Zustandsbericht Etosha

11 Antworten · 3'167 Aufrufe · gestartet 01. Sept. 2016 von travelNAMIBIA
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Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200601. Sept. 2016 · #1
Hi zusammen,

habe mir die letzten Tage mal ein bisschen Etosha gegönnt (meinen unvollständigen Aufzeichnungen nach der 130. 103. Besuch) und auch mit dem Chief Game Warden länger gesprochen.

Hier ein kurzer "Zustands"bericht:
- früh morgens zu Sonnenaufgang bis zu 50 Autos vorm Anderson Gate (wegen der neuen Kontrolle und Scannen von Ausweisdokumenten und stichprobenartigen Fahrzeugdurchsuchungen durch MET)
- bei Ausfahrt obligatorisches Desinfizieren der Reifen und sporadische Kontrolle des Fahrzeuginneren durch den Zoll).
- Straßenzustand durchweg gut bis sehr gut
- In Okaukuejo soweit alles beim alten; bei den öffentlichen Toiletten gab es kein Wasser (na ja, besser keins, als das es durchläuft), im Shop das Nötigste (nur kein Licht). viele der Bungalows sahen von außen (da ich nicht in NWR-Unterkünften mehr nächtige, kann ich zum Innenzustand nichts sagen) - wie leider zu erwarten ist - nach absolut keiner Instandhaltung aus
- es sollen viele Touristen im Park sein, ich habe an den Tagen im Schnitt - außerhalb der Camps - zwischen 5 und 10 Autos gesehen.

- im Zentralteil praktisch keine Weide mehr, dennoch viele Giraffen, Zebras, Gnus und Springböcke sowie Unmengen an Elefanten; ein Großteil der Herdentiere ist gen Osten abgezogen; alle Tiere auch im Zentralteil sind gut fett
- aktuell jeden Vormittag Löwen bei Ombika (2-7 an der Zahl)

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
177 Beiträge · seit 201501. Sept. 2016 · #2
Danke für die Info. Dann bin ich ja schon mal gespannt, wie's im Oktober aussehen wird!
2'664 Beiträge · seit 201201. Sept. 2016 · #3
Dieser Bericht über den erbämlichen Zustand der staatlichen Einrichtungen ist doch nicht neu, das geht doch bereits die vergangenen 20 Jahre so. Viele Leute, die den Park vor der Unabhängigkeit noch kannten, und dazu gehöre auch ich mit früher wöchentlichen Besuchen, besuchen diesen seit vielen Jahren nicht mehr. Man kann das nicht mehr ertragen. Und bei jedem Mitarbeiter des Parks muß man sich heute unwillkürlich fragen, ob auch er zur organisierten Wildererbande, die Nashörner, Elefanten und sonstiges Wild abknallt, gehört. Wieviele weitere Nashornkadaver sind vergangene Woche gefunden worden? Es wäre produktiver und würde der Sache des Erhaltes von Einrichtungen und dem Park besser dienen, wenn Besucher sich über diese Zustände massiv beschweren würden.
177 Beiträge · seit 201502. Sept. 2016 · #4
Ich nehme mal an, Du wolltest nicht mir antworten, aber dennoch: Wenn Du was ändern willst, dann krieg den Hintern hoch und/oder spende Geld an die richtigen Leute. Dein permanentes reaktionäres Rumgenöhle hilft niemandem und verleitet mich als Leser zum Fremdschämen.
2'664 Beiträge · seit 201202. Sept. 2016 · #5
Mike17 schrieb:Ich nehme mal an, Du wolltest nicht mir antworten, aber dennoch: Wenn Du was ändern willst, dann krieg den Hintern hoch und/oder spende Geld an die richtigen Leute. Dein permanentes reaktionäres Rumgenöhle hilft niemandem und verleitet mich als Leser zum Fremdschämen.
Danke Mike15, wer es nicht besser kennt darf sich fremdschämen.
2'338 Beiträge · seit 200702. Sept. 2016 · #6
Mike17 schrieb an Swakop1952:
Wenn Du was ändern willst, dann krieg den Hintern hoch und/oder spende Geld an die richtigen Leute. Dein permanentes reaktionäres Rumgenöhle hilft niemandem und verleitet mich als Leser zum Fremdschämen.
Ich habe den Eindruck, dass Swakop1952 nicht mal mehr nen Pups lassen kann, ohne dass er gleich gemassregelt wird. Wo er recht hat, hat er nämlich recht. Auch ich kenne Etosha noch aus alten Zeiten - und ja, es war früher viel schöner und geordneter dort. Wir waren dann später noch einige Male im Park, aber irgendwann haben wir’s ganz gelassen.

Es ist ja in der Zwischenzeit kein Geheimnis mehr, dass in die Wilderei ranghohe Ranger und Beamte involviert sind, denn sie dürfen ja ganz offiziell Waffen mitführen und auch Wege befahren, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind, was ihnen ihre „Arbeit“ sehr erleichtert. Diese Tatsache kann einem schon wütend machen.

