H.BadgerThemenstarter1'826 Beiträge · seit 201609. Nov. 2023 ·
Fortsetzung
Crocodile Bridge ist ein kleines Camp, das nicht unbedingt zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt. Die Hütten und Safarizelte bilden einen Kreis zwischen Umzäunung und einer baumbestandenen Wiese. Etwas abseits davon liegen Campground, Tankstelle und der kleine Shop. That’s it. Wegen der geringen Größe des Camps ist man hier - auch wenn das Camp so wie heute ausgebucht ist – ziemlich unter sich. Wie immer streifen auch hier Buschböcke und Grünmeerkatzen herum und auch der ein oder andere Vogel lässt sich blicken. Hier stellvertretend ein Bearded Srub-Robin (Streifenkopf-Heckensänger).
Kurz vor Sonnenuntergang steuern wir zielsicher einen Punkt des Camps an, den uns Susann beim Abschied von der White House Lodge ans Herz gelegt hat. Dort soll nämlich jemand sehr Possierliches seine Tage verbringen. Und wir sehen schon bei unserer Ankunft, dass wir heute Abend nicht enttäuscht werden, denn das „Zielobjekt“ schaut uns bereits mit seinen charakteristischen Riesenaugen aus seinem Unterschlupf entgegen: Wir stehen wieder vor einem Bushbaby! Und sind wie im letzten Oktober sofort schockverliebt. 🙂
Vorsichtig äugt das kleine Nachtäffchen aus seinem Tagesversteck zu uns herüber, zieht sich dann immer wieder kurz zurück, um dann wenige Augenblicke wieder sein Köpfchen hinauszustrecken und die Umgebung zu beobachten.
Als wenn das nicht schon Attraktion genug wäre, bekommt es bald Gesellschaft. Der Kopf eines zweiten Galagos wird sichtbar. Wir lächeln selig.
Sobald es ganz finster geworden ist, springen die Bushbabies aus ihrem Zuhause in die umstehenden Bäume. Das geht so schnell, dass man den Absprung verpasst, wenn man nur eine Sekunde nicht genau hingesehen hat. Das waren ganz wunderbare Minuten – wir sind so dankbar für diesen tollen Tipp! Und das besonders Schöne: Morgen Abend werden wir wieder vor Ort sein. Die Galagos auch?
Zufrieden kochen wir uns in der Außenküche auf unserer Terrasse ein einfaches Abendessen und lassen diesen doch ziemlich gelungenen ersten vollen Safaritag gemütlich gemeinsam ausklingen. Im Schein der Taschenlampen spazieren wir Erwachsenen, als die Kinder bereits im Bett sind, nochmal über die Wiesen des Camps und leuchten die Bäume ab. Und auch jetzt können wir die nagapies entdecken. Mehr oder weniger hoch über unseren Köpfen stillen sie ihren Hunger. Das geht wie immer sehr quirlig vonstatten. In schnellem Tempo wird immer wieder von Ast zu Ast und von Baum zu Baum gewechselt. Da kommt man mit der Kamera kaum hinterher.
Müde und zufrieden kuscheln wir uns schließlich zu den Kindern. Goeie nag!
ich bin bei eurer Reise natürlich ebenfalls dabei. Die Wildhunde haben wir im Sommer 2022 im mehr oder weniger gleichen Gebiet entdeckt, schön zu lesen, dass sie anscheinend in ihrem Revier dort bleiben. Den Buschbaby- Zuckerschock habe ich letzte Woche schon erlebt, als ein liebes Forumsmitglied, welches gerade im Krüger weilt, eine identische Sichtung im Status gepostet hat 🤩 Diese Fotos gehören für mich zu den besten Sichtungen ever 😁 Einfach zu putzig, die Kleinen. Herzlichen Dank fürs Teilen.
