Sind die noch zu retten ?????

98 Antworten · 32,6k Aufrufe · gestartet 22. Okt. 2017 von bayern schorsch
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1'042 Beiträge · seit 201613. Juli 2018 · #61
Hallo Nadine,
Nadine3112 schrieb:
Für unser Datum ist laut dem Kalender auch in Halali nichts mehr frei und Camping ist nicht unsere Welt ...
wenn wirklich gar nichts mehr frei ist, dann hilft unter Umständen nur die Nachfrage beim NWR direkt per E-Mail. Da man ja noch viel zeit hat, kann das dann durchaus 4-5 mal hin und her gehen, bis man zum gewünschten Datum auch unterkommt.
Nadine3112 schrieb:
Von welcher Seite ist dein Screenshot eigentlich?
Das ist die offizielle Buchungsseite des NWR! Hier entlang!
Nadine3112 schrieb:
Bisher laufen meine Anfragen über Cardboard Box und etoshanationalpark.org (ist ja auch ein Reiseveranstalter).
Die Reiseveranstalter fragen dann beim NWR nach und dann bekommst Du Bescheid. Einen Vorteil hast Du dadurch aber kaum, außer dass Du nicht selber nachfragen musst.
Nadine3112 schrieb:
Bei NWR direkt habe ich nicht angefragt, weil ich von vielen Leuten gehört habe, dass das recht chaotisch und unzuverlässig läuft.
Chaotisch, wenn die Buchungsseite (mal wieder) down ist. Unzuverlässig eigentlich überhaupt nicht, bei uns hat das bisher immer geklappt (auf Holz klopf). Am Besten ist die Offizielle Buchungsseite, wenn man dort einmal angemeldet ist und beim Buchen dann direkt bezahlt (Vorsicht Verified by Visa, Passwort!). Das dauert dann gar nicht lange und man hat ganz schnell die Buchungsnummer und damit die Unterkunft fix reserviert.
Nadine3112 schrieb:
Bei Buchungen über deutsche Reiseveranstalter hat man häufig das Problem, dass man nicht kostenlos stornieren kann.
Man hat noch mehr Probleme damit… aber lassen wir das. Vor allem die verbindlichen Anfragen die sich dann über ein bis zwei Tage hinweg ziehen und die man dann am dritten Tag wieder storniert, weil sich niemand meldet nerven erheblich.
Nadine3112 schrieb:
Wir können unseren Urlaub für Oktober 2019 nämlich erst im Januar 2019 einreichen und vorher auch keine Flüge buchen.
Je nach Unterkunft sind die Stornokosten aber in Namibia einzeln zu erfragen. Beim NWR kann man glaube ich auch nicht kostenlos stornieren, 20 % sind es soviel ich weiß…
Flüge buchen ist glaube ich auch das kleinste Problem und vor November 2019 könntet ihr die vermutlich sowieso noch nicht buchen… 😉

Gruß Markus
460 Beiträge · seit 201813. Juli 2018 · #62
Danke dir, Markus! Dann schau ich mal, ob ich direkt bei NWR weiterkomme. Ich habe in verschiedenen Foren Aussagen von Leuten gelesen, dass bei NWR direkt die Unterkünfte häufig nicht mehr verfügbar sind und über Vermittler sind die Wunschcamps dann plötzlich verfügbar. Daher dachte ich, kann ich mir NWR direkt sparen.

Richtig, Flüge kann man jetzt noch gar nicht buchen, aber ich denke und hoffe, dass die das geringste Problem sind.
Reisebericht "In Lodges auf Selbstfahrerreise in Tansania" Reisebericht "Zwei Warmduscher auf Camping-Reise in Botswana"
33,1k Beiträge · seit 200613. Juli 2018 · #63
verfügbar sind und über Vermittler sind die Wunschcamps dann plötzlich verfügbar.
über Reiseveranstalter wie Dertour, Meiers etc., Ja. Denn die haben eigene Kontingente. Eine normale Buchungsagentur macht aber nichts anderes als für Dich anfragen - ohne eigene Kontingente.

Viele Grüße
Christian
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352 Beiträge · seit 201613. Juli 2018 · #64
travelNAMIBIA schrieb:OFF TOPIC (denn eigentlich haben wir dazu einen anderen Thread)
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Hi Ticktack,
Finde es schade das immer mehr Luxus Lodges aus dem Boden sprießen, anstatt das auf bodenständigen, bezahlbaren Tourismus gesetzt wird. Denke so bekommt man seinen Tourismus auch kaputt.
bodenständiger, bezahlbarer Tourismus bedeutet leider in vielen Fällen den Übergang zu Massentourismus. Und das macht eben vieles kaputt und einige Länder können aufgrund der Infrastruktur, Natur etc einen solchen Massentourismus nicht verkraften. Da halte ich persönlich für Destinationen wie Namibia, Botswana etc weniger (Touristen) für mehr (Freiheit, Natur etc). Es gibt ja gute Beispiele wo "teuer" sehr gut klappt, ob nun Mauritius, Seychellen, Botswana... Wobei ich Namibia - noch - keineswegs (anders als Botswana) für eine Hochpreisdestination halte. Dafür gibt es viele preiswerte Möglichkeiten zu reisen: Günstiger Pkw gepaart mit B&B und Gästefarmen oder Self-Catering oder gar Camping.

