Korrupt, korrupter, Südafrika

38 Antworten · 8'288 Aufrufe · gestartet 24. Sept. 2016 von travelNAMIBIA
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Gast04. März 2017 · #21
Ich habe jetzt alles nochmals durchgelesen und kann nicht ganz glauben, dass sich in SA an den Eigentumsverhältnissen seit 1994 nichts verändert haben sollte, wobei auch nicht klar wird, ob von Farmland oder auch von „residential land bzw. property“ die Rede ist.
Man kann doch sicher davon ausgehen, dass die ehemaligen Homelands „schwarz“ geblieben sind, „townships" sowieso, es gibt auch „tribal land“, seit 1994 wurden Millionen Eigenheime gebaut und haben Besitzer gewechselt, Hunderttausende Weiße sind weggezogen, deren Besitz (von wem?) gekauft wurde, es gab einen Zuzug von Millionen Schwarzen, eine schwarze Mittelschicht ist entstanden, eine schwarze Oberschicht mit Zweit- bis fünftheim, es gab staatliche Landumverteilung in bescheidenem Rahmen etc., etc. und es gibt den Landbesitz der Unternehmungen und Gebietskörperschaften. 90/10 oder 80/20 weiß/schwarz, wie manchmal kolportiert, erscheinen mir unglaubwürdig. Beim Agrobusiness (das aber nur einen kleinen Teil der Landfläche ausmacht) mag das regional wohl so sein aber für die ganze Nation?
……………….belastungsfähige Zahlen habe ich jetzt auf die Schnelle aber auch nicht, wäre interessant das ein Mal etwas differenzierter zu erfahren.
Grüße
zuletzt bearbeitet 04. März 2017
Gast04. März 2017 · #22
Hallo,

Stats ZA - die offizielle Statistikbehörde Südafrikas - hat zu vielen Themen Zahlenreihen, aber die Website ist gerade in einem Wartungsmodus.

Hier sind 2 Erhebungen zu Landbesitz und Farmland verlinkt, aber nach Hautfarben schlüsseln die auch nicht auf. Vielleicht gibt es diese Zahlen nicht - zumindest nicht in einer offiziellen, belastbaren Version? Das gibt dann beiden Seiten Freiraum für alle möglichen Behauptungen.
https://africacheck.org/reports/do-40000-whites-own-80-of-sa-the-claim-is-incorrect/

Beste Grüße

Guido
Gast05. März 2017 · #23
Danke Guido für die Hinweise, der Artikel in africheck wurde in M&G nachgedruckt https://mg.co.za/article/2014-09-15-do-40-000-whites-own-80-of-south-africa
Hier die Sichtweise eines weißen südafrikanischen Farmers

📎 Focus_70_OCT_EPringle.pdf


und wie sowohl willing-seller und willing-buyer an der Landreform verdienen können steht hier
http://www.dailymail.co.uk/news/article-2032588/Black-farmers-South-Africa-cash-selling-land-given-government--whites-originally-owned-farms.html, daraus:
“South Africa's black farmers are cashing on their once white-owned farmland by selling it back to its original owners. The South African government has spent a fortune trying to redistribute the country's land wealth from the white minority to the black majority. It has bought thousands of hectares of white owned farm land and either given it or sold it on to poor blacks.

But yesterday the country's minister of land reform admitted that many of the new black farmers have simply resold the land back to the original owners. Gugile Nkwinti said black farmers have resold nearly 30 per cent of the white farmland bought for them by the government. He said: 'The government bought land and handed it over to aspirant farmers who then sold it again, in many instances back to the original owner.' Land economists say that the redistribution policy is highly inefficient as the white-owned land is often bought at above its market value by the government.

After the land has been given, or sold at a discount, to the new black owner, he is able to simply then able to sell it on. This means that both farmers - black and white - are able to turn a profit from the government's involvement. After black majority rule was won in 1994, Nelson Mandela's African National Congress (ANC) government set a goal of redistributing 30 per cent of agricultural land to blacks by 2014. However, so far it has managed to buy and successfully redistribute just two per cent of the country's land...........................”


