Reisebericht

Letzttätertour in Namibia

von Burschi · begonnen 02. Juni 2019 · 17 Teile

Teil 102. Juni 2019
Hallo Fomis,
es gibt ja schon viele Reiseberichte über die "Ersttätertouren", die überquellen vor Begeisterung für Namibia. Ja, ich gebe zu, nach fast 20 Namibiareisen, dass ich nach den ersten Reise auch völlig euphorisch war, wiesonst wäre ich so oft hierher gereist. Doch irgendwann heißt es dann doch einmal Abschied nehmen. ich schicke gleich voraus, dass ich noch nicht definitiv weiß, ob es wirklich die allerletzte Tour war, aber auf jeden Fall, war es eine Abschiedsreise, die uns noch einmal an die Orte führen sollte, die wir besonders geliebt haben. Und auf jeden Fall wird es auch der letzte Reisebericht über Namibia von mir sein. Auch wollten wir noch einmal etliche Freunde treffen, die wir in den vielen Jahren kennen und schätzen gelernt haben. Aber wieso Abschied, wenn man doch Freunde hier hat? Nun, zum einen nagt halt der Zahn der Zeit an einem und Flüge über 10 Stunden Dauer werden zur Qual und das Fahren von mehr als 3000 km auf Gravelroads ist auch kein Vergnügen mehr, wenn jede Bodenwelle die arthrosegeplagten Finger am Lenkrad schmerzen lässt. Aber Schmerzen habe ich leider auch oft, wenn ich das Namibia von heute mit dem Namibia von vor 20 Jahren vergleiche. Die Städte, egal ob Windhuk, Okahandja, Swakopmund sind geradezu explodiert, der Verkehr hat sich vervielfacht, mit ihm die Hektik und auch die Gefahren im Straßenverkehr. Vorbei sind die Zeiten, wo 5 Autos in Windhoek an einer Ampel schon ein Stau waren, wo man auf Gravelroad nach Okahandja gefahren ist, wo man am Tag nur einmal in einem Mitlitärkonvoi durch den Caprivi kam, wo man noch jedes entgegenkommende Auto angeblinkt und gewunken hat - kam aber oft nur dreimal am Tag vor - wo Langstrand noch aus fünf Hütten bestand und noch keine Quads die Dünen rauf und runter jagten, wo es noch keine lärmenden Massentouristen in den Lodges und an den Wasserlöchern gab und ... nein, ich will nicht weiter jammern und den "Ersttätern" die Freude verderben, sondern einfach nur kurz meine Erfahrungen von der diesjährigen Reise wiedergeben. Sie ist ja eigentlich auch nur deshalb zustande gekommen, weil ich eine Einladung zu einer Lesung aus meinem Buch in Swakopmund hatte, der ich gerne nachgekommen bin. Fleißige Reiseberichtleser werden sich vielleicht daran erinnern, dass ich schon einmal "Abschied" genommen habe. 😉 😁
So, nun aber genug der Vorrede! Ich werde mich kurz fassen und werde keine Klofotos einstellen, auch keine persönlichen Bilder mit Sundownern, und auch keine Bilderserien von Tieren, die sich kaum unterscheiden und die man beim Ausdruck als Daumenkino verwenden könnte. Die Infos sollen vor allem die Unterkünfte betreffen, aufgelockert mit ein paar Tierchenbildern. 😄
Unsere Reise ging vom 12.4. bis 15.5. 2019, eigentlich am Ende der Regenzeit, wo wir ein grünes Namibia erwartet hatten. Aber es war nur ein grüner Flaum und wenn ich mir vorstelle, dass die Trockenzeit noch bevorsteht, dann mag es sicher noch die eine oder andere Katastrophe geben. Verschiedene Threads haben das ja schon angedeutet.
Wir sind mit Air Namibia geflogen und zum ersten Mal war der Flieger bei weitem nicht voll besetzt, sodass wir beide auf Hin- und Rückflug jeweils zwei Sitze zur Verfügung hatten. Der Service an Bord ist inzwischen wie bei allen Fluglinien eingeschränkt, aber ausreichend. Entertainment funktioniert nicht bei allen Sitzen, ist mir bei einem Nachtflug aber auch egal. Beim Abflug in Frankfurt kamen angesichts des Sonnenuntergangs schon fast afrikanische Gefühle auf. 😄

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Unsere erste Unterkunft war das Vondelhof Guesthouse in Windhoek. Es liegt in der Puccini Street und damit relativ günstig zur Innenstadt. in 10 Minuten ist man zu Fuß in der Independence Avenue und in 5 Minuten im Wernhill Einkaufszentrum.
Die Zimmer sind relativ groß und haben alles was man braucht. (Das ist bei mir vor allem neben einem Bett mit harter Matratze ein Schreibtisch mit Beleuchtung, ein Stromanschluss, wo ich bequem Geräte laden kann und nicht in irgendeine Ecke kriechen muss. Außerdem ein Kühlschrank!) All dies ist hier gegeben. Das Frühstück ist sehr ordentlich und reichlich und kann ab 7.00 Uhr eingenommen werden.

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Wassersparmaßnahmen nimmt man hier ernst. Der Pool ist abgedeckt (siehe Bild im Vordergrund!) und er würde aufgedeckt werden, wenn man darauf besteht. (Muss ich in WEindhoek nicht.) In den Toiletten steht in Kanistern Spülwasser (aus derZisterne) für das kleine Geschäft bereit und das kalte Vorlaufwasser aus der Dusche soll in einer Wanne aufgefangen werden. Angesichts dessen, was Windhoek wohl in diesem Jahr noch bevorsteht, sehr sinnvolle Maßnahmen. Das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Getränke kann man bekommen, leider aber keinen Snack am Abend. Den muss man im Zimmer einnehmen oder in die Stadt fahren. Letzteres vermeide ich nach Möglichkeit und Joes Beerhouse ist überhaupt keine Option mehr. Dafür ist Cafe´Schneider wieder geöffnet, allerdings an anderer Stelle, nämlich im Sanlam Center in der unteren Etage, Eingang gleich neben Wecke und Voigts, dann um die Ecke rechts. Hier kann man recht gut und zu vernünftigen Preisen essen. Hätte ich nicht immer einen Besuch in einer Schule in Katutura, wo wir in den letzten Jahren eine Schulküche gebaut haben, auf dem Programm, dann allerdings würde ich Windhoek gleich am ersten Tag wieder verlassen.
Das haben wir aber in aller Frühe am nächsten Tag gemacht. Ziel war eine Lodge im Erongo, aber zur Mittagszeit stand auf jeden Fall ein Besuch im "Kristallkeller Winery" in Omaruru auf dem Programm.

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Hier wollten wir uns mit Wein für die Reise eindecken und eine schöne Brotzeit machen. Beides war möglich. Vom eigenen Wein gab es allerdings nur Weißweine. Rotweine wurden von einem Weingut bei Otavi angeboten. Außerdem jede Menge Schnäpse.

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"Rüppels Parrot" ist ein guter Weißwein zum Trinken am Abend, "Sunbird" ist mir zu süß und eher ein Desertwein. Wir haben im schattigen Garten Brotzweit genossen, Weine verkostet und sind dann mit einem Karton Wein weiter auf Reise gegangen.
Davon demnächst mehr, wenn ihr wollt, wenn nicht, dann einfach nicht anklicken. 😄 😄
Viele Grüße:
Burschi
Teil 202. Juni 2019
Ich habe ganz vergessen, unsere Reiseroute vorher zu nennen. Hier ist sie:

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Richtig, sie ähnelt sehr einer "Ersttäterroute" mit dem Anfängerfehler KTP und Etoscha zusammen unterzubringen. Ja, es geht! Aber gleich zur Kritik: Ich würde es nicht als Ersttäter nachmachen. Es ist zu viel Fahrerei an einigen Tagen. Ich hatte ja den Vorteil, dass ich alle Orte schon kannte und die Wege dahin nicht neu waren. Der Weg also nicht das Ziel war! Sondern der Abschied von Orten und Menschen, die mir was bedeutet haben, im Vordergrund stand.
Also: So nicht nachmachen! 😄 😄
Teil 303. Juni 2019
Guten Morgen,
von Omaruru geht es nun weiter in die nicht weit entfernt gelegene "Erongo Wildernes Lodge". Hier wollten wir erst einmal ausruhen und entspannen, was auch vortrefflich gelang. Die Lodge hat einige einzeln stehende Chalets, die sich in das felsige, mit Büschen besetzte Gelände vortrefflich einfügen und über alles verfügen, was man gerne hat.

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Einen großen Wohn-Schlafraum, eine schöne, etwas urige Dusche, eine große Terrasse, von der aus man einen tollen Blick auf die Berge hat. Wir bezogen Chalet Nr. 10, das wohl den schönsten Blick auf den Sonnenuntergang bietet, als auch eine einmalige Kulisse beim Sonnenaufgang.