Viele Grüße
Christian
Hi Christian,
also ich kenne NAM noch ganz anders. Gerade war das alte Canyon Roadhouse fertig gestellt, als Alternative zum Hobas Camp. 2 sehr nette Personen ( die jetzt einiges bei Gondwana wuppen ) haben das geleitet. Draußen am Tor war ein Mikrolight mit nem Strick festgemacht und der Pilot saß an der Bar und trank kaltes Bier. Gondwana gab es zu der Zeit noch gar nicht und auch keine Luxuslodges außer vielleicht Mokuti. Swakop war etwa halb so groß oder kleiner. In Etosha mußte man wirklich nichts vorbuchen, alles war einfach aber hat funktioniert und das Restaurant war a la Carte.
Die Nachbarn hier in Deutschland hielten Afrika für gefährlich und uns für Verantwortungslos, da wir mit Baby dort unterwegs waren. Jetzt fahren sie selber hin und Malaria, Schlangen und Skorpione sind plötzlich kein Problem mehr 😄 .
Ich find es nach wie vor Schade das jetzt in den schönsten und fahrerisch anspruchsvollen Gegenden plötzlich Fly In Lodges aus dem Boden gestampft werden.
Ich hatte mal bei einem Buschmannprojekt in der Omaheke Region mitgemacht und Freunde aus Windhoek wollten uns dort mal besuchen. Navis gab es ganz selten, Straßen dort eigentlich nicht höchstens ein paar Fahrspuren.
Also an einem Busch an der Hauptpad ein rotes Tuch festgemacht und dort mußten sie dann 2 Stunden eine Tiefsandfahrspur langfahren bis zu einem Wassertank. Dort dann rechts am Zaun lang bis zu einem Buschmanncamp und dann eine Düne hoch. Sie haben das easy gefunden....
Aber wie schon oft geschrieben, die Zeiten ändern sich und es gibt Lodges wie Sand am Meer. Alles wird akribisch bis ins Detail geplant, und Etosha ist fast immer ausgebucht.
Ich habe in NAM noch meine Secret Places, wo es günstig ist und einsam. Ab und an kommt mal das Wildlife vorbei in Gestalt von Schlangen, Antilopen, Leoparden, Elefanten, etc......und zack ist die Welt in Ordnung.
Ansonsten bin ich mittlerweile gerne in SA. Bin da halt interessiert an Land und Leuten und freue mich immer über Tips von Einheimischen , denn es gibt dort auch reichlich Ecken abseits der Touristenströme .
zuletzt bearbeitet 13. Juli 2018
Gast14. Juli 2018 · #65
Ist das staatlich reglementiert, dass hier auf hochpreisig gemacht wird?
Hallo TinuHH/Martin, mW. nicht regelrecht reglementiert aber gelebte Politik und Praxis. Ich habe nicht die Insiderkenntnisse von TravelNamibia/Christian, aber für einen Zeitungsleser stellt sich der modus operandi folgendermaßen dar, mit Fokus auf den Wert des Hochpreistourismus für die lokale Bevölkerung. Seit Jahren wird die einheimische Bevölkerung aus allen Gebieten mit hohem touristischen Entwicklungspotenzial (ohne Kompensation versteht sich), hinaus schikaniert oder vertrieben um für Hochpreistourismus Platz zu schaffen. Aber cui bono? Aktuell läuft das wieder verstärkt in den seit dem Jagdverbot aufgelassenen oder schon bestehenden CBT Konzessionen. In der Zentralkalahari ist das mit den Basarwa/San schon vollzogen aber die Batawana in und um das Delta wehren sich gerade wieder ein Mal. Die Regierung, eigentlich der kleine Khama und seine Profiteure, wollen aktuell, dass Stammesland an Richard Branson für eine Luxuslodge vergeben wird. So wollen also die Batawana (wieder ein Mal) vor Gericht klären, dass Moremi dem Stamm gehört und nicht dem Staat. Der Ausgangslage ist eigentlich eindeutig trotzdem scheint der Prozessausgang gewiss.
Über den Nutzen des Hochpreistourismus im Deltastyle für die Bevölkerung wurde schon viel geschrieben. Laut Zeitungsartikeln in der BW-Presse gehen mindestens 2/3 des Erlöses ins Ausland. Ein großer Batzen bleibt dort wo gebucht wird und wenn die Betreiber selber noch Buchungsagenturen unter anderem Namen betreiben, bleibt schon was hängen und das alles im Ausland. Im Land bleibt ein gestaltbarer operativer Erlös, wobei auch ein Pensionsfonds in der Karibik zu den Gestaltungsmöglichkeiten zählt. Hoffentlich wissen das Maid, Guide und Kellner vor Ort. Laut nationaler Armutstatistik gehören Ngamiland West, Ost und Delta jedenfalls zu den ärmsten Regionen Botswanas.

@ Christian und andere Insider, es gibt ja hier auch Lodgeteilhaber
Immer wieder hört man, dass das wegen der „horrenden“ Konzessionspreise so teuer sein muss. Ich habe noch nie einen Betrag recherchieren können. Könnte jemand eine übliche Größenordnungen nennen? Mich interessiert das sehr.
Grüße, Werner
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2018
1'523 Beiträge · seit 201114. Juli 2018 · #66
Guten Tag Werner,

also..........wenn die Gebühr wie bei der Shipwrecklodge ( nur als Beispiel ) bei 8 % wirklich stimmt. dann

wäre das m. E. gut tragbar......aber ob die Zahlen stimmen......das würde das Preisgefüge aber immer

noch nicht rechtfertigen.......

