nachteil ist natürlich teilweise die hohe Lage sowie die eingeschränkte Zahl an Tieren, die hier zu finden sind.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #32
Tag 25 19.05.2022 Maclear - Woodcliff Country House

Heute sollte es vom Mountain Zebra National Park eine lange Etappe gen Osten bis oberhalb von Maclear geben. Diese Etappe war eines unsere Puzzlestücke zur Lösung des Rätsels, wie man die Wild Coast entlang kommt, ohne zu lange Etappen, zu wenig Nächte an einem Ziel und nicht unnötig viele Mehrkilometer durch lange Stichstraßen zur Küste zu haben.

Unser Plan war, im Landesinneren weitestgehend parallel zur Küste relativ geradeaus bis Maclear zu fahren, dort drei Nächte in einem Cottage in den südlichen Ausläufern der Drakensberge zu verbringen und dann von dort runter zur Küste nach Port St. Johns. Die Aufteilung/Fahrt würden wir wohl auch wieder so machen. Der Nachteil ist, dass man die südliche Wild Coast überspringt, der Vorteil, dass man sich die N2 dort spart.

Die im Internet und Führern verfügbaren Informationen über diesen Teil des Landes - das Innere der Wild Coast - sind extrem spärlich. Das, was man zu der Gegend um Rhodes und Maclear fand, klang aber eigentlich sehr vielversprechend. Zudem fanden wir über AirBnB die Woodcliff Farm, deren Cottage eine unglaubliche Lage hatte und einen sehr guten Eindruck machte. Ziel war, ein paar ruhige Tage in den Bergen mit ein paar kleineren Wanderungen.

Wir brachen zeitig auf und fuhren zunächst durch den Park nach Cradock. Auf dem Weg raus aus dem Park sahen wir zwei Ludwigstrappen und nochmals eine Gruppe Gnus.





Dann ging es von Cradock in Richtung Queenstown. Dort vermuteten wir den größten Supermarkt unserer Strecke und kauften für die nächsten Tage ein, was sich jedoch als deutlich zeitraubender herausstellte als geplant. Es war supervoll und man stand locker eine Stunde an der Kasse an. Wie meistens war ich mit K1 einkaufen gegangen, während meine Frau das Auto hütete. Die Wartezeit an der Kasse war jedoch recht unterhaltsam, da wir die einzigen Weißen im Laden waren und viele Kunden Spässchen mit K1 machten. Dennoch passte dieser lange Stop nur bedingt in unsere Zeitplanung.



Irgendwann ging es dann weiter über die R410 Richtung Elliot. Kurz hinter Queenstown wurden wir von der Polizei kontrolliert, die jedoch nur Unglauben über unser heutiges Reiseziel hatte. Ansonsten verlief die Kontrolle unproblematisch. Weiter ging es dann über die R56 über Ugie nach Maclear. Die Fahrt war nicht uninteressant. Die Straßen waren durchwegs in gutem Zustand, man fuhr viel durch kleinere Dörfer und die Gegend war insgesamt deutlich stärker be- bzw. zersiedelt als viele andere Gegenden Südafrikas. Wir sahen hier auch erstmals regelmäßig die für Kwazulu-Natal und Wild Coast recht typischen Rundhütten/Häuser. Insgesamt wirkte alles deutlich “afrikanischer” als in anderen Gegenden Südafrikas.

Je mehr wir uns Maclear näherten, desto bergiger wurde die Gegend. Am Horizont waren die Drakensberge bereits ein ständiger Begleiter.







Einige Kilometer vor Maclear kam uns ein LKW entgegen. Ein Stein flog hoch und traf genau unsere Windschutzscheibe mit einem schönen Steinschlag. Da fährt man zehntausende Kilometer quer durchs südliche Afrika, oft auch Gravel Road, und dann erwischt es einen auf einer vermeintlich vollkommen normalen Landstraße.. Leider zog sich rasch ein Sprung quer durch die ganze Scheibe..



Da wir nicht wussten, ob wir in der Unterkunft Empfang haben würden, hielten wir in Maclear an und kontaktierten Avis. Dies zog sich leider erneut etwas hin. Nach einigem hin und her kamen wir überein, dass das Auto getauscht werden sollte und wir den Tausch in drei Tagen am Flughafen in Mthata vollziehen sollten. Wir waren gespannt, ob das klappen würde.

Von Macear aus ging es auf der R396 weiter Richtung Norden in Fahrtrichtung Rhodes/Naudes Neck Pass. Kurz hinter Maclear endete der Teer und es begann eine extrem steinige Gravel Road. Die Oberfläche bestand zu mehr als 50% aus ca. 5-10cm großen Steinen, vermutlich war unter dem wenigen Erde und Sand rasch der blanke Fels. Hinzu kamen zahlreiche Schlaglöcher. Oftmals hatte die Piste mehr Schlaglöcher als feste Fahrbahn. Wir kamen mit unserem Van also nur sehr langsam voran und fürchteten, zum Steinschlag noch einen Platten dazu zu bekommen.

Landschaftlich war die Straße hingegen traumhaft und führte durch Bergwälder, die so auch in Mitteleuropa stehen könnten. Nachdem es tagsüber teilweise zugezogen war, fuhren wir jetzt im herrlichsten Abendlicht durch eine traumhafte Landschaft und sahen sogar noch eine Gruppe Buntböcke (vermutlich auf Farmgelände).











Nach ca. 13 Kilometern erreichten wir die Abzweigung zur Farm Pad, die nochmals ca. 9km lang gehen sollte.



In der Beschreibung bei AirBnB hieß es “High Clearance Vehicle Recommend, but doable in Sedan”. Nach Rückfrage teilte die Eigentümerin mit, dass ihre Töchter sie mit ihren Polos besuchen kommen, langsam aber machbar. Da der Suzuki Ertiga/Toyota Avensis über eine, für seine Klasse relativ vernünftige Bodenfreiheit verfügt (mehr als mancher SUV), gingen wir das Risiko ein.

Anfangs war der Weg gut zu fahren, nach einiger Zeit war der Mittelstreifen jedoch so hoch, dass man ständig versetzt mit einem Rad auf dem Mittelstreifen fahren musste, um nicht aufzusitzen. So ging es sehr langsam weiter voran. Auch einige größere Schlaglöcher erforderten eine exakte Linienführung, um nicht aufzusitzen. Zum Teil sah man, dass es sich um größere Bereiche getrockneten Schlamms handelte.

