GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201605. Dez. 2016 · #1
Für all jene die nicht im 4x4 Forum mitlesen, und weil ich es so entsetzlich finde was hier wegen völlig falschem Verhalten passiert ist, erlaube ich mir folgendes vom User MView zu kopieren, und hier einzufügen:
Do not walk without water! Hi all, a few weeks ago a German self-drive couple got stuck 5km before Ghoga Gate en-route to Savuti. They were traveling on the lately lesser traveled road that goes straight to the gate. Apparently after a few hours of trying to recover themselves, the decided to abandon the vehicle and walk the remaining 5km to the gate to get assistance. After 2km the lady complained she was not feeling well. The partner suggested she lay and rest under a bush and he would return with assistance. A little while later he returned with assistance only to find that his partner had died due to dehydration. It was later determined that the couple had 14 litres of water in the vehicle they abandond!
In the past few months I have picked up tourists on the same road also stuck (in the same area) and decided to walk to the gate....none of these people had water with them!
Wir sind die Piste auch mal gefahren, sie war neben des weichen Tiefsands von Elefanten extrem buckelig ausgetreten. Nxai Pan ist nur weicher Tiefsand, eher smooth dagegen. Wegen der Buckel ist es schwer gewesen das Fahrzeug in Fahrt zu bekommen, teilweise halbe Bäume auf der Strecke. Besser meiden. P.S.: Wasser ist eine Grundregel.
BikeAfrica7'299 Beiträge · seit 200606. Dez. 2016 · #5
... tragische Fehlentscheidung in einer Paniksituation. Wahrscheinlich wäre den Beiden im Normalfall auch klar gewesen, dass man nicht einfach ohne Wasser loszieht. Allerdings sieht es so aus, dass die Frau bereits beim Aufbruch angeschlagen oder dehydriert war, wenn sie sich bereits nach nur zwei Kilometern in einem solchen Zustand befand. Leider kann ihr Schicksal nur noch als Warnung für Andere dienen.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
...hier ist es ja so, dass jeder seine Route einstellt, sich ein paar Tips holt und dann losfährt.
Ich stelle immer zuerst die Frage nach Erfahrung mit 4*4 und im Busch allgemein. Das wird hier aber meist ignoriert. Da kommt dann immer schnell die "alles ganz easy" Fraktion. Kein Problem... hu hu ..einfach etwas schaufeln oder es kommt immer jemand vorbei der helfen kann, also keine Angst... usw... usw.
Tragisch, die haben sehr teures Lehrgeld bezahlt, vielleicht haben sie sich ihre Tips auch hier geholt..?
lg Andreas
GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201606. Dez. 2016 · #7
Guten Morgen,
der Mensch hinter dem Usernamen MView ist Anton, der Chef von Mwandi View, welchen ich gestern Abend noch davon informiert habe, dass ich seinen Text kopiert und hier eingestellt habe. Anton hat ja bereits in seinen Zeilen geschrieben, dass es immer wieder vorkommt, dass er Touristen, die ihren Wagen festgefahren haben, und die sich entgegen aller Vernunft zu Fuß und ohne einen Tropfen Trinkwasser aufmachen, um Hilfe zu suchen, in der Gegend aufliest. Er möchte nur eines, aufklären und nötigenfalls helfen. Gerne auch nicht erst dann wenn man nicht mehr weiter kann, sondern bereits im Vorfeld, um Infos über die Pistenverhältnisse, oder die im Moment am besten zu befahrenden Strecken zu geben. Am meisten liegt Anton jedoch am Herzen, dass so ein schrecklicher Ausgang durch Fehlverhalten nie wieder passiert. Deshalb für alle die mit Telefon/Satellitentelefon in Chobe unterwegs sind und Hilfe oder Rat brauchen, scheut euch nicht ihn zu kontaktieren!