lg......BMW
898 Beiträge · seit 201614. Juli 2018 · #67
Hallo TinuHH/Martin, mW. nicht regelrecht reglementiert aber gelebte Politik und Praxis.
Hallo Werner, danke für Deine Ausführungen!
Ich hatte mich nur grundsätzlich gewundert. In Namibia hat man den breiten Blumenstrauß, von einfachen Lodges oder Gästefarmen, bis hin zu hohem Komfort und straffen Preisen.
Als ich begann, mich mit der potentiellen Alternative "Botswana" auseinander zu setzen, fiel mir der Unterschied auf. Da wir nicht zelten, fällt dieses Land offensichtlich komplett für uns aus, das können wir nicht drei Wochen durchhalten.
Und da habe ich mich eben gefragt, wie es zu diesem Unterschied zwischen den beiden Nachbarländern kommen kann. Irgendetwas oder irgendjemand muss das doch beeinflussen, oder? Am "Wettbewerb" kann das ja nicht alleine liegen.

HG
Martin
Im Land der grünen Wiesen! - Namibia 2018 Wir sehen uns am Boteti! - Namibia/Botswana 2021 Botswana 2025 - Erholungsurlaub mit der Familie
33,1k Beiträge · seit 200614. Juli 2018 · #68
Hi Werner,
Immer wieder hört man, dass das wegen der „horrenden“ Konzessionspreise so teuer sein muss.
mir sagte der Manager der !Xaus Lodge im KTP vor Jahren mal, dass sie 500.000 Rand im Monat an die "Community" zahlen müssen. Dafür sei diese aber für grundsätzliche Instandhaltung zuständig (was sie aber nicht machen - darum ist die Lodge auch so "verfallen" - denn sie nutzen das Geld lieber anders ;-)). Im Moremi etc dürfte es um ein vielfaches höher liegen.
Häufig, zumindest kenne ich das Konzept aus einigen Konzessionsgebieten in Namibia, gibt es eine feste Pacht und dann einen Prozentanteil am Umsatz (nicht Gewinn!).

Hi Martin,
Irgendetwas oder irgendjemand muss das doch beeinflussen, oder?
ich denke es ist das Henne-Ei-Problem. Waren zuerst die hohen Preise da und haben sich ihr Klientel (v.a. US-Amerikaner, Briten) gesucht oder umgekehrt. Exklusiv wird z.B. Moremi schon dadurch, dass viele Gebiete nur per Fly-In erreichbar sind. Das setzt schon ein wissen Grundpreisniveau fest (wie z.B. auch auf den Malediven).

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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zuletzt bearbeitet 14. Juli 2018
16,9k Beiträge · seit 201215. Juli 2018 · #70
GinaChris schrieb:Hallo,

ein Deal ist grad über die Bühne gegangen
> https://economist.com.na/36742/tourism/wilderness-sells-major-stake-to-american-private-equity-investor-new-vision-to-grow-the-group-across-africa/
Wer wissen möchte welche "guten Bekannten" hinter dem Käufer "The Rise Fund" stecken,
scrollt hier > http://therisefund.com/
runter zum Founders Board.
Gruß Gina
Ach, guck an, das Klassentreffen der Gutmenschen schlechthin. 🤢

Ich vermisse den heiligen Bob (Geldof) bei der kleinen Kanasterrunde....

LG
Logi
Gast17. Juli 2018 · #71
Mit Verspätung, danke für die Antworten auf meine Frage……der übliche Pachtzins bleibt aber, zumindest für mich, ein gut gehütetes Geheimnis, ebenso wie viel davon an die vor Ort ansässige Bevölkerung und wie viel an den Staat geht oder dazwischen an fat cats in Stamm und Verwaltung. Das ist mE schwer zu durchschauen. Mein Eindruck ist, dass in BW diesbez. weniger klare Regeln herrschen, als das hier über Namibia nachzulesen ist. Vor allem die durch das Jagdverbot geänderte Situation erscheint mir dubios. CBTs um das Delta hatten aus den Jagdkonzessionen ein substanzielles Einkommen plus Fleischversorgung. Das war dann 2014 kompensationslos aus, zusätzlich entzog/verweigerte die Regierung Tourismuskonzessionen. Sie will, dass touristisch verwertbares Stammesland in die staatlich kontrollierte Tourism Land Bank eingebracht wird, die dann die Konzessionen vergibt. Das ganze wird (wohl grundsätzlich zu Recht) mit Rechtsicherheit für Investoren und Qualitätsstandards begründet. In der Praxis schaut es aber stark nach kalter kompensationsloser Enteignung aus, deswegen wehren sich einige Kommunen. Unter dem neuen Präsidenten könnte das alles aber noch spannend werden…..bis zu einer Neubewertung des Jagdverbotes. Letzteres aber nicht nur wegen der finanzieller Vorteile.
Bei vielleicht 70 bis 80, überwiegend höchstpreisigen, Lodges und 100.000 Jahresbesuchern im Delta und vielleicht doppelt so viel im Chobe….bei steigender Tendenz… habe ich persönlich auch Zweifel, ob Hochpreistourismus wirklich ein Garant gegen Massentourismus und Übernutzung ist. Es ist aber sicher Ansichtssache, was man als Massentourismus ansieht. Die Lodgetarife selber sind mir egal, das ist ein Luxusproblem reicher Leute, wobei ich aber gerne anerkenne, dass es schon schmerzt herauszufinden, dass andere noch reicher sind als man selber. Mich interessieren die „exorbitanten“ Konzessionsgebühren und wer diese erhält, darüber habe ich noch nichts dazugelernt, das ein Gesamtbild ergibt (Danke BMW und Christian für die situationsbezogene Info)…..kommt noch was?
Grüße, Werner
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2018
33,1k Beiträge · seit 200617. Juli 2018 · #72
Hallo Werner,
kommt noch was?
eigentlich nicht, denn wir befinden uns nicht in der US-amerikanischen Vorkaugesellschaft... im normalen Leben muss man auch selber mal etwas recherchieren.
Mich interessieren die „exorbitanten“ Konzessionsgebühren und wer diese erhält, darüber habe ich noch nichts dazugelernt,
Der Staat, in Namibia, bekommt davon je nach Konstellation etwas. Die Ausschreibungen für Konzessionen (Lodge, Campsite, Touren) in Kommunalgebieten kommt von eben solchen Conservancies. Da sind 75% für COnservancy und 25% für den Staat scheinbar üblich (http://www.nacso.org.na/tourism-concessions). Anders sieht es bei staatlichen Konzessionsgebieten aus, z.B. im Skelettküstenationalpark. Und da kannst Du Dir ja mal die Preisstruktur von Skeleton Coast Fly-In Safaris, dem Konzessionsinhaber, anschauen. Das ist exklusiv, aber nicht so exklusiv, dass man diese Preise aufrufen müsste. Hintergrund sind vor allem auch Konzessionsgebühren, die die Preise in die Höhe schnellen lassen. Ein Großteil des Geldes fließt übrigens zum Großteil in verschiedene Fonds des MET, darunter für Nashornschutz etc.
Noch ein Beispiel: Eine kleine Trophäenjagdkonzession im Bwabwata-Nationalpark kostet gerne 4+ Millionen Namibia Dollar im Jahr.