Hallo Sascha Deinen Reisebericht lese ich auch gerne mit! Wie immer interessant geschrieben und mit super schönen Bildern! Vielen Dank! ! Wir waren vom 23. Oktober an auch für einige Tage im Krüger. Hatten ein paar sehr schöne Sichtungen, aber da die Büsche alle belaubt und das Gras hoch war, war es wirklich nicht einfach, viele Tiere zu sehen. Auch Wasser hatte es überall! Danach fuhren wir in die Gegend Kosi Bay, in die Drakensberge und sind nun seit gesten in Clarens. Ich wünsche dir/euch eine gute Zeit und grüsse herzlich, Sue
Hallo Sascha, die Buschbabies sind so süss! Ich möchte die auch mal sichten! Auch Wildhunde habe ich noch nie gesehen. Aber wenn ich wählen könnte, nähme ich die Buschbabies 😉 Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
neben Deinen sehr lebendigen und spannend formulierten Schilderungen Eurer Reisen, sind die dazugehörigen Fotos dann immer noch das Sahnehäubchen Deiner Berichte.
Doch das hier ~ das ist die Kirsche auf der Sahne!!! So süß! 😘
Damit könntest Du glatt einen Preis gewinnen 🤩 .
Was ist das eigentlich, worin die beiden sich versteckt hatten? Sieht aus, wie ein Rohr von einem Maschendrahtzaun …. 😗
Wer braucht nach so einer Sichtung noch Löwen & Co?
Liebe Grüße Simone
P.S. Irgendwie erinnern mich Bushbabies ein wenig an Gollum aus Herr der Ringe ~ nur das die viiiiiiel niedlicher sind!
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
Champagner8'719 Beiträge · seit 201011. Nov. 2023 ·
Guten Morgen Sascha,
ich kann mich nicht entscheiden, was ich bei den Bushbabys niedlicher finde: die Glubschaugen oder die Pfötchen 😘 🙂 !
Danke für die goldigen Fotos, sie haben mir ein "oh wie süß" und ein Lächeln entlockt!
Eure Wilddog-Sichtung in dem schönen Licht gefällt mir aber auch sehr! 🤩
H.BadgerThemenstarter1'826 Beiträge · seit 201612. Nov. 2023 ·
Ein herzliches Hallo in die Runde! Ich freue mich sehr über eure zahlreichen Kommentare zu unserer Bushbaby-Sichtung in Crocodile Bridge. Da macht das RB-Schreiben gleich doppelt so viel Freude! 🙂
@ Dandelion Hallo Kordula, wie schön, dass ihr die Wilddogs 2022 auch beobachten konntet! Für mich sind Begegnungen mit diesen Tieren immer wieder die absoluten Höhepunkte einer Safari. Einerseits, weil es einfach ganz tolle Tiere sind. Und andererseits, weil Begegnungen – jedenfalls im Kruger und für uns – eher eine ziemlich seltene Angelegenheit sind. Die Bushbaby-Begegnung ist für uns aber mindestens ebenso wertvoll.
@henrychiaski Hallo Bastian, ich wünsche euch ganz viel Spaß im Kruger und drücke die Daumen für die Galagos! 😎
@ Daxiang Hallo Konni, die letzten beiden Reisen waren toll in Bezug auf Bushbabies – mal sehen, ob das so bleiben wird. Die Chancen stehen da ja eher … schlecht. 😉 Aber Croc Bridge ist ein wirklich guter Ort zur nächtlichen Beobachtung der kleinen Äffchen – und wenn man nun den Tageseinstand kennt... Wir werden beim nächsten Mal wieder vorbeischauen und sehen, ob die Kleinen dann wieder vertragskonform agieren. 😛
@ Vida Schön, dass dir die Fotos gefallen. Im schwindenden Licht des Tages ist das manchmal gar nicht so einfach. Dank gilt aber auch dir für das Teilen der schönen Geparden-Baum-Bilder!
@ Sue.ch Hallo Sue, ich hoffe, ihr hattet trotz des hohen Grases und des dichten Laubs eine gute Zeit im Kruger. Bei uns hat die Belaubung auch schon richtig angefangen und uns teilweise den Blick in den Busch ziemlich erschwert. Schlich ein Leopard nur fünf Meter von der Straße entfernt herum, konnte man gute Fotos bereits vergessen. 😵 Andererseits war das Grün für uns eine wirklich schöne Abwechslung von dem Braun-Grau vergangener Jahre, wenn auch das Dürrejahr 2016 in Bezug auf Prädatoren-Sichtungen bisher unser Höhepunkt war. Ich wünsche euch noch eine ganz wunderbare Reise durch SA! 🙂
@ Enilorac65 Hallo Caroline, sowohl Wildhunde, als auch die Bushbabies gehören zu unseren absoluten Favoriten. Ich kann die Beobachtung nur empfehlen! 😉 Der Kruger ist ein guter Ort dafür – auch wenn Wilddogs hier vielleicht weniger oft gesichtet werden, als in anderen Regionen des südlichen Afrika.