Der Weg führte in ein Tal, dass sich immer weiter verengte. Die Sonne war inzwischen hinter den Bergen verschwunden. Irgendwann erreichten wir das Farmhouse und erhielten noch einige Infos, dann ging es Vermieterin hinterher für weitere 2 Kilometer bis zum Cottage. Es gibt auch sehr schöne Übernachtungsmöglichkeiten direkt am Farmhaus, wir hatten uns aber bewusst für die Abgeschiedenheit entschieden.









Wir fuhren noch an einer Kuhweide vorbei und erreichten schließlich unser Haus. Die Lage ist wahrlich traumhaft. Zu drei Seiten Berge, weit von allem anderen entfernt. Im Sommer kann man im Fluss baden, es gibt zahlreiche Wanderwege und auch San-Felsenzeichnungen auf dem Farmgelände.






(Foto vom nächsten Tag)

Die Einrichtung ließ wenig zu wünschen übrig, sogar eine Waschmaschine gab es.





Wir luden aus, machten uns ein schnelles Abendessen und kamen erneut in den Genuss von Load Shedding. Wir waren rechtzeitig mit allem fertig geworden, so dass wir nun im Licht der Laternen “romantisch” unser Mal verzehren und uns bettfertig machen konnten.



Die Etappe war schon lang geplant, durch diverse Unwägbarkeiten aber letztlich nochmals länger geraten als geplant. Wir hatten ursprünglich mit einer Fahrzeit von ca. 5-6 Stunden kalkuliert, tatsächlich waren wir morgens um 08:00 aufgebrochen und hatten unser Ziel um 17:15 Uhr erreicht.. Glücklicherweise ließ sich K1 durchgehend gut beschäftigen und schlief zweimal unterwegs. Es zeigt aber exemplarisch, weshalb man nie zu lange Strecken planen sollte..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #33
Tag 26 20.05.2022 Maclear Woodcliff Country House

Die Nacht war zwar frisch gewesen, aber mit den verfügbaren Decken noch erträglich. Am Morgen waren die Berge hinter tief hängenden Wolken verschwunden. Dies entsprach leider auch dem Wetterbericht. Dieser hatte für die nächsten Tage ausgiebige Regenfälle angekündigt. Wir hatten im Vorfeld kurz erwogen, die Unterkunft zu Canceln und uns etwas anderes zu suchen, aufgrund der schwierigen Streckenführung und Unterkunftsauswahl in der Gegend waren unsere Alternativen aber sehr begrenzt. Wir hofften daher auf das Beste bzw. darauf, dass der Wetterbericht mit den unterschiedlichen Miko-Klimata in Südafrika nicht gut zurecht kam.

Da es noch nicht regnete, machten wir uns nach dem Frühstück auf einen kleinen Spaziergang weiter das Tal entlang auf dem Fahrweg.











Dies ist der Ausgangspunkt einiger Wanderungen auf der Farm. Wir gingen bis zu einer Furt und dann denselben Weg wieder zurück.











Trotz bzw. zum Teil auch wegen der Tief hängenden Wolken sah das Tal sehr interessant aus. Ohne die Wolken wäre es sicher nochmals deutlich spektakulärer gewesen.

Zurück am Haus beobachteten wir eine Zeit lang gemeinsam die Kühe.



Ab 13:00 Uhr setzte schließlich der Regen ein. Es regnete den ganzen Tag durchgehend stark. Der Weg zum Cottage bzw. zurück zum Farmhaus stand bereits jetzt tief unter Wasser.



Wir entzündeten ein Feuer (das hatten wir vorher noch nie nötig gehabt) und hofften, so die kalte und klamme Luft etwas zu erwärmen. Am Abend vorher hatte unsere Gastgeberin mit unserem Eintreten ein vorbereitetes Feuer entzündet gehabt.

Leider stellten wir bald fest, dass ganz schön viel Holz nötig ist, um das Feuer durchgehend am Laufen zu halten. Da der Holzkorb im Haus sich rasch leerte, wollte ich draußen neues holen, wie es uns unsere Gastgeberin gezeigt hatte. Leider war es nur sehr unzureichend gegen den Regen geschützt und sehr nass. Wir hofften, dass die Nässe nur oberflächlich ist und versuchten, einige Scheite am Feuer zu trocknen.

Auch heute kam wieder Load Shedding dazu..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #34
Tag 27 21.05.2022 Maclear Woodcliff Country House

Die Nacht war sehr kalt. Das Feuer war irgendwann aus. Immer wieder prasselte der Regen laut auf das Dach. K1 war sehr früh wach geworden und ich saß mit ihm im Wohnzimmer. Dies erwies sich als Glücksfall.

Ich spähte durch den Vorhang des Wohnzimmers und sah, dass der Regen aktuell nachgelassen hatte und alles recht neblig war. Zudem sah ich, dass 1-200m vom Haus entfernt 2 Kronenkraniche durch die Wiese stapften.







Mit diesen Vögeln hatten wir in Südafrika überhaupt nicht gerechnet. Wir kannten sie aus Uganda und konnten dort einige schöne Fotos von ihnen machen - meines Erachtens definitiv eine der schönsten Vogelarten überhaupt.

Ich versuchte daher, mich so gut wie möglich den Tieren zu nähern. Leider war das nicht ganz einfach, da alles sehr matschig war und man auf weiten Teilen der Wiese knöcheltief im Schlamm versunken wäre. Ich gab mir jedoch größte Mühe, trockenen Fußes näher zu kommen, so dass ein paar Fotos gelangen - auch wenn wegen des Lichts natürlich nichts überragendes.





Leider flogen sie irgendwann auf, zogen kreischend eine Runde über das Haus und ließen sich auf der Wiese hinter dem Haus nieder. Da es inzwischen wieder anfing zu nieseln, ging ich zurück zum Haus.



Das Nieseln hörte den ganzen Tag nicht mehr auf. So langsam begannen wir uns auch ein wenig Gedanken um unseren Rückweg zur Gravelroad bzw. zur Teerstraße zu machen. Auch heute morgen stand der Fahrweg tief unter Wasser. Die Wiese und alles waren sehr matschig und sumpfig.