Folgende zwei Nachschlagewerke dürften Dich interessieren:
- René van der Duim, Machiel Lamers, Jakomijn van Wijk (Hrsg.): "Institutional Arrangements for Conservation, Development and Tourism in Eastern and Southern Africa" 2015, ISBN 978-94-017-9528-9.
- www.www.nacso.org.na
100.000 Jahresbesuchern im Delta und vielleicht doppelt so viel im Chobe
Die Zahlen dürften deutlich, sehr deutlich darunter liegen. Moremi hatte 2006 (ok, schon etwas her...) 37.381 Besucher, davon etwa 50 % Luxuslodgereisende (http://www.the-eis.com/data/literature/Status%20of%20Tourism%20Development%20in%20the%20Okavango%20Delta_Botswana.pdf). Es besuchten 2015 ja insgesamt nur knapp 260.000 Menschen für Urlaubszwecke Botswana. (http://www.statsbots.org.bw/sites/default/files/publications/Tourism%20Statistics%20Annual%20Report%202015.pdf)

Beste Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 17. Juli 2018
1'287 Beiträge · seit 200618. Juli 2018 · #73
Debattenbeitrag 1: Konzessionen

Sehr geehrter Werner,
hier ein wenig Hintergrundinformationen, welche Rahmenbedingungen bei der Vergabe von Konzessionen zu beachten sind und ein Beispiel zur prozentualen Verteilung aus dem Tourism Development Plan für
Bwabwata, Mudumu & Mamili National Parks aus einem Vorschlag von April 2009:

📎 !BMMParksTourismDevelopmentPlan-Final.pdf


Insbesondere Seite 29+30:
"3.3 Benefit sharing with communities
For concessions ear-marked for direct award to neighbouring or resident communities, or where communities need to be a major beneficiary as outlined in section 3.2, it is recommended:
-Park entry fees should accrue to MET entirely (as part-compensation for MET’s role as park manager);
-For high value concessions that are developed and / or operated inside parks under third party subcontracts (e.g. lodges and trophy hunting), 50% of concession revenue generated should be paid to MET and 50% to the relevant community(s) (although there may be instances where MET receives 100% of such revenue – see section 3.2 above);
-For low value concessions (e.g. campsites or activities) MET could require payment of an annual fixed fee commensurate with its level of input and management needed for that concession. With prior arrangement MET could consider in-kind payments in lieu of annual fees.

Man sieht selbst in diesen Plänen, dass es um Umsatzbeteiligung und nicht Gewinnbeteiligung der Communities vor Ort geht.
Also eine Kennziffer, die für einen Unternehmer praktisch keinerlei Relevanz hat und eher Begehrlichkeiten weckt, als ein Realismus für erzielbare Renditen.

Aktuell - diese und nächste Woche - sind gerade 4 Ausschreibungen für Konzessionen am Laufen. ( Mudumu, Kwando North, White Sands, Kuiseb Delta ).
Ausschreibungsbeispiele hier für
White Sands
📎 Tendernotice-WhiteSands.pdf

und Kwando North
📎 Tendernotice-KwandoNorthComplex2018.pdf


Man kann dort Vorschläge einreichen für 25-Jahre-Konzessionen, muss sich vorher aber die " Request for Proposal (RFP) document(e)" zusenden lassen.

Diese und ähnliche Ausschreibungen zu genau diesen Konzessionen laufen bereits seit Jahren immer wieder. White Sands wurde schon 5 x ausgeschrieben, Kwando North schon mindestens 2 x und man wundert sich, warum nie so richtig was draus geworden ist.
Das heisst, man plant und plant und es kommt doch keine Unternehmerische Lichtgestalt, der sich so eine Conservancy ans Bein bindet.

