Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201509. Juli 2017 ·
Okondeka 1/3
In dieser Nacht schliefen wir wohl so fest wie noch nie in diesem Urlaub.
Sichtlich erholt wacht Petra wieder früh auf, macht sich einen Instantkaffee, zieht sich dick an und lauscht auf der Terrasse der Natur. Sie hat das Gefühl, ganz alleine im Camp zu sein, da sogar auf dem Campingplatz noch Ruhe herrscht.
Auch für mich ist das Aufstehen nach dieser erholsamen Nacht ein Klacks. Schnell anziehen und fertig machen, alle Sachen schnappen und auf zum Frühstück. Das ist heute sogar für Okaukuejo-Verhältnisse armselig. Ich mag es kaum beschreiben, für's Brot gab es lediglich Reibekäse, offene Butter, undefinierbare Wurst, eine große Schüssel Marmelade und ein Glas Erdnussbutter. Naja, wir sind ja nicht wegen dem Frühstück hier, also zwei Butterbrote reingeschaufelt und los geht's pünktlich mit Toröffnung raus.
Es ist unbeschreiblich schön, mit Sonnenaufgang direkt im Park zu sein, da das Leben um einen herum langsam erwacht und das rege Treiben beginnt.
Wir entdecken einige Schakale, aber Moment, der hier sieht ein wenig anders aus. Halt! Zurücksetzen! Unser erster Kapfuchs 🤩
Bei Okondeka angekommen sind wir die einzigen und stellen uns Breitseite an den Rand des Wendekreises, sodass ich die Gegend absuchen kann. Wie aus der Pistole geschossen sage ich "Mir ham se!!!!!" 🤩 Tatsächlich kann ich zwei Löwinnen sehr weit weg am Rand der Pfanne ausmachen. Aber moment, was ist das? Zwei kleine Löwen spielen vergnügt und ich kann unser Glück kaum fassen. Während ich mich so euphorisch über diese Sichtung freue, ist Petra bald am Verzweifeln, weil sie sie nicht findet. Ich erkläre ihr irgendwie die Position und endlich hat auch sie sie im Visier. Aber halt, da ist doch noch etwas? Sie fressen tatsächlich an einem Riss 🤩 Kann doch wohl nicht wahr sein - wie sehr haben wir uns junge Löwen oder Löwen am Riss gewünscht und jetzt haben wir beides auf einmal! Leider kann man nicht erkennen, was für ein Tier sie dort gerissen haben. Es muss wohl in der Nacht passiert sein, denn sonst wäre hier bestimmt schon ein riesen Andrang an Autos. Mindestens eine halbe Stunde haben wir dieses Glück für uns alleine und sind uns sicher, hier bleiben wir. Der Plan, über Adamax und Leebreun zu fahren ist erst mal übern Haufen geschmissen.
Wir schießen viele Fotos, aber für mehr als Beweisfotos reicht es leider nicht, sie sind einfach viel zu weit weg. Erschwerend hinzu kommt, dass wir hier gegen die Sonne fotografieren. Es ist trotzdem interessant zu beobachten, denn es wimmelt nur so von Schakalen, die sich einen Happen erhoffen. Wir zählen 22 und wundern uns, dass noch keine Geier zu sehen sind, aber uns wird klar, dass der Riss wohl einfach zu frisch ist. Jedes Mal, wenn ein Schakal dem Riss zu nahe kommt, wird er von den Löwinnen vehement vertrieben.
Langsam sammeln sich immer mehr Autos und einigen freundlichen Leuten erklären wir auch gerne die Position der Löwinnen. Wir hoffen zwar sehr, dass sie irgendwann näher kommen würden, aber ich vermute, sie würden den Riss nicht einfach den Schakalen überlassen. Ja vielleicht warten sie ja auch auf den Rest des Rudels!
Immer wieder begibt sich eine der Löwinnen zum Wasser, während die andere den Riss bewacht und die Kleinen halten sich auch eine Zeit lang am Wasser auf, wo wir ein wenig bessere Sicht haben.
Okondeka ist eine natürliche Wasserstelle direkt am Rand der Pfanne und außerhalb der Regenzeit gibt es hier das einzig verfügbare Wasser zwischen Okaukuejo und Ozonjuitji m'Bari und zieht daher große Herden an Wild an. Ab ca. 8:00 Uhr finden sich immer mehr Zebra- und Gnuherden ein und das Wild wittert bereits die Löwen. Dennoch siegt der Durst und von den Löwen geht wenig Gefahr aus, daher traut man sich nach langem Zögern auch ans Wasser. Wir beobachten außerdem Strauße, Springböcke, Giraffen und Oryx. Plötzlich bewegt sich ein paar Meter neben unserem Auto etwas und ich erschrecke mich sogar ein wenig. Da schaut mich dieser entzückende junge Schakal mit großen Augen an 😘
Und noch einer schaut vorbei 🙂
Bis ca. 12:30 Uhr halten wir es aus, da meldet sich das menschliche Bedürfnis. Wir überlegen, schnell nach Okaukuejo zurück zu fahren und dann wieder hier her zu kommen. Gesagt, getan. Unterwegs können wir noch ein paar schöne Aufnahmen vom Steppenwild machen.