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Sonnenuntergang

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Sonnenaufgang
Außerdem gibt es einen kleinen aber sehr sauberen Pool, in dem man sich gut erfrischen kann. Das Essen wird am Abend auf der Terrasse des Restaurants als Menü serviert und ist sehr gut. Wenn man dann noch einen Abend mit Regenkulisse erwischt und so ein romantisches Dinner einnehmen kann, dann ist alles perfekt. Was also will man mehr?

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Den Schauer am Abend und am Morgen haben wir auch genossen. Es war eine ganz besondere Stimung, die man nicht so höufig in Namibia erleben kann. Es hatte auch im Gegensatz zu anderen Regionen in Namibia schon vorher ganz gut geregnet, sodass relativ viele Blumen blühten. Unser Guide, mit dem wir am Morgen einen Spaziergang unternahmen, meinte, die Natur spiele hier verrückt, weil nun Blumen blühen und Bäume austreiben, die das ja eigentlich im Frühjahr tun sollten und jetzt sei es ja schließlich (Anfang Mai!) Herbst.
So ergaben sich Stimmungen, die man nicht oft bei den Wanderungen auf dem Lodgegelände findet.

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Da für die Anfahrt bis zur Lodge eine 4x4 benötigt wird - PKWs müssen weiter draußen entladen werden und dann muss man mit einem Shuttle zur Lodge - und da die Anzahl der Chalets begrenzt ist, findet man hier keine Busgruppen. So kann man in der Regel die Stille genießen, die man sich gewünscht hat. Außerdem verfügt die Lodge über ein beleuchtetes Wasserloch, zu dem am Abend regelmäßig Tiere kommen. Man hört fast immer den Schrei des Perlkauzes und der Nachtschwalbe.
Teil 403. Juni 2019
Ach ja, fast hätte ich es vergessen, ihr wollt ja meist auch Tiere sehen. nun, da sind einige, über die ich mich gefreut habe.
Da war zuerst die kleine Felsenagame, die ich aus dem Pool gerettet habe.

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Links meine Fingerspitze als Größenvergleich! 😄 😄
Beim Morgenspaziergang dann waren weitere Kleine zu sehen, wie diese Eidechse:

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oder diese hier:

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Was ihr seht nichts? Na, dann schaut genau hin. Die Heuschrecke hat eine perfekte Tarnung. Wir haben auch eine Rotflügelschnarrheuschrecke gesichtet, doch ein Foto beim Fliegen - nur hier sieht man die roten Unterflügel! - gelang nicht.
Nicht so viele Besucher werden wohl die putzige Felsenratte beobachten.

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Sie war dort, wo auch die Vögel zu beobachten sind. Lange Zeit saß ich an einem offenen Fenster des Lodgerestaurants, um die gefiederten Freunde zu beobachten. Nur zwei davon hier:
1. Der Monteiro-Toko

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und 2. die Lieblinge, die es hier in sehr großer Zahl gibt. Man hört sie den ganzen Tag und kann sie am besten kurz nach Sonnenaufgang beobachten, wenn sie sich nach der kühlen Nacht zu Hunderten in den Bäumen aufwärmen und ihr Gefieder neu ordnen. Die "Love-Birds"! 😁 😁

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Zwei Tage auf der Lodge waren eigentlich wenigstens ein Tag zu wenig.
Wenn man hier nicht gerade in der Hochsaison ist, dann ist das ein echter Sehnsuchtsort.
LG Burschi
Teil 503. Juni 2019
Hallo,
heftiger Wind hat mich von meinem gut besuchten Wasserloch im Garten vertrieben (Vogeltränken!) 😄 und so kann ich hier fortfahren:
Unsere nächste Station war Swakopmund. Die Spitzkoppe präsentierte sich in schönem Morgenlicht und Usakos und Karibib sind nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf auch dabei, sich auszubreiten. Nach Swakop hinein wird an den letzten 10 Kilometern an einer vierspurigen Autobahn gebaut, die schon weitgehend fertig ist.
In unserer Unterkunft, dem "Prinzessin Rupprecht Hotel" konnten wir schon relativ früh einchecken - wir waren die einzigen Gäste an diesem Tag 🙁 - und waren darüber recht froh, denn ich hatte einige Termine in Swakopmund. Das PRH ist das ehemalige Lazarett aus der Kolonialzeit und wurde erst vor kurzem restauriert.

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Es liegt außerordentlich günstig, ca. 150 m vom Strand und dem TUG, 50m zum Europahof, wenige Gehminuten in die Innenstadt. Den Wagen kann man im bewachten Innenhof abstellen und braucht ihn eigentlich dann nicht mehr. Die Zimmer sind groß und haben alles, was man braucht. Ein wenig modernisieren wäre vielleicht nicht schlecht, aber sie sind sauber und werden jeden Tag schön hergerichtet. Die Betten werden stets mit allerlei Tierfiguren aus Handtüchern geschmückt.

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Ungewohnt für heutige Zeit sind die hohen Zimmer. Aber, und das ist manchmal in Swakopmund sehr von Vorteil, sie sind beheizbar! 🤩
Das Frühstück ist reichlich und genügt allen Ansprüchen. Hinter dem Haus ist ein sehr schöner Garten mit einem Brunnen und Sitzgelegenheiten zum Entspannen. Wir übernachten hier schon seit Jahren gerne, denn uns gefällt u.a. die Idee mit den Einkünften aus dem Hotel ein Altersheim zu finanzieren, das sich hinter dem Garten befindet. So kann es durchaus mal vorkommen, dass man einer Person mit Rollator im Garten begegnet. Es soll tatsächlich Leute geben, die das stört. Aber werden wir nicht alle mal alt? ich jedenfalls habe schon ein paar nette Gespräche hier geführt. Getränke gibt es zu kaufen, zum Abendessen geht man in ein nahe gelegenes Restaurant. Und das ist dann auch neben meinen persönlichen Dingen - hatte, wie schon erwähnt, eine gut besuchte Lesung am Abend im Museumssaal - mein "Tippschwerpunkt" für Swakopmund.
Am ersten Abend waren wir im immer ausgebuchten "TUG" von einer Freundin eingeladen. Das Essen ist hier stets von guter Qualität. ABER: Das Lokal ist inzwischen so überbucht, dass man sich in dem allabendlichen Schichtbetrieb nicht mehr auf das Essen freuen kann. Es wird im Voraus von Busgruppen gebucht und wenn 15 und mehr Mann/Frau an einem Tisch sitzen, dann wird es laut, egal welche Nationalität vorherrscht. Natürlich hatten wir einen schönen Tisch am Fenster, aber neben und hausten 6 Asiatinnen, die eine Lautstärke wie auf dem Oktoberfest in München an den Tag legten. Und nach dem Essen sah ihr Tisch aus wie .... erspart mir das, der Appetit war mir vergangen. Da der Massenansturm aufs TUG inzwischen Alltag ist, würde ich es aus genannten Gründen nicht empfehlen.
Im StrandHotel sind im Erdgeschoß mehrere Restaurants. Das "Brewers und Butchers" ist eher etwas für derbere Gemütlichkeit. Mittags ist es hier eher ruhig, am Abend aber laut wie im TUG. Bierfreunde können hier verschiedene Biere in kleinen Gläsern verkosten. Die "Carnivoren-Pizza" macht locker zwei satt. Zumindest reichte uns zu zweit eine.
Das "Europahof Hotel" hatte kurz vor unserer Ankunft die Renovierung abgeschlossen. es sind ansehnlich freundliche Räume geworden.
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Das Essen - ich hatte mir einen Sole, meinen Lieblingsfisch, bestellt - und meine Frau - was war nur in sie gefahren??? - 😄 Schweinesteak (3 große Scheiben, viel zu viel für sie!) - war ausgesprochen gut, jederzeit mit dem TUG vergleichbar, nur wesentlich billiger! Bei unserem Abend war nur wenig Besuch, aber es steigen gerne Busgruppen dort ab.
Zum Mittagessen kehrten wir einmal im "Ocean Cellar" im Strandhotel ein. Sehr gutes Essen, sehr schön appetitlich angerichtet, gute Qualität zu vernünftigen Preisen und auch Mahlzeiten, die mal nicht so üppig sind. Auch empfehlenswert!
Schließlich brauchte meine Frau am Nachmittag ihren Cappuccino. Wir probierten das neue "Village Cafe´" gegenüber von der Buchhandlung aus. Etliche verschiedene Kaffeesorten - ziemlich stark! - und hervorragenden Schokoladenkuchen von einer freundlichen Bedienung. Auch empfehlenswert!

