Reisebericht

Tierischer Adventskalender 2023

von leofant · begonnen 30. Nov. 2023 · 24 Teile

Teil 130. Nov. 2023
Liebe Fomis,
nach gefühlten 100 Jahren bin ich wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Manche mögen sich daran erinnern, dass ich früher mal einen „tierischen Adventskalender“ eingestellt habe. Als das blöde Virus auftauchte, mussten meine Frau und ich relativ kurzfristig unsere gebucht Reise nach SA absagen (wegen der Grenzschließungen) und ich bin damals in eine tiefe Depression mit akuten Afrika-Entzugserscheinungen gefallen. Das hat sich – mit einem Neubeginn im September 2022 positiv geändert und jetzt bin ich wieder guter Dinge, zumal wir im März 2023 noch einmal in Botswana unterwegs waren und die nächste Reise im April 2024 schon fest gebucht ist. Aus diesem Grund habe ich wieder Lust, diese „alte Kalender-Tradition“ aufleben zu lassen.
Allerdings war ich sehr faul. Aus einem älteren Fotobuch habe ich einfach pdfs generiert und Screenshots der einzelnen Seiten gemacht. Dadurch hat zwar die Qualität etwas gelitten, aber für einen virtuellen Kalender langt es – finde ich zumindest – trotzdem. Das Fotobuch beinhaltet 100 Seiten, also kann ich an jedem Tag etwa 4 Bilder präsentieren. Bei den einzelnen Fotos habe ich kurze Kommentare zu der jeweiligen Situation, in der die Aufnahmen gemacht wurden, verfasst, oder ich habe Auszüge aus meinen damaligen Reisetagebüchern eingestellt. Diese Abschnitte erklären, wie es zu den Fotos kam. Für zarte Gemüter mögen manche Beschreibungen etwas brutal wirken, aber die Wildnis ist nun mal wild. Und daran will ich auch bei meinen Beschreibungen einzelner Begebenheiten nichts ändern.
Ich hoffe, die Tierbezeichnungen auf den jeweiligen Fotos sind korrekt und ihr werdet euch nicht langweilen.
Liebe Grüße Walter

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Seite 1 Einführung: Die sechs kleinen Bilder entstanden an diesen Orten:
1. Chobe River – zu bestimmten Zeiten brüten dort die Bienenfresser
2. Mana Pools NP - dort darf man ja aussteigen und mit Guide Bono habe ich mich absolut sicher gefühlt
3. Luangwa River
4. Okavango Delta
5. Chobe Riverfront (mit Guide und Freund John)
6. Chobe Riverfront (mit Guide und Freund Tefo)
Diesen beiden Jungs habe ich viele – wie ich finde – schöne Fotos zu verdanken. Die haben sich immer genauso gefreut wie ich, wenn es ab und zu mit einem außergewöhnlichen Bild geklappt hat. Zur Belohnung haben sie jedes Jahr ein Fotobuch bekommen. Das hat sie zusätzlich motiviert.
Morgen – also am 01.12.2023 – geht es dann los mit dem Kalender… 🙂
Teil 201. Dez. 2023
Hallo meine Lieben,
das ist aber schön, dass ihr euch noch an mich erinnert 🙂 Dann hoffe ich mal, dass ich den Erwartungen einigermassen
gerecht werde.
Liebe Bele, selbstverständlich habe ich mir deinen Wunsch zu Herzen genommen, bin die Bilder noch einmal durchgegangen und habe den jeweiligen Aufnahmemonat vermerkt. Als "Teilzeitretner" habe ich ja für so etwas Zeit 😄 😄
Dann fangen wir doch gleich damit an:

Türchen Nummer 01

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Seite 2 - Zeitpunkt: November
Ich bin unterwegs mit Phil, dem ehemaligen Besitzer der Garden Lodge in Kasane. Wir befahren den Chobe Fluss zwischen der Chobe Game Lodge und der Chobe Savanna Lodge. Entlang des Steilufers kommen auch am Vormittag die Elis gerne ans Wasser, um zu trinken und zu baden. Eine Herde bewegt sich in unsere Richtung und Phil lässt das Boot neben einem alten umgestürzten Baum ganz sanft am Ufer „auf Grund laufen“. Der Motor stoppt und es herrscht eine angenehme Ruhe. Ich habe jetzt einen völlig ruhigen Standpunkt und muss nur noch warten, bis das erste neugierige Tier durch „das Fenster“ lugt – und schon ist das Bild im Kasten. Ich mag die Bildkomposition. Die Spuren im Stamm des alten Baumes passen sehr gut zur Haut des Elefanten.

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Seite 3 Zeitpunkt: Mai
Eine wirklich lustige Situation. Wir fahren auf der Upper Road, als wir Mutter und Kind nahe am Pistenrand entdecken. Während die restliche Herde sich in den umliegenden Mopanebüschen den Bauch vollschlägt, steht die kleine Familie etwas abseits. Wir stoppen, Guide John checkt das Verhalten der Mutter, sie bleibt völlig entspannt. Der Kleine, der eben noch vor sich hindöste, will sich wohl vor uns wichtigmachen. Er möchte schnell aufstehen und zeigen, wie groß er schon ist, aber das misslingt gründlich. Ich wiederum habe meinen Spaß bei der Sache.

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Seite 4 Zeitpunkt: April
Wir haben am frühen Morgen das Camp Okavango verlassen und cruisen in Richtung Buffalo Island, um einen Bushwalk zu machen. Hinter einer Flussbiegung kommt uns dieser Bulle entgegen. Guide Zakes drosselt sofort die Geschwindigkeit, der Motor tuckert jetzt im Leerlauf und wir treiben langsam auf den Eli zu. Der Bulle erschrickt kurz, dann wühlt er mit seinem Rüssel das Wasser auf. Ein klares Zeichen, dass wir ihn stören. Ich war vorbereitet und kann deshalb dieses nette Bild machen, bevor Zakes ein Stück zurücksetzt und der Eli seinen Weg in Richtung Ufer ändert.

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Seite 5 Zeitpunkt: November
Während die meisten Touristen morgens mit dem Auto die Chobe Riverfront „unsicher“ machen und am Nachmittag der Fokus auf der Bootstour liegt, bin ich gerne mit „meinen“ Jungs am Vormittag den Chobe entlanggefahren. Dann sind nur wenige Boote unterwegs und viele Tiere wirken entspannter. So auch in dieser Situation. Die Elis haben ihren Spaß beim Baden und Herumalbern, während wir – als einzige Zuschauer in der Nähe – das Schauspiel genießen. Ich finde, dieser Eli blickt mich an und sagt zu mir: Schau mal, was ich alles kann. Leider hatte ich kein Leckerli für ihn dabei 😄

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Seite 6 Zeitpunkt: April
Es ist Nachmittag, wir passieren den sogenannten Leopard Rock und fahren südlich in Richtung Savuti Marsh. An einem der Wasserlöcher, die sich unweit der Piste befinden, hat sich eine Löwenfamilie eingefunden. Die Katzen trinken in aller Ruhe – wer würde es auch wagen, sie zu stören? Da betritt ein Elefantenbulle die Szenerie. Zunächst begnügt er sich mit dem kleinen Wasserloch nebenan. Plötzlich hält er inne und beobachtet die Löwen. Man kann spüren, wie er nachdenkt. „Moment mal, wieso haben DIE DORT eine schönere Stelle? Das geht ja gar nicht! Also rennt er mit viel Getöse durch das Wasser. Die Löwen lassen sich tatsächlich beeindrucken und räumen zunächst das Feld. Dann aber wird ihnen bewusst: Wir sind doch viel mehr! Das können wir uns nicht bieten lassen! Also drehen sie um, mit dem ausgewachsenen Löwenmann an der Spitze. Der Eli macht eine Vollbremsung und leitet den Rückzug ein. Dann aber attackiert er noch einmal. Am Ende einigt man sich auf einen Waffenstillstand am großen Wasserloch. Die Löwen trinken auf der einen Seite, der Bulle – mit einigem Abstand – auf der anderen Seite.

... Fortsetzung folgt ...
Teil 302. Dez. 2023
Hallo freshy, jaja, ich kenne das sehr gut. Da meint man, das Rentnerdasein wäre unbeschwert und ohne Zeitdruck, aber die Realität sieht ganz anders aus 😗 Was meine Bildkommentare anbetrifft: Manchmal sind es kurze Beschreibungen, manchmal sind es kleine Geschichten. Ich freue mich natürlich wenn sich einige Fomis die Zeit nehmen (können) und die Geschichten lesen.
@tanja
genau das möchte ich! Euch antriggern, damit ihr so schnell wie möglich wieder nach Afrika reist 😉

Und hier geht es weiter

Türchen Nummer 02

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Seite 7 Zeitpunkt: November
Und wieder sind wir an der Chobe Riverfront. Eine Elefantenherde läuft gemächlich zum Wasser, um sich abzukühlen. Wir beobachten sie aus einiger Entfernung. Plötzlich werden wir durch lautes Trompeten auf der anderen Seite unseres Fahrzeugs abgelenkt. Ein jugendlicher Eli stürmt mit Hochgeschwindigkeit direkt auf uns zu. Kurz vor unserem Fahrzeug dreht er ab, läuft einen Bogen und trifft wenig später auf die Herde am Wasser. Scheinbar hat er getrödelt und als die Herde für ihn außer Sichtweite war, hat er die Nerven verloren und wollte nur eins: Zurück zur Familie!

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Seite 8 Zeitpunkt: Oktober
Es ist Nachmittag an der Chobe Riverfront. Eine Elefantenherde zieht ohne Hast am Flussufer entlang. Manchmal stoppen die Tiere, um an den Blättern und Zweigen der Büsche zu knabbern. Der kleine Eli bemüht sich, immer in der Nähe der Mama zu bleiben, so hat er es gelernt. Wie man auf dem Bild sieht, ist das nicht immer so einfach. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob Junior tatsächlich dicht bei Mama sein wollte, oder ob er gerade die Zeit für ein paar Dehnübungen genutzt hat 😄

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Seite 9 Zeitpunkt: April
Das Madikwe Reservat in Südafrika ist ein privates Tierreservat. Das hat den Vorteil, dass wir – natürlich in Begleitung eines Guides – unsere Pausen überall machen können. In diesem Fall handelt es sich um einen Stopp am Nachmittag. Während wir unseren Tee bzw. Kaffee trinken und ein paar Cookies essen, knackt es im Busch und eine Elefantenherde erscheint in unserer unmittelbaren Nähe. Sofort gehen unsere Blicke zum Guide. Der schätzt die Situation kurz ein, legt den Finger an die Lippen (wir sollen also ruhig sein) und bleibt einfach stehen. Für mich ist das natürlich eine ideale Gelegenheit, ein Foto „auf Augenhöhe“ zu machen. Wobei das eigentlich nicht stimmt, denn ich bin tatsächlich etwas größer als die beiden Eli-Kinder. Mit uns unterwegs sind zwei Locals aus Johannesburg. Obwohl sie also in Südafrika leben, hatten sie noch nie vorher Kontakt mit wilden Tieren. Während meine Frau und ich die Nähe der grauen Riesen genießen, bleiben die beiden Gäste immer schön nah beim Fahrzeug, die Augen kritisch auf die Elis gerichtet. Sie sind sichtbar erleichtert, als die Herde weiterzieht.

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Seite 10 Zeitpunkt: April
Es ist früher Abend, also Sundowner-Zeit auf dem Chobe. Guide John lässt das Boot im Leerlauf treiben, um nach einem geeigneten Platz zu schauen. Natürlich ist uns der Eli, welcher gerade den Fluss durchquert, schon vorher aufgefallen. Dass er unser Boot aber so nah passiert, damit hatten wir nicht gerechnet. Ich freue mich riesig darüber und kann deshalb dieses Foto vom „U-Boot Schnorchel“ auf dem Chobe machen.