So eine Ausschreibung ist immer ein Wunschkonzert der Conservancys, wie man schnell reich werden kann. Unternehmen mögen nicht, wenn Amateure ihnen hereinpfuschen, am Kwando macht ein Teil der Personalplanung der hochkorrupte Chief Erwin Mbambo, der manch eine Verwandte als Rezeptioniston oder Koch unterbringen muss, die Conservancys tendieren dazu trotz Verträge immer neue Forderungen zu stellen oder Abmachungen nicht einzuhalten.
Richtig gut funktioniert im Caprivi nur die Mafwe Conservancy mit starken Indunas und einem relativ unabhängigen (SWAPO) - Häuptling Josef Dembwe III.
Die Boomregion Namibia hat die letzten Jahre kaum ausländische Direktinvestitionen anziehen können, da durch schwarze Unternehmerbeteiligungen ( NEEF ), Analpabetenbeteiligungen ( Conservancys ), kaum Arbeitsgenehmigungen für Touristische Fach und Aufbaukräfte durch das MET verbrannte Erde hinterlassen wurde. Der Boom konnte nicht bedient werden.

Die Angolanischen Lodge- und Hotelaufkäufer in Namibia wurden durch Chinesische Investoren ersetzt, die tatsächlich privates Geld ins Land bringen, aber nur in Städten.

Bei den NamibNaukluftpark Konzessionen ( Conception Bay / Spencer Bay 4 Tage / 3 Nächte ) ist der Konzessionsgebührenanteil 2.500 N$ pro Person pro Tour bei mindestens 12 Personen. Das halte ich für einen locker einpreisbaren Wert.

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
zuletzt bearbeitet 18. Juli 2018
349 Beiträge · seit 201318. Juli 2018 · #74
Debattenbeitrag 2 noch zu retten? Unterkünfte

In 2017 scheint bei einer Verdreifachung der Flugkapazitäten in der Hauptsaison Juli-Oktober der Namiba - Tourismus nur um 6 % gestiegen zu sein. ( Zahl ist noch nicht offiziell, wird nur von offizieller Stelle gemunkelt. Die Zahlen müssen noch fein gemahlen werden, wir haben noch keine Nationalitätenaufstellung und können auch noch nicht sagen, wie weit der einheimische Namibiatourismus / Tourismus aus Angola dabei abgesunken ist. Normalerweise kommen die konkreten Zahlen für eine genauere Auswertung und Bewertung im Dezember des Folgejahres ).
Zu Recht sehr peinlich und für einen Beschäftigungsaspekt - 7 Touristen schaffen einen Dauerarbeitsplatz - im Rezessionsgeplagten Namibia extrem entäuschend.
Für 2018 ist ein Absinken der Tourismuszahlen im ersten Halbjahr im Vergleich zum guten ersten Halbjahr 2017 bereits deutlich dokumentiert.

Preiserhöhungen
Seit Mai 2016 wussten wir ( Bwana Tucke-Tucke ) , dass sich die Flugkapazitäten für die Hauptsaison Juli-Oktober 2017 verdreifachen werden. Wir haben seinerzeit die Unterkünfte angebettelt, mehr Zimmer zur Verfügung zu stellen. Außerhalb von Windhoek und Swakopmund hat einzig Omandumba im Erongo dieses Flehen erhört und 12 neue Luxuszelte hingestellt. Es gab ein paar Besitzerwechsel von Lodges ohne Kapazitätenerhöhung, 2 Lodges sind abgebrannt. Also netto weniger Unterkünfte.

Die Preiserhöhung von 2016 auf 2017 war mit ca. 7,5 % etwas über dem Inflationsausgleich. Mit anderen Worten: Die namibischen Beherbergungsbetriebe haben es verpennt, Gelder für Investitionen einzunehmen, damit sie uns in 3-4 Jahren für die Hauptsaison eine ausreichende Bettenzahl zur Verfügung stellen können.

Von 2017 auf 2018 war die durchschnittliche Erhöhung um die 10%. Mit den gleichen Worten: Die namibischen Beherbergungsbetriebe haben es wieder verpennt, Gelder für Investitionen einzunehmen.

Von 2018 auf 2019 sind die Erhöhungen ziemlich durchwachsen, von 30 % über gar keine Erhöhung bis zu den üblichen standardmäßigen jährlichen 10%. Christian hat seine private, nicht repräsentative Liste ja vor kurzem hier veröffentlicht und kommt auf durchschnittlich 8% Erhöhung. Das ist eine Zahl, die wir bei unseren hauptsächlich genutzten Leistungsträgern im Durchschnitt auch verzeichnen. Das heisst: schon im Dritten Jahr hintereinander nicht aus dem Dornröschenschlaf erwacht.

Und das heisst, an der Unterkunftsituation Verfügbarkeit wird sich für die Hauptsaison 2019 auch nicht viel ändern.

Nachbemerkung hierzu: Die oben aufgezeigten Erhöhungen sind auf den reinen Unterkunftpreis. Viele besser versteckbare Erhöhungen sind bei den Aktivitäten auf den Lodges / Farmen und bei den Mahlzeiten. Es gibt 2019 nur noch wenige Abendessen unter 300 N$. So satt kann man eigentlich nicht werden, wenn man ein Kudu gegessen hat, was umsonst auf der Farm geerntet wurde. Es muß die Tomate aus Kapstadt sein. Verdammte Vegetarier.

