KRKristianiaThemenstarter11 Beiträge · seit 201515. Okt. 2015 · #1Hallo, wir sind nach vier Wochen Namibia-Urlaub wieder zurück. Mein Arzt hatte mir dringend Malaria-Prophylaxe ans Herz gelegt. Aber nach entsprechenden Recherchen hielten wir das für nicht notwendig.
Ein paar rezeptfreie Medikamente (Halsweh, Koppweh, Durchfall etc.) und ein Erste-Hilfe-Päckchen hatten wir natürlich dabei.
Woran aber weder mein Arzt noch ich selbst gedacht hatten: Man kann sich auch mal böse Bazillen einfangen, und dann ist man vielleicht gerade in einer verdammt abgelegenen Gegend, wo es weit und breit keinen Arzt und keine Apotheke gibt. Deshalb würde ich unbedingt empfehlen, Antibiotika ins Reisegepäck zu packen. Klar würde man die normalerweise in Deutschland nicht einfach so schlucken, aber in Afrika, wenn's drauf ankommt und es geht dir richtig mies, da setzt man dann doch andere Prioritäten.
Ich hatte Glück und traf auf eine Frau, die für sich selbst entsprechend vorgesorgt hatte und mir ein paar Pillen abgegeben hat. So haben wir es dann geschafft bis Swakopmund (ein Eldorado im Hinblick auf Apotheken).
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200615. Okt. 2015 · #2Hallo Kristiana,
Du bekommst hier doch wirklich alles, wirklich alles was Du aus Europa kennst in der Apotheke. Viele Apotheken haben auch deutschssprechende Aportheker. Ich hätte nur mitgenommen, worauf Du wirklich nicht verzichten kannst bzw. wenn Du nur in entlegenste Gebiete fällst. Bei mir sind das meist nur Immodium und (Kopf)schmerztabletten. Also ich würde nie auf die Idee kommen, wenn ich hier irgendwo hinfahre, Antibiotika mitzunehmen. Man ist ja in maximal einem halben Tag immer bei irgendeinem Arzt, Klink, Krankenhaus...
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Freak9965324 Beiträge · seit 200915. Okt. 2015 · #3Hi Christian,
sorry, wenn ich Dir in Teilen widerspreche, aber ich habe auch immer eine kleine Packung Antibiotika dabei. Nur zur Sicherheit.
Die plötzliche Zahnentzündung am Wochenende, Bakterien in Waschräumen und WCs, etc. und klaro - wie Du auch sagst-, wenn man gerade in einer Lodge im Nowhere (Okavango-Delta reicht schon....) ist. Wenn solche Krankheitssymptome auftreten, geht es meist rasant und man weiß genau: anders geht's nicht zu behandeln. Und viel Platz nimmt eine 10er Packung Antibiotika nun wirklich nicht weg.
Im Zweifel dient es nur zur Überbrückung bis man sich in Behandlung begeben kann. Und es beruhigt, wenn man es dabei hat. Ist wie der Regenschirm, den man dann doch nicht braucht.... 😉. Unser Hausarzt hat jedenfalls vollstes Verständnis dafür und vertraut auf seine Anweisungen und unseren gesunden Menschenverstand bei der evtl. Anwendung.
VG
Melanie
Die Strasse gleitet fort und fort, weg von der Tür, wo sie beginnt, weit überland, von Ort zu Ort. Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fusses nach, bis sie sich gross und weit verflicht mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiss es nicht.
J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200615. Okt. 2015 · #4Hi Melanie,
sorry, für das Missverständnis. Bei mir ging es nur um Namibia und da kenne ich keinen Ort, an dem ich - wie gesagt - nicht im wirklich ernsten Fall binnen Stunden eine medizinische Einrichtung erreichen könnte. Ich habe früher auch immer meinen "halben Hausstand" an Medikamenten mitgenommen, aber für Namibia ist es nicht wirklich notwendig. Klar, kann man einfach eine Packung mitnehmen, und das sei auch jedem gestattet. Es ist aber definitiv für Namibia (anders als in vielen anderen Ländern) kein Muss.