Im Laufe des Tages kamen Farmarbeiter auf einem Hilux vorbei - und fuhren sich wenige Meter hinter unserem Haus so fest, dass sie bestimmt eine Stunde für die eigene Befreiung brauchten..

Wir malten uns diverse Szenarien aus und vertrauten darauf, dass es schon irgendeine Lösung geben wird. Eigentlich hatten wir vorgehabt, heute einen Ausflug zum Farmhaus zu machen, um dort den Empfang bzw. zu WLAN zu nutzen, um bei Avis in Mthata unseren morgigen Fahrzeugtausch in Erinnerung zu rufen. Da der Weg aber in so desolaten Zustand war, wollten wir es nicht wagen, ihn unnötig oft zu fahren.

Wir parkten das Auto so um, dass wir selbst bei weiterem Regen zumindest nicht schon beim Start feststecken würden und machten uns im Nieselregen daran, unser zu Beginn so schön sorgfältig gepacktes Auto wieder auszupacken und alles im Kofferraum zu sammeln, so dass einem Fahrzeugtausch am nächsten Tag nichts im Wege stand.

Leider erwies sich unsere Trocknungsaktion für das Holz nur als mäßig erfolgreich. Es wollte nie ordentlich brennen, entsprechend frisch war es durchgehend im Haus.. Hatte ich Load Shedding vergessen?

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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #35
Tag 28 22.05.2022 Umngazi River Cottages

Die Nacht war wie die Nacht zuvor. Auch jetzt prasselte immer wieder der Regen lange auf das Dach. Wir hatten inzwischen wenig Hoffnung, tatsächlich mit unserem Auto die Farm Pad für fast 10km bis zur Straße zurückzukommen..

Irgendwann war die Nacht vorbei und es sah weiterhin genauso aus wie die Tage zuvor. Wenigstens regnete es aktuell nicht.



Wir luden ein und rollten leicht bergab los. Bereits nach wenigen Metern kamen wir das erste Mal ins Rutschen. Die eigentlichen Fahrspuren waren nicht zu sehen, da zu 80% unter Wasser. Wenn man schräg auf dem Mittelstreifen fuhr - was nötig war, um nicht aufzusetzen - rutsche man regelmäßig seitlich ab. Mehrfach waren wir kurz davor, in einer schlammigen Passage stecken zu bleiben, doch mit dem richtigen Spiel aus Gas geben und vom Gas gehen behielten wir unseren Impuls immer bei.

Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn wir hätten anhalten müssen. Es war definitiv das fahrerisch herausfordernste meiner bisherigen Autofahrer-Karriere. Das Auto machte seinen Job aber verdammt gut. Die Automatik half, so dass es immer ein Spiel aus Lenken und Gaspedal war.

Irgendwann waren wir dann tatsächlich durch und sahen die Gravel Road. Ich hatte ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet. Insgesamt hatten wir am Ende für die gut 20km bis nach Maclear fast 2 Stunden gebraucht..



Fazit Woodliff Country House

Die Landschaft und die Lage sind absolut einmalig. Wir kamen bei unserer Ankunft bzw. der Anfahrt tatsächlich aus dem Staunen kaum mehr heraus. Theoretisch kann man extrem viel vor Ort unternehmen. Im Winter bzw. Herbst regnet es dort wohl häufig mehr und stark, so dass ich diese Jahreszeit, auch wegen der suboptimalen Heizsituation möglicherweise meiden würde. Wir hatten leider sehr viel Pech mit dem Wetter - das kann passieren, aber gerade wenn man wegen der Berge da ist, ist es natürlich schade, sie außer bei Ankunft nie zu sehen und keine Wanderung machen zu können. Es ist aber einer der Orte, wo man definitiv noch einmal hin möchte, um das verpasste nachzuholen. Ob es dazu jemals kommen wird, nachdem die Gegend fernab jeglicher Standard-Routen liegt, wird sich zeigen.

Aufgrund unserer Erfahrungen würden wir aber keinem dazu raten, ohne “richtigen” SUV oder noch besser Allradfahrzeug (bei Schlechtwetter) dorthin zu fahren, allein schon wegen der Nerven und Zeit..

Das Haus zeigt auch exemplarisch ein wenig den Umgang “der” Südafrikaner bzw. der Betreiber mit “Winter” bzw. Kälte. Klar ist: die wenigsten Häuser sind anständig isoliert. Oft gibt es einen Kamin, oft Heizdecken, manchmal Radiatoren oder elektrische Wandheizungen. In diversen Bewertungen (von Südafrikanern) war es als im Winter herrlich “cozy and warm” beschrieben. Mag sein dass wir als Europäer zu blöd oder verweichlicht sind. Aber wer darauf aufbauend Vorstellungen wie die einer mit dem Ofen schön aufgeheizten Alpenhütte im Winter hat (so lange Ofen an ist oder Wärme abgibt), liegt leider definitiv falsch. Es ist aufgrund der Konstruktion der Häuser (und Öfen) nahezu unmöglich, die Hütten “richtig” zu heizen. Man erwärmt lediglich ein paar Kubikmeter Luft rund um das Feuer. Brennt es herunter oder entfernt man sich davon, hilft es wenig. Mit der Kombination aus Feuer am Abend und Heizdecken nachts kann man es sich je nach Haus relativ erträglich machen (solange man sich nicht vom Feuer oder aus dem Bett entfernen möchte). Alles andere ist jedoch verdammt kalt/klamm. Es ist klar, dass das in vielen Bereichen eine Geldfrage ist, zum Teil aber wohl auch eine Mentalitätsfrage. Viele Hütten in den Alpen etwa oder Skandinavien sind genauso “einfach” gebaut wie viele Unterkünfte im südlichen Afrika. Was das Wohlfühlklima bei Kälte angeht, liegen dazwischen jedoch Welten..

All das soll nicht dem Meckern dienen, sondern als Warnung bzw. Ausdruck der Verwunderung über so große Unterschiede.

Nach Maclear ging es über Ugie weiter nach Mthata (zwischendurch auch noch durch dichten Nebel kurvig bergab..).