... Fortsetzung folgt ...
Teil 403. Dez. 2023
Guten Morgen an alle Leser / Betrachter. Die senile Bettflucht hat mich bereits aus dem Bett getrieben, also öffne ich schon früh am Morgen das nächste Türchen 😄
@Bele
Liebe Bele, natürlich habe ich noch Stunden damit verbracht, die entsprechenden Fotos zu checken und die Aufnahmezeiten herauszusuchen, aber wie könnte ich dir eine Bitte abschlagen ? 🙂

Und hier geht es weiter:

Türchen Nummer 03

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Seite 11 Zeitpunkt: April
Wir sind mal wieder auf dem Chobe unterwegs. Am Rand von Sedudu Island lässt es sich gut anhalten, ohne dass das Boot von der Strömung mitgenommen wird. Guide John weiß immer ganz genau wo er stoppen muss, um uns einen Sonnenuntergang zu präsentieren, der mitten ins Herz geht. So ist es auch an diesem Tag. Dass sogar zwei Darsteller den klassischen Sundowner bereichern, das ist natürlich ein Bonus, den Mutter Natur für uns bereithält. Ich sage nur: PULA (Cheers).

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Seite 12 Zeitpunkt: November
Im November, wenn der Wasserstand des Chobe relativ niedrig ist, fällt es den Büffeln leichter, die Inseln in der Flussmitte zu besuchen, um sich am scheinbar schmackhafteren Grün zu erfreuen. Ich mag die Situation auf dem Foto. Es zeigt deutlich, wie das Tier durch das Wasser „pflügt“.

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Seite 13 Zeitpunkt: November
Nicht alle Büffel sind so mutig, wie der einsame Bulle auf dem vorherigen Bild. Oft kann man sie beobachten, wie sie entweder in kleinen Gruppen oder in größeren Herden dicht an dicht ins Wasser gehen. Ich vermute, so fühlen sie sich sicherer vor den Krokodilen, die hier eine durchaus imposante Größe erreichen können.

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Seite 14 Zeitpunkt: November
Ich finde, das Foto spricht eigentlich für sich selbst. Der Kuhreiher konzentriert sich auf die einzelne Fliege auf der Schnauze des Büffels, während dieser die Körperpflege mit stoischer Ruhe über sich ergehen lässt. Er scheint genüsslich die Augen zu schließen und die „zarte Annäherung“ des Vogels zu genießen. Na das ist doch eine klassische „win / win Situation“.

... Fortsetzung folgt ...
Teil 504. Dez. 2023
so, hier kommt das nächste Türchen:

Türchen Nummer 04

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Seite 15 Zeitpunkt: April
Ein Bild, das man oft beobachten kann. Nicht nur die Reiher, auch die Oxpecker sind fast immer in der Nähe der Großtiere zu finden. Ich hatte gehofft, dass der Oxpecker mit schnellen Schnabelhieben die Stirn des alten Büffels bearbeitet, aber leider hat er mir den Gefallen nicht getan.

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Seite 16 Zeitpunkt: November
Hier sieht man sie bei der Arbeit, die ungleichen Vogel-Begleiter, zumindest was die Größe betrifft. Ich habe dieses Bild „Doppelburger“ getauft – warum wohl? Die Erklärung am Bildrand ist eigentlich falsch. Die Herde befindet sich auf der namibischen Seite des Chobe und steht etwas oberhalb unseres Bootes.

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Seite 17 Zeitpunkt: März
Dieser sehr alte Bulle kühlt die „müden Knochen“ in der Nähe des Militärcamps nicht weit vom Parkeingang entfernt. Wir fanden ihn tatsächlich ein paar Tage lang an dieser Stelle. Weit und breit waren keine anderer Büffel in Sicht. Ich habe dieses Bild „die Chorgemeinschaft“ getauft, auch wenn das natürlich nicht stimmt. Die Vögel öffnen ihre Schnäbel, um zumindest für etwas Kühlung an einem heißen Nachmittag zu sorgen. Trotzdem – meine Fantasie sagt mir: Der Dirigent sitzt mit dem Rücken zu uns und gibt den drei „Sängern“ die Einsätze vor 😄

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Seite 18 Zeitpunkt: Oktober
Wo wir gerade beim Thema Oxpecker sind: Auch Giraffen sind beliebte Landeplätze für die kleinen Vögel. Sie bekommen einen gedeckten Tisch mit guter Aussicht – was will man denn mehr? Für mich stellt sich die Frage: Kitzelt das nicht, wenn so viel kleine Füße hin und her trippeln? Würde die Giraffe sich jetzt gerne kratzen? Ich denke mal, ich werde es nie erfahren …

... Fortsetzung folgt ...
Teil 605. Dez. 2023
So, es ist noch früh am Tag, aber eine Kollegin hat mich unter Druck gesetzt, weil sie vor dem Arbeitsbeginn um 08:00 die neuen Türchen aufmachen will. Dann möchte ich sie lieber nicht enttäuschen 😗

Türchen Nummer 05

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Seite 19 Zeitpunkt: Oktober
Ein weiterer Moment, den ich sehr gerne mit der Kamera festhalte. Wenn eine Giraffe ans Wasser kommt, muss man nur warten und den richtigen Moment abpassen. Die Wasserschlieren zu fotografieren, wenn der Langhals wieder den Kopf hebt, ist dann gar nicht so schwer.

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Seite 20 Zeitpunkt: Dezember
Seit vielen Jahren warte ich auf den perfekten Moment. Ich möchte solch eine Szene mit einem absoluten „geometrischen Gleichklang“ erleben, aber leider habe ich es bisher noch nicht geschafft. Die Position von Vorderbeinen und Hals ist ok, aber die Hinterbeine „tanzen“ leider aus der Reihe. Auch bei diesem Versuch war es mir nicht möglich, weiter nach links zu rücken, um die Perspektive anzupassen. Das Bild wurde übrigens von der Beobachtungsplattform der Savute Safari Lodge aufgenommen. Im Grunde muss man gar nicht mit dem Auto auf die Pirsch fahren. Wenn man dort den ganzen Tag sitzt, bekommt man wirklich viele verschiedene Fotoobjekte vor die Linse. Aber diese Geduld habe ich dann doch nicht. Man weiß ja nie, was man vielleicht auf der nächsten Ausfahrt verpassen würde. Und einen Leoparden am Wasser habe ich (leider) dort noch nie gesehen.

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Seite 21 Zeitpunkt: April
Wir fahren zurück zur Savute Safari Lodge und sind ziemlich spät dran. Auch als Gäste der Lodge müssen wir uns an die Regeln des Nationalparks halten und das Gate pünktlich passieren. Guide Metal „drückt auf die Tube“. Plötzlich rufe ich ihm zu: „Metal, bitte, bitte fahr ein paar Meter zurück! Ich muss dieses Bild haben!“ Metal schaut mich etwas gehetzt an, aber er tut mir den Gefallen. Dann habe ich die richtige Stelle gefunden. Die Giraffen zusammen mit der untergehenden Sonne. Jetzt begreifen auch die anderen Gäste im Fahrzeug, was ich vorhabe und zücken die Kameras. Was aber überhaupt nicht planbar war: Ein Tier beugt seinen Kopf hinunter. Jaaaaa! So will ich es haben! Danke Metal, ich werde mich erkenntlich zeigen. Wie ich das mache? Er wird einige nette Fotos von sich bzw. uns in gedruckter Version erhalten, also nicht nur virtuell. Und ich weiß genau, das findet er gut 🙂
Der Titel dieses Fotos ist übrigens: Die Giraffe küsst die Sonne, oder auch kurz: Der Sonnenkuss.

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Seite 22 Zeitpunkt: April
Mir ist diese Situation noch sehr gut in Erinnerung, auch wenn es schon einige Jahre her ist. Nach einem tollen Tag erleben wir einen wundervollen Sundowner an diesem Wasserloch. Nachdem „unsere“ beiden Jungs (Guide und Tracker) die Häppchen und den Weisswein servieren, drehen wir vier uns schweigend in Richtung der untergehenden Sonne und genießen die Ruhe und den speziellen magischen Moment, den wir schon so oft zu dieser Tageszeit erlebt haben. Plötzlich hören wir das Plätschern am Wasser. Aha! Wir sind also nicht die einzigen Gäste, die sich an dieser wunderschönen Stelle eingefunden haben! Nach der unverhofften Begegnung blieb uns nichts anderes übrig, als den Moment mit einem zweiten Glas Weisswein zu zelebrieren 😄 😄

... Fortsetzung folgt ...
Teil 706. Dez. 2023
und hier ist das nächste Türchen:

Türchen Nummer 06

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Seite 23 Zeitpunkt: Mai
Wir sind seit einer guten Stunde im südlichen Teil des Krügerparks unterwegs. Guide Lazarus hat sich entschlossen, das ausgetrocknete Flussbett entlang zu fahren. Hier sollen sich Rhinos aufhalten. Er will nicht per Funk die anderen Guides in der Nähe fragen, denn „der Feind“ (also die Wilderer) hört mit. Trotzdem dauert es nicht lange und er hat frische Spuren gefunden. Und tatsächlich! Ein Stück weiter treffen wir auf diesen stattlichen Bullen. Zunächst lässt er uns erstaunlich nahe herankommen. Doch plötzlich erschrickt er, macht mit einem wilden Satz fast eine 180 Grad Drehung und verschwindet im Buschwerk. Was ich interessant finde: Die Oxpecker-Eltern auf seinem Rücken haben es scheinbar relativ einfach. Sie müssen nicht viel herumfliegen, um Futter für ihren Nachwuchs zu besorgen, denn das finden sie ja überall auf dem Rhino. Sie haben es sich also auf einem gedeckten Tisch gemütlich gemacht und verschwenden keine Energie. Das nennt man Effizienz 😉

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Seite 24 Zeitpunkt: November
Zu bestimmten Jahreszeiten – also abhängig vom Wasserstand – findet man die Hippos sehr oft auf den Inseln im Fluss. Sie stehen dann in Konkurrenz mit Büffeln und Elis und verlassen auch tagsüber das sichere Wasser, um zu grasen. Dabei sind sie hin und wieder ziemlich nervös, denn der Fluss ist eigentlich ihr Refugium. Auch dieses Hippo ist „not amused“, als wir ihm auf die Pelle rücken. Ich finde, das Foto bringt die Geschwindigkeit eines rennenden Hippos annähernd rüber. Ich denke, die meisten Afrika-Erfahrenen wissen: Unterschätze nie ein Hippo, das sich unwohl fühlt. Es ist auf jeden Fall schneller als sein menschlicher Beobachter!

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Seite 25 Zeitpunkt: November
Es ist früh am Morgen. Die Lichtverhältnisse an diesem eher trüben Tag sind zwar nicht besonders gut, aber ich fahre trotzdem mit Phil und Tony, einem begeisterten Fotografen aus England, raus. Wir haben das kleine Boot genommen. Darauf ist Platz für vier Personen. Der Vorteil: Es ist sehr beweglich und hat kein Dach, also auch keine störenden Stangen oder Planen. Zu dieser Tageszeit sind so gut wie keine Boote auf dem Chobe unterwegs, vielleicht mal ein Pangolin Fotografenboot, das war es auch schon. Die Hippobullen sind um diese Zeit noch richtig angriffslustig, später am Tag werden sie durch die zahlreichen anderen Boote ziemlich müde sein. Phil weiß natürlich genau, was er zu tun hat, um den Bullen ein ganz klein wenig zu nerven. Ich denke mal, das Foto beweist es 😄

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Seite 26 Zeitpunkt: Mai
Am späten Vormittag kann es ziemlich heiß sein auf dem Chobe. Die Hippos haben sich „zusammen gekuschelt“, liegen halb im Morast und wollen einfach nur ihre Ruhe haben. Guide John ist extrem erfahren, ihm habe ich jederzeit mein Leben anvertraut. Ich weiß, das klingt sehr überzogen, aber es gab da manchmal Situationen … 😗
In diesem Fall fährt er ein Stück an den Hippos vorbei, stoppt den Motor und wir treiben langsam zurück. Wieder einmal ist es herrlich ruhig um uns herum, nur das Grunzen eines Tieres unterbricht manchmal die Stille. Wir kommen tatsächlich sehr nah an die Gruppe ran und ich kann in aller Ruhe meine Fotos machen. Ich finde, mit etwas Fantasie könnte man ein lautloses Zwiegespräch zwischen dem Oxpecker und dem Hippo hineininterpretieren. Was sie sich wohl zu sagen hätten?