Blockbuchungen
Ein weiterer Aspekt zur Verschärfung der Lage sind die Blockbuchungen.
Kataloganbieter und Großhändler kaufen bei willigen Verkäufern Bettenkapazitäten ein und versuchen sie, manchmal auch teurer, zu verkaufen. Viele Reiseveranstalter wollen zubuchbare Standardtouren verkaufen und blockieren bei guter Verhandlung der Verträge stornokostenfrei komplett zusammengestellte Touren. Sie können dadurch auch verzugslos auf eine Buchung dieser Standardtouren mit Bestätigung reagieren. Abänderungen oder Individualisierungen sind dann immer nur mit großem Aufwand zu bewerkstelligen.

Beispiel NWR: Da man dort weiß, dass man kein wirklich gutes Buchungssystem hat, bzw nicht die richtigen Bediener- dort herrscht eine irre Personal - Fluktuation. - werden erst mal ca. 70 % der kompletten Kapazitäten an Großhändler weitergegeben. Dann muß man sich damit nicht beschäftigen. Die 30 % Reste werden dann online oder bei Direktbuchung zu Konditionen mit "normalen" Stornobedingungen vergeben. Machen also erst einmal eigene Arbeit. Wenn dann Zahltag für die Kataloganbieter war - 8-6 Wochen vor dem Datum - können bei vielen Großhändlern die nicht verkauften Kapazitäten "schmerzfrei" an NWR zurückgegeben werden. Das NWR Buchungspersonal braucht dann 2-3 Wochen, um die Daten wieder als "verfügbar" ins System einzupflegen.
Das heisst: 3 Wochen vor seinem Wunschdatum ergibt es Sinn, noch einmal eine Verfügbarkeit anzufragen / anfragen zu lassen.

Etosha hat nur 540 Betten und immerhin 132 Campingstellplätze. ( Botswana 68 in den nördlichen Nationalparks )
Sossusvlei Dune Lodge hat 48 Betten und Sesriem 20 Campingstellplätze.
Und die ganze Welt will die buchen.

Fast alle Kataloganbieter in Europa sind ausschließlich Großhändler, die eingekaufte Produkte eines der nur ca. 20 Safariproduzenten in Namibia anbieten. Daher die oftmals gleichgelutschten Touren in den unterschiedlichsten Katalogen. Die Touren von Pack Safari Namibia sind in ca. 30 europäischen Katalogen zu finden, Die gleichen Sense of Africa Touren in sicher 60 verschiedenen Katalogen.
Dadurch steigt natürlich die Einkaufsmacht dieser wenigen Agenturen. Und die Individualreiseveranstalter und Selberbucher fallen hinten runter, wenn es um die kostbaren Plätze geht.
Der Aufwand in ca. 20 Katalogen nach verfügbaren Kontingenten zu fahnden ist extrem hoch für die beliebtesten / bekanntesten / gehyptesten Unterkünfte. Dann sind dann aber auch immer nur die 20 Gleichen.

Von den Agenturen hier vor Ort gibt es eine gute Zusammenarbeit mit Terra Nova / ATC (TUI), wenn es um Kontingente geht. Sense of Africa (DER-Tour) ist da ein Totalausfall. Hier bekämpfen sich schon intern die Individualreisesparte und die Gruppenreisesparte und gönnen sich die jeweilige Kontingente nicht.

Dadurch, dass Namibia praktisch weggeblockt ist, konnten sich auch kaum neue Reiseveranstalter in 2017 und 2018 etablieren, die Namibia neu ins Programm genommen haben. Der asiatische Markt ist noch sehr neu, belegt aber überwiegend die Grossbuslodges in Namibia. Die Zahlen haben sich durch bessere Fluganbindungen und mehr Incomingagenturen deutlich erhöht.

Saisonalität
2017 war insoweit das bisher beste Tourismusjahr in Namibia, als dass es ein ganzjähriges "Grundrauschen" gab. Das heißt, fast jeder Monat hatte einen leichten Besucherrekord zu verzeichnen. Insbesondere die Nebensaison Januar-März wurde sensationell gebucht. (Berge und Meer, Aldi, Tschibo, aber auch Individualreisende )
Ein Namibia-Grundproblem ist, dass Tourismus in nennenswerter Zahl nur zu Ostern und Juli-Mitte November stattfindet. Für 5 Monate Saison überlegt sich ein Autoverleiher in ein Fahrzeug mit einer monatlichen Bankbelastung für ein ganzes Jahr zu investieren. Eine Lodge überlegt es sich, ob es Kapazitäten für eine Jahresauslastung von 35 % mit vielen Betten oder eine Kapazitäten für eine Jahresauslastung von 85 % mit wenigen Betten aufbaut.
Und die Jahreskosten fließen ja in den Übernachtungspreis ein, damit sich das ganza Jahr rechnet.

Da wir in Namibia nicht genügende Safariproduzenten für Nischenmärkte und damit für saisonverlängernde Maßnahmen haben, wird die Nebensaison trotz Rabatten bei Fahrzeugen, Unterkünften und Flügen kaum bedient. Es gibt kaum Produkte wie Photographensafaris, Ethnologischer Tourismus, Rollstuhlfahrer, Kitesurfen, Mountainbiking... welche man für die Nebensaison für eine bessere Ganzjahresauslastung anbieten kann.

