Lake Natron von der Kenia Seite und Shompole

Reisebericht 26 Antworten · 8'500 Aufrufe · gestartet 30. Sept. 2015 von Bushtruckers
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201430. Sept. 2015 · #1
Liebe Foris

Am 25.9. um 08.00 morgens waren alle beim Nationalmuseum in Kenia versammelt.Auch der Minibus für die Campausrüstung ist vor Ort und wird beladen. Das Ziel, der Süden Kenia’s - Shompole, Nguruman Berge und der Natronsee. Die Aufgabe in verschiedenen Pentats Vögel indentifizieren und erfassen. Ein Pentad ist ein 9x9 km grosses Quadrat auf der Landkarte. Es gilt also so viele Pentads und Vögel zu besuchen und zu finden, wie es moeglich ist. Nun, dies alles kann auch etwas abenteuerlich werden....
Durch den Nairobi Verkehr schaffen wir es zum Glück locker und auch durch Ongata Rongai. Kurz nachdem wir die Ngong Berge überquert haben, wird die Strasse schlecht und so bleibt es auch... früher wurde diese von der Magadi Soda Fabrik unterhalten, heutzutage sollte sich die Regierung drum kümmern. Mein Fahrer Joseph





Gelegentlich versuchen Männer etwas Sand in die Schlaglöcher zu werfen und hoffen auf einen Batzen von Autofahrern. Diese Strasse wir von Angestellten der Sodafabrik benutzt, aber auch von Lastwagen, die Wasser für die lokale Bevölkerung bringt und deren an der Strasse stehenden Behälter füllt. Leider wird auch viel Holz und Holzkohle aus der Gegend abtransportiert. So gegen 09.30 sind wir bei der Soda Fabrik am Magadi See. Die Temperatur ist schon ganz schön hoch.



Wir fahren nun durch den trockenen Sodasee und eine weiterhin trockene Gegend. Doch der lebensspendende Ewaso Ngiro Fluss hat noch Wasser. Wir entdecken einige Grantgazellen und Maasaigiraffen. Die weiteren Säugetiere sind Schafe, Ziegen, Kühe und Esel.



Es wurde vereinbart, dass wir bei Olorgesailie eine kurze Pause einlegen. Der Ort gehört dem National Museum von Kenia und in dem kleinen Museum sind Fundgegenstände aus der Frühzeit ausgestellt. Daneben ist es ein super Ort für Vögel, aber auch Pflanzen. Vor vielen Jahren hatten wir hier einen Botaniekurs. Der Berg im Hintergrund ist Shompole.


Flammenkopfbartvogel



Sie haben alte und neue Bandas, in denen man übernachten kann. Hier eine der neuen. Toiletten und Duschen, sowie Sitzplätze am notwendigen Schatten sind vorhanden.



Weiter geht’s auf der noch etwas Teerstrasse und bald Naturstrasse, die besser zu fahren ist. Kurz nach Mittag sind wir am Ziel. Ueber die Brücke des Ewaso Ngiro



Dann gleich links abbiegen und wir sind am Ziel. Somit können wir unsere Zelte aufbauen, während der Koch das späte Mittagessen zubereitet.




..........
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3'700 Beiträge · seit 200930. Sept. 2015 · #2
Uiih, Elvira!

Wo hast du denn schon wieder gesteckt??? Vielen Dank, dass du uns in diese wenig besuchte Ecke Kenia entführst. Das verspricht ein sehr interessanter Bericht zu werden.

Mit gespannten Grüßen
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
8'054 Beiträge · seit 200830. Sept. 2015 · #3
Coucou Elvira,

Ich bin natürlich auch dabei! 🙂

Wenn es etwas Besonderes gibt, muss ich einfach mit. 😄

Freue mich auf die Fortsetzung.
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
1'366 Beiträge · seit 201101. Okt. 2015 · #5
picco schrieb:
...denn ich kann ja den Joseph nicht als einzigen Mann mit so vielen Frauen losfahren lassen....der arme Kerl!!! 😈
Ich unterstütze euch 😎 😎
Gruß Thorsten :) Thorsten Hanewald Photography Auf den Spuren der Gnus - Tansanias Norden Zu Besuch im Angama Mara Camp (Mara Triangle) Masai Mara intensiv " Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201401. Okt. 2015 · #6
Guten Abend allerseits

Ihr seid natuerlich alle herzlich willkommen.

