leofantThemenstarter754 Beiträge · seit 201030. Nov. 2023 · #1
Liebe Fomis, nach gefühlten 100 Jahren bin ich wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Manche mögen sich daran erinnern, dass ich früher mal einen „tierischen Adventskalender“ eingestellt habe. Als das blöde Virus auftauchte, mussten meine Frau und ich relativ kurzfristig unsere gebucht Reise nach SA absagen (wegen der Grenzschließungen) und ich bin damals in eine tiefe Depression mit akuten Afrika-Entzugserscheinungen gefallen. Das hat sich – mit einem Neubeginn im September 2022 positiv geändert und jetzt bin ich wieder guter Dinge, zumal wir im März 2023 noch einmal in Botswana unterwegs waren und die nächste Reise im April 2024 schon fest gebucht ist. Aus diesem Grund habe ich wieder Lust, diese „alte Kalender-Tradition“ aufleben zu lassen. Allerdings war ich sehr faul. Aus einem älteren Fotobuch habe ich einfach pdfs generiert und Screenshots der einzelnen Seiten gemacht. Dadurch hat zwar die Qualität etwas gelitten, aber für einen virtuellen Kalender langt es – finde ich zumindest – trotzdem. Das Fotobuch beinhaltet 100 Seiten, also kann ich an jedem Tag etwa 4 Bilder präsentieren. Bei den einzelnen Fotos habe ich kurze Kommentare zu der jeweiligen Situation, in der die Aufnahmen gemacht wurden, verfasst, oder ich habe Auszüge aus meinen damaligen Reisetagebüchern eingestellt. Diese Abschnitte erklären, wie es zu den Fotos kam. Für zarte Gemüter mögen manche Beschreibungen etwas brutal wirken, aber die Wildnis ist nun mal wild. Und daran will ich auch bei meinen Beschreibungen einzelner Begebenheiten nichts ändern. Ich hoffe, die Tierbezeichnungen auf den jeweiligen Fotos sind korrekt und ihr werdet euch nicht langweilen. Liebe Grüße Walter
Seite 1 Einführung: Die sechs kleinen Bilder entstanden an diesen Orten: 1. Chobe River – zu bestimmten Zeiten brüten dort die Bienenfresser 2. Mana Pools NP - dort darf man ja aussteigen und mit Guide Bono habe ich mich absolut sicher gefühlt 3. Luangwa River 4. Okavango Delta 5. Chobe Riverfront (mit Guide und Freund John) 6. Chobe Riverfront (mit Guide und Freund Tefo) Diesen beiden Jungs habe ich viele – wie ich finde – schöne Fotos zu verdanken. Die haben sich immer genauso gefreut wie ich, wenn es ab und zu mit einem außergewöhnlichen Bild geklappt hat. Zur Belohnung haben sie jedes Jahr ein Fotobuch bekommen. Das hat sie zusätzlich motiviert. Morgen – also am 01.12.2023 – geht es dann los mit dem Kalender… 🙂
Champagner8'684 Beiträge · seit 201030. Nov. 2023 · #2
Ja hello Walter, schön mal wieder etwas von dir zu sehen und zu lesen - mit Ruth habe ich während eurer letzten Tour mal kurz geschrieben!
Wirst du immer etwas zu der Jahreszeit dazu schreiben? Da ich ja nun unabhängig von den Schulferien bin, würde ich gerne, sobald ich mal das Katzenbetreuungschaos daheim im Griff habe, eine Reise nach Botswana zu einer anderen Jahreszeit planen (liegt aber alles in sehr weiter Ferne) und daher freue ich mich aktuell über Bilder davon.