In Okaukuejo gehen wir noch schnell einkaufen und beeilen uns mit allem.
Bei Okondeka ist die Situation unverändert, außer, dass man nun auf den Fotos mehr erkennt. Wir suchen uns einen guten Platz und das Auto links neben uns setzt irgendwann zurück und fährt weiter. Wie auf Kommando schießt ein älterer Herr mit seinem Wagen in die Lücke, rammt noch fast ein anderes Auto und fährt uns Breitseite in die Sicht 😠 Wir sind ganz verdutzt von so viel Rücksichtlosigkeit. Zwei Meter weiter hinten hätte er genauso viel gesehen und alle wären zufrieden gewesen. Wir rufen ihm zu und es dauert bis er uns hört. Er spricht Deutsch und als wir ihm zu verstehen geben, dass er doch bitte noch ein, zwei Meter zurück setzen sollte, zuckt er nur mit den Schultern und murmelt wirres Zeug vor sich hin. Also das ist ja wohl die Höhe 😈 Hinter bzw. rechts neben uns steht ein großer Camper, wo die Dame gerade Kaffee trinkt. Sie winkt uns freundlich zu und zeigt uns, dass wir noch einen Meter vorfahren können. Petra bedankt sich freundlich und als die nette Dame zu dem Herren neben uns den Vogel zeigt, sagt zu ihr "In Germany we say 'Honk'!". Haben wir hier tatsächlich einen waschechten Honk getroffen. Der Herr ist offensichtlich mit seinem Equipment völlig überfordert und fuddelt wild herum. Wir empfinden durchaus ein wenig Schadenfreude 😗
Ich bin mir absolut sicher, dass die Löwinnen ihren Kill heute nicht mehr verlassen würden, also beschließen wir, nicht bis zum letzten Drücker hier zu bleiben, sondern fahren um kurz nach 16:00 Uhr wieder in Richtung Camp, zumal immer mehr Touribusse angefahren kommen und wir jetzt noch die Möglichkeit haben, auszuparken, ohne dass 5 Autos Platz machen müssten. Wir ergreifen aber die Gelegenheit, wenigstens nochmal bei Wolfsnes vorbeizuschauen.
Unser kleiner Backie neben den ganzen "Großen" 😄
Zum Sundowner gehen wir natürlich wieder ans Wasserloch, wo leider auch heute nichts los ist. Aber der schöne Sonnenuntergang entschädigt dies 🙂
Zum Abendessen bereitet Petra zwei Teller mit Fingerfood vor und wir improvisieren ein wenig mit weißem Handtuch als Tischdecke. Praktisch, kann man sich auch direkt die Finger abwischen 😄
Später gehen wir noch einmal zum Wasserloch, um wenigstens wieder ein Rhino abzuwarten. Wieder müssen wir nicht lange warten, frieren aber an diesem Abend sehr und machen uns wieder zeitig in die Betten. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass später noch eine Braune Hyäne am Wasserloch war.
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201510. Juli 2017 ·
Okondeka 2/3
Das Frühstück an diesem Morgen ist wesentlich besser, da fällt uns ein, gestern war Montag und sonntags liefert niemand Lebensmittel in die Camps.
Wir sind heute noch zeitiger dran und vor dem Tor bildet sich schon langsam eine Schlange, die Löwensichtung hatte sich wohl herum gesprochen. Da steigen doch tatsächlich Leute aus dem Auto und drängen den Angestellten, das Tor schon 10 Minuten vor offizieller Öffnung zu öffnen. Er reagiert zum Glück nicht darauf und wir schütteln mal wieder nur mit dem Kopf. Als die Tore dann irgendwann geöffnet werden, springen wir auch ins Auto, wollen uns aber keinesfalls hetzen, wir sind schließlich im Urlaub.
An diesem Morgen können wir die Fahrt leider nicht so genießen wie am Vortag, da vor und hinter uns Autos fahren. Immerhin drängelt keiner und alle fahren im angemessenen Tempo.