Man liest ja (heute noch viel mehr als damals) viel Negatives über den Ort. Auf uns wirkte er weitestgehend unspektakulär. Sehr zersiedelt, aber kein Vergleich mit dem Unwohl-Gefühl etwa entlang der N2 durch Kapstadt. Verkehr war zwar mehr, aber nichts extremes. Wir hatten für die Übergabe bei Avis eine Uhrzeit ausgemacht, waren aber noch 1-2 Stunden zu früh. Daher fuhren wir zunächst zum Shell Ultra City (nach Meinung vieler Südafrikaner der einzige sinnvolle Stop entlang der gesamten Wild Coast) zum Tanken und für einen kleinen Snack. Danach gings wieder ein Stück zurück zum Flughafen.

Dort wusste man natürlich nichts von unserem Austauschfahrzeug.. Der Filialleiter war jedoch sehr engagiert. Er hatte zwar ein paar Fahrzeuge da, jedoch nichts, dass für uns vom Kofferraum her gereicht hätte. Er versprach uns aber, exakt dasselbe Fahrzeug in zwei Tagen nach Port St. Johns zu bringen. Da der Riss in der Scheibe den ganzen Tag nicht größer wurde, hatten wir damit kein Problem.

Wir fuhren daher weiter über die R61 Richtung Port St. Johns. Die Straße war in einem sehr guten Zustand und teilweise landschaftlich traumhaft. Steile Hügel wechselten sich mit tiefen Tälern und vielen kleineren Dörfern ab. Das einzige, das sehr negativ auffiel, war dass unglaublich viele Raser unterwegs waren - so extrem war es bisher noch in keiner Gegend in Südafrika gewesen. Einige Kilometer vor Port St. Johns geht eine kleinere Straße entlang des Umngazi Rivers Richtung Küste ab. Diese war zwar geteert, aber von diversen Schlaglöchern geziert. Kurz wurden wir auch noch durch ein paar Kühe auf der Straße aufgehalten. Dann standen wir endlich vor dem Tor der Anlage.

Uns wurde mitgeteilt, wo wir unser Auto parken können und machten uns auf den Weg zur Rezeption. Wir checkten ein und erhielten als einzige Info den Weg zu unserem Cottage sowie das Angebot, unser Gepäck zu transportieren. Letzteres lehnten wir ab, da wir eine atypisch große Menge an Gepäck hatten und niemandem zumuten wollten, unseren ganzen Kleinkram rumzutragen. Wir bezogen unser Cottage mit schöner Aussicht zum Meer und schleppten sämtlichen Inhalt unserer Autos zum Cottage - was aufgrund der durchaus wärmeren Temperaturen dann doch unnötig schweißtreibend. Wir aßen ein paar verbliebene Reste zum verspäteten Mittagessen. Dann machte wir uns auf den Weg, die Anlage zu erkunden und etwas mehr Informationen zu besorgen, was hier wie wann wo geboten ist.








(Nach all dem Grau und Grau eine fast unwirkliche Aussicht)

Die Anlage verfügt zwar über eine nicht unerhebliche Zahl an Unterkünften, diese sind jedoch weit verstreut und liegen allesamt sehr schön. Die Anlage zieht sich vom Fluss den Hang hoch, so dass man überall eine schöne Aussicht hat. Die Häuser sind durch schön angelegte Fußwege verbunden, die Anlage strahlt einen schönen tropischen Flair aus.


(Der Fluss bei Ebbe)

Wir hatten mit der Buchung lange gehadert. Es handelt sich um ein Resort mit Vollverpflegung und - laut Homepage und Berichten - diversem gebotenen Programm. Wir hatten aber bis dato nicht einmal die Info, wann es denn wo was zu essen gibt, was inklusive ist, welche Touren/Aktivitäten aktuell geboten sind usw. Nach einem Besuch bei der Rezeption waren wir etwas schlauer. Dieses gewisse Informationsdefizit zog sich durch die gesamte Zeit unseres Aufenthalts. Das Resort wird nahezu ausschließlich von Südafrikanern besucht, davon auch viele Familien. Es handelt sich auch ausdrücklich um ein Familienresort mit Angeboten von Klein bis Alt, wobei es auch Unterkünfte und Bereiche gibt, die für Kinder Tabu sind. Man merkte, dass viele der Gäste Stammgäste sind (viele sind dort offenbar selbst als Kinder schon gewesen) und jeder Bescheid wusste, wie alles läuft, nur wir nicht.

An unseren ersten 2 Tagen war das Ressort wohl geschätzt zu 80% ausgebucht (auch ein paar Familien mit Kindern jeglichen Alters), danach maximal 40% (und nur noch Familien mit Kleinkindern - oft mit Oma und Opa). Es war ein sehr interessanter Einblick in das Leben der wohlhabenderen südafrikanischen Familien - etwa wie sehr viele Kinder daran gewöhnt sind, von wechselnden Nannys fremdbetreut zu werden, Unserer wäre auch ohne Sprachbarriere nie nach kurzer Zeit bei einer wildfremden Person geblieben in dem Alter - wobei die Nannys als auch sämtliches Personal durchgehend sehr freundlich und stets zu einem Späßchen mit den Kindern aufgelegt waren.

Wir erkunden die Anlage und verbringen etwas Zeit auf dem Spielplatz. Leider kommt es hier zum nächsten Unglück - K1 freut sich etwas zu sehr übers Schaukeln und landen ungebremst mit dem Gesicht in der Wiese.. Das ganze Gesicht voll Sand und Erde, zum Glück keine geplatze Lippe o.ä. und auch im weiteren Verlauf des Abends keine Anzeichen für eine Gehirnerschütterung.

Die Erkundungen dienten letztlich auch dazu, etwas Zeit totzuschlagen. Essen gibt es hier - als Menu mit Wahlmöglichkeiten und sehr lecker - immer erst ab 19:00 Uhr. Das ist für ein kleines Kind eher spät. Es gibt ein separates Kinderessen in einem separaten Haus bereits früher, was wir natürlich auch ausprobieren. Es wird sich wirklich Mühe gegeben. Die meisten südafrikanischen Kinder essen dort, gehen dann ins Bett und werden von den Nannys (oder der Oma) bewacht, während die Eltern in Ruhe abendessen. Es ist aber (da hatten wir mehrfach ausdrücklich nachgefragt und es entsprach auch unserem Empfinden) überhaupt kein Problem, dass Kinder beim Dinner mit am Tisch sind.

Wir ließen alles auf uns wirken und hofften auf etwas Erholung in den kommenden Tagen. Es sollte eine Art Urlaub vom Urlaub werden ohne Selbstkochen und ohne dass man Autofahren oder sich groß Gedanken um Pläne machen muss.