@ tigris Hallo Simone, vielen Dank für die lieben Worten zu Bericht und Bebilderung! Darüber freue ich mich sehr. 😘 Tatsächlich geht es uns auch so: Galagos und ähnliche kleine Buschbewohner sind für uns über die Jahre interessanter geworden als Löwen. Aber mal ehrlich: Eine Safari ohne Löwensichtungen wäre dann doch auch etwas doof. Mit eurer „Übersättigung“ in Botswana können wir in diesem Jahr aber bei Weitem nicht mithalten. 🤪 Ein Gollum-Bushbaby hätte wahrscheinlich nur traurig gucken müssen, damit Bilbo ihm den Ring zurückgegeben hätte. 😛
@ Champagner Hallo Bele, wie weiter oben bereits geschrieben: Beides sind für uns absolute Top-Sichtungen und Gründe dafür, immer wieder ins südliche Afrika (oder eben speziell in den Kruger) zurückzukehren. Mir geht es bei den Fotos ähnlich wie dir – auch ich mag die kleinen Fingerchen des Galagos total gern und gerade auf dem ersten Foto kommen sie m.E. ganz gut heraus. Schön, dass wir dich zum Lächeln gebracht haben! 🙂
@ yp-travel-photography Hallo Yvy, vielen Dank für das Kompliment! 😊 Das freut mich total!
@ all Vielen Dank in die weitere Runde fürs Mitlesen und fleißige Danke-Drücken. Ich freue mich über das Feedback.
H.BadgerThemenstarter1'826 Beiträge · seit 201613. Nov. 2023 ·
3. Kapitel: „Today it’s a quiet day“
Zu Sonnenaufgang machen wir uns fertig zum Aufbruch. Ein strahlend schöner Tag erwartet uns und wir sind gespannt auf unsere erste Familien-Ausfahrt auf einer unserer Lieblingsstraßen im Park - der S28. Dieser Byway hat uns durch die offene Landschaft, die er durchschneidet, in den letzten Jahren verlässlich mit Löwen, vor allem aber mit Geparden versorgt. Und so klettert die Erwartung, dass dies auch in diesem Jahr so sein wird, mit uns in unseren Bus. Ein großer Fehler, flüstert der erfahrene Gamedriver, denn es ist nie gut, mit allzu festen Erwartungshaltungen in den Busch aufzubrechen. 😏
Wir sind auf der S28 noch nicht weit gekommen und schon kreuzen in kurzem Abstand zwei einzelne Tüpfelhyänen unseren Weg. Das fängt ja gut an, denken wir uns, und freuen uns über diese nahen Begegnungen. Auch für Hyänensichtungen ist die S28 erfahrungsgemäß ein guter Ort – so auch heute. Die Tiere ziehen zielstrebig ihres Weges, wir begleiten sie, bis sie irgendwann in den Busch abbiegen und sich schließlich unseren Blicken entziehen. Die Hyänen haben wir dabei ganz für uns allein – auch ein schöner Nebeneffekt eines frühen Aufbruchs auf einer Nebenstraße des Nationalparks.
Und dann passiert lange Zeit leider nichts mehr. Die Landschaft ist wie immer schön offen und wirklich hübsch – aber heute Morgen ist sie wie leergefegt. Kein Zebra, kein Gnu – und von Löwen oder Geparden wollen wir gar nicht erst reden. 😵 Da freuen wir uns nach längerer Durststrecke auch über einen Giraffenbullen, der parallel zur Straße läuft.