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Ein uriges Cafe mit ordentlichem Angbot!
Noch eine weniger erfreuliche Begegnung am Schluss. Nach meinem Vortrag war ich ziemlich der letzte, der das Museum schon bei Dunkelheit verließ. Der Carguard hatte ausgeharrt und seinen Obulus bekommen. Dann aber bedrängte mich ein "Ordnungshüter der Stadt" als ich schon im Auto saß und wollte 40 N$ Parkgebühr für einen Tagesbesucher. ich weiß natürlich, dass es sowas nicht gibt und hätte mich nun zur Wehr setzen können. Aber bei Dunkelheit und niemandem in der Nähe??? 😈 Ich bequatschte ihn ein wenig und speiste ihn mit 20N$ ab. Hätte ich ein höheres Risiko eingehen sollen? Das war mir die Sache nicht wert.
Am nächsten Morgen verließen wir Swakopmund in aller Frühe - es war der 1. Mai - und es ging auf die berüchtigte C14.
Morgen mehr!
LG Burschi
Teil 604. Juni 2019
Nun also auf zur C14!
Bis Walvis Bay schlichen wir hinter zwei großen LKW im leichten Nebel hinterher. Eine berüchtigte Unfallstrecke. Warum? Wir erlebten es mehrfach. Uneinsichtige Raser überholen bei schlechter Sicht und entgegen kommen Fahrzeuge, die das Gebot von einzuschaltendem Fahrlicht nicht beachten. So gibt es für die AZ viel Stoff von Unfällen mit Toten zu berichten. Ich investiere lieber 10 Minuten mehr Zeit und behalte mein Leben.
Das erste Teilstück durch die Namib ist inzwischen als Salzstraße gut ausgebaut und fast wie eine Teerstraße zu befahren. Und dann kommt sie! Die von vielen bejammerte in "extrem schlechtem Zustand befindliche C14" - die Wellblechpiste! Ehrlich, ich habe sie ja schon des öfteren seit vielen Jahren befahren, sie war noch nie anders. Und wollt ihr Jammerer nicht das ursprüngliche Afrika immer erleben? Da habt ihr es doch. Ihr müsst euch halt nur ein wenig mehr Zeit nehmen und auch mal auf die tollen Landschaften neben der Straße achten!

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Das tolle Farbenspiel der unterschiedlichen Gesteinsformationen seht ihr aber nur, wenn ihr möglichst früh in Richtung Süden fahrt. Macht ihr die "Ersttätertour" von Sossusvlei nach Norden zur Etoscha am Schluss, dann sind die Berge alle nur blau. Warum? Die Sonne steht im Norden! Fahre ich dagegen, habe ich nur Silhouetten zum Fotografieren, fahre ich nach Süden, dann beleuchtet sie mir die Landschaft.
Und dann kommt das unvermeidliche Solitaire. Vor 20 Jahren: Da stehen mitten in der Wüste zwei Häuschen und vor einem eine Zapfsäule mit Handbetrieb. "Haben sie überhaupt Benzin?", ist die bange Frage, denn Fahrzeuge mit Doppeltank gibt es noch nicht. Wir haben Glück. Wir bekommen mit Handpumpenbetrieb den Tank gefüllt. Dauert zwar, aber wir haben ja Zeit. Zeit für einen leckeren Apfelkuchen von Moose. Heute: Eine große Staubwolke kündigt schon von Weitem den beliebten Stopp Solitaire an. Zwei Busse stehen da und ca. 30 SUVs. An der Tankstelle laufen die 5 Zapfsäulen im Dauerbetrieb. Es gibt ein Restaurant und eine Bäckereischwemme in der es wie in einem Oktoberfestzelt zugeht. Apfelkuchen gibt es nicht mehr. Steht ja bei allen Pauschaltouristen auf dem Pflichtprogramm. Ein Schwätzchen mit Moos? Geht auch nicht. Er ist leider gestorben. Bevor er den großen Run noch erleben konnte (musste?). Um die alten Autos herum stehen Scharen von Touristen. Jeder muss die Wracks fotografieren. Daher gibt es hier keine Bilder! 😄 Dann kommt noch eine Schar von Motorradfahrern, die ihre Gefährte mal alle laut aufheulen lassen, damit auch jeder den Klang der Wüste hört. Etwas leider ist der Trupp von Fahrradfahrern, die ihre Bikes entladen um sich auf eine Tour nach Sossusvlei zu begeben, bei der sie so viel Staub schlucken werden, dass die nächsten drei Mahlzeiten ausfallen können.
Und eine Gruppe will ich euch dann doch nicht vorenthalten, die lalles dabei haben, was man so in der Namib braucht:

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Wir verlassen Solitaire wieder und biegen nach Maltahöhe ab. Nein Sossusvlei, diesen Rummelsandspielplatz für Erwachsene wollen wir auf keinen Fall sehen / erleben!
Nachdem wir ja schon Gaub und Kuiseb-Pass gefahren sind, kommt der Zaris-Pass, der seinen Namen eigentlich gar nicht verdient, aber eine schöne Landschaft ist. Dann die letzte öde Strecke vorbei an Büllsport - hier wäre ich gerne noch mal die Köcherbaumschlucht gewandert - nach Maltahöhe.
Was treibt einen auf seiner letzten Reise in diesen Ort, den fast alle nur vom Durchfahren kennen? Ich gestehe, ich übernachte hier zum ersten Mal! Warum? In der Sendung "Verrückt nach Zug" bin ich auf das Hotel Maltahöhe gestoßen. Und da hat mich zweierlei interessiert. 1. Es ist das einzige Hotel Namibias, das seit der Kolonialzeit immer durchgehend als Hotel (und Farm) geführt wurde. Lassen sich da noch Spuren finden? Das mein Interesse als Historiker. und 2. Hat diese dumm-dämliche Fernsehdoku auch Spuren hinterlassen?
Zum Hotel: Es ist ein schön am Ortsrand gelegenes Hotel, das frisch renoviert wurde.

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Es hat einen schönen sauberen Pool, die Zimmer sind ebenfalls neu renoviert. das Essen ist recht gut, die Besitzerein ist sehr freundlich und zu Gesprächen aufgeschlossen, die sich beim Betrachten der "Flaggendecke" in der Bar ergaben.

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Da hängt die Reichskriegsflagge neben der der DDR und der BRD, aber auch die FDJ-Fahne neben der des alten Südafrika ... genug Gesprächsstoff!
Und schließlich sind alle Zimmer mit vielen historischen Fotos dekoriert, die wie das des ersten Geschäfts von Wecke und Voigts bei Maltahöhe - zumindest für mich - sehr interessant sind.

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Ich habe hier gerne übernachtet und würde es wieder tun. Es war ja leider für uns nur eine Überbrückungsübernachtung auf dem weg ins Auobtal. Davon später mehr.
LG Burschi
p.s. Halt, die 2. Frage. Ja, die Doku hat Spuren hinterlassen! Nun glauben alle Kinder des Ortes, alle Touristen würden mit ihnen in den Supermarkt gehen und einen Einkaufswagen voll Süßigkeiten holen! Die Bettelei entlang der Straße hat enorm zugenommen und mir wurde berichtet, dass die Kinder dafür sogar die Schule schwänzen. Na, wenn das nicht mal echte Entwicklungshilfe ist! 😈 🤩 😄
Teil 705. Juni 2019
Guten Morgen,
wir haben Maltahöhe am frühen Morgen verlassen und über Mariental und Stampriet das schöne Auob-Tal angesteuert. Hier sollte unser nächster etwas längerer Aufenthalt sein. Zunächst aber waren wir überrascht, statt des grünen Streifens im Tal viel Schwarz zu sehen. Außerdem hingen dichte Rauischwaden im Tal, die nicht von den fahrenden Autos herrührten. Hier im Tal wird teilweise intensiv Holzkohle produziert. Die größeren Büsche und Bäume werden abgeholzt und in Fässern zu Holzkohle verschwelt. Große Halden mit prall gefüllten Säcken zeugen von diesem Zubrot, dass sich die Farmer verdienen, weil sie wegen der anhaltenden Dürre teieise ihren Viehbestand drastisch reduzieren mussten. Darüber kann man natürlich diskutieren der Farmer braucht Geld um zu Überleben, muss vielleicht auch einiges Landentbuschen, bei uns wird dann gegen Grillkohle aus Afrika protestiert. 🙁 🤨
Ich hatte hier drei Tage im Tal eingeplant, denn hier war ein Schwerpunkt der Recherchen für das Buch und ich wollte mich bei den Unterstützern nochmals bedanken. Wir verbrachten unsere Tage in der Auob Country Lodge. Wir hatten das Haus Nr. 10, das einzige allein stehende Häuschen. Ansonsten sind immer mehrere zusammen gebaut, bzw, einige Zimmer sind auch im 1. Stock.

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Die Zimmer sind alle sehr sauber, schön mit allem Notwendigen eingerichtet. In der Mitte der Anlage ist ein großer sauberer Pool, den ich immer gerne nutzte und die Lodge verfügt über eine Lappa fürs Abendessen (Büffet) und ein Restaurant und Bar.

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Das Management und das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit, das Essen sehr gut. Nach dem Abendessen gibt es noch Gesang durch das Personal. Am Abend und bei Bedarf am Morgen werden Gamedrives angeboten, die in den roten Dünen stattfinden.

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Die Tierwelt ist durchaus reichlich: Giraffen, Oryx, Springböcke, Wasserböcke, Impala, Gnus, Löffelhunde, Erdmännchen, Klippschliefer, usw. Der Abendgamedrive schließt mit einem Sundowner auf einer roten Düne.