Booking.com / Hyperventilierer
Selbst Booking.com und Tripadvisor halten mittlerweile Namibia- Unterkunftkontingente und bieten sie zumeist stornokostenfrei ständig umbuchbar an. Unabhängig davon, dass man sich jetzt blitzschnell saudoofe, gruselige, gefährliche und oftmals auch gottseidank unfahrbare Touren zusammenstellen kann - Beispiele gibt es ja hier in diesem Forum und noch verstärkter in Facebookforen seit 2 Jahren genug - halten Hyperventilierende Benutzer für eine Reise mit 12 Übernachtungsplätzen zeitweise 40 Unterkünfte geblockt. Blockieren kostet ja nichts. Damit sind diese Unterkünfte für andere Interessierte über lange Zeiten nicht buchbar. Es ist eine Mischpoke aus jugendlicher Ahnungslosigkeit, strunzdummen Egoismus und unglaublicher Entscheidungsunfähigkeit. Mit dieser Generation werden wir leben müssen.

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
http://www.bwana.de http://www.facebook.com/Namibia.Reisen http://www.paulgraetz.de
663 Beiträge · seit 201618. Juli 2018 · #75
Guten Morgen Carsten,

Ganz herzlichen Dank für Deine beiden offenen "Hintergrundschilderungen". 😁

Wenn man als Individualreisender auch nicht viel bis nichts ändern kann doch gut zu wissen.

Danke & Gruss
Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021 Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017 Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
4'984 Beiträge · seit 201618. Juli 2018 · #76
@loser/Werner

Hier eine Studie aus 2012 am Bsp CH/2 Chobe Enclave, Botswana Nord
Gruß Gina


📎 TheCobeEnclave.pdf
Gast18. Juli 2018 · #77
Christian schrieb :eigentlich nicht, denn wir befinden uns nicht in der US-amerikanischen Vorkaugesellschaft... im normalen Leben muss man auch selber mal etwas recherchieren.

Guten Morgen Christian, ich melde mich in ein paar Tagen wieder, jetzt nur kurz vorweg.
Ich habe mir meine Zuschrift nochmals durchgelesen und erkenne, dass das auch so aufgenommen werden könnte wie du reagiert hast….was ich bedauere, weil viele der für mich interessanten Informationen von dir kommen.
Als sorry und Grüße.
PS: meine Zuschrift und Frage @ Pachtzins bezog sich ausschließlich auf Botswana bzw. war ein Beitrag zur Frage von TinuHH
Und Danke an Herrn Carsten Möhle und ChinaChris
zuletzt bearbeitet 18. Juli 2018
Gast20. Juli 2018 · #78
travelNAMIBIA schrieb:Hallo Werner, 100.000 Jahresbesuchern im Delta und vielleicht doppelt so viel im Chobe. Die Zahlen dürften deutlich, sehr deutlich darunter liegen.
@ Besucherzahlen im Delta und Chobe
Im National Geographic Nov.2017 werden „some 100.000 tourists a year in safari lodges and camps in the delta area“ angegeben, siehe https://www.nationalgeographic.com/magazine/2017/11/africa-expedition-conservation-okavango-delta-cuito/
Diese Zahlen sind mE auch stimmig mit den ca. 70 bis 80 lodges, auch bei Annahme einer mäßigen Auslastung und kurzen Saison. Vor Jahren habe ich mir folgende BESUCHER-Statistik archiviert, weil sie Besucherzahlen für die Regionen angibt, was in späteren offiziellen Statistiken nicht mehr der Fall war….und in den 11 Jahren seither wird sich wohl nichts grundsätzliches verändert haben.

Visitors at Parks and Reserves, Grand Total: 284,501
Northern Parks and Reserves: Total 269.302
Private Visitors: 54.002
Mobile Tour Operator Clients: 85.699
Fixed Camps/Lodges Clients: 103.408
Non Fee Paying Visitors: 26.193
Southern Parks and Reserves: Total 15.199
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📎 BOTS-TOURISMSTATISTICS2006-2009_1.pdf

Deutlich ist auch, dass der BW-Tourismus hauptsächlich „organisiert“ ist und „Selbstfahrer-Tourismus“ per Camping den deutlich kleineren Teil ausmacht, was angesichts der nur ein paar hundert Stellplätze im ganzen Land nicht weiter verwunderlich ist. Mit meiner eingangs geschriebenen Schätzung lag ich mE nicht „deutlich“ daneben. Die ohnehin geringe Diskrepanz zwischen diversen Statistiken kann ich nicht erklären (Afrika?), aber auch die von Christian zitierten Zahlen von 260.000 URLAUBERN sind ja damit stimmig, wenn man die BW-Besucher abzieht und das so aufteilt: Kalahari < 10 %, Norden > 90 %, davon ca. 2/3 Chobe, ca. 1/3 Delta.
Ich sehe auch keinen grundsätzlichen Widerspruch zwischen Höchstpreisen und gleichzeitigem Massentourismus, weil es ja auch viele reiche Leute gibt. Die Welt ist voll von Beispielen dafür, siehe die Schlange vor Luxusgütergeschäften in Großstädten, bis Mount Everest oder Bayreuth oder Salzburg zur Festspielzeit. Auch muss man Massentourismus nicht unbedingt über absolute Besucherzahlen definieren (siehe Everest oder Kilimanjaro), man kann das auch an Hand der Aufnahmefähigkeit, Tragfähigkeit, Verkraftbarkeit etc. machen.
Wenn man z. B. in St. - Maxime 10 Ampelperioden braucht, um in die Küstenstraße einzubiegen und, wenn geschafft, auf die mit Luxusjachten vollkommen zugeparkte Hafenbucht von St.-Tropez hinüberschaut, sieht man, dass es den armen Reichen auch nicht besser geht als dem gemeinen Volk….. aber ihre Fahrzeuge sind eindeutig größer 😗 .
Aber das ist wohl auch alles Ansichtssache.
@ Lodgepreise und Pachtzins an Trusts
Der von GinaChris verlinkte Artikel ist sehr informativ zum Thema. In Anbetracht der dortigen Bau- und Betriebskosten kann da echt gut verdient werden. Die Pacht und Erlösbeteiligung für den Trust sind moderat (für diesen aber substanziell, zumal ohne eigene Leistung zum Betrieb), die Investitionskosten gering und geben keine Begründung für diese Zimmerpreise her. Für vergleichbare BETTENpreise kriegt man beispielsweise eine Suite in einem Luxus-Traditionshotel im Zentrum von Wien, mit um Größenordnungen höheren Investitionen und Betriebskosten.
Im Falle des CECT ist wohl die Grundeigentümerschaft unbestritten und die Zusammenarbeit mit der Regierung war harmonisch. Aus der Lokalpresse hat man den Eindruck, dass das im Delta nicht (immer) so ist. Wem „gehört“ das Delta und wer kassiert die Pacht, z. B. auf Chief‘s Island oder in Moremi? Auch wurde durch das Jagdverbot (das aktuell übrigens wieder aufgeweicht wird) eine vollkommen neue Situation geschaffen, die der Staat auf Kosten der lokalen Bevölkerung ausnutzen möchte, worauf im Forum überhaupt nicht eingegangen wurde. Für Informationen zu dieser Rechtslage und dem aktuellen Umgang damit bin ich sehr dankbar.
Grüße
zuletzt bearbeitet 20. Juli 2018
4'984 Beiträge · seit 201620. Juli 2018 · #79
Hallo Werner,