Wenn uns Fahrzeuge entgegenkommen, sprechen wir immer wieder mit den Insassen und kommen stets zu dem gleichen Urteil: „Today it’s a quiet morning…“ 😣
Als wir zur Abzweigung in Richtung Duke’s Waterhole kommen, begegnen wir dann zum Glück unserem Tageshighlight: Zwei BN grasen unweit der Straße in schönem Morgenlicht und lassen sich dabei eine längere Zeit von uns beobachten. Wir stellen den Motor ab und lauschen den grasenden Riesen. Wie schön ist es doch, diesen wunderbar friedlichen Kolossen so nah sein zu dürfen.
Am Duke’s Waterhole herrscht dann wieder gähnende Leere. Einzig ein einsamer Three-banded Plover stolziert am Saum des Wassers herum.
Nicht weit entfernt sitzt ein wunderschöner Kampfadler in einem toten Baum. Es ist lange her, dass wir diesen stolzen Vogel aus so geringer Entfernung gesehen haben. Und so freuen wir uns über diese Begegnung.
Wir beschließen, die S28 zurück zum Camp zu fahren – vielleicht hat sich ja der letzten Zeit etwas aus dem Busch gewagt. Aber bis auf einige Zwergmangusten und die interessante Beobachtung einiger unermüdlicher Pillendreher verläuft auch die Rückfahrt „quiet“.
Im Camp stromern wir herum und statten den Flughunden einen Besuch ab, die sich in großer Zahl unter dem Dach des Fahrzeugunterstands neben der Tankstelle aufhalten. Hier hängen bestimmt einige Dutzend dieser Tiere und verdösen den Tag.
Nach einem gemeinsamen Frühstück und etwas Freizeit fahren wir nochmal gen Lower Sabie, um dort eine längere Mittagspause zu machen. Es ist nun schon richtig heiß geworden und so verläuft die Fahrt wenig überraschend einmal mehr „quiet“. Bezeichnenderweise ist es allein dieses Gnu-Portrait, das seinen Weg in unsere Fotoauswahl gefunden hat.
Der Rest der Sichtungen auf dieser Fahrt ist entweder weit weg und/oder verbuscht (Elefanten, Kudus…) oder schlicht nicht existent (alles Andere).
In Lower Sabie besuchen wir das „Mugg and Bean“ mit seiner schönen Aussichtsterrasse – darauf haben wir uns gefreut. Mit dem hier angebotenen Essen kommen wir sehr gut klar. Alles ist schmackhaft und reichhaltig. Man sitzt nett bei schöner Aussicht auf den Fluss und die Bedienung ist aufmerksam. Alles prima also.
Bei Streifzügen durch das Camp kann ich in geringer Höhe einen männlichen Bearded Woodpecker (Namaspecht) entdecken. Darüber freue ich mich: Beim letzten Besuch im Kruger sahen wir das Weibchen. Jetzt nun auch das etwas prächtigere Männchen. Schön.
Unter dem Vordach der Rezeption hat sich – das ist neu für uns – eine große Anzahl Flughunde aufgehängt. Haben wir hier in den letzten Jahren nie nach oben geblickt?
Außerdem finden sich in den Bäumen und Sträuchern des Camps die üblichen Verdächtigen der Rastlager-Avifauna. Hier stellvertretend ein Dark-capped Bulbul.
Den Kindern gönnen wir in diesen überaus heißen Stunden des Tages eine Abkühlung im Pool und nach ein paar Stunden Aufenthalt im Restcamp fahren wir im weicher werdenden Licht des Nachmittags zurück nach Crocodile Bridge.
Und diese Rückfahrt verläuft weitestgehend – dreimal dürft ihr raten – „quiet“. Immerhin entdecken wir – wieder auf kurze Distanz – einen Kampfadler. Anscheinend ersetzen die riesigen Greife in diesem Jahr die sonst immer so präsenten Tawnys.
Das Licht wird immer schöner – nur die Sichtungen bleiben leider aus. Da freut sich der Fotograf auch schonmal über einen kapitalen Kudubullen in spätnachmittäglichem Buschambiente.