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Doch nicht immer sind alle Gamedrives gleich. Was ist auf folgendem Bild zu sehen?

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Richtig! Giraffen! 😄 Und Touristen! 🤩 Und so nahe an den Giraffen dran! Super! 🤩 Aber eben doch falsch gemacht vom Guide! Was? Die Giraffen stehen von uns aus in schönem Licht. Die Touris im abgelichteten Auto aber fotografieren gegen die Sonne, das heißt, sie haben auf den Bildern die Spezies "Schwarze Giraffe". Für ein Sonnenuntergangs-Silhouttenbild ist es noch zu hell, für schöne Bilder der Standort schlecht gewählt. Unser Guide - mit 30 Jahren Guide-Erfahrung - hatte da einen besseren Standort gewählt. Aber für Ersttäter am ersten Abend mag das nicht entscheidend sein.
Und damit wäre ich bei dem ABER von dieser Lodge. Am ersten Tag genossen wir mit fünf anderen Touristen einen wunderschönen Tag in aller Ruhe, mit einer ausgiebigen Wanderung in den Dünen am Morgen und einem schönen Gamedrive am Abend. Am nächsten Tag wendete sich das Blatt. Die Lodge hat etliche Zimmer und kann locker einen oder auch zwei Busse aufnehmen. Am 2. Tag kam ein Bus mit 30 Italienern an. Nichts gegen Italiener, aber in einer sooo großen Zahl! 😈 🤩
Aber irgendwie taten sie mir auch leid. Sie waren am Morgen in Windhoek angekommen und noch am selben Tag bis zur Auob Lodge gefahren (378 Bus-km!). Ankunft 16.00 Uhr. Koffer auf die Zimmer, 16.30 Uhr Gamedrive in drei Fahrzeugen (Sie haben nicht mal die Hälfte der Tiere gesehen wie wir am Vortag!) 18.30 Uhr Rückkehr, 19,00 Uhr Abendessen. Nächster Tag 5.30 Uhr aufstehen, 6.00 Uhr Frühstück, 6.30 Uhr Abfahrt bis Ais Ais (547 Bus-km!) 😈 🤩 Ja, so kann man Namibia auch erleben! Dass sie zwischendurch in den kurzen Pausen einen äußerst lebhaften Meinungsaustausch betreiben mussten, ist ja fast verständlich.
Als ich am nächsten Morgen vor der Weiterfahrt mich dem Sonnenaufgang widmete. Waren sie schon wieder auf der Piste.

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Also, bitte merken. In der Ruhe liegt die Kraft und auch die Freude am Erleben.
Schönen Tag:
Euer Burschi
Teil 806. Juni 2019
Heute verlassen wir die Auob Lodge und fahren weiter gen Süden Richtung KTP. Den wollten wir auf der "Abschiedstour" auf keinen Fall auslassen, denn wir hatten hier schon schöne Erlebnisse.
Als Standort hatte ich mir die "Torgos Safari Lodge" ausgesucht, die nur 8 km vom Tor Mata Mata entfernt liegt und auch eigene Safaris anbietet. Da man zudem als Tagesbesucher den Park aufsuchen kann, wollten wir beides nutzen.
Die Lodge besteht aus einem Restaurant mit Büro und etlichen Häuschen,von denen ein Teil auch mit Selbstversorgerausstattung (Grill und Spülmöglichkeit) versehen ist. Da wir Halbpension gebucht hatten, bekamen wir Haus Nr. 2, das an sich recht nett ist. Leider fehlt hier ein Kühlschrank und einen Tisch musste ich auch selbst erst heranschaffen.

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Empfehlenswert wäre Haus Nr. 10 mit kompletter Ausstattung und einem Blick auf das lodge-eigene Wasserloch, das nachts beleuchtet ist.
Neben dem Restaurant ist ein kleiner Pool, der am ersten Tag wegen seiner Grünfärbung wenig einladend war, 🙁 dann aber gesäubert wurde 🙂 und am dritten Tag von den Nachbarskindern in Beschlag genommen wurde. 🙁 🙁

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Frühstück und Abendessen werden im Restaurant serviert. Am ersten Tag gab es am Abend Springbocksteak. Ehrlich, das war das beste, was ich bisher in Namibia gegessen habe! Und ich habe, glaube ich, schon eine kleine Herde verzehrt! Echt Spitze! 🤩
Das Frühstück dagegen ist aber eher recht übersichtlich.
Zwischen den Mahlzeiten ist niemand da, man kann weder zu den Getränken, noch findet sich sonst jemand für eine Auskunft. Na, ich wollte doch die Einsamkeit! 😄
Zum Abendessen erschien dann "Onkel Dani", der viele nette Tiergeschichten erzählen kann, und teilte mit, dass es auch keine Gamedrives gibt, da wegen der Trockenheit kaum Tiere da seien. 🙁 🙁
Im Gegernsatz dazu fanden sich aber am späten Abend am Wasserloch doch etliche durstige Kehlen ein, wovon ein agiler Löffelhund sich einen Spaß daraus machte, Springböcke, Kudus und Gnus herumzuscheuchen. Da war Leben in der Bude! 😄
Ansonsten aber konnten wir die absolute Stille genießen und einen tollen afrikanischen Sternenhimmel bei Neumond! 🤩
Insgesamt war es dann doch ein wenig zu still, denn Service gibt es nicht. In den drei Tagen hat niemand außer uns das Häuschen betreten. Nun, die Betten mache ich auch gerne selbst, aber mal einen Abfalleimer ausleeren, wäre schon angemessen gewesen, zumal keine weitere Abfalltonne zugegen war, wo ich es selbst hätte tun können.
So verbrachte ich die Stunden mit Entspannung und meinen beiden Freunden, dem Rotbauchwürger und dem Rostschwanzschmätzer, die immer um unser Häuschen herum waren.

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Halt, fast hätte ich unseren anderen Freund vergessen, den Gecko, der hier gerade einen Nachtfalter verzehrt. 😄

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Und dann noch einen anderen Insekenfänger, von der meine Frau aber nicht so begeistert war. Aber da es hier im Forum eine spezielle Freundin dafür gibt, will ich sie nicht vorenthalten: 🤩 😄

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Tja, und weil es sonst wenig zu tun gab, sind wir halt auf dem Lodgegelände ein wenig herumgewandert und haben vom Burschi und seiner Frau ein tolles Sonnenuntergangs-selfie gemacht. Hier also sind die beiden: 😄 😄 😄

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Morgen geht es in den KTP!
LG Burschi
Teil 906. Juni 2019
Heute Abend ist es zu kühl für meinen Sundowner am heimischen Wasserloch (Vogeltränke), also dann nochmals auf in den KTP.

Wie schon erwähnt, sollte der KTP, in dem wir schon viel Interessantes und Schönes erlebt haben, auf unserer Abschiedsreise nicht fehlen. Da schon kein Gamedrive auf der Torgos Lodge stattfand, wollten wir wenigstens zweimal als Tagesbesucher in den Park. Doch da wartete erst einmal die nächste Enttäuschung auf uns: Als Tagesbesucher darf man erst ab 8.00 Uhr in den Park. 😈 Wenn man dann noch einen weiteren Besucher am Gate vor sich hat , der noch nie eines der Formulare ausgefüllt hat und man selbst die lange Zeremonie vom Formularausfüllen hinter sich gebracht und dafür dann für 2 Personen und 1 Auto noch 712 Rand 🤩 bezahlt hat, ist es schon kurz vor 9.00 Uhr, bevor man überhaupt im Park losfahren kann. Zu spät für Katzen! Macht ja aber nichts, denn man muss ja sowieso schon um 16.00 Uhr den Park wieder verlassen haben. Meine Vorstellung, das Auobtal langsam hinunter und das Nossobtal wieder hinaufzufahren konnte ich knicken, zumal die Verbindung zwischen den Tälern als Tagesbesucher nicht erlaubt ist zu befahren und es zeitlich auch nicht zu schaffen gewesen wäre. Also nur ein wenig das Auobtal runter und wieder hinauf, zum Trost wenigstens etwas Benzin gespart! 🙁 🙁
Und die Mittagshitze ist ja auch die beste Zeit für Tierbeobachtungen!! (Entschuldigung, aber ich kam mir irgendwie ver... und abgezockt vor. 😈 )
Die nächste Enttäuschung war der Zustand des Parks. Im ganzen Auobtal waren kaum mehr ein paar Gräslein übrig zum Abweiden. Was sollen die Tiere da in der kommenden Trockenzeit nur fressen? Dementsprechend waren auch relativ wenig Tiere zu sehen.
Aber trotz allem, für jemanden, der Geduld hat - und eigentlich ja auch schon alles schon gesehen hat - gibt es immer irgendwas.
Hier eine kleine Ausbeute von erlegten Tieren:

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Erstaunlicherweise waren einige Namaflughühner noch am Morgen an einer Wasserstelle zu beobachten. ein Schakal, lag auch auf der Lauer, war schon recht abgemagert - also nicht fotogen! 😄 - hat aber auch kein Hühnchen erwischt.