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zuletzt bearbeitet 06. Mai 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #36
Tage 29 - 32 23. - 26.05.2022 Umngazi River Cottages

Ich fasse die nächsten Tage mal vereinfacht zusammen, da es nicht so viel unterschiedliches zu berichten gibt.

Es gab jeweils ein sehr nettes um umfangreiches Frühstück, dass keinerlei Wünsche offen ließ. Mittags gibt es eine sehr große Anzahl frischer Salate oder leichte Sachen als Buffet, nachmittags gibt es süße Teile, Kuchen und Kaffee und Abends Menu. Wenn man alle Mahlzeiten wahrnehmen wollte, kam man also fast gar nicht dazu, sich groß zu langweilen.

Die Anlage selbst verfügt über keinen Strand, man kann sich jedoch per Boot in 1-2 Minuten aufs andere Flussufer übersetzen lassen, wo sich ein sehr langer und einsamer Sandstrand befindet. Wir fuhren gleich am ersten Vormittag zum Strand, da es sehr warm war, so dass man sogar etwas in Wasser konnte.








(hier sieht man die Anlage vom gegenüberliegenden Ufer aus)

Wir gingen zum Mittagessen zurück und machten anschließend Mittagsschlaf im Zimmer, um nachmittags nochmal zum Strand zu gehen - diesmal mit Badehose.







Sehr nett anzusehen waren die immer wieder vorbeikommenden Kühe am Strand. Sehr ikonografisch, leider mit dem Haken, dass es schwierig war, Flecken am Strand zu finden, die nicht von (natürlich längts getrocknetem) Dung übersät waren.













Leider war meiner Frau bereits in der ersten Nacht leicht schlecht und sie hatte Kopfweh. Tagsüber ging es, abends war es wieder schlimmer, so dass ich alleine mit K1 zum Essen ging.


(Beispielhaft ein Abendmenu)

Am nächsten Tag ging es ihr auch nicht besser, ich frühstückte alleine mit K1. Den Vormittag verbrachten wir auf Liegen am Fluss mit Lesen und Spielen, die Mittagspause wieder im Bett. Anschließend versuchten wir Avis wegen der Übergabe zu erreichen.





Zudem hatten wir nach unseren Nass-Kalt-Erfahrungen im Woodcliff Country House und dem aktuellen Wohlfühl-Programm große Sorgen, bei unserer geplanten nächsten Station in Underberg wieder 4 Tage lang zu frieren und nichts machen zu können und planten daher um. Wir konnten unsere Unterkunft in Underberg zwar noch kostenlos stornieren, der Rest der Planung war aber nicht gerade trivial. Wir entschieden uns schließlich für 2 Nächte Oribi im Lake Eland GR und 2 Nächte Mtunzini im Umlalalazi NR. Bei ersterem, wussten wir anhand von Berichten grob, was uns erwartet, zu Mtunzini fand man außer ein paar Google Reviews nahezu nichts, es klang aber sehr nett. Insgesamt war überraschend viel bereits ausgebucht, trotz Nebensaison.

In der folgenden Nacht hatte nicht nur meine Frau, sondern auch ich Bauchweh. Vormittags gingen wir wieder an den Strand.

Zudem versuchten wir erneut, Avis zu erreichen und erhielten die Auskunft, dass heute nachmittag jemand zum Austausch des Autos kommen werde. Wir warteten also nach dem Mittagessen auf das neue Auto, welches dann auch tatsächlich kam und vom Filialleiter persönlich abgeliefert wurde. Er sagte, er habe das Auto extra für uns aus Durban heranschaffen lassen.

Anschließend verbrahcten wir einige Zeit im “Creative Corner”, wo die Kinder unter Aufsicht spielen und basteln können und es allerhand zum Spielen gibt, auch Fahrzeuge etc. Einem deutschen Kindergarten mind. ebenbürtig und deutlich besser gestaltet/hochwertiger als die oft in Südafrika zu findenden Spielplätze/Jungle Gyms.

Am nächsten Tag hielten die Bauchschmerzen zwar weiter an, wir wollten uns aber trotzdem auf eine Wanderung machen, damit wir wenigstens etwas von der Umgebung kennen lernen. Es gibt diverse Wanderungen, geführt oder nicht geführt von hier. Leider ist auch hier die Informationslage ausbaufähig.







Der Weg führte am Steilufer entlang, das sichtlich beeindruckend war.




(Blick zurück ins Landesinnere)



So steile und dennoch grasbewachsene Hänge, die direkt zum Meer führen, waren uns ehrlich gesagt neu. Bisweilen musste man auch etwas aufpassen, da es doch recht steil direkt neben dem Weg herunterging.





Es wurde heute wieder nahezu heiß und wir schmolzen in der Sonne. Zudem waren wir - wohl wegen des Viruses, dass wir seit Tagen herumschleppten, alles andere als fit. Dennoch machte die Wanderung Lust auf mehr und wir würden sehr gerne mal längere Zeit in der Gegend verbringen (es gibt hier ja eine Reihe toller Wanderungen).



Nachmittags waren wir nochmal an Strand und versuchten uns im Sandboarden, dann waren unsere 5 Nächte Urlaub vom Urlaub bereits um..



Fazit Umngazi

Wir waren erst sehr skeptisch. Einerseits war der Preis trotz Nebensaison und Mid-Week-Special für unsere Verhältnisse echt hoch - wir zahlten insgesamt 191€ pro Nacht. Auch sind uns größere Anlagen, All-Inclusive etc. eher fremd - sowohl in Europa als auch in Afrika. Wir waren bereits ein paar mal für eine Nacht in einem “Resort” in Afrika und hätten uns nie vorstellen können, nur dort 5 Nächte zu verbringen.

Die Lage ist ab vom Schuss und vielen Standardrouten, aber es wird ein sehr entspanntes und angenehmes Klima geschaffen, man hat viel für Kinder jeglichen Alters, viel für die Eltern. Es wären durchaus noch mehr Ausflüge / Aktivitäten möglich gewesen, da machte uns einfach unsere Gesundheit ein wenigen einen Strich durch die Rechnung.

