Kenya: Von Löwen, Lämmern, Savanne & Süßigkeiten

Reisebericht 124 Antworten · 22,5k Aufrufe · gestartet 08. Apr. 2015 von Mwotaji
1'580 Beiträge · seit 201401. Mai 2015 · #101
Halloechen

eigentlich habt Ihr Glueck gehabt mit dem Lamm. Die Strecke nach Namanga ist diesbezueglich die Hoelle zu fahren. Alles ist ohne Kontrolle auf der Strasse und auch wenn sie einen Auto/Bus kommen sehen, werden die Herden dennoch rueber getrieben....

Denen die KSH 2.500 zu geben, war echt die beste Loesung... zurueckfahren und dann haengenbleiben und sich die ganzen Beschwerden anhoeren, haetten weniger gebracht. Umgebracht haetten sie Euch nicht.

Danke fuer den spannenden Bericht und liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
1'580 Beiträge · seit 201401. Mai 2015 · #102
Zu Deiner Frage, was alles zu den Ueberschwemmungen fuehrt... Abholzung und Ueberweidung.

Narok liegt in einem Tal und genau die Stelle hat ein grosses Wassereinzugsgebiet. Es wurde gesagt, dass waehrend der Kolonialzeit die Maasais den Ort gewaehlt haben, eben weil er gerne ueberflutet wird, in der Hoffnung, dass die Weissen den Ort nicht moegen.

Dann ist Narok rasant gewachsen und da ohne Plan, was ja hier normal ist. Dem Wasser wurden nun durch die illegalen Behausungen, die Wege abgeschnitten und nun konzentriert es sich noch mehr. Wer die Afrikanischen Regen kennt, weiss wie viel Regen in kurzer Zeit runterkommen kann. Es geht dann ganz schnell.....

In den letzten paar Jahren kam es immer mal vor, dass Narok durchgespuehlt wurde, doch Massnahmen wurden nie getroffen. Ob jetzt? Wer weiss.....

Eigentlich bekommen wir nicht mehr Regen als wie es war, als ich 1999 nach Kenia zog. Doch In den Duerrejahren wurde wohl gebaut und vergessen, dass es Regenzeiten gibt.

Es hat nun auch alle Daemme gefuellt, respective ueberfuellt, so dass die Konflikte mit den Elefanten in reduziert wird. Es hatte ein Maasai einen Elefantenbullen erjagen wollen und der Elefant toetete den Mann. Maasais gingen dann auf die Strasse, bis Kenya Wildlife Serice den Elefanten erschoss... oder auf jeden fall einen Bullen.

Die Wetterextreme nehmen zu und nun muessen halt Erfinder etwas in die Welt setzen, die ausgleichend wirken. Wie groessere Daemme bauen, was sehr teuer ist und Futter fuer Nutztiere lagern.

Auf jeden Fall haengen noch immer dicke Wolken rum.... und meine Gegend freut sich riesig ueber das Wasser. Alles blueht und die Voegel brueten.

Uebrigens standen auch Teile in Nairobi unter Wasser. Die Abflusskanaele und -roehren sind zum Teil zu klein und verstopfen durch den achtlos weggeworfenen Muell.

So nun mache ich den kleinen Laptop zu - der Strom ist heute nicht uebertrieben zum 20. Mal weg....

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
2'398 Beiträge · seit 201102. Mai 2015 · #103
Hallo Nora,

hier bin ich mal ausnahmsweise nicht Elviras Meinung, obwohl sie sich sicher besser auskennt als ich:
Ich hätte darauf bestanden, zurückzufahren. Es gibt 2 Möglichkeiten: Das Lamm ist tatsächlich tot - dann ist eine Entschädigung durchaus angemessen (die Ihr aber sowieso gezahlt habt). Die Einlassungen des Polizisten deuten aber eher darauf hin, dass das Lamm noch lebt - und auch Lars' Beobachtung stützt das. Und wenn Ihr sagt, Ihr wollt den Schaden wiedergutmachen, hätte Euch niemand ein Haar gekrümmt - man schlachtet das Huhn nicht, das goldene Eier legt. Ich nehme an, man hätte sich dann (wenn das Lamm lebt) irgendwie herausgeredet. Natürlich hätte das kostbare Urlaubszeit kosten können - aber Ihr musstet ja sowieso einen ungeplanten Zwischenstopp einlegen.

LG aus Puerto de la Cruz,

Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2015
1'580 Beiträge · seit 201402. Mai 2015 · #104
Hallo Karsten

ich weiss auch nicht, was ich gemacht haette. Mal erst mit meinem Fahrer diskutieren und dann entscheiden. Zusammen haben wir in den Jahren schon die verruecktesten Faelle geloest. Was fuer mich auch entscheidend gewesen waere, zu welchem Stamm gehoerte der "Polizist". Wenn man die Menschen, die einem behelligen selber sieht, dann macht man vieles anders. Aber aufgebrachte Maasais sind kein Spass, die koennen auch Autos beschaedigen.

Drum war mein Gedanke, dass bezahlen und weiterfahren die sicherste Loesung war. Aendern kann man es nun sowieso nicht mehr.

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter79 Beiträge · seit 201403. Mai 2015 · #105
Hallo zusammen,

erstmal danke für eure Antworten und Ratschläge!

@Karsten, du schreibst:
Es gibt 2 Möglichkeiten: Das Lamm ist tatsächlich tot - dann ist eine Entschädigung durchaus angemessen (die Ihr aber sowieso gezahlt habt). Die Einlassungen des Polizisten deuten aber eher darauf hin, dass das Lamm noch lebt - und auch Lars' Beobachtung stützt das. Und wenn Ihr sagt, Ihr wollt den Schaden wiedergutmachen, hätte Euch niemand ein Haar gekrümmt - man schlachtet das Huhn nicht, das goldene Eier legt. Ich nehme an, man hätte sich dann (wenn das Lamm lebt) irgendwie herausgeredet.
- Zurückzufahren hätte auch Lars` Gefühl entsprochen, nur wussten wir beide nicht wirklich, was uns dort erwartet und wie wir am besten vorgehen, geschweige denn wie wir überhaupt vorgehen. Uns wurde ja auch gesagt, dass die Hirten kein Englisch können - das erschien uns dann aussichtlos. Andererseits wäre das natürlich das "RIchtige" gewesen - so hätten wir die Situation auch für uns klären können (Lamm tot vs. nicht tot) . Sollte uns das nochmal passieren, dann würde ich mich vielleicht eher trauen in die Konfrontation zu gehen.

@ Elvira, du schreibst:
Umgebracht haetten sie Euch nicht.
Das beruhgit mich ja irgendwie doch 😄 Auch wenn ich da gefühlsmäßig wahrscheinlich total auf den Polizisten reingefallen bin, aber ich habe schon drüber nachgedacht, ob die Hirten vielleicht versuchen würden uns mit Steinen zu bewerfen oder ähnliches.... Mein Vater hatte mir mal erzählt, dass bettelnde Kinder in AMrokko das tun, wenn man nichts spendet... 😮
ich weiss auch nicht, was ich gemacht haette. Mal erst mit meinem Fahrer diskutieren und dann entscheiden. Zusammen haben wir in den Jahren schon die verruecktesten Faelle geloest. Was fuer mich auch entscheidend gewesen waere, zu welchem Stamm gehoerte der "Polizist".
- Wahrscheinlich hätte es sehr geholfen die Sicht eines Fahrers, d.h. eines EInheimischen zu hören. Die haben da ja doch nochmal einen ganz anderen Blick drauf. Darüber, zu welchem Stamm der Polizist gehörte, hatte ich mir bis dato noch gar keine Gedanken gemacht. Auch ein guter Punkt. Ich hatte allerdings auch unabhängig davon einfach den Eindruck, dass er uns unter Stress setzen wollte....

Ich halte aus dieser Situation für mich jedenfalls fest, dass wir uns - in unserer damaligen Lage zu genau dem Zeitpunkt - der Konfrontation nicht gestellt haben, obwohl es wahrscheinlich richtig gewesen wäre. Andererseits zweifle ich im Nachhinein auch manchmal daran, ob man dann in irgendeiner Weise "fairer" mit uns umgegangen wäre...

Viele Grüße,

Nora
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2015
1'580 Beiträge · seit 201403. Mai 2015 · #106
Hallo Nora

Steine ans Autowerfen tun sie und zwar, wenn man aus dem langsam fahrenden oder stehenden Auto ungefragt fotografiert. Auch mit Kindern habe ich das schon erlebt. Da sind sie heikel, da sich fotografieren lassen, eine Einnahmequelle geworden ist.

Die Strecke Nairobi - Namanga ist echt tueckisch mit den vielen Nutztieren, gelegentlich mal Wildtiere, die leider auch ueberfahren werden. Manchmal habe ich das Gefuehl, dass sie es darauf anlegen, dass ein Auto ein Tier der Maasais ueberfaehrt, denn das gibt Geld. Leider ist es auch schon passiert, dass ein Matatu gleich ein paar Esel aufs Mal ueberfahren hatte. Das gab dann wirklich boeses Blut und oft hauen die Fahrer ab, wenn sie koennen.

Nun, ich bin nach wie vor ueberzeugt, dass das Weiterfahren die sicherste und bequemste Loesung war. Wenn man mehr Afrikaerfahrung hat, wie Karsten, dann kann man ja diskutieren gehen 🙂

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
2'398 Beiträge · seit 201103. Mai 2015 · #107
Hallo Nora, hallo Elvira,

dies:
würde ich mich vielleicht eher trauen in die Konfrontation zu gehen.
wollte ich auf keinen Fall anregen. Ich bin in solchen Situationen mit Freundlichkeit und (wenn es gerade angebracht ist) einem Scherz am besten gefahren. Auf keinen Fall offen anzweifeln, dass man die Geschichte nicht glaubt. In diesem Fall hätte ich vielleicht angeboten, mich persönlich zu entschudigen. Aber da muss man auf die Situation und die Stimmung reagieren.
Elvira:
mehr Afrikaerfahrung hat, wie Karsten,
Jetzt wirst Du gemein 😉 - soviel Erfahrung wie Du habe ich sicher nicht.
Massaikinder haben auch mal unser Auto mit Steinen beworfen, obwohl wir nicht fotografiert hatten. Aber sie hatten wohl gemerkt, dass wir nicht halten wollten, um Geld oder Sweeeeeets zu verteilen. Ihr Pech war, dass ein Massai mit im Auto war, dem wir einen Lift in sein Dorf gegeben hatten. Der hat die lieben Kleinen vielleicht zusammengesch.... 😗

LG aus dem nieseligen HH,

Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
1'580 Beiträge · seit 201403. Mai 2015 · #108
Hallo Karsten
War doch gar nicht boes gemeint, doch solche, die sich schon durch diverse Situationen hier durchgepfluegt haben, wissen eher wie der Hase laeuft oder nicht laeuft.

Deine Methode mit Scherzen Dinge zum Funktionieren zu bringen, muss ich mal ausprobieren... 😉

Doch ich habe eigentlich die Angst vor Polizisten verloren, da sie uns schon oft schikanieren wollten. Dadurch, dass mein Fahrer und ich ein seit 16 Jahren eingespieltes Team sind, muessen die Polizisten aufgeben. Habe mal einem sogar offeriert, dass er uns doch verhaften und zur Polizeistation begleiten solle... doch das wollte er nicht, da er auch so keinen "Tee" von uns bekommen haette. Was hilft, den Gesetzen folgen, die Gesetze kennen und sehr selbstsicher auftreten.

Aber ich habe bisher auch nur ein Tier angefahren und das war mein eigener Hund im Garten, der aus dem Gebuesch vorne in den Landcruiser reinrannte, waehrend ich auf den anderen Hund schaute, der eine meiner Katzen jagte. Wirbelsaeule war gebrochen.... Seit da habe ich noch mehr Respekt, wenn ich Tiere nahe der Fahrbahn sehe.

Liebe Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
1'182 Beiträge · seit 200604. Mai 2015 · #109
Hallo zusammen,

ich muss gestehen, dass ich die Diskussion nicht so recht verstehe. Es geht doch offensichtlich, wenn ich das richtig gegoogelt habe, um eine Entschädigung von weniger als € 20,00 !!! Da wundert es mich, dass man erwägt zurück oder in die nächste Polizeistation zu fahren. Ich würde sofort bezahlen und mich sofort vom Acker machen - und zwar weit weg.

Gruß,
Bernd
0
3'700 Beiträge · seit 200904. Mai 2015 · #110
Hallo Nora,

vielen Dank für die kurzweilige Fortsetzung. Da habt ihr ja wirklich viel gesehen und erlebt. Mich würde noch die Lage und der Name der Lodge interessieren, die euch Campingunterschlupf gewährt hat.

Mit herzlichen Grüßen und Dank
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
5'480 Beiträge · seit 200904. Mai 2015 · #111
Auf den Einzelfall betrachtet, ist es natürlich am schnellsten und einfachsten, den Betrag zu bezahlen und weiterzufahren. Allerdings besteht dann die Gefahr, dass die Masche Schule macht und weiter um sich greift. Für nachfolgende Reisende wird Kenia damit dann immer unangenehmer. Vergleichbare Entwicklungen sieht man in vielen Bereichen Afrikas.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
1'580 Beiträge · seit 201404. Mai 2015 · #112
Hallos

Die Bemerkung, dass sie lernen aus "ueberfahrenen" Tieren ein Geschaeft zu machen, ist gut und ja, das kann passieren.

Nur wird es wirklich lukrativ, wenn sich aehnliche Situationen regelmaessig wiederholen.

Viele Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
2'398 Beiträge · seit 201104. Mai 2015 · #113
Danke Topobär,

genau darum ging es mir: der Korruption keinen Vorschub zu leisten. Wenn man allerdings mit einem zu engen Zeitplan unterwegs ist, wird es schwierig.

LG aus dem grauen HH,

Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
Themenstarter79 Beiträge · seit 201404. Mai 2015 · #114
Hallo zusammen!

Ich bin zu einem ähnlichen Schluss gekommen wie ihr.
Ja, es sind für uns "nur" 20 Euro, was im Vergleich zu dem, was so eine Reise insgesamt frisst, natürlich nicht viel ist.
Warum ich mir schon während des Urlaubs und auch im Nachhinein noch Gedanken gemacht habe, ist genau das, was oben schon beschrieben wurde:

Topobär schrieb:
Allerdings besteht dann die Gefahr, dass die Masche Schule macht und weiter um sich greift. Für nachfolgende Reisende wird Kenia damit dann immer unangenehmer.
. Es wird nicht nur unangenehmer für die Reisenden, auch die lkoale Bevölkerung verändert sich, wenn sie lernt, dass sie mit solchen Maschen Geld machen können. Was klein anfängt kann sich auch ausweiten. Leider lernen Menschen so mit "falschen" Mitten ihren Lebensunterhalt zu verdienen...

Elvira schrieb:
Die Bemerkung, dass sie lernen aus "ueberfahrenen" Tieren ein Geschaeft zu machen, ist gut und ja, das kann passieren.
Nur wird es wirklich lukrativ, wenn sich aehnliche Situationen regelmaessig wiederholen
. Der Gedanke war mit tatsächlich auch schon gekommen - ich wusste nur nicht, wie man hier im Forum darauf reagieren würde (bin ja noch recht neu). Und ich will auch die Einheimischen, mit denen wir konfrontiert waren, nicht beschuldigen, das Lamm absichtlich auf die Straße getrieben zu haben - ich weiß es schließlich nicht. Ich kann unser Handeln nicht mehr rückgängig machen, aber ich würde auch nicht daran beteiligt sein wollen, dass sich solche Verhaltensweisen zu Maschen entwickeln. Dazu gehören ja wie bei so Vielem immer zwei Seiten - derjenige der versucht, Geld zu bekommen - aber auch derjenige, der sich darauf einlässt und das Geld gibt....

Karsten B. schrieb:
genau darum ging es mir: der Korruption keinen Vorschub zu leisten. Wenn man allerdings mit einem zu engen Zeitplan unterwegs ist, wird es schwierig.
. Da gebe ich dir Recht. Wir haben uns ja sonst auch massiv geweigert den Polizisten Geld zu zu stecken, obwohl wir immer wieder verbal bedrängt wurden. Und dabei ging es ja wirklich nur um 100 / 200 KSh. Trotzdem, ob 100 HSh, umgerechnet 20 Euro oder mehr, im Endeffekt geht es darum sich aus unangenehmen Situationen rauszukaufen. Dagegen hatten wir uns bis zu dem Punkt gewehrt, das hätten wir vielleicht beibehalten können.
Daher habe ich mir vogenommen - sollte ich je wieder in eine ähnliche Situation geraten - mit mehr Ruhe zu versuchen eine bessere Lösung zu finden. Z.B. zurück zu fahren und nachzuschauen, ob das Lamm tot ist - und unsere 20 Euro wirklich eine Entschädigung - oder ob wir auf eine Masche hereingefallen sind und den Betrügern Geld zugesteckt haben....

Ich bin im Endeffekt zu dem Schluss gekommen, dass es eben nicht ganz so einfach ist. Wie Topobär auch weiter unten schon schrieb - gibt man einem bettelnden Kind Geld oder gibt man den Einheimischen fürs Fotografieren Geld, dann lernen sie auch dass sie Geld dafür bekommen können - und geben das an weitere Menschen weiter. Wenn es darauf hinaus läuft, dass Kinder deswegen nicht mehr zur Schule gehen und sich ihre Zukunft verbauen, will ich mich daran nicht beteiligen, auch wenn es an der Gesamtsituation nichts ändert.

Ich will damit nicht sagen, dass wir uns auf unserer Tour durch Kenya immer "Richtig" verhalten hätten, aber unsere Erlebnisse haben mir doch schon Einiges zum nachdenken gegeben...

Viele Grüße,
Nora
Themenstarter79 Beiträge · seit 201405. Mai 2015 · #115
So nun gibt es aber endlich wieder eine - wenn auch kurze - Fortsetzung der Geschichte!

19.Tag. 12.10.2015:Namanga - Amboseli National Park

Irgendwie bin ich dann wohl doch eingeschlafen. Kaffee hilft dann erstmal. Ich beschieße, dass ein vernünftiges Frühstück uns gut tut und mache Spiegeleier – danach geht es uns schon besser. Gegen 9 oder 10 Uhr fahren wir weiter und sind froh, nun wieder in einen National Park zu fahren. 🙂 Wir suchen und erfragen uns den Weg durch Namanga und finden ihn auch. Der Hotelmanager hatte uns auch gesagt, dass die Straße zum Amboseli gut befahrbar wäre, obwohl der See zur Zeit Wasser hätte. In der Regenzeit käme man wohl ohne Geländewagen nicht dorthin. Glück gehabt. Das hätte ja jetzt noch gefehlt, dass wir die Strecke nicht fahren können und die gestrige Fahrt samt „Unfall“ unnötig gewesen wäre… 😣

Ein wenig komisch beäugt werden wir hier schon. Aber auch hier mitten im Nirgendwo werden wir wieder entschädigt. Und das auf völlig unerwartete Weise, denn – wir treffen eine Karawane aus Kamelen! Wow! 🤩


hf61b793.JPG

Eine Kamelkarawane am Rande der Welt zieht an uns vorbei. Etwas Passenderes könnte ich mir in dieser gegend kaum vorstellen!
h7461177.JPG


Wir fahren auf einer staubigen Gravelroad – teilweise ist auch diese sehr wellblechpistig. Die Sonne scheint mit all ihrer Kraft auf uns runter. Es ist staubig, trocken und die Büsche sind verdorrt und dorrnig. 🤨 Die 71 Km lange Strecke von Namanga aus bis zum National Park ist ziemlich einsam. Die Menschen, die wir sehen, schauen uns scheu an.
Einmal begegnen wir einer jungen Frau, die ein riesiges Bündel Feuerholz mit einem Stirnband trägt, mit tief gebeugtem Rücken schaut sie uns an. Sie spricht ein wenig Englisch und schaut scheu durch unsere Autofenster hinein – scheinbar wird sie von unserem Navi magisch angezogen – ihre Familie habe auch so etwas zuhause, ab und zu könne man abends darauf etwas sehen. Anscheinend hält sie es für einen Fernseher. Sie winkt und verträumt zum Abschied, als wir weiterfahren. 🙂

Wir brauchen für die 71 km wieder viel länger, als im Reiseführer steht. Am Tor vom Amboseli steht tatsächlich noch ein Safarifahrzeug das hinein möchte. Wir können zwar nicht mit Kreditkarte bezahlen, aber das ist hier gar kein Problem – wir bekommen ein permit, und eine Rechnung auf der auch gleich eine Übernachtung in einer Public Campsite berechnet wird, so wie vereinbart! Alles fein säuberlich aufgeschrieben. Das klappt viel besser als erwartet! 😄 Gleichzeitig ereignet sich allerdings wieder etwas, was in so einer verlassenen Gegend doch überraschend ist: Wir werden von einer Horde Massai-Frauen bewaffnet mit dem buntesten Perlenschmuck überfallen 😄. Ich schaue mir die Sachen kurz an, aber da die Frauen mir zu aufdringlich sind, ziehe ich mich ins Auto zurück. Als dann Hände und Waren auch noch ins Auto gehalten werden, kurbel ich kurz entschlossen die Fenster hoch. 😵 Gerade habe ich wirklich keine Lust auf so eine bedrängende Verkaufstaktik. 🙄

Nun fahren wir durchs Tor und laut Navi auf den Lake Amboseli zu. In der Ferne kann ich bereits den Kilimandscharo sehen – nur bleibt er von Wolken verhangen und durch die flimmernde Luft verschleiert… Ich muss mir ein Tuch ums Gesicht binden, denn teilweise kommen uns heiße Windstöße entgegen und vor lauter Staub kann ich kaum atmen – innerhalb von Minuten ist der Staub überall – in meinen Haaren, meinen Augen, unter meiner Kleidung und in meiner Nase 🤢 ! Auch meine Lippen werden rissig, da hilft selbst Labelo nicht mehr…. 🤢

Es ist trocken. Es gibt auch kein Gras. Die gesamte Ebene durch die die Spuren früherer Fahrzeuge führen besteht aus Sand. Nur an den Rändern des Amboseli-Beckens wachsen dornige Sträucher. Wo ist der See frage ich mich? Herrscht immer noch so schlimme Dürre?
Weit und breit sind kaum Tiere zu sehen – das erste Tier, das wir treffen ist ein Vogelstrauß, der schnell das Weite sucht. Angesichts der wenigen Versteckmöglichkeiten hier, ein schwieriges Unterfangen für ihn…

hd0bf629.JPG

Hier gibt es nichts, wohin Herr Vogelstrauß fliehen könnte...

Auf der staubigen Ebene entdecken wir Windhosen, die die warme Luft umherwirbeln… Ich komme mir vor, wie in einer Wüste.

hf51faa2.JPG

Eine Windhose bringt Hitze, Trockenheit und Staub zum Ausdruck...

Die Landschaft hier ist mir so fremd wie eine Mondlandschaft. Sie hate twas von tausend und einer Nacht, nur ist sie rau, urtümlich und gnadenlos – nicht nur die Sonne zerrt an uns, sondern auch die heiße Luft, der Staub und die Aussicht, die scheinbar hoffnungslos ist. 🙁

Wir fahren gerade mitten durch die Ebene, als ich ein Flimmern bemerke – Wasser! 🙂 Dort entdecke ich auch Silhuoetten von Zebras – „Wir fahren genau auf den See zu!“, sage ich zu Lars.
„Nein Nora, schau mal aufs Navi. Da vorne ist kein See. Das ist nur die Luft, die du siehst….“
Und tatsächlich, je näher wir dem vermeintlichen Wasser kommen, desto weiter scheint es entfernt... 🙁

Man hört ja davon, dass Luft in einer Fata Morgana erscheinen kann wie Wasser, manchmal kann man es auch in den südlichen Ländern Europas erahnen. Aber hier war ich sicher, dass ich Wasser sehe. Ich hatte nicht eine Sekunde daran gezweifelt… Ich hätte nie gedacht, diese Sinnestäuschung einmal so eindringlich an mir selber zu erfahren...

hfd26626.JPG

Was ihr als dunklen Schimmer am Horizont seht, das hielt ich für einen riesigen See…

Langsam beginne ich mich zu fragen, wie hier Tiere überleben können. Am Horizont konnte ich Zebras erkennen – also musste es doch irgendwo Wasser geben. Die Tiere müssen trinken… Die Frage ist nur - wie weit ist Wasser entfernt? Langsam befürchte ich, dass die schlimme Dürre immer noch nicht vorbei ist und hier nicht mehr viele Tiere übrig sind…

hc6bb797.JPG

Nur trockenes Gras und weißer, feiner Sand…

hf5af722.JPG

Ein paar Sträucher kleiden sich in mattes Grün. Irgendwo muss es hier doch was zu trinken für die armen Tiere geben…

h8fe91fa.JPG

Erneut begegnen wir einem Vogelstrauß

Die Ebene scheint nun gerollig, nicht mal Gras wächst hier… Weit entfernt können wir ein paar Büsche ausmachen…
Auf seine ganz eigene Weise nimmt dieses Land mich gefangen. Völlig unvrbereitet bin ich auf diese so einzigartige Landschaft! Hier scheint es nichts zu geben, was nicht absolut dieser Umgebung entspricht. Kaum Tiere und vor allem kaum Menschen. Das Land hat etwas so Ursprüngliches und Wildes, dass es mich völlig gefangen nimmt – nie hätte ich gedacht, dass diese trockene, feindselige Landschaft mich so verzaubern könnte!

h4ae3884.JPG


Eine turmhohe Windhose türmt sich über einer kleinen Siedlung auf - und dort entdecken wir nun auch die ersten Anzeichen von Grün 🙂


Fortsetzung folgt...
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2015
Themenstarter79 Beiträge · seit 201405. Mai 2015 · #116
19. Tag: Amboseli National Park: Landschaftskontraste

Langsam bewegen wir uns durch die weiten Ebenen auf das erste Grün zu.
Später werde ich erfahren, dass wir den Lake Amboseli tatsächlich nördlich umrundet haben – nur dass der See ausgetrocknet ist. Laut dem Amboseli Trust for Elephants gab es 2009 im Amboseli Ökosystem die schlimmste Dürre seit 1961 und es erholt sich nur langsam davon.

Wir bewegen uns nun in Richtung des Enkongo Narok Swamps - dort hoffen wir noch Wasser und damit auch Tiere anzutreffen.
Und dann geschieht etwas Seltsames – ein abrupter Streifen Grün erscheint am Horizont aus dem sich Palmen erheben! Hier grenzt saftiges Grün direkt an trockene Gräser und hier begegnen wir nun friedlich grasenden Gnus 🙂

hb737d4e.JPG

Plötzlich verwandelt die ausgetrocknete Savanne sich in ein tropisches Paradies!
haafa3bc.JPG


Hier gibt es eine üppige Vegetation, wir entdecken Dattel- und Doum-Palmen, die sich in mehrere Kronen verzweigen. Umgeben wird dieses Feuchtgebiet von weiten Grasebenen, in denen sich hunderte Gnus und Zebras tummeln...

hb6283e3.JPG

Alle Tiere versammeln sich zum großen Fressen...

Die Fülle an Tieren auf so geringem Raum gibt mir dabei das Gefühl, als seien hier mehr Grasfresser versammelt als in der Mara...
Leider sind die Hauptpisten am Sumpf entöang ziemlich besch... zu fahren, da es sich hauptsächlich um von Staub und Geröll bedeckte Wellblechpisten handelt... 😣 Aber auch das ganze Geruckel und Gerappel kann mir meine wiedergekehrte gute Laune nicht vermiesen 😛 Nördlich von uns erstreckt sich ein großes Feuchgebiet und südlich zum Kilimandscharo hin verwandelt sich die Landschaft wieder in trockene Svanne. Links von uns sehen wir üppiges Grün und rechts staubige Ebenen. Der Kontrast ist kaum zu begreifen.
Hier treffen wir erneut auf eine Versammlung von Straußen, die ein tolles Motiv mit dem Kilimandscharo-Bergmassiv im Hintergrund abgeben! Naja, gut.... Eigentlich weiß ich nur, dass es der Kili ist, sehen tue ich ihn nicht wirklich, denn er hütet seinen Gipfel noch eifersüchtig hinter den Wolken... 😊

he5a6f2b.JPG


In den Tiefen des Swamps machen wir ein Hippo aus, dass sich seinen Pool mit mehreren weißen Reihern teilt, leider zeigt es sich uns nicht richtig.Dafür entdecken wir nun auch die ersten Elefanten, die sich an den hohen Sumpfgräsern und dem kühlen Wasser gütlich tun – anscheinend ein Muttertier mit einem Kalb.

h7daafc0.JPG


h7610fa1.JPG


h5236639.JPG

Hier scheint sich jemand so richtig wohl zu fühlen 🙂

Ein wahres Paradies für die Reiher, hier lassen sich mit Sicherheit eine Menge Insekten und Frösche fangen! Vor allem, wenn die Elefanten die kleinen Tiere aufscheuchen!

Und nun entdecke ich auch erstmal etwas, was wie ein See aussieht, auch wenn es sich von der Lage her nicht um den Lake Amboseli handeln kann, der ja momentan auch trocken ist. Langsam verstehen wir, dass es sich bei den Swamp anscheinend um große Wasserreservoirs handelt, die nur in der Mitte offen sind, rund herum wachsen in ihnen hohe Gräser und erst außen wird der Boden wieder fest.

h2d1286e.JPG

Nun wagt sich auch ein kleines Hippo aus dem Wasser

Wir fahren in Richtung des südlichen Swamps, denn dort liegt die Amboseli Serena Lodge, an der wir tanken können. Dorthin müssen wir erst unter einem hohen Zaun hindurch, dessen Tor offen ist – es besteht nur aus herunter hängenden Drähten. Eine komische Vorrichtung 🤨 Wegen der Höhe würde ich jetzt mal schwer davon ausgehen, dass diese Dinger Elefantenzäune sein sollen... Wir kurbeln vorsichtshalber die Fenster hoch, falls die Drähte elektrisch sein sollten... 😄 Man weiß ja nie - immerhin lässt sich ein Elefant nicht von ein wenig Draht abhalten, wenn auf der anderen Seite lecker saftig grünes Essen winkt 😄 oder doch?

In der Lodge werden wir freundlich empfangen. Wir wandern ein wenig durch die grüne Gartenanlage, froh, dass Auto mal wieder verlassen zu können. Lars, ganz Gentleman, lädt mich zu einem Drink ein – der sogar gar nicht so teuer ist, ein Bier 200 KSh - und so fletzen wir gemütlich auf der Veranda der wunderschönen Lodge herum und genießen den Blick. 🤪
Direkt vor der Anlage ist es saftig grün, es gibt viele Agamen und sogar ein Nilwaran zeigt sich. Was ich von der Sprinkleranlage halten soll, weiß ich nicht so wirklich. Hoffentlich geht das Wasser über den Boden wieder ins Grundwasser, sodass kein Wasser verschwendet wird. Hinter dem kleinen Zaun, der die Lodge umgibt, tummeln sich Zebras! 🤩 Ein toller Blick – so können sich die Lodge-Gäste ja schon fast die Gamedrives sparen!

h86d0a1d.JPG

Ausblick von der Veranda der Amboseli Serena Lodge

Je später es wird, desto mehr klart es auf und – endlich – zeigt sich auh die Spitze des Kilimandscharo, auch wenn der Berg seine Flanken weiterhin mit Wolken umhüllt, um noch nicht zu viel preis zu geben!

h6c7c7c4.JPG

Eine Gruppe Zebras wandert in die Steppe am Fuß des Kilimandscharo...
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2015
Themenstarter79 Beiträge · seit 201405. Mai 2015 · #117
19. Tag: Amboseli National Park: Amboseli im Abendlicht

Langsam kündigt sich die Abenddämmerung an und das Licht lässt die Farben des Amboseli wärmer und die Kontraste weniger hart erscheinen. Eine Gruppe Elefanten zieht an uns vorbei durch die herrliche Kulisse des Swamp...

h885fcc3.JPG


Einige kreuzen nun die Straße und wenden sich in Richtung Süden – ich hoffe auf ein Bild von der Herde vor dem Kilimandscharo. Also bleiben wir stehen und warten ab

h80fd9ae.JPG


Und tatsächlich einige Tiere laufen in Richtung des Kili 🤩 Jetzt brauch ich nur noch ein Foto - Aber, was tut ihr denn da? Könnt ihr nicht auf mich ZUlaufen mit dem Kilimandscharo im Hintergrund? Müsst ihr mir jetzt wirklich eure Hintern präsentieren? 🙁
Gut, wer bin ich Elefanten zu sagen, was sie zu tun haben? Also bleibt dies eben mein einziger Schnappschuss von Elefanten vor dem höchsten Bergmassiv Afrikas (insgeheim bin ich ja auch ganz froh, dass ich überhaupt eins habe 😊 )

he365425.JPG


Vor dem Bergmassiv zeichnen sich Giraffen und Zebras im sanften Abendlicht ab - einfach nur wunderschön 🙂

h2d8807b.JPG


Weitere Elefanten pilgern in Richtung Kilimandscharo und an unserem Auto vorbei...

hdc35759.JPG


hfcd3233.JPG


Nun kündigt sich der magische afrikanische Sonnenuntergang an. Thomson Gazellen und Zebras grasen friedlich in den Ebenen und das Land verbreitet eine warme, ruhige Atmospähre. Endlich gelingt es mir einen afrikanischen Sonnenuntergang einzufangen 🙂 🙂

h718c8df.JPG


hf89f2ce.JPG


h1afdeb0.JPG

Wunderschön...
Hier wird mir mein Herz ganz warm 🙂 in diesem Moment fühle ich mich angekommen und seelisch vollkommen ruhig....
So ein Gefühl hatte ich bisher nur in der Masai Mara beim Blick über die Weiten der Steppe...
Die Farben nehmen mich so sehr gefangen, dass ich auch unterwegs aus dem Auto raus noch ein Foto schießen muss...

h5d03e76.JPG

Dieses warme Gold werde ich wohl nie wieder vergessen...

Langsam müssen wir uns auf den Weg zum Gate machen, wo wir bezahlen können und sich auch unsere Campsite befindet. Wir nehmen noch eine Rangerin mit, da die Campsite hinter den Staff Houses liegt. Wir sehen Giraffen zwischen den Büschen und die Rangerin erzählt uns, sie sei früher im Lake Nakuru National Park gewesen und wie stolz sie auf die dort lebenden Nashörner ist 🙂 Wir erzählen, dass wir die Nashörner leider nur von ganz weit entfernt sehen konnte... 🙁 "No, that not possible, if u go to Nakurru u got to see a Rrhino! U got to com again!" sagt sie mit ihrem afrikanischen Akzent zu uns und lacht 😄

Wir setzen sie ab und finden uns in der Campsite wieder - sie spiegelt ganz die Trockensavanne des Amboseli wieder: Zwischen Akazien und Büschen gibt es sandige Stellen, wo wir uns hinstellen dürfen. Leider ist die Campsite zu einer Seite den Staff-Houses zugewandt und zu der anderen Seite befindet sich ein hoher Holzzaun. Von der Weite des Parks kriegt man hier leider nicht so viel mit. Es gibt Toiletten und Duschen, aber das Wasser ist kalt. Irgendwie ist das ok, immerhin befinden wir uns doch mitten in der Pampa. Irgendwie ist es aber auch frech vom KWS 30 $ für eine Übernachtung zu verlangen... 😮

Die Haushälterin der Campsite kommt vorbei, um zu fragen, ob wir etwas brauchen. Wir sagen, dass wir gern Feuerholz für ein Lagerfeuer kaufen würden. „No. No buying! We will bring it to you“ Sagt die gute Frau uns. Hä? Wir bekommen Feuerholz, aber wir sollen dafür nichts bezahlen? 😐 Komisch. Der Caretaker kommt, aber das Feuerholz bleibt aus. Wir sprechen ihn noch mal an. Daraufhin stürmt er überaus motiviert davon – und kehrt mitsamt eines riesigen Akazienstammes zurück! 😮 😄 Wir geben ihm Trinkgeld, da er sich so viel Mühe gibt – das Feuerholz an sich gibt es ja scheinbar gratis. Auf der Campsite selbst stehen große Esstische und Bänke zur Verfügung. Nur leider steht unsere zu weit weg von dem Platz, an dem das Feuer gemacht wird. Da das Feuer an geeigneter Stelle bleiben muss (wegen der Brandgefahr), ist es klar: Der Tisch muss zum Feuer! Ganz schön fett, das Teil, aber im Endeffekt haben wir es uns gemütlich eingerichtet und essen Spaghetti mit Pesto 😄

Als ich nun aber ins Dachzelt steige und schlafen möchte, finde ich nicht wirklich Ruhe... Er lässt mir einfach keine Ruhe... Dieser fette Akazienstamm... Der reicht so weit aus dem Feuer, dass ich befürchte, er könnte – einmal entzündet - das umliegende Gras in Brand setzen. 😮 Immerhin ist es hier trocken... Dafür fange ich mir zwar einen Augendrehr von Lars ein - trotzdem wird wieder runter geklettert und der Stamm zurecht gerückt, bis nichts mehr passieren kann - irgendwer muss die Welt ja vor durch übermotivierte Caretaker und unvorsichtige Greenhorns verursachte Buschbrände retten! 😛

Nun kann ich beruhigt schlafen und binde es Lars auch schön unter die Nase 😛 – gute Nacht!

Fortsetzung folgt...
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2015
Themenstarter79 Beiträge · seit 201405. Mai 2015 · #118
Hallo Marina,

du schriebst:
vielen Dank für die kurzweilige Fortsetzung. Da habt ihr ja wirklich viel gesehen und erlebt. Mich würde noch die Lage und der Name der Lodge interessieren, die euch Campingunterschlupf gewährt hat.
ich würd dir so gerne sagen, wie die lodge hieß, aber leider weiß ich es nicht mehr 🙁 ! Für uns war es in dem Moment total irrelevant, weil wir ja nicht in der Lodge übernachtet hatten und damit mit der Anlage an sich nichts zu tun hatten... Daher war das in dem Moment irgendwie total uninteressant für mich. Im Nachhinein hatte ich aber immer einen Namen mit Ashil und Mara oder ähnlich im Gedächtnis. Daher habe ich danach gesucht - ich kam auf das Ashnil Mara Camp. Von den Bildern her, kann ich aber nicht sagen, ob es dies war. Könnte sein, könnte aber auch nicht sein. Wir waren nur für wenige Minuten in der Anlage und wahrscheinlich habe ich durch meine Aufregung alles ausgeblendet. 😗 Von der Lage her kommt es aber sehr gut mit em Ashnil AMra Camp hin. Nur hatte ich mir ja irgendwie "Lodge" gemerkt... 😣

Ich weiß nur,
- sie lag umgeben von einem Wäldchen
- am Mara
- in der Nähe des kleinen Luxuscamps mit den wenigen Zelten
- sie hatte einen Pool!

Vielleicht sollten wir das in die Rätselecke stellen 😄 ?

Tut mir Leid, dass ichs dir nicht sagen kann!
Liebe Grüße,
Nora
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2015
3'700 Beiträge · seit 200906. Mai 2015 · #119
Hallo Nora,

vielen Dank für die Rückmeldung. Dann war es wohl auf jeden Fall auf der Narok County Council Seite.

Mit herzlichen Grüßen und Dank
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter79 Beiträge · seit 201417. Mai 2015 · #120
20. Tag, 13.10.2014: Amboseli National Park – Lake Jipe Safari Camp

Wir stehen relativ früh auf, aber nach Sonnenaufgang. Zumindest ich bin durch ein lautes Polltern aufgewacht. Vom Dachzelt aus spähe ich über den Zaun und entdecke eine Horde Paviane, die warten wohl ab bis wir weg sind und sie den Platz plündern können... Vom Dachzelt aus kann ich den Kilimandscharo sehen – herrlich 🙂

Im Feuer brennt tatsächlich noch ein wenig Glut, der Stamm hat sich nicht entzündet und wir keinen Buschbrand ausgelöst – Gott sei Dank. Unser riesiger Tisch bietet genug Platz um in Gesellschaft einer Horde Vögel zu frühstücken 🙂 Webervögel und Starlings holen sich immer wieder ein paar Krümel ab.
Nach einer mehr oder weniger erfrischenden Dusche, kann es nun wieder auf Gamedrive gehen. Bis zum Mittag ist unser Permit noch gültig.

Heute stelle ich mich einer großen Herausforderung: Tiere vor dem höchsten Berg Afrikas zu fotografieren. Elefanten habe ich ja schon – gut, nur in Hinteransicht – aber ich habe ein Foto mit Elefanten vor dem Kilimandscharo... 😄
Wenigstens ist der Berg gütig zu mir und zeigt seine Spitze 🙂 , auch wenn er weiterhin seine Flanken bedeckt 😠 ...
Unter den sattgrünen Schirmakazien entdecken wir dann unser erstes Fotomotiv: Thomson-Gazellen grasen friedlich das gelbe Gras und stehen dabei wunderschön vor dem heißgeliebten Berg...

h1fc2471.JPG

Schlanke Thomson Gazelle unter einer herrlich grünen Akazie vor dem schneebdeckten Kilimandscharo

Es treiben sich zu dieser Stunde erstaunlich viele Grasfresser herum – und auch ein Strauß posiert gekonnt und streckt seinen schmalen Hals.

ha106fe6.JPG

Herr Strauß begibt sich in Pose

Die Natur ist mir weiter gnädig und eine Gruppe von drei Zebras zeigt sich vor dem umhüllten Berg:

h0abd561.JPG


Dann müssen wir auf der Straße warten, denn eine Gruppe Elandantilopen möchte die Straße gerne passieren

h8dea78a.JPG


Nun kommen wir wieder zu dem Feuchtgebiet, das mich schon gestern beeindruckt hat. Hier wimmelt es nur so vor Leben. Und als wir stehen bleiben und die Tiere genauer betrachten, fällt uns auf: Hier halten sich unglaublich viele Elefanten auf! Ich versuche sie zu zählen und komme tatsächlich auf über vierzig Tiere in verschiedenen Herden – und das sind nur die, die ich mit einem Blick sehen kann 🙂 Wow so viele Elefanten, Zebras und Gnus – alles hält sich hier in den kleinen grünen Inseln im sonst so trockenen Amboseli auf!

h8ec6ffc.JPG

Unglaublich viele Tiere versammeln sich hier in den grünen Lebensadern des Amboseli

Wir entdecken sogar zwei Elefanten, die sich miteinander messen. Allerdings scheint es kein Kampf zu sein, sondern eher ein Spiel

h8489943.JPG

Zwei Elefanten erproben ihre Kräfte, links dahinter erscheint der große Bulle

Dann allerdings passiert etwas Seltsames. Im Vordergrund zu den zwei Ranglern frisst ein großer einzelner Elefant, der plötzlich unruhig wird und sich immer weiter von der Tierversammlung entfernt. Im Hintergund sehen wir einen großen Bullen in unsere Richtung kommen – ein beeindruckendes Tier

he9cca06.JPG

Der größte Bulle im Umkreis kommt in unsere Richtung

Und dann läuft der einzelne Elefant plötzlich los, wirft seinen Rüssel hoch und trompetet:
hcf5e0aa.JPG


Er passiert vor unserem Auto die Straße – wie gebannt schauen wir zu. Denn der große Bulle folgt ihm...

h79ab581.JPG

Die Verfolgung hat begonnen...

Die beiden Elefanten halten sich links von der Straße, also nehmen wir dort eine Abzweigung und positionieren uns so, dass sie wahrscheinlich an uns vorbeikommen. Wir haben großes Glück und können die eigenartige Interaktion aus nächster Nähe beobachten!
Der kleinere (ihn "klein" zu nennen wäre nicht wirklich zutreffend, denn auch dieser Elefant war wirklich groß) lief zuerst an unserem Auto vorbei und kam ganz nah heran...
hb52cd47.JPG

Der kleinere Elefant zieht an uns vorbei...

Der Kleinere schaute uns auf eine Art und Weise an, dass wir kurz den Eindruck hatten, er würde bei uns Hilfe suchen... Er ist so nah, dass ich hören kann wie er auftritt. Sein Röhren geht durch Mark und Bein. Es kommt von tief unten in seiner Brust. Wahnsinn diesem Tier so nahe sein zu können!Und diese Augen! Ich habe das Gefühl er schaut mich direkt an, als wolle er mir etwas sagen... Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Tiere kein Bewusstsein haben sollen....

Ihm folgte gemächlichen Schritts aber dennoch stetig der große Bulle:
hf4246cd.JPG

Ein beeindurckendes Tier mit riesigen Stoßzähnen!

Wir versuchen der Tieren zu folgen, doch irgendwann hört die Piste einfach auf und wir konnten nicht mehr weiterfahren... Was aus den beiden geworden ist, wer weiß...
zuletzt bearbeitet 17. Mai 2015