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Auch Vögel zeigten sich nicht sehr viele, Da war die Nonnenlerche schon fast etwas Besonderes.

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Am Wasserloch "Veertiende Boorgat", wo wir zur Mittagspause etwa eine Stunde stehen geblieben sind, habe ich mich ausführlich mit dieser Kapkrähe unterhalten. Sie war der Meinung, ich sollte doch etwas von der Brotzeit abtreten, es sei zurzeit so schwer in KTP was Fressbares zu finden und außerdem sei ich sowieso schon fett genug. Da hatte sie natürlich recht, aber Tiere darf man ja im Park nicht füttern und außerdem stand da noch ein zweites Auto, die uns beobachteten. Nach dem Gespräch stellte er noch sein Frauchen vor, dem er liebevoll was ins Ohr flüsterte. Was das wohl war?

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Am Wasserloch selbst war wenig Betrieb. Eine Pantherschildkröte schlich vorbei und einige Oryxe und Springböcke.
Nicht, dass ich nicht schon - ich weiß nicht wieviel! - von denen zu Hause auf der Fetplatte hätte, aber wenn man Zeit hat, kann man ja auch mal nette Portraits versuchen.

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Und dann doch noch ein kleines Highlight. Ein Rotnackenfalke hatte einen Siedelweber erbeutet. Über dieses Foto habe ich mich dann am meisten gefreut.

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Natürlich habe ich noch etliche andere Fotos geschossen, will euch aber nicht damit langweilen.
Resümee. Das Wetter bzw. das Klima ist halt nicht kalkulierbar. Uns taten die wenigen Tiere leid bei dieser Trockenheit. Und es wird wohl noch schlimmer kommen. Für einen "Ersttäter" wäre das wohl eine Riesenenttäuschung gewesen, ich nahm es gelassen.
Immerhin haben wir ja Giraffen, Oryx, Gnus, Springböcke, Erdhörnchen, eine rote Manguste, Riesentrappen, Weißflügeltrappen, Weißrückengeier am Nest und Gaukler am Nest und in der Luft, viele Strauße und noch etliche weitere Vögel gesehen.
Liebe Grüße:
Burschi

p.s. Apropos Strauße! Da hatten wior dann noch eine Begegnung der besonderen Art. Ein kopfloser Strauß! 🤩 🤩 Schön in der Mitte zwischen zwei anderen, denn er kann ja nicht sehen, wo er hinläuft! 🤩 Oder hatte er seinen Kopf in den Sandgesteckt und vergessen, ihn wieder herauszuziehen?? 🙁

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Also merken!" Nie den Kopf in den Sand stecken!!! 😄 😄
Teil 1007. Juni 2019
Naja, das war dann ja wohl nichts im KTP. Also auf in die Etoscha!
"Jetzt spinnt er der Burschi!", werden einige sagen. Vom KTP in die Etoscha - da schreibt er immer von entspanntem Reisen und immer wird im Forum der Rat gegeben, diese beiden Naturparks nicht in einem Urlab zu machen und dann hetzt er selbst durchs Land! 🤩 🤩
Stopp! 1. Durfte natürlich die Etoscha in der "Abschiedstour" nicht fehlen, denn schließlich ist sie ja das absolute Highlight in Namibia - zumindest für die meisten! - und dann bin ich 2. keines wegs so gehetzt. Den großen Sandspielplatz Sossusvlei habe ich bewusst ausgelassen, da bringt mich niemand mehr hin, und die Fahrt in den Norden war auch mehrmals unterbrochen. Zunächst machten wir noch einmal Halt bei Freunden im Auobtal und dann gab es noch eine besonderen Übernachtungsort bei Kalkfeld. Wir hatten einen Ausruh-aufenthalt in der "Teufelskrallenlodge" eingeplant.
Die Rezeption der Lodge liegt nahe Kalkrand, nördlich von Rehoboth, gleich nach der Bahnüberquerung. Dort befindet sich auch das Restaurant, in dem man das recht gute Abendessen und das ordentliche Frühstück einnimmt. Außerdem ist dort eine Bar und ein sauberer -sehr kalter! - größerer Pool. Zu den Chalets für die Übernachtung muss man dann etwa 3 km fahren, denn diese liegen auf dem Kamm einer Düne.
Das Fahrzeug wird etwas unterhalb geparkt und den Koffer muss man die letzten 50 Meter im Sand hinaufschleppen. Eine schweißtreibende Arbeit, aber man wird entschädigt mit einem tollen Ausblick!
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Eine geniale Lage, denn die Chalets haben nach beiden Seiten große Glasfronten mit Blick in eine weite Ebene oder in die Kalahari.

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Über einen kleinen Steg kommt man zum dazugehörigen kleinen Häuschen mit Waschgelegenheit, Dusche und WC. Selbst beim Sitzen auf dem WC ist der Blick aus dem Häuschen genial! 🤩

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Die Chalets sind mit allem ausgestattet, was Mann / Frau braucht. Auch der Burschi hat seinen Schreibtisch und den Kühlschrank für den kühlen Sundowner, welchen man auf der Terrasse genießen kann, wenn nicht ...

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ja, wenn es nicht regnet! 🤩 🤩 🤩
Sicher kein schönes Foto, aber Regen in der Wüste, in einem Land, das soooo dringend Wasser braucht, da kann man doch eigentlich nur Luftsprünge vor Freude machen. Und so habgen wir den Regen genossen!
Der ja auch seine positiven fotographischen Aspekte hat!

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Und dann dieser gigantische Himmel beim Sonnenuntergang!!! 🤩 🤩

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Das war ein Erlebnis! Und zu seinem Sundowner ist der Burschi auch noch gekommen, denn so schnell wie das Wetter aufgezogen war, ist es auch wieder verschwunden und in Minutenschnelle war die Terrasse wieder trocken und wir konnten bei einem kühlen Gläschen voller Ehrfurcht in den sternenübersäten Himmel schauen.
Nicht ganz bis zum Morgen, denn wir hatten ja noch einen langen Fahrtag vor uns und waren schon vor der Sonne wach, die von der anderen Seite des Chalets durch das Dünengras ins Zimmer schien.

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Ein schöner Start in den Tag!
Liebe Grüße, euer Burschi
Teil 1108. Juni 2019
Guten Morgen,
auf, Richtung Norden, allerdings von Kalkrand nicht direkt in die Etoscha, sondern erst nach Otjiwarongo, wo wir unsere Freunde auf einer Farm besuchten und dort Zwischenstation machten. Hier erfahren wir immer die neusten Dinge aus dem Farmerleben, allerdings dieses Mal auf Grund der Dürre, keine erfreulichen.
Erfreulich war auch eine Fahrpause in Okahandja. Hier gibt es seit einiger Zeit gegenüber dem Holzmarkt am Ortseingang ein Cafe mit schattigem Biergarten und kleinen Speisen, wo man gut mal eine Pause machen kann. Daneben befindet sich ein Laden, der Biltong verkauft, große Auswahl und ganz ordentliche Qualität.
Nach dem Zwischenaufenthalt ging es direkt in die Etoscha. Welch Schreck bei der Einfahrt von Outjo aus. Während bis zur Parkgrenze ausreichend Gras vorhanden ist, das teilweise jetzt geerntet wird, steht vom Tor bis Okaukuejo kaum ein Grashalm. 🙁 Dementsprechend haben wir auch nicht ein einziges Tier gesehen.
Die Unterkünfte: Okaukuejo: Eigentlich erübrigt sich hier fast ein Kommentar, denn es wurde schon viel berichtet. Von wegen "fully booked!" Wir sollten eigentlich ein Busch-Chalet bekommen, aber die waren alle ausgebucht. Von wegen! Mindestens ein Drittel der Häuschen war nicht belegt! Wir bekamen ein Doppelzimmer, das uns aber auch völlig recht war, denn es war ausreichend ausgestattet, und welche Überraschung, es hat alles funktioniert - außer dem Türgriff, aber es war abschließbar - und sauber und ordentlich hergerichtet und auch mit gut funktionierendem Kühlschrank versehen. Dass wir ca. 150 Meter zum Wasserloch laufen mussten, machte uns nichts aus und eines der völlig überteuerten Waterhole-Chalets wollten wir sowieso nicht haben. Das Wasserloch hatte wie immer großen Unterhaltungswert. Fast immer waren irgendwelche Tiere zu sehen und vor allem Menschen aller Art und Coleur und Benehmen. Ja, es gibt sie noch die stillen Wasserlochsitzer, die ehrfurchtsvoll flüstern, wenn ein Elefant gerade beim Trinken ist. Aber es gibt auch die Großfamilien, die lautstark alle ihre Antilopensichtungen diskutieren müssen, damit man auch noch in 20 Meter Entfernung alles deutlich versteht. Und dann sind die vielen "Schnellmalvorbeischauer", die eine gewisse Hektik verbreiten, weil ja nichts Besonderes gerade da ist und das nächste Wasserloch ja schon wartet. Die kommen in regelmäßigen Abständen in Busstärke an und bieten einen oft recht lauten Eindruck vom Vielvölkertourismus in Namibia dar. Sie sind aber dann auch schnell wieder verschwunden. Und gegen Sonnenuntergang werden sie aufgebaut, die Flakgeschütze Richtung Wasserloch. Man fürchtet fast die Mauer ist die letzte Verteidigungsbastion gegen einen anrennenden Feind. Ganz erschrocken sind wir bei einer Person mit Ganzkörperverkleidung - Hut mit breiter Krempe, tief bis in den Nacken gezogen, großen Schal um den Kopfgewickelt, darunter Mundschutz, nur ein winziger Sehschlitz, sonst alles verhüllt - mit einer Kanone auf der Schulter, die einer Panzerfaust nicht unähnlich war. Ein IS-Kämpfer in Namibia? 🤩 😈 Nein, zum Glück nicht, denn als er dann doch das beim Fotografieren hinderliche Tuch lüftete, kam ein ganz normaler Japaner zum Vorschein. Und noch ein Fortschritt: Es sind Abfalleimer zum Trennen der Sundowner-Gefäße aufgestellt. Es wird auch meist ordentlich sauber getrennt, aber mit Schwung! Dass es so schon richtig knallt, wenn die Flaschen aufeinanderknallen. Aber die Elefanten haben sich daran gewöhnt. Ich noch nicht! 🙁
Das Restaurant haben große Busgruppen schon fest in ihrer Hand. Es öffnet - und das gefällt mir sehr - am Morgen schon um 6.00 Uhr und man kann vor der Toröffnung noch gut frühstücken. Die Atmosphäre entspricht aber eher der einer Massenjugendherberge und dementsprechend ist auch das Speisenangebot. Aber man wird satt!
Anders beim Mittagessen. Wir wollten eigentlich nur eine Kleinigkeit essen. Aber es gibt mittags nur Büfett für 260 N$ / Person. Nein danke, dann halt doch zum "Kiosk". Lange Wartezeit, eine sparsame Bustruppe vor uns, dann endlich der Beefburger. Der Hunger treibts rein! Und, ich hatte es schon geahnt! Prompt wie immer in Okaukuejo: Sam Nujomas Rache! (Oder war es Montezuma?) Egal, jedenfalls war das Zeug schnell wieder draußen. Und eine Flasche Wodka zur Desinfektion habe ich immer dabei.
Und übrigens: Die Flasche Tafel Lager ist an der Bar billiger als im Shop! 🤩
Doch zum Erfreulichen. Am Wasserloch viele schöne Szenen, viele Elefanten, bei Nacht etliche Nashörner.
Und ein paar Bilder vom ersten Tag:

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Differenzen bei den Springböcken.

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Zum Niederknien lecker, das Wasser!

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Dieses Mal so viele Strauße wie nie in der Etoscha!

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Etwas zu spät am Wasserloch für "das" Sonnenuntergangsfoto! 😄 😄

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In der Nacht war ein Elefantenbulle mit für Namibia außergewöhnlich großen Stoßzähnen dabei. Und die standen auch noch weit ab. Hat sich wohl keine Zahnspange leisten können in jungen Jahren, der Arme!
So, das reicht erst mal, morgen dann die Highlights.
LG Burschi
Teil 1209. Juni 2019
Guten Morgen,
wie bereits gesagt, kann man in Okaukuejo ja schon um 6.00 Uhr frühstücken und ist dann auf jeden Fall zur Toröffnung um 7.00 Uhr fertig. Da wir auf jeden Fall noch einmal Löwen sehen wollten, standen wir als Erste am Tor und verließen mit Sonnenaufgang das Camp.

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Ich fuhr sofort dort hin, wo ich nach langjährger Erfahrung Löwen vermutete, nämlich dem Durchlass der Straße bei Newbronnii und richtig, da lagen zwei Löwinnen mit drei Jungen, die gerade das Frühstück - einen Springbock - verzehrten. Dass wir nicht lange alleine blieben, versteht sich von selbst.

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Aber immerhin hatten wir eine gute Fotoposition, wenngleich das Fotolicht (bewölkter Himmel bei Sonnenaufgang) noch nicht ganz ideal war.
Aber wir hatten Spaß - auch wenn das Essverhalten der Kleinen schon manchmal etwas makaber war.

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Makaber war aber auch, was sich um uns herum abspielte.

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Drei Busse waren in wenigen Minuten eingetroffen und dazu jede Menge SUVs. Was hätte ich mich geärgert, wenn ich 10 Minuten später hier gewesen wäre! 🤩 😈 Aber man muss halt auch mal Glück haben und nach vielen Etoscha-Besuchen auch mal den richtigen Riecher.
Danach fuhren wir die weiteren Wasserlöcher von Gemsbockvagte, Olifantsbad und Aus ab, denn überall konnte man evtl. Löwen vermuten und hatte ich auch schon welche gesehen. Aber leider war hier heute "tote Hose" und so machte ich es nach bester Touristenmanier und fuhr immer nach eingehender Umschau gleich weiter. 😉 😛 "Gleich" heiß hier "schön Langsam", denn die Nebenstrecken in der Etoscha sind teilweise in sehr schlechtem Zustand. Manche sind nur mit großer Mühe und äußerster Vorsicht mit einem normalen PKW zu befahren. Ich dachte dabei an die oftmals guten Ratschläge im Forum, dass man das alles mit einfachem PKW machen könne. Natürlich, wenn man das Risiko liebt! Ich möchte es nicht! Auch schon wegen der Sitzposition nicht.
Nun, ich hatte ja "Löwentag" als Motto ausgegeben und daher fuhr ich nach Homob, wo ich ebenfalls ein Löwenrudel vermutete.
Und richtig! Die zum Wasserloch wandernden Zebras blieben stehen und schauten in eine Richtung.

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Mit dem Fernglas zeigte sich dann auch im Schatten eines Strauches ein dunkler Fleck. Da lag doch tatsächlich eine Löwin und sah zu den Zebras und inzwischen auch einer Springbockherde hinüber. Ohne das Verhalten der Zebras hätte ich sie nicht entdeckt. Mit etwas Geduld entpuppte sich dann aber die Szenerie noch anders. Es war nicht nur eine Löwin, sondern eine ganze Familie, ebenfalls mit Jungen!

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Aber sie waren nicht etwa auf die Huftiere scharf, sondern warteten auf die Ankunft von ihrem Oberhaupt, dem Papa, der kurz darauf auch eintraf und seine Kleinen liebevoll begrüßte.

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Das alles geschah zwar in etwas größerer Distanz als am frühen Morgen - ca. 150 Meter - aber doch gerade noch ausreichend für Fotos.
Natürlich waren wir inzwischen auch schon wieder von Fahrzeugen umringt. Als die Familie dann hinter einem Busch im Schatten verschwand, fuhren auch wir wieder ab. Wir hatten für heute genug gesehen, um den Rest des Tages in aller Ruhe in Okaukuejo am Wasserloch zu verbringen und dabei einigen einzelnen Elefanten beim Baden und Trinken zuzusehen.
Aber Elefanten standen ja eigentlich erst am nächsten Tag auf dem Plan. 😉 😉
LG schönen Sonntag:
Burschi
Teil 1310. Juni 2019
Hallo zusammen,
zu einem Elefanten am Wasserloch in Okaukuejo ist noch was zu sagen, Er bot nicht nur lange Zeit Fotomotiv und Unterhaltung am Wasserloch ...

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sondern hatte auch eine Besonderheit, die uns bewog in "Pinocchio" zu nennen.

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Sein Rüssel war so lang, dass er bei normaler Körperhaltung unten am Boden immer abgeknickt werden musste. Das mag einen Vorteil beim Trinken haben, aber beim Laufen ? und dann ist das Ding ja auch schwerer! 🤩
Am nächsten Morgen verließen wir Okaukuejo wieder in aller Frühe und fuhren Richtung Halali. Die Neewbronnii-Löwen waren heute nicht zu sehen. In Homob war viel Betrieb und auch die Löwen waren wieder da, doch weiter weg im Busch.
Auch etliche andere Tiere gab es zu sehen, allerdings nicht so viel wie sonst schon um diese Zeit. Ich möchte nur stellvertretend einen Vogel noch zeigen, ein Weißflügeltrappe-Männchen, das uns an einem Wasserloch unterhielt, weil "sonst nichts los " war. Falsch! Es ist immer was los, man muss nur Geduld haben und auch Augen für die Kleinen haben.