Mein Gott Walter, jetzt bin ich aber froh 😄 dass meine Befürchtung "das Jahr gibts vielleicht keinen Kalender im Forum" komplett daneben gelegen bin 😁 . Umso mehr froh, dass es dir wieder gut geht 🤩 Jetzt mach mal fürsi 😘 Grüessli auch an deine dir tapfer zur Seite stehenden Frau von der Margitta
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Gromi schrieb:Mein Gott Walter, jetzt bin ich aber froh 😄 dass meine Befürchtung "das Jahr gibts vielleicht keinen Kalender im Forum" komplett daneben gelegen bin 😁 .
leofantThemenstarter754 Beiträge · seit 201001. Dez. 2023 · #6
Hallo meine Lieben, das ist aber schön, dass ihr euch noch an mich erinnert 🙂 Dann hoffe ich mal, dass ich den Erwartungen einigermassen gerecht werde. Liebe Bele, selbstverständlich habe ich mir deinen Wunsch zu Herzen genommen, bin die Bilder noch einmal durchgegangen und habe den jeweiligen Aufnahmemonat vermerkt. Als "Teilzeitretner" habe ich ja für so etwas Zeit 😄 😄 Dann fangen wir doch gleich damit an:
Türchen Nummer 01
Seite 2 - Zeitpunkt: November Ich bin unterwegs mit Phil, dem ehemaligen Besitzer der Garden Lodge in Kasane. Wir befahren den Chobe Fluss zwischen der Chobe Game Lodge und der Chobe Savanna Lodge. Entlang des Steilufers kommen auch am Vormittag die Elis gerne ans Wasser, um zu trinken und zu baden. Eine Herde bewegt sich in unsere Richtung und Phil lässt das Boot neben einem alten umgestürzten Baum ganz sanft am Ufer „auf Grund laufen“. Der Motor stoppt und es herrscht eine angenehme Ruhe. Ich habe jetzt einen völlig ruhigen Standpunkt und muss nur noch warten, bis das erste neugierige Tier durch „das Fenster“ lugt – und schon ist das Bild im Kasten. Ich mag die Bildkomposition. Die Spuren im Stamm des alten Baumes passen sehr gut zur Haut des Elefanten.
Seite 3 Zeitpunkt: Mai Eine wirklich lustige Situation. Wir fahren auf der Upper Road, als wir Mutter und Kind nahe am Pistenrand entdecken. Während die restliche Herde sich in den umliegenden Mopanebüschen den Bauch vollschlägt, steht die kleine Familie etwas abseits. Wir stoppen, Guide John checkt das Verhalten der Mutter, sie bleibt völlig entspannt. Der Kleine, der eben noch vor sich hindöste, will sich wohl vor uns wichtigmachen. Er möchte schnell aufstehen und zeigen, wie groß er schon ist, aber das misslingt gründlich. Ich wiederum habe meinen Spaß bei der Sache.
Seite 4 Zeitpunkt: April Wir haben am frühen Morgen das Camp Okavango verlassen und cruisen in Richtung Buffalo Island, um einen Bushwalk zu machen. Hinter einer Flussbiegung kommt uns dieser Bulle entgegen. Guide Zakes drosselt sofort die Geschwindigkeit, der Motor tuckert jetzt im Leerlauf und wir treiben langsam auf den Eli zu. Der Bulle erschrickt kurz, dann wühlt er mit seinem Rüssel das Wasser auf. Ein klares Zeichen, dass wir ihn stören. Ich war vorbereitet und kann deshalb dieses nette Bild machen, bevor Zakes ein Stück zurücksetzt und der Eli seinen Weg in Richtung Ufer ändert.