@ Marina, ich habe nicht gesteckt, sondern bin gegangen, gefahren worden, gesessen oder gelegen.... wer mal gesteckt hat, kommt spaeter

@ Picco - habe ich einen Schreibfehler gemacht? wir waren nur 3 Frauen, in einem Maennerteam, Gruppenfoto folgt

@ Annik - ich glaube ich darf sagen, dass die Tour besonders war....

Fortsetzung kommt baldmoeglichst.

Liebe Gruesse
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Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201401. Okt. 2015 · #7
So sieht das einfache, aber idyllische Camp aus. Spültoiletten sind 2 und Duschen ebenfalls, jedoch müssen sie bei den offenen Linken noch ein paar Verbesserungen anbringen. Doch ich genoss die Duschen unter freiem Himmel, um die etlichen Liter Schweiss und Kilos Staub abzuwaschen. Die Gegend ist ganz toll warm.... Birgitt, ich habe leider das Thermometer vergessen....



Während unser Gruppenführer uns das Programm erklärt, schweifen meine Augen schon wieder überall hin. Da ein Greif über uns fliegt, kann ich nicht widerstehen... gibt einen Rüffel, doch meine Ohren hörten doch die Worte. Sie haben ihn dann als Fleckenadler identifiziert.



Nachdem wir das schackhafte Gemüse mit Reis gegessen hatten, wurde uns eine kleine Pause gegönnt und dann fingen wir an Vögel am Flussufer zu suchen. Fotografieren war nicht so einfach, da die meisten im Schatten von Blättern verdeckt waren. Doch ein fotogenes Highlight hatten wir - Perlkautz. Das Käutzchen war so lieb und liess uns ganz nahe heran, bevor es ihm dann doch zu bunt wurde.





Noch im Hellen durften wir unsere Dusche geniessen. Danach wurde der Kuchen für Washington, unseren Gruppenführer ausgepackt. Schliesslich ist heute sein Geburtstag. Fleur, Mitte 70, hat liebenswürdigerweise dran gedacht. Sie ist eine der erfahrensten Ornithologen in Kenia und leitet heute noch regelmässig Fussvogelpirschen. Gelegentlich auch wo ich wohne. Dies eine Tätigkeit, die von Nature Kenya organisiert wird. Das hübsche Maasaimädchen ist die Tochter unseres lokalen Führers, der sich in Selbsttraining Englisch und viele Vogelarten beigebracht hat. Hut ab!





Wie entdeckt man Spinnen im Dunkeln? Vor vielen Jahren las ich mal in einem Tierheft und “Tausende Spinnenaugen glitzerten wie Diamanten im Taschenlampenlicht....” das blieb hängen, obwohl ich die Phobie losgeworden bin. Dies eine wandernde Wolfsspinne, Durchmesser von Bein zu Bein ca. 5 cm. Die Weibchen tragen die Jungen auf dem Rücken, bis sie gross genug sind, auf sich selber aufzupassen.



Es ist 20.30 Uhr, ab ins Bett, denn morgen ist Tagwache um 5.00, Frühstück um 05.30 und um 06.00 Aufbruch.


.....
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Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201402. Okt. 2015 · #8
26.9. Aufwachen vor 5 Uhr morgens nach einer herrlichen Nacht begleitet von dem herrlichen Ton der Löwen. Ja, die gibt es hier! Das Frühstück besteht aus Bohnen aus der Dose, Brot, Spiegelei, Kaffee, Milch und Tee. Nachdem nun jeder sein Picknickpaket gefasst hat, fahren wir los. Es ist noch nicht hell, doch bald kommt die Sonne raus. Unser lokaler Führer ein Maasai Namens Michael gibt Joseph Anweisung, welchen Naturweg er nehmen soll. Die Sträucher links und rechts sind Mesquite Büsche (Prospis juliflora). Diese wurden von der Regierung und NGOs in Kenia einfeführt. Sie sollen als Feuerholz dienen und die Hülsen als Viehfutter - es soll sich in Mexiko, wo sie herkommen bewährt haben. In Kenia sind sie zur Pest geworden! Die Dornen verursachen infizierende Wunden und an den Samen beissen sich die Ziegen die Zähne aus. Aus dem Baringo Gebiet hat ein Mann seine Ziege bis in den Gerichtssaal gebracht. Dieser Strauch hat enorm tiefe Pfahlwurzeln und saugt anderen Pflanzen das Wasser weg. Da sie sehr viele Samen haben, verbreiten sie sich auch schnell, zumal sie auch von Elefanten gefressen werden, wie wir in einem Dunghaufen sahen. Angeblich soll die Kohle, die zum Fleischbraten benutzt wird, Magenverstimmungen verursachen. Wieder mal ein Beispiel, was eine eingeführte Pflanze verursachen kann.