Insgesamt sind wir aber doch etwas enttäuscht von der Ausbeute des heutigen Tages. Aber so ist es eben, wenn man ungeführt und außerhalb von privaten Game-Reserves im Busch unterwegs ist. Manchmal fährt man einfach stundenlang durch mehr oder weniger schöne Landschaft, ohne dass einem etwas Bemerkenswertes vor die Linse läuft. Das ist ein Aspekt, der meines Erachtens in Reiseberichten oft nicht so richtig deutlich wird, wenn dort in schneller Folge die unterschiedlichsten Tiersichtungen präsentiert werden. Und auch ich vergesse diese Phasen der (manchmal schon aufreibenden) Ereignislosigkeit zwischen unseren Reisen immer wieder gern und muss mich dann stets daran erinnern, dass solche eher leeren Tagen auch zum Alltagsgeschäft eines Selfdrivers gehören und auch schon fester Bestandteil vergangener Safaris waren. Aber zum Glück gibt es ja auch noch die anderen Tage. 😉
Nach unserer Rückkehr ins heimische Crocodile Bridge hoffen wir natürlich auch heute auf das „Galago-Theater“. Ob es zu einer erneuten Aufführung kommt, erzähle ich im folgenden Kapitel.
Champagner8'719 Beiträge · seit 201013. Nov. 2023 ·
Sascha, kann ich bitte ein paar von meinen Löwen gegen die beiden Kampfadler tauschen? 🤩 Für mich wäre das mit diesen Greifen ein perfekter Tag gewesen!
Insgesamt sind wir aber doch etwas enttäuscht von der Ausbeute des heutigen Tages. Aber so ist es eben, wenn man ungeführt und außerhalb von privaten Game-Reserves im Busch unterwegs ist. Manchmal fährt man einfach stundenlang durch mehr oder weniger schöne Landschaft, ohne dass einem etwas Bemerkenswertes vor die Linse läuft. Das ist ein Aspekt, der meines Erachtens in Reiseberichten oft nicht so richtig deutlich wird, wenn dort in schneller Folge die unterschiedlichsten Tiersichtungen präsentiert werden. Und auch ich vergesse diese Phasen der (manchmal schon aufreibenden) Ereignislosigkeit zwischen unseren Reisen immer wieder gern und muss mich dann stets daran erinnern, dass solche eher leeren Tagen auch zum Alltagsgeschäft eines Selfdrivers gehören und auch schon fester Bestandteil vergangener Safaris waren.
Ich stimme mit dir überein, dass man diese Stunden voller "Leerlauf" schnell wieder vergisst. Zumindest geht es mir so, zumal ich ja auch keine Fotos davon mache 😄 ! Und im Bericht lässt man diese Zeiten dann eben einfach weg. Stell dir mal vor, es wäre ständig was los, da würden wir ja nie fertig werden mit unseren Berichten 😄 😄 😄 !
Allerdings würde ich diese Erfahrung mit den fehlenden Sichtungen nicht nur auf das Selfdriven beziehen - wir hatten dieses Jahr und bei früheren "geführten" Touren auch immer wieder solche Durststrecken. Ich denke, das gehört einfach dazu. Und sonst wäre es ja auch nicht mehr ganz so spannend, wenn die Sichtungen garantiert wären, oder?
