Letzttätertour in Namibia

Reisebericht 63 Antworten · 18,7k Aufrufe · gestartet 02. Juni 2019 von Burschi
33,1k Beiträge · seit 200604. Juni 2019 · #21
OFF TOPIC
-------------------
Hi Lotusblume,
"Dann sind wir bald in Mariental. Ein echt verschlafenes Nest. Und wie wurde Mariental hier im Forum so schön beschrieben: Es ist zwar nicht der Arsch der Welt, aber man sieht ihn ein bisschen. Wir sehen keine Leute, keine Tiere nichts. Wir finden das Mariental Hotel, auch hier niemand…setzen uns an den Pool und warten, ob noch jemand kommt. Tatsächlich werden wir deutschsprachig empfangen und bestellen kühle Getränke. Es ist Mittagszeit und unerträglich heiß, kein Wunder, dass niemand im Freien ist…nur die blöden Touris müssen stören. Der Garten des Hotels ist ein Kuriosum." (es folgen 2 Fotos)
entweder hast Du damals Maltahöhe und Mariental verwechselt (Mariental ist eine richtige "Stadt") oder Du sprichst wirklich von Mariental... Burschi aber von Maltahöhe 😉

VIele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
1'933 Beiträge · seit 200904. Juni 2019 · #22
OT
........................
Hallo Christian,
ups, danke. Dann muss ich wohl meinen RB von 2013 noch ändern 😊 😊 wir waren in Maltahöhe in demselben Hotel wie Burschi.
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
1'483 Beiträge · seit 200904. Juni 2019 · #23
Guten Tag Burschi,
auch wir planen die voraussichtlich letzte Fahrt nach NAM für 2020, dann mit unseren Enkeln, damit sie nachvollziehen können, wovon wir all die Jahre geschwärmt haben und was sie nur aus den Fotobüchern kennen.
Wir haben nur die Veränderungen der letzten 10 Jahre registriert, und das ist u.E. schon gewaltig!
Deine Sicht kann ich absolut nachvollziehen!

Gruß Piscator

P.S. Auch wir haben von Anfang an das PRH in Swakop gebucht. Dein Foto zeigt wahrscheinlich den Raum "Bamberg", den wir auch immer buchen.
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200905. Juni 2019 · #24
Guten Morgen,
wir haben Maltahöhe am frühen Morgen verlassen und über Mariental und Stampriet das schöne Auob-Tal angesteuert. Hier sollte unser nächster etwas längerer Aufenthalt sein. Zunächst aber waren wir überrascht, statt des grünen Streifens im Tal viel Schwarz zu sehen. Außerdem hingen dichte Rauischwaden im Tal, die nicht von den fahrenden Autos herrührten. Hier im Tal wird teilweise intensiv Holzkohle produziert. Die größeren Büsche und Bäume werden abgeholzt und in Fässern zu Holzkohle verschwelt. Große Halden mit prall gefüllten Säcken zeugen von diesem Zubrot, dass sich die Farmer verdienen, weil sie wegen der anhaltenden Dürre teieise ihren Viehbestand drastisch reduzieren mussten. Darüber kann man natürlich diskutieren der Farmer braucht Geld um zu Überleben, muss vielleicht auch einiges Landentbuschen, bei uns wird dann gegen Grillkohle aus Afrika protestiert. 🙁 🤨
Ich hatte hier drei Tage im Tal eingeplant, denn hier war ein Schwerpunkt der Recherchen für das Buch und ich wollte mich bei den Unterstützern nochmals bedanken. Wir verbrachten unsere Tage in der Auob Country Lodge. Wir hatten das Haus Nr. 10, das einzige allein stehende Häuschen. Ansonsten sind immer mehrere zusammen gebaut, bzw, einige Zimmer sind auch im 1. Stock.

20190502_111228-2.jpg


Die Zimmer sind alle sehr sauber, schön mit allem Notwendigen eingerichtet. In der Mitte der Anlage ist ein großer sauberer Pool, den ich immer gerne nutzte und die Lodge verfügt über eine Lappa fürs Abendessen (Büffet) und ein Restaurant und Bar.

20190502_111158.jpg


20190502_111144.jpg

Das Management und das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit, das Essen sehr gut. Nach dem Abendessen gibt es noch Gesang durch das Personal. Am Abend und bei Bedarf am Morgen werden Gamedrives angeboten, die in den roten Dünen stattfinden.

IMG_2876.JPG

Die Tierwelt ist durchaus reichlich: Giraffen, Oryx, Springböcke, Wasserböcke, Impala, Gnus, Löffelhunde, Erdmännchen, Klippschliefer, usw. Der Abendgamedrive schließt mit einem Sundowner auf einer roten Düne.

P1140897.JPG

Doch nicht immer sind alle Gamedrives gleich. Was ist auf folgendem Bild zu sehen?