Seite 5 Zeitpunkt: November Während die meisten Touristen morgens mit dem Auto die Chobe Riverfront „unsicher“ machen und am Nachmittag der Fokus auf der Bootstour liegt, bin ich gerne mit „meinen“ Jungs am Vormittag den Chobe entlanggefahren. Dann sind nur wenige Boote unterwegs und viele Tiere wirken entspannter. So auch in dieser Situation. Die Elis haben ihren Spaß beim Baden und Herumalbern, während wir – als einzige Zuschauer in der Nähe – das Schauspiel genießen. Ich finde, dieser Eli blickt mich an und sagt zu mir: Schau mal, was ich alles kann. Leider hatte ich kein Leckerli für ihn dabei 😄
Seite 6 Zeitpunkt: April Es ist Nachmittag, wir passieren den sogenannten Leopard Rock und fahren südlich in Richtung Savuti Marsh. An einem der Wasserlöcher, die sich unweit der Piste befinden, hat sich eine Löwenfamilie eingefunden. Die Katzen trinken in aller Ruhe – wer würde es auch wagen, sie zu stören? Da betritt ein Elefantenbulle die Szenerie. Zunächst begnügt er sich mit dem kleinen Wasserloch nebenan. Plötzlich hält er inne und beobachtet die Löwen. Man kann spüren, wie er nachdenkt. „Moment mal, wieso haben DIE DORT eine schönere Stelle? Das geht ja gar nicht! Also rennt er mit viel Getöse durch das Wasser. Die Löwen lassen sich tatsächlich beeindrucken und räumen zunächst das Feld. Dann aber wird ihnen bewusst: Wir sind doch viel mehr! Das können wir uns nicht bieten lassen! Also drehen sie um, mit dem ausgewachsenen Löwenmann an der Spitze. Der Eli macht eine Vollbremsung und leitet den Rückzug ein. Dann aber attackiert er noch einmal. Am Ende einigt man sich auf einen Waffenstillstand am großen Wasserloch. Die Löwen trinken auf der einen Seite, der Bulle – mit einigem Abstand – auf der anderen Seite.
freshy3'883 Beiträge · seit 201101. Dez. 2023 · #7
Hej Walter, der Dezember fängt richtig gut an! Geht es so umfangreich weiter? Das fände ich wirklich toll. Da ich jetzt meinen Pflichten als "Vollzeitrentnerin 😄 " nachkommen muss, werde ich mich erst heute Nachmittag in den Lesegenuss vertiefen.
was für wunderschöne Bilder zeigst du uns! Der kleine Elefant ist zuckersüß - ich möchte am liebsten SOFORT wieder dorthin. Danke und ich bin schon auf morgen gespannt!
Viele Grüße von Tanja
leofantThemenstarter754 Beiträge · seit 201002. Dez. 2023 · #9
Hallo freshy, jaja, ich kenne das sehr gut. Da meint man, das Rentnerdasein wäre unbeschwert und ohne Zeitdruck, aber die Realität sieht ganz anders aus 😗 Was meine Bildkommentare anbetrifft: Manchmal sind es kurze Beschreibungen, manchmal sind es kleine Geschichten. Ich freue mich natürlich wenn sich einige Fomis die Zeit nehmen (können) und die Geschichten lesen. @tanja genau das möchte ich! Euch antriggern, damit ihr so schnell wie möglich wieder nach Afrika reist 😉
Und hier geht es weiter
Türchen Nummer 02
Seite 7 Zeitpunkt: November Und wieder sind wir an der Chobe Riverfront. Eine Elefantenherde läuft gemächlich zum Wasser, um sich abzukühlen. Wir beobachten sie aus einiger Entfernung. Plötzlich werden wir durch lautes Trompeten auf der anderen Seite unseres Fahrzeugs abgelenkt. Ein jugendlicher Eli stürmt mit Hochgeschwindigkeit direkt auf uns zu. Kurz vor unserem Fahrzeug dreht er ab, läuft einen Bogen und trifft wenig später auf die Herde am Wasser. Scheinbar hat er getrödelt und als die Herde für ihn außer Sichtweite war, hat er die Nerven verloren und wollte nur eins: Zurück zur Familie!
Seite 8 Zeitpunkt: Oktober Es ist Nachmittag an der Chobe Riverfront. Eine Elefantenherde zieht ohne Hast am Flussufer entlang. Manchmal stoppen die Tiere, um an den Blättern und Zweigen der Büsche zu knabbern. Der kleine Eli bemüht sich, immer in der Nähe der Mama zu bleiben, so hat er es gelernt. Wie man auf dem Bild sieht, ist das nicht immer so einfach. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob Junior tatsächlich dicht bei Mama sein wollte, oder ob er gerade die Zeit für ein paar Dehnübungen genutzt hat 😄
Seite 9 Zeitpunkt: April Das Madikwe Reservat in Südafrika ist ein privates Tierreservat. Das hat den Vorteil, dass wir – natürlich in Begleitung eines Guides – unsere Pausen überall machen können. In diesem Fall handelt es sich um einen Stopp am Nachmittag. Während wir unseren Tee bzw. Kaffee trinken und ein paar Cookies essen, knackt es im Busch und eine Elefantenherde erscheint in unserer unmittelbaren Nähe. Sofort gehen unsere Blicke zum Guide. Der schätzt die Situation kurz ein, legt den Finger an die Lippen (wir sollen also ruhig sein) und bleibt einfach stehen. Für mich ist das natürlich eine ideale Gelegenheit, ein Foto „auf Augenhöhe“ zu machen. Wobei das eigentlich nicht stimmt, denn ich bin tatsächlich etwas größer als die beiden Eli-Kinder. Mit uns unterwegs sind zwei Locals aus Johannesburg. Obwohl sie also in Südafrika leben, hatten sie noch nie vorher Kontakt mit wilden Tieren. Während meine Frau und ich die Nähe der grauen Riesen genießen, bleiben die beiden Gäste immer schön nah beim Fahrzeug, die Augen kritisch auf die Elis gerichtet. Sie sind sichtbar erleichtert, als die Herde weiterzieht.