Hallo zusammen Die grundsätzliche Frage sollte doch sein; Wieso versuchen immer wieder Leute Touren alleine zu fahren, die keine Erfahrung haben? Kein Mensch käme auf die Idee einen 42 km Lauf ohne Training zu absolvieren. Das Einsanden ist in der Regel das kleinste Problem, wie hier beschrieben wird. Jeder, aber auch jeder, sollte sich daraus selbst helfen können, ohne wenn und aber, ist das nicht der Fall, hat man dort nichts verloren. Ich machte und mache immer noch extreme Touren im Sand und bin immer wieder auf Leute gestossen, denen es am nötigen Wissen und der nötigen Ausrüstung fehlte. Wieso macht man nicht, zumindest das erste mal eine 3 wöchige begleitete Tour mit, die wirklich im Sand spielt und nicht nur auf versandeten Pisten? Geht's um'sAbenteuer, oder ist es nur Unwissenheit und Leichtsinn, um nicht zu sagen Dummheit? Wir haben bei jeder Tour, immer mind. 1 Sixpack Trinkwasser, neben dem Bauchwasser dabei, bei Touren in Algerien oder Libyen waren es noch einiges mehr. Dann, weggehen vom Fahrzeug sollte man, zumindest als Unerfahrener nicht, bei genügend Trinkwasservorrat kann man im südlichen Afrika, warten bis jemand vorabeikommt. Da wir praktisch immer alleine unterwegs sind, haben wir in unserem Fahrzeug Leuchtraketen in der Ausrüstung, die haben uns in der Nacht in Libyen unsere Gruppe wieder finden lassen.
auch aus der misslichen Situation mussten wir wieder raus.
Was mich immer noch wundert ist, dass die Fahrzeugvermieter kein Verbot eingeführt haben, abseits der Strassen und Gravelroads zu fahren, zumindest für Alleinfahrer oder Anfänger. Neben den Schäden die viele Unerfahrenen anrichten, riskieren sie, wie in diesem Fall, vielfach ihr Leben. Die andere Variante wäre, Fahrzeuge mit guter Ausrüstung anzubieten und diejenigen müssten vor Übergabe des Fahrzeugs einen praktischen, 2 tägigen Kurs absolvieren, ansonsten gibt es nur befestigte Strassen. Solange es Leute gibt, die einen 3 wöchigen Urlaub auf Pisten, nicht nur in Afrika als reine Ferienreise machen, solange wird es auch solche Zwischenfälle geben.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.
Lotusblume1'933 Beiträge · seit 200906. Dez. 2016 · #9
Turi schrieb:Hallo zusammen Die grundsätzliche Frage sollte doch sein; Wieso versuchen immer wieder Leute Touren alleine zu fahren, die keine Erfahrung haben? Kein Mensch käme auf die Idee einen 42 km Lauf ohne Training zu absolvieren. Das Einsanden ist in der Regel das kleinste Problem, wie hier beschrieben wird. Jeder, aber auch jeder, sollte sich daraus selbst helfen können, ohne wenn und aber, ist das nicht der Fall, hat man dort nichts verloren. ... Geht's um'sAbenteuer, oder ist es nur Unwissenheit und Leichtsinn, um nicht zu sagen Dummheit? ... Was mich immer noch wundert ist, dass die Fahrzeugvermieter kein Verbot eingeführt haben, abseits der Strassen und Gravelroads zu fahren, zumindest für Alleinfahrer oder Anfänger. Neben den Schäden die viele Unerfahrenen anrichten, riskieren sie, wie in diesem Fall, vielfach ihr Leben. Die andere Variante wäre, Fahrzeuge mit guter Ausrüstung anzubieten und diejenigen müssten vor Übergabe des Fahrzeugs einen praktischen, 2 tägigen Kurs absolvieren, ansonsten gibt es nur befestigte Strassen. Solange es Leute gibt, die einen 3 wöchigen Urlaub auf Pisten, nicht nur in Afrika als reine Ferienreise machen, solange wird es auch solche Zwischenfälle geben.
Gruss Turi
Bin genau deiner Meinung! Wir trauen uns dies auf keinen Fall zu, deshalb kommt für uns so eine Tour auch nicht in Frage.