IMG_2856.JPG

Richtig! Giraffen! 😄 Und Touristen! 🤩 Und so nahe an den Giraffen dran! Super! 🤩 Aber eben doch falsch gemacht vom Guide! Was? Die Giraffen stehen von uns aus in schönem Licht. Die Touris im abgelichteten Auto aber fotografieren gegen die Sonne, das heißt, sie haben auf den Bildern die Spezies "Schwarze Giraffe". Für ein Sonnenuntergangs-Silhouttenbild ist es noch zu hell, für schöne Bilder der Standort schlecht gewählt. Unser Guide - mit 30 Jahren Guide-Erfahrung - hatte da einen besseren Standort gewählt. Aber für Ersttäter am ersten Abend mag das nicht entscheidend sein.
Und damit wäre ich bei dem ABER von dieser Lodge. Am ersten Tag genossen wir mit fünf anderen Touristen einen wunderschönen Tag in aller Ruhe, mit einer ausgiebigen Wanderung in den Dünen am Morgen und einem schönen Gamedrive am Abend. Am nächsten Tag wendete sich das Blatt. Die Lodge hat etliche Zimmer und kann locker einen oder auch zwei Busse aufnehmen. Am 2. Tag kam ein Bus mit 30 Italienern an. Nichts gegen Italiener, aber in einer sooo großen Zahl! 😈 🤩
Aber irgendwie taten sie mir auch leid. Sie waren am Morgen in Windhoek angekommen und noch am selben Tag bis zur Auob Lodge gefahren (378 Bus-km!). Ankunft 16.00 Uhr. Koffer auf die Zimmer, 16.30 Uhr Gamedrive in drei Fahrzeugen (Sie haben nicht mal die Hälfte der Tiere gesehen wie wir am Vortag!) 18.30 Uhr Rückkehr, 19,00 Uhr Abendessen. Nächster Tag 5.30 Uhr aufstehen, 6.00 Uhr Frühstück, 6.30 Uhr Abfahrt bis Ais Ais (547 Bus-km!) 😈 🤩 Ja, so kann man Namibia auch erleben! Dass sie zwischendurch in den kurzen Pausen einen äußerst lebhaften Meinungsaustausch betreiben mussten, ist ja fast verständlich.
Als ich am nächsten Morgen vor der Weiterfahrt mich dem Sonnenaufgang widmete. Waren sie schon wieder auf der Piste.

P1140919.JPG

Also, bitte merken. In der Ruhe liegt die Kraft und auch die Freude am Erleben.
Schönen Tag:
Euer Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 05. Juni 2019
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200906. Juni 2019 · #25
Heute verlassen wir die Auob Lodge und fahren weiter gen Süden Richtung KTP. Den wollten wir auf der "Abschiedstour" auf keinen Fall auslassen, denn wir hatten hier schon schöne Erlebnisse.
Als Standort hatte ich mir die "Torgos Safari Lodge" ausgesucht, die nur 8 km vom Tor Mata Mata entfernt liegt und auch eigene Safaris anbietet. Da man zudem als Tagesbesucher den Park aufsuchen kann, wollten wir beides nutzen.
Die Lodge besteht aus einem Restaurant mit Büro und etlichen Häuschen,von denen ein Teil auch mit Selbstversorgerausstattung (Grill und Spülmöglichkeit) versehen ist. Da wir Halbpension gebucht hatten, bekamen wir Haus Nr. 2, das an sich recht nett ist. Leider fehlt hier ein Kühlschrank und einen Tisch musste ich auch selbst erst heranschaffen.

P1140929.JPG


P1140928.JPG

Empfehlenswert wäre Haus Nr. 10 mit kompletter Ausstattung und einem Blick auf das lodge-eigene Wasserloch, das nachts beleuchtet ist.
Neben dem Restaurant ist ein kleiner Pool, der am ersten Tag wegen seiner Grünfärbung wenig einladend war, 🙁 dann aber gesäubert wurde 🙂 und am dritten Tag von den Nachbarskindern in Beschlag genommen wurde. 🙁 🙁

IMG_2951.JPG


IMG_2953.JPG

Frühstück und Abendessen werden im Restaurant serviert. Am ersten Tag gab es am Abend Springbocksteak. Ehrlich, das war das beste, was ich bisher in Namibia gegessen habe! Und ich habe, glaube ich, schon eine kleine Herde verzehrt! Echt Spitze! 🤩
Das Frühstück dagegen ist aber eher recht übersichtlich.
Zwischen den Mahlzeiten ist niemand da, man kann weder zu den Getränken, noch findet sich sonst jemand für eine Auskunft. Na, ich wollte doch die Einsamkeit! 😄
Zum Abendessen erschien dann "Onkel Dani", der viele nette Tiergeschichten erzählen kann, und teilte mit, dass es auch keine Gamedrives gibt, da wegen der Trockenheit kaum Tiere da seien. 🙁 🙁
Im Gegernsatz dazu fanden sich aber am späten Abend am Wasserloch doch etliche durstige Kehlen ein, wovon ein agiler Löffelhund sich einen Spaß daraus machte, Springböcke, Kudus und Gnus herumzuscheuchen. Da war Leben in der Bude! 😄
Ansonsten aber konnten wir die absolute Stille genießen und einen tollen afrikanischen Sternenhimmel bei Neumond! 🤩
Insgesamt war es dann doch ein wenig zu still, denn Service gibt es nicht. In den drei Tagen hat niemand außer uns das Häuschen betreten. Nun, die Betten mache ich auch gerne selbst, aber mal einen Abfalleimer ausleeren, wäre schon angemessen gewesen, zumal keine weitere Abfalltonne zugegen war, wo ich es selbst hätte tun können.
So verbrachte ich die Stunden mit Entspannung und meinen beiden Freunden, dem Rotbauchwürger und dem Rostschwanzschmätzer, die immer um unser Häuschen herum waren.

IMG_3051.JPG


IMG_2965.JPG

Halt, fast hätte ich unseren anderen Freund vergessen, den Gecko, der hier gerade einen Nachtfalter verzehrt. 😄

IMG_3062(2).JPG

Und dann noch einen anderen Insekenfänger, von der meine Frau aber nicht so begeistert war. Aber da es hier im Forum eine spezielle Freundin dafür gibt, will ich sie nicht vorenthalten: 🤩 😄

IMG_3165.JPG

Tja, und weil es sonst wenig zu tun gab, sind wir halt auf dem Lodgegelände ein wenig herumgewandert und haben vom Burschi und seiner Frau ein tolles Sonnenuntergangs-selfie gemacht. Hier also sind die beiden: 😄 😄 😄

IMG_3163.JPG

Morgen geht es in den KTP!
LG Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 06. Juni 2019
3'383 Beiträge · seit 200906. Juni 2019 · #26
Servus Burschi,

gestern schon hab ich angefangen mit Deinem Bericht, heute "ich habe fertig".