Die Unterkunft ist auch unter Berücksichtigung der Lage durchaus etwas besonderes. Es gibt zwar die gesamte Wild Coast entlang eine Reihe von (oft langjährigen) Unterkünften. Diese sind jedoch oftmals eher einfach (wertungsfrei). Hier wird definitiv ein höherer Standard und mehr Luxus geboten, ob mit oder ohne Kindern. Wenn man keine Kinder mag, sollte man wohl hier besser die südafrikanischen Ferien meiden, ansonsten verteilt sich alles recht gut und die Kinder sind im allgemeinen sehr gut beschäftigt mit den zahlreichen Aktivitäten. Das Abendessen ist nahezu kinderfrei - auch die älteren Kinder essen wohl lieber das Kinderessen und machen dann ihr eigenes Ding im Haus mit Nanny, als mit Mama und Papa beim Wein zu sitzen.

Das Essen war durch die Bank sehr gut und abwechslungsreich (und zeigte uns, dass es in Südafrika mehr gibt als Fleisch/Fisch und Pommes). Es wurde super mit den Kindern umgegangen. Auch die anderen Gäste waren alle sehr angenehm, auch wenn wir offensichtlich die Exoten waren und oft ausgefragt wurden. Es bot uns auf jeden Fall einen interessanten Einblick in die Kindererziehung wohlhabender Südafrikaner.

Letztlich sprang der Funke aber total über und wir wünschen uns sehr, einmal wieder vorbeikommen zu können. Wir überlegen immer wieder, wie wir es nochmal einbauen können, aber die Lage fernab von Standard Routen macht es nicht einfach, zudem sind die Preise natürlich weiter gestiegen und mit 2 Kindern >2 zahlt man natürlich noch mal mehr.. Auch wäre es natürlich schön, bei durchgehendem Badewetter da sein zu können..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #37
Tag 33 27.05.2022 Lake Eland Game Reserve

Heute hieß es Abschied nehmen von Umngazi. Wir hätten es hier sehr gut noch ein paar Tage länger ausgehalten, wenn nicht der Geldbeutel und die weite, noch bis zum Kruger NP vor uns liegende Strecke uns zurückgehalten hätten.

Ursprünglich hatten wir ab heute für 4 Nächte ein Haus bei Underberg gemietet, um die Drakensberge etwas näher kennenzulernen. Nach unseren Erfahrungen mit - selbst nach Rückversicherung und Rückfragen - “cosy & warm”-Vorstellungen von Südafrikanern hatten wir zu viel Sorge, einfach vier Tage erneut zu sehr zu frieren und daher umgebucht. Es war nicht ganz trivial gewesen, diese vier Nächte zwischen Umngazi und Hluhluwe-Imfolozi sinnvoll aufzuteilen, zuletzt hatten wir uns dafür entschieden, für zwei Nächte zur Oribi-Schlucht zu fahren und im Lake Elang Game Reserve zu übernachten sowie für zwei Nächte nach Mtunzini ins Umlalazi NR zu fahren.

Zunächst ging die Fahrt an Port St. Johns vorbei - was im Vorbeifahren einen ganz vernünftigen und tropischen Eindruck machte - Richtung Kokstadt.



Die Strecke war sehr kurvig und wies einige Schlaglöcher auf. Es war auch zum Teil nicht wenig Verkehr unterwegs. Besonders extrem war es in und um Lusikisiki. Hier schoben wir uns im Schritttempo über Speed-Bumps, um parkende Busse und durch Menschenmengen. Definitiv die bisher “afrikanischste” Erfahrung in Südafrika. Es hätte dort aber diverse Einkaufsmöglichkeiten gegeben, die auch ganz vernünftig aussahen von außen.

In Kokstadt angekommen besuchten wir mal wieder mangels größerer Alternativen den neben der Tankstelle befindlichen Wimpys für ein schnelles Mittagessen, ehe es auf der N2 weiter Richtung Nordosten ging. Auch diese Strecke fiel durch extrem viele Raser und riskante Überholmanöver negativ auf. Es war durchgehend einspurig ohne Mittelstreifen und viel Verkehr, gleichwohl wurde fortlaufend von beiden Seiten überholt.

Irgendwann ging es ab auf eine Gravel Road, die jedoch in einem eher erbärmlichen Zustand und voller Schlaglöcher war. Es war nirgendwo ein Schild zum Reserve oder zur Schlucht zu sehen. Wir zuckelten also unendlich lange (genau genommen nur ca. 17km) die Piste entlang, vorbei ein vereinzelten Häusern und über ein paar Hügel.





Als wir schon meinten, wir hätten uns offenbar doch verfahren, sahen wir plötzlich das Gate und ein Schild, das aus der anderen Fahrtrichtung her auf das Reserve hinwies. Später stellten wir fest, dass das Reserve recht gut ausgeschrieben ist (mit guter Straße) - aber nur aus Richtung Durban kommend, nicht aus Richtung Süden.

Wir gingen zur Rezeption, checkten ein und erhielten unsere Schlüssel für ein “5-Sleeper-Cottage” direkt am See. Es war recht dunkel und rustikal, auch die Ausstattung war eher naja. Für einen Preis von 106€ pro Nacht definitiv zu viel. Leider gab es keine kleineren Hütten mehr verfügbar. Etwas mehr Abstand zum Nachbarhaus wäre vielleicht auch noch schön gewesen.

Die Lage selbst ist jedoch sehr schön, wie wir auf einem kurzen Spaziergang rund um die Häuser feststellen konnten. Es sind lediglich an 2-3 Orten im Reserve ein paar Häuser gesetzt ohne Zäune o.ä. Im Reserve selbst gibt es diverse Antilopenarten, man sieht auch von der eigenen Terasse aus immer wieder Zebra- oder Impalaherden.





Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #38
Tag 34 28.05.2022 Lake Eland Game Reserve

Der Morgen begann sehr neblig mit einer schönen Stimmung über dem See.





Nach dem Frühstück fuhren wir durchs Reserve zur Oribi-Schlucht. Unterwegs sahen wir zahlreiche Zebras und Buntböcke und etwas entfernt die ersten Giraffen des Urlaubs.







Man kommt vom Reserve aus zu einigen Aussichtspunkten in die Schlucht, zudem gibt es hier eine schöne Hängebrücke über einen Seitenarm der Schlucht. Es gibt im Reserve auch eine beliebte Zipline und angelegte Fahrrad- oder Rollerrouten.