... Fortsetzung folgt ...
Teil 807. Dez. 2023
... und hier kommt das nächste Türchen - eingestellt aus "Klein-Afrika" 🙂

Türchen Nummer 07

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Seite 27 Zeitpunkt: Juni
Auch dieses Foto hat einen Titel. Es heißt: Der Flugzeugträger. Irgendwo im flachen Wasser des Luangwa liegen Mutter und Kind etwas abseits der Herde und wärmen sich in der frühen Morgensonne. Die Oxpecker treffen sich scheinbar zum Morgenplausch. Wir sind auf einer Wanderung und ich fotografiere vom Ufer aus. Die kleine Familie muss sich also vor keinem Boot in der Nähe fürchten.

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Seite 28 Zeitpunkt: November
„Gähnende“ Hippos. Ich glaube, die meisten Fotografen haben gegen solche Bilder nichts einzuwenden. Es ist später Nachmittag auf dem Chobe, das Licht ist perfekt. Und siehe da! Der Bulle tut uns den Gefallen, taucht auf dem Nichts auf und verfolgt das Boot. Guide John ist auf solche Momente natürlich vorbereitet und gibt mir eine kurze Zeitspanne, um meine Fotos zu machen, bevor wir uns mit etwas höherer Geschwindigkeit als üblich entfernen. Ich bin absolut zufrieden mit dieser Situation 🙂

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Seite 29 Zeitpunkt: April
Eigentlich ein typisches Bild. Das Hippo grast auf einer Insel im Chobe. Mit ihm unterwegs sind zwei Kuhreiher, die nur darauf warten, dass die zahlreichen Insekten im Gras durch das große Tier aufgescheucht werden. Das erleichtert die Futtersuche der Vögel natürlich enorm. Was mir aufgefallen ist: Der Bulle versucht nicht, ins Wasser zu flüchten, als wir uns nähern, sondern er belässt es bei dieser Drohgebärde. Ich interpretiere es so, dass er ein gesundes Selbstbewusstsein hat und sich seiner Kraft sehr wohl bewusst ist.

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Seite 30 Zeitpunkt: März
Wir befinden uns am Rand der Savuti Marsh (Ich benutze die unterschiedlichen Schreibweisen für den Savute NP und den Savuti Channel) . Die Regenzeit liegt noch nicht lange zurück und das Gras steht hoch. Es ist sehr schwierig, kleinere Tiere zu entdecken. Guide Baba gibt nicht auf. Wir umrunden einige „Bauminseln“ und fahren weiter nach Norden. Immer wieder stoppt Baba und prüft die Umgebung. Dann haben wir Erfolg. Ein Gepard tauch aus dem hohen Gras auf und scannt genau die Gegend. Uns ignoriert er einfach. Also muss ich nur warten, bis er nah am Fahrzeug ist, damit ich ein Portraitfoto machen kann. Danke lieber Cheetah! Ich finde, man kann gut nachvollziehen, wie aufmerksam er sich umschaut. Der Grund ist einfach. Nicht allzu weit von dieser Stelle entfernt finden wir ein Löwenrudel. Mit diesen entfernten Verwandten möchte die „Rennkatze“ dann doch lieber nichts zu tun haben.

… Fortsetzung folgt …
Teil 908. Dez. 2023
heute bin ich etwas später dran, aber hier kommt jetzt

Türchen Nummer 08


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Seite 31 Zeitpunkt: April
Am Nachmittag sind wir im Madikwe Reservat unterwegs. Unser Ziel ist ein Gehege, in dem sich ein Geparden Weibchen befindet. Es ist neu hier und soll sich eingewöhnen. Plötzlich tauchen drei andere Geparde auf. Guide Jaques erklärt uns, dass diese drei Brüder mit der Lady Bekanntschaft schließen sollen, um zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht einmal für Nachwuchs zu sorgen. Das ist nicht ungefährlich für die Lady, denn die Brüder könnten sehr aggressiv reagieren und sie schwer verletzen. Deshalb sollen sie sich erst einmal am Zaun des Geheges kennen lernen. Die Brüder sind so aufgeregt, dass sie sogar gegeneinander kämpfen. Allerdings bleibt das Spektakel unblutig. Auch hier wird unser Fahrzeug, das in unmittelbarer Nähe steht, einfach ignoriert. Als einer der Brüder bei gutem Licht direkt neben dem Auto steht, kann ich in aller Ruhe das gewünschte Foto machen.

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Seite 32 Zeitpunkt: März
Es ist Abend geworden in der Savute Region. Die Dämmerung legt sich über das Land und wir sind auf dem Heimweg zur Lodge. Jemand meldet sich am Funkgerät. Baba hört sich die Meldung an und schon fahren wir querfeldein. Es dauert nicht lange und wir haben die zwei Cheetah-Brüder eingeholt. Baba fährt an ihnen vorbei und hält in der Nähe eines umgestürzten Baums an. Mein Herz schlägt schneller. Die beiden Katzen werden doch nicht… Aber genau das passiert. Sie klettern auf den Baumstamm, um eine bessere Aussicht zu haben. Im Grunde ist es ein wirklich tolles Bild, aber leider – wie gesagt – ist es schon sehr dunkel. Ich bin verzweifelt, knipse aber trotzdem. Als ich die Bilder kontrolliere, sehe ich im Display der Kamera eigentlich nur schwarz. Oh Mann! Das darf doch nicht wahr sein! Da habe ich die Chance auf eine tolle Szene, aber die Lichtverhältnisse sind absolut miserabel. Zum Glück gelingt es mir nach unserer Rückkehr nach Deutschland, zumindest die RAW-Bilder etwas aufzuhellen. Ja, das Foto ist sehr grobkörnig, aber ich konnte trotzdem nicht widerstehen, dieses Bild ins Fotobuch zu nehmen.

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Seite 33 Zeitpunkt: Juni
Auszug aus meinem Reisetagebuch: Wir haben einen tollen Sundowner am Ufer des Luangwa zelebriert. Es ist dunkel geworden, Zeit für den Rückweg. Unser Tracker hat die Lampe ausgepackt und wir fahren langsam die Piste entlang. Ein kurzer Kommentar des Trackers an Guide Prior, ein kurzes deuten auf die linke Seite. Stimmt, da hinten bewegen sich Tiere! Ein Blick durchs Fernglas, dann ist alles klar. „Dort sind Hyänen, lasst uns doch mal hinfahren“, sagt Prior. Natürlich, damit sind wir sofort einverstanden. Wir hoppeln querfeldein zum Ort des Geschehens. Außer 8 Hyänen an einem toten Impala sehen wir einen einzelnen Wildhund. Prior spricht mit dem Guide eines zweiten Fahrzeugs, dann analysiert er die Lage: „Das ist wirklich ungewöhnlich! Ich kenne den Wilddog, er hat vor ein paar Tagen – aus welchen Gründen auch immer – sein Rudel verloren. Jetzt bleibt er hier vor Ort und wartet, dass sie zurückkommen. Schaut, das tote Impala wurde von ihm gerissen, das hat er ganz alleine geschafft. Leider war er zur falschen Zeit am falschen Ort, denn die Hyänen waren in der Nähe, haben seinen Jagderfolg mitbekommen und ihn von der Beute vertrieben.“ Der arme Kerl tut uns leid. Das ist nicht fair! Auf der anderen Seite sind wir von ihm beeindruckt, denn der Hund bleibt weiter in der Nähe der Hyänen. Immer wieder kommt eine auf ihn zu, um ihm zu drohen, aber er gibt einfach nicht auf, sie umkreisen sich und fletschen die Zähne. Unser Adrenalinspiegel ist jetzt ganz oben, so eine Situation ist absolut neu für uns. Während die Hyänen sich heulend und winselnd um die Beute balgen, erscheint plötzlich eine Löwin auf „der Bühne“. Sie schaut sich die Angelegenheit an und beschließt, dass sie keine Lust hat, sich mit acht Hyänen anzulegen, also wandert sie weiter. Wir folgen ihr eine Weile, aber kein weiterer Löwe lässt sich blicken. Also fahren wir zurück zum Nsefu Camp, aber vorher drücken wir dem mutigen Wilddog die Daumen, damit er hoffentlich bald wieder mit seinem Rudel vereint ist.

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Seite 34 Zeitpunkt: November
Kurz nach dem Passieren des Sedudu Gates führt die Schotterpiste den Hügel hinab ins gleichnamige Tal. Es folgt eine Abzweigung. Nach links fährt man zu einem nahegelegenen Wasserloch, nach rechts geht es zum Ufer des Chobe. Wir entscheiden uns für die Piste, welche durch das Hinterland führt. Etwas oberhalb am Hang entdecken wir zwei Hyänen, die sich unserem Fahrzeug nähern. Während das eine Tier etwas zögerlich den Hang hinunterkommt, läuft Nummer zwei zielgerichtet auf unser Auto zu, stoppt dicht neben uns und fängt an, sich im Sand herumzuwälzen. Genau bei dieser Aktion mache ich dieses Foto. Warum die Hyäne sich scheinbar extra in unserer Nähe im Sand wälzen will und mich dabei irgendwie herausfordernd anschaut (wollte sie Applaus bekommen?) kann ich so gar nicht nachvollziehen. Wie dem auch sei, ein etwas ungewöhnliches Bild springt dabei für mich heraus 🙂

… Fortsetzung folgt …
Teil 1009. Dez. 2023
es ist Zeit für ....

Türchen Nummer 09

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Seite 35 Zeitpunkt: Dezember
Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch: Es ist Anfang Dezember. Nach einem Besuch des Chapman´s Baobab in den Makgadikgadi Pans cruisen wir durch die Landschaft. Während weiterhin Zebras und Gnus parallel zu uns wandern oder die Piste hinter uns kreuzen, steuert unser Guide ein ganz bestimmtes Ziel an. Um kurz vor 18:00 haben wir es erreicht. In einiger Entfernung hat eine Brown Hyena ihren Bau. Da diese Tiere ziemlich scheu sind, bleiben wir in einem großen Respektabstand stehen und schauen, was passiert. Zunächst einmal entdecken wir nur das Muttertier außerhalb des Baus. Nach einigen Minuten jedoch sehen wir vier spitze Ohren, dann schieben sich zwei Köpfe nach oben. Jetzt dauert es nicht lange und zwei Jungtiere erscheinen. Ich bin begeistert, denn bisher konnte ich nur auf einer Pirsch in Südafrika erwachsene Tiere fotografieren, diese kleine Familie ist ein fotografisches Highlight für mich. Ich habe mein Stativ an der Kamera befestigt, versuche, sie trotz der Windböen so ruhig wie möglich zu halten und mache meine Bilder. Zunächst werden die Kleinen gesäugt, dann aber laufen sie sogar um die Mutter herum. Manchmal scheint der Wind unseren Geruch zu ihnen zu tragen, denn obwohl wir mucksmäuschenstill sind, schauen Mama und Kinder ab und zu mit forschendem Blick in unsere Richtung. Die Kleinen verschwinden im Bau, tauchen wieder auf, recken die Köpfe in die Luft oder entfernen sich ein wenig von der Mutter. Sie sind zwar meistens halb verdeckt, aber dann läuft eins nach vorne und in der goldenen Abendsonne leuchten die hell gestreiften Beine auf. Liebevoll wird das Junge von der Mutter abgeleckt, läuft weiter, darf sich aber scheinbar immer nur ein kleines Stück entfernen. Etwa zwanzig Minuten beobachten wir das traute Familienglück, dann verlassen wir den Bau. Ich bin richtig happy und bedanke mich bei unserem Guide Laps für diese schöne Sichtung am frühen Abend.