Und ich hab mir überlegt, was ich dazu schreiben kann. Schwierig, sehr schwierig. 😐 🤨

Vielleicht ein Gedanke: Du schreibst mir derartig aus der Seele und ich könnte es nicht besser formulieren. Zwar sind wir erst seit 10 Jahren Afrika-verseucht, aber was sich in diesen 10 Jahren an Missständen aufgetan hat, sucht schon seinesgleichen. Das trifft aber nicht nur auf Nambia zu, es betrifft (fast) die ganze Welt.

Oft fragen uns Freunde, was uns denn an Namibia so gut gefällt. Es ist immer die selbe Antwort: unvergessen bleibt uns der erste Game-Drive in der Anib Kalahari Lodge. Diese Weite, der rote Sand, die ersten Oryx. Oh Gott war das schön. Und dann der sundowner dazu, hoch oben auf einer Düne, der weiß gedeckte Tisch mit Gin-Tonic und weiteren Leckereien. 🙂

Damals war das alles noch zu einem relativ günstigen Preis zu machen. Aber vielleicht kennst Du meine Posts hier im Forum: "ja sind denn die alle verrückt geworden" - ich hab die Preisentwicklungen oft angeprangert und erst kürzlich gab´s hier einen Post zur Casart Game Lodge im Balule. Ebenso vollkommen verrückt, wenn man die Preistreibereien anschaut.

Und zu Deiner story mit dem Bus voller Italiener möchte ich mich gar nicht äußern. Das hast Du sehr nett und mit Stil beschrieben.

Aber nu ja - wir können es nicht ändern, wir können nur reagieren.

Und eines ist auch sicher - Afrika lässt uns nicht los, das wird immer ein schöner Teil unseres Lebens sein - nur wird der Teil immer kleiner, denn es gibt andere Flecken auf dieser Erde, die sich lohnen, besucht zu werden. Man muss nur bereit sein, über den Tellerrand rauszuschauen.

Nochmals vielen Dank für diesen schönen und sehr nachdenklich stimmenden Bericht.

der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200906. Juni 2019 · #27
Hallo bayernschorsch,
vielen Dank für die netten Worte, es tut gut, wenn man weiß, dass man mit seinen Ansichten nicht ganz allein ist.
Abschied von Namibia wird auch bei mir nicht Abschried von Afrika heißen. Es gibt noch Ziele und auch einige Tiere, die ich noch sehen will. Und dann werde ich, solange es noch möglich ist, auch noch einige Flecken suchen, die mit meinen Empfindungen kompatibel sind. Aber ich habe Namibia viel zu verdanken und das werde ich auch nie vergessen, unglaubliche Momente, die für immer in Gedächtnis und Seele eingebrannt sind.
LG Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200906. Juni 2019 · #28
Heute Abend ist es zu kühl für meinen Sundowner am heimischen Wasserloch (Vogeltränke), also dann nochmals auf in den KTP.

Wie schon erwähnt, sollte der KTP, in dem wir schon viel Interessantes und Schönes erlebt haben, auf unserer Abschiedsreise nicht fehlen. Da schon kein Gamedrive auf der Torgos Lodge stattfand, wollten wir wenigstens zweimal als Tagesbesucher in den Park. Doch da wartete erst einmal die nächste Enttäuschung auf uns: Als Tagesbesucher darf man erst ab 8.00 Uhr in den Park. 😈 Wenn man dann noch einen weiteren Besucher am Gate vor sich hat , der noch nie eines der Formulare ausgefüllt hat und man selbst die lange Zeremonie vom Formularausfüllen hinter sich gebracht und dafür dann für 2 Personen und 1 Auto noch 712 Rand 🤩 bezahlt hat, ist es schon kurz vor 9.00 Uhr, bevor man überhaupt im Park losfahren kann. Zu spät für Katzen! Macht ja aber nichts, denn man muss ja sowieso schon um 16.00 Uhr den Park wieder verlassen haben. Meine Vorstellung, das Auobtal langsam hinunter und das Nossobtal wieder hinaufzufahren konnte ich knicken, zumal die Verbindung zwischen den Tälern als Tagesbesucher nicht erlaubt ist zu befahren und es zeitlich auch nicht zu schaffen gewesen wäre. Also nur ein wenig das Auobtal runter und wieder hinauf, zum Trost wenigstens etwas Benzin gespart! 🙁 🙁
Und die Mittagshitze ist ja auch die beste Zeit für Tierbeobachtungen!! (Entschuldigung, aber ich kam mir irgendwie ver... und abgezockt vor. 😈 )
Die nächste Enttäuschung war der Zustand des Parks. Im ganzen Auobtal waren kaum mehr ein paar Gräslein übrig zum Abweiden. Was sollen die Tiere da in der kommenden Trockenzeit nur fressen? Dementsprechend waren auch relativ wenig Tiere zu sehen.
Aber trotz allem, für jemanden, der Geduld hat - und eigentlich ja auch schon alles schon gesehen hat - gibt es immer irgendwas.
Hier eine kleine Ausbeute von erlegten Tieren:

IMG_2992.JPG

Erstaunlicherweise waren einige Namaflughühner noch am Morgen an einer Wasserstelle zu beobachten. ein Schakal, lag auch auf der Lauer, war schon recht abgemagert - also nicht fotogen! 😄 - hat aber auch kein Hühnchen erwischt.

IMG_3105.JPG

Auch Vögel zeigten sich nicht sehr viele, Da war die Nonnenlerche schon fast etwas Besonderes.

20190506_112622.jpg

Am Wasserloch "Veertiende Boorgat", wo wir zur Mittagspause etwa eine Stunde stehen geblieben sind, habe ich mich ausführlich mit dieser Kapkrähe unterhalten. Sie war der Meinung, ich sollte doch etwas von der Brotzeit abtreten, es sei zurzeit so schwer in KTP was Fressbares zu finden und außerdem sei ich sowieso schon fett genug. Da hatte sie natürlich recht, aber Tiere darf man ja im Park nicht füttern und außerdem stand da noch ein zweites Auto, die uns beobachteten. Nach dem Gespräch stellte er noch sein Frauchen vor, dem er liebevoll was ins Ohr flüsterte. Was das wohl war?