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200806. Dez. 2016 · #10
Turi schrieb: "Was mich immer noch wundert ist, dass die Fahrzeugvermieter kein Verbot eingeführt haben, abseits der Strassen und Gravelroads zu fahren"
Das gab es früher und wurde schon vor Langem aufgehoben. Man durfte als Tourist kein 4x4 mieten und mit einem SA PKW z.B. nicht nach Namibia, - wegen der schlechten Straßen... 😄
Mit solchen Vorgaben wäre die Branche in der heutigen Zeit wohl tot Allerdings gibt es mittlerweile schon wieder einiges an Ausschlüssen für extreme Strecken in den Mietverträgen, - vielleicht kommt es ja doch wieder. 🙂
Zum Reisen und in abgelegenen Gebieten: Jeder, der es wissen will, lernt vor seiner Reise entsprechendes angepasstes Tun. Viele auch leider nicht.
Eine tragische Geschichte.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201306. Dez. 2016 · #11
Hallo,
andererseits wird man aber hier von einigen mitleidig belächelt, wenn man mit Fahrer reist. Wir haben keine Erfahrung auf nicht geteerten Straßen und wollen kein Risiko eingehen.
Liebe Grüße von Gabriele
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Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
MAMarkus6151'042 Beiträge · seit 201606. Dez. 2016 · #12
BikeAfrica schrieb:... tragische Fehlentscheidung in einer Paniksituation. Wahrscheinlich wäre den Beiden im Normalfall auch klar gewesen, dass man nicht einfach ohne Wasser loszieht.
Hallo Wolfgang,
leider ein sehr tragischer Ausgang in dieser Situation. Wie schwierig man zu Fuß im Tiefsand voran kommt, die Erfahrung hat vielleicht nicht jeder gemacht. 5 Kilometer bedeutet ja einen Fußmarsch von ca. 2 Stunden, also sollte man mindestens 2 Liter Wasser pro Person dabei haben. Egal in welcher "Wüste" ich mich aufhalte, ich habe immer zwei Thermoskannen mit stillem Wasser gefüllt und in meinem Rucksack. Thermoskannen deswegen, weil mir "warme Brühe" nicht so gut schmeckt wie angenehm temperiertes Wasser mit ca. 20°C. Zu Lebensretter werden die Thermoskannen dann, wenn die Temperatur (vor allem Nachts) extrem fällt und man dann noch flüssiges Wasser hat, statt Eis. Das ist in Namibia ja weniger ein Problem, andere Wüsten wie z.B. die Atacama kühlt aber nach Sonnenuntergang quasi schlagartig auf bis zu -20°C ab. Wer meint, dass er bei niedrigen Temperaturen nicht so schnell dehydriert kann sich da auch ziemlich täuschen. Wenn die Luft selbst fast kein Wasser enthält, also extrem trocken ist, dann verliert man auch ohne zu schwitzen innerhalb von 24 h ca. 4 Liter Wasser.
In Namibia kaufe ich extrem viel Wasser, mehr als wir benötigen. Das liegt aber daran, dass häufig vor allem Kinder nach einer Flasche Wasser fragen und diese dann auch von mir bekommen.
Was mich immer noch wundert ist, dass die Fahrzeugvermieter kein Verbot eingeführt haben, abseits der Strassen und Gravelroads zu fahren, zumindest für Alleinfahrer oder Anfänger.
so gut wie kein namibischer Vermieter wird das erlauben oder erlaubt das (siehe z.B. https://www.savannacarhire.com.na/back-up-service). Es schreckt aber wohl viele Leute auch nicht ab ohne Versicherungsschutz sich in entlegenen Gebieten zu bewegen. Die Vermieter schließen mehr und mehr ein Risiko für das Fahrzeug aus... und daran sollten sich dann auch die Mieter, nicht nur wegen des Autos, sondern auch vor allem der eigenen Gesundheit zu Liebe, halten. Erfahrete Fahrer können sich dann ja ohne Versicherungsschutz in solche Gebiete trauen, denn sie werden auch wieder rauskommen (mal technische Probleme am Auto ausgenommen... das wäre dann "tough luck").