Viele Grüße
Christian
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Reiseklaus1'086 Beiträge · seit 200915. Okt. 2015 · #5Hallo zusammen,
das finde ich jetzt aber doch etwas übertrieben. Antibiotika nach gut Dünken einzunehmen. Nicht umsonst gibt es sowiele resistente Krankheiten.
Gruß Klaus
LLLa Leona2'780 Beiträge · seit 200715. Okt. 2015 · #6hallo
mit dem Risiko hier ausgelacht oder kritisiert zu werden stelle ich meine Liste von Medikamenten ein, die aus meiner Sicht in eine Reiseapotheke gehören für Reisen in abgelgene Gebiete woimmer auf der Welt, um sie im Notfall dabeizuhaben. Denn was nützt es einem zwar einen Arzt in einer abgelgenen Lodge oder per Sat Phone (an)rufen zu können aber keine Apotheke in der Nähe ist?
Diese Liste sollte man mit dem Hausarzt auf eigene Bedürfnisse / Krankheitsgeschichte abgestimmt zusammenstellen,
- genügend eigene Medikamente mitnehmen, Fotokopie des Rezepts mitnehmen für den Notfall.
- Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, 30 oder höher. Empfohlene Schweizer Marken: Daylong, Piz Buin in sun, Avène, La Roche-Posay.
- Schnellverband, elastische Binde, Pflästerli
- Stützstrümpfe für die Langstreckenflüg, ev. Tiefentromboseprophylaxe mit dem Hausarzt besprechen.
- Allgemeine Medikamente: Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen) Fieber (z.B. Paracetamol), Kombimittel bei grippaler Erkältung (z.B. Pretuval tbl.), Magenkrämpfe, starke Bauchschmerzen, Koliken (z.B. Buscopan), Durchfall (z.B. Loperamid), Erbrechen (z.B. Metaclopramid), Abführmittel (z.B. Dulcolax), Aufstossen, Magensäure (z.B. Omeprazol)
- Antibiotika: Ciprofloxacin (Infektion der Blase, Niere, Atemwege und Durchfall), Co-Amoxicilin (Breitspektrum-Antibiotika auf Penicilinbasis)
- Sehr starkes Schmerzmittel: Ponstan oder Voltaren
- Augentropfen bei staubbedingter Irritation
- leicht desinfiziernende Salbe
- Fenistil oder Cortisonsalbe bei Mückenstichen nimmt den Juckreiz und wirkt abschwellend
- Lippenpomade mit Sonnenschutz
- Nasensalbe (für trockene Gebiete)
Montango1'667 Beiträge · seit 201115. Okt. 2015 · #7Hallo Leona,
Deine Liste deckt sich ziemlich mit unserer. Klar sollte man nicht unbedacht immer Antibiotika nehmen, wir haben aber mal mitten in der Serengeti mit über 40 Grad Fieber im zelt gelegen (bakterielle Lungenentzündung)
Mit Aspirin ging das Fieber max. 1 Grad runter. Am zweiten Tag haben wir dann Ciprobay eingeworfen, am nächsten Morgen Fieberfrei. Aber bitte dann nicht nur 10 Tabletten mitnehmen, sondern die angegebene Anzahl Tabletten auch bei Beschwerdefreiheit zu Ende nehmen. Meistens 2 Stück / Tag für 4-12 Tage je nach Infektion.
Wir haben in abgelegenen Gegenden immer Breitbandantibiotikum dabei.