Nicht sehr durchdacht ist zudem Mike17's Bemerkung, „krieg den Hintern hoch und/oder spende Geld an die richtigen Leute“. Wer bitteschön sind die richtigen Leute? Das ist auch so eine typische europäische Denkweise, dass man glaubt, in Afrika alle Probleme mit Spendengeldern aus der Welt schaffen zu können. So einfach funktioniert das nämlich nicht.

Gruss
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
2'530 Beiträge · seit 201102. Sept. 2016 · #7
Stimme Swakop und Erika bei. Eigentlich ist der Park keinen Besuch wert.
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
177 Beiträge · seit 201502. Sept. 2016 · #8
Nicht sehr durchdacht ist zudem Mike17's Bemerkung, „krieg den Hintern hoch und/oder spende Geld an die richtigen Leute“. Wer bitteschön sind die richtigen Leute? Das ist auch so eine typische europäische Denkweise, dass man glaubt, in Afrika alle Probleme mit Spendengeldern aus der Welt schaffen zu können. So einfach funktioniert das nämlich nicht.
Nein: einfach ist da gar nichts. Und ich habe auch nicht gesagt, dass man Geld NACH Afrika spenden soll. Aber dieses destruktive Rumgeheule, dass früher alles viel besser war, dass eh alle korrupt und unfähig sind, hilft überhaupt niemandem. Ebenso wie irgendwelche unreflektierten Boykottaufrufe. Das heißt nämlich, alles sich selbst zu überlassen. Und dann ist das Ergebnis absehbar. Das schlimme an der denkfaulen Haltung der Kulturpessimisten ist nämlich, dass sie nur an einer Verschlechterung der Lage Interesse haben, weil es ihre Denkmuster bestätigt.

Ist Etosha perfekt? Natürlich nicht. Gibt es dort tolle Erlebnisse, einzigartige Einrichtungen und engagierte Menschen? Sicherlich. Und da gilt es anzusetzen und die anderen Probleme zu benennen und zu lindern. Würde ich Leuten zu einem Besuch in Etosha raten? Immer. Auch in staatlichen Camps. Weil es dort viel zu erleben gibt UND weil Präsenz und Aufmerksamkeit überhaupt die Voraussetzung schafft, um Druck für Verbesserung aufzubauen.
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · #9
Hi Mike,
Würde ich Leuten zu einem Besuch in Etosha raten? Immer.
so geht es mir auch... und scheinbar kommt Etosha sehr gut auch bei den Besuchern und "Fachleuten" an:
- http://www.rankafrica.com/list/10-best-national-parks-in-africa-2016?page=2
- http://travel.cnn.com/africas-10-best-national-parks-218773/

Lief ja in diesem Thread mal wieder einiges quer 😉

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
177 Beiträge · seit 201502. Sept. 2016 · #10
Ich empfinde Deinen Bericht auch ganz einfach als ausgewogene Bestandsaufnahme der augenblicklichen Situation. Danke für die zusätzliche Info, die einiges doch wieder etwas in einen Kontext setzt.
890 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · #11
Hallo,
also zu raten, nicht mehr in den Etosha zu fahren empfinde ich ein bissl überzogen.
Warum fahre ich in erster Linie dahin? Um das Naturerlebnis genießen zu können und das gibt es im Etosha nach wie vor.

Eins stimmt natürlich, wenn ich gehobenen Wert auf Unterbringung, Essen und Ambiente meines Nachtlagers lege und dies erwarte, dann bin ich im Vergleich zu den Lodges außerhalb im Etosha falsch.

Ich halte dem Etosha jedes Mal die Treue, auch wenn der Pool mal nicht funktioniert, das Eis im Shop geschmolzen ist, kein Brot mehr da ist etc. bleiben trotzdem die Erlebnisse des Parks. Ich heiße natürlich die Defizite der Infrastruktur nicht für gut - aber als Hauptkriterium eines Parkbesuches sollten diese nicht ausschlaggebend sein. Vielleicht sollten manche einmal andere Parks in Afrika besuchen und deren Infrastruktur vergleichen. Damit meine ich nicht Krüger & Co.
Gruß
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
938 Beiträge · seit 201302. Sept. 2016 · #12
Ich verstehe eigentlich beide Seiten.
Zum einen die, die sagen, dass die heutige Situation nicht mit der vor x-Jahren vergleichbar ist. Das kann ich nicht beurteilen, ich war 2012 zu ersten mal dort (nachdem ich seit 1994 davon geträumt hatte).
Aber nur weil die Infrastruktur und das Personal an manchen Stellen unter aller Kanone ist, muss man nicht den ganzen Park schlecht machen. Es gibt auch genug Gegenbeispiele.
Darum verstehe ich den anderen Teil sehr gut. Der Westteil ist noch verhältnismässig ruhig, im Ostteil gibts dafür mehr Pads.
Tiere gibt es wie kaum irgendwo anders in der Gegend (ja selbst im Chobe hatte ich nicht den Eindruck, dass die Tierdichte deutlich größer sei) - natürlich ist das immer Jahreszeitabhänig. Das Wasserloch in Okaukuejo, wer es nicht kennt, hat was verpasst. Wer weiss, was wir in 15 Jahren sagen werden, wie gut heute noch alles war, oder wie schlecht?

Danke Christian, für Deine neutrale Schilderung.
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zuletzt bearbeitet 03. Sept. 2016