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Natürlich habe ich viele andere Fotos gemacht, doch von Zebras, Gnus, Impalas, Springböcken, Kuhantilopen und diversen anderen Tieren gibt es schon genügend Aufnahmen in verschiedenen Reiseberichten hier.
Eine Sache aber hat mich doch etwas irritiert, nämlich eine merkwürdige Ansammlung von Termitenbauten, gleich neben und zum Teil halb auf der Straße. 🤨 🤨 Vielleicht kann es mir ja ein Leser erklären:

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In Halali kamen wir zum Bezug des Häuschens natürlich zu früh an. Kurz zum Camp: Das Häuschen war etwas weg vom Restaurant und Wasserloch, aber das machte nichts aus. Es war mit allem ausgestattet was man braucht, sauber und ordentlich hergerichtet und in einwandfreiem Zustand. Alles funktionierte bestens. Neben dem Restaurant ist ein großer, sauberer Swimmingpool, der den Namen auch wirklich verdient, denn man kann hier schon ein paar Bahnen schwimmen. Das Essen im Restaurant selbst ist eine Nuance besser als in Okaukuejo, die Atmosphäre aber durch ständig anwesende Busgruppen aber dementsprechend. Ich möchte aber noch erwähnen, dass nicht nur die Asiaten und Italiener laut auffallen, auch alle anderen Busmannschaften - man kann oftmals auch schnell regionale Sprachnuancen bei deutschen Gruppen ausmachen 😄 🤩 - sind immer einfach laut, weil man sich gegenseitig halt übertönen muss, wenn man seine Beobachtungen an den Mann / die Frau bringen will. Daher haben wir uns zum Essen - außer zum Frühstück, das es auch hier um 6.00 Uhr gibt - in unser Häuschen zurückgezogen. Hier hatten wir auch ständig Besuch. Von Baumhörnchen, Rotschnabeltokos, Nacktohrdrosslingen und Glanzstaren, die glaubten, wir würden sie zum Essen einladen. 🤩
Aber nach unserer Ankunft gegen Mittag fuhr ich erst noch einmal weiter, denn das nahe gelegene Wasserloch Goas hat eigentlich immer was zu bieten.
Und was es zu bieten hatte! 🤩 🤩 Am oberen Wasserloch waren mehrere Herden Elefanten versammelt. Insgesamt waren es um die 50 in allen Altersstufen. Da war soviel geboten, dass wir insgesamt 2 Stunden hier stehen geblieben sind. Auf ein Bild waren die alle gar nicht abzulichten!

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Und es waren eine ganze Reihe von Kleinen dabei, die uns natürlich besonderen Spaß bereiteten.

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Und von einem gibt es eine kleine Geschichte im Anschluss.
Teil 1410. Juni 2019
So, und nun die Elefantengeschichte, die sich tatsächlich so - oder vielleicht so ähnlich? 😉 😉 😛 - zugetragen hat.
Klein Elchen war mit Mutter Ela beim Baden gewesen. Es hatte so richtig Spaß gemacht in dem Wellness-Bad zu planschen und der Kleine war dazu vollkommen untergetaucht und eine wohltuende Schlammschicht bedeckte ihn. Nun aber sollte es weiter gehen.

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Von der anschließende Feinpuderauflage hielt Elchen nicht viel, denn der feine Sand juckte in den Augen und so versteckte er sich lieber unter Mama.

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Dann nach dem Staubbad ging es weiter, doch was roch denn da so?

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Das roch doch ganz so wie Tante Elis 4810 - Parfüm!? Igiiiit!

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Und dann meinte Mama Ela noch, dass man doch jetzt Tante Eli besuchen solle, die angeblich einen besonders leckeren Mopanebaum ausgemacht hatte. Aber Elchen hatte keine guten Erinnerungen an Tante Eli, sie war schon mal so grob gewesen, und Elchen trat in Sitzstreik.

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Aber es half nichts - wie meist bei kleinen Kindern. Elchen bekam einen kräftigen Klaps auf den Hintern, er musste folgen und weiter ging´s zu Tante Eli.

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Wie es dort weiter ging? Fahrt doch hin und fragt nach! 😄 😄
Schönen Tag noch:
Burschi
Teil 1511. Juni 2019
Noch sind wir nicht ganz fertig mit dem "Elefantentag". Unterwegs sahen wir nochmals eine Herde im Busch zwischen den Mopanebäumen und einen schönen Abschluss hatten wir noch am Abend am Moringa-Wasserloch in Halali.
Hier waren drei Herden von Elefanten am Wasserloch. Eine verabschiedete sich schon vor Sonnenuntergang und die zweite kam kurz davor an und bot den Zuschauern, die hier im Gegensatz zu Okaukuejo sich alle sehr ruhig verhielten - auch die fast 50% Asiaten! 😉 - einen schönen Anblick vor der untergehenden Sonne.

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Kurz danach kam noch eine weitere kleinere Gruppe an, die ein Baby mit sich führte.

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Dem Kleinen schmeckte allerdings Mamas Milch wesentlich besser als das Wasser, das er mit seinem ungelenken Rüssel sowieso noch nicht aufsaugen konnte.

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Ein großer Bulle - vielleicht der Vater des Kleinen? - begrüßte ebenfalls die Familie, wobei der Kleine im Mittelpunkt stand, während er von den Erwachsenen schützend umringt wurde.

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Das war noch einmal ein schöner Abschluss des "Elefantentages", an dem wir ca. 100 Tiere dieser Art gesehen hatten.
Am nächsten Morgen verließen wir das Camp in Richtung Namutoni und Ausgang aus der Etoscha bereits wieder am frühen Morgen bei Sonnenaufgang. Die Sonne kroch gerade zwischen den Halali-Bergen hervor,

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Auf der Fahrt zum Ausgang schauten wir natürlich auch an verschiedenen Wasserlöchern vorbei.
Und damit ihr nicht denkt, wir hätten in der Etoscha nur Elefanten und Löwen gesehen, noch ein paar wenige andere Tiere unserer Wasserlochstreifzüge:

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Zebras fanden im Osten des Parks noch etwas mehr Weide als im Westen.

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Und Wasser findet sich in Chudop auch immer.

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Doch auch Eland-Antilopen haben Durst.

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Und selbstverständlich hatte ich auch ein Auge auf die Vögel. Hier ein allgegenwärtiger Weißbürzel-Singhabicht mit einem Bein. 😄

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Natürlich hat er zwei, aber er sonnte sich hier am frühen Morgen und das tat er nach guter Vogelsitte nur auf einem Bein.
Fast vergessen hätte ich die Giraffen. Noch auf der Ausfahrt zum Tor, schon auf der Teerpad begegnete uns noch eine Gruppe, hier ein Bulle, der Blätter aus den oberen Zweigen abäst.

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Damit ist unser Etoscha-Ausflug zu Ende und morgen geht es dann zur letzten Station an den Waterberg.
Bis dahin schönen Tag:
Burschi
Teil 1612. Juni 2019
Wir verließen die Etoscha gegen Mittag und auf dem Weg zum Waterberg wollten wir aus nostalgischen Gründen noch einmal im Etoscha-Cafe´in Tsumeb einkehren. Aber wir fuhren vergeblich die Hauptstraße ab, das nette kleine Cafe´existiert nicht mehr. 🙁 🙁
Dann wollten wir wenigstens noch einen Happen in Otjiwarongo im neuen Kameldorn Cafe´in der Bahnhofstraße zu uns nehmen. Wieder "Denkste!" Ich hatte nicht bedacht, dass an diesem Tag Sonntag war und zwar die Supermärkte offen haben, nicht aber die Restaurants. Und Wimpy oder dgl. sind nicht unser Ding.
Also ging es direkt weiter zur Wabi-Lodge am Waterberg. Doch die beiden Abstecher hatten zu viel Zeit gekostet und so kamen wir an, als gerade der Gamedrive wegfuhr. 😈 Das war dann die nächste Enttäuschung. Und die übernächste folgte zugleich. Wir hatten beim letzten Mal einen tollen Sundowner-Gamedrive zu sechs Breitmaulnashörnern. Von denen ist keines mehr da. Zwei wurden gewildert und die anderen vier wurden auf einer sichereren Farm versteckt. Sehr traurig! Einige Fomis haben ja im letzten Jahr einen Kalender von mir erworben. Das Oktoberbild zeigt eines der beiden Nashörner, die gewildert wurden. 🙁 🙁
Die Wabi-Lodge am Waterberg war einst eine Jagd-Lodge, ist aber nun eine Farm-Lodge, auf der sich einiges erleben lässt. Die einzelnen Chalets sind sehr groß und großzügig eingerichtet und enthalten alles, was Burschi (Schreibtisch, Kühlschrank, Bett) braucht und haben eine schöne kleine Terrasse mit Blick zu einem Wasserloch,

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Die gesamte Anlage ist unter großen Bäumen, die auch bei Hitze Schatten bieten. Ein Pool, der stets sauber und kühl ist, sorgt für Erfrischung.

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Hier kann man es auch aushalten, wenn man einfach nur relaxen will.
Im Garten laufen eine größere Zahl von Pfauen herum, die das Hobby der Hausherrin sind.
Man kann sehr gut Vögel beobachten, doch ich habe mich mal anderen Tieren gewidmet:
Der Monarch-Falter kommt regelmäíg zu den Blumen im Garten.

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Der Papilio ist schon seltener und als schneller Flieger nicht so leicht zu fotografieren.

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Am nächsten Tag - nach ausreichend Entspannung - kamen wir dann doch noch zu unserem Gamedrive.
Und hier möchte ich noch einmal ein Vogelkapitel anfügen:

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Eine Rotschopftrappe überquerte den Airstrip, über den die Lodge auch verfügt.