Grüße
zuletzt bearbeitet 05. März 2017
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200628. Feb. 2018 · #24
Hi zusammen,

zum Thema Landenteignung, war hier im Thread Thema war:
"Die Abgeordneten im südafrikanischen Parlament haben sich für eine Enteignung von Farmern ausgesprochen - und zwar ohne Entschädigung. Der Antrag wurde von der linksradikalen Partei "Economic Freedom Fighters" eingebracht und nach Änderungen auch von der Regierungspartei ANC unterstützt. Der Antrag könnte zu einer Änderung der Verfassung führen. Der neue Präsident Ramaphosa setzt sich für die Enteignungen ein. Ziel der Maßnahme soll sein, die Lebensmittelproduktion dadurch zu erhöhen." (Hitradio Namibia, 28.2.2018)

Viele Grüße
Christian
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16,9k Beiträge · seit 201228. Feb. 2018 · #25
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zuletzt bearbeitet 14. März 2018
1'003 Beiträge · seit 200828. Feb. 2018 · #28
Hi,
viel interessanter erscheint die Frage, wass denn dann mit dem enteigneten Land passiert. Wird es ANC Elite nahestehenden Personen geschenkt? Wird die Produktion umgebracht und Kleinfarming eingeführt? Wenn das kein produktives Land mehr ist, hat es auch keinen Wert mehr.
Mit solchen Aktionen wird das Rating und das Investmentklima für RSA in den Keller gehen.
RSA versorgt große Teile von Afrika mit Lebensmitteln. Wenn es nicht mehr liefern kann, dann wird es interessant. Industrielle Lebensmittelproduktion bedingt große Farmen. Wie das dann gelöst werden soll, erscheint unklar.
Sicherlich wird es erst einmal zur weiteren Abwanderung Weißer nach Australien oder Europa kommen.

Gruss
Christian
2'398 Beiträge · seit 201128. Feb. 2018 · #29
Hallo,
hier noch ein Artikel aus ZeitOnline dazu:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-02/kapstadt-parlament-suedafrika-enteignung-bauern-entschaedigung
LG aus dem stürmischen Puerto,
Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
2'847 Beiträge · seit 201128. Feb. 2018 · #30
Moin,
mein Denkvermögen ist zwar grippal etwas unterversorgt, aber gab es nicht vor vielen Jahren schon mal die grandiose Idee, ad hoc alle weißen Manager (zB. von Hotels) gegen schwarze auszutauschen - mit dem Ergebnis, dass alles bergab ging?
Das zumindest hatte uns unser Guide bei unserer ersten SA-Reise erzählt.
Möge man sich rechtzeitig besinnen....
Und wie war das eigentlich mit den Zulus, die die San vertrieben? Werden jetzt auch alle Zulus enteignet? Das wäre dann ja konsequent.

Winterliche Sonnen-Grüße
Strelitzie
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200628. Feb. 2018 · #31
Hi zusammen,

gaaanz ruhig 🙂 Es ist ja noch nichts passiert. Nun beschäftigt sich erstmal eine Verfassungskommission mit dem Thema. Und dann muss die Verfassung geändert werden. Und dann ist es immer noch kein Grund, dass es im wahren Leben angewandt werden muss. Zudem bezieht sich der Vorschlag vom Parlament auf alles, nicht nur auf Farmen, sondern auf Privathäuser, Geschäftsgrundstücke und auch nicht nur auf Weiße, sondern auf jeden. Selbst die EFF hat letzte Woche gesagt, dass sie die tatsächliche Durchführung unter Ramaphosa für unwahrscheinlich halten. Ramaphosa selber hat gesagt, dass die Produktivitiät nicht leiden darf. Das muss man erstmal sicherstellen.

Heute unterstrich Malema (EFF), dass es nur um die Besitzverhältnisse gehe. Niemand werde "etwas verlieren", sondern könne pachten. Alles (im Sinne von 100% von Südafrika!) Land solle einfach dem Staat gehören (https://www.news24.com/SouthAfrica/News/eff-on-land-expropriation-no-one-will-lose-their-house-20180227).

Viele Grüße
Christian
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Gast28. Feb. 2018 · #32
travelNAMIBIA schrieb:
gaaanz ruhig 🙂 Es ist ja noch nichts passiert. Nun beschäftigt sich erstmal eine Verfassungskommission mit dem Thema. Und dann muss die Verfassung geändert werden. (https://www.news24.com/SouthAfrica/News/eff-on-land-expropriation-no-one-will-lose-their-house-20180227).
Danke für die Klarstellung
Ich habe die Initiative von Malema so verstanden, dass ALLES Land entschädigungslos verstaatlich werden kann (soll?), d. h. Privatbesitz von Land schlechthin abgeschafft werden soll. Was immer aus diesem Prozess herauskommt, wird angesichts der Realität ganz anders ausschauen.
zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2018
425 Beiträge · seit 201828. Feb. 2018 · #33
Guten Tag allerseits,
Christian ist ein Optimist mit einer rosaroten Brille,das ist auch gut so. Aber in Namibia geht das gleiche Gespenst um NEEEF. Ich erinnere hierbei an das Gespräch welches Wolf von Lojewski mit Herrn Pohamba geführt hat. Ganz klar hat Pohamba gesagt, das man in Namibia die Verhältnisse von 1884 wieder herstellen werde.
Gruß Georg
246 Beiträge · seit 201528. Feb. 2018 · #34
travelNAMIBIA schrieb:Selbst die EFF hat letzte Woche gesagt, dass sie die tatsächliche Durchführung unter Ramaphosa für unwahrscheinlich halten.