Wir positionieren uns wie am Vortag, ich scanne sofort die Gegend ab und kann unser Glück kaum fassen 🤩 die zwei Oberhäupter des Okondeka-Rudels fressen tatsächlich am Riss und der Rest liegt verteilt in der Gegend herum und wartet, bis sie an der Reihe sind. Die zwei Löwinnen mit den Kleinen sind uns nun etwas näher und bewegen sich in Richtung Straße. Ich schlage Petra vor, zu wenden und uns lieber auf der Straße zu positionieren, da sie sich ziemlich deutlich in diese Richtung bewegen. Super Idee, denn von hier aus können wir alles wunderbar überblicken!
Auf den folgenden Bildern immer ganz genau hinschauen, es wimmelt hier von Löwen 🤩 Wir zählen insgesamt 15 Löwen!!!
Einer der Paschas setzt sich nach kurzer Zeit in Bewegung und stolziert tatsächlich genau auf uns zu
Wir erkennen ihn direkt wieder 🤩 unglaublich, ihn hatten wir auch letztes Jahr mit drei seiner Frauen getroffen! Wir könnten heulen! Er geht zu den Löwinnen mit den Kleinen und markiert erst einmal sein Revier.
Hier sieht man über ihm den Rest des Rudels fressen
Bei dieser Löwin fragen wir uns, ob der Bauch wirklich allein vom Fressen kommt oder ob sie nicht vielleicht noch zusätzlich trächtig ist.
Der zweite Pascha setzt sich in Bewegung und man erkennt deutlich, dass er der Rangniedrigere ist. Er besitzt eine nicht ganz so prachtvolle dunkle Mähne wie sein Bruder. Wir hatten uns auch mit Duncan darüber unterhalten und er sagte, es bestehen super Gene in diesem Rudel und dass dies das stärkste Rudel der ganzen Etosha ist 🤩
Der Rest des Rudels hat sich größtenteils ebenfalls satt gefressen und begibt sich nun auch zum Wasser
Sehr spannend zu beobachten ist auch, wie das Wild auf das Rudel reagiert. Man sieht den Tieren an, dass sie Durst haben und gerne ans Wasser gehen würden, sich aber nicht trauen und dem Tod sozusagen ins Auge blicken. Viele gehen einen großen Bogen, andere sind mutig oder realisieren, dass von den vollgefressenen Löwen kaum Gefahr ausgeht.
Insgesamt ist sehr viel Bewegung im Rudel und wir sind uns sicher, hier bleiben wir! Genial, wenn man den ganzen Tag Zeit hat 🙂
Zur Mittagszeit finden sich auch endlich einige Geier ein.
Hier zwei Versuche, fliegende Geier einzufangen
Dass wir am Ende fast neun Stunden am gleichen Platz verbringen würden, hätten wir wohl nicht gedacht. Es ist faszinierend zu beobachten und vor allem spannend, ob sie nicht doch irgendwann näher kommen würden. Wir machen viele Videoaufnahmen, die dann später auch in meinem diesjährigen Etosha-Film zu sehen sein werden. Leider sind die Bilder größtenteils nur Schnappschüsse und Beweisfotos, für mehr war die Entfernung leider zu groß. Um die Nachmittagszeit fällt uns wieder das Auto der Safari Lodge auf und wir entdecken tatsächlich wieder Rodney! Wir winken, während er durchs Fernglas in unsere Richtung schaut und auch er freut sich sehr. Er hält neben uns und wir erklären ihm die Positionen der Paschas und der Kleinen, da er gerade erst angekommen ist. Er bedankt sich sehr und wir freuen uns zusammen über diese tolle Sichtung.
Gegen 16:15 Uhr sind wir uns einig, dass auch in der nächsten halben Stunde nicht viel mehr passieren würde und wir fahren zurück Richtung Camp. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das Rudel nicht weit weg bewegen wird in der Nacht, da alle so vollgefressen sind.
Was diesem Hengst wohl zugestoßen ist 😕
Im Camp treffen wir das ältere Ehepaar mit dem Camper wieder, die sich am Vortag ebenfalls über den Honk geärgert hatten. Wir halten und begrüßen sie - wieder solche extrem herzlichen Menschen! Wir plaudern ein wenig und sie erzählen, dass sie aus Südafrika kommen. Außerdem berichtet der Mann von der Sichtung der Braunen Hyäne am Vorabend am Wasserloch und sie zeigen uns Bilder, auf denen die Paschas zu sehen sind, auf dem Weg nach Okondeka! Tolle Bilder! Sie sind gestern noch Richtung Adamax weiter gefahren und haben sie getroffen. Wir verabschieden uns herzlich und beeilen uns, pünktlich zum Wasserloch zu kommen, da ich den Sonnenuntergang wieder filmen möchte.