Viele Grüße Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201606. Dez. 2016 · #14
Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt in diesem Zusammenhang, ist meines Erachtens das Gefühl der subjektiven Sicherheit, welches unser Gehirn, besonders bei nicht alltäglichen Situationen, gerne mal aus seinen unbewussten Tiefen kramt. So kommt es, dass wir Positives länger behalten, wenn auch nicht bewusst, und auch schneller wieder abrufen. Wir haben doch alles richtiggemacht, suggeriert es uns. Der Mietwagen ein 4x4, wie empfohlen. Was blieb im Hinterkopf von all den Infos die wir vor der Buchung in uns aufgesogen haben hängen? „Wo andere Autos nicht weiterkommen, können Sie Ihre Fahrt genießen und sich sicher sein, gut am Ziel anzukommen.“ (Quelle: Sunny Cars 4x4 mieten) Toll, oder? Lasst uns also beruhigt zum nächsten Thema übergehen. Da war doch die Sache mit, wie finde ich von A nach B. Wieder folgen wir artig den Empfehlungen der Wissenden und mieten zum Allradgeländewagen der uns sicher ans Ziel bringt ein Navigationsgerät. Und auch hier kein Zweifel, denn: „In jedem Garmin Drive™ steckt außerdem ein Sicherheitspaket für eine sorglose und stressfreie Fahrt.“ (Quelle: Garmin) Wunderbar, oder? All jene, die nicht zum ersten Mal einen Geländewagen gemietet haben, meinten noch, dass es auch wichtig sei auf die richtige Bereifung zu achten. Zufrieden stellen wir bei der Übernahme des Autos fest, dass doch tatsächlich diese zwei entscheidenden Buchstaben AT an den Seitenflächen der Reifen zu erkennen sind. Auch andere waren voll des Lobes für diese Reifenart: „Die bieten ordentlich Grip und Komfort für eine flotte Tour über die Autobahn ins Grüne. Und selbst dort geht noch sehr, sehr viel.“ (Quelle: Auto-Motor-und-Sport) Na dann los, oder? Was ich damit sagen will, natürlich ist unsere subjektive Sicherheit wichtig, gerade im Urlaub, sonst wär‘s ja keiner; viel wichtiger ist und muss aber unsere objektive Sicherheit sein, denn was helfen unzählige Wasserkanister im Wagen, wenn man diese beim Zurücklassen des Autos nicht mitnimmt? Objektive Sicherheit erfordert Bedacht und Besonnenheit. Besser zweimal drüber nachdenken wie der nächste Schritt zu setzen sei! Hilfe anzunehmen, ist auch so eine Sache mit der doch einige ein Problem haben. Sich einzureden man würde es mit links schaffen die paar Kilometer bei tiefsandigem Boden und 40 Grad Außentemperatur mal einfach so durch den, nicht nur von niedlichem Getier bewohnten, Busch zu latschen um dadurch unter Beweis zu stellen, welch toller Typ man denn nicht sei, kann schnell mal ganz, ganz übel enden. Gruß Gina
Hallo, man sollte nicht jedem Reisenden unterstellen, dass er sich bewusst und geplant in Situationen begibt, die er dann schwer oder nicht mehr händeln kann..... Man kann einmal verkehrt abbiegen und man sitzt in einer Situation, die sich als schwierig darstellt. Eine Brücke ist weggespühlt und die Umfahrung ist selbst für Erfahrene kaum noch zu bewältigen. Es regnet die ganze Nacht und man steht mitten in einem See mit dann katastrophalem Untergrund, plötzlich kommt ein Buschbrand auf einen zu usw.... Wer solche Situationen ,gerade in Afrika, noch nicht erlebt hat, der war noch nicht richtig dort unterwegs. Und ja, es ist auch verzeihbar, wenn man in solchen Situationen in seinem Tun und Handeln Fehler macht und man kann nur hoffen, dass diese nicht solche fatalen Folgen haben wie der beschriebene Fall... Manchmal klingt es so, als wenn Leute mit ihren heutigen Wissen und Erfahrungen vorgestern voll ausgestattet geboren wurden...... Gruß