einleitend:
In the early part of 1960, the governing tribal leader of the area i.e. Mrs Moremi, the widow of Chief Moremi created a game reserve in her vast land to protect the rich wildlife from destructive game hunting and human/cattle encroachment that was continuously increasing threatening wildlife in the area later leading it to become an official Botswana safari national park. The BaTawana tribe under the leadership of Mrs Moremi declared the area a wildlife reserve, a first African tribe declared conservation area that became official in March 15, 1963 and named Moremi Game Reserve. Today, It made it as one of the most sought Africa safari destination.In addition, the reserve was named Moremi in deference to Chief Moremi of the BaTawana tribe. The Fauna Conservation Society ran the Moremi Game Reserve during its early years until 1976 when it included the Chief’s Island in its coverage. In 1979, the Botswana Department of Wildlife and National Parks took over the management of the reserve and have now added other diverse areas of the Okavango Delta extending the park border lines.

zum Besitzverhältnis Moremi: > http://www.weekendpost.co.bw/wp-news-details-archive.php?nid=2195

Jetzt übergebe ich die dbzgl Google-Suche wieder an dich Werner! 😉
Gruß Gina
Gast20. Juli 2018 · #80
Danke Gina Chris für die Antwort, das war mir im Wesentlichen schon bekannt. Z. B. hat June Vendall Clark, eine der AktivistInnen bei der Gründung von Moremi den Gründungsvorgang in ihrem Buch „Starlings Laughing“ beschrieben. Die strittige Frage ist, wie in dem Artikel der Weekend Post zusammengefasst, ob der Stamm (PS. später) nur das Management oder auch das Land abgegeben hat, was zentrale Bedeutung bei Ansprüchen auf Pachteinnahmen hat, die ja bei den jetzigen hochpreisigen Lodges in Summe schon etwas ausmachen. Der jetzige „König“ dürfte freundlich ausgedrückt, eine schillernde Persönlichkeit sein, weil er ja auch der Meinung ist, dass Chief’s Island ihm persönlich gehört, weil das früher immer so war und er eben jetzt der Chief ist. Das ist zwar skurril, aber für die armen Untertanen ist obiges schon wesentlich, weil es früher einen Ausgleich durch Einkommen aus der Jagd gab, die jahrzehntelang für die Bevölkerung im Delta viel mehr Geld generierte als der Tourismus.
In der Frage herrschte daher lange Burgfrieden, weil die lokale Bevölkerung in den CHs auch so etwas verdienen konnte. Das ist aber seit 2014 vorbei und ein Ersatz durch Photosafari-Tourismus wurde nicht geschaffen und die Regierung unter den Khamas betrieb konsequente Gesprächsverweigerung. Auslösend dafür, dass das jetzt wieder hochkocht, war, dass der Stamm vor ein paar Jahren aus der Zeitung erfuhr, dass die Regierung auf Stammesland in Greater Maun Konzessionen für Luxushotels ausschreibt, ohne den Stamm konsultiert zu haben oder zu beteiligen, wobei die Grundeigentümerschaft dort klar beim Stamm liegt. In dem folgenden Disput haben sie dann als Retourkutsche auch die Moremi-Frage wieder aufgebracht, weil das die Regierung viel mehr schmerzt.
Aus den Medienberichten zu diesem Thema kann man (ich) sich zusammenreimen, dass die Regierung (PS: eigentlich müsste man sagen: der Staat, was aber einen Rechtsstaat voraussetzt) die Bevölkerung des Deltas nicht am Lodgepachtzins beteiligt und diesen zur Gänze selber einstreift, wobei es aber sicher Leistungen seitens einiger Lodgebetreiber gibt. Kann das jemand bestätigen oder verneinen, was kostet so eine Lodgelizenz z. B. auf Chiefs Island und an welche Instanz wird das bezahlt? Und es kann auch durchaus regionale Unterschiede geben, wer kennt diese?
Danke und Grüße,
Werner
zuletzt bearbeitet 20. Juli 2018