Seite 10 Zeitpunkt: April Es ist früher Abend, also Sundowner-Zeit auf dem Chobe. Guide John lässt das Boot im Leerlauf treiben, um nach einem geeigneten Platz zu schauen. Natürlich ist uns der Eli, welcher gerade den Fluss durchquert, schon vorher aufgefallen. Dass er unser Boot aber so nah passiert, damit hatten wir nicht gerechnet. Ich freue mich riesig darüber und kann deshalb dieses Foto vom „U-Boot Schnorchel“ auf dem Chobe machen.
Champagner8'684 Beiträge · seit 201002. Dez. 2023 · #10
Guten Morgen Walter,
was für eine Wohltat sind deine Fotos bei diesem Wetter da draußen 🤩 😵 😣 .
Vielen Dank dafür und auch für die netten Geschichten und Beschreibungen dazu - und ein ganz besonderer Dank für die Monatsangaben 😘 . Ich hoffe sehr, dass das kein großer Aufwand ist - schließlich habe ich dich ja ein bisschen dazu genötigt 🙄 .
Ein schönes Wochenende und liebe Grüße - auch an Ruth - von Bele
leofantThemenstarter754 Beiträge · seit 201003. Dez. 2023 · #11
Guten Morgen an alle Leser / Betrachter. Die senile Bettflucht hat mich bereits aus dem Bett getrieben, also öffne ich schon früh am Morgen das nächste Türchen 😄 @Bele Liebe Bele, natürlich habe ich noch Stunden damit verbracht, die entsprechenden Fotos zu checken und die Aufnahmezeiten herauszusuchen, aber wie könnte ich dir eine Bitte abschlagen ? 🙂
Und hier geht es weiter:
Türchen Nummer 03
Seite 11 Zeitpunkt: April Wir sind mal wieder auf dem Chobe unterwegs. Am Rand von Sedudu Island lässt es sich gut anhalten, ohne dass das Boot von der Strömung mitgenommen wird. Guide John weiß immer ganz genau wo er stoppen muss, um uns einen Sonnenuntergang zu präsentieren, der mitten ins Herz geht. So ist es auch an diesem Tag. Dass sogar zwei Darsteller den klassischen Sundowner bereichern, das ist natürlich ein Bonus, den Mutter Natur für uns bereithält. Ich sage nur: PULA (Cheers).
Seite 12 Zeitpunkt: November Im November, wenn der Wasserstand des Chobe relativ niedrig ist, fällt es den Büffeln leichter, die Inseln in der Flussmitte zu besuchen, um sich am scheinbar schmackhafteren Grün zu erfreuen. Ich mag die Situation auf dem Foto. Es zeigt deutlich, wie das Tier durch das Wasser „pflügt“.
Seite 13 Zeitpunkt: November Nicht alle Büffel sind so mutig, wie der einsame Bulle auf dem vorherigen Bild. Oft kann man sie beobachten, wie sie entweder in kleinen Gruppen oder in größeren Herden dicht an dicht ins Wasser gehen. Ich vermute, so fühlen sie sich sicherer vor den Krokodilen, die hier eine durchaus imposante Größe erreichen können.