Dort ist gerade ein Rhino im Anmarsch
Petra schießt dieses wunderschöne Spiegelungsbild 😘
Der Sonnenuntergang ist wieder wunderschön und wir genießen unseren letzten für dieses Jahr in der Etosha. Uns ist etwas wehmütig zumute. Später das selbe Spiel wie die Abende zuvor: Petra bereitet die Fingerfood-Teller zu und ich schreibe das Erlebte auf.
Während Petra duscht, höre ich draußen von der Terrasse aus ein Nashorn schnauben und gehe kurz vor ans Wasserloch. Dort ist gerade eins auf dem Rückzug und ein anderes trinkt. Ich mache auch noch einen Schatten aus und erkenne tatsächlich eine Hyäne, die aber schnell wieder verschwindet. Ich habe nur mein Handy dabei und bin überrascht, dass das Foto so gut geworden ist. Als wieder Leute mit Blitz fotografieren, vergeht mir direkt wieder die Lust und ich gehe zurück zum Chalet. Neuerdings ist übrigens auch hier WLAN Empfang stelle ich dann fest und schicke quasi ein Live-Bild an die Daheimgebliebenen.
Im Zimmer packen wir noch alles zusammen in Vorbereitung auf die morgige Abreise und gehen wieder früh in die Kiste.
hallo Laura, oh seit Ihr zwei Glückspilze, das glaube ich , dass man da vor Glück heulen könnte. Ein wunderbares Erlebnis so ein Löwenrudel und dann noch am Riss - dieses Glück hatten wir vor vielen Jahren gleich hinter Namutoni bei der Landebahn. Beste Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201510. Juli 2017 ·
Liebe Hanne,
vielen Dank 🙂 Schön, wenn es jemand nachempfinden kann, was das für ein Gefühl ist. Aaaaaber, es wird noch besser 😗
Also, bevor ich zu Okondeka 2/3 komme ...............
Ich sag´s doch immer wieder "Nur der frühe Vogel fängt den Wurm"
Mädels, was war das denn für ein Tag 🤩 🤩 So ein Sonnenaufgang - Bilderbuch !!! Petra, ich setzt mich zu dir und genieße 😉 OK Frühstück nicht so dolle, aber dann ............... Löwen 🤩 🤩 🤩 ich hab´s mir fast gedacht 😉 so toll, die Farben, ich find sie klasse, einfach klasse !!!
Und zum Sundowner bin ich wieder da und trinke einen mit 🙂
Okondeka 2/3
waaaaaaaaaaaaaaaaaaaas 15 !!! Löwen 🤩 🤩 ich glaube es nicht, was für ein Sichtungsglück ihr hattet - BOMBE !!! Ich hoffe nur, ihr habt noch ein paar Tiere dort gelassen. Mit 10 Löwen wären wir auch zufrieden 🙂
Soooooooooo schöne Fotos - danke dafür 😘
LG Netti
Wie es wird noch besser ......................... geht nicht, ach neeee das heißt ja - geht nicht, gibt´s nicht 😉
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201510. Juli 2017 ·
Also hätten wir nicht so viele Aufnahmen gemacht, könnte ich es auch kaum glauben. Vor allem, da sie genau zu dieser Zeit dort waren, wo vorher zwei Wochen Ruhe herrschte 🤩 Wir haben ihnen extra gesagt, sie sollen bitte auch im August hier sein, dann kommt nämlich die liebe Netti 😄 wer weiß, vielleicht klappt es ja, wir sagten auch, sie sollen bitte am nächsten Morgen gegen 7 Uhr wieder da sein, das hat auch funktioniert, wie man im nächsten Teil lesen kann. ABER WIE!!!! 🤩
Giraffen-Lisa766 Beiträge · seit 200710. Juli 2017 ·
Liebe Laura und Petra, eure Erlebnisse und Fotos sind toll erzählt und gezeigt! Ein herzliches Zwischendurch-Danke von Giraffen-Lisa
Meine Aufenthalte in Südwest/Namibia:
1978/79 Besuch auf Farm am Waterberg, 1980 Praktikum im Schülerheim Otjiwarongo/Caprivi, 1981 Bulli-Rundreise mit crockydile: Namibia – Kapstadt – Gardenroute – Zymbabwe – Victoriafälle – Botswana (10Tage mit dem Mokoro im Okawango-Delta) – Namibia,
1983 Arbeiten auf Farm Otjikaru am Waterberg
lange Pause
Tolle Urlaube folgenten: 2007 Namibia, 2008 Namibia/Botswana, 2009 Namibia
2018 Wunderschöne 2-Familientour mit Familie tim.buktu
bingobongo26229 Beiträge · seit 201411. Juli 2017 ·
Hallo Laura und Petra,
Wahnsinn, 15 Löwen auf einmal 🤩 Das müssen ja wohl alle aus ganz Etosha gewesen sein 🤩 Hattet Ihr ein Glück! Ich freu mich mit euch 🙂 🙂 🙂
da ist man mal ein paar Tage an der Ostsee und schon rauscht ihr durch Etosha! Obwohl ich eigentlich gar keine Zeit habe, habe ich eure Erlebnisse in Etosha in einem Rutsch durchgelesen und bin nun wieder "up to date". Es ist immer wieder schön, die Okondeka Löwen zu sehen. Zum Glück ist es ja nun auch bei uns bald so weit und ich freue mich schon tierisch.