H.BadgerThemenstarter1'826 Beiträge · seit 201614. Nov. 2023 ·
@ Casimodo Hallo Carsten, das finden wir auch! 😎 Und daher gibt es in absehbarer Zeit auch noch eine Zugabe. 🙂
@ Champagner Guten Abend Bele, ja, die Kampfadler waren schon feine Vogel-Sichtungen! Aber das langanhaltend-erfolglose "In-den-Busch-Starren", das den heutigen Tag geprägt hat, konnten sie für uns dann doch nicht ganz aufwiegen. Vielleicht hätte das aber auch ein Löwe nicht gekonnt. 😉 Und du hast natürlich recht: Leerlauf macht unsere Berichte schlanker. 😛 Auch auf geführten Touren gibt es sicherlich solche Durststrecken. Da gebe ich dir auch recht. Aber es ist in diesem Rahmen schon einfacher, etwas zu entdecken, wenn denn etwas da ist, was man entdecken kann. Der Guide hat einen besser geschulten Blick und mehr Erfahrung, man selbst kann sich ganz auf das Spotten konzentrieren und manchmal sind eben auch einfach mehr interessierte Entdecker mit an Bord. Außerdem tauschen sich die Guides (im Kruger und wohl auch anderswo) über Sichtungen aus und wissen damit eher, wo es sich zu gucken lohnt. Gamedrivefahrzeuge an und vor allem über der Geschwindigkeitsgrenze sind daher oftmals ein guter "Katzenindikator". 😏 Besonders deutlich ist der Unterschied aber, wenn man in private Gamereserves schaut, wo sich die Guides bestens auskennen und auch offroad gefahren werden darf. Uns interessiert diese Art der Safari (auch abgesehen von den dort aufgerufenen sehr hohen Preisen) heute eigentlich immer weniger. Auch wenn die Fotos, die in diesem Rahmen entstehen können, oft beeindruckend sind. Denn wie du bereits geschrieben hast: Es wäre nicht mehr so spannend, wenn Sichtungen garantiert wären. Wir waren vor Jahren einmal im Madikwe GR und es hat uns gut gefallen, denn wir sahen viele unterschiedliche Tiere und innerhalb von drei Tagen eben auch mehrere Löwenrudel, einen Leopard, Geparden, Wildhunde, braune Hyänen, Nashörner, Elefanten, Büffel... Dabei entstand dann aber auch der Eindruck des Abhakens: Zuerst fahren wir zu den Löwen, dann zu den Wilddogs (für die wir damals weit fahren mussten) und dann noch zu den Geparden. Der Guide wusste eben, wo sich die Tiere aufhielten, weil deren Bewegungen täglich verfolgt werden. Das Ergebnis war einerseits spektakulär, andererseits aber eben auch weniger unser "Verdienst".
H.BadgerThemenstarter1'826 Beiträge · seit 201615. Nov. 2023 ·
Bushbabies zum Zweiten
Kurz vor Sonnenuntergang finden wir uns wieder am Versteck der Galagos ein. Heute aber zeigt sich bei unserer Ankunft noch kein Bushbaby. Und so warten und hoffen wir einige Minuten. Als es bereits zu dunkeln beginnt, steckt aber zum Glück eines der Nachtäffchen seinen Kopf heraus. Puh – Glück gehabt!
Wir sind genauso verzückt wie gestern. Dem Blick aus den großen Augen des Bushbabys kann man sich einfach nicht entziehen. 😁 Wenig später erscheint ein zweites Köpfchen.
Und als die Nacht schließlich hereingebrochen ist und wir die Szenerie vorsichtig mit der Taschenlampe erhellen, gesellt sich Nummer Drei dazu. Eine richtige Bushbaby-WG ist das hier! 🤩
Nach und nach verlassen die Galagos nun ihr versteckt. Ganz plötzlich und fast unbemerkt das erste. Und so bleiben noch zwei, die aufmerksam ihre Umgebung prüfen.
Bald macht sich Nummer Zwei zum Sprung in die Nacht bereit. (Der Sprung selbst ist als Schliere auf einem Foto zu erkennen – leider nicht vorzeigbar…)
Und schließlich verabschiedet sich auch Galago Nummer 3 in die Finsternis. Wir kehren zufrieden zurück in unsere Hütte und lassen den Tag gemeinsam in aller Ruhe ausklingen. Mochten wir das Camp vorher schon immer sehr gern, so ist sein Besuch nach diesen wunderbaren Begegnungen noch einmal ein ganzes Stück attraktiver geworden.
Morgen geht es dann für eine Nacht nach Skukuza – weil in Lower Sabie auch elf Monate im Voraus keine passende Unterkunft mehr frei war. Bevor uns unser Weg aber dorthin führen wird, werden wir in den ersten Stunden des Tages der S28 nochmal eine Chance geben.