Seite 14 Zeitpunkt: November Ich finde, das Foto spricht eigentlich für sich selbst. Der Kuhreiher konzentriert sich auf die einzelne Fliege auf der Schnauze des Büffels, während dieser die Körperpflege mit stoischer Ruhe über sich ergehen lässt. Er scheint genüsslich die Augen zu schließen und die „zarte Annäherung“ des Vogels zu genießen. Na das ist doch eine klassische „win / win Situation“.
leofantThemenstarter754 Beiträge · seit 201004. Dez. 2023 · #12
so, hier kommt das nächste Türchen:
Türchen Nummer 04
Seite 15 Zeitpunkt: April Ein Bild, das man oft beobachten kann. Nicht nur die Reiher, auch die Oxpecker sind fast immer in der Nähe der Großtiere zu finden. Ich hatte gehofft, dass der Oxpecker mit schnellen Schnabelhieben die Stirn des alten Büffels bearbeitet, aber leider hat er mir den Gefallen nicht getan.
Seite 16 Zeitpunkt: November Hier sieht man sie bei der Arbeit, die ungleichen Vogel-Begleiter, zumindest was die Größe betrifft. Ich habe dieses Bild „Doppelburger“ getauft – warum wohl? Die Erklärung am Bildrand ist eigentlich falsch. Die Herde befindet sich auf der namibischen Seite des Chobe und steht etwas oberhalb unseres Bootes.
Seite 17 Zeitpunkt: März Dieser sehr alte Bulle kühlt die „müden Knochen“ in der Nähe des Militärcamps nicht weit vom Parkeingang entfernt. Wir fanden ihn tatsächlich ein paar Tage lang an dieser Stelle. Weit und breit waren keine anderer Büffel in Sicht. Ich habe dieses Bild „die Chorgemeinschaft“ getauft, auch wenn das natürlich nicht stimmt. Die Vögel öffnen ihre Schnäbel, um zumindest für etwas Kühlung an einem heißen Nachmittag zu sorgen. Trotzdem – meine Fantasie sagt mir: Der Dirigent sitzt mit dem Rücken zu uns und gibt den drei „Sängern“ die Einsätze vor 😄
Seite 18 Zeitpunkt: Oktober Wo wir gerade beim Thema Oxpecker sind: Auch Giraffen sind beliebte Landeplätze für die kleinen Vögel. Sie bekommen einen gedeckten Tisch mit guter Aussicht – was will man denn mehr? Für mich stellt sich die Frage: Kitzelt das nicht, wenn so viel kleine Füße hin und her trippeln? Würde die Giraffe sich jetzt gerne kratzen? Ich denke mal, ich werde es nie erfahren …
Sangwali311 Beiträge · seit 201704. Dez. 2023 · #13
leofant schrieb: Seite 10 Zeitpunkt: April
Hallo Walter, super Bilder und tolle Geschichten dazu, danke für‘s Teilen! Nur bei dem Bild oben hab ich mich gefragt, ob Dir da nicht aus Versehen ein Photo aus einem Schottland-Urlaub von einem der dortigen Gewässer dazwischengeraten ist … 😉 VG Robert
leofantThemenstarter754 Beiträge · seit 201004. Dez. 2023 · #14
Hallo Robert, OH MIST ! Du hast mich durchschaut ! Ich hatte tatsächlich Nessie in Schottland aufgenommen und irgendwie ist das Bild in meine aktuelle Vorstellung reingerutscht 😄 😄 😄 Oder hat Bostwana eine eigene Nessie ? Fragen über Fragen ... Liebe Grüsse Walter
leofantThemenstarter754 Beiträge · seit 201005. Dez. 2023 · #15
So, es ist noch früh am Tag, aber eine Kollegin hat mich unter Druck gesetzt, weil sie vor dem Arbeitsbeginn um 08:00 die neuen Türchen aufmachen will. Dann möchte ich sie lieber nicht enttäuschen 😗
Türchen Nummer 05
Seite 19 Zeitpunkt: Oktober Ein weiterer Moment, den ich sehr gerne mit der Kamera festhalte. Wenn eine Giraffe ans Wasser kommt, muss man nur warten und den richtigen Moment abpassen. Die Wasserschlieren zu fotografieren, wenn der Langhals wieder den Kopf hebt, ist dann gar nicht so schwer.