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Seite 36 Zeitpunkt: April
Schakale können durchaus mutig sein, wenn es darum geht, sich etwas zu Fressen zu organisieren. Am Vorabend hat das Löwenrudel ein Zebra gerissen und jetzt – am frühen Morgen – sind die Katzen immer noch zugange. Mit sehnsuchtsvollem stehen am Rand des Geschehens eine Brown Hyena und zwei Schakale. Stück für Stück nähern sie sich dem Gelage, werden aber immer wieder von den jungen Löwen vertrieben, sobald sie eine gewisse Distanz unterschreiten. Irgendwann ist jedoch die Chance gekommen. Während zwei junge Löwen sich um die Hyäne „kümmern“, prescht ein Schakal nach vorne und hat in Sekundenschnelle einen Fleischhappen geschnappt. Noch während er sich wieder schnell entfernt, beobachtet er genau, was sich hinter seinem Rücken abspielt. Die Löwen nehmen es gelassen hin, es ist immer noch genug Fleisch für alle da.

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Seite 37 Zeitpunkt: November
Wir cruisen durch das riesige Gebiet der Makgadikgadi Pans. Es ist Anfang Dezember. Die letzte Regenzeit war nicht sehr ergiebig und der Regen lässt auf sich warten. Fast alle Wasserlöcher sind ausgetrocknet und die wenigen intakten werden von den hereinziehenden Gnu- und Zebraherden regelrecht belagert. Der Hauch des Todes liegt über dem Land. Überall finden wir Zebrakadaver. So auch an dieser Stelle. Am Anfang sehen wir nur einen Haufen Geier, die sich um das tote Zebra geschart haben. Aber dann springt ein Schakal aus dem Inneren des Tieres und legt sich mit den Geiern an. Sofort flattern die Vögel unter lautem Gekrächze auseinander. Aber wie das immer so ist: Sobald der Schakal sich mit seiner Beute beschäftigt, rücken die Geier Stück für Stück erneut heran und das gleiche Spiel beginnt nach kurzer Zeit von vorn. Irgendwann hat der Schakal genug. Er keucht schwer in der Hitze des Tages und zieht sich in den Schatten zurück. Von dort aus muss er beobachten, wie die Geierschar das Kommando übernimmt.

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Das Khwai Gebiet ist – wenn man von der Zahl der Safarigäste ausgeht – nicht gerade als menschenleer bekannt. Trotzdem kann es einem gelingen, schöne Sichtungen ganz für sich alleine zu genießen, wenn man sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort befindet. Guide Banda, der schon seit Jahren hier unterwegs ist, checkt genau die frischen Spuren im Sand. Wir folgen der Fährte in langsamer Fahrt. Dann verschwindet sie im dichten Busch. Unser Guide fährt ein Stück weiter, schaltet den Motor aus und wir warten. Es dauert nur ein paar Minuten und ein prächtiger Leopard taucht auf. Er ist ziemlich entspannt und läuft auf uns zu. Um die Perspektive zu verändern beuge ich mich soweit es geht nach unten. Nach ein paar netten Fotos, gehe ich noch ein wenig tiefer und lehne mich im Eifer des Gefechts etwas aus dem Fahrzeug hinaus. Der Leo – jetzt ganz nah am Auto – stutzt, dann faucht er mich unmissverständlich an. Das war eine klare Meinungsäußerung! Schuldbewusst bewege ich meinen Oberkörper wieder langsam zurück. Ja lieber Leo! Natürlich ist mir klar, wer hier der Chef im Ring ist! Offensichtlich zufrieden mit meiner Reaktion entfernt sich die Katze mit stolz erhobenem Kopf.

… Fortsetzung folgt …
Teil 1110. Dez. 2023
an einem regnerischen Sonntagmorgen versuche ich, ein wenig Sonne herein zu lassen 🙂

Türchen Nummer 10


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Seite 39 und 40 Zeitpunkt: April
Wir sind immer noch im Khwai Gebiet. An einem ruhigen Morgen halten wir an einer kleinen Pfanne. Eine Warzenschweinfamilie hat in der typischen Art die Vorderbeine eingeknickt und frisst das Gras am Rand der Pfanne. Guide Banda deutet wortlos in eine andere Richtung. Ein Leopard hat sich im Schutz eines Termitenbaus angeschlichen und beobachtet gespannt die Warzenschweine. Man kann sehen, wie jede Faser seines Körpers angespannt ist. „Hmmm… da wartet eventuell ein leckeres Frühstück auf mich!“ Das Problem: Zwischen seinem Versteck und den Schweinen gibt es nur die freie Fläche über die sandige Pfanne. Was tun? Plötzlich scheint sich der Wind zu drehen. Mama Warzenschwein stoppt beim Grasen, der Kopf geht in die Höhe und nur zwei Sekunden später trabt die ganze Familie mit den typisch aufgerichteten Schwänzen in die entgegengesetzte Richtung davon. Jetzt kommt der Leo aus der Deckung. „Das kann doch nicht sein! Das schmackhafte Essen war gerade so nah … und jetzt ist es auf und davon.“ Während der Jäger noch fassungslos der Beute hinterher schaut kann ich meine Fotos machen. Der Leo will es nicht glauben und rennt den Warzenschweinen hinterher. ICH HABE HUNGER! Auch jetzt kann ich wieder fototechnisch „zuschlagen“. Wenn schon der Leo eine Enttäuschung erlebt, dann habe wenigstens ich meinen Spaß. Natürlich hätte ich gerne eine richtige Jagd erlebt, aber solche Action-Bilder sind immerhin besser, als gar nichts.

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Seite 41 Zeitpunkt: März
Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch: Wir verlassen das Camp Moremi am frühen Morgen. Um diese Zeit halten sich die Tiere scheinbar noch zurück. Außer einigen Impalas, Wasserböcken und Marabus am Rand einer Wasserstelle ist nicht viel zu sehen. Guide Aaron fährt zu der Stelle, an der wir gestern den Leopardenmann gesehen haben. Als wir um eine Kurve kommen, sehen wir schon zwei Fahrzeuge dort stehen. Die Insassen haben die Fotoapparate gezückt, also sind wir hier wohl richtig. Wir nähern uns dem Baum und ich kann mein Glück kaum fassen. Das Motiv ist heute perfekt! Es ist kurz nach 07:00, das Fotolicht ist also ideal. Der Leo hat sich auf einem dicken, waagrechten Ast platziert und knabbert an seiner Beute herum. Es ist eine Lechwe Antilope, die er wohl am frühen Morgen erwischt hat. Kopf und Hals der Lechwe hängen unversehrt am Ast herunter. Der Himmel im Hintergrund, der sich heute von seiner besten Seite, nämlich in sattem Blau zeigt, ist ebenfalls ideal. Ein Wagen verlässt die Position neben dem Baum, wir können also aufrücken. Denn auch hier gilt das ungeschriebene Gesetz: Es sollen sich nicht zu viele Autos auf einmal versammeln, um die Tiere nicht zu verunsichern.
Aaron bittet uns, leise zu sprechen, damit der Leo seine Ruhe beim Fressen hat. Tatsächlich hält die „Plaudertasche“ aus einem europäischen Nachbarland sogar mal ihren Mund. Ich sitze neben unserem Guide und knipse mit wachsender Begeisterung meine Fotos. Die Katze fühlt sich tatsächlich nicht gestört und hat den Brustkorb der Antilope geöffnet. Wir hören die Rippenknochen knacken, wenn sie mit ihren gewaltigen Kiefern zubeißt. Dem europäischen Nachbarn gefällt es aber nicht, dass der Leo sich so auf seine Beute konzentriert. Er fängt an zu pfeifen, damit der Jäger seinen Kopf hebt und uns anschaut. In diesem Moment bekommt er von meiner Frau, die eine Reihe hinter ihm sitzt, einen Schlag auf den Hinterkopf. Sie zischt ihn auf Englisch an, ob er sich vielleicht mal an die Benimmregeln halten könne? Tatsächlich ist der Mann jetzt ruhig und Aaron lächelt Ruth dankbar an. Plötzlich hält der Leopard inne, hebt den Kopf, schaut genau in die Kamera und lässt seine Blicke dann über die Gegend hinter uns schweifen. Vermutlich checkt er die Lage und will wissen, ob sich eventuell ein Fressfeind nähert. Ich knipse und knipse und bin völlig in meiner Fotografenwelt versunken. Genau solche Bilder fehlen mir noch in meiner Sammlung, was will ich mehr?
Eine gute Viertelstunde lang bin ich absolut in meinem Element, probiere viele verschiedene Einstellungen und Brennweiten aus. Ich bin mir sicher, heute sind ein paar richtig gute Bilder dabei herausgekommen! Wieder einmal bewahrheitet sich der Spruch: Je weniger du erwartest, desto eher kommt es zu schönen Überraschungen 🙂

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Seite 42 Zeitpunkt: Juni
Der South Luangwa NP ist bekannt für seine hohe Leopardendichte. Und tatsächlich hat er uns nicht enttäuscht. Wir konnten die gefleckten Räuber in vielen verschiedenen Situationen erleben, aber natürlich durften auch die Klassiker wie z.B. Leo entspannt in einem Baum nicht fehlen. Als wir für dieses Foto unterhalb des Baums stoppen, bekommen wir nur einen scheinbar verächtlichen Blick zugeworfen. Ich bin wirklich froh darüber, denn ich mag „Fotomodelle“, die sich augenscheinlich nicht von irgendwelchen Paparazzis gestört fühlen 😄 😄

… Fortsetzung folgt …
Teil 1211. Dez. 2023
und hier kommt das nächste Türchen:

Türchen Nummer 11


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Seite 43 Zeitpunkt: Dezember
Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch: Zurück in Savute. Wir sind mit Guide Obed unterwegs und schaukeln durch das ausgetrocknete Flussbett des Savuti Kanals. Während die Uferränder eher sandig und nur mit Büschen bewachsen sind, findet man hier unten im Flussbett auch grasbewachsene Flächen. Dort fressen einige Impalas. Sie wirken völlig entspannt und konzentrieren sich ganz auf die Nahrungsaufnahme. Auch wir stören sie nicht im Geringsten. Während wir dem Flussbett weiter folgen, deutet Obed nach links. Tatsächlich! Im Halbschatten der Büsche am Rand liegt ein Leopard. Sofort ändert unser Guide die Richtung und wir nähern uns langsam. Der gefleckte Räuber schaut uns nur kurz an, denn er ist voll auf die Impalas fokussiert. Es ist ein wunderschönes Tier und alle Insassen fotografieren natürlich dieses tolle Motiv. Der Leo ist anscheinend der Meinung, er müsse uns noch etwas bieten, also gähnt er hingebungsvoll und reißt dabei sein Maul weit auf. Wir können jeden einzelnen seiner beeindruckenden Eckzähne bewundern. Nein, mit diesem Jäger möchte ich mir keinen Ärger einhandeln!
Inzwischen hat sich ein weiteres Fahrzeug genähert. Es sind zwei Frauen, die offensichtlich als Selbstfahrer unterwegs sind. Natürlich haben sie die Katze auch entdeckt, kurbeln ihr Seitenfenster herunter, um zu fotografieren. Der Leo schaut in ihre Richtung, streckt sich kurz, dann steht er auf und läuft genau zu dem Fahrzeug. Jetzt ändert sich der Gesichtsausdruck der Ladies im Auto schlagartig. Während sie eben noch mit Begeisterung das prachtvolle Tier bewunderten, schauen sie jetzt ziemlich nervös aus und kurbeln hektisch das Seitenfenster wieder hoch. Der Leo geht ganz nah an ihnen vorbei, aber scheinbar wollte er das Auto nur als Deckung benutzen, denn er fixiert immer noch die Impalas, läuft auf der anderen Uferböschung nach oben und verschwindet lautlos im dichten Grün. Obed startet den Motor und wir fahren parallel im Flussbett. Hier führt eine Spur hoch in den Busch, unser Guide gibt Gas und wir schaukeln nach oben. Wird der Leopard sich jetzt an die Impalas anschleichen und vielleicht sogar attackieren? Acht Augenpaare suchen angestrengt jedes Fleckchen in den Büschen ab, aber wir haben keine Chance. Leoparden sind nun mal die Meister der Tarnung, das bekommen wir gerade vorgeführt. Wir fahren wieder hinunter ins Flussbett, die Antilopen sind immer noch da. Also warten wir. Nach etwa 15 Minuten geben wir die Verfolgung auf, denn es passiert nichts. Schade eigentlich, solche Bilder hätte ich natürlich liebend gerne mit nach Hause gebracht.