LG
Montango
die daheim möglichst überhaupt keine Medikamente nimmt...
chamäleon20112'497 Beiträge · seit 201115. Okt. 2015 · #8Hallo,
auch unsere Arzneibox sieht ganz ähnlich aus, Schmerzmittel gegen Magenkrämpfe ausgenommen, dafür ein wirksames Schmerzmittel bei Hexenschuss. Jeder hat halt seine persönlichen Schwachstellen. 😵
Vom Kunene (Camp Syncro) aus wären wir nicht in einem halben Tag in Opuwo gewesen, die Besitzer brauchen nach eigener Auskunft 8-9 Stunden, wir haben 11 oder 12 gebraucht, aufgeteilt auf zwei Tage. Wenn ich mir da überlege, ich bekomme eine Mandelentzündung mit Eiterstippen auf den Mandeln und mein Mann muss die Strecke allein fahren, weil ich ja angeschlagen bin und ich sitze bei dem Gerappel stundenlang im Auto und habe Schmerzen, dann bleibe ich doch medikamentiert lieber im Camp im Schatten liegen und erhole mich. Ist Gott sei Dank nicht passiert, aber wenn man zum Beispiel im Kaokovelt unterwegs ist, sind die Fahrten zum nächsten Arzt doch schon mal weit und beschwerlich.
Ich würde allerdings das von uns auch mitgeführte Antibiotikum niemals bei unklaren Symptomen (Vielleicht doch Malaria, vielleicht doch was, bei dem Antibiotika nicht wirken ...) einfach mal einwerfen und immer darauf achten, es, wenn schon begonnen, auch eine ausreichend lange Zeit zu nehmen, Reinfekte sind sonst vorprogrammiert und oft noch unangenehmer als die Ersterkrankung. Und natürlich würde ich bei der ersten vernünftigen Möglichkeit einen Arzt aufsuchen.
Liebe Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland
Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide
Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
Lotta401 Beiträge · seit 201115. Okt. 2015 · #9Bakterien, die einer sofortigen Antibiose bedürfen kann man eh nicht selbst diagnostizieren und alle anderen können auch noch einen Tag später behandelt werden, also eher weglassen.
Ich finde aber, dass unbedingt eine orale Elektrolytlösung mit in die Reiseapotheke gehört, denn bei unstillbarer Diarrhoe in Verbindung mit Vomitus bleibt auch kein Immodium o.ä. länger als 2 Minuten drin und nach 2 Tagen Flüssigkeits- und mineralverlust geht's einem arg bescheiden - ob mit oder ohne Antibiose.
z.B. Ciprobay wird als Gyrasehemmer von vielen Ärzten schon zu den Reserveantibiotika gerechnet und sollte nicht als Breispektrum gegen alles Mögliche eingesetzt werden. Ich würde keinem Nichtmediziner empfehlen, ein Antibiotikum mit auf die Reise zu nehmen.
Lottas Anhang
BikeAfrica7'299 Beiträge · seit 200615. Okt. 2015 · #10Montango schrieb:Klar sollte man nicht unbedacht immer Antibiotika nehmen, wir haben aber mal mitten in der Serengeti mit über 40 Grad Fieber im zelt gelegen (bakterielle Lungenentzündung)
Mit Aspirin ging das Fieber max. 1 Grad runter.
... in diesem Fall Aspirin zu nehmen, ist allerdings auch nicht gerade empfehlenswert wegen der blutverdünnenden Wirkung.
In der Gegend gibt es jede Menge Krankheiten, die auch mit hämorrhagischem Verlauf auftreten können wie z.B. Hanta, Rift-Valley-Fever, West-Nile-Fever, Dengue und diverse andere, die eben auch häufig mit Fieber einhergehen. Sollte sich hinter dem Fieber eine dieser Krankheiten verbergen, ist Aspirin nicht unbedingt das Mittel der Wahl.
Fieber senken klappt oft mit nassen/kalten Wadenwickeln besser als mit Medikamenten.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200915. Okt. 2015 · #11Mein Tipp: Gut sortierte Reiseapotheke mitnehmen und mit dem Arzt seines Vertrauens für den Notfall telefonische Erreichbarkeit vereinbahren und Medikamentengabe besprechen.
Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit
www.butterblume-in-afrika.de
buma831 Beiträge · seit 200916. Okt. 2015 · #12...und die leichtgewichtigen, nicht flüssigen Medikamnete immer im Handgepäck mitführen. Wir haben mal mehr als eine Woche auf unsere verlustig gegangene Tasche (incl. Malariaprophylaxe) gewartet. Sie wurde uns in den hintersten Winkel vom KNP nachgeliefert...
LG
Marga
Freak9965324 Beiträge · seit 200916. Okt. 2015 · #13Wenn ich das hier alles so lese, dann hat offensichtlich noch nie jemand die Erfahrung gemacht binnen Stunden z.B. eine hochgradig schmerzende Blasenentzündung zu bekommen 🤢 und es ist Sonntag oder Abhilfe (Arzt, Antibiotikum, etc.) aus anderen Gründen nicht schnell erreichbar. Und bei sowas z. B. hilft nix anderes.
Jeder normal denkende Reisende wird kaum ein Antibiotikum "auf Verdacht" einwerfen.
Wir werden es weiterhin dabei haben.
VG
Melanie
Die Strasse gleitet fort und fort, weg von der Tür, wo sie beginnt, weit überland, von Ort zu Ort. Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fusses nach, bis sie sich gross und weit verflicht mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiss es nicht.
J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe
wüstenfee749 Beiträge · seit 200616. Okt. 2015 · #14meine Reiseapotheke:
Aspirin, Schmerzmittel, Schmerzsalbe, Pflaster, Verband
lg Wüstenfee
afrika-paula309 Beiträge · seit 200916. Okt. 2015 · #15Also ich nehme ab sofort immer reine medizinische Kohle mit, die mir in diesem Jahr eine sehr nette Flugbegleiterin von der Condor gegeben hatte, als mir in einer Lodge das Kudusteak Medium, meinen Magen verreckte. Ging es mir schlecht!! 🤢 Dieses "schwarze Pulver" aufgelöst in heißem Wasser hat mich innerhalb kurzer Zeit von dem Problem befreit. Unglaublich! Von Kohletabletten hätte ich Unmengen nehmen müssen, um die gleiche Wirkung zu bekommen.
Ja, Antibiotika sollte ich vielleicht auch mitnehmen?! Mitten in der Wüste ist man nicht so schnell bei einem Arzt, wenn wirklich ein erstes Problem auftauchen sollte. Bin sonst nicht der Typ der Antibiotika nimmt. Auf keinem Fall prophylaktisch!!! Es gibt ja schon so viele resistente Keime.
LG Paula
Armin2'346 Beiträge · seit 200616. Okt. 2015 · #16Hallo,
bin kein Arzt und möchte meinen Kommentar zu diesem Thema keinesfalls als medizinische Empfehlung verstanden wissen:
Doxycyclin ist ein altbewährtes, preisgünstiges Breitband-Antibiotikum und wird von der WHO als Malaria-Prophylaxe empfohlen, ist allerdings in Deutschland nicht als solches registriert (hat wohl eher formale bzw. kommerzielle Gründe). Wenn man trotzdem auf Doxycyclin als Malaria-Prophylaxe setzt, hätte man das "Problem" mit dem Antibiotikum gleichzeitig mitgelöst. Über Nebenwirkungen (die alle Prophylaktika und natürlich auch Antibiotika haben) möchte ich an dieser Stelle auch keine Diskussion anfangen.
Viele Grüße
Armin
Otji392 Beiträge · seit 200816. Okt. 2015 · #17Nur mal so als Frage: Sind Antibiotika nicht verschreibungspflichtig? Wie kommt man denn da dran, wenn man vor der Reise nix hat? Den Arzt belügen?
Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst Du nur das Zauberwort.