Topobär5'480 Beiträge · seit 200907. Dez. 2016 · #16
Mir ist die Diskussion hier zu sehr auf das Fahrzeug und die Fahrzeugbeherrschung ausgerichtet. Das ist meiner Meinung nach gar nicht das Hauptproblem. Der Wagen hätte auch ohne Verschulden des Fahrers an dieser Stelle liegen bleiben können und das tragische Ergebnis wäre gleichfalls eingetreten. Meiner Meinung nach liegt das Hauptproblem in der Entfremdung des Menschen von der Natur. In unserer zivilisierten und klimatisierten Welt wissen die meisten gar nicht mehr, wie der Körper bei extremen klimatischen Bedingungen reagiert. Solche tragischen Ereignisse gibt es überall auf der Welt. So ging diesen Sommer dieser tragische Vorfall durch die Presse: http://www.n-tv.de/panorama/Zweiter-deutscher-Forscher-stirbt-Hitzetod-article18014356.html Hier lag keine Notsituation vor. Die Leute sind freiwillig und ohne Not zu der Wanderung aufgebrochen.
Aus den genannten Gründen halte ich Erfahrungen zum Leben in der Natur für viel wichtiger als 4x4-Erfahrung. Auch dem besten Fahrer kann ein Defekt in der Wildnis stranden lassen. Da helfen dann alle Fahrkünste nichts, wenn man nicht weiß, wie man sich in der Natur verhalten muss.
BikeAfrica7'299 Beiträge · seit 200607. Dez. 2016 · #17
Topobär schrieb: Aus den genannten Gründen halte ich Erfahrungen zum Leben in der Natur für viel wichtiger als 4x4-Erfahrung. Auch dem besten Fahrer kann ein Defekt in der Wildnis stranden lassen. Da helfen dann alle Fahrkünste nichts, wenn man nicht weiß, wie man sich in der Natur verhalten muss.
... man macht sich auch keine Vorstellungen, welche Wassermengen man bei Anstrengung in großer Hitze trinken muss. Als ich vor meiner ersten Radtour durch Namibia (im Sommer) stand, hielt ich meinen transportierbaren Wasservorrat von 13,5 Litern ausreichend für zwei, notfalls drei Tage. Nach einer Testetappe zum Daan Viljoen und einer kleinen Wanderung von 12 km war das Wasser am Ende des Tages ziemlich leer. Zwei Jahre später bin ich im Sommer durch die Namib geradelt. Nach drei Tagen waren 40 Liter Wasser ausgetrunken. Mein Körper hat in dieser Zeit kaum Urin produziert, war also wohl trotz der Wassermenge schon dabei, zu dehydrieren.
Ich bin aber auch schon im Sommer zur Mittagszeit die fünf Kilometer durch den Sand ins Sossusvlei gelaufen, ohne einen Schluck zu trinken. Man ist nicht einfach so nach zwei Kilometern so am Ende, dass man an Dehydration stirbt. Da waren sicherlich andere Faktoren mit im Spiel.
Grundsätzlich bleibt man bei einem Defekt ja erst einmal am Auto, weil das bei evtl. Suchaktionen aus der Luft besser zu finden ist als Wanderer, die gerade im Schatten unter einem Baum sitzen. Und Wasser im Auto zu haben, aber ohne welches loszulaufen, zeugt von einer kopflosen Aktion in Folge von Panik.