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Seite 45 Zeitpunkt: November
ACHTUNG ! NICHTS FÜR ZARTE GEMÜTER !
Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch: Wir verbringen drei Nächte im Hyena Pan Tented Camp. Der Morgen beginnt wie gewohnt. Wir lauschen noch einige Minuten dem Singen der Vögel, dann verlassen wir das Bett und bereiten uns auf den Tag vor. Plötzlich ruft uns jemand. Es ist Managerin Rileys Stimme. „Ruth, Walter, kommt schnell! Die Wild Dogs sind da und haben ein Kudu ins Wasser gejagt!“ Ich packe meinen Fotorucksack und renne los. Als ich das Viewig Deck erreiche, kann ich das Drama im fahlen Licht des Tagesanbruchs erkennen. Ein Rudel Wildhunde war auf der Jagd und es ist den Tieren gelungen, ein weibliches Kudu aufzuspüren. Das hat sich in seiner Todesangst in die Wasserstelle geflüchtet. Genützt hat es dem Opfer am Ende aber wenig, denn die Hunde sind ihm gefolgt. Vermutlich war es bereits schwer verletzt, konnte das Wasser nicht mehr durchqueren und ist in der Nähe des Ufers verblutet. Sieben Wild Dogs stehen am Ufer, ab und zu laufen zwei – vermutlich das dominante Alphapaar – ins Wasser und beißen einen Brocken Fleisch aus dem leblosen Körper. Die anderen beobachten jede Bewegung der Beiden. Mir ist nicht klar, ob der Rest des Rudels warten muss, oder ob die anderen etwas ängstlich sind. Es könnten ja vielleicht Krokodile im Wasser sein.
Guide Amos ist auch eingetroffen. „Wollen wir näher ran?“ fragt er. Natürlich! Die Situation ist zwar nichts für zarte Gemüter, aber ich bin sehr daran interessiert, auch solche Momente fotografisch zu dokumentieren, schließlich sind wir hier nicht im Zoo, sondern in der Wildnis. Fressen und gefressen werden gehört zum Lebenszyklus der Natur. Also steigen wir ins Fahrzeug und fahren zur Wasserstelle. Im Wagen sitzen auch zwei Gäste, sowie Riley. So etwas konnte auch sie bisher noch nicht aus der Nähe erleben. Inzwischen hat sich die Sonne über den Horizont erhoben und beleuchtet den „Tatort“ im sanften, goldenen Licht. Die Hunde balgen sich jetzt um einen Fleischbrocken. Sie beobachten uns zwar, sind aber nicht wirklich beunruhigt. Ein Wild Dog steht halb im Wasser, ganz nah am Körper des Kudu. Jetzt beißt er zu und zieht einen Fleischbrocken heraus. Wie auf ein geheimes Zeichen hin folgend ihm drei weitere Mitglieder und möchten sich ebenfalls ihren Anteil sichern. Ganz dicht stehen sie zusammen und fressen.
Das Licht ist für mich ideal, wir sind hier in einer guten Position und ich knipse meine Bilder. Natürlich sind das nicht unbedingt Fotos, die sich jeder anschauen möchte, aber ich wiederhole: das hier ist ein Teil des immerwährenden Kreislaufs, der sich in der Wildnis jeden Tag aufs Neue abspielt. Außerdem ist es etwas ganz anderes, wenn man solche Action durch das kleine „Fenster“ der Kamera betrachtet und auf Dinge wie Tiefenschärfe, Belichtung und Blende fokussiert ist, damit die Fotos so gut wie eben möglich werden.
Einer der Hunde kommt – mit einem Fleischbrocken im Maul – ans Ufer. Er ist bis zum Bauch mit dunklem Schlamm bedeckt und sein scheinbar grimmiger Blick lässt ihn nicht gerade liebenswert erscheinen. Ich schwenke um zu den beiden Hunden, die sich am Kudu zu schaffen machen. Inzwischen ist es ihnen gelungen, an die Innereien zu kommen. Das haben wir in der Vergangenheit auch schon bei den Löwen beobachtet, dass die Raubtiere zuerst an den weichen Teilen interessiert sind. Wieder kommt ein schlammbedeckter Wild Dog mit einem vermutlich saftigen Stück Fleisch aus dem Wasser, diesmal nähern sich zwei Rudelmitglieder, knurren ihn an und balgen sich um einen Anteil. Das Festmahl scheint kein Ende zu nehmen, wir sind jetzt mehr als zwanzig Minuten vor Ort und ich knipse immer noch. Zwei Hunde kehren vom Körper des Kudu mit einem großen Beutestück zurück. Dann höre ich Riley hinter mir laut aufschluchzen. Die Kudumutter war hochschwanger und für die Wild Dogs scheint das ungeborene Kalb ein ganz spezieller Leckerbissen zu sein, denn alle sieben stürzen sich jetzt darauf, knurren und zerren daran, als wollte jeder von ihnen alles für sich alleine haben.
Auch wenn ich mit der Kamera am Auge eigentlich die Welt um mich herum komplett ausblende, solche Momente gehen auch mir an die Nieren, das muss ich ganz klar sagen. Ich setze den Fotoapparat ab. Bei Riley kullern die Tränen und auch meiner Frau geht es nicht besonders gut. Zum Glück stehen die Hunde so dicht zusammen, dass man von dem blutigen Spektakel nur einen Teil mitbekommt. Der allerdings langt völlig, um sich richtig unwohl zu fühlen. Während einer der Hunde vor unserem Wagen steht und auf einem Stück Fleisch herum knabbert, wird er von einem anderen begattet. Das ist in dieser Situation ein extrem bizarres Bild, welches uns geboten wird.
Nach etwa 30 Minuten verlassen wir den „Schlachtplatz“ und kehren zum Camp zurück. Die Stimmung ist jetzt natürlich ziemlich gedrückt, es wird nicht viel gesprochen. Wir besuchen unser Zelt und packen die restlichen Sachen zusammen, denn Amos wird uns zum nächsten Camp auf unserer Tour fahren. Während alles eingeladen wird, verabschieden wir uns von den Managern und der Staff, Riley hat sich wieder etwas erholt, aber wir drücken sie trotzdem besonders intensiv. Wir können sehr gut nachvollziehen, wie sie sich gerade fühlt. Wieder einmal gilt der Satz: AFRICA IS NOT FOR SISSIES! Normalerweise benutze ich diesen Satz mit leichter Ironie, aber dieses Mal hat er seine traurige Berechtigung.

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Seite 46 Zeitpunkt: November
An diesem Nachmittag haben wir ein klares Ziel. Wir wollen die Wilddogs besuchen. Allzu oft haben wir sie an der Chobe Riverfront bisher noch nicht gesehen. Jens und Thoralf, die beiden deutschen Tierfilmer (z.B. Ein Jahr unter Elefanten), haben uns beim Mittagessen in der Garden Lodge erklärt, wo wir sie finden können, bevor sie sich wieder auf den Weg gemacht haben. Obwohl sie eigentlich einen Film über Elefanten drehen, sind sie auch an solchen Gelegenheiten interessiert. Also los geht´s! Für Guide Tefo, der schon viele Jahre hier unterwegs ist, bedeutet das: Business as usual. Wie immer passieren wir das Sedudu Gate, fahren später an der Chobe Game Lodge vorbei und biegen ein ganzes Stück vor Serondela ab zu den Puku Flats. In der Nähe des dortigen Stretch Points sehen wir schon den weißen Bus der Tierfilmer. Hier sind wir also richtig. Wir winken uns gegenseitig kurz zu, dann geht es für mich „an die Arbeit“. Die Wilddogs sind noch im jugendlichen Alter. Wir haben Glück, denn zwei Erwachsene kommen scheinbar von der Jagd zurück. Sofort werden sie in typischer Wilddog Manier begrüßt. Das gibt mir die Möglichkeit, Wildhunde „in Action“ aufzunehmen. Ich muss gestehen, solche Bilder machen mir viel mehr Spaß, als dösende oder schlafende Tiere aufzunehmen 😉

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Seite 47 Zeitpunkt: Juni
Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch: Auf unserem Weg zum nächsten Camp fahren wir nach Norden, parallel zum Ufer des Luangwa. Hin und wieder tauchen Elefanten, Giraffen, Zebras, Impalas oder Wasserböcke auf, natürlich gibt es auch einige Vögel zu bestaunen. Etwa eine Stunde später nähern wir uns zwei Fahrzeugen. Die Insassen starren in eine bestimmte Richtung und haben die Kameras im Anschlag, also scheint es etwas Außergewöhnliches zu geben.
Dann sehen wir den ersten Wilddog. Er hat einen blutverschmierten Kopf und trägt das Bein eines Wasserbocks im Maul. Aha! Die Antilope war wohl zur falschen Zeit am falschen Ort. Es dauert nicht lange und weitere Hunde tauchen auf. Plötzlich rennt einer mit einem Stückchen Fell am Auto vorbei. Zwei Jagdgefährten folgen ihm blitzschnell und verbeißen sich in dem Fellstück. Was für eine komische Szene. Alle drei kämpfen um ein kleines Stückchen Fell, an dem noch nicht mal etwas Fleisch hängt. Einer der Hunde wimmert und heult die ganze Zeit, so als wäre er ein Welpe, der seine Mutter um Milch anbettelt, aber kein Kontrahent lässt auch nur eine Sekunde locker. Nach etwa fünf Minuten gibt es dann doch einen Sieger, der stolz seine „Beute“ davonträgt. Einer der Verlierer läuft ganz nah an unserem Wagen, vorbei. Während ich ein paar Portraitfotos machen kann schaue ich mir das Tier an. Ich finde, er schaut richtig enttäuscht „aus der Wäsche“. Vielleicht war das Stückchen Fell ja ein Statussymbol.