Seite 20 Zeitpunkt: Dezember Seit vielen Jahren warte ich auf den perfekten Moment. Ich möchte solch eine Szene mit einem absoluten „geometrischen Gleichklang“ erleben, aber leider habe ich es bisher noch nicht geschafft. Die Position von Vorderbeinen und Hals ist ok, aber die Hinterbeine „tanzen“ leider aus der Reihe. Auch bei diesem Versuch war es mir nicht möglich, weiter nach links zu rücken, um die Perspektive anzupassen. Das Bild wurde übrigens von der Beobachtungsplattform der Savute Safari Lodge aufgenommen. Im Grunde muss man gar nicht mit dem Auto auf die Pirsch fahren. Wenn man dort den ganzen Tag sitzt, bekommt man wirklich viele verschiedene Fotoobjekte vor die Linse. Aber diese Geduld habe ich dann doch nicht. Man weiß ja nie, was man vielleicht auf der nächsten Ausfahrt verpassen würde. Und einen Leoparden am Wasser habe ich (leider) dort noch nie gesehen.
Seite 21 Zeitpunkt: April Wir fahren zurück zur Savute Safari Lodge und sind ziemlich spät dran. Auch als Gäste der Lodge müssen wir uns an die Regeln des Nationalparks halten und das Gate pünktlich passieren. Guide Metal „drückt auf die Tube“. Plötzlich rufe ich ihm zu: „Metal, bitte, bitte fahr ein paar Meter zurück! Ich muss dieses Bild haben!“ Metal schaut mich etwas gehetzt an, aber er tut mir den Gefallen. Dann habe ich die richtige Stelle gefunden. Die Giraffen zusammen mit der untergehenden Sonne. Jetzt begreifen auch die anderen Gäste im Fahrzeug, was ich vorhabe und zücken die Kameras. Was aber überhaupt nicht planbar war: Ein Tier beugt seinen Kopf hinunter. Jaaaaa! So will ich es haben! Danke Metal, ich werde mich erkenntlich zeigen. Wie ich das mache? Er wird einige nette Fotos von sich bzw. uns in gedruckter Version erhalten, also nicht nur virtuell. Und ich weiß genau, das findet er gut 🙂 Der Titel dieses Fotos ist übrigens: Die Giraffe küsst die Sonne, oder auch kurz: Der Sonnenkuss.
Seite 22 Zeitpunkt: April Mir ist diese Situation noch sehr gut in Erinnerung, auch wenn es schon einige Jahre her ist. Nach einem tollen Tag erleben wir einen wundervollen Sundowner an diesem Wasserloch. Nachdem „unsere“ beiden Jungs (Guide und Tracker) die Häppchen und den Weisswein servieren, drehen wir vier uns schweigend in Richtung der untergehenden Sonne und genießen die Ruhe und den speziellen magischen Moment, den wir schon so oft zu dieser Tageszeit erlebt haben. Plötzlich hören wir das Plätschern am Wasser. Aha! Wir sind also nicht die einzigen Gäste, die sich an dieser wunderschönen Stelle eingefunden haben! Nach der unverhofften Begegnung blieb uns nichts anderes übrig, als den Moment mit einem zweiten Glas Weisswein zu zelebrieren 😄 😄
leofantThemenstarter754 Beiträge · seit 201006. Dez. 2023 · #17
und hier ist das nächste Türchen:
Türchen Nummer 06
Seite 23 Zeitpunkt: Mai Wir sind seit einer guten Stunde im südlichen Teil des Krügerparks unterwegs. Guide Lazarus hat sich entschlossen, das ausgetrocknete Flussbett entlang zu fahren. Hier sollen sich Rhinos aufhalten. Er will nicht per Funk die anderen Guides in der Nähe fragen, denn „der Feind“ (also die Wilderer) hört mit. Trotzdem dauert es nicht lange und er hat frische Spuren gefunden. Und tatsächlich! Ein Stück weiter treffen wir auf diesen stattlichen Bullen. Zunächst lässt er uns erstaunlich nahe herankommen. Doch plötzlich erschrickt er, macht mit einem wilden Satz fast eine 180 Grad Drehung und verschwindet im Buschwerk. Was ich interessant finde: Die Oxpecker-Eltern auf seinem Rücken haben es scheinbar relativ einfach. Sie müssen nicht viel herumfliegen, um Futter für ihren Nachwuchs zu besorgen, denn das finden sie ja überall auf dem Rhino. Sie haben es sich also auf einem gedeckten Tisch gemütlich gemacht und verschwenden keine Energie. Das nennt man Effizienz 😉