IMG_3123.JPG

Am Wasserloch selbst war wenig Betrieb. Eine Pantherschildkröte schlich vorbei und einige Oryxe und Springböcke.
Nicht, dass ich nicht schon - ich weiß nicht wieviel! - von denen zu Hause auf der Fetplatte hätte, aber wenn man Zeit hat, kann man ja auch mal nette Portraits versuchen.

IMG_3033.JPG


IMG_3115.JPG

Und dann doch noch ein kleines Highlight. Ein Rotnackenfalke hatte einen Siedelweber erbeutet. Über dieses Foto habe ich mich dann am meisten gefreut.

IMG_3073.JPG

Natürlich habe ich noch etliche andere Fotos geschossen, will euch aber nicht damit langweilen.
Resümee. Das Wetter bzw. das Klima ist halt nicht kalkulierbar. Uns taten die wenigen Tiere leid bei dieser Trockenheit. Und es wird wohl noch schlimmer kommen. Für einen "Ersttäter" wäre das wohl eine Riesenenttäuschung gewesen, ich nahm es gelassen.
Immerhin haben wir ja Giraffen, Oryx, Gnus, Springböcke, Erdhörnchen, eine rote Manguste, Riesentrappen, Weißflügeltrappen, Weißrückengeier am Nest und Gaukler am Nest und in der Luft, viele Strauße und noch etliche weitere Vögel gesehen.
Liebe Grüße:
Burschi

p.s. Apropos Strauße! Da hatten wior dann noch eine Begegnung der besonderen Art. Ein kopfloser Strauß! 🤩 🤩 Schön in der Mitte zwischen zwei anderen, denn er kann ja nicht sehen, wo er hinläuft! 🤩 Oder hatte er seinen Kopf in den Sandgesteckt und vergessen, ihn wieder herauszuziehen?? 🙁

IMG_3045.JPG

Also merken!" Nie den Kopf in den Sand stecken!!! 😄 😄
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 06. Juni 2019
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200907. Juni 2019 · #29
Naja, das war dann ja wohl nichts im KTP. Also auf in die Etoscha!
"Jetzt spinnt er der Burschi!", werden einige sagen. Vom KTP in die Etoscha - da schreibt er immer von entspanntem Reisen und immer wird im Forum der Rat gegeben, diese beiden Naturparks nicht in einem Urlab zu machen und dann hetzt er selbst durchs Land! 🤩 🤩
Stopp! 1. Durfte natürlich die Etoscha in der "Abschiedstour" nicht fehlen, denn schließlich ist sie ja das absolute Highlight in Namibia - zumindest für die meisten! - und dann bin ich 2. keines wegs so gehetzt. Den großen Sandspielplatz Sossusvlei habe ich bewusst ausgelassen, da bringt mich niemand mehr hin, und die Fahrt in den Norden war auch mehrmals unterbrochen. Zunächst machten wir noch einmal Halt bei Freunden im Auobtal und dann gab es noch eine besonderen Übernachtungsort bei Kalkfeld. Wir hatten einen Ausruh-aufenthalt in der "Teufelskrallenlodge" eingeplant.
Die Rezeption der Lodge liegt nahe Kalkrand, nördlich von Rehoboth, gleich nach der Bahnüberquerung. Dort befindet sich auch das Restaurant, in dem man das recht gute Abendessen und das ordentliche Frühstück einnimmt. Außerdem ist dort eine Bar und ein sauberer -sehr kalter! - größerer Pool. Zu den Chalets für die Übernachtung muss man dann etwa 3 km fahren, denn diese liegen auf dem Kamm einer Düne.
Das Fahrzeug wird etwas unterhalb geparkt und den Koffer muss man die letzten 50 Meter im Sand hinaufschleppen. Eine schweißtreibende Arbeit, aber man wird entschädigt mit einem tollen Ausblick!
P1140966.JPG


Eine geniale Lage, denn die Chalets haben nach beiden Seiten große Glasfronten mit Blick in eine weite Ebene oder in die Kalahari.

P1140971.JPG

Über einen kleinen Steg kommt man zum dazugehörigen kleinen Häuschen mit Waschgelegenheit, Dusche und WC. Selbst beim Sitzen auf dem WC ist der Blick aus dem Häuschen genial! 🤩

IMG-20190507-WA0013.jpg

Die Chalets sind mit allem ausgestattet, was Mann / Frau braucht. Auch der Burschi hat seinen Schreibtisch und den Kühlschrank für den kühlen Sundowner, welchen man auf der Terrasse genießen kann, wenn nicht ...

P1140990.JPG

ja, wenn es nicht regnet! 🤩 🤩 🤩
Sicher kein schönes Foto, aber Regen in der Wüste, in einem Land, das soooo dringend Wasser braucht, da kann man doch eigentlich nur Luftsprünge vor Freude machen. Und so habgen wir den Regen genossen!
Der ja auch seine positiven fotographischen Aspekte hat!

P1140988.JPG

Und dann dieser gigantische Himmel beim Sonnenuntergang!!! 🤩 🤩

P1150013.JPG

Das war ein Erlebnis! Und zu seinem Sundowner ist der Burschi auch noch gekommen, denn so schnell wie das Wetter aufgezogen war, ist es auch wieder verschwunden und in Minutenschnelle war die Terrasse wieder trocken und wir konnten bei einem kühlen Gläschen voller Ehrfurcht in den sternenübersäten Himmel schauen.
Nicht ganz bis zum Morgen, denn wir hatten ja noch einen langen Fahrtag vor uns und waren schon vor der Sonne wach, die von der anderen Seite des Chalets durch das Dünengras ins Zimmer schien.