Es geht Richtung der Nguruman Berge. Bald staunen wir echt - riesige Mangobäume voller Mangos! Diese wurden vor vielen Jahren hierhergebracht und gedeihen super auf ca. 700 m Höhe und mit Frischwasser von den Bergen. Doch es sind nicht Maasai, die das betreiben, sondern andere Stämme. Wasser wird hier kanalisiert und in Gemüsegärten geleitet. Ein Einod inmitten einer sonst wüstenartigen Gegend. Auf einem idyllischen Parkplatz neben einem Bach bleibt das Fahrzeug und wir gehen zu Fuss weiter.



Es geht durch den Fluss und Steine müssen hingelegt werden, um denjenigen, die keine Känguruhs mehr sind, nasse Schuhe zu ersparen. Hilfreiche Hände werden uns auch gereicht. Langsam kommen wir voran, denn es heisst ja noch nach Vögeln Ausschau halten, die Ohren offen zu halten, um zu hören, wer von wo ruft. Und daneben hat es noch interessante Pflanzen. Der Weg auf dem linken Flussufer ist zu schwierig, also wieder aufs rechte, was heisst, es muss nun ein dicker Ast her, um einen Pfad zu haben. Viele Vögel sind einfach, doch der Schillingsbülbül bereitet Kopfzerbrechen und wird später anhand meiner nicht grandiosen Fotos genauer beschaut und bestätigt. Wie ist der Augenring, der Schwanz, die Schwungfedern....


Der Amethystnektarvogel auf der honigtragenden Akazie (Acacia mellifera) ist dahingegen einfach



Langsam, Schritt für Schritt geht es über Steine und Wurzeln und unter Aesten durch. Bis wir an diese herrliche Stelle kommen, wo eine Pause eingelegt wurde. Einige gingen noch etwas weiter hoch. Man kann auch auf den höchsten Punkt wandern...



Die durch Erosion freigelegten Gesteinsschichten. Ziegen krabbeln da auch rum, doch ist wohl die meiste Erosion natürlich.



Beim zurückspazieren kommen wir an Dung und versuchen den Verursacher zu ermitteln - wir einigen uns auf Zibetkatze, die mehrmals den gleichen Platz benutzte, um auch gleich zu markieren. Ich will jetzt auch keine Pflanzenkunde betreiben, doch den Elefantenfussball möchte ich Euch nicht vorenthalten. Elefanten graben in der Trockezeit die Knollen aus. Die Ranken wachsen an Bäumen hoch. Die langen, grünen Blätter gehören der Sanseviera frequens. Die Trockengebietspflanzen faszinieren mich immer wieder....



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5'479 Beiträge · seit 200905. Okt. 2015 · #9
Hallo Elvira,

ein schöner Bericht über eine traumhafte noch recht unbekannte Gegend Kenias.

Könntest Du ein paar touristische Infos zu der Gegend posten. Ich hätte schon Interesse, das Gebiet in die nächste Kenia-Reise einzubauen.

Mich interessieren in erster Linie Infos zu den Campingmöglichkeiten, zur Sicherheit und ob es möglich ist, von dort direkt in Richtung Massai Mara weiter zu fahren.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201405. Okt. 2015 · #10
Hallo Topobaer

die Gegend ist sicher, sowohl zum Durchfahren, wie auch zum Campen.

Bisher habe ich noch keine gute Antwort betreffend direkte Route in die Masai Mara bekommen. Wenn ich mehr weiss, schreibe ich es.

Was ich allerdings so beobachtet habe, ist, dass mal irgendwo ein Weg als Privat betrachtet wird und Geldzoll verlangt wird. Oder dass ein Tor ohne Schluessel den Weg versperrt. Zudem ist es ein totales Wegwirrwarr.