Davon ist niemand frei. Die Frage ist nur, wie weit man sich im Vorfeld mit einer Situation auseinandergesetzt hat und noch vernünftig reagieren kann und an welcher Stelle man überrascht wird und die Panik einsetzt.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Jambotessy2'610 Beiträge · seit 200707. Dez. 2016 · #18
Hallo zusammen,
hier meine persönliche Meinung zu dem Thema:
So schlimm es ist, dass jemand zu Tode gekommen ist, aber man sollte doch auch auf dem Teppich bleiben!
Unglücke geschehen, egal wie man sich vorbereitet durch Pech oder Dummheit. Ob in Afrika, Europa oder sonstwo. Fährt man in Europa nicht mehr auf der Autobahn, weil gerade ein Fahrer wegen erhöhter Geschwindigkeit den Tod gefunden hat? Nein- man hat vielleicht noch für kurze Zeit etwas "defensiver", aber wie lange?
Wie viele Touristen - Selbstfahrer - kommen jedes Jahr ins südliche Afrika und wie viele von ihnen kommen ums Leben, weil sie zu wenig Wasser dabei hatten? Ich kenne die Zahlen nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass man dafür keine Hand braucht zum abzählen.
Ich sehe es als ein viel größeres Problem an, dass Urlauber - ob Anfänger oder nicht - direkt am Ankunftstag noch zig Kilometer abgrasen und wenn ich dann in Beiträgen lese " bin mir bewusst, wie es hier im Forum beurteilt wird", dann denke ich oft, dass da sorry "ein Idiot" unterwegs ist, der sich und andere in Gefahr bringt. Diese Gefahr habe ich vor Augen, wenn wir unterwegs sind auf afrikanischen Straßen.
Es ist gut, dass auf Gefahren hingewiesen wird, aber man soll auch nicht hysterisch werden und vom selbst fahren abraten. (Das Unternehmer hier eine andere Meinung vertreten ist doch wohl klar oder?)
Grüße Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.
(Sprichwort der Ovambo)
1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
MAMarkus6151'042 Beiträge · seit 201607. Dez. 2016 · #19
Hallo Wolfgang,
BikeAfrica schrieb: Zwei Jahre später bin ich im Sommer durch die Namib geradelt. Nach drei Tagen waren 40 Liter Wasser ausgetrunken. Mein Körper hat in dieser Zeit kaum Urin produziert, war also wohl trotz der Wassermenge schon dabei, zu dehydrieren.
Über 10 Liter Wasser am Tag ist schon extrem viel. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich dass man sogar wenn man mit einem klimatisierten Fahrzeug unterwegs ist und auch nur wenige ganz kurze Ausflüge bei extremen Temperaturen zu Fuß macht gut und gerne 4-6 Liter Wasser am Tag benötigen kann. Zeichen dafür dass man nicht zu viel getrunken hat ist, dass man nicht einmal das Bedürfnis verspürt auf die Toilette zu müssen. Der Mineralienhaushalt kommt da aber auch schnell durcheinander und Salz + Magnesium kann auch wichtig werden. Je nachdem wie viel Mineralien das Wasser enthält.
BikeAfrica schrieb: Ich bin aber auch schon im Sommer zur Mittagszeit die fünf Kilometer durch den Sand ins Sossusvlei gelaufen, ohne einen Schluck zu trinken. Man ist nicht einfach so nach zwei Kilometern so am Ende, dass man an Dehydration stirbt. Da waren sicherlich andere Faktoren mit im Spiel.
Das glaube ich auch. Einen Tag sollte man schon ohne Flüssigkeitsaufnahme überleben können... Man kann schon unglaublich viel Wasser verlieren, bevor man an daran stirbt. Ein "Hitzschlag" ist da schon deutlich wahrscheinlicher.
BikeAfrica schrieb: Grundsätzlich bleibt man bei einem Defekt ja erst einmal am Auto, weil das bei evtl. Suchaktionen aus der Luft besser zu finden ist als Wanderer, die gerade im Schatten unter einem Baum sitzen. Und Wasser im Auto zu haben, aber ohne welches loszulaufen, zeugt von einer kopflosen Aktion in Folge von Panik.