- Joseph von Eichendorff
chamäleon20112'497 Beiträge · seit 201117. Okt. 2015 · #18Halte ich für keine gute Idee, wenn ich das machen würde, wäre das bei Entdeckung das letzte Rezept "zur Vorsicht", das mein Hausarzt mir gegeben hätte. Außerdem, wie soll ich bei einem einigermaßen erfahrenen Arzt eine Erkrankung, die eines Antibiotikums bedarf, "erlügen", blöd ist der nun nicht.
Ich halte es da lieber mit erklären (einsam, weit entfernt vom nächsten Arzt ... ) und freundlich bitten. Gepaart damit, dass mein Arzt mich kennt und weiß, was ich selber abschätzen kann und was nicht und dass ich nicht leichtfertig irgendwas einwerfe, verschreibt er mir dann was. Das gilt für Antibiotikum, kodeinhaltigen Hustensaft, starke Schmerzmittel, die ich meist erst nach Jahren (Ablaufdatum) zurückgebe und dann bei Bedarf nach einem neuen Rezept frage.
Ein Arzt, der mit, nur weil ich eine nicht nachweisbare Erkrankung erfinde und er das nicht bemerkt, gleich wer weis was aufschreibt, wäre jetzt eh nicht mein Fall.
Liebe Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
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Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide
Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
BikeAfrica7'299 Beiträge · seit 200617. Okt. 2015 · #19Otji schrieb:Nur mal so als Frage: Sind Antibiotika nicht verschreibungspflichtig? Wie kommt man denn da dran, wenn man vor der Reise nix hat? Den Arzt belügen?
... ich nehme ja in der Regel nur das mit, was sich ohnehin in der Hausapotheke befindet (nämlich gar nichts). 😉
Wenn ich jedoch vor einer Reise stehe und der Impfschutz gegen Tollwut ist aufzufrischen, im Reiseland grassiert gerade die Cholera oder ich bin der Meinung, Malaria-Prophylaxe wäre angezeigt, dann gehe ich zu einem erfahrenen Reisemediziner (der Dritte-Welt-Länder nicht nur von eigenen Reisen, sondern auch aus beruflichen Gründen kennt) und erzähle ihm, was ich vorhabe. Da kam es auch schon ein oder zwei Mal vor, dass mir der Arzt von sich aus ein Antibiotikum empfahl und verschrieb, weil er meinte, dass ich im Falle eines Falles Probleme hätte, das vor Ort zu bekommen.
Wenn ich dorthin ginge und sagte, für eine Reise in die Region X hätte ich ein besseres Gefühl, wenn ich ein Antibiotikum dabei hätte, dann würde ich das wohl auch verschrieben bekommen.
Allerdings habe ich von mir aus noch nie danach gefragt ...
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Montango1'667 Beiträge · seit 201117. Okt. 2015 · #20Armin schrieb:Hallo,
bin kein Arzt und möchte meinen Kommentar zu diesem Thema keinesfalls als medizinische Empfehlung verstanden wissen:
Doxycyclin ist ein altbewährtes, preisgünstiges Breitband-Antibiotikum und wird von der WHO als Malaria-Prophylaxe empfohlen, ist allerdings in Deutschland nicht als solches registriert (hat wohl eher formale bzw. kommerzielle Gründe). Wenn man trotzdem auf Doxycyclin als Malaria-Prophylaxe setzt, hätte man das "Problem" mit dem Antibiotikum gleichzeitig mitgelöst. Über Nebenwirkungen (die alle Prophylaktika und natürlich auch Antibiotika haben) möchte ich an dieser Stelle auch keine Diskussion anfangen.
Viele Grüße
Armin
Hallo Armin,
Doxycyclin hilf als Antibiotikum fast nur noch gegen tick bite fever. Dagegen wird es auch noch in D verschrieben. Hatten wir gerade nach unserem letzten Afrikaaufenthalt.
Als Prophylaxe würde ich es nicht nehmen, es macht nämlich sonnenempfindlich 🙂
LG
Montango