Die Schlucht ist recht nett, sicher kein Grund um extra in die Gegend zu fahren, aber wenn man dort ist, definitiv einen Besuch wert. Erst im Zuge der Vorbereitungen unserer Reise 2025 und dem Erwerb eines guten Wanderführers für Südafrika habe ich gesehen, was für tolle Touren man in der Schlucht hätte machen können.. Da kann KZN ezemvolo echt mal etwas mehr und bessere Öffentlichkeitsarbeit betreiben..



Nach dem Besuch von Hängebrücke ging es natürlich noch auf Toilette, eher wir wieder zurück zu unserem Cottage fuhren, wobei wir erneut Zebras, Buntböcke und Gnus in schöner Berglandschaft sahen.









Zum Mittagessen probierten wir das Restaurant vor Ort aus, welches relativ gut besucht war. Nichts spektakuläres, aber nett gemacht, gute Aussicht und preislich fair. Es gibt einen Spielplatz und Trampolins.

Am Abend machten wir uns auf zu einem kleinen Game Drive durchs Reserve. Wir sahen wieder Zebras, Gnus und diesmal auch Impalas (die hatten wir zuvor bereits von der Terasse aus beobachten können).









Ein Sekretär marschierte längere Zeit vor uns auf der Straße entlang.



Sehr gefreut haben wir uns dann über ein paar Elands, die nahezu direkt an der Straße und tiefenentspannt waren.





Fazit Lake Eland Game Reserve

Die Übernachtungsmöglichkeiten in direkter Nähe zur Schlucht sind nicht sehr vielfältig. Am Südende gibt es ein KZN-ezemvolo Camp, jedoch wohl nur Camping. Es gibt ein paar hochpreisige Lodgen oder man nächtigt an der Küste - alles südlich von Port Shepstone soll wohl ganz in Ordnung sein. Das Reserve selbst ist ein netter Zwischenstop. Es gibt Tiere, man kann sich bewegen, es ist alle gut organisiert. Die Zufahrt aus Richtung Durban ist deutlich besser. Es gibt viele mögliche Aktivitäten. Nur bei den Unterkünften stimmt das Preisleistungsverhältnis leider nicht so ganz. Vielleicht hatten wir da aber auch einfach etwas Pech mit unserer kurzfristigen Buchung
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #39
Tag 35 29.05.2022 Mtunzini - Umlalazi NR Log Cabin

Heute ging es bereits wieder weiter - mehr Zeit hätten wir hier aber auch nicht unbedingt gebraucht (außer zum Wandern, wenn man das gewusst hätte.. - die Schlucht selbst ist nämlich traumhaft - siehe sogleich). Wir fuhren diesmal den anderen Weg Richtung N2. Wenige Kilometer außerhalb soll es einen netten Farmstall geben (Mac Valley Farmstall), der jedoch leider geschlossen war. Schade, ich hatte mich auf den angepriesenen guten Kaffee als Start für die Fahrt gefreut.

Kurz danach ging der Weg direkt runter in die Schlucht und führte dann im Tal weiter. Von unten sah die Schlucht ehrlicherweise deutlich netter aus als von Oben..







Der Rest der Fahrt ist schnell erzählt. Die N2 ist ab hier autobahnmäßig ausgebaut, so dass wir ohne Probleme und mit mäßigem Verkehr an Durban vorbei bis nach Mtunzini fuhren. Einige Wochen zuvor hatte es massive Unwetter gegeben, die zu zahlreichen Toten und auch Sperrungen weiter Abschnitte der N2 rund um Durban geführt hatten (auch das Toyota-Werk in Südafrika wurde seinerzeit überflutet, was die Lieferengpässe seinerzeit nochmals verstärkte). Bis auf ein paar einspurige Abschnitte und Baustellenbereiche war hiervon jedoch glücklicherweise nichts mehr zu merken. An ein paar Stellen sah man Spuren von Erdrutschen.

In Mtunzini gingen wir zunächst im örtlichen Spar einkaufen und dann im Clay Oven (?) essen (das Restaurant ist wohl inzwischen geschlossen, obwohl es echt gut, nett und wohl recht gut besucht war).

Dann machten wir uns auf den Weg zum Umlalazi NR direkt neben der Stadt. Wir wussten nicht so wirklich, was uns erwartet, da es relativ wenig Bewertungen zu den Unterkünften gab. Andere Übernachtungsoptionen waren entweder nicht überzeugend oder deutlich teurer - wobei unsere Hütte immerhin auch 71€ kostete. Eine wirkliche Rezeption gab es nicht, man bekommt den Schlüssel direkt am Gate zusammen mit einer Anfahrtsbeschreibung.

Wir fanden unsere Hütte rasch, sie liegt mit einigen anderen hübsch im Wald wenige hundert Meter vom Meer entfernt. Beim Betreten des Hauses machte sich ein sonderbarer Geruch bemerkbar. Als ich weiterging, sah ich etwas im schummrigen Halbdunkel glimmen und glühen - die Herdplatte.. Das hätte mal gehörig schiefgehen können.

Die Hütte selbst war innendrin vollgestopft mit Möbeln (typisch Südafrikanisch: groß und klobig), so dass man nicht einmal durch den Wohnbereich gehen konnte, ohne zwischendrin entweder Lounge-Sessel oder Barhocker in die eine oder andere Richtung zu schieben. Der Boden klebte und vieles machte einen sehr heruntergekommenen Eindruck, das Bad war schimmelig, auch die Küche war nicht sehr lecker.. Zudem stank es sehr intensiv nach Insektenschutzmitteln. Wir waren ehrlich gesagt (trotz vieler Erfahrungen auf Reisen) doch etwas angewidert.









Für einen positiveren Eindruck beschlossen wir, zunächst zum Strand zu gehen und dann zu entscheiden, ob wir hier bleiben wollen und können.

Zum Strand führte ein Fußweg von wenigen hundert Metern. Der Strand selbst ist ein wilder, endlos weit wirkender Sandstrand, an dem wir die Zeit bis zum Sonnenuntergang verbrachten bei angenehmen Temperaturen, aber kräftigem Wind. Wir entschieden, die eine Nacht durchzustehen in der Hütte und buchten für die nächsten zwei Nächte das Mtunzini B&B.











Auf dem Rückweg zur Hütte beschlossen wir, noch nachzusehen, ob denn die Waschmaschinen, die es hier laut Homepage und Karte geben sollte, funktionsfähig sind. Tja, das waren sie vielleicht vor vielen Jahren mal..