… Fortsetzung folgt …
Teil 1313. Dez. 2023
Hi Bele,
Danke fürs "Danke" 🙂 🙂
LG
Walter
und weiter geht es mit

Türchen Nummer 13

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Seite 52 Zeitpunkt: November
Heranwachsende Kudubullen halten sich öfter in kleinen Gruppen auf. Natürlich wird – wie bei den anderen Antilopen auch – gerne gerangelt. In solchen Fällen vergessen sie schon mal, was um sie herum so passiert. In unserem Fall mussten wir tatsächlich etwas länger warten, bis sie die Piste wieder freigaben. Aber natürlich habe ich diesen Stopp gerne für einige Bilder genutzt.

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Seite 53 Zeitpunkt: November
Anders als die Kudus an der Chobe Riverfront ist diese Gruppe im Hwange NP viel nervöser. Eigentlich sollten auch sie Autos gewöhnt sein, aber aus irgendeinem Grund trauen die Tiere auf dem Foto uns im wahrsten Sinne des Wortes nicht über den Weg. Ich hatte eigentlich auf ein Bild gehofft, auf dem alle Kudus scheinbar in der Luft schweben, aber Madame Nummer eins hat sich leider nicht an meinen Wunsch gehalten 😮

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Seite 54 Zeitpunkt: Oktober
Ich finde die großen Ohren der Kudus einfach toll. Es würde mich wirklich interessieren, wie die Tiere im Vergleich zu uns die Geräusche wahrnehmen. Ein vorbeifahrendes Fahrzeug müsste doch eigentlich unglaublich laut für sie sein. Aber wenn es so wäre, dann würden sie es garantiert nicht dulden, dass wir uns ihnen oft auf wirklich kurze Distanz nähern können. Ein kleines Detail am Rande: Auf dem Bild ist es in dieser Qualität nicht zu erkennen, aber auf dem Original sieht man es deutlich: Unser weißes Fahrzeug spiegelt sich in den Augen des Kudus.

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Seite 55 Zeitpunkt: Mai
Durchfährt man das Sedudu Valley in Richtung Gate, sieht man auf der linken Seite eine freie, steinige Fläche. Wir passieren mit Guide John in langsamer Fahrt diesen Bereich. Überall stehen männliche Impalas herum, die fast alle in Brunftstimmung sind, denn es ist Herbst im südlichen Afrika und da geht es – wie z.B. bei den Hirschen in Europa – darum, sich gegen viele Rivalen durchzusetzen und soviel Weibchen wie möglich um sich zu scharen. Natürlich war ich begeistert, als das „große Gefecht“ bei unserer Ankunft an der Kampfarena startete. Es ist schon beeindruckend, wenn die Tiere aufeinander zu rennen und das Gehörn mit lautem „Knall“ zusammenkracht. Hatte ich es schon erwähnt? Ich liebe solche Action-Szenen 🤩

... Fortsetzung folgt ...
Teil 1414. Dez. 2023
Eigentlich hatte ich eine gewisse logische Folge in den Türchen bzw. Fotos. Da aber relativ viele Löwenbilder kommen, habe ich die Reihenfolge etwas geändert und die Katzen "verscheuchen" heute mal die Antilopen...

Türchen Nummer 14

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Seite 66 Zeitpunkt: März
Spiegelbilder aller Art zu fotografieren, da kann ich einfach nicht widerstehen. Leider stört der Löwe durch seine schlabbernde Zunge die ruhige Wasseroberfläche und so ist das Spiegelbild nicht perfekt. Hätte er nicht vor dem Trinken mit heraushängender Zunge erst einmal schnuppern können? Naja, zur Not nehme ich halt auch dieses Bild 😗

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Seite 67 Zeitpunkt: November
Es ist später Nachmittag in Savute. Leider ist es bedeckt, daher sind die Lichtverhältnisse eher bescheiden. Guide Baba hat zwei Löwenmänner am Wasserloch entdeckt. Keine schlechte Situation. Als dann noch Löwe Nummer drei sich dazu gesellt, ist meine Laune natürlich noch besser. Allerdings stört mich eine Sache an diesem Bild. Der mittlere Löwe hat die Zunge nicht im Wasser! Aber so sehr ich mich beim Fotografieren auch bemüht habe, zumindest einer der Brüder hat mich immer geärgert und hat nicht im Gleichklang mit den anderen getrunken. WIE GEMEIN! 😵

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Seite 68 Zeitpunkt: April
Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch: Wieder einmal sind wir in Savute unterwegs und erreichen gegen 17:00 eine Wasserstelle. Nicht weit davon entfernt sehen wir ein Löwenrudel im dichten Buschwerk. Guide Metal ist richtig aufgeregt. „Das ist das Rudel mit den jungen Löwen. Leider sieht man sie nicht, weil sie sich im Busch verstecken.“ Toll, Metal, ich glaube dir das ja gerne, aber noch schöner wäre es, wenn sie sich mal zeigen würden! Unter einem weiteren Busch sehen wir eine Bewegung; eine Löwin tritt hervor, läuft zu einer Artgenossin und sie reiben nach Katzenart die Köpfe aneinander. Die zweite Löwin steht auch auf und beide Katzen strecken sich. „Schaut nur, unter dem Busch ist auch ein Löwenmann!“ Ja, wenn man ganz angestrengt hinschaut, dann sieht man eine dunkle Mähne im dunklen Schatten. „Dort sind auch die Kleinen!“ sagt Metal. Irgendetwas bewegt sich unter dem Busch, das ist wahr. Eine Löwin verlässt die Stelle und läuft langsam aber bedächtig in Richtung Wasserloch. Jetzt ist unser Guide nicht mehr zu bremsen. „Wir müssen unbedingt zum Wasserloch, damit wir eine gute Position haben!“ ruft er und startet gleichzeitig den Motor. Während die Löwin plötzlich stoppt und sich hinlegt, erscheint ein noch nicht ausgewachsener Löwenmann und marschiert ebenfalls Richtung Wasser. „Warum bleiben wir nicht hier und hoffen darauf, dass die anderen Rudelmitglieder sich zeigen?“ frage ich mich. Aber dann denke ich: „Metal ist der Mann mit jahrelanger Erfahrung, er wird schon wissen, was er da macht.“
Wir umrunden das Wasserloch und stellen uns so, dass wir über das Wasser hinweg die Büsche mit den Löwen sehen können. Der junge Löwenmann hat inzwischen das Wasser erreicht und trinkt. Sein Körper spiegelt sich im Wasser. „Gar nicht so schlecht“ denke ich und mache ein paar Fotos. Ich mag Tiere, die sich im Wasser spiegeln. Der Jung-Löwe am Wasserloch trinkt und trinkt. Immer wieder schaut er misstrauisch zu uns herüber, während seine Zunge das Wasser ins Maul „löffelt“. Jetzt nähert sich die Löwin, die sich auf halbem Weg hingelegt hatte, und trinkt ebenfalls. Sie hält allerdings etwas Abstand zum Männchen. Während beide noch am Ufer sind, tauchen noch eine Löwin und ein junger Löwenmann auf und platzieren sich in der Mitte der Gruppe. Im Hintergrund erscheint der Chef des Rudels. Zunächst kommt noch eine Löwin ans Wasser und trinkt. Dicht beisammen stehen bzw. liegen sie am Ufer, rechts die zwei jüngeren Löwen, daneben die drei Löwinnen. Löwe Nummer 6, also der Big Boss kommt ans Wasser und trinkt ebenfalls. Dann erscheinen zu unserer großen Freude drei Löwenbabys und drängen sich auch zum Wasser. Einer der Junglöwen geht zu einer Löwin und reibt seinen Kopf an ihrem Kopf. Das gefällt dem Herrscher des Rudels überhaupt nicht und der (vermutlich) Sohnemann bekommt drei, vier Ohrfeigen verpasst. Schnell läuft er wieder zu seinem Bruder an den Rand der Gruppe. Dem Chef ist das immer noch zu nah und er verscheucht sie. Die Löwenbabys bleiben dicht beim Herrscher und trinken noch ein paar Schlucke. Jetzt schaut der Chef zu uns herüber als wollte er sagen: „Schaut nur her, wenn ihr nähe kommen wollt, dann kriegt ihr auch einen Satz heiße Ohren verpasst!“

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Seite 69 Zeitpunkt: März
Ich finde es immer wieder faszinierend, wie hingebungsvoll gerade Löwinnen mit ihren Schwestern oder Kindern umgehen. Aber sobald es ums Fressen geht, ändert sich alles. Fressen heißt Überleben und in solchen Momenten muss die Zuneigung zu anderen Familienmitgliedern hinten anstehen.

… Fortsetzung folgt …
Teil 1515. Dez. 2023
Nach der "Löwenunterbrechnung" geht es heute wieder zurück zu den Antilopen

Türchen Nummer 15


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Seite 56 Zeitpunkt: Mai
Wie bereits erwähnt, kommt während der Brunftzeit Bewegung in die sonst eher entspannten Impalagruppen. Überall hört man das Schnauben der Böcke und die Damen stehen meist zusammen und sehen sich interessiert die Auseinandersetzungen der vermeintlichen und zukünftigen „Platzhirsche“ an. Allerdings müssen auch sie auf der Hut sein. Sobald der Chef einer Herde das Gefühl hat, seine Mädels laufen zu weit weg, beginnt die wilde Hatz, bis er die ganze Gesellschaft wieder in seiner Nähe hat. Die Madame auf dem Bild wollte entweder ganz für sich sein, oder hatte gerade ihre Herde verloren. Jedenfalls schoss sie mit hohem Tempo an unserem Fahrzeug vorbei, ohne dass ein Bock sie verfolgte.

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Seite 57 Zeitpunkt: April
Die Oxpecker sind nicht nur bei den Großtieren zu finden, nein! Auch bei den Antilopen sind sie gern gesehene Gäste. Manchmal wundert es mich aber schon, wie ruhig und gelassen sich die Vierbeiner ein „kleines Tänzchen“ auf dem Kopf oder auf dem Rücken gefallen lassen. Mit etwas Glück sieht man sogar ein Impala mit Ohrenschmuck, denn es kann vorkommen, dass die Oxpecker zur Hälfte in den Ohren verschwinden.

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Seite 59 Zeitpunkt: April
Lechwe Antilopen sind sehr aufmerksame Zeitgenossen. Zumindest uns ist es noch nie gelungen, sie aus allernächster Nähe zu begutachten. Fahren wir einfach vorbei, dann ist alles gut, aber sobald wir in relativ kurzer Distanz stoppen, drehen sich in der Regel alle Köpfe in unsere Richtung und die Tiere entfernen sich. Auch diese zwei stehen nur kurze Zeit an der gleichen Stelle, bevor sie im Laufschritt den Sicherheitsabstand zu uns vergrössern.