P1150026.JPG

Ein schöner Start in den Tag!
Liebe Grüße, euer Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2019
33,1k Beiträge · seit 200607. Juni 2019 · #30
einen Ausruh-aufenthalt in der "Teufelskrallenlodge" eingeplant.
Die Rezeption der Lodge liegt nahe Kalkfeld,
Kalkrand... Kalkfeld ist bei Omaruru 🙂

VIele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200907. Juni 2019 · #31
Ja, Entschuldigung, ist mir gerade beim Radeln eingefallen. Bessere sofort aus!
LG Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200908. Juni 2019 · #32
Guten Morgen,
auf, Richtung Norden, allerdings von Kalkrand nicht direkt in die Etoscha, sondern erst nach Otjiwarongo, wo wir unsere Freunde auf einer Farm besuchten und dort Zwischenstation machten. Hier erfahren wir immer die neusten Dinge aus dem Farmerleben, allerdings dieses Mal auf Grund der Dürre, keine erfreulichen.
Erfreulich war auch eine Fahrpause in Okahandja. Hier gibt es seit einiger Zeit gegenüber dem Holzmarkt am Ortseingang ein Cafe mit schattigem Biergarten und kleinen Speisen, wo man gut mal eine Pause machen kann. Daneben befindet sich ein Laden, der Biltong verkauft, große Auswahl und ganz ordentliche Qualität.
Nach dem Zwischenaufenthalt ging es direkt in die Etoscha. Welch Schreck bei der Einfahrt von Outjo aus. Während bis zur Parkgrenze ausreichend Gras vorhanden ist, das teilweise jetzt geerntet wird, steht vom Tor bis Okaukuejo kaum ein Grashalm. 🙁 Dementsprechend haben wir auch nicht ein einziges Tier gesehen.
Die Unterkünfte: Okaukuejo: Eigentlich erübrigt sich hier fast ein Kommentar, denn es wurde schon viel berichtet. Von wegen "fully booked!" Wir sollten eigentlich ein Busch-Chalet bekommen, aber die waren alle ausgebucht. Von wegen! Mindestens ein Drittel der Häuschen war nicht belegt! Wir bekamen ein Doppelzimmer, das uns aber auch völlig recht war, denn es war ausreichend ausgestattet, und welche Überraschung, es hat alles funktioniert - außer dem Türgriff, aber es war abschließbar - und sauber und ordentlich hergerichtet und auch mit gut funktionierendem Kühlschrank versehen. Dass wir ca. 150 Meter zum Wasserloch laufen mussten, machte uns nichts aus und eines der völlig überteuerten Waterhole-Chalets wollten wir sowieso nicht haben. Das Wasserloch hatte wie immer großen Unterhaltungswert. Fast immer waren irgendwelche Tiere zu sehen und vor allem Menschen aller Art und Coleur und Benehmen. Ja, es gibt sie noch die stillen Wasserlochsitzer, die ehrfurchtsvoll flüstern, wenn ein Elefant gerade beim Trinken ist. Aber es gibt auch die Großfamilien, die lautstark alle ihre Antilopensichtungen diskutieren müssen, damit man auch noch in 20 Meter Entfernung alles deutlich versteht. Und dann sind die vielen "Schnellmalvorbeischauer", die eine gewisse Hektik verbreiten, weil ja nichts Besonderes gerade da ist und das nächste Wasserloch ja schon wartet. Die kommen in regelmäßigen Abständen in Busstärke an und bieten einen oft recht lauten Eindruck vom Vielvölkertourismus in Namibia dar. Sie sind aber dann auch schnell wieder verschwunden. Und gegen Sonnenuntergang werden sie aufgebaut, die Flakgeschütze Richtung Wasserloch. Man fürchtet fast die Mauer ist die letzte Verteidigungsbastion gegen einen anrennenden Feind. Ganz erschrocken sind wir bei einer Person mit Ganzkörperverkleidung - Hut mit breiter Krempe, tief bis in den Nacken gezogen, großen Schal um den Kopfgewickelt, darunter Mundschutz, nur ein winziger Sehschlitz, sonst alles verhüllt - mit einer Kanone auf der Schulter, die einer Panzerfaust nicht unähnlich war. Ein IS-Kämpfer in Namibia? 🤩 😈 Nein, zum Glück nicht, denn als er dann doch das beim Fotografieren hinderliche Tuch lüftete, kam ein ganz normaler Japaner zum Vorschein. Und noch ein Fortschritt: Es sind Abfalleimer zum Trennen der Sundowner-Gefäße aufgestellt. Es wird auch meist ordentlich sauber getrennt, aber mit Schwung! Dass es so schon richtig knallt, wenn die Flaschen aufeinanderknallen. Aber die Elefanten haben sich daran gewöhnt. Ich noch nicht! 🙁
Das Restaurant haben große Busgruppen schon fest in ihrer Hand. Es öffnet - und das gefällt mir sehr - am Morgen schon um 6.00 Uhr und man kann vor der Toröffnung noch gut frühstücken. Die Atmosphäre entspricht aber eher der einer Massenjugendherberge und dementsprechend ist auch das Speisenangebot. Aber man wird satt!
Anders beim Mittagessen. Wir wollten eigentlich nur eine Kleinigkeit essen. Aber es gibt mittags nur Büfett für 260 N$ / Person. Nein danke, dann halt doch zum "Kiosk". Lange Wartezeit, eine sparsame Bustruppe vor uns, dann endlich der Beefburger. Der Hunger treibts rein! Und, ich hatte es schon geahnt! Prompt wie immer in Okaukuejo: Sam Nujomas Rache! (Oder war es Montezuma?) Egal, jedenfalls war das Zeug schnell wieder draußen. Und eine Flasche Wodka zur Desinfektion habe ich immer dabei.
Und übrigens: Die Flasche Tafel Lager ist an der Bar billiger als im Shop! 🤩
Doch zum Erfreulichen. Am Wasserloch viele schöne Szenen, viele Elefanten, bei Nacht etliche Nashörner.
Und ein paar Bilder vom ersten Tag:

IMG_3189.JPG

Differenzen bei den Springböcken.