H.BadgerThemenstarter1'826 Beiträge · seit 201616. Nov. 2023 ·
Liebe Gabi, liebe Konni, jetzt ist es für diese Reise leider vorbei mit den niedlichen kleinen Galagos... Euer Zuckerspiegel kann sich also wieder einpendeln. Ist ja auch gesünder so. 😉 Schön, dass ihr die Freude an der Sichtung mit uns teilt! Herzlich Sascha
H.BadgerThemenstarter1'826 Beiträge · seit 201618. Nov. 2023 ·
4. Kapitel 1. Teil: Tüpfel und Flecken
Einmal mehr begrüßt uns im Morgengrauen ein wolkenloser Himmel. Die ersten – und zum Glück noch nicht so heißen – Stunden des Tages werden wir wieder auf der S28 und den angrenzenden Dirtroads verbringen. Mal sehen, ob das mit den Sichtungen heute besser klappen wird… 😗
Der Gamedrive beginnt wie der gestrige: Eine Tüpfelhyäne am Straßenrand ist das erste Tier, dem wir auf der Ausfahrt begegnen. Dieses Exemplar ist nach einer anscheinend intensiven Nacht aber ausgesprochen schlapp und so ernten wir höchstens einmal einen müden Blick. Aufstehen mag die Hyäne aber auf keinen Fall und so lassen wir sie bald allein in ihrem Schlummer.
Der weitere Weg gen Norden ist dann mehr oder weniger sichtungsfrei. 😵 Es ist schon zum Verzweifeln: Schönes Licht und kein Tier. Einzig ein Burchell’s Coucal sorgt für etwas Abwechslung.
Auf der Straße gen Duke’s Waterhole hat die Sichtungsfee dann endlich ein Einsehen. Auf einem dürren Bäumchen am Wegesrand sitzt ein gut faustgroßer Knubbel. Welch Freude: Das ist ein Perlkauz! 🙂 Eine schöne Sichtung dieser kleinen Eule, die ich so sehr mag, hatte ich mir im Vorfeld der Reise gewünscht. Und nun sitzt sie direkt neben uns. Das kleine Kerlchen scheint dabei hochkonzentriert zu sein. Unablässig prüft es seine Umgebung auf verräterische Geräusche und Bewegungen. Augenscheinlich ist der Perlkauz auf der Jagd. Immer wieder wechselt er dabei seinen Ansitz. Zum Glück entfernt er sich nicht allzu weit von der Straße, sodass wir ihn eine ganze Weile beobachten können.
Nur ein weiteres Auto befindet sich in der Nähe, dessen Insassen irgendwann winkend auf sich aufmerksam machen. Sie haben wohl etwas entdeckt und möchten ihre Sichtung netterweise mit uns teilen. Und so verabschieden wir uns schnell vom Perlkauz und fahren vielleicht fünfzig Meter weiter. Und dort sitzt dann tatsächlich ein Leopard im schönen Morgenlicht. 😁 Leise bedanken wir uns bei den Tippgebern und beobachten gespannt.
So richtig mag die schöne Katze sich leider nicht aus dem sie umgebenden Gebüsch herausbewegen – welch ein Glück ist es aber, dass sie überhaupt in einem kleinen Durchlass sitzt. Sonst wäre sie trotz der recht geringen Distanz unsichtbar.
Eine längere Zeit blickt sie sich um, bis sie dann irgendwann hinter dem Buschwerk verschwindet. Wir rangieren eine Weile hin und her und schauen, ob sich der Leopard noch einmal zeigen wird. Leider bleibt er verschwunden. Aber trotzdem: Einmal mehr „Right time, right place“. Ein schöner Safari-Moment. 🙂
Wir fahren zurück und entdecken kurze Zeit später erneut unseren Perlkauz. Welch ein Glück! Während wir den Leoparden beobachtet haben, war der kleine Jäger augenscheinlich erfolgreich. Eine Maus hängt reglos in einem seiner Fänge. Bis er mit seiner Beute davonfliegt, ermöglicht er uns einige schöne Aufnahmen, die zu meinen Lieblingsfotos dieser Reise gehören. Welch ein grimmig-selbstbewusster Blick dieses kleinen Kobolds!