Davon ist niemand frei. Die Frage ist nur, wie weit man sich im Vorfeld mit einer Situation auseinandergesetzt hat und noch vernünftig reagieren kann und an welcher Stelle man überrascht wird und die Panik einsetzt.
Ich befürchte, dass es nicht einmal die Panik ist. Man ist in einer Situation und handelt vielleicht unüberlegt bzw. unerfahren. Wer aber schon häufiger in Gegenden unterwegs war, wo es KEINE Möglichkeit gibt an Wasser zu kommen, weiß wie wichtig Wasser ist. Der Durst setzt irgendwann ein und das ist erst das erste Warnsignal, bei einem gesunden Menschen passiert das lange bevor es zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommt.
Mit unerfahren meine ich, dass man vielleicht selbst schon einmal ohne einen Tropfen Wasser eine ganz kurze Dünenwanderung gestartet hat und dann die Entfernung total unterschätzt und natürlich die Hitze. Man läuft dann freiwillig zum Fahrzeug zurück leer ganz schnell eine komplette Flasche Wasser, damit der Durst erst einmal wieder gestillt ist... so eine Erfahrung prägt sich dann schon ziemlich ins Gedächtnis ein. Ich habe diese Erfahrung im Death Valley bei ca. 42°C gemacht...
ich bin gerade über diesen schlimmen Beitrag gestolpert. Und hatte spontan ein paar Gedanken dazu.
1.) Wir haben uns viele eigentlich romantische Nachmittage und Abende mit Novizen nahezu rumgezankt, um sie von ihren besonders einsamen oder heiklen Routen abzubringen. Dabei ging es um Grundlagen des 4x4 Antriebs, Difflocks, nichtvorhandenen Kompressoren, Landkarten, Navis, Satellitentelefonen, Wagenhebern, schlechten Reifen, zu wenig Sprit und Wasser, zu wenig Bodenfreiheit, chronische Krankheiten, mangelnde Kondition etc. pp. Wir hatten jedesmal das Gefühl, das die Leute nur jemanden brauchten für ihre Beichte und um sich eine Art "Absolution" abzuholen.Sie haben beides natürlich nicht bekommen. Das "Nein" oder das "lieber nicht" wurde grosszügig ignoriert.
Und jedesmal der gleiche Satz "Ihr seid doch da auch schon.................." Und jedesmal die selbe Antwort "Wir kennen das Auto seit zehntausenden von Kilometern, fahren schon eine Weile durch den Busch, haben auch schon viele Probleme und eine Menge Glück gehabt............" Die Antwort wollte aber sowieso keiner hören.
Lediglich ein einziges Mal hatten wir Erfolg. Wir waren sehr dankbar, weil kleinere Kinder und ein Säugling mit im Spiel waren und das Objekt der Begierde ein Trail im Bushmannland war. Ohne Navi und mit der NAMIBIA tourist map 2012. Alle anderen sind gefahren. Wir haben bei einigen das maue Gefühl gehabt, die letzten gewesen zu sein, die die Reisenden unversehrt gesehen haben. Aber was soll man machen?
2.) Es scheint mittlerweile bei den Reiseunternehmen en vogue zu sein, jeden, der es nur will (oder es nicht besser weiss) in die letzten Ecken zu schicken. Sei es CKGR, Savute, Kaokoveld, Mabuasehube. Man kann das so machen. Ich weiss aber nicht, ob das zum Einstieg die richtige Hausnummer ist. Es ist doch z. B. erst mal völlig egal, ob man sich den Kwando/ Linyanti von einem schicken Camp im Horseshoe anschaut oder von der Linyanti-Sektion des Chobe.
3.) der initial geschilderte Fall ist doch sicherlich nur die Spitze des Eisberges. Ich möchte mal wissen, wieviele Touristen jedes Jahr aufgrund solcher Ereignisse sterben? Richtige Informationen findet man sicherlich selten, zumal die lokalen Zeitungen nicht mit solchen Vorfällen hausieren gehen können.