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Seite 60 Zeitpunkt: Mai
Zu diesem Foto kann ich anmerken, dass es ziemlich ungewöhnlich ist. Ein Roan mit blauen Hornspitzen? Ist das die neue Balzfarbe? Spaß beiseite. Die Guides, denen ich das Bild zeigte, sind der Meinung, die Hörner wurden von Wissenschaftlern eingefärbt, um das Tier zu erkennen. Wie dem auch sei, ich finde, die blauen Hornspitzen sind ein netter Farbtupfer, der vielleicht auch die Blicke der Damenwelt auf sich zieht 😄

… Fortsetzung folgt …
Teil 1616. Dez. 2023
und weiter geht es mit

Türchen Nummer 16


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Seite 61 Zeitpunkt: Oktober
Es ist schon fast 12:00. Nach einem ergiebigen Foto-Vormittag an der Chobe Riverfront bin ich mit Guide John auf dem Rückweg. Wir haben die Chobe Game Lodge passiert und folgen der sandigen Piste in Richtung Sedudu Gate. Plötzlich tauchen ein Stück weiter vorne einige Sables auf. Erst sondieren sie vorsichtig die Lage, dann überqueren sie die Piste und laufen zum Chobe hinunter. Es mögen an die 30 Tiere sein. „Oh, die würde ich jetzt gerne näher sehen“, denke ich. Aber natürlich kann Freund John meine Gedanken lesen und gibt Gas. Tatsächlich schafft er es, vor den Antilopen auf die untere Piste zu kommen. Er sucht einen guten Platz, schaltet den Motor aus und nach etwa einer Minute erscheinen die scheuen Tiere nicht weit entfernt von uns. Es ist ein „bunter Haufen“ mit Erwachsenen und Jugendlichen. Ich bin begeistert, denn so viele Sables auf einmal konnte ich bisher noch nicht beobachten. Die Begegnung dauert nur wenige Minuten, dann trabt die ganze Gesellschaft zum Ufer des Chobe, um sich einen kühlen Drink zu genehmigen: John schaut mich an und ich antworte auf sein breites Grinsen: „Ja mein Freund, natürlich wirst du diese Truppe in deinem nächsten Fotobuch wiederfinden“ 🙂

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Seite 62 Zeitpunkt: November
Ende November, wenn die ersten Regengüsse dem trockene Land wieder Leben einhauchen, scheint es nicht nur für die Impalas das ersehnte Zeichen zu sein, den Nachwuchs auf die Welt zu bringen. Auch die Wasserböcke sind wohl der Meinung, das sei eine gute Zeit, um die Jungen großzuziehen. Tatsächlich habe ich in der Vergangenheit nur am Anfang der Regenzeit so kleine Wasserböckchen zu Gesicht bekommen. Wie man sieht, ist das Junge auf der rechten Seite schon so weit, dass es sich auch für nahrhafte Gräser zu interessieren scheint. Die Mutter war übrigens nirgends zu sehen, allerdings weidete eine Herde nicht allzu weit entfernt. Vermutlich hat die Mutter den Nachwuchs einfach bei der Tante abgeliefert, um in Ruhe zu fressen.

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Seite 63 Zeitpunkt: November
Ich habe es bisher erst einmal fotografieren können! Der doppelköpfige - sechsbeinige Wasserbock ist tatsächlich eine sehr seltene Spezies an der Riverfront. 😗

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Seite 64 Zeitpunkt: Oktober
Für mich gibt es – mit vielleicht ganz wenigen Ausnahmen – keine hässlichen Tiere. Deshalb versuche ich immer, auch von den Mitgliedern der sogenannten „ugly five“, Bilder zu machen, die solch eine Einordnung zumindest mal in Frage stellen. In meinen Augen schaut dieses Prachtexemplar von einem Warzenschwein sehr stolz und sehr selbstbewusst in die Kamera. Es scheint genau zu wissen, dass es fotografiert wird und zeigt mir deshalb seine „Schokoladenseite“, wie Stars das halt gerne in der Nähe von Fotografen tun. 😄

… Fortsetzung folgt …
Teil 1717. Dez. 2023
so, 2/3 der Türchen sind bereits geöffnet, langsam geht es auf die Zielgerade!

Türchen Nummer 17


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Seite 65 Zeitpunkt: Juni
Eine interessante Begegnung. Wobei weder das verhältnismäßig kleine Croc noch das Warzenschwein große Angst voreinander zu haben scheinen. Ein kurzes Beschnuppern von Seiten des Warmblüters und das war es dann auch schon. Dem Kaltblüter war es scheinbar egal.

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Seite 75 Zeitpunkt: April
Ich bin mir 100% sicher! Er träumt gerade von einem zarten Büffelsteak mit Kräuterbutter und Pommes! 😗

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ACHTUNG ! NICHTS FÜR ZARTE GEMÜTER !
Seite 70 + 71 Zeitpunkt: März
Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch: Es ist inzwischen 09:30, die Luft fängt an, in der Hitze des Tages zu flimmern und immer noch ziehen neue Gruppen von Gnus und Zebras zur Wasserstelle. Speziell die Neuankömmlinge sind sehr vorsichtig, wenn sie die ersten Schlucke Wasser zu sich nehmen. Ich habe das Gefühl sie rechnen damit, dass sich eventuell ein Krokodil im Wasser verbirgt. Und wieder bricht kurz Panik aus, wenn der Wind auffrischt, der Geruch der Löwen scheint weiterhin in der Luft zu liegen. Etwa 300 Zebras stehen nebeneinander und starren gebannt in eine Richtung.
Nicht weit von den „Löwenbüschen“ steht ein Gnubulle. Er hat hier sein Revier und wartet darauf, dass interessierte Damen bei ihm vorbeischauen. Andere Bullen sind deshalb ganz klar unerwünscht. Plötzlich erscheint ein Neuankömmling, der sich im umliegenden Buschland aufgehalten hat. Dieser Bulle achtet nicht auf den Mindestabstand und ist damit ein potentieller Nebenbuhler. Jetzt geschieht etwas, das man in einem Gerichtsprozess wohl „Beihilfe zum Mord“ nennen würde. Der „Landeigentümer“ fordert den Neuankömmling nicht einfach zum Kampf heraus, sondern rennt in einem Halbkreis um ihn herum und treibt ihn zielgerichtet zu den Löwen, die immer noch im Buschwerk liegen. In diesem Moment sehen wir zwei Löwinnen bereits aufspringen und in der typischen geduckten Haltung dem zweiten Bullen entgegenlaufen, dabei nutzen sie jede Deckung aus. Dann verschwinden sie im Buschwerk. Baba gibt einen kurzen Befehl, wir springen ins Auto, er startet sofort den Motor und wir fahren so schnell es geht zum „Tatort“.
Bevor wir die Stelle erreicht haben, hören wir bereits ein jämmerliches Stöhnen. Als wir um den letzten Busch herumfahren, können wir das Drama aus nächster Nähe beobachten. Die Löwinnen haben das Gnu erwischt und zu Boden gerissen. Während eine Löwin die Kehle zudrückt, halten die anderen drei den Körper fest. Der Gnubulle stöhnt und wehrt sich heftig, aber gegen die geballte Katzenmacht hat er keine Chance. Trotzdem sind die Löwinnen vorsichtig, um nicht von den zuckenden Hufen verletzt zu werden. Jetzt erscheint auch der Nachwuchs, wartet aber ab, bis die Mütter und Tanten ihr Werk vollendet haben. Auch die junge einäugige Löwin, die wir gestern beobachtet hatten, ist mit von der Partie.
Nach etwa drei Minuten ist das Drama beendet, so denken wir zumindest. Während das Gnu seinen letzten Atemzug aushaucht, öffnen sieben hungrige Katzen bereits den Körper der Antilope und fauchen sich gegenseitig an, um die besten Stücke für sich zu beanspruchen. Das mag sich ziemlich brutal anhören, aber ich befinde mich jetzt in einer anderen Welt. Ich schaue durch das kleine Guckloch meiner Kamera, checke die Belichtung und die Schärfe und knipse, was das Zeug hält, denn genau dafür bin ich hier. Dabei geht es mir nicht um möglichst blutige Aufnahmen, sondern ich versuche, einen Teil der ungezähmten Wildnis Afrikas zu dokumentieren und dem Betrachter der Bilder näher zu bringen. Und dazu gehören auch solche Aufnahmen, denn wir sind nun mal nicht im Zoo. Für die wilden Tiere Afrikas findet jeden Tag ein neuer Überlebenskampf statt, da ist kein Platz für sensible Charakter.
Keine zehn Minuten später hören wir ein abgehacktes, tiefes Gebrüll. Jetzt erscheint der Löwenmann, den wir gestern bei der Paarung beobachtet haben. Ohne eine Sekunde zu zögern, attackiert er das restliche Rudel. Die Löwinnen sind nicht sofort bereit, ihre Beute abzugeben, der Streit wogt hin und her, der Sand spritzt auf und das Gefauche und Gebrülle nimmt kein Ende. Der Löwenmann verteilt heftige Prankenhiebe, während seine Mädels sich auf den Rücken rollen und die Zähne fletschen. Die halbwüchsigen Rudelmitglieder haben bereits das Weite gesucht und beobachten aus sicherer Entfernung die Szene. Zum Schluss behält der Löwe jedoch die Oberhand, die restlichen Katzen geben sich geschlagen und ziehen sich zurück.
Jetzt erscheint die Dame seines Herzens auf der Bildfläche. Sie wird sofort von ihrem Liebhaber in Empfang genommen und zum toten, halb geöffneten Gnu begleitet. Meine Frau Ruth ist außer sich. „Das darf doch nicht wahr sein! Die Frauen haben die ganze Arbeit geleistet und jetzt kommt dieser Macho und beansprucht alles für sich und seine Tusnelda!“ Baba und ich können gerade noch verhindern, dass meine Frau aussteigt und den Löwenmann zur Rede stellt 😉
Inzwischen liegt seine „Flamme“ vor dem Gnu und frisst. Der Löwenmann schaut uns scheinbar triumphierend an, dann begattet er sie. Irgendwie ist das für uns eine bizarre Situation. Mit blutverschmiertem Kopf schaut die Löwin kurz in unsere Richtung. Wenn man ihren Gesichtsausdruck interpretieren möchte, dann scheint sie zu sagen: „Naja, wenn es unbedingt sein muss, dann soll er sich halt mit mir vergnügen. Zumindest habe ich eine leckere Mahlzeit“.
Guide Baba bestätigt uns, dass er solch eine Szene bisher noch nicht beobachten konnte. Inzwischen steht das Fahrzeug eines Tierfilmers vom National Geographic neben uns. Er ist ziemlich frustriert. „Da fahre ich ein halbes Jahr durch Savute, um so etwas aufzunehmen und jetzt komme ich auch noch zu spät“. Wir bedauern sein Pech, sind aber absolut glücklich, dass wir diese Vorstellung hautnah miterleben durften.

… Fortsetzung folgt …
Teil 1818. Dez. 2023
am Montag Morgen folgt

Türchen Nummer 18


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ACHTUNG ! NICHTS FÜR ZARTE GEMÜTER !