Unser Weg führt uns nun zurück nach Süden. Plötzlich rennt etwas mit hoher Geschwindigkeit auf die Straße und uns entgegen. Es ist eine Tüpfelhyäne, die ein großes Stück Aas in ihrem Maul transportiert. Ein irrer Anblick ist es, der sich hier bietet, denn das Tier hat in seiner Eile wirklich gut zu tun. Beim genauen Hinsehen glauben wir erkennen zu können, dass es sich bei dem Überrest um Teile eines Löwen handelt – jedenfalls wirkt die Pranke, die links herunterbaumelt, sehr löwenhaft.
Die Sonne steht bereits hoch am Himmel, als wir den Tipp bekommen, dass kurz hinter der Einmündung der Crocodile River Road in die Tarroad unweit unseres Rastlagers ein Löwenrudel liegen würde. Natürlich fahren wir den kleinen Umweg und erkennen den Standort der Löwen bereits daran, dass hier eine Handvoll Fahrzeuge kreuz und quer auf der Straße steht. Die Raubkatzen selbst – es sind wohl etwa sieben – befinden sich nur wenige Meter von der Straße entfernt inmitten dichten Buschwerks und liegen tageszeitgemäß bereits mehrheitlich flach. Das Gestrüpp und auch die schon jetzt aufkommende Hitze verhindern schöne Fotos – ein Problem, dass sich im Kruger leider mit wenig schöner Regelmäßigkeit einstellt. Und so ist es ein einzelner Löwe, den wir im Rahmen dieser Sichtung auf unseren Speicherkarten verewigen können.
Weil hier in den nächsten Stunden nicht mit viel Bewegung zu rechnen ist, bleiben wir nicht sehr lange bei den Löwen und kehren zurück nach Crocodile Bridge, wo wir eine längere Pause machen, uns stärken, Bewegungsdrang stillen, Eis essen, packen…
Am späteren Vormittag ist es bereits richtig heiß. Unser Weg führt uns nun über die großen Teerstraßen nach Skukuza. Wegen der Hitze rechnen wir nicht mit weltbewegenden Sichtungen und wählen daher den schnellsten Weg ins nächste Camp. Und unsere Erwartung erfüllt sich: Das Wild hat sich in den Schatten des dichten Buschs zurückgezogen. Wir sehen auf der Fahrt mehr Autos als Tiere. Ein paar Büffel sorgen für einen kurzen Stopp und etwas Abwechslung.
Kurz vor Lower Sabie entdecken wir einen juvenilen Kampfadler in einem Baum nahe der Straße. Martial Eagle Nummer Drei! Nur ist dieses Mal das Licht deutlich schlechter… Das zeigt nochmal, wie wichtig es ist, die frühen und späten Stunden des Tages gut auszunutzen.
Am Sunset Dam halten wir naturgemäß für einen kleinen Blick auf Wasservögel, Krokodile und Flusspferde. Wobei uns vor allem die letztgenannten gut unterhalten.
Die Tarroad entlang des Sabie ist wie immer gut befahren sowie links und rechts dicht verbuscht. Sichtungen wollen sich hier heute nicht einstellen. Die Straße selbst ist an einigen Stellen von den Überschwemmungen des Jahresbeginns weggeschwemmt. Es sind provisorische Umfahrungen eingerichtet, ein schöner Loop am Flussufer ist nach wie vor gesperrt – vielleicht ist die Dirtroad dort kaum noch vorhanden…
Irgendwo auf der Strecke treffen wir auf eine enorme Automasse. Hier wurde wohl ein Leopard gesichtet, erzählt man uns. Er habe sich aber nun in den Busch zurückgezogen. Wir sehen ihn nicht und sind froh, als wir dem Autoknäuel entkommen sind. Solche Erlebnisse gehören zu den Schattenseiten der Hauptpisten des Parks. 😵 Zum Glück waren wir aber trotz der südafrikanischen Ferien nur selten Teil solcher Blechlawinen.
Gegen 14 Uhr erreichen wir ohne weitere nennenswerte Zwischenfälle schließlich Skukuza und nehmen den Schlüssel unseres River-View-Chalets entgegen. Diese Hütten mögen wir sehr, denn durch ihre ausgesprochen ruhige Lage am Fluss hat man den Eindruck, gar nicht in einem so großen Camp zu sein.
Über den Nachmittag und vor allem den Abend des Tages soll aber erst das folgende Kapitel berichten.