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201511. Juli 2017 ·
Liebe Konni,
da freuen wir uns sehr, dass du trotzdem Zeit gefunden hast! Ohja, bei Euch hat das Warten bald wieder ein Ende, wir stecken in den Planungen für 2018 - nur so hält man irgendwie durch 🙂
Wirklich eine tolle Sichtung! Das Wasserloch dort hat mir auch sehr gefallen, ich denke, wir haben dasselbe Löwenrudel auch gesehen (Februar 2016). Ich meine mich an zwei Paschas zu erinnern, denen wir dort begegnet sind und ein paar Weibchen.
Wollte aber noch kurz auf die Blitzerei an den Wasserlöchern zu sprechen kommen. Das ist ja wirklich ungeheuerlich und ich kann deinen Unmut absolut nachvollziehen, das hätte mich genauso genervt. Es tut mir leid, wenn ich das jetzt so formulieren muss, aber das ist mit ein gewichtiger Grund, warum mich Etosha immer mehr abschreckt und ich bis auf weiteres dort vermutlich nicht mehr anzutreffen sein werde. Die gute Infrastruktur, einfache Erreichbarkeit, vergleichsweise günstiger Eintritt und Unterkünfte gepaart mit dem natürlich fantastischen Tierreichtum zieht ein Publikum an, das, sagen wir es mal so, gar nicht nach meinem Gusto ist. Mir ist das einfach zu viel Massentourismus geworden und das bringt dann leider mit sich, dass die Chance, auf solche Deppen zu treffen, wesentlich grösser ist als anderswo.
Es ist wohl so, wie es weiter oben schon jemand erwähnt hat: diese Leute haben entweder gar nicht geschnallt, wie der Blitz überhaupt auszuschalten ist oder dass es eigentlich nix bringt, auf so eine Distanz ein Tier anzublitzen. Solche oder Leute, die in der Gruppe am Wasserloch sitzen und das Gefühl haben, sie seien die Einzigen auf der Welt und nicht mal für eine Minute ihre Klappe halten können, verderben einem das Naturerlebnis, für das ja eigentlich alle da wären, ganz schön. Ich versuch(t)e natürlich, das soweit möglich zu ignorieren (Leben und Leben lassen und so), aber wenn das nicht mehr geht, muss ich meine Konsequenzen daraus ziehen und künftig eben auf die Etosha verzichten.
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201511. Juli 2017 ·
Lieber Sam,
hab vielen Dank für deinen Zuspruch und deine ehrliche Meinung!
Wir sind eher noch der Meinung, uns von solchen Menschen nicht ärgern zu lassen, aber es fällt schwer. Wir haben unser Herz an Etosha verloren und versuchen eben, das Beste daraus zu machen. Zum Glück überwiegen gerade hier die positiven Erlebnisse und wir sind noch nicht auf dem Weg, Etosha abzuschwören. Was den Eintritt angeht, da bin ich auch der Meinung, es ist sehr billig. Bewusst meine ich nicht günstig, sondern billig. Zum Glück gibt es noch ein paar wenige Ecken, die von großen Reisebussen gemieden werden und wo man wirklich auch die Ruhe genießen kann.
Für uns beide und natürlich für alle Naturliebhaber hoffe ich einfach, dass man den Park nicht irgendwann aufgrund des Massentourismus meiden muss, aber ich verstehe deine Seite vollkommen.
Zu dem Geblitze, etc. Gerade in Halali ist so etwas einfach extrem störend, in Okaukuejo verteilt sich das ganze ja etwas. In Halali ist das abendliche Sitzen am Wasserloch für uns DAS Highlight, in Okaukuejo weniger, da das Camp wirklich ein Touristenloch ist. Hauptgrund hier ist für uns aber die frühmorgendliche Pirsch nach Okondeka, weshalb wir nicht außerhalb nächtigen möchten.