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Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2025 · #40
Tag 36 29.05.2022 Mtunzini B&B

Die Nacht war unspektakulär. Wir frühstückten und packten unsere Sachen ins Auto. Anschließend fuhren wir bis ans Ende des Parks, wo es einen Board-Walk durch einen der letzten intakten Mangroven-Wälder Südafrikas gibt. Hier mündet der Mlalazi-River ins Meer.







Dieser ist sehr zu empfehlen. Man sieht - je nach Wasserstand - jede Menge Muscheln und Krabben. Einer der Gründe für mich, hierher zu fahren, war, dass es hier Winkerkrabben gab. Die fand ich von Kindesbeinen an immer unglaublich faszinierend, so dass wir unbedingt die Chance nutzen wollten, nach ihnen zu suchen.

Der Weg schlängelt sich schön durch die Mangroven, mal näher am Fluß, mal tiefer im Wald.





Es gibt auch Stellen mit festerem Untergrund, wo wir ein Buschbock (?) fanden.



Man sieht zum Teile unzählige Krabben, hauptsächlich drei verschiedene Arten. Ich hatte den Versuch unternommen, sie für ein Fotobuch näher zu bestimmen, aber es gibt insgesamt knapp 20 Arten von Winkerkrabben, die sich zum Teil wohl recht ähnlich sehen..







Etwas überrascht war ich davon, wie klein sie zum größten Teil sind. Es gibt sicher auch größere, aber im Fernsehen wirken sie immer deutlich größer (genauso erging es uns beim ersten Mal mit Erdmännchen auch).



Ein weiteres (vom Board Walk aus schwer zu fotografierendes) Highlight aus Tierfilm-Kindheit wartete ebenfalls noch auf uns: Schlammspringer! Damit hatte ich nicht gerechnet, umso größer war die Freude über diese (zugegebenermaßen in Natur etwas unspektakulären) Fische.



Nach Abschluss der Runde machten wir eine kleine Wanderung durch den Küstenwald.





Es gibt insgesamt im und um das Reserve eine Reihe schöner, mal besser und mal schlechter markierter Wege. KZN ezemvolo kümmert sich hierum wohl überhaupt nicht, jedoch gibt es eine offenbar sehr aktive Tourismusvereinigung aus Mtunzini, die auch eine schöne Karte hierzu herausgibt (gibt es bei vielen Unterkünften).

Der Weg führt durch wunderschönen Wald. Auch dieser Wald ist eine der wenigen Küstenwälder, die noch im Naturzustand erhalten sind.

Man überquert einen Nebenlauf des Flusses, der hier eine Art Lagune oder Kanal gebildet hat hinter den Dünen, bevor man über die Dünen zu einem anderen Strandabschnitt gelangt.





Hier passiert, wovor Eltern überall immer Angst haben.. Auf dem Steg über den Fluss liegen jede Menge lecker aussehender, kirschgroßer Früchte herum. Während einer mit Fotografieren beschäftigt ist und einer mit kucken, landet eine Beere zielgerichtet im Mund von K1 und von dort im Magen. Also möglichst schnell Baum finden, Baum identifizieren und Giftigkeit überprüfen.. Ich tue mich mit der Bestimmung von Bäumen immer extrem schwer, wir finden jedoch beide (ich weiß gar nicht mehr auf welchem Weg - eine App mit Bäumen hatten wir zu dem Zeitpunkt nicht) heraus, dass es wohl maximal zu Bauchschmerzen und Übelkeit führen sollte. Heutzutage wäre die Bestimmung (Internet vorausgesetzt) dank Apps wie Flora Incognita oder ObsIdentify deutlich einfacher..

Am Strand ist es heute jedoch deutlich ungemütlicher, weil der Wind nochmals stärker weht.





Auf dem weiteren Weg im Wald sehen wir “mal wieder” einen Narina Trpgon, leider ebenso schwer zu fotografieren wie sein Verwandter aus Wilderness.

Der Wald selbst steckt voller Leben - Insekten, Würmer, Schmetterlinge und hat eine sehr tropische Anmutung. Man könnte genausogut in Uganda sein.







Nach der Wanderung beschließen wir, da es noch zu früh zum Einchecken ist, unserer Hütte nochmals einen Besuch abzustatten und auf der Terasse mittagzuessen.



Diese erweist sich als echt schön, die Möbel sind gut, die Aussicht in den Wald ist sehr schön. Wir sitzen im Halbschatten und genießen die Ruhe.

Danach fahren wir zum Gate, geben unseren Schlüssel ab mit der Bemerkung, dass es schmutzig und eklig sei und fahren die wenigen Meter zu unserer Ersatzunterkunft. Der Unterschied könnte nicht größer sein. Wir werden freundlichst vom Betreiber-Ehepaar begrüßt. Als wir ihnen von unserer letzten Übernachtung erzählen, beklagen sie, dass die Parkverwaltung alles verkommen lasse, wie viel Potential das Reserve hätte und dass viele Leute im Ort seit Jahren dagegen ankämpfen.









Das Haus liegt in einem wunderschönen Garten in einer kleinen Seitenstraße, jedoch keine 5 Minuten zu Fuß vom Supermarkt. Unser Zimmer ist überschaubar, aber sehr komfortabel und sauber. Einzig die “Küchenzeile” ist etwas euphemistisch umschrieben. Die einzige Kochmöglichkeit stellt eine Mikrowelle sowie eine elektrische Pfanne dar.

Wir gehen nochmals zu Fuß (welch ein Luxus in Südafrika) zum Supermarkt um ein paar vergessene Sachen zu kaufen. Wir waren die ganze Zeit im T-Shirt unterwegs, abends wird es jedoch schon merklich frisch. Das fällt natürlich sofort unseren Vermietern auf und sie meinen, wir müssten extrem abgehärtet sein, weil es zur Zeit so kalt sei wie normalerweise nie im Winter, höchstens alle paar Jahre mal..



Dank Internet finden wir heraus, wie wir in der Mikrowelle Nudeln kochen können und bereiten in der Pfanne die passende Bolognese dazu vor - “Not” macht erfinderisch.

Anschließend setzten wir uns noch kurz ins Freie mit einem Glas Wein, aber mussten aufgrund der Temperaturen bald ins Haus fliehen.
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