Seite 24 Zeitpunkt: November Zu bestimmten Jahreszeiten – also abhängig vom Wasserstand – findet man die Hippos sehr oft auf den Inseln im Fluss. Sie stehen dann in Konkurrenz mit Büffeln und Elis und verlassen auch tagsüber das sichere Wasser, um zu grasen. Dabei sind sie hin und wieder ziemlich nervös, denn der Fluss ist eigentlich ihr Refugium. Auch dieses Hippo ist „not amused“, als wir ihm auf die Pelle rücken. Ich finde, das Foto bringt die Geschwindigkeit eines rennenden Hippos annähernd rüber. Ich denke, die meisten Afrika-Erfahrenen wissen: Unterschätze nie ein Hippo, das sich unwohl fühlt. Es ist auf jeden Fall schneller als sein menschlicher Beobachter!
Seite 25 Zeitpunkt: November Es ist früh am Morgen. Die Lichtverhältnisse an diesem eher trüben Tag sind zwar nicht besonders gut, aber ich fahre trotzdem mit Phil und Tony, einem begeisterten Fotografen aus England, raus. Wir haben das kleine Boot genommen. Darauf ist Platz für vier Personen. Der Vorteil: Es ist sehr beweglich und hat kein Dach, also auch keine störenden Stangen oder Planen. Zu dieser Tageszeit sind so gut wie keine Boote auf dem Chobe unterwegs, vielleicht mal ein Pangolin Fotografenboot, das war es auch schon. Die Hippobullen sind um diese Zeit noch richtig angriffslustig, später am Tag werden sie durch die zahlreichen anderen Boote ziemlich müde sein. Phil weiß natürlich genau, was er zu tun hat, um den Bullen ein ganz klein wenig zu nerven. Ich denke mal, das Foto beweist es 😄
Seite 26 Zeitpunkt: Mai Am späten Vormittag kann es ziemlich heiß sein auf dem Chobe. Die Hippos haben sich „zusammen gekuschelt“, liegen halb im Morast und wollen einfach nur ihre Ruhe haben. Guide John ist extrem erfahren, ihm habe ich jederzeit mein Leben anvertraut. Ich weiß, das klingt sehr überzogen, aber es gab da manchmal Situationen … 😗 In diesem Fall fährt er ein Stück an den Hippos vorbei, stoppt den Motor und wir treiben langsam zurück. Wieder einmal ist es herrlich ruhig um uns herum, nur das Grunzen eines Tieres unterbricht manchmal die Stille. Wir kommen tatsächlich sehr nah an die Gruppe ran und ich kann in aller Ruhe meine Fotos machen. Ich finde, mit etwas Fantasie könnte man ein lautloses Zwiegespräch zwischen dem Oxpecker und dem Hippo hineininterpretieren. Was sie sich wohl zu sagen hätten?
Champagner8'684 Beiträge · seit 201006. Dez. 2023 · #18
leofant schrieb: @Bele Liebe Bele, natürlich habe ich noch Stunden damit verbracht, die entsprechenden Fotos zu checken und die Aufnahmezeiten herauszusuchen, aber wie könnte ich dir eine Bitte abschlagen ? 🙂
Guten Morgen Walter,
ich hoffe, du veräppelst mich mit den "Stunden", sonst könnte ich ab sofort vor lauter schlechten Gewissens nicht mehr schlafen 🤩 😵 !
Vielen Dank für die weiterhin tollen Eindrücke und Erlebnisse! Lechwe UND Elefant beim Chobe-Sonnenuntergang sind natürlich ein Volltreffer. Wobei..... 😐 .....die abendlichen Savuti-Giraffen würde ich auch nicht verschmähen. Wir haben dieses Jahr vergeblich darauf gewartet, dass sich eine vor die untergehende Sonne begibt 🙄 .