Das ist so. Selbstverständlich kann ich dem Etosha NP auch sehr viel Positives abgewinnen, es hat natürlich schon seine Gründe, warum ich inzwischen auch schon vier Mal da war. Es sollte natürlich nicht so rüberkommen, als würde ich den Etosha ganz grundsätzlich verteufeln. Auf der anderen Seite war ich bisher immer in der Nebensaison dort und da hat es ja in der Regel bedeutend weniger Leute. Wenn mir aber die schon dermassen auf den Senkel gehen, will ich mir gar nicht vorstellen, wie es wohl in der Hauptreisezeit sein mag. 🤩 🤪
Schlussendlich muss es jeder für sich selber entscheiden. Der Etosha ist ein toller Park und absolut unvergleichlich. Trotzdem werde ich da jetzt erstmal wegbleiben und mich anderen schönen Reisezielen widmen.
Jetzt aber freue mich auf die baldige Fortsetzung deines Berichts.
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201511. Juli 2017 ·
Okondeka 3/3 ...oder auch: Das Grande Finale!!!!! 🤩
Das letzte Mal in diesem Urlaub klingelt der Wecker um 4:45 Uhr. Das Packen und Verschnüren der Koffer auf dem Bakkie geht mittlerweile mit einigen gekonnten Handgriffen und wir sind natürlich wieder sehr früh beim Frühstück. Dort sind wir erst einmal von dem Trubel um kurz vor 6 Uhr überrascht 🙄 So viel war bei unseren Urlauben noch nie los und wir befürchten, wir würden nachher in einem riesigen Konvoi nach Okondeka fahren... Petra vergeht sogar schon die Lust, wenn sie an die Fahrerei mit eventuellen Dränglern und Rasern denkt. Auch meine Begeisterung ist ein klein wenig gedämmt. Ich schiebe nur schnell einen Toast rein und sage Petra, sie solle ganz in Ruhe weiter frühstücken, ich würde einfach schon auschecken gehen, da das bestimmt auch einige vor haben. Die nette Frau war wieder da und schenkte mir ein fröhliches Lächeln 🙂 mittlerweile stehen bereits 6 Autos mit laufendem Motor vor den Toren Richtung Outjo, weil diese ja zuerst geöffnet werden und man dann außen herum Richtung Okondeka fahren kann. Ich frage sie spaßeshalber, ob die Leute nicht die Uhr lesen können und wir waren uns einig, dass man hier nicht eine viertel Stunde den Motor laufen lassen muss. Wir verabschieden uns herzlich und ich kann mit Freude sagen "see you next year" 🙂
Draußen war die Situation unverändert. Wir stellen uns an das Tor Richtung Okondeka und warten ab. Wieder wird das andere Tor zuerst geöffnet und das Rennen beginnt. Petra ist froh, dass ich die Sache so entspannt sehe und nicht auf die Idee komme, uns auch zu hetzen.
Wir haben ein Auto vor uns und hinter uns und die Fahrt ist doch recht entspannt. Die anderen sind schon nicht mehr zu sehen und wir fragen uns, wie sie gerast sein müssen.
Bei Okondeka aber sind wir mit dem Auto vor uns die Ersten und ich kann sofort wieder das Rudel ausmachen. Die beiden Löwinnen mit den Kleinen waren noch etwas dichter und wir können diesmal etwas gelungenere Aufnahmen gegen die Sonne machen. Die meisten Aufnahmen findet ihr aber in meinem Etosha-Film, auch wie die Kleinen mit der Mama spielen.
Die beiden Paschas sind nirgends zu entdecken und wir vermuten, die anderen sind auf der Suche nach ihnen weiter gefahren. Als die Löwinnen außer Reichweite guter Aufnahmen sind, schlage ich vor, ein Stück weiter auf die Anhöhe zu fahren, von wo aus man weit blicken kann. Wir erwarten entweder eine gähnende Leere oder aber womöglich die beiden Paschas inklusive 10 Autos...............
Aber wie heißt es so schön?! Es kommt immer anders als man denkt! 🤩 . . . . . . . . . . . . Spannung....... und für alle, die bei so etwas mitheulen müssen - Vorsicht, Taschentücher bereit halten! . . . . . . . . .