IMG_3203.JPG

Zum Niederknien lecker, das Wasser!

IMG_3216.JPG

Dieses Mal so viele Strauße wie nie in der Etoscha!

IMG_3271.JPG

Etwas zu spät am Wasserloch für "das" Sonnenuntergangsfoto! 😄 😄

IMG_3315.JPG

In der Nacht war ein Elefantenbulle mit für Namibia außergewöhnlich großen Stoßzähnen dabei. Und die standen auch noch weit ab. Hat sich wohl keine Zahnspange leisten können in jungen Jahren, der Arme!
So, das reicht erst mal, morgen dann die Highlights.
LG Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 08. Juni 2019
5'050 Beiträge · seit 201408. Juni 2019 · #33
Hallo Burschi,

auch ich begleite dich sehr gerne bei deiner "Abschiedstour". Was die Situation im KTP betrifft, kann ich dir nur zustimmen. So trocken wie diesmal im April, haben wir es sonst noch nicht mal im September erlebt. Entsprechend waren weniger Tiere zu sehen. Das Nossobtal hatte vermutlich etwas mehr Regen abbekommen, da sah man auch vereinzelt noch ein paar blühende Morgensterne und grüne Halme.
"Jetzt spinnt er der Burschi!", werden einige sagen. Vom KTP in die Etoscha - da schreibt er immer von entspanntem Reisen und immer wird im Forum der Rat gegeben, diese beiden Naturparks nicht in einem Urlab zu machen und dann hetzt er selbst durchs Land! 🤩 🤩
Da kann ich nur Widersprechen! Wir hatten die Kombination Etosha & KTP nun schon zum 4 mal und kamen uns dabei nicht einmal gehetzt vor. Es ist halt alles eine Frage der Einteilung!

So und jetzt bin ich gespannt, was du noch so alles gesehen und erlebt hast.

LG und schöne Pfingsten
Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200909. Juni 2019 · #34
Guten Morgen,
wie bereits gesagt, kann man in Okaukuejo ja schon um 6.00 Uhr frühstücken und ist dann auf jeden Fall zur Toröffnung um 7.00 Uhr fertig. Da wir auf jeden Fall noch einmal Löwen sehen wollten, standen wir als Erste am Tor und verließen mit Sonnenaufgang das Camp.

P1150077.JPG

Ich fuhr sofort dort hin, wo ich nach langjährger Erfahrung Löwen vermutete, nämlich dem Durchlass der Straße bei Newbronnii und richtig, da lagen zwei Löwinnen mit drei Jungen, die gerade das Frühstück - einen Springbock - verzehrten. Dass wir nicht lange alleine blieben, versteht sich von selbst.

IMG_3353.JPG

Aber immerhin hatten wir eine gute Fotoposition, wenngleich das Fotolicht (bewölkter Himmel bei Sonnenaufgang) noch nicht ganz ideal war.
Aber wir hatten Spaß - auch wenn das Essverhalten der Kleinen schon manchmal etwas makaber war.

IMG_3346.JPG


IMG_3362.JPG

Makaber war aber auch, was sich um uns herum abspielte.

P1150086.JPG

Drei Busse waren in wenigen Minuten eingetroffen und dazu jede Menge SUVs. Was hätte ich mich geärgert, wenn ich 10 Minuten später hier gewesen wäre! 🤩 😈 Aber man muss halt auch mal Glück haben und nach vielen Etoscha-Besuchen auch mal den richtigen Riecher.
Danach fuhren wir die weiteren Wasserlöcher von Gemsbockvagte, Olifantsbad und Aus ab, denn überall konnte man evtl. Löwen vermuten und hatte ich auch schon welche gesehen. Aber leider war hier heute "tote Hose" und so machte ich es nach bester Touristenmanier und fuhr immer nach eingehender Umschau gleich weiter. 😉 😛 "Gleich" heiß hier "schön Langsam", denn die Nebenstrecken in der Etoscha sind teilweise in sehr schlechtem Zustand. Manche sind nur mit großer Mühe und äußerster Vorsicht mit einem normalen PKW zu befahren. Ich dachte dabei an die oftmals guten Ratschläge im Forum, dass man das alles mit einfachem PKW machen könne. Natürlich, wenn man das Risiko liebt! Ich möchte es nicht! Auch schon wegen der Sitzposition nicht.
Nun, ich hatte ja "Löwentag" als Motto ausgegeben und daher fuhr ich nach Homob, wo ich ebenfalls ein Löwenrudel vermutete.
Und richtig! Die zum Wasserloch wandernden Zebras blieben stehen und schauten in eine Richtung.

IMG_3405.JPG

Mit dem Fernglas zeigte sich dann auch im Schatten eines Strauches ein dunkler Fleck. Da lag doch tatsächlich eine Löwin und sah zu den Zebras und inzwischen auch einer Springbockherde hinüber. Ohne das Verhalten der Zebras hätte ich sie nicht entdeckt. Mit etwas Geduld entpuppte sich dann aber die Szenerie noch anders. Es war nicht nur eine Löwin, sondern eine ganze Familie, ebenfalls mit Jungen!

IMG_3409.JPG


IMG_3410.JPG

Aber sie waren nicht etwa auf die Huftiere scharf, sondern warteten auf die Ankunft von ihrem Oberhaupt, dem Papa, der kurz darauf auch eintraf und seine Kleinen liebevoll begrüßte.