Hallo Christian,

natürlich sagen sie das. Sie sind Konkurrenz und wollen schließlich gewählt werden. Das klappt nicht, wenn sie sagen, Ramaphosa erfüllt unser Kernanliegen gleich selbst. Das wäre der wahltaktische bankrott 😛

Viele Grüße,
Flotho
1'003 Beiträge · seit 200828. Feb. 2018 · #35
Hi,
natürlich geht das nur gegen Weiße. Alles Andere wären ja die ersten Anzeichen von Sozialismus, sprich Verstaatlichung der Produktionsmittel. Dass man überhaupt sowas diskutiert ist schon erschreckend. Das Land hat wirklich andere Probleme. Am Ende geht es sicherlich wieder nur um Umverteilung an Günstlinge.
Eigentlich wäre es die Aufgabe der Regierung jetzt endlich mal ein stabiles Investitionsklima zu schaffen. Rassismus und Verstaatlichungsandrohungen werden da sicherlich nicht helfen. Der Zuma hat sich wenigstens nur selbst das Geld in die Taschen geschaufelt, das hier könnte viel schlimmer werden.
Dass NAM trotz dieser extrem inkompetenten Regierung überhaupt noch funktioniert, grenzt an ein Wunder.
Gruss
Christian
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200628. Feb. 2018 · #36
Hi Georg,
Herrn Pohamba geführt hat. Ganz klar hat Pohamba gesagt, das man in Namibia die Verhältnisse von 1884 wieder herstellen werde.
wann denn vor 1884? Der Stand von 1883 oder der von 1400? Wäre mal interessant. Bezieht sich das dann nur auf die Besitzverhältnisse oder auf alles (also Abbau sämtlicher Gebäude, Straßen, Bohrlöcher etc) 😉

Und ja, ich bin Optimist und pflege nicht "Panik zu schieben", bevor auch nur irgendwas passiert ist. Wenn es konkret wird und eine Verstaatlichung von Grund und Boden stattfindet, dann kann man in Panik verfallen. NEEEF ist zwar was komplett anderes (das ist BBBEE in Südafrika - dort seit 1994 durchgeführt) und wie es kommt ist eben auch noch ein großes Fragezeichen. Erstmal müssen Definitionen für "Unternehmen" und "vormals Benachteiligte" gefunden werden und dann muss man irgendwo geschätzte 100 Milliarden Euro herbekommen um es zu finanzieren...

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2018
Gast28. Feb. 2018 · #37
Hallo allerseits,

Ramaphosa ist schlau und ein Meister in Sachen Selfmarketing. Eine plakative Gesetzesinitiative "Enteignung der reichen Weißen" ist gut geeignet, um dem ANC Wählerstimmen zurück zu bringen. So wie das formuliert ist, sind effektiv wenige Änderungen zu erwarten. Vorbedingung für eine entschädigungslose Enteignung ist demnach, dass durch die Enteignung die landwirtschaftliche Produktivität erhöht wird. Die Produktivität einer Farm steigt nicht, nur weil die Pigmentierung des Farmbesitzers gestiegen ist. Wenn es so umgesetzt wird, kann es effektiv nur brach liegendes Farmland treffen. Das wäre volkswirtschaftlich sogar sinnvoll.

Südafrika versucht auch gerade alles, um ein Junkrating für Kredite in Eigenwährung zu vermeiden. Eine ernst gemeinte Initiative zur Massenenteignung nach Vorbild Simbabwes wäre da fatal.

Viele Grüße

Ulf
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200615. März 2018 · #38
Aktuell zum Thema Enteignung:

"Australia considers fast-track visas for white South African farmers
Home affairs minister Peter Dutton says the group deserves ‘special attention’ due to the ‘horrific circumstances’ they face at home"
https://www.theguardian.com/australia-news/2018/mar/14/dutton-considers-fast-track-visas-for-white-south-african-farmers

Viele Grüße
Christian
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1'079 Beiträge · seit 201615. März 2018 · #39
Ich denke, dazu passt wieder einmal FINDLEY 🤩 🤩

Findlay150318.JPG


LG 😄
Ernst