Einen schönen Nikolaustag und liebe Grüße von Bele aus dem nasskaltgrauen Schwabenländle
leofantThemenstarter754 Beiträge · seit 201006. Dez. 2023 · #19
Liebe Bele, dir gute Nachricht: ich kann mich von der stressigen Recherche 3 Tage lang erholen. Wir sind gerade in - so nennen wir es - "Klein-Afrika" angekommen. Nein, nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Auto. Unser Rückzugsort liegt im Odenwald, nicht sehr weit von uns entfernt. Es ist ein afrikanisches Restaurant mit kleinem Hotel im afrikanischen Stil. Aber auch hier gibt es Internet. Ich kann also die Türchen morgen und übermorgen vermutlich öffnen 🙂 LG Walter
leofantThemenstarter754 Beiträge · seit 201007. Dez. 2023 · #20
... und hier kommt das nächste Türchen - eingestellt aus "Klein-Afrika" 🙂
Türchen Nummer 07
Seite 27 Zeitpunkt: Juni Auch dieses Foto hat einen Titel. Es heißt: Der Flugzeugträger. Irgendwo im flachen Wasser des Luangwa liegen Mutter und Kind etwas abseits der Herde und wärmen sich in der frühen Morgensonne. Die Oxpecker treffen sich scheinbar zum Morgenplausch. Wir sind auf einer Wanderung und ich fotografiere vom Ufer aus. Die kleine Familie muss sich also vor keinem Boot in der Nähe fürchten.
Seite 28 Zeitpunkt: November „Gähnende“ Hippos. Ich glaube, die meisten Fotografen haben gegen solche Bilder nichts einzuwenden. Es ist später Nachmittag auf dem Chobe, das Licht ist perfekt. Und siehe da! Der Bulle tut uns den Gefallen, taucht auf dem Nichts auf und verfolgt das Boot. Guide John ist auf solche Momente natürlich vorbereitet und gibt mir eine kurze Zeitspanne, um meine Fotos zu machen, bevor wir uns mit etwas höherer Geschwindigkeit als üblich entfernen. Ich bin absolut zufrieden mit dieser Situation 🙂
Seite 29 Zeitpunkt: April Eigentlich ein typisches Bild. Das Hippo grast auf einer Insel im Chobe. Mit ihm unterwegs sind zwei Kuhreiher, die nur darauf warten, dass die zahlreichen Insekten im Gras durch das große Tier aufgescheucht werden. Das erleichtert die Futtersuche der Vögel natürlich enorm. Was mir aufgefallen ist: Der Bulle versucht nicht, ins Wasser zu flüchten, als wir uns nähern, sondern er belässt es bei dieser Drohgebärde. Ich interpretiere es so, dass er ein gesundes Selbstbewusstsein hat und sich seiner Kraft sehr wohl bewusst ist.
Seite 30 Zeitpunkt: März Wir befinden uns am Rand der Savuti Marsh (Ich benutze die unterschiedlichen Schreibweisen für den Savute NP und den Savuti Channel) . Die Regenzeit liegt noch nicht lange zurück und das Gras steht hoch. Es ist sehr schwierig, kleinere Tiere zu entdecken. Guide Baba gibt nicht auf. Wir umrunden einige „Bauminseln“ und fahren weiter nach Norden. Immer wieder stoppt Baba und prüft die Umgebung. Dann haben wir Erfolg. Ein Gepard tauch aus dem hohen Gras auf und scannt genau die Gegend. Uns ignoriert er einfach. Also muss ich nur warten, bis er nah am Fahrzeug ist, damit ich ein Portraitfoto machen kann. Danke lieber Cheetah! Ich finde, man kann gut nachvollziehen, wie aufmerksam er sich umschaut. Der Grund ist einfach. Nicht allzu weit von dieser Stelle entfernt finden wir ein Löwenrudel. Mit diesen entfernten Verwandten möchte die „Rennkatze“ dann doch lieber nichts zu tun haben.