IMG_3417.JPG


IMG_3422.JPG

Das alles geschah zwar in etwas größerer Distanz als am frühen Morgen - ca. 150 Meter - aber doch gerade noch ausreichend für Fotos.
Natürlich waren wir inzwischen auch schon wieder von Fahrzeugen umringt. Als die Familie dann hinter einem Busch im Schatten verschwand, fuhren auch wir wieder ab. Wir hatten für heute genug gesehen, um den Rest des Tages in aller Ruhe in Okaukuejo am Wasserloch zu verbringen und dabei einigen einzelnen Elefanten beim Baden und Trinken zuzusehen.
Aber Elefanten standen ja eigentlich erst am nächsten Tag auf dem Plan. 😉 😉
LG schönen Sonntag:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 09. Juni 2019
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200910. Juni 2019 · #35
Hallo zusammen,
zu einem Elefanten am Wasserloch in Okaukuejo ist noch was zu sagen, Er bot nicht nur lange Zeit Fotomotiv und Unterhaltung am Wasserloch ...

IMG_3427.JPG

sondern hatte auch eine Besonderheit, die uns bewog in "Pinocchio" zu nennen.

IMG_3428.JPG

Sein Rüssel war so lang, dass er bei normaler Körperhaltung unten am Boden immer abgeknickt werden musste. Das mag einen Vorteil beim Trinken haben, aber beim Laufen ? und dann ist das Ding ja auch schwerer! 🤩
Am nächsten Morgen verließen wir Okaukuejo wieder in aller Frühe und fuhren Richtung Halali. Die Neewbronnii-Löwen waren heute nicht zu sehen. In Homob war viel Betrieb und auch die Löwen waren wieder da, doch weiter weg im Busch.
Auch etliche andere Tiere gab es zu sehen, allerdings nicht so viel wie sonst schon um diese Zeit. Ich möchte nur stellvertretend einen Vogel noch zeigen, ein Weißflügeltrappe-Männchen, das uns an einem Wasserloch unterhielt, weil "sonst nichts los " war. Falsch! Es ist immer was los, man muss nur Geduld haben und auch Augen für die Kleinen haben.

IMG_3382.JPG

Natürlich habe ich viele andere Fotos gemacht, doch von Zebras, Gnus, Impalas, Springböcken, Kuhantilopen und diversen anderen Tieren gibt es schon genügend Aufnahmen in verschiedenen Reiseberichten hier.
Eine Sache aber hat mich doch etwas irritiert, nämlich eine merkwürdige Ansammlung von Termitenbauten, gleich neben und zum Teil halb auf der Straße. 🤨 🤨 Vielleicht kann es mir ja ein Leser erklären:

IMG_3383.JPG

In Halali kamen wir zum Bezug des Häuschens natürlich zu früh an. Kurz zum Camp: Das Häuschen war etwas weg vom Restaurant und Wasserloch, aber das machte nichts aus. Es war mit allem ausgestattet was man braucht, sauber und ordentlich hergerichtet und in einwandfreiem Zustand. Alles funktionierte bestens. Neben dem Restaurant ist ein großer, sauberer Swimmingpool, der den Namen auch wirklich verdient, denn man kann hier schon ein paar Bahnen schwimmen. Das Essen im Restaurant selbst ist eine Nuance besser als in Okaukuejo, die Atmosphäre aber durch ständig anwesende Busgruppen aber dementsprechend. Ich möchte aber noch erwähnen, dass nicht nur die Asiaten und Italiener laut auffallen, auch alle anderen Busmannschaften - man kann oftmals auch schnell regionale Sprachnuancen bei deutschen Gruppen ausmachen 😄 🤩 - sind immer einfach laut, weil man sich gegenseitig halt übertönen muss, wenn man seine Beobachtungen an den Mann / die Frau bringen will. Daher haben wir uns zum Essen - außer zum Frühstück, das es auch hier um 6.00 Uhr gibt - in unser Häuschen zurückgezogen. Hier hatten wir auch ständig Besuch. Von Baumhörnchen, Rotschnabeltokos, Nacktohrdrosslingen und Glanzstaren, die glaubten, wir würden sie zum Essen einladen. 🤩
Aber nach unserer Ankunft gegen Mittag fuhr ich erst noch einmal weiter, denn das nahe gelegene Wasserloch Goas hat eigentlich immer was zu bieten.
Und was es zu bieten hatte! 🤩 🤩 Am oberen Wasserloch waren mehrere Herden Elefanten versammelt. Insgesamt waren es um die 50 in allen Altersstufen. Da war soviel geboten, dass wir insgesamt 2 Stunden hier stehen geblieben sind. Auf ein Bild waren die alle gar nicht abzulichten!

IMG_3501.JPG

Und es waren eine ganze Reihe von Kleinen dabei, die uns natürlich besonderen Spaß bereiteten.

IMG_3523.JPG


IMG_3518.JPG

Und von einem gibt es eine kleine Geschichte im Anschluss.
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200910. Juni 2019 · #36
So, und nun die Elefantengeschichte, die sich tatsächlich so - oder vielleicht so ähnlich? 😉 😉 😛 - zugetragen hat.
Klein Elchen war mit Mutter Ela beim Baden gewesen. Es hatte so richtig Spaß gemacht in dem Wellness-Bad zu planschen und der Kleine war dazu vollkommen untergetaucht und eine wohltuende Schlammschicht bedeckte ihn. Nun aber sollte es weiter gehen.

IMG_3530.JPG

Von der anschließende Feinpuderauflage hielt Elchen nicht viel, denn der feine Sand juckte in den Augen und so versteckte er sich lieber unter Mama.

IMG_3533.JPG

Dann nach dem Staubbad ging es weiter, doch was roch denn da so?

IMG_3553.JPG

Das roch doch ganz so wie Tante Elis 4810 - Parfüm!? Igiiiit!

IMG_3552.JPG

Und dann meinte Mama Ela noch, dass man doch jetzt Tante Eli besuchen solle, die angeblich einen besonders leckeren Mopanebaum ausgemacht hatte. Aber Elchen hatte keine guten Erinnerungen an Tante Eli, sie war schon mal so grob gewesen, und Elchen trat in Sitzstreik.