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Kaum zu sehen war ein Pärchen der Triele, die flach unter einem Busch lagen.

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Auch schwer zu entdecken waren der Kronenkiebitz und das Sandhuhn, die flach am Boden auf ihren Nestern lagen und Eier bebrüteten.
Der Termitenschmätzer aber war genau da, wo er hingehört, auf einem Termitenbau.

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Die beiden Nimmersatte konnte ich kurz vor dem Sundowner an einem Damm aufnehmen.

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Mit dem Sundowner werde ich dann morgen den Aufenthalt auf der Lodge und auch den Reisebericht abschließen.
Bis dahin, schönen Tag:
Burschi
Teil 1713. Juni 2019
Zum letzten Mal "Guten Morgen" im Bericht:
Wir waren ja beim Sundowner Gamedrive auf Wabi am Waterberg. Da gab es noch einiges zu sehen:

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Da war zunächst einmal dieser schöne Blessbock. Er war nicht allein.

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Und noch ein schöner Bock! Nein, ich habe keinen "Bock geschossen" und ein falsches Bild hier eingefügt. Es ist eine männliche Lechwe-Antilope. Sie kommen normalerweise in den Überschwemmungsgebieten vor, aber auf Wabi kann man eine Herde davon, meist in unmittelbarer Nähe beim Wasserloch an der Lodge, sehen.
Und dann noch:

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Ja, richtig! eine kleine Herde Flusspferde in einem künstlich angelegten Damm, die am Ende des Gamedrives einige Ballen Futter bekommen und so in unmittelbarer Nähe der Touristen, die derweil ihren Sundowner schlürfen, ihr Abendessen einnehmen. Sie scheinen sich doch recht wohl hier zu fühlen, denn es gab vor kurzem sogar Nachwuchs.

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Und damit wäre wir am Ende des Gamedrives auch beim Nachdenken angelangt. Uns hat es in Wabi sehr gut gefallen, aber Blessböcke, Lechwe, dazu Schwarze Gnus und auch Hippos in der Trockensavanne am Waterberg? Und in der Nähe des Farmhauses noch eine kleine Herde von asiatischen Wasserbüffeln!? Eigentlich alles Tiere, die hier nicht hergehören. Aber warum das? Die Eigentümer von Wabi haben die Jagdfarm abgeschafft, andere schaffen wegen der Wilderei die Rindderfarm ab und machen eine Jagdfarm daraus. Wie will man im trockenen Namibia im Konkurrenzkampf zwischen den immer mehr werdenden Lodges überleben? Man muss etwas bieten, man müsste ein Alleinstellungsmerkmal haben! Und so wird eben auf den Game-Auktionen eingekauft, was vier Beine hat und was der Nachbar möglicherweise nicht vorzuweisen hat. Ich kann mich noch gut erinnern als vor vielen Jahren dieser "Wettbewerb" mit den Wasserböcken begann, die man mittlerweile auf fast jedem Gamedrive sehen kann. Auch auf der Auob Lodge in der Kalahari und natürlich auch auf Wabi. Der "Abschuss" für mich war im letzten Jahr in Südafrika, wo die halbe afrikanische Tierwelt an einem großen Wasserloch an einer Autobahnraststätte versammelt war. Ist eine Namibia-Reise heute ein Besuch in einem riesigen Safari-Zoo? In dem man die Big Five garantiert bekommt, weil man sie mit Sendern aufspüren kann. Sendehalsbänder in jeder Tiergruppe? Afrika versammelt auf 50.000 Hektar? (Erindi?) Wir könnten wahrscheinlch lange und trefflich darüber diskutieren, gleichwohl es gibt schlimmere Entwicklungen. Mit Oryx, Springbock, Gnu und Steppenzebra, selbst mit Giraffen, lässt sich heute eben kein zusätzlicher Toutist mehr anlocken. Aber ein Sundowner mit Weinglas in der Hand wenige Meter vor einem Hippo ist schon was Besonderes!
Doch dabei gibt es natürlich auch Probleme. Man weiß kaum, wie man den Wasserstand im Damm halten kann, sollte sich die Dürre noch weiter ausweiten. Und der putzige Nachwuchs macht auch Probleme, denn es ist ein männliches Jungtier und das wird der Chef im Ring irgendwann nicht mehr dulden. Und dann wohin, wenn weit und breit keine Pfütze da ist?
Trotz allem war es ein netter Abend mit zwei weiteren netten Paaren in einer kleinen Gruppe beim Sundowner auf Wabi.

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Der Rest ist schnell erzählt. Wir fuhren über Okahandja nach Windhoek zurück, übernachteten noch einmal im Vondelhof Guesthouse, besuchten noch einmal die Schule, in der wir mit Spendengeldern eine Küche gebaut haben, nahmen auch hier in einer kleinen Feier Abschied und verließen am Abend wiederum in einer nicht voll besetzten AN-Maschine Namibia.
Ja, ich gestehe! Ich habe sowohl bei der Fahrt zum Flughafen, als auch beim Blick aus dem Fenster im Flieger immer wieder heimlich über die Augen gewischt. Es war irgendwie unreal, dieses Land zum letzten Mal zu verlassen. Dieses Land, in dem ich so viele schöne Erlebnisse mit Tieren hatte, in dem ich so viele nette Leute kennen gelernt habe und echte Freunde gefunden habe, in einem Maße, wie ich sie hier in Deutschland verloren habe. Mir werden sie fehlen, die stillen Stunden am, Wasserloch in der Etoscha, die erhebenden Momente beim letzten Sonnenstrahl am Horizont, wenn man glaubt, es sei das Ende, doch man genau weiß, dass es am nächsten Morgen einen faszinierenden Tagesneubeginn geben wird. Und das in aller Stille, nur mit den Geräuschen der Natur.
Aber das ist eben auch die Romantik, die immer mehr verloren geht. Selbst in dem tollen Chalet der Teufelskrallenlodge hörte man in der Nacht das leise Dröhnen der Fernlaster, die auf der B1 in Kalkrand vorbeifuhren. Ganz wie bei mir zu Hause an der A9. 😈 Und die stillen und erhabenen Momente auf den Lodges? Man muss sie suchen. ich würde nie mehr eine Gondwana-Lodge aufsuchen, obwohl ich sie fast alle kenne und früher sooo begeistert war, als Manfred Goldbeck angefangen hat. Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch mit ihm auf der Kalahari Anib Lodge. Aber was ist daraus geworden? Massenunterkünfte, in denen mir die afrikanische Freundlichkeit vorgespielt wird wie in einem Theater. Und in den Städten? Hier beschleicht mich immer wieder ein Unwohlsein ob der gestiegenen Kriminalität. Hat mich doch eine nette Schwarze in der Independence Avenue darauf aufmerksam gemacht, dass man meinen Geldbeutel in der hinteren Hosentasche sieht! Danke! Nett! Aber ich konnte sie beruhigen, er ist mit einer Kette am Gürtel befestigt! Tachendiebstahl, Autoaufbrüche, Lodgeeinbrüche, Wohnungsaufbrüche usw. Ich erinnere mich noch sehr gut, als bei meinem ersten Namibia-Aufenthalt ein Farmer sagte: "Das Auto brauchst du nicht abzusperren, das klaut dir niemand!" Heute muss ich beim elektronischen Verschließen prüfen, ob kein Störsender das Verriegeln verhindert hat! Ja, damals! Damals hatte auch noch nicht jeder Arbeitslose ein Smartphone! jenes Ding, das unwiederbringlich ständig Geld vernichtet, das sich die meisten nur mit Kriminalität wieder besorgen können.
Ja, Namibia ist anders geworden, aber nicht nur Namibia, sondern eben die ganze Welt. Doch auch schon meine Großeltern sagten: "Das ist nicht mehr unsere Welt!". Es scheint ein Wesenszug des Menschen zu sein, sich im Alter der Nostalgie zuzuwenden.
Ich habe inden vielen Jahren in Namibia vom Kunene bis zum Oranje fast alles gesehen und vieles Schöne erlebt. Bei ca. 80.000 km in Namibia hatte ich nur einen einzigen Platten! Ich habe Namibia genossen und es hat mir die Augen für eine faszinierende ursprüngliche Natur geöffnet. Dafür bin ich unendlich dankbar, doch nun will ich weg. Vielleicht habe ich noch die Chance manch anderes Schöne woanders noch zu erleben. Es ist kein Abschied von Afrika, nur von Namibia (und vielleicht Südafrika?) aber nicht von Afrika! Die nächste Reise nach Ostafrika ist schon gebucht. Da gibt es noch Tiere, die ich noch sehen möchte.
Und was ist mit meinen Freunden in Namibia? Abschied für immer? Eine allerletzte Option bleibt offen: Wenn meine Enkelinnen beim Anschauen der Fotobücher mich fragen: "Opa, kannst du uns das mal in Natur zeigen?" Ihr werdet es nicht erfahren, denn das war mein endgültig letzter Reisebereicht aus Namibia (nicht Afrika!).
Viele liebe Grüße:
Burschi

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