Liebe Gruesse
Elvira
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Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201405. Okt. 2015 · #11
Michael unser ortskundiger Führer hat entschieden auf der schwierigeren Seite flussabwärts zu gehen.



Noch einem werfe ich einen Blick das Flusstal hoch. Ich bin müde, obwohl wir eigentlich distanzmässig nicht weit gingen.Doch es ist heiss und ich will zum Auto. Die Gruppe braucht etwas länger, da es da wohl noch Vögel hat.



Dafür fotografiere ich schon wieder eine Planze - Calotropis procera - French Cotton oder Dead Sea Fruit aus der Familie der Asclepiadaceae / Schwalbenwurzgewächse. Öffnet man die grossen Fruchtkapseln, so kommen seidene Fäden mit Samen dran raus. Dies gab dieser Unterfamilie den anderen Namen, Seidenpflanzengewächse. Die Maasai nehmen den Saft, um Tierhäute zu enthaaren.



Joseph sieht müde aus. Er hatte sein Zelt mit dem Koch geteilt und der hat zu laut geschnarcht. Für die restlichen Nächte wurde der Koch umgesiedelt.



Ich suche mir einen Sitzplatz, doch die Vögel im Baum, die von den reifen Sycamore Feigen Früchten fressen.... fangen meine Blicke. Plötzlich sieht es aus, als ob es schneit. Kühe kommen durchs Gebüsch scheuchen ganz viele Schmetterlinge auf. Also nichts mit Sitzen... Schmetterlinge jagen. Sobald sie sich wieder sicher fühlen, setzen sie sich hin, oft einige an trockenen Aesten. Sieht echt gelungen aus.



African Blue Tiger

Bald kommt nun auch die Gruppe an und es ist Picknickzeit. Gebratenes Huhn, ein leckeres Sandwich, eine Banane und ein Fruchtsaft. Danach “ruhen” oder besser gesagt, Vögel im Baum versuchen zu fotografieren. Ein Maskenpirol lässt sich die Früchte der Sycamore Feige schmecken und bald kommt auch noch ein Schwarzohrpirol dazu - eine für mich neue Art.



Maskenpirol

Es heisst nun weiter und wir fahren in die Nähe des herrlichen Mangowaldes und kommen wieder an einen Fluss. Erster Blickfang, ein bunter Schmetterling. Dann heisst es Scharlachweber.... und der ist grade beim Nest bauen.



Wir wollen in einen anderen Pentad und somit fahren wir in der Nähe des Camps vorbei und weiter, ins Schutzgebiet. Staub, Staub, Staub bis endlich in der Nähe eines Sumpfes noch Gras ist. Ich frage Michael, was fressen hier die Kühe. Er meint nur, gute Frage.... aber eine Antwort kam nicht.



Man staune, jetzt hat es plötzlich Wildtiere - Grantgazellen, Maasai Giraffen, Zebras, Gnus, Impalas.... und Michael sagt den Leuten, da seien auch die Löwen. Der Erfolg, es wird nun beratschlagt, zu Fuss ja oder nein. Ja, aber alle beeinander bleiben. Was soll’s wir haben zusätzlich noch einen Maasai Ranger dabei, den wir bei einer Manyatta abholten. Allerdings hat er keine Schusswaffe, doch ein Näschen für Löwen....



Als noch Löwenspüren gefunden wurden, war wieder neu Angst entfacht. Komischerweise habe ich keine Angst, denn ich hatte in Botswana damals Fussafaris gemacht und die Löwen zogen ab. In Kenia waren Löwen schon am und im Camp und wie Ihr seht, kann ich noch schreiben. Das heisst nicht, dass ich blind in der Gegend rumlaufen würde... Wir notieren fleissig Vögel, und um einen mit der Kamera zu schiessen, damit wir sicher sind, welche Art es ist, lief ich zu den Büschen hin. Es kamen einige zusammen, doch die Kamera wollte kaum scharf stellen. Ob das Licht mit dem Staub einen Einfluss hatte? Vor dem Eindunkeln fuhren wir ins Camp. Eine herrliche Dusche, leckeres Gemüse mit Reis und ab ins Bett, trotz Vollmond am Himmel.
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Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201407. Okt. 2015 · #12
Es ist noch dunkel, sprich 03.00 Uhr, als das Handy klingelt. Aufstehen, Frühstücken, Picknickbeutel packen und ab ins Auto. Um 04.00 Uhr starten wir - das Ziel - der Natronsee. Michael dirigiert Joseph auf den Naturstrassen. Fragt mich nicht wie er sich orientiert, es sieht alles gleich aus. Es heisst nur von hinten, links, rechts, gradeaus... Keiner ausser Micheal weiss, wo wir uns befinden. Nach 2 fängt es an etwas heller zu werden. Anhalten, um den Sonnenaufgang zu fotografieren, ist aus zeitlichen Gründen nicht erlaubt und auch nicht möglich, man würde total in einer Staubwolke ertrinken. Es ist nicht Sand, sondern Vulkanasche vom Oldonyo Lengai. Drum halt Bilder vom fahrenden Auto aus.







Wenn Ihr nun denkt, dass wir durch eine unbewohnte Gegend fahren, dann weit gefehlt. Es leben hier Maasai und bitte, stellt nicht die Frage, wovon sich die “Nutztiere” ernähren. Denn dank der langen Dürre sind weitflächig die letzten Wurzeln aus dem Boden rausgefressen. An Wildtieren finden wir wenig, eine Grantgazelle und eine schöne Gruppe Maasai Giraffen. Die Akazienblätter hoch oben können die Ziegen ja nicht abfressen. Gut gemacht Giraffe mit dem langen Hals.

Es wird staubiger und staubiger. Man sieht er ist hoch und Joseph meint, “the car is going”. Also anhalten und schauen, wo die Lösung ist. Erst aussteigen, als der Staub etwas verflogen ist. Einzige Lösung durch die Büsche einen Weg suchen, wo noch keine Fahrzeuge den Untergrund aufgeweicht haben. Klappt!

Die Brücke führt über den Ewaso Ngiro Fluss, dem wir bis zum Lake Natron folgen. Im Hintergrund versuchen sie durch Bewässerung Landwirtschaft zu treiben.



Das die Brücke für die Motorräder oder Pickipicki wie sie in Kenia und Tansania heissen



Es ist nun etwa 08.00 Uhr und wir sind nicht mehr weit vom Lake Natron entfernt. Doch da ist Hindernis Nr 1. Die Männer, ja Picco, es wäre doch zu langweilig nur Frauen .... werfen Steine rein und Joseph fährt dann souverän durch.



Zu früh gelacht, eine kurze Strecke weiter, kommt Hindernis Nr. 2 und da sieht es noch böser aus. Also noch mehr Steine reinwerfen.



Ein paar Steine werfe ich auch rein und ein Stein von jemand anderem spritzt, blöderweise ins Auge. Also rausweinen lassen. Doch fotografieren der Pflanzen geht dennoch.



Die rosa blühenden sind Wüstenrosen (Adenium obesum, ein Hundsgiftgewächs, also giftig), die breiten, grünen Blätter Sanseviera frequens aus der Drachenpflanzefamilie, die leicht 4-eckigen rechts hochragend Euphorbia heterochroma und hinten, ganz grün Fingereuphorbie (Euphorbia tirucalli).

Joseph fährt auch hier problemlos durch und nach wenigen Minuten sind wir an der Grenze. Hier getraute ich mich nicht zu fotografieren. Es steht da also eine Strohhütte und davor stehen Maasais. Mit denen wird nun verhandelt, denn keiner hat ein Visum. Würde auch nicht helfen, denn es ist kein offizieller Grenzübergang. Nach so 20 Minuten diskutieren und etwas bezahlen, steigt einer der Maasai zu und weiter gehts - Tansania wir kommen. Der Weg ist gut, leicht kiesig, stellenweise von “Gras” bewachsen. Ein paar kleine Rinnsale werden umfahren. Und dann kommts, der Landcruiser bricht ein. Nichts hätte man dem Boden ansehen können.



Der Untergrund gibt nach und dieses lehmige Sodageschmiere macht den reifen fein wie eine Wursthaut. Hilft nur der Wagenheber. Doch der hält a nicht auf dem Boden und b ist er zu hoch, um unter die Stosstange geschoben zu werden. Also graben, Steine rein und ein Brett drauf und das bis es passt. Das Auto wird nun hochgebockt, so dass Steine unter das Rad geworfen werden können.



Wir Damen werden weggeschickt und spazieren zum Lake Natron, der nun gleich um die Ecke ist. Die Temperatur ist noch angenehm, doch das Licht flimmert und reflektiert vom Sodasee. Das das beste Bild von den vielen Flamingos. Die Gruppe schätzt und es kommen Zahlen zwischen einer halben und einer Million. Zudem sind auch noch grössere Gruppen von Rosapelikanen auf dem See. Es ist eindrücklich die rosa Fläche anzusehen. Schon bald flimmert die Luft und man sieht die Flamingos doppelt.



Ich spazier mal wieder zum Auto zurück. Oh nein, nun hat sich der rechte Hinterreifen auch noch eingegraben. Beide sind also auf einer Stelle, wo Wasser unterirdisch fliesst. Nun wir stellen fest, dass hier ziemlich viel von diesem grünen Gras ist - also der Indikator. Man/Frau lernt. Es haben sich noch mehr Maasai dazugesellt und schieben, als auch unter diesem Reifen genügend Steine liegen. Schwups, das Auto fährt. Toll gemacht Jungs. Nun ist die ganze Gruppe am See und das starke Fernrohr wird ausgepackt und aufgestellt. Vögel sollen hier auch gezählt werden. Bald spazieren wir langsam weiter, zu einer Stelle, wo Süsswasser ist und sich etliche Vogelarten tummeln. Pelikane kreisen über uns.





Seidenreiher, Graureiher, Pünktchenenten, Säbelschnäbler, Nimmersatt, Braune Sichler, Stelzenläufer, Graukopfmöven, Nilgänse, Kapenten, Löffler, Kühe und Esel sind in unserem Blickfeld. So kurz nach 10.00 Uhr verabschieden wir uns vom See und fahren wieder an den Grenzposten. Und nun haben wir auch erfahren, dass es eine Strasse oben rum gibt, wo die Männer vorher Steine reinwerfen mussten. Also kommen wir ganz schnell vorwärts auf der ordentlichen Holperpiste. An einer idyllischen Stelle am Fluss halten wir. Ein Nilwaran springt ins Wasser und ein Fitis lässt sich fotografieren. Ein Teil der Zugvögel sind bereits hier.



Zum Picknicken fahren wir weiter, fordern aber ein ebenso nettes Plätzchen mit grossen, schattenspendenden Bäumen. Und das bekommen wir auch! Da turnen ein paar Vögel rum und jegliche Libellen - auch diese Grosslibele / Tigerschwanz (Ictinogomphus ferox)



Noch wird etwas gerastet, bevor es Richtung Camp geht. Wir fahren eine andere Route, wo kein tiefer Staub mehr liegt, sondern mehr steinig ist. Der Grund, warum wir nachts hier nicht durchgefahren sind, dass hier gelegentlich vom Landbesitzer Autos angehalten werden. Riesentrappen, Zebras, Grantgazellen und Giraffen bekommen wir zu sehen und Windhosen steigen in den Himmel.



Etwa um 15.00 Uhr sind wir im Camp. Doch Washington gönnt uns keine lange Pause......
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1'737 Beiträge · seit 201007. Okt. 2015 · #13
Liebe Elvira

Ich habe mich natürlich ganz heimlich zu Eurer Tour darzu gemogelt. Es ist ja immer hoch interessant, neue Ecken in Afrika zu erkunden. Danke, dass Du uns mit nimmst. So nun packe ich mal die Karte von Kenia aus, damit aus dem grossen weissen Fleck, der erste Farbtupfer wird. Ich habe nämlich im Moment keine Ahnung wo Ihr seit - ausgenommen andere Seite vom Lake Natron. So viele Flamingos waren aber bei uns im Juni auf der anderen Seite nicht zu sehen. Doch die Lichtverhältnisse waren ähnlich schlecht für Fotos - so ist hat die Natur.

Ich freu mich auf die Fortsetzung.

LG
Christa
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201407. Okt. 2015 · #14
Liebe Christa

willkommen an Bord. Wenn Du Google Map benutzt, kommt wirklich nicht viel dabei raus. Doch ein Tipp, folge dem Ewas Ngiro Fluss vom Natron See her, Richtung Norden. Und dort, wo dieser und die Strasse sich kreuzen, haben wir gecampt.

Ich bin gespannt auf den Natron See von Tansania aus... ist ja nicht mehr so lange, bis dahin.

Liebe Gruesse
Elvira
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1'737 Beiträge · seit 201007. Okt. 2015 · #15
Liebe Elvira

Bis zur Reise Know How Karte Kenia habe ich es schon gebracht und Tracks4Africa gibts auch noch. Ich habe es inzwischen gefunden. Ich denke mein Bücherregal muss noch einen guten Reiseführer von Kenia bekommen, damit dieser grosse weisse Fleck auf der Afrika-Karte ein wenig mehr Farbe in meinem Kopf bekommt.

Besten Dank für die Orientierungshilfe.

LG
Christa
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3'700 Beiträge · seit 200907. Okt. 2015 · #16
Liebe Elvira,

vielen Dank für den deutschen Namen von Ictinogomphus ferox. Der fehlte mir noch! 😘 😘 😘

Herzliche Grüße und Dank für diesen außergewöhnlichen Trip Report
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201408. Okt. 2015 · #17
Liebe Marina
der Name Tigerschwanz ist frei aus dem Englischen uebersetzt. Sie gehoeren in die Familie der Flussjungfern / Gomphidae.

Liebe Gruesse
Elvira
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2'338 Beiträge · seit 200708. Okt. 2015 · #18
Liebe Elvira

Deinen Reisebericht lese ich mit grossem Interesse, da die Gegend auch schon auf unserem Plan stand. Ein in Nairobi wohnhafter Schweizer hatte uns mal vor vielen Jahren davon vorgeschwärmt. Mal sehen, ob wir’s irgendwann noch dort hin schaffen.

Berichte über Gegenden, die hier im Forum noch nie beschrieben wurden, finde ich immer ganz besonders spannend. Danke dafür.

Liebe Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201408. Okt. 2015 · #19
Liebe Erika

Danke - es freut mich natuerlich, wenn Dir der Bericht gefaellt, auch wenn diesmal weniger Grosstiere drin vorkommen. Die kommen dann im Oktober - hoffentlich.

Es ist echt eine faszinierende Ecke!

Liebe Gruesse
Elvira
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Themenstarter1'580 Beiträge · seit 201408. Okt. 2015 · #20
Also nach nur 30 Minuten Pause geht es weiter. Diesmal an den Fuss der Nguruman Berge. Michael dirigiert Joseph wiederum über die Sandpisten bis irgendwann ein Weg kommt, der befestigt ist und bald ansteigt. Für die letzten 100 m wird der 4x4 eingeschaltet, da es wirklich steil ist, wenn auch eben. Und dann stehen wir auf dem Parkplatz der Lentorre Lodge



Peter, ein Maasai, der Manager, der aber auch Goldlevel Guide bei der Kenya Professional Safari Guide Association ist, führt uns in der Lodge rum. Diese ist leider im Moment geschlossen, da sie kein Wasser haben. Doch sie arbeiten an einer Lösung. Es gibt auch unweit von der Lodge eine Airstrip... man staune.



Der Empfang



Das Jacuzzi vor jedem Zelt - wau!



Das Bad ist auch nicht ohne...



Eins der Schlafzelte. Die Moskitonetze werden nur nachts runtergelassen und mit Reissverschlüssen versiegelt. Tagsüber ist alles offen.



Der Blick auf die Shompole Berge und nicht vergessen, wir sind am Vögel aufnotieren. Peter bestimmt grade einen.



Die hat es überall und nicht in kleiner Zahl - Mahaliweber



Und das ist die Bande die nach dem Ausflug an den Lake Natron sich an einer kalten Limonade gütlich tut. Man kann auch dabei Vögel schauen....



An dieses Wasserloch kommen auch Löwen. Nur leider hat es im Moment dafür kein Wasser. Wir gehen noch etwas in der Gegend rum, bevor es Zeit ist, den Weg ins Camp zu finden, wo der Koch bereits das Abendessen zubereitet hat. Doch erst die Dusche.... Es gab nun mal Kartoffeln... und es schmeckte lecker auch ohne Fleisch.

Ab ins Bett, es ist knapp nach 20.00 Uhr.
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