IMG_3550.JPG

Aber es half nichts - wie meist bei kleinen Kindern. Elchen bekam einen kräftigen Klaps auf den Hintern, er musste folgen und weiter ging´s zu Tante Eli.

IMG_3551.JPG


Wie es dort weiter ging? Fahrt doch hin und fragt nach! 😄 😄
Schönen Tag noch:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 10. Juni 2019
2'060 Beiträge · seit 201310. Juni 2019 · #37
Guten Morgen,

mit Vergnügen lese ich deinen launigen Bericht, danke besonders für die nette Elchen-Geschichte!

Aber mit Erschrecken betrachte ich die fehlende Vegetation - wovon sollen bloß die Tiere in den kommenden trockenen Monaten leben??? 🙁
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200910. Juni 2019 · #38
Guten Morgen Gabriele,
du hast ganz gut beobachtet. Wenn man die Bilder genau anschaut, dann sieht man, dass nicht nur unmittelbar um die Wasserlöcher keine Vegetation / Weide mehr ist, sondern auch in der weiteren Umgebung. Und das am Ende der kleinen Regenzeit! Die Trockenzeit dauert ja noch bis November! Da wird es wohl noch die eine und andere Tragödie geben. Für die Elefanten sieht es noch nicht so schlimm aus, denn die Mopane Bäume haben noch ausreichend Laub. Am besten ist es wohl für die Katzen. Sie haben genügend Zugriff auf geschwächte Tiere. Andererseits ist es natürlich auch ein natürliches Regulativ. Erst die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Veränderungen gravierend sind.
Viele Grüße:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
2'060 Beiträge · seit 201310. Juni 2019 · #39
Es ist trotz allem erstaunlich, wie sich die Natur immer wieder regeneriert. Auf unserer "Letzttäterreise" im Mai/Juni 2015 machte ich ähnliche Fotos vom Wasserloch Okaukuejo und weiteren Wasserstellen rundum im Osten von Etosha. Schon damals mussten die Tiere weite Strecken zurücklegen zwischen Orten, wo noch Futter zu finden war und den Wasserstellen. Richtiges Gras wuchs damals nur noch im Westen um das Dolomite Camp.

Allerdings kamen wir seinerzeit aus dem Kaokoveld, wo es nur Steine gab und wir uns fragten, ob die Tiere sich davon ernähren würden, weil nicht der geringste Schimmer von Grün zu erblicken war. So erschien uns die Situation im Etosha dagegen fast "paradiesisch".

Ich denke, du hast recht, die Elefanten - und wohl auch Giraffen - werden noch länger Nahrung in den Büschen und Bäumen finden als die Antilopen etc., die aufs Gras angewiesen sind. Unser Fahrer sagte uns einmal, die Zebras fräßen in Notzeiten auch die Grasstümpfe, und es dauere circa 10 Jahre, bis an solchen Stellen wieder etwas wüchse.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Themenstarter4'140 Beiträge · seit 200911. Juni 2019 · #40
Noch sind wir nicht ganz fertig mit dem "Elefantentag". Unterwegs sahen wir nochmals eine Herde im Busch zwischen den Mopanebäumen und einen schönen Abschluss hatten wir noch am Abend am Moringa-Wasserloch in Halali.
Hier waren drei Herden von Elefanten am Wasserloch. Eine verabschiedete sich schon vor Sonnenuntergang und die zweite kam kurz davor an und bot den Zuschauern, die hier im Gegensatz zu Okaukuejo sich alle sehr ruhig verhielten - auch die fast 50% Asiaten! 😉 - einen schönen Anblick vor der untergehenden Sonne.

IMG_3694.JPG

Kurz danach kam noch eine weitere kleinere Gruppe an, die ein Baby mit sich führte.

IMG_3657.JPG

Dem Kleinen schmeckte allerdings Mamas Milch wesentlich besser als das Wasser, das er mit seinem ungelenken Rüssel sowieso noch nicht aufsaugen konnte.

IMG_3677.JPG

Ein großer Bulle - vielleicht der Vater des Kleinen? - begrüßte ebenfalls die Familie, wobei der Kleine im Mittelpunkt stand, während er von den Erwachsenen schützend umringt wurde.

IMG_3665.JPG

Das war noch einmal ein schöner Abschluss des "Elefantentages", an dem wir ca. 100 Tiere dieser Art gesehen hatten.
Am nächsten Morgen verließen wir das Camp in Richtung Namutoni und Ausgang aus der Etoscha bereits wieder am frühen Morgen bei Sonnenaufgang. Die Sonne kroch gerade zwischen den Halali-Bergen hervor,

P1150152.JPG

Auf der Fahrt zum Ausgang schauten wir natürlich auch an verschiedenen Wasserlöchern vorbei.
Und damit ihr nicht denkt, wir hätten in der Etoscha nur Elefanten und Löwen gesehen, noch ein paar wenige andere Tiere unserer Wasserlochstreifzüge:

IMG_3706.JPG

Zebras fanden im Osten des Parks noch etwas mehr Weide als im Westen.

IMG_3724.JPG

Und Wasser findet sich in Chudop auch immer.

IMG_3721.JPG

Doch auch Eland-Antilopen haben Durst.

IMG_3728.JPG

Und selbstverständlich hatte ich auch ein Auge auf die Vögel. Hier ein allgegenwärtiger Weißbürzel-Singhabicht mit einem Bein. 😄

IMG_3738.JPG

Natürlich hat er zwei, aber er sonnte sich hier am frühen Morgen und das tat er nach guter Vogelsitte nur auf einem Bein.
Fast vergessen hätte ich die Giraffen. Noch auf der Ausfahrt zum Tor, schon auf der Teerpad begegnete uns noch eine Gruppe, hier ein Bulle, der Blätter aus den oberen Zweigen abäst.

IMG_3749.JPG

Damit ist unser Etoscha-Ausflug zu Ende und morgen geht es dann zur letzten Station an den Waterberg.
Bis dahin schönen Tag:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 11. Juni 2019