Seite 72 + 73 Zeitpunkt: Mai
Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch: Das Frühstück ist vorbei, Ruth und ich laufen mit Guide Mopane zum Fahrzeug. Es ist ganz schön frisch heute früh. Ich denke so für mich: Bei solchen Temperaturen sollten doch eigentlich noch ein paar Raubkatzen unterwegs sein. Die bevorzugen eigentlich die kühle Nacht für die Jagd, aber wenn es auch am Morgen kühl genug ist … Ich hätte ja nie gedacht wie recht ich haben sollte!
Kaum entfernen wir uns vom Camp und fahren die Piste am Rand des Sumpfes entlang, da sehe ich eine Bewegung im hohen Schilfgras. „Stopp!“ rufe ich. Mopane hält sofort an und jetzt können wir einen Leoparden begutachten. Er fixiert uns einige Sekunden, dann läuft er vor uns über den Weg. „Na das war doch kein schlechter Anfang“, sage ich zu Mopane. „Ich will mehr davon“. Er grinst und antwortet: „Ich tue mein Bestes“. Wir fahren weiter. Eine Viertelstunde später entdecken wir einen halbwüchsigen Löwen, dann eine ausgewachsene Löwin, die durchs Gras schleicht. Deren Körpersprache verrät: Sie ist total konzentriert. Sollten wir tatsächlich Zeuge einer Jagd werden? Mopane ist sich sicher: „Diese Beiden sind nicht allein unterwegs, wo sind die anderen Löwen?“ Wir verlassen die Piste und umrunden einen kleinen Hügel. Vor uns liegt Grasland, das mit einer Menge Büschen bewachsen ist. In der Mitte sehen wir zwei Roans, die sehr nervös und angespannt durchs Gras stapfen. Vermutlich haben sie die Löwen schon gewittert, wissen aber nicht, in welcher Richtung die tödliche Gefahr lauert. In Bruchteilen von Sekunden ist unser Adrenalinspiegel in die Höhe geschossen, jetzt sind wir im Jagdfieber. Plötzlich hören wir ein kurzes Knurren, dann einen klagenden, langgezogenen Laut. Das ist kein Löwe, das ist ein Opfer! Mopane reißt das Steuer herum und wir holpern zurück, unvermittelt steht eine Löwin vor uns. Im Maul hat sie ein Antilopenkalb. Sie legt es kurz ab und starrt uns an. Es passiert wirklich extrem selten, aber irgendwie fühle ich mich gerade nicht sehr wohl in unserem vollkommen offenen Fahrzeug, denn die Katze duckt sich etwas und in ihren Augen sehe ich die totale Aggression. Sie rechnet wohl damit, dass wir ihre Beute stehlen wollen und würde diese ohne zu zögern verteidigen. Wieder ist ein klagender Laut zu hören. Mopane hat das Risiko erkannt und beschleunigt das Fahrzeug. Die Löwin vor uns wendet sich ab und packt wieder das Kalb am Hals.
Als wir den Hügel umrundet haben, treffen wir auf das restliche Rudel. Fünf Halbwüchsige und eine Löwenmutter haben ein ausgewachsenes Roan unter sich begraben. Das ist aber nicht tot, sondern zappelt noch. Jetzt packt die Löwin die Antilope am Hals, um ihr die Luftzufuhr abzuschneiden, während die anderen bereits versuchen, den Bauch aufzureißen. Das alles geschieht nur ein paar Meter entfernt von uns. Kurze Zeit später bewegt sich das Roan nicht mehr, es ist wohl erstickt. Die jüngeren Löwen kämpfen um den besten Platz und um das beste Stück Fleisch. Sie sind so im Fressrausch, dass sie sich auch gegenseitig immer wieder anknurren und bedrohen. Diese Faszination des Grauens zieht mich so in den Bann, dass ich den Fotoapparat nicht mehr weglegen kann. Ich erkenne beim Fotografieren, dass sich einige unappetitliche Dinge ereignen, wenn ich tatsächlich eine kurze Knipspause einlege, sehe ich, dass meine Frau sich manchmal wegdrehen muss, weil sie den Anblick nicht mehr aushält. So etwas haben wir auf solch kurze Distanz noch nie erlebt! Neben uns stehen inzwischen zwei weitere Fahrzeuge, ich war die ganze Zeit so konzentriert, dass ich das gar nicht mitbekommen habe. Die Insassen dieser Fahrzeuge unterhalten sich relativ laut, deshalb schaut die Löwin immer wieder in die Richtung der Stimmen. Manchmal starrt sie auch uns an und dieser Blick geht mir dann durch Mark und Bein. In diesen Momenten sieht sie richtig hasserfüllt aus. Ich habe das Gefühl, sie würde uns am liebsten alle vertreiben, denn wir sind sehr nah an der Beute und wir könnten ja versuchen, etwas zu stehlen oder das Rudel zu verjagen.
90 Minuten später ist nur noch der Brustkorb des Roan zu erkennen, der Rest ist so gut wie vertilgt. Das Rudel muss sehr hungrig gewesen sein. Wir suchen noch einmal nach dem toten Kalb, aber das ist komplett verschwunden. Vermutlich hat es die zweite Löwin irgendwo in einen Busch gezogen, damit das Rudel es später in Ruhe fressen kann.
Mopane erhält einen Funkspruch, man benötigt im Camp seine Hilfe; deshalb entfernen wir uns vom „Platz des Todes“. Auf der Rückfahrt möchte unser Guide noch mal bei den Wildhunden vorbeischauen. Das tun wir dann auch. Die Meute döst im Schatten einiger Büsche. Wie entspannt es doch hier zugeht! Natürlich weiß ich, dass dieser Eindruck nur bis zur nächsten Jagd stimmt, dann geht es auch hier wieder um Leben und Tod.

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Seite 74 Zeitpunkt: März
Als wir diesen müden Löwenmann am späten Nachmittag in der Savute Region fanden, habe ich ihn etwas provoziert. Wie ich das gemacht habe? Na ganz einfach. Ich habe mit etwas lauter Stimme gesagt: „Na mit dieser Schlafmütze ist aber nicht viel anzufangen!“ Das konnte er unmöglich auf sich sitzen lassen 😄 😄

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Seite 76 Zeitpunkt: November
Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch: Am frühen Abend fahren wir am Khwai entlang. Er führt nicht allzu viel Wasser, denn wir befinden uns am Ende der Trockenzeit und die jährliche Flut ist schon seit Monaten vorbei. Etwas weiter vorne steht ein Fahrzeug mit Gästen, sie haben die Kameras gezückt, also fahren wir dorthin. Am Ufer eines schmalen Seitenarms des Khwai steht eine Löwin. Sie möchte auf die andere Seite, zögert nicht lange und springt mit einem mächtigen Satz über das Wasser. Ich kann sie tatsächlich in der Flugphase und kurz vor der Landung ablichten. Nicht schlecht! So eine Situation habe ich noch nicht erlebt. Das Licht zwar nicht mehr perfekt, aber es könnte schlimmer sein.
Jetzt bemerke ich, dass der Sprung der Raubkatze von zwei weiteren Löwinnen ganz genau beobachtet wurde, die am Rand eines Busches liegen. Diese beiden sind allerdings noch nicht ganz erwachsen, das kann man sehen. Die vermutliche Mama kümmert sich nicht um die beiden, sondern läuft weiter. Sie hat den Blick starr nach vorne gerichtet, dort wo ein paar Lechwes am Ufer grasen. Scheinbar ist sie hungrig. Die zwei jüngeren Löwinnen stehen auf und laufen zum Rand des Wassers. Sie sind hin- und hergerissen. Sollen sie wirklich springen? Eine der Katzen knabbert zunächst an den Halmen des Sumpfgrases herum. Dabei verrenkt sie sich etwas merkwürdig und gibt ein witziges Motiv für mich ab. Dann nimmt sie allen Mut zusammen und setzt zum Sprung an. Tatsächlich landet sie am anderen Ufer, ohne nass zu werden. Jetzt gibt es für Nummer zwei auch kein Halten mehr, sie springt ebenfalls. Allerdings hat sie eine größere Verletzung an ihrem linken vorderen Lauf (Erklärung: das dazugehörige Bild ist seitenverkehrt), das scheint sie ein bisschen zu beeinträchtigen, denn sie springt etwas zu kurz, und wird nass. Aber mit dem nächsten Satz ist sie komplett im Trockenen. Ich bin begeistert, denn ich konnte einige nette Bilder schießen, die noch in meiner Sammlung gefehlt haben.

… Fortsetzung folgt …
Teil 1919. Dez. 2023
und weiter geht es mit dem letzten Löwen-Türchen

Türchen Nummer 19


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Seite 77 Zeitpunkt: November
Es wird Zeit, mal wieder an die Chobe Riverfront zurück zu kehren. Diese Familie haben wir auf dem Weg von Serondela nach Ihaha entdeckt. Zunächst haben sie dort gelegen und gedöst, aber unsere Geduld hat sich irgendwann ausgezahlt. Ich finde, dieses Bild dokumentiert die enge Beziehung zwischen Mutter und Kind recht gut.

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Seite 78 Zeitpunkt: März
Wie harmlos doch so ein schlafender Löwe auf einen wirken kann. Aber ich weiß es besser. Ich erinnere mich noch genau an eine Situation in der Kalahari, als ein dösender Löwenmann, der völlig abwesend wirkte, innerhalb einer halben Sekunde auf den Beinen war und in die Richtung rannte, aus der man den klagenden Laut eines Löwenkindes hörte.

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Seite 79 Zeitpunkt: Mai
Diese Szene werde ich nie vergessen. Wir erreichten am frühen Vormittag ein Wasserloch. Um das Wasser verstreut lag eine Löwenfamilie. Wie man unschwer erkennen kann, wurde in der Nacht eine unvorsichtige Giraffe erlegt. Was man nicht sieht: Gleich neben der Löwin beginnt das Wasser. Sie war so vollgefressen, dass sie nicht aufstehen konnte, sondern den Körper im Liegen zum Wasser bewegte, um ein paar Schlucke zu trinken. Das war irgendwie eine groteske Situation.

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Seite 80 Zeitpunkt: April
Auch wenn das Bild nicht 100% scharf ist. Ich wollte es in dem Fotobuch haben, denn ich finde, der Blick des Löwenmannes sagt mehr, als 1.000 Worte. Oder vielleicht kann man es in einem Satz zusammen fassen: WAS WOLLT IHR DENN HIER ?

… Fortsetzung folgt …
Teil 2020. Dez. 2023
und hier kommt das nächste Türchen...

Türchen Nummer 20


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Seite 82 Zeitpunkt: April
Ich finde, auf diesem Bild kann man sehr gut erkennen, dass jedes Zebra individuelle Streifen hat – oder ? Und falls es einen Betrachter gibt, dem total langweilig ist: Wieviel Zebras findet man auf diesem Bild (auch teilweise)? Ich habe sie zwar tatsächlich mal versucht zu zählen, aber dabei habe ich Kopfweh bekommen 😉

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Seite 83 Zeitpunkt: April
Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch: Neue Gruppen von Zebras erreichen das Wasserloch und sorgen dafür, dass es immer voller wird. Zwei Hengste geraten aneinander. Der eine dreht sich um und schlägt mit den Hinterbeinen aus, während sein Kontrahent mit allen Vieren hochspringt, um den heftigen Schlägen zu entgehen. Dann attackiert er selbst den Gegner. Sie drücken sich eng aneinander und versuchen, sich gegenseitig in den Nacken oder in die Beine zu beißen. Schnell nehmen die Zebras in unmittelbarer Nachbarschaft etwas Abstand und die beiden „Kampfhähne“ können ihren Kampf ungestört austragen. Man hört sie schnauben, die Hufe trappeln, der Sand spritzt hoch und bildet eine richtige Staubwolke, welche die Tiere einhüllt. Wir können die weit aufgerissenen Mäuler mit den starken Zähnen sehen und uns ist klar, dass die gegenseitigen Bisse richtig weh tun und dass es auch zu bösen Verletzungen kommen kann. Die Hengste stellen sich auf die Hinterbeine, lehnen sich gegeneinander und kämpfen, was das Zeug hält. Dabei werden sie von einem durchaus interessierten Publikum beobachtet. Auch ich bin natürlich begeistert, denn dieser Kampf bringt mir richtig aufregende Action-Bilder.
Für einige Sekunden liegen die gestreiften Kämpfer sogar mit angezogenen Beinen auf der Erde, teilen weitere Bisse aus, um dann wieder aufzuspringen und sich – Körper an Körper – zu umkreisen. Trotz scheinbar schmerzhafter Bisse bewegen sich beide allerdings so geschickt, dass keine einzige blutende Wunde zu sehen ist. Nach etwa zwei Minuten wird der Kampf beendet, ohne dass wir erkennen können, wer genau den Sieg davongetragen hat. Die Situation am Wasserloch entspannt sich wieder.

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Seite 84 Zeitpunkt: April
Dieses Foto habe ich in der Savuti Marsh aufgenommen. Ich finde, der vorbeiziehende Eli im Hintergrund macht den Größenunterschied zwischen einem Zebra und einem „grauen Riesen“ recht gut deutlich.

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Seite 85 Zeitpunkt: April
Bei der Beschreibung dieses Fotos habe ich mal wieder meine Fantasie spielen lassen: Drei Zebradamen stehen bei einer Party zusammen und lästern gerade über ein anderes Mädel in der Nähe: „Hast du gesehen, wie DIE ihre Streifen heute trägt? Das geht ja gar nicht!“ 😄 😄

... Fortsetzung folgt ...
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