Mir schießen die Tränen in die Augen und ich weiß nicht, wann ich das letzte mal oder überhaupt jemals so etwas empfunden habe. Dieser Moment treibt mir auch jetzt gerade wieder mächtig die Tränen in die Augen. Es ist, als hätten sie auf uns gewartet, und zwar nur auf uns! Was bitte ist das für eine Ehre, diese zwei Könige so erleben zu dürfen? Wir können es beide kaum fassen und sind einfach nur platt. Wir versuchen, dieses unglaubliche Erlebnis in Videos und Bildern festzuhalten, aber erstmal kann ich durch die feuchten Augen kaum etwas auf der Kamera erkennen und zweitens pocht mein Herz wie wild und wahrscheinlich alles an Adrenalin, was mein Körper hergibt, schießt gerade durch mich durch! Leute.... ich übertreibe nicht, mir ging es wirklich so. Petra war zwar auch komplett überwältigt, aber ließ es nicht so heraus wie ich.
Also, die Aufnahmen sind ausgenommen vom Motiv, nicht besonders hübsch, aber der Moment wird uns für immer in Erinnerung bleiben und mich auch jedes mal aufs Neue zum Weinen bringen.
Die beiden sind auf dem Weg zu ihrem Rudel und haben wahrscheinlich die Nacht über ihr Revier markiert. Wir fahren wieder Richtung Wasserloch und positionieren uns an der Straße, um sie zu filmen, wenn sie majestätisch zu uns herunter schreiten, so wie letztes Jahr der eine von ihnen. Die anderen drei oder vier Autos fragen sich bestimmt, was wir gemacht haben oder warum wir weiter gefahren sind und nun wieder kommen. Es dauert eine ganze Weile, bis sie die Paschas entdecken.
Ein Fahrer hinter uns ist sogar so höflich, dass er wartet, bis ich ihm Zeichen gebe, damit er uns nicht durchs Bild fährt - es gibt auch noch nette Menschen! Beim Überqueren der Straße fahren alle anderen natürlich so dicht wie möglich ran, aber wir wollen uns jetzt nicht dazu drängeln, wir hatten sie, und das nur für uns!! Die beiden marschieren Richtung Rudel und markieren zwischendurch fleißig.
Sie legen sich wieder so weit weg wie gestern und müssen wohl jetzt erstmal ruhen. So ein Leben als Pascha ist nun mal anstrengend 🙂 Normalerweise hatten wir eingeplant, dass wir bis ca. 9 Uhr hier bleiben können, aber ich schlage Petra vor, diesen Moment jetzt sacken zu lassen, inne zu halten und uns zu verabschieden. Ein unglaublicher Moment, in dem mir abermals die Tränen in die Augen schießen. Ich kann noch immer nicht realisieren, was gerade passiert ist. Man sagt ja, wenn es am schönsten ist, soll man gehen.
Auf dem Weg zurück nach Okaukuejo knipsen wir noch ein paar Schnappschüsse.
Der kleine Kerl wartet wohl sehnlichst auf die wärmende Sonne
Der Giraffenkadaver, der schon mind. 1,5 Jahre hier liegt, wurde vielleicht vom Regen etwas weggespült.
Als die passende Musik läuft, überkommt es mich wieder und ich weine nun große Krokodilstränen der Freude!
Nach einem kurzen Stopp in Okaukuejo machen wir uns nun endgültig auf den Weg Richtung Outjo. Bei Ombika sehen wir nur die "üblichen Verdächtigen", aber mal ehrlich, was könnte diese Begegnung denn noch toppen? Wir sind sogar froh, dass jetzt nichts Spektakuläres mehr zu sehen ist.
Good bye Etosha 😕 🙁
In Outjo kaufe ich schnell ein paar Sachen im Okay-Markt ein, der wirklich "Okay" ist - sehr sauber und ordentlich innendrin. Petra bleibt beim Auto und ist umringt von Parkwächtern. Diese helfen uns aber auch, die Einkäufe zu verstauen und ich gebe ihnen gerne ein kleines Trinkgeld, zumal einer der Herren sogar die Gelegenheit hätte, einen Teil unseres Einkaufs einzustecken, was er aber nicht tut. Prompt kommt ein älterer Mann der Nüsschen-Mafia an und versucht, mich in ein Gespräch zu verwickeln. Als ich bestimmend sage "No Makalani!", zieht er so schnell ab wie er gekommen ist.
Im Farhmhaus erkennt uns Daniel wieder und vorher geben wir dem dortigen Parkplatzwächter ein sehr hohes Trinkgeld vorab, dass er den Bakkie bitte "mit seinem life protecten soll" 🤪 Wenn wir wieder kommen, bekäme er das selbe nochmal. Wir bestellen um 11:15 Uhr (!) ein großes Zebrasteak, extra ohne Soße, und es schmeckt hervorragend!
Ich kaufe noch ein paar Makalanis, die ich aber erstmal etwas herunter handele. Sie sind wunderschön gearbeitet und wir sind echt begeistert, dort kriegt man sehr schöne Arbeiten, klare Empfehlung! Das Souvenir- und das Ledergeschäft werden auch noch unsicher gemacht und am Schluss besuchen wir noch den Edelsteinladen. Im Ledergeschäft werde ich stutzig, denn hier liegen Zebrafelle aus, Bergzebras! Und man braucht angeblich kein Permit. Ich spreche die Dame darauf an, dass das doch nicht sein kann (wir kennen uns da mittlerweile ein klein wenig aus), dass man hier einfach so die Felle kaufen kann, auch noch die einer geschützten Art. Es gibt bestimmt Leute, die gutgläubig genug sind und hier zuschlagen. Aber dies zieht hohe Strafen mit sich! (Auch bei Fellen nicht geschützter Arten!).
Die Strecke nach Kamanjab vergeht wie im Fluge und wir machen noch in Oppi-Koppi Halt. Wir fragen nach Marianne und sie freut sich, uns wieder zu sehen. Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich bei ihr, dass das mit den Koffern so geklappt hat und verquatschen uns am Ende noch.
Jetzt aber schnell weiter nach Robyn! Kurz nach der Teerpad machen wir einen Fahrerwechsel und ich darf dann auch mal im diesjährigen Urlaub ans Steuer. Für unser beider Nerven ist das aber auch gut so 😄
Hier nur eine kleine Kostprobe, warum es besser ist, wenn Petra fährt 😄 über die Kommentare lachen wir heute noch Tränen... https://youtu.be/US3MOYCUNNc
Auf Robyn fühlt es sich an wie Heimkommen! Die Hunde freuen sich und begrüßen uns überschwänglich und auch Jutta freut sich, dass wir wieder da sind. Wir laden nur schnell das Gepäck ab, Ordnung wird morgen gemacht, und zischen ein kühles Savanna bzw. Windhoeker.
Zum Sundowner gehen wir hinters Haus und beobachten den Sonnenuntergang in den Büschen. Als es dunkel wird, gehe ich vor aufs Zimmer und bewege mich mit höchster Vorsicht und mit Taschenlampe, denn es sind ja immer noch Schlangen unterwegs, Bilanz der letzten Tage: eine über 2 Meter lange Anchietas Cobra und eine Zebraschlange.
Zum Dinner serviert uns Jutta tatsächlich Spaghetti Bolognese aus Eland Hackfleisch 😄 Dies hatte ich mir zwar gewünscht, aber mehr als Hauptgang damit gerechnet. Es schmeckt vorzüglich! Der Hauptgang besteht aus selbstgemachten Kroketten, Gurkensalat und Warzenschweinbraten - sollen wir hier eigentlich platzen?! 😄 Den Abschluss macht ein Dessert aus Crêpes mit Nougatcreme und selbstgemachtem Maulbeeren-Eis 🤩 Mega... Wir haben das Gefühl, ins Bett zu rollen......
da hattet ihr ja wirklich Löwenglück bei Okondeka! Toll - vor allem die ganz nahen Kater in schönem Licht. Das Wasserloch ist für uns auch immer das erste Ziel nach einer Nacht in Okaukuejo - hoffentlich sind die Löwen in einigen Wochen auch für uns noch da...
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201512. Juli 2017 ·
Robyn
Nach dem Frühstück kann ich endlich ein paar schöne Aufnahmen der Farm machen, um Jutta einen schönen Erinnerungsfilm zu basteln. Zwar ist das meiste Videomaterial, aber auch ein paar Fotos kommen dabei herum.
So sieht Hekima übrigens in Aktion aus 🤩
Das Gästehaus
Wallenstein
Frederik
Dieses Jahr ist alles so schön grün!
Schonga
Krümel
Paul
Waltraud
Mittags heißt es für mich wieder Poolbett mit den Hunden und alles aufschreiben, Petra entspannt in der Sonne und nutzt den 18 Grad kalten Pool.
Zum Sundowner fahren wir wieder zum Westposten und auf dem Weg dorthin begegnen uns drei Giraffen, ein Warzenschwein, ein stattlicher Kudubulle, ein Steinböckchenpärchen, sechs Orxyantilopen und eine Herde Springböcke. Außerdem fällt uns eine große Schlangenspur auf!
Zurück auf Robyn erwartet uns in der Lapa diese traumhafte Atmosphäre 🤩
Das Menü zum Dinner
Das Essen ist wieder nicht zu überbieten, einfach nur lecker! Der Salat wurde abgewandelt in Brokkoli Gemüse, da wir vergessen haben, die